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Übergefordert

Eins ums andere füllt immer mehr mein Sein. Ich stapfe durch die Stapel, die noch aufgesogen werden wollen. Frag mich, wie ich werde Herr der Lage. Es fällt so schwer die Wahl. Selten füllt eins wirklich meinen dürstend Geist.

So nehm ich eines, vertief mich kurz darein, um gleich ein zweites vorzuziehn. Und ein drittes wartet hinterdrein. Dies sind drei von vielen, und unaufhaltsam verrinnt die Lebenszeit.

So ich mich beeil, und nicht zu lang verbleib bei einem, so wären tausend leicht noch möglich… Oh, welcher Utopie fall ich jetzt anheim?

Gelähmt vom Übermaß an ihnen, sitz ich da und muss verweilen.
Ein Plan muss her, eingeteilt die Zeit, die mir noch verbleibt…

Aber still und ruhig liegen sie da, die von Menschenhand geschrieben, ungerührt von meinem Denken … und werden auch noch liegen, wenn längst ich nicht mehr bin…

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Bild: pixabay / EliFrancis
Text: © Morea Dark

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Wie du mich anrührst

Tiefsinnig kreierst du Traumsequenzen gleich Wortfolgbilder an mich. Seh ich deinen Namen, zitterflattert mir mein Herz vor Neugierigkeit. Gewandt jonglierst du Gedankengebilde mit Überflug-Synapsenverbindungen. Eben hast du mir wieder Leben eingehaucht mit deinen telepathgetränkten Berührungen.

Karg gibst du dich reich und spielst mit deiner Ankunft in meiner Psyche. Fagotttongleich rührst du mich an und bist facettenreich unverkennbar erkenntlich im Meer der Instrumente.

Eben noch in deiner Musik gefangen, entfachst du Ideenfunken, die ich begierig bringe zu Papier. Mein symbolisch weißes Auge ist nicht mehr opazitiert, im Gegenteil, noch nie hat es so klar gesehen. Weggewaschen ist die Cataracta senilis.

Und zwischen den Wortzeilen lese ich dein Ich…

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Bild: pixabay / geralt
Text: © Morea Dark

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Stilles Geheimnis

Deine Stimme hat einen eigentumen Klang. Ich liebe diesen sonoren Ton, der ihr innewohnt. Manchmal zitterflattert sie ein wenig, vor allem dann, wenn du Themen ansprichst, die dir sehr wichtig sind und sie zitterstreut auch dann, wenn du mir Liebesworte ins Ohr flüsterst. Das ist jedoch ein anderes Wackeln deiner Stimme. Ersteres verbirgt ein wenig Aufregung, während das Zweite manches Mal von Erregung getragen ist.

Gestern war beides im Spiel, als du mich fragtest…

Ich war erschreckt, ob der Frage. Niemals hast du es in den letzten Jahren gewagt, es anzusprechen und ich sah es als stille Vereinbarung, es nicht zu berühren. Nun hast du es doch getan und es stürzt mich in ein Wechselbad von Gefühlen. Du hättest nicht fragen sollen. Jetzt ist alles anders, du hast damit meine Basis erschüttert.

Manches Mal sollte man Dinge ruhen lassen oder warten, bis sie von selbst an die Oberfläche kommen…

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Bild: pixabay / Nika-Akin
Text: © Morea Dark

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Geliebt

Gestern Nacht fand ich das Licht des Friedens. Sanft strahlte es mit Wärme mir entgegen, aus leuchtend liebevollen Augen kam es ganz ruhig und bescheiden daher. Es war ein das Herz aufwärmendes Licht, ein Blick voll intensiver Ruhe, Klarheit und Gelassenheit.

Voll Vertrauen sah sie mich an, in meinem Traum. Tiefe Weisheit trug sie in sich und Liebe. Ein mich voller Güte umarmendes Wesen, nicht mehr von dieser Welt, drang in mein Bewusst. Mir ward ganz wohlig ums Gemüt.

Ich wachte auf und den ganzen Tag trug ich ihr Sein in mir. Zutiefst ward die Erinnerung entfacht an einen Menschen, der schon lange dieses Leben verlassen hatte.

Sie meinte es gut mit mir … damals, als sie noch war … und ich erinnerte mich an ihre Lieblingsblumen …

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Bild: pixabay / MrGajowy3
Text: © Morea Dark

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Nachtabenteuer

Klabauternacht mir einen Schaffenstrank kredenzte, hatte ihn zu schnell getrunken. Wirkverträumt stellte sich in mir die Ausgleichheit in den Weg. Nichts konnte mich in diesem Moment erschüttern. Ein farbenprächtiger Gefühlsrausch machte sich breit, wo Ohren hörten und nichts klang. Lange schon war die Balance verschoben gewesen, fast zu lange.

Jäh im Bewusstsein, dass Hirschgeweih auch abfallen könnte, erhebt ich meinen Kopf und bäumt mich auf. Stolz hatt ich mein Denken mit Schöngeistigem verbrämt, was mir Wohlfühlen bescherte.

Das war letzte Nacht und heute ist die Nacht noch jung…

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Bild: KI gen / Adobe Firefly
Text: © Morea Dark

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Dem Schlaf getrotzt

Müdigkeit übermannt mich, das kann doch nicht schon wieder sein? Es ist doch erst ein paar Stunden her, dass ich mich dir widmete, dir, du Schlaf. Immer wieder schleichst du dich an, um mich dann von hinten zu packen, doch ich brauche dich nicht im Moment. Da gibt es so viel zu tun in meinem Leben, sodass ich mit dir hadern muss. Lebensfreude packt mir so viel in meinen Alltag, dass ich mir den Tag gut gliedern muss.

Die Lebenszeit verkürzt sich täglich, schrumpft zu einem Wollball mit wenigen Metern Länge und lässt sich nicht verlängern. Allein das Reißen daran würde das Ende schneller herbeiführen als erwartet. Auch ist der Faden keine Gummischnur, die sich ziehen ließe. Nein, Stunde um Stunde, Minute um Minute und Sekunde um Sekunde gehen unaufhörlich dahin. Niemand kann sie aufhalten.

Und du, du Schlaf? Auch Kaffee vertreibt dich nicht mehr, ein wenig schafft es noch Taurin…

Was klopfest du schon wieder an?
Jetzt lass mich doch in Ruh!…

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Bild: pixabay/Saydung89
Text: © Morea Dark

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Lernlustigkeit

Erkenntnisgewinn schafft mir Wohligkeit inwendig. Deshalb jage ich täglich danach. Mit verartenden Wortgebilden, grützengleich, paraphrasiere ich dahin, um zähe Denkstrukturen aufzuweichen. Überschuss an dieblinger Freude, die dem Leben entnommen, übermannt mich.

Schlussendlich hocke ich vor unzählenden Buchseiten und Wortfetzen, die mir das Web liefert. Über die daraus entstehenden netzgleichen Verbindungen, empfinde ich am intellekterellen Neuverknüpfen urverträuliche Genugtuung.

So ist ein Lebensinhalt vorgeführt, um sich zu spüren und zu schmecken dessen in Ketten angeknüpften Ganglien. Neuronale Funken sprühen mich hinein in eine Achterbahn der Wissensfortpflanzung. Invitro schaffe ich Neustrukturen, nämlich meine Nachkommen, und bin niemals auf mich selbst reduziert.

Tagelang kann ich auf dieser Welle schwimmen…

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Gedankenflut

Die Gedanken flugrastern geschwind ihr Gehirn. Jede Windung wird umgekehrt ins Gegenteil, katapultiert sie in eine geistige Katatonie. Starr vor Schreck schreit es einwendig nach Ruhe. Doch kanonenlaute Pfützenspritzer treten ein in ihre Psyche. Sie lösen die Bewegungslosigkeit auf und ursachen Geschwindigkeitsüberschall. Die Gebilde knallen an die Schädeldecke, werden von ihr zurückkatapultiert, queren elektrische Ströme, die in Fettwasser ihr Unwesen treiben.

Verdrehte Sündenheit dem Blitzgewitter entgeht und fällt auf die Knie vor Dankbarlichkeit. Siebentrüglich verworren treten Stachelspitzen auf ihren Weg. Sie findet sie und drückt sie hinweg. Entladen schwimmen die Protonen in den Minusbereich…

Wo war doch gleich die Konnotation?

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Ins Mediale gedacht

Wortzug überrascht mich mit Eingaben des Gehirnes. Versämendes pflanzt einen Grünplatz des Denkens. Erklärwut hält sich in Grenzzäunen. Wo ist die Ideenfläche? Brach liegen die Wortgebilde im Dickicht der unverstehbaren Sätze. Verstreute Bücher in Himmelsgärten, dienen nur mehr dem Vergessen.

Wie werden Blumengebilde im Mediensalat verteilt?
Was zeigen Wesen ihren Konsumgierern?
Was, wenn niemand mitmacht?
Wie oft?

Versternige Blitzgedonner, die in Schall und Rauch der sieben Tage verstieben. So empfinde ich mein Aufbegehren. In einer Ecke, allein gelassen, verdichtet sich Verwirrtoleranz. Friedenswünsche, Liebäugtrugerer, brunnenseichtes Überlegen, verhetzt vom Anderssein, das sind auch Attribute des Medienüberlebens…