Seelenrisse

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Dieses blaue Himmelsweit
goldener Sonnenglanz
Kondensstreifen zeichnen Muster

das kleine Glück klopft an die Tür
lass es rein
piepsen die Meisenbabys
die Amsel trällert ihr Lied dazu

zwischen zwei Atemzügen
stolpert das Herz
schon fallen weiße Blütenblätter
auf dunklen Grund 

nach innen gerichtet schauen Augen 
durch dicke Nebelschwaden 
ins ferne Licht

Seelenrisse werden sichtbar
bröckelnde Fassade und Irrlichter 
verzweifelte Suche 
nach Anker und Halt

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Von einem Vögelein

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Meine Flügel sind gebrochen
der Himmel muss warten
ich picke Körner vom
staubigen Boden
mich dürstet
Sternentau tropft in meine Kehle
wie Balsam sickert Sehnsucht
durch mich hindurch
mein Federkleid wärmt mich
in der Nacht
wenn ein Traum mich heimsucht
verstecke ich meinen Kopf im Gefieder
bis die Morgenröte mich freundlich begrüßt 
und daran erinnert
dass Liebe heilen kann
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Ausnahmezustand

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Mein Herz trägt Trauer
möchte fliehn
Leben verkackt

oh Schicksal
hohes Wellenschlagen
Hohn und Spott grinsen
aus glutrotem Himmel

Höhentaumel bei
lautstarker Musik
Ekstase – Verausgabung
bis zum Umfallen

-Ausnahmezustand-

wann endlich fällt
alles von mir ab
wann endlich brechen
Dämme auf und
kristallisierte Tränen fließen

die Musik dröhnt
ich schreie meine Seele
dazu aus dem Leib
alles dreht sich und
dreht sich…

Gedanken verwischen
der Himmel öffnet 
seine Pforten
Lavaströme ergießen sich
über mir
bis ich verglühe – schmelze

nichts mehr übrigbleibt
alles gelöscht

-Reset-

nichts ist wie es scheint
sagt etwas in mir
und ich gehe
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Sommergedanken

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Der Sommer kommt
lässt Trauben reifen und Korn
vielleicht auch ein bisschen Glück
beleuchtet und in den Focus genommen
vom grellen Sonnenlicht

Liebe sucht Licht
lässt Sterne in der Nacht aufblitzen
und die Liebenden fallen
in ihren eigenen Himmel
alles was ist entfaltet sich
entblättert die Geheimnisse der Träumenden

die bittere Wahrheit des Lebens
schmilzt in der Glut des Sommers
wir trinken vom Wasser der Klarheit
aber ein blinder Fleck bleibt

Worte die nichts taugen verdampfen
in der Sommerhitze
selbst die schmalen Schatten
verschwinden nicht ganz
türmen sich auf zu dunkelgrauen
Gewitterwolken

Leben ist oft genug Schwere 
balancieren über den Abgrund
mit wenigen Sternstunden
aber auch Sterne verglühn
und die Blumenpracht des Sommers
vertrocknet, welkt und vergeht…
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