Dieser Blog hier soll ja unter anderem dazu dienen, dass ich mir auch mal meinen Frust von der Seele schreiben kann und genau das werde ich jetzt machen. Zugegeben … momentan bin ich irgendwie extrem weinerisch und depressiv drauf, was eventuell aber auch an dem Medikament liegt, das ich zur Zeit nehmen muss.
Ich habe mir letzten Mittwoch irgendwie den Nacken verknackst/verspannt/verdreht und anfangs dachte ich ja noch „das geht auch wieder weg„, aber leider war es am nächsten Tag statt besser noch um einiges schlimmer. Ich bin also zum Arzt und der bestätigte mir dann, dass da im Nackenbereich alles komplett verspannt und hart sei. Er hat mir eine Spritze zum Muskellösen da rein gehauen und mir zusätzlich noch ein Medikament aufgeschrieben, um die Muskeln zu entspannen. Und da haben wir vielleicht auch schon die Ursache für meine Miesepetrigkeit… ich zitiere mal aus dem Beipackzettel:
Depression
Während der Behandlung mit Benzodiazephinen kann eine bis dahin möglicherweise unerkannte Depression zutage treten.
… und weiter steht da noch …
Allgemeine Erkrankungen
Gelegentlich: Schneller Ermüdung (besonders bei älteren Menschen)
Häufigkeit nicht bekannt:
Je nach verabreichter Dosis und abhängig von Ihrer persönlichen Reaktion auf Tetrazepam können vermehrt Müdigkeit, Mattigkeit und eine verlangsamte Reaktionszeit (z.B. beim Bedienen von Maschinen oder Führen von Kraftfahrzeugen) auftreten.
hmmm… was genau sind denn in diesem Zusammenhang „ältere Menschen“ und woran genau erkenne ich, ob meine momentane Gefühlssituation nun vom Medikament kommt oder ob das eher ein allgemeiner Zustand ist? Gute Fragen! Generell kann ich nur sagen, dass ich momentan extrem scheiße drauf bin. Ich verspüre eine extreme Traurigkeit in mir und ich habe das Gefühl, das mein Körper das so nicht mehr lange mitmachen wird. Der Arzt meinte im übrigen weiter: „und sie sollten viel Schlafen und sich die Ruhe antun … das ist wichtig, damit die Muskeln entspannen können. Sie sollten auf jeden Fall versuchen mindestens 10 Stunden Schlaf zu bekommen.„. Well, nice statement but not manageable.
Defakto sieht es momentan so aus, dass ich mal wieder das Gefühl habe, das ich mir den Arsch extrem weit aufreiße. Wenn ich viel Glück habe, dann bekomme ich 7 Stunden Schlaf und die sind auch nicht mal besonders erholsam. Wenn die kleine Maus in der Nacht schreit, dann stehe ich auf und versuche sie zu beruhigen oder aber sie liegt bei uns im Bett und dann schläft man automatisch schlechter. Ich verschwinde in der Regel so gegen 0:00 und 1:00 Uhr im Bett und morgens um kurz nach 7:00 Uhr meldet sich die Little Madame wieder und hat Hunger. Also aufstehen, runterschlurfen, Milch warm machen, währenddessen auf der Terrasse eine rauchen mit ’nem Pott Kaffee in der Hand, Milch hochbringen zur Kleinen, wieder runter ab an die Arbeit, bis mindestens 16:00 Uhr arbeiten, wieder hoch und mit der kleinen spielen bis sie um 19:00 Uhr ins Bett gebracht werden muss. Uuuaaarrrrhhhh… ich kann nicht mehr!
Und wenn man jetzt denken könnte, dass das Wochenende ja zur Entspannung dienen könnte … nunja … weit gefehlt. Am Samstag kam die aktuelle Beitragsrechnung von der Versicherung und da ist mir dann mal wieder aufgefallen, dass das ja auch noch auf meinem Todo-Zettel steht: „Versicherungen prüfen und anpassen„. *grmpf* Ich habe mich also hingesetzt und alle unsere momentanen Versicherungen zusammengesammelt und Anschreiben für jede einzelne geschrieben, um die entsprechenden Kündigungsfristen zu erfragen. Eigentlich auch ganz toll, denn das hätte ja nun wirklich auch mal meine Frau machen können. Anyway… als ich dann alle Anschreiben fertig hatte, habe ich mir überlegt, was es am Wochenende zu Essen geben könnte, habe einen Einkaufszettel geschrieben und mich auf den Weg in den Supermarkt gemacht. Wieder daheim, habe ich mich direkt ans Kochen begeben.
Sonntag… tja… da habe ich den kompletten Tag mit der Kleinen gespielt. Sicherlich eine sehr schön Sache, aber auch nicht wirklich eine Entspannung. Sie scheint im Moment wieder einen Entwicklungsschub zu machen und entsprechend aufgekratzt ist sie. Auf ein Nachmittags- oder Mittagsschläfchen hat sie im Moment auch irgendwie keine Lust und sie stand ich im Grunde den gesamten Tag unter Vollspannung. Gegen 18:00 Uhr war die Maus dann so platt, dass ich sie einfach nur noch müde ins Bett bringen konnte. Kaum wieder unten hat das Telefon geschellt und eine Freundin von uns war dran: „Wir wollen zum Griechen… kommt ihr mit?„. „Öhm… wir haben gerade die Kleine ins Bett gebracht… aber ich frag‘ mal…„. Ok, das Nachfragen hätte ich mir auch sparen können, denn meine Chefin meinte natürlich: „jau… lass uns das mal machen… ich brauche ein wenig Ablenkung…„. Halloooooo??? Ablenkung??? Wovon denn bitte schön???? Ich war einfach nur todmüde und am liebsten wäre ich daheim geblieben, aber ich wusste auch, dass Madame wieder knatschig wäre… also habe ich zugesagt.
Wir haben also meine Mutter angerufen und gefragt, ob sie spontan auf die Kleine aufpassen könnte. Während wir auf die anderen gewartet haben (wir wurden um 19:30 Uhr abgeholt), bin ich schon beinahe eingepennt. Beim Griechen haben wir dann lecker gegessen und ich habe die Chance genutzt mir einen zu trinken… wobei das vermutlich übertrieben ist, denn auf Grunde meiner momentan körperlichen Konstitution, hatte ich nach 4 Altbier und 5 Ouzo schon genug und einen im Schlappen. Ob das klug war? Keine Ahnung … vermutlich nicht, aber es war nötig.
Wie sieht’s heute aus …
- Scheiße wie gehabt
- hab‘ Kopfweh, was vermutlich auch vom Alkohol kommen könnte
- bin immer noch todmüde
- habe einen Druck auf den Augen, was eventuell am Schlafmangel liegen könnte
- der Nacken schmerzt heute wieder mehr
- müsste mittlerweile so an die 10 Kaffee getrunken haben
- und habe bereits 12 Kippen geraucht (viel zu viel)
Warum ich nicht einfach an dieser ganzen beschissenen Scheiß-Situation ändere? Gute Frage …. auf die ich leider keine Antwort habe. Vielleicht bin ich einfach zu unsicher… vielleicht bin ich einfach zu ängstlich… vielleicht bin ich auch einfach nur dumm. Ich weiß es nicht…
Und wenn ich ehrlich bin … teilweise würde ich mir wünschen, das mir mein Körper einfach einen Strich durch die Rechnung machen würde und ich vielleicht einfach mal zusammenklappen sollte; quasi eine körperlich angeordnete Zwangspause.
