Sonntag, 240915

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Spannende Fragen, die mich schon lange beschäftigen: Was genau ist an einem Menschen unveränderbar, von Beginn an angelegt, genetisch oder durchfrühkindliche Prägung? Wie erkenne ich diese Anteile, ohne jahrelang den Don Quijote vor mir selbst abgeben zu müssen? Was sind meine ganz persönlichen Grenzen?

Versuch und Irrtum, ja klar, es kegelte Windmühlen, später kamen dann Erkenntnis und in der Königsklasse liebevolle Akzeptanz hinzu. Was mich treibt ist Neugier auf das, was noch zu ändern geht und hoffe, dass mir diese Neigung bis zum letzten Tag erhalten bleibt.

Seebildchen vom Baldeneysee, gestern Abend. Wasser hat für mich Magie und romantische Spiegeleien sowieso.

Sonntag, 240407

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Es gab mal eine Zeit, da habe ich so Sinnsprüche verschlungen. Wie überhaupt alles, was nach Weisheit auf dem Weg der Heilung klang. Unter anderen auch die Geschichte von dem Typ, der in einer Gefängniszelle sitzt und aufgehört hat, an die Freiheit zu denken, sich nicht einmal vorstellen kann, wie das ist, nicht eingesperrt zu sein. Irgendwann stand sogar seine Zellentür offen, aber er wollte nicht hinaus. Fragt mich nicht nach der Quelle, die habe ich vergessen.

Wie frei bin ich denn, mein Gefängnis zu verlassen? Kann ich wirklich das eine oder andere transzendieren, auflösen, um dahinter weiterzugehen? Oder ist es am Ende doch nur transformierter alter Wein in neuen Schläuchen? Rückschau hilft und die Antworten sind nicht homogen. Ist das, was ich einst als Gefängnis meiner Selbst empfand, nicht zur Basis eines neuen Lebens geworden? Wie kann man von ständigen loslassen sprechen, ohne in die Falle des Verdrängens zu laufen?

Es geht wirklich, neuronale Netzwerke entstehen neu, neue Erfahrungen überschreiben zwar nicht die alten, sonst könnte ich mich nicht erinnern. Die Frage ist, wie erinnere ich mich. Fühlt sich etwas immer noch schambesetzt oder angstbehaftet an, oder spüre ich mit Blick auch mal weit zurück den ersehnten Frieden? Oder neige ich zum vergessen, weil sich das am leichtesten anfühlt? Die medizinische Entsprechung wäre dann am Ende die der Demenz.

Ich spüre keine Erlösung, aber Fortschritt. Und Neugier, das Leben ist spannend, auch mit Blick auf dich, der Du das gerade liest. Auch Du kommst irgendwo her, bist irgendwo und sehnst dich irgendwo hin, lässt die Resignation nicht gewinnen und lebst Hoffnung.

Dann wären wir schon zu zweit 🧑‍🤝‍🧑​ 🙂

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Zum Ende noch Lichtspiele eines frühen Frühjahrsmorgens. Immer nur für ein paar Minuten zu sehen, ich liebe es, die bildhaft festzuhalten.

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Montag, 211227

Wenn sich mein Leben gut anfühlt – fühlt es sich vor allem lebendig an. Für mich eine Mischung aus Freiheit, Neugier, Abenteuerlust und Geborgenheit. Wenn auch die Tagesroutine dagegen hält, erinnern mich die Worte an die Anfänge meiner Abstinenz, ein Freiheitsgefühl, das bis heute anhält.

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Sonst so? Den letzten freien Termin im alten Jahr bezüglich der dritten Impfung erwischt. Gut so. Hoffe ich.