that it will never come again

Juli 28, 2024 § 2 Kommentare

„Alle Lust will Ewigkeit“ sagt Nietzsches Zarathustra – aber zu Ewigkeit verdammt, wäre es mit der Lust bald vorbei, sagt die amerikanische Lyrikerin Emily Dickinson. Gefunden habe ich das in dem überaus lesenswerten Essay, den Jürgen Kaube jüngst in der FAZ unter dem Titel „Die Paradoxien der Langlebigkeit“ schrieb.* Statt Wünschen nach fortdauernder Jugendlichkeit und aufzuschiebendem Alterungsprozess mit Mitteln der Pharmazie und Biomedizin in unserer Gesellschaft nachzugehen, rät er dazu, die „Einmaligkeit der erlebten Zeit“ zu genießen. „That it will never come again / is what makes life so sweet“, heißt es im Dickinsonschen Gedicht.

Instagram gilt als d a s Medium der Selbstbespiegelung, der Vergewisserung der eigenen Schönheit. Und natürlich ist es ein Wettbewerb, den am Ende niemand gewinnen kann. Immerhin, man erhöht die eigene Sichtbarkeit in der Welt, man drückt dem Universum einen Stempel auf. Schafft eine Flut an Bildern, die in ihrer verzweifelten Unablässigkeit vielleicht den Strom der Zeit anhalten soll. Eine Art Kunst für alle – sofern man Kunst so auffasst, dass der Mensch im Kunstwerk seiner eigenen Sterblichkeit ein Schnippchen schlägt. „Wie, das soll alles gewesen sein?“, fragt sich vielleicht so manche(r) angesichts erlebter Endlichkeit. Religiöse und spirituelle Angebote holen viele Menschen hier ab. Mit oft genug zweifelhaften Methoden. „Die Frage kommt auf, ob nur, weil vom Jenseits nichts bekannt ist, jedwede Redensart darüber einen Anspruch auf Gehör hat.“, schreibt so lakonisch wie zutreffend Kaube. In meiner kleinen Serie mit Figuren, allesamt inspiriert durch die Instagram-Welt, mit Kugelschreiber und Aquarell auf asiatischem Papier im Format 10×8 cm, spüre ich momenthaften Ausformungen von Körperlichkeit nach (am Beispiel weiblicher Körper) und akzentuiere das Flüchtige durch Hereinnahme des Vorgangs: die aufgezeichnete Linie verdankt sich nicht wohlüberlegter und vorsichtiger Entfaltung. Vielmehr geht es mir um den weitgehend spontanen „Wurf“, um die schnell aufs Papier gebrachte Linie, getriggert lediglich von einem kurzen Moment der Konzentration. Im Alltag bewegen wir uns so, häufig gänzlich unbedacht, nicht selten fahrlässig. Im bildnerischen Akt wird oft gefeilt und gebosselt. Hier nicht. Die im Nachgang gesetzte Farbe schafft hoffentlich Mehrdimensionalität, räumlich wie inhaltlich.

Jürgen Kaube, Paradoxien der Langlebigkeit. FAZ vom 9.7.2024.

Aus der Zeit gefallen

Mai 7, 2018 § 6 Kommentare

 

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Am vorgestreckten Arm das Smartphone, dessen rückwärtsgewandtes Auge schon nicht mehr interessiert. So wenig wie die Kippe, längst erloschen. Im Haar krümmt sich das Gebirge. Felsen, aus der Zeit gefallen. Nie sind wir so alt, wenn wir jung sind.

 

Juni 10, 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Aus aktuellem Anlass: Fußballprofis bei der Ausübung ihrer Tätigkeit

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Und, aus einem anderen aktuellen Anlass: eine Hommage an die Jugend

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das gleiche in Farbe:

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