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~ wo sind sie hin?

Monatsarchiv: Juli 2013

Modalverben – die 2.

31 Mittwoch Jul 2013

Posted by dorotheawagner in beliebte Fehler, hier hat die Konkurrenz lektoriert, Redundanz, Sprachmüll

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Amtsgericht Düsseldorf, Inforadio, Kündigung, Mietwohnung, Modalverben, rauchen, Urteil

Das Amtsgericht Düsseldorf hat heute im Mietrechtsstreit um den rauchenden Mieter Friedhelm A. zu Gunsten der Vermieterin entschieden: Die Belästigung durch Zigarettenrauch sei ein Kündigungsgrund. Wörtlich heißt es: „Die fristlose Kündigung wurde bestätigt. Ein Mieter dürfe zwar grundsätzlich in seiner Wohnung rauchen. …“ Daraus hat ein Inforadio-Journalist wieder Sprachmüll gemacht; er spricht vom Recht des Mieters, rauchen zu dürfen. Der Journalist muss keine Kündigung befürchten.

Mehr zum unschönen Gebrauch der Modalverben findet man hier.

Genug ist nicht genug

24 Mittwoch Jul 2013

Posted by dorotheawagner in Sprachmüll, transatlantisches Kauderwelsch, Verblendung, Werbung

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Schlagwörter

and more, genug, Lufthansa, mehr, more

Angefangen hat es vor rund 20 Jahren mit der Lufthansa und ihrem Vielfliegerprogramm Miles & More. Damit kann man nicht nur Meilen sammeln, sondern tolle Preise gewinnen: einen Zero-Gravity-Flug (im März), einen Power-Shopping Trip (im Mai), Konzertkarten für Depeche Mode live in Düsseldorf mit Soundcheck, VIP-Plätzen und Meet & Greet mit der Band (im Juni) oder Lifestyle & Shopping – Fashion & More, ein glamouröses Package zur Berliner Fashion Week 2014 mit Styling, Fashion-Makeover und Limousinen-Service zu Shows und Partys (im Juli). Wow!

Inzwischen grassiert die Wortverbindung „and more“ (oft mit kaufmännischem &) wie eine Seuche; sie wird an alles gehängt, was nicht niet- und nagelfest ist, wobei das „more“ je nach Kontext alles, etwas oder auch gar nichts bedeutet:

Berlin & more: Stadtrundfahrten in Berlin und Umgebung

Dogs and more: nein, dort kann man keine Hunde kaufen; es ist ein Laden für Hundebedarf (Berlin und Theresienfeld/A) bzw. eine Hundeschule (Büttikon/CH)

Cats and more: Haustierbetreuung (in Wetzikon/CH) für Katzen, Hasen, Wellensittiche, Goldfische, Meerschweinchen, Hamster, Rennmäuse und andere Kleintiere (keine Hunde, Reptilien und giftige Tiere); auf der Webseite sieht man ein Schwein, eine Kuh und ein Schaf, aber keine Katze(n)

viola and more: Leihinstrumente: Violinen, Violen, Celli, Kontrabässe, Gitarren (Rostock und Berlin)

Jazz and more: eine Musikreihe der Musikschule für den Kreis Gütersloh, eine Bar in Bocholt, ein Open-Air-Musikevent (Jazz und Blues) in Wolfsburg, etc.

competence and more: medizinische Personaldienstleistungen (Berlin)

Master and more: Messen, die sich an Bachelor-Studenten, Absolventen und Young Professionals auf der Suche nach einem Master-Studiengang richten

Saigon and more: vietnamesisches Restaurant (Berlin)

More & More: Bekleidungsmarke (Starnberg), derzeit zu bestaunen: die Pre-Fall Collection (englisch für Vorfall-Sammlung) 2013

Ecards and more: Fotokarten, Fotobücher, elektronische Grußkarten (Berlin)

Küchen and more: (Berlin); der antiquiert anmutende Germanizismus rührt wohl daher, dass die meisten Berliner bei „kitchen“ an eine Justizvollzugsanstalt denken würden

Wax & More: Spezialist für Haarentfernung nach brasilianischer Art, außerdem Maniküre und Pediküre, Augenbrauen und Wimpern (Berlin). Ein Blick auf die Preisliste macht erschaudern (weniger wegen der Preise als wegen der angebotenen Dienstleistungen).

eyes + more: Augen kann man dort nicht kaufen, wohl aber Brillen (bundesweit in über 70 Stores)

Coffee & more: Kaffee, Espressomaschinen und Kaffeevollautomaten, Tassen, Kaffee- und Espressolöffel (Staufen), Snacks und kleine Leckereien (Donuts, Muffins, Croissants, Brezel, Kuchen, belegte Ciabatta, Canapees), Erfrischungsgetränke, Weine, Prosecco und Pils (Lippstadt), etc. etc.

Hair & more: über Hundert Friseursalons in Berlin, Ingelheim, Bruchsal, Mainz, Kaltenkirchen, Zwickau, Sindelfingen, Bad Segeberg, etc. (weil es sich so schön reimt, heißt der größere Teil der Salons allerdings „Hair & mehr“).

Light & more: Leuchten, Acessoires (!), Textilien, Geräte (Rosenheim), Leuchten und Licht, Wohnaccessoires, Trend- und Saisonartikel und Wellness (Forchtenberg), Lichtplanung und Beleuchtungskonzepte (Staufen)

Angesichts dieser absolut geist- und witzlosen Rundum-Verblendung würde ich gerne mit Goethe ausrufen: Mehr Licht! – More light!

Back Shops

11 Donnerstag Jul 2013

Posted by dorotheawagner in alltäglicher Wahnsinn, Blick über die Grenze(n), hier hat die Konkurrenz lektoriert, transatlantisches Kauderwelsch, Werbung

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Schlagwörter

Back & Coffee, Back Factory, Back Shop, Backshop, Backwaren, M & M

Nachdem Backshops und Konsorten in Deutschland in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen sind

Backshop de M & M Back Back Factory Back & Coffee

hat man vereinzelte Exemplare jetzt auch in England

back shop uk groß

in den USA

Back Shop US

und in Kanada gesichtet:

Back Shop CA

In England bekommt man es sogar noch besser gebacken:

better back shop uk 2

In Neuseeland sieht es leider schlecht aus:

Bad Back Shop NZ

Es bleibt festzuhalten, dass man in den hiesigen Läden deutlich günstiger einkauft als in den gleichnamigen Shops in der englischsprachigen Welt. Das liegt nicht zuletzt an der angebotenen Ware, an der bækˈweə (veraltet: Backware).

mit ohne Zucker

09 Dienstag Jul 2013

Posted by dorotheawagner in Blick über die Grenze(n), Werbung

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Schlagwörter

Dimes, no added sugar, ohne Zuckerzusatz, Saft

with no added sugars

Ich finde das Wort „with“ irritierend – als ob „no added sugars“ etwas wäre, was im Saft drin ist. Man will doch gerade betonen, dass kein Zucker zugesetzt ist. Wäre da nicht „without added sugars“ oder „no added sugars“ besser?

Abzweigung

08 Montag Jul 2013

Posted by dorotheawagner in Spaziergang im Kiez, Sport, transatlantisches Kauderwelsch, Werbung

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Schlagwörter

Abzweigung, Berlin, Kilometerstein, Laufen, Laufstrecke, Running Track, Telekom, Tiergarten, Warndreieck, Wegmarkierung

Im Tiergarten stehen zahlreiche ca. 50 cm hohe Betonstelen, in denen auf Abzweigungen hingewiesen wird. Darunter sieht man das Logo der Telekom, und noch weiter unten zeigen rosafarbene Pfeile die Richtung an.

Abzweigung 1

Und tatsächlich: Ungefähr 1 – 2 Meter hinter den Kästen gibt es jeweils eine Einmündung oder Kreuzung. Die Vermutung liegt nahe, dass die Telekom auf diese Weg-Abzweigungen aufmerksam machen will und nicht etwa auf Abzweigkästen für Telefonleitungen.

Abzweigung 2

Ich habe mich gefragt:

– Wer hat solche Hinweise nötig? Erwartet man nicht auf fast allen Straßen und Wegen Abzweigungen? Sie sind doch gut und meistens schon von Weitem zu erkennen. Und wenn es so neblig ist, dass man die Abzweigung nicht sieht, sieht man auch den Kasten mit dem Hinweis nicht …

– Warum Warndreiecke? Welche Gefahren könnten an der Abzweigung lauern? Rasende Fahrradfahrer? Geldgierige Räuber? Tollwütige Hunde?

– Was hat die Telekom dafür bezahlt, dass sie die Landschaft so mit Werbung verhunzen darf?

Ich bin der Sache (also den Pfeilen) nachgegangen und dabei auch auf Schilder gestoßen, die – mitten in der Stadt! – vor Straßen warnen:

Straße

Als ich die Kilometersteine gesehen habe,

Kilometerstein

ist der Groschen gefallen: eine Laufstrecke! Aber was hat die Telekom damit zu tun?

Wer sucht, der findet: Im März 2010 hat die Telekom der Stadt Berlin zwei Laufstrecken „geschenkt“ (als ob die Wege vorher nicht existiert hätten) und ist damit ihrer „unternehmerischen und sozialen Verantwortung“ nachgekommen. Dass das Unternehmen „bei den Bürgern dieser Stadt in bester und vor allem nachhaltiger Erinnerung“ bleibt, dafür sorgt das Logo auf den Stelen, das als Teil des Geschenks betrachtet werden darf.

Die Laufstrecken haben sogar einen Namen. Sie heißen „Telekom Running Tracks“.

Jetzt frage ich mich nur noch, warum nicht „turnoff“ auf den Steinen steht.

Zum Wohl!

03 Mittwoch Jul 2013

Posted by dorotheawagner in alltäglicher Wahnsinn, Blick über die Grenze(n), transatlantisches Kauderwelsch, Wortbildung

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Schlagwörter

Bettnässen, Duden, Partizip, Wellness, wellnessen

Nachdem die Wellness sich schon lange im Wortschatz der deutschen Sprache tummelt, steht im neuen Duden jetzt auch das deutsche Verb: „wellnessen„. Interessanterweise liest man zur Grammatik (bei anderen Verben stehen hier die Präsens-Formen im Indikativ und Konjunktiv, das Präteritum und die Partizipien): „nur im Infinitiv üblich“. Wäre das nicht ein merkwürdiges Verb, das zwar üblich ist, aber nur im Infinitiv gebraucht wird?

downloaden ist hier besser dran, das kann man richtig schön konjugieren: ich downloade, du downloadest, ich habe downgeloadet … Und auch die Szenesprachenwiki sieht das offenbar anders: „Am Wochenende haben wir gewellnesst“, heißt es da. Hurra, es gibt doch ein Partizip! Zwar anders gebildet als beim downloaden, aber was soll’s. „wellgenesst“ würde wirklich noch bescheuerter klingen als „gewellnesst“.

Das Schönste an diesem neuen Verb ist ja tatsächlich, dass es sich auf „bettnässen“ reimt. Dieses Phänomen wiederum ist dem Duden nicht als Verb, sondern nur als Substantiv bekannt. Es ist zum Haareraufen. Ich glaube, ich wandere aus …

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