Wir treffen uns mit Menschen aus der Gruppe zum futtern. Große Runde mit Angehörigen. Mein soziales Umfeld eben. Manche kenne ich schon Jahrzehnte, wir wissen mehr voneinander als die meisten Menschen. Vertrautheit und Dankbarkeit.
☆
Die Liebste ist mit dabei, ebenso das große Weitwegkind, das gerade bei uns weilt. Im Anschluss gehen wir unserer Lieblingsbeschäftigung nach, ziellos umherstreunen. Eh wir uns versehen, stehen wir auf dem Weg zum Bahnhof in einer Demo. Laut isses, und friedlich.
☆
Am Bahnhof steigen wir in den Bus nach Remscheid, die Stadt mit dem kurzen „e“ trotz einem „m“. Man möchte hinten sitzen, ich warne. Gelenkbus, Steigungen, Serpentinen, volle Mägen, das Kind sogar rückwärts. Voraussehbar nicht lange. Aber gut, nächtliches Sightseeing bergisches Land mit Gleichgewichtstraining ohne unkontrolliertes Essen-wegbringen. Bleichnäsig erreichen wir den frisch hergerichteten Friedrich-Ebert-Platz. Ich staune, endlich fertig geworden.

☆
Wir laufen zum Bahnhof, kehren ein in die Saxo-Bar, Pipi und Käffchen. Hier war ich letztmalig vor ca. 40 Jahren, die Zeit steht still, so scheint es. 9 Uhr, nix los, paar Jungs kickern. Echte Herren, gerade 18, trinkfreudig und laut, 3 von ihnen machen aus Gründen auf den uralten Kneipendielen Liegestütze um die Wette. Geballte Ladung jüngeres Ich, das sich gerade merkwürdig alt fühlt, aber zufrieden mit der Gesamtsituation. Als wir aufbrechen, wird es voll. Viel Jugend und einige von Vorgestern, die Landkartengesichtsfraktion. Ob ich will oder nicht, bin ich ein Teil davon.


☆
Bevor es rührend und schüttelnd wieder heimwärts geht, halte ich am Busbahnhof beim Hbf., der jetzt Willy-Brandt-Platz heißt, noch ein Zitat fest.

Zeitlos wie die Kneipe …
★







