Ein Kommentar ufert aus, nun denn, kriegt er nen eigenen Eintrag. Hintergrund ist die jüngste Auslassung von Jens Spahn, nur reine Erwerbsjahre rententechnisch zu berücksichtigen.
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Wenn man die Person Jens Spahn mal außen vor lässt (der Mensch gehört meiner Meinung nach in den Knast) – in der Sache hat er recht.
Seit meinem 16ten Geburtstag bin ich erwerbstätig und habe Rentenbeiträge bezahlt. Mangels Unterstützung meiner Sippe studierte ich nicht, was sich im Nachgang nicht als Verlust für mich darstellt. Nun bin ich fast 64, im 48sten Berufsjahr, körperlich und nervlich in Teilen arg angefasst. Wenn es dem Staat nach geht, arbeite ich noch weitere drei Jahre. Das werde ich nicht tun.
Mein Sohn ist das, was man ein „Arbeiterkind“ nennt. Nie zuvor hat in seinen beiden Sippen jemand studiert. Er hat auf Anraten und mit Unterstützung seiner Mutter und auch mir den schweren Weg gewählt und dual studiert, d.h., er hat parallel dazu eine Berufsausbildung absolviert und somit Rentenbeiträge gezahlt. In dieser Zeit lebte er aus vielen Töpfen. Unterhalt von uns beiden, Kindergeld, Ausbildungsvergütung und teils ging er noch jobben. Mittlerweile ist er mit seinem Master-Abschluss beruflich recht erfolgreich unterwegs.
DAS sind Wege, die jedem aufstehen, der nur seinen Arsch hoch bekommt und ein Minimum an familiärer Unterstützung erfährt, sei es nur moralischer Art oder dass eine Unterkunft gewährt wird.
Meine „studierten“ Kollegen sind allesamt nicht angetan von dem Umstand, ihre Studienzeit nicht angerechnet zu bekommen. Allerdings hatten sie auch Jahrzehnte lang ein mehr als ansehnliches Auskommen und zumindest körperlich keinen Verschleiß. Es ist meiner Ansicht nach nur recht und billig, dass eben solche Mitmenschen, denen der Staat eine fundierte Hochschulausbildung ermöglicht hat, nun auch bis zum bitteren Ende arbeiten dürfen.
Davon abgesehen – wer es geschickt angestellt hat, nutzt sein überdurchschnittliches Einkommen, privat vorzusorgen und somit doch früher gehen zu können. Was die Kinder heute sowieso machen. Sie haben keine moralischen Bedenken, sparen in Fonds und kaufen Immobilien. Auch das steht jedem frei, der über entsprechende Mittel verfügt und diesbezüglich Prioritäten setzt.
Dank nach nebenan für die Anregung!
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