Großbritannien und der Eurovision Song Contest – Die Höhe- und Tiefpunkte

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Großbritanniens Vertreter für Baku 2012: Engelbert Humperdinck. Author:Wayne Dilger. – This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Am 26. Mai ist es wieder soweit, dann findet in Baku in Aserbeidschan der Eurovision Song Contest 2012  statt. In diesem Jahr schickt Großbritannien ein musikalisches Schwergewicht ins Rennen. Das Urgestein Engelbert Humperdinck, dessen richtiger Name Arnold George Dorsey lautet, wird sein Heimatland mit dem Song Love Will Set You Free“ vertreten. Der Engländer ist mit 76 Jahren wohl der älteste Sänger, der je an dem Musikwettbewerb teilgenommen hat. Sein letzter Top Ten-Hit liegt auch schon 42 Jahre zurück. Man darf gespannt sein wie Engelbert in Baku abschneiden wird.

Die erste britische Vertreterin bei dem Song Contest war im Jahr 1957 Patricia Bredin, die es mit dem Titel „All“ auf Platz 7 schaffte (bei 10 Teilnehmern).

Die erste Siegerin des Wettbewerbs, die Großbritannien vertrat, war Sandie Shaw mit „Puppet On A String“ im Jahr 1967. Die Sängerin aus Dagenham in Essex trat meist barfuß auf; nach ihrem „Marionetten-Song“ war nicht mehr viel von ihr zu hören. Die deutsche Version hatte den grässlichen Titel „Wiedehopf im Mai“.

Zwei Jahre später, 1969, siegte die Schottin Marie McDonald McLaughlin Lawrie, besser bekannt als Lulu, punktgleich mit drei anderen Ländervertretern mit dem schönen Titel “ Boom Bang-a-Bang„. Lulu ist noch hin und wieder im britischen Fernsehen zu sehen.

1976 schafften die Brotherhood of Man den 1. Platz mit dem Liedchen „Save Your Kisses For Me„. Die Vier tauchen auch heute noch manchmal auf und zehren noch ein wenig von ihrem früheren Ruhm.

Making Your Mind Up“ war der Siegertitel des Jahres 1981 und gesungen wurde er von der Gruppe Bucks Fizz, die irgendwie so ähnlich wie die Brotherhood of Men aussah und klang. Die vierköpfige Gruppe tingelt auch noch in unterschiedlicher Zusammensetzung durch die Lande.

Der letzte Eurovision Song Contest Gewinner aus dem Vereinigten Königreich war Katrina and The Waves 1997 mit „Love Shine A Light„. Die britisch-amerikanische Band um Sängerin Katrina Leskanich ist vor allem mit ihrem Lied „Walking on Sunshine“ in die Popgeschichte eingegangen.

Leider gab es auch Totalflops für Großbritanniens beim Song Contest, die sich in den letzten Jahren häuften. Den Reigen begann im Jahr 2003 das Duo Jemini, das mit „Cry Baby“ den 26. Rang unter 26 Teilnehmern erreichte und Null Punkte erhielt. Das war auch gleichzeitig das Ende der „Karriere“ von Jemini.
Es folgte 2008 Andy Abraham mit „Even If„, der zwar 14 Punkte erhielt (von San Marino und Irland), was aber auch nur für den letzten Platz reichte. Das war’s dann auch für Andy, der fortan nur noch selten zu sehen war.

Der wie Sandie Shaw aus Essex stammende Josh Dubovie wurde schließlich 2010 Letzter mit dem Titel „That Sounds Good To Me„, mit mageren 10 Punkten. Offensichtlich traf die Aussage des Songs nur auf Josh selbst zu, alle anderen europäischen Staaten mochten das Lied nicht.

Das Buch zum Artikel:
John Kennedy O’Connor: The Eurovision Song Contest – The Official History. Carlton Books 2010. 224 Seiten. ISBN 978-1847325211.

Der Austin Maestro – Das „Schmuddelkind“ der britischen Autoindustrie

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Von 1983 bis 1994 wurde er gebaut und rund 600 000 Exemplare wurden verkauft; die Rede ist vom Austin Maestro, ein Auto, das man nicht gerade einen „großen Wurf“ nennen konnte, denn beinahe im gleichen Maße wie neue Maestros die Fließbänder verließen, segneten bereits verkaufte Maestros das Zeitliche.

Überhaupt hatte damals die Herstellerfirma Austin keine glückliche Hand mit ihren Fahrzeugen. Der Vorgänger des Maestro, der Austin Allegro, war in mehreren Umfragen nach dem schlechtesten britischen Auto aller Zeiten häufig der Spitzenreiter. „Fliegendes Schwein“ wurde er wenig liebevoll genannt und bei einem Test im Windkanal hieß es, er wäre von hinten aerodynamischer als von vorn.

Der Autodesigner Roy Axe, der 1982 zu British Leyland stieß und die Pläne für neuen Maestro schon vorfand, war entsetzt: „Die Technik stammte aus den 50er Jahren, nicht aus den 80ern. Das Interieur war noch schlimmer. Das Armaturenbrett sah aus wie ein nasser Fisch. Das ganze Auto entsprang einer Denkweise, die vielleicht vor einigen Jahrzehnten modern war.“ Am liebsten hätte Axe das Auto komplett in „die Tonne getreten“, aber dafür war es zu spät.

Die schlechte Qualität des Fahrzeugs machte sich nach dem Kauf schnell bemerkbar: Die Bodenbleche waren häufig undicht, so dass bei Regen der Innenraum unter Wasser stand, es klapperte an allen Ecken und Enden („es klang wie ein Skelett, das in einer Blechbüchse masturbiert“) und Ölflecken auf dem Garagenboden waren Standard.
1994 wurde dem Elend ein Ende bereitet und die Produktion eingestellt, d.h.nicht ganz, denn ab 1995 wurde der Maestro für einige Monate in Bulgarien produziert. Doch selbst die nicht allzu autoverwöhnten Bulgaren wollten den Maestro nicht haben, ganze 200 Stück wurden im Land verkauft. Ca 600 wurden nach England exportiert und es brauchte vier Jahre bis alle Exemplare zu einem Schleuderpreis verkauft waren. Heute sind kaum noch Austin Maestros im Straßenverkehr zu sehen.

Der Maestro & Montego Owners Club, dem ca 300 Mitglieder angehören, hat sich dieser Fahrzeuge angenommen, und ich bin sicher, dass deren Exemplare liebevoll gehegt und gepflegt werden und technisch gut in Schuss sind; ein Schicksal, das hunderttausenden anderer Maestros versagt blieb.

Einige Informationen über den Maestro habe ich dem Buch „You Are Awful (But I Like You)“ von Tim Moore (Jonathan Cape 2011) entnommen, der mit einem Maestro auf einer Rundreise die hässlichsten Städte Großbritanniens aufgesucht hat (ein Buch, das ich demnächst in meinem Blog vorstellen werde).

The Yorkshire Wheel – Die neue Attraktion für die Stadt York

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Das neue Yorkshire Wheel auf dem Gelände des Royal York Hotels. - Copyright: Richard North (creative commons)
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Es war einmal ein Riesenrad, das man Yorkshire Wheel nannte, und das viele liebten und einige hassten. Von 2006 bis 2008 war es am National Railway Museum in York aufgestellt. Allein in den ersten sechs Monaten fuhren über 200 000 Menschen mit dem 54 m hohen Riesenrad, das völlig neue Ausblicke auf die schöne Stadt im Norden Englands bot. Im Vorfeld gab es schon Streit darüber, wo das eindrucksvolle Yorkshire Wheel aufgestellt werden sollte. Man einigte sich auf das Gelände etwas außerhalb des Zentrums in der Nähe des Bahnhofs.
Die für den Tourismus der Stadt Verantwortlichen wollten das Riesenrad gern für immer dort stehen lassen, aber am 2. November 2008 wurde es abgebaut.

Bald begannen neue Diskussionen darüber, ob man die Touristenattraktion nicht wieder aufstellen sollte und wenn ja, wo. Mehrere Standorte wurden ins Gespräch gebracht, wieder verworfen, bis man sich darauf einigte, das Yorkshire Wheel auf dem Gelände des Royal York Hotels, nicht weit von dem früheren Standort, zu errichten. Am 13. Dezember 2011 war es dann endlich soweit; jetzt dreht das schneeweiße Riesenrad wieder täglich seine Runden von 10 Uhr bis 21 Uhr. £8.50 kostet eine Fahrt für Erwachsene, £5 für Kinder.

Inspiriert wurde das Yorkshire Wheel natürlich vom London Eye, das allerdings mit 135m wesentlich größer ist. Die Form der „pods“ genannten Kabinen erinnern sehr an den großen Bruder in London.
Wie es zurzeit aussieht, soll das Riesenrad bis zum Januar 2013 stehenbleiben.
Hier ist ein Film über das neue Yorkshire Wheel.

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Copyright: Richard North (creative commons)
http://richardnorth.net

Published in: on 21. März 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Rye in East Sussex – Sehenswerte Stadt mit mittelalterlichem Charakter

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Cottages gegenüber von St Mary’s. – Eigenes Foto.

Vor kurzem übernachtete ich wieder einmal im Mermaid Inn in dem wunderschönen Rye in East Sussex, für mich eine der hübschesten Kleinstädte in Südengland. Wenn man durch die kopfsteingepflasterten Straßen geht, fühlt man sich in eine andere Zeit zurückversetzt. Nachdem wir die enge Torbogendurchfahrt zum Hotelparkplatz gemeistert und eingecheckt hatten, machten wir uns auf zu einem Bummel durch die mittelalterliche Stadt. Die Mermaid Inn habe ich in einem früheren Blogeintrag schon vorgestellt.
Keine 50m vom Hotel entfernt, findet man das Lamb House, in dem der US-amerikanische Schriftsteller Henry James von 1898 bis 1916 lebte. Eine Plakette an der Hauswand erinnert an ihn. Noch zwei weitere Schriftsteller ließen sich im Lamb House nieder: Rumer Godden und Edward Frederic Benson, die heute allerdings kaum noch gelesen werden.

Gleich um die Ecke herum vom Lamb House liegt die Kirche St Mary’s, deren Turmuhr besonders hervorzuheben ist. Der Kirchhof mit seinen alten Grabsteinen wird von malerischen Fachwerkhäusern umschlossen.

Ein paar Gehminuten weiter steht der hübscheste Pub von Rye „Ye Olde Bell Inn„, der schon 1m 15. Jahrhundert erbaut wurde und, genauso wie The Mermaid, im 18. Jahrhundert fest in den Händen von Schmugglern war. Beide sollen durch einen unterirdischen Gang verbunden sein.
Es gibt zahlreiche, idyllisch gelegene Tea Rooms in der Stadt wie „The Cobbles“ oder „Fletcher’s House“ direkt neben der Kirche.

Rye lag früher einmal direkt am Meer; heute ist die Küste ca 3 km entfernt. Der Ort gehört noch immer zu den Cinq Ports, einem Zusammenschuss von Hafenstädten an der englischen Südküste.

Über Rye ließe sich natürlich noch sehr viel mehr sagen; mein Beitrag soll auch nur dazu dienen, Appetit auf diese schöne alte Stadt zu machen. Ich meine, dieser Film fängt die Atmosphäre der Stadt in East Sussex gut ein.

Das Buch zum Artikel:
Alan Dickinson: Rye Through Time. Amberley Publishing 2011. 96 Seiten. ISBN 978-1848684737.

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Ye Olde Bell. – Eigenes Foto.

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Fletcher’s Tea Rooms neben St Mary’s. – Eigenes Foto.

Plakette am Lamb House. Eigenes Foto.

Plakette am Lamb House.
Eigenes Foto.

 

Published in: on 20. März 2012 at 02:00  Comments (9)  
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Wer war eigentlich…Selfridges?

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Selfridges an der Londoner Oxford Street. - © Copyright Martin Addison and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

In der Hierarchie der Londoner Edel-Warenhäuser, die von Harrods angeführt wird, steht an zweiter Stelle Selfridges, das in der Oxford Street beheimatet ist.
Woher kommt denn der Name Selfridges?

Harry Gordon Selfridge (1864-1947) war der Gründer des Kaufhauses und er war Amerikaner, der im US-Bundesstaat Wisconsin geboren wurde. In Chicago sammelte Selfridge Erfahrung in der Warenhauskette Marshall Field, in der er die Karriereleiter emporkletterte und sich ein beträchtliches Vermögen erwarb. Von ihm soll der Spruch „Der Kunde hat immer recht“ stammen.

1906 reiste Selfridge nach London und stellte fest, dass es in der britischen Haupstadt kein, nach seinen Vorstellungen, „vernünftiges“ Kaufhaus gab. Also investierte er £400,000 und baute an der Oxford Street ein Warenhaus, das, basierend auf seinen Erfahrungen aus den USA, neue Maßstäbe setzen sollte.

Am 15. März 1909 wurde Selfridges eröffnet, mit Neuerungen, die es in Großbritannien bis dahin nicht gab: Das Haus offerierte elegante Restaurants, eine Bibliothek, Lese- und Schreibzimmer und man tat alles, damit sich die Kunden wohl fühlten und möglichst lange im Haus blieben, um natürlich für entsprechenden Umsatz zu sorgen.

Das Kaufhaus an der Oxford Street florierte, erlebte aber auch seine dunklen Zeiten; so wurde es im 2. Weltkrieg mehrfach von Bomben getroffen und schwer beschädigt. Sein Gründer, der bereits in der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten war, starb 1947 in London fast mittellos und wurde in Highcliffe (Dorset) im St Marks Churchyard begraben; dort hatte Selfridge früher jahrelang im Highcliffe Castle gewohnt.

Heute gibt es neben dem Flagschiff an der Oxford Street noch drei weitere Selfridges, in Birminghams Bullring Shopping Centre und zwei in Manchester, einmal im Exchange Square und einmal im Trafford Centre.

Dieser Film zeigt das Haupthaus in London.

Selfridges
400 Oxford Street
London
W1H 6HB
Tel. 0800 123400

Das Buch zum Artikel:
Lindy Woodhead: Shopping, Seduction & Mr Selfridge. Profile Books 2008. 336 Seiten. ISBN 978-1861971692.

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Harry Gordon Selfridge. - This image is in the public domain because its copyright has expired.

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Selfridges im Trafford Centre in Manchester. - The copyright holder releases this work into the public domain.

Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Bledlow in Buckinghamshire

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Die Kirche Holy Trinity in Bledlow. Von dem Turm sprang Reverend Stephen Wentworth in den Tod.- Eigenes Foto.

Auf unserer Rundreise zu den Drehorten der TV-Krimiserie „Inspector Barnaby“ mussten wir natürlich unbedingt auch in Bledlow in Buckinghamshire haltmachen, denn hier wurde eine der besten Episoden gedreht, die Nummer 6 „Death’s Shadow“ (dt. „Der Schatten des Todes“), in der der großartige Richard Briers als Reverend Stephen Wentworth zu sehen ist. Der Kirchenmann beendet sein Leben, indem er vom Turm seiner Kirche springt, wofür das Produktionsteam die Holy Trinity Church in Bledlow ausgesucht hat.

Wir kamen an einem kühlen Januarnachmittag in Bledlow an und außer uns war auf dem Kirchhof keine Menschenseele zu sehen. Es war sehr ruhig, nur der Wind rauschte in den Bäumen; die Kirche war leider verschlossen. Hier wurde auch Episode 21 „A Worm in the Bud“ (dt. „Die Hexe von Setwale Wood“) gedreht.

Überhaupt war Bledlow ziemlich menschenleer. Von der Kirche bis zum Pub, dem zweiten, häufig aufgesuchten Drehort im Dorf, sind es gut 150 m. „The Lions of Bledlow“ wurde nach meinen Berechnungen acht Mal für „Inspector Barnaby“-Episoden benutzt. Aber auch andere Fernsehproduktionsteams waren hier schon zu Gast; so z.B. die von „Miss Marple“ und die von „The Four Feathers (dt. „Die vier Federn“) mit Heath Ledger und Kate Hudson in den Hauptrollen.

„The Lions of Bledlow“, ein Pub aus dem 16. Jahrhundert, den John Nettles besonders mochte, kommt u.a. in den Folgen „Dead Men’s Eleven“ (dt. „Sport ist Mord“), „King’s Crystal“ (dt. „Ein Sarg aus China“) und „Blue Herrings“ (dt. „Drei tote alte Damen“) vor. An warmen Sommertagen kann man hier draußen vor dem Pub sitzen und vielleicht ein Pint Wadworth 6X trinken oder eines der Gastbiere und dazu ein Scotch Rib Eye Steak with chips & Traditional Trimmings verzehren. Im Winter kann man es sich vor dem großen Kamin gemütlich machen.  Die „Löwen von Bledlow“ sind ein Free House, also an keine Brauerei gebunden.

Bledlow liegt an der B4009, südwestlich von Princes Risborough an der Grenze zu Oxfordshire und sollte bei einer Barnaby-Rundreise unbedingt angesteuert werden!

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…und noch einmal der todbringende Turm.- Eigenes Foto.

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The Lions of Bledlow. – Eigenes Foto.

Published in: on 17. März 2012 at 02:00  Comments (7)  
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Heute vor 50 Jahren in den britischen Charts: „Wonderful Land“ von den Shadows

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Im März 1962 standen die Shadows, Cliff Richards Begleitband, wieder einmal ganz oben in den britischen Charts mit „Wonderful Land„, einem wirklich wunderschönen Titel, einer Hommage an die USA.
Geschrieben wurde das Stück von Jerry Lordan (1934-1995), einem englischen Komponisten, der auch für den wohl bekanntesten Song der Shadows, nämlich „Apache„, verantwortlich war.
1961 wurde „Wonderful Land“ aufgenommen und zwar in der Shadows-Besetzung Hank Marvin, Bruce Welch, Jet Harris und Tony Meehan. Die letzten beiden sollten bald durch Brian Bennett und Brian Locking ersetzt werden.

Acht Wochen lang stand die Platte auf Platz 1 der britischen Charts, bis sie von einem anderen Instrumentaltitel verdrängt wurde, von „Nut Rocker“ der US-Band B. Bumble & The Stingers.

1980 spielte Mike Oldfield eine Coverversion von „Wonderful Land“ ein und 1993 nahm „Shadow“ Hank Marvin zusammen mit Mark Knoepfler noch einmal Jerry Lordans Song auf (hier zu hören).

Hier ist „Wonderful Land“ in der Originalbesetzung zu sehen und zu hören.

Published in: on 16. März 2012 at 02:00  Kommentar verfassen  
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Aylsham in Norfolk – Eine Kleinstadt mit hoher Lebensqualität

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© Copyright nick macneill and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

15 km nördlich von Norwich an der A140 in Norfolk liegt eine kleine Marktstadt namens Aylsham, die sich seit Jahren darum bemüht, ihren Bürgern eine hohe Lebensqualität zu bieten. Die Grundvoraussetzung war schon einmal da, nämlich ein gut erhaltenes Stadtgefüge mit vielen hübschen historischen Häusern.

Aylsham nahm 2005 an dem Wettbewerb „International Awards for Liveable Communities“ teil und gewann in der Kategorie „Städte bis zu 20 000 Einwohnern“ die Silbermedaille. Doch man ließ es dabei nicht bewenden; im Jahr 2008 wurde Aylsham die erste Plastic Bag Free Town in Norfolk; Plastikeinkaufstaschen sind in der Stadt absolut verpönt.

2008 wurde ein neuer Tesco-Supermarkt in Aylsham eröffnet, was ursprünglich auf starken Widerstand in der Bevölkerung stieß. Tesco machte aber Zugeständnisse und baute hier den „grünsten Supermarkt der Welt„, der ausschließlich aus Holz, recyclebarem Plastik und umweltfreundlichen Materialien erbaut wurde. Auch das Design des Marktes wurde auf Drängen der Bevölkerung verändert und ihren Vorstellungen angepasst.

Weiterhin hat sich die kleine Stadt in Norfolk der Cittaslow-Bewegung angeschlossen, einer in Italien entstandenen Initiative, die auf Entschleunigung setzt, die Lebensqualität in Städten in den Mittelpunkt stellt und sich gegen die „Amerikanisierung“ der Städte stellt, d.h. gegen die Verödung der Einkaufsstraßen, die immer häufiger nur noch aus austauschbaren Kettenläden bestehen. Nach Ludlow in Shropshire ist Aylsham die zweite englische Cittaslow-Stadt; auch das südlich von Norwich gelegene Diss in Norfolk hat sich der Bewegung angeschlossen.

Ich finde es immer wieder großartig, dass sich kleinere oder größere Orte aus eigener Initative gegen den allgemeinen Trend stellen und sich tatkräftig für die Erhaltung ihrer Lebensqualität einsetzen.

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Der neue Tesco-Superstore in Aylsham, "the greenest store in the world". - © Copyright Evelyn Simak and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Published in: on 12. März 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Wells in Somerset – Die Stadt der intelligenten Schwäne

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Hier leben die intelligenten Schwäne, im Wassergraben des Bishop's Palace in Wells. - © Copyright Philip Halling and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Es gibt zwei Gründe, warum viele Touristen nach Wells in Somerset kommen: Da ist einmal die großartige Kathedrale und dann ist da noch der Bishop’s Palace. Letzterer ist von einem Wassergraben umgeben… und richtig, es gibt noch einen dritten Grund, warum es viele Menschen zu diesem „moat“ zieht, nämlich die Schwäne. Die Schwäne von Wells sind etwas Besonderes, denn sie können, wenn sie hungrig sind, sich ihr Futter ganz einfach herbeirufen; nicht über einen Bringdienst, viel einfacher: Sie betätigen einfach eine Glocke und schon wird ihnen ihr Lieblingsfutter gereicht.

Da Schwäne auch nicht ewig leben, kommen natürlich immer wieder neue in den Wassergraben; zum 800jährigen Bestehen des Bischofspalastes schenkte die Queen dem Bischof von Bath and Wells vier Schwäne aus ihrem eigenen umfangreichen Bestand und diesen musste dann die Kunst des „bell-ringing“ beigebracht werden. So haben sich die intelligenten Schwäne von Wells im Laufe der Zeit zu einer Touristenattraktion entwickelt.

Anlässlich des diesjährigen Queen’s Diamond Jubilee kam man in Wells auf eine Idee wie man das Thema „Schwäne“ noch zusätzlich als Touristenmagnet verwenden kann. Von Juni bis September wird man in der Stadt 60 Schwanskulpturen aufstellen (60=60jähriges „Dienstjubiläum“ der Queen). Ein künstlerisch begabtes Team wird die Tiere aus Fiberglas herstellen. Die Aktion „Swans of Wells 2012“ wird im Oktober mit einer großen Auktion zu Ende gehen, bei der man die Kunstwerke ersteigern kann.

Hier ist ein Film, der einen Schwan im Wassergraben des Bishop’s Palace beim „bell-ringing“ zeigt.

Das Buch zum Artikel:
Stephen Tudsbery-Turner: Wells Through Time. Amberley Publishing 2011. 96 Seiten. ISBN 978-1848689060.

Published in: on 11. März 2012 at 02:00  Comments (2)  
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Die Beckton Gas Works in London – Idealer Drehort für Endzeit-Filme und Musikvideos

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Die ehemaligen Ruinen der Beckton Gas Works. Author: Graham Smith.This file is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

1810 entstand im Osten Londons, nur ein paar Schritte von der Themse entfernt, ein riesiges Gaswerk, das Gas durch Kohlevergasung in einer Kokerei erzeugte; diese Beckton Gas Works  sollen die größten der Welt gewesen sein. 1969/70 wurde das Werk geschlossen, weil Erdgas, das in der Nordsee gefunden wurde, kostengünstiger war. Was zurückblieb war eine triste Industrielandschaft mit Abraumhalden und Ruinen, die sehr bald von Filmproduzenten entdeckt wurde.

Der wohl berühmteste Film, der in den Beckton Gas Works gedreht wurde, war Stanley Kubricks „Full Metal Jacket“ aus dem Jahr 1987. Kubrick gestaltete die Ruinenlandschaft um und aus den Gas Works wurde eine vietnamesische Stadt, in der US-Soldaten im Vietnamkrieg gegen die Vietcong kämpfen. Das sah alles täuschend echt aus und man kam beim Betrachten des Films nicht auf die Idee, dass ein paar hundert Meter weiter hinter der „vietnamesischen Stadt“ der Londoner Verkehr brauste.
Hier ist der Trailer zu sehen und hier der „Mickey Mouse Song„, der den Film beendet.

Regisseur Michael Redford nutzte u.a. auch die Beckton Gas Works für seinen Film „1984„, der  passenderweise 1984 in die Kinos kam. In den Hauptrollen waren John Hurt und Richard Burton zu sehen. Hier ist der Trailer zu „1984“.

James Bond alias Roger Moore musste 1981 sich in „For Your Eyes Only“ (dt. „In tödlicher Mission“) gleich am Anfang des Films mit einem ferngesteuerten Hubschrauber herumschlagen, der ihm über den Beckton Gas Works beinahe zum Verhängnis geworden wäre. Von oben kann man die Industrielandschaft besonders gut sehen. Hier ist die Szene.

Aber auch zahlreiche Musikvideos wurden auf dem Gelände des ehemaligen Gaswerks gedreht, z.B.
The Smiths: The Queen is Dead.
Outfield: Since You’ve Been Gone.
Loop: Arc-Lite.
The Nubiles: Without Waking.

Heute befindet sich das Ost-Londoner Terrain in einem großen Umstrukturierungsprozess mit neuen Firmenansiedlungen. Von der alten Ruinenlandschaft ist fast nichts mehr übriggeblieben. Schade für Filmproduzenten und Regisseure…

Published in: on 10. März 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Mein Buchtipp – Rosina Harrison: The Lady’s Maid – My Life in Service

 

Foto meines Exemplares.

Foto meines Exemplares.

35 Jahre stand Rosina Harrison als Lady’s Maid in Diensten der Multi-Millionärin Nancy Astor. 1929 trat die in North Yorkshire geborene Harrison ihre Stelle an und blieb bis zum Tode Lady Astors deren engste Vertraute.

In ihrem Buch „The Lady’s Maid: My Life in Service„, das erstmals 1975 erschien, schildert Rosina Harrison ihr Leben an der Seite der Frau, die 1919 das erste weibliche Parlamentsmitglied des Vereinigten Königreiches wurde. Es war nicht einfach, es Lady Astor immer recht zu machen. Eine Sieben-Tage-Woche mit bis zu 18 Stunden Arbeit pro Tag war nicht unüblich und der Lohn dafür äußerst mäßig. Harrison lernte dafür den gesamten Hochadel Großbritanniens und weitere wichtige Persönlichkeiten kennen, die bei den Astors häufig zu Gast waren.

Nancy und Waldorf Astor hatten mehrere Wohnsitze in Großbritannien. Ihr Londoner Domizil befand sich am St James’s Square, dort, wo heute der Naval and Military Club untergebracht ist. In Kent hatten sie ein sehr schönes Haus, Rest Harrow, an der Bucht von Sandwich. In Plymouth wohnten die Astors in No. 3 Elliot Terrace und im hohen Norden hatten sie ein farmähnliches Anwesen, die Tarbert Lodge, auf der Isle of Jura in Schottland.
Das Glanzstück der Wohnsitze aber war Cliveden bei Taplow in Berkshire. Hier hielten die Astors Empfänge ab, bei denen bis zu 1000 Personen anwesend waren. Da hatte das zahlreiche Personal, das in Cliveden eingesetzt war, alle Hände voll zu tun.

Rosina Harrisons Buch gibt einen sehr interessanten Einblick in das Upstairs/Downstairs-Leben und manches erinnert sehr stark an die englische TV-Serie „Downton Abbey“.

Noch einige Worte zu Cliveden. 1984 wurde das wunderschöne Haus in ein 5-Sterne-Luxushotel umgewandelt, über das ich in einem meiner früheren Blogeinträge schon berichtete. Es ist eines der schönsten und komfortabelsten Hotels, in denen ich je gewohnt habe, mit einem exzellenten Service. In der grandiosen Hotelhalle hängt jenes berühmte Bild von Lady Astor, das John Singer Sargent 1909 von ihr anfertigte. Ich hatte das Vergnügen, direkt neben diesem Bild meinen After-Dinner-Drink zu mir zu nehmen.

Das Hotel, das Michael Jackson aus einer Laune heraus einmal kaufen wollte, nachdem er sich eine Zeit lang in der Lady Astor Suite eingemietet hatte, hat im Februar 2012  den Besitzer gewechselt und gehört jetzt der Firma London & Regional Properties.

Rosina Harrison: The Lady’s Maid – My Life in Service. Ebury Press  2011. 355 Seiten. ISBN 978-0-09194-351-6.

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Lady Nancy Astors Bild in der Hotelhalle von Cliveden. – This image is in the public domain because its copyright has expired.

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Unser Besuch im Cliveden Hotel fand im Winter statt. – Eigenes Foto.

Published in: on 9. März 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Published in: on 8. März 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Bradshaw’s Handbook – Was macht ein Eisenbahnführer aus dem 19. Jahrhundert auf den britischen Bestsellerlisten?

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Auf den britischen Bestsellerlisten findet sich seit einigen Wochen ein Buch, das bereits im Jahr 1863 erschienen ist: „Bradshaw’s Handbook“ von George Bradshaw.
Wie kommt das?
„Schuld“ daran hat wieder einmal eine Fernsehsendung. Die BBC strahlte Anfang diesen Jahres bereits die dritte Staffel der Serie „Great British Railway Journeys“ aus; darin fährt Michael Portillo, der früher einmal Verteidigungsminister im Kabinett von John Major war, das britische Eisenbahnnetz ab, unter Zuhilfenahme eben jenes Handbuches aus dem Jahr 1863, um zu sehen, was sich so alles seit jener Zeit verändert hat.

George Bradshaw war ein Kartograph aus Manchester, der die ersten Kursbücher für die englische Eisenbahn veröffentlichte. In seinem „Railway Companion“ beschrieb Bradshaw jede einzelne Linie mit den dazugehörenden Bahnhöfen; er nannte die in der Nähe gelegenen Hotels und die Sehenswürdigkeiten, so dass er den ersten Eisenbahntouristen der viktorianischen Zeit einen wertvollen und hilfreichen Führer an die Hand gab.
Ein Beispiel für den Aufbau des Führers anhand des Ortes Sandown auf der Isle of Wight:
Sandown
A telegraph station
Hotels: Star and Garter
Coaches to and from Ryde and Newport, daily
Money Order Office at Shanklin
Sandown, a bathing place, with a fine sweep of sandy beach, and an old fort

Das Facsimile des Originalhandbuchs umfasst 512 Seiten und ist bei Old House Books erschienen (ISBN 978-1908402028). Der Begriff „Bradshaw“ für Eisenbahn-Kursbücher blieb hängen; so gab es auch einen „Bradshaw“ für Europa.

„Great British Railway Journeys“ ist eine interessante Sendung, die in Großbritannien sehr populär ist. Sie liegt in Buchform vor (Collins 2011, ISBN 978-0007394760) und die ersten beiden Staffeln sind auf DVD erhältlich.
Hier ist der erste Teil der ersten Staffel zu sehen.

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George Bradshaw. - This image is in the public domain due to its age.

Die Cotswolds – Rückzugsort zahlreicher Prominenter

Außerhalb Londons gibt es in ganz England keine solche „Prominentendichte“ wie hier in den Cotswolds. Eine wunderschöne Landschaft, die Ruhe und die nicht allzu große Entfernung zu London sind sicher die wesentlichen Gründe, warum sich hier so viele Prominente, vor allem aus Film und Fernsehen, niedergelassen haben.

Hier sind einige Beispiele:

Der international bekannte Künstler Damien Hirst hat sich etwas ganz Besonderes gegönnt, nämlich Toddington Manor in Gloucestershire. Der superreiche Künstler hat im Jahr 2004 dieses riesige Anwesen mit 300 Zimmern für £3 Millionen gekauft. Ich kenne Toddington Manor noch, als es über 20 Jahre hinweg danieder lag. Madonna soll mal mit dem Gedanken gespielt haben, das Anwesen zu kaufen. Jetzt steckt Damien Hirst in die Renovierung von Toddington Manor noch einmal £10 Millionen hinein.

Hugh Grants Melksham Court wirkt dagegen bescheiden. Das aus dem 16./17. Jahrhundert stammende Haus liegt in Stinchcombe in Gloucestershire, ein paar Kilometer von Stroud entfernt und in Gehnähe zu dem Golfplatz Stinchcombe Hill, also ideal für den golfverrückten Schauspieler.

Nicht weit von Hugh Grant entfernt wohnt seine Ex-Freundin Elizabeth Hurley. Ihre abgelegene Farm ist in Ampney Knowle, bei Barnsley, ebenfalls in Gloucestershire zu finden. Auf der Farm, die sie für £2.75 Millionen gekauft hat, gibt es u.a. auch Gloucester Old Spot-Schweine, deren Wurst Liz Hurley hin und wieder auf dem Cirencester Market selbst verkaufen soll. Möglicherweise steht ein Verkauf der Farm an.

Die Sängerin und Schauspielerin Lily Allen hat sich ebenfalls in Gloucestershire niedergelassen. Sie wohnt in der Nähe von Cranham, nördlich von Painswick, in einem £3 Millionen teueren Manor House, das sie sich 2010 zugelegt hat.

Schon seit längerem hat die Bestsellerautorin Jilly Cooper ihren Wohnsitz in den westlichen Cotswolds. Sie lebt in dem kleinen, attraktiven Dorf Bisley bei Stroud.

Jilly Coopers Kollegin, die Schriftstellerin Joanna Trollope wohnt ein paar Kilometer südlich in Minchinhampton.

Im südlichen und östlichen Teil der Cotswolds haben sich auch zahlreiche „Celebrities“ niedergelassen. Kate Winslet lebt im Church Westcote Manor in Westcote, das ca 5 km südöstlich von Stow-on-the-Wold befindet, ein £3.5 Millionen teueres Herrenhaus.

In Little Farringdon bei Lechlade (liegt außerhalb meiner beiden Karten) wohnt Supermodel Kate Moss in einem großen unter Denkmalschutz stehenden Haus mit 10 Schlafzimmern.

Der ehemalige Bassist der Popgruppe Blur Alex James hat sich auf die Church Heath Farm bei Kingham, westlich von Chipping Norton in Oxfordshire zurückgezogen. Hier widmet er sich der landwirtschaftlichen Arbeit und stellt u.a Käse her.

Toddington Manor; hier hat sich Damien Hirst niedergelassen.   © Copyright Dave Bushell and licensed for reuse under this Creative Commons Licence.

Toddington Manor; hier hat sich Damien Hirst niedergelassen.
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Published in: on 6. März 2012 at 02:00  Comments (6)  
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Urlaub mit dem Ruderboot auf der Themse – Wie einst Jerome K. Jeromes „Drei Mann in einem Boot“

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Wer erinnert sich nicht an Jerome K. Jeromes berühmtes Buch „Drei Mann in einem Boot (ganz zu schweigen vom Hund)„, das 1889 erschien und noch immer zu den besten Themse-Klassikern aller Zeiten gehört?
Die drei Männer + Hund befuhren die Themse mit einem Ruderboot, mit einem sogenannten Thames Camping Skiff. Das ist eine Art „Wohn-Ruderboot“ mit einer Plane, die man bei schlechtem Wetter über das Boot spannen kann und die auch nachts als Abdeckung dient, wenn man auf dem Mini-Schiff schläft. An Bord findet sich alles, was man für einen mehrtägigen Themsetrip benötigt: Eine Kochstelle, Geschirr und Besteck.

Wer seinen Urlaub einmal wie die drei Männer auf der Themse verbringen möchte, kann das heute auch noch tun. Die Firma Thames Skiff Hire in Walton-on-Thames in Surrey vermietet sieben sorgfältig gepflegte Skiffs, von denen die meisten schon mehr als hundert Jahre auf dem Buckel haben.
Edward, Megan und Ty-Ho, so die liebevollen Namen der Boote, sind die ältesten und sie waren sogar schon in mehreren Spielfilmen zu sehen, z.B. in „Shakespeare in Love“, „Orlando“ und in der TV-Serie „Great Expectations“.

Der Vorteil eines Skiffs gegenüber einem Narrowboat ist, dass man damit fast überall anlegen und übernachten kann. Natürlich geht es auf dem Boot recht eng zu, aber wer den Oberlauf der Themse einmal in Ruhe befahren möchte und keine Probleme damit hat, eine Zeit lang etwas primitiver zu leben, der ist mit einem Boot von Thames Skiff Hire sicher bestens bedient.

Übrigens: Ein Dosenöffner gehört zur Grundausstattung!! (Man denke nur an die Probleme, die die drei Männer im Boot mit dem Öffnen einer Ananasdose hatten).

Wie man im Handumdrehen eine Plane über das Skiff ziehen kann, zeigt dieser Film.

Thames Skiff Hire
64 Carlton Road
Walton-On-Thames
Surrey
KT12 2DG
Tel. 01932-232433

Das Buch zum Artikel:
Christopher Winn: I Never Knew That About the River Thames. Ebury Press 2010. 288 Seiten. ISBN 978-0091933579. (Sehr zu empfehlen!!)

Published in: on 5. März 2012 at 02:00  Comments (1)  
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Auf den Spuren von Inspector Barnaby – Lewknor (Oxfordshire)

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Der Schulhof der Lewknor Church of England Primary School.
Photo © Basher Eyre (cc-by-sa/2.0)

Ich kam gegen 15 Uhr in Lewknor in Oxfordshire an, ein Dorf, das ca 8km von Thame entfernt liegt, und geriet in ein…Verkehrschaos. Im Zuge meiner Inspector Barnaby-Spurensuche wollte ich einen Blick auf die Lewknor Church of England Primary School werfen, in der Szenen der Episode 44 „The House in the Woods“ (dt. „Fluch über Winyard“) gedreht wurden. Die Schule war gerade aus und die Kinder wurden von ihren Müttern oder Vätern abgeholt. Die schmale Straße, die neben der Schule verläuft, war derart mit Autos vollgestopft, dass ein Vorwärtskommen kaum noch möglich war; die tiefstehende Sonne tat ein übriges, um die Verkehrssituation noch unübersichtlicher zu machen. Da die Straße am anderen Ende nicht mehr weiterführte, musste ich umdrehen und noch einmal an der Schule vorbei und noch einmal zum Chaos beitragen. Auf jeden Fall schaffte ich es, kein Kind aus Lewknor unter die Räder meines Autos zu bekommen.

Bei den Dreharbeiten zu „The House in the Woods“, die während der Ferien vorgenommen wurden,  wirkten die Schulkinder selbst mit und sie sollen es ausgesprochen gern getan haben.
In Episode 27 „A Tale of Two Hamlets“ (dt. „Das Haus des Satans“) erscheint das Schulgebäude auch einmal kurz, als dort über Nacht ein Bibelspruch an eine der Türen gemalt wurde.
Schließlich kam das Barnaby-Team noch ein drittes Mal nach Lewknor. In der Church Lane, direkt neben der Kirche St Margaret’s,  diente ein Haus als Drehort für Episode 56 „Death and Dust“ (dt. „Denn du bist Staub“), das ist die Folge, die zum Teil in Wales spielt.

Lewknor liegt an der B4009, eine sehr empfehlenswerte Straße, die von Newbury nach Tring führt und an der mehrere Drehorte der ITV-Serie liegen.