Falscher Freund
Im Abspann von US-Spielfilmen ist mir der Gaffer aufgefallen, der gewiss nicht identisch sein kann mit unserem Gaffer. Es wird sich um einen falschen Freund handeln. So bezeichnet die Linguistik ein Wortpaar, das in zwei Sprachen ähnlich klingt oder geschrieben wird, aber unterschiedliche Bedeutungen hat. Im Deutschen ist der Gaffer ein sensationslüsterner Zuschauer bei Unfällen oder Katastrophen. Oft behindert der Gaffer sogar Rettungsarbeiten. Deshalb ging durch die Presse: «Feuerwehrverband fordert Führerscheinentzug für Gaffer« „Eine Überschrift wie ein Autounfall – man kann einfach nicht weggucken.“ (Titanic)
Im Englischen meint der Gaffer den Oberbeleuchter bei Filmproduktionen. Der Gaffer arbeitet eng mit den Kameraleuten zusammen, die für die Lichtgestaltung die künstlerische Verantwortung tragen.
Tarararara
Oft ist das Gute einfach.
Manchmal helfen Diebskniffe
Ein Kölner Architekturbüro plant eine Schule für den Berliner Stadtteil Wedding. Mein Kölner Sohn ist als Architekt beteiligt. Er berichtet, dass für Elternsprechzimmer behördlich 10 Quadratmeter vorgesehen sind. Weil die Elternschaft im Wedding so aggressiv ist, erweitert man auf 20 Quadratmeter, damit die Lehrer mehr Abstand halten können. Als Lehrer brauchte ich keinen Sicherheitsabstand, obwohl nicht alle Eltern wohlmeinend und manierlich waren. Ich regelte das über die Sitzordnung, habe ich mich stets vors Fenster gesetzt, dass die Eltern gegens Licht sahen, wenn sie mich anschauen wollten. Auch habe ich die Plätze grundsätzlich so gewählt, dass wir über Eck saßen, was eine bessere Gesprächsatmosphäre schafft. Sitzt man sich gegenüber, wirkt sich das meist konfrontativ aus. Über Eck saß ich so, dass ich dem Elternvertreter meine rechte starke Seite zuwandte, so dass er oder sie mir die schwache linke Seite zuwenden musste. Derlei Taktiken gehören zur Rhetorik, die ja nach Schopenhauers Meinung nur eine Ansammlung von Diebskniffen ist.




