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Lehrpersonen kritisieren Schulleitungen: Was brauchts?

Eine Umfrage der Starken Schule beider Basel (SSbB) unter über 1000 Lehrpersonen aus beiden Halbkantonen zeigt: Viele Lehrer*innen fühlen sich von ihren Schulleitungen ungleich behandelt und haben Angst, Kritik zu äussern. Im Stadtkanton erlebt mehr als die Hälfte der Lehrpersonen eine Ungleichbehandlung, in Baselland ist es rund ein Drittel. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage aus, ob Kritik an der Schulleitung negative Konsequenzen haben kann – das bejaht ein erheblicher Teil der Befragten in beiden Kantonen. Besonders brisant: Fast jede zweite Lehrperson in Basel-Stadt findet, die Schulleitung habe zu viel Macht. Zwar fühlen sich viele Lehrpersonen bei alltäglichen Problemen durchaus unterstützt, das Vertrauen breche dann aber ein, wenn es um heikle Themen wie Kritik oder Gleichbehandlung geht. Das Basler Erziehungsdepartement sagt auf Anfrage, dass man über etablierte Instrumente zur Qualitätssicherung habe, darunter regelmässige Rückmeldungen von Mitarbeitenden zur Führungsarbeit der Schulleitungen. Und: «Wo Handlungsbedarf bestehe, werden Massnahmen ergriffen.» Die Schulleitungen selbst haben sich bisher nicht geäussert. Die SSbB will nun die Ergebnisse der einzelnen Schulen veröffentlichen.

490 Stimmen
26
Shahed Staub
Moderation
Top antworten
Sasha Mazzotti
Grossrätin/ Lehrerin/Theaterschaffende

Dringend neues Schulleitungsmodell

Das Schulleitungsmodell in BS ist überholt, denn sie müssen sowohl die pädagogische wie auch die administrative Führung übernehmen, die Schulentwicklung vorantreiben, um nur ein paar Sachen zu nennen. Es sind recht unterschiedliche Fähigkeiten, über die nur Wenige verfügen. Es gibt sehr gute, engagierte Schulleitungen, die sich für die Kinder und das Kollegium einsetzen. Aber es gibt auch die Anderen, die möglichst nicht zu viel Aufwand betreiben wollen, wenig Empathie haben, gerne in einer Machtposition sind oder einfach überfordert. Pro ausgeschriebene Stelle gibt es auf der Primarstufe wenig gut qualifizierte Bewerbungen. Höchste Zeit also, dass das ED proaktiv vorgeht und ein neues Leitungsmodell entwickelt. Und statt in die Defensive zu gehen, könnte der Schulleiterverband hinschauen, ehrlich sein und kritisch gegenüber seinem Vorgesetzten. Fordern statt nur erfüllen. Unser Schulssystem braucht Veränderung und es braucht gute Leute auf allen Ebenen, die dies vorantreiben.

Barbara Näf
04. Juni 2026 um 07:31

Gute Schulen brauchen gute Lehrpersonen – und gute Lehrpersonen brauchen Schulleitungen, die führen, zuhören und Kritik zulassen. Wo Mitarbeitende Angst haben, Missstände anzusprechen, besteht Handlungsbedarf. Welche Rolle haben die Volksschulleitung und das Erziehungsdepartement bei der Aufsicht über Schulleitungen? Wie kann sichergestellt werden, dass Lehrpersonen Kritik äussern können, ohne Nachteile befürchten zu müssen? Wie wird überprüft, ob bei wiederholt kritisierten Schulleitungen tatsächlich Verbesserungen eintreten? Es braucht konkrete Lösungsansätze und eine wirksame Aufsicht durch die übergeordneten Stellen. Führungskultur, Gleichbehandlung und der Umgang mit Kritik dürfen nicht davon abhängen, an welcher Schule jemand arbeitet. Es kann nicht sein, dass jede Schule ihre eigene Kultur entwickelt, ohne dass überprüft wird, ob Führungsgrundsätze eingehalten werden.

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