Irrungen

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Du hast mir mal wieder die Augen geöffnet,
in deiner Milde und unendlichen Geduld
und doch mit eindringlichen, ernüchternden Worten.
Worte, deren Wahrheitsgehalt mir Stiche versetzt haben.
Es ist ja nicht wirklich schwer zu begreifen,
es ist schwer anzunehmen,
die Wahrheit,
die so ganz anders ist als jede Vorstellung.

Ich selbst hab mich als blindes Huhn bezeichnet,
aber es ist nicht unbedingt die Blindheit,
es ist das Festhalten wollen
an einer ach so schönen Vorstellung,
an einem Klischee, einem Irrglauben.

Nun erkenne ich,
wie fehl ich gelaufen bin.

Ob mich das an weiteren Fehlgängen hindert?
Wie viele Irrungen habe ich noch gar nicht erkannt?
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Alle Jahre wieder

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Alle Jahre wieder
verfängt sich ein Traum
bricht ein in
stillen, geheiligten Raum

möchte gebären in
kalter dunkler Nacht
was lange verborgen
nun zu Leben erwacht

damit sich enthülle
was Wunder bewirkt
und leise sich ausdehnt
bis in weiteste, einsamste Ferne

in jeden neuen Tag hinein
über jede Jahreszeit hinaus
getragen von Hoffnung
Herzen ummantelt

Seelen erwärmt
Freude sich schenkt
Licht jederzeit
Gedanken lenkt


In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern eine lichtvolle, gute Zeit.

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NICHTS

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Letztens schrieb ich über Irrtum.
Verklärung ist auch Irrtum.
Ist ja auch so schön, sich zu versteigen.
Die Himmelsleiter nach oben
und dann der Aufprall unten.

Ernüchterung
Besinnung

Gewissermaßen lichtet sich die Nebelwand.

Wahrheit macht einsam
sagtest DU
und sagst es immer wieder.

Mein Blick schweift in die Ferne
zum Horizont.
Wind weht über kahle Felder –
sonst

NICHTS.
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Nebel

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Nebelverhangen beginnt der Tag,
lange bevor Lichter angehen.
Unruhige Nacht –
Gedanken zerreißen Schlaf,
bringen sich ein in Träume.

Langsam klart es auf,
da draußen,
wenn ich aus dem Fenster schau
und die Welt betrachte.
Doch wo ist die Klarheit,
die mein Denken beleuchtet –
wo die Worte, die mein Herz
zu formen sucht,
wo der Weg,
der mich nach Hause führt.
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Kokon

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Ich fliege nicht davon,
bin gefangen in meinem Kokon,
versuche mich zu befreien,
möchte laut schreien,
doch niemand hört mein Rufen
nach zigtausend Versuchen.

Hör immer nur Echos von überall,
in mir herzzerreißender Schall,
dann mache ich mich auf,
Schicksal nimmt unerbittlich Lauf,
bringt mich dem Echo sehr nah,
als wäre es zum Greifen da.

Sehnsucht hat mich erfasst,
als hätte ich mein Leben verpasst,
kurze Zeit tanzend im Wind,
öffnet Tür und Tor geschwind.
drehe mich im Hoffnungskreise,
welch seltsam anmutende Weise.

Schnell legen sich Schatten nieder,
drängen in Kokon immer wieder,
sperren ein, nehmen mir Luft,
unerträgliche, nebulöse Kluft,
begebe mich in wartende Stille,
Schicksal steuert nicht mein Wille.
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