Sonntag, 1. Februar 2026

kw 5 - endlich mal wieder ein gelungenes brot

 kurze arbeitswoche - montag war ich in der werkstatt und erledigte eine bestellung. 

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vorabklärung der farbwahl - als grundfarbe war grün gewünscht. schwierigkeiten hatte mir die besorgung des steins gemacht, bis ich auf die idee kam, dass ja auch zuhause noch ein türstein herumdümpelt, der längst nicht mehr schön ist, sowie ein zweiter, der eigentlich nicht gebraucht wird und nur im weg herum steht. ich sparte mir also den weg ins kalte und nutzte den ersteren stein ein zweites mal. 

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voilà - das türstopperhuhn. ich filze es seit vielen jahren nach der wundervollen anleitung von gabriele mazaracis "tiere einfach (nass) filzen"  - allerdings mit der abwandlung, dass mein huhn im bauch einen schweren flusskiesel hat, und so eben zum türstopper wird. und irgendwie hat sich das huhn auch über die jahre ein bisschen von seinem vorbild wegbewegt... die idee mit dem kiesel geht übrigens auf eine kundin zurück, die huhn und türstein zusammenbrachte. 

für den nachmittag hatte ich mir brotbacken vorgenommen - nachdem ich im herbst meinen sauerteig umgebracht hatte, hat mir in der vergangenen woche eine filzschülerin einen, nein gleich zwei sauerteigansätze mitgebracht. zuerst musste ich noch ein paar zutaten besorgen und es wurde für den ersten versuch auch nicht gleich ein nur-sauerteig-brot, aber das schnelle weizenmischbrot nach frau kaltmamsell ist das erste gelungene brot seit langem. 

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 ich war so begeistert, dass ich gleich der tochter ein viertel für den jüngeren sohn mitgegeben habe. 

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für  mich gab es die ersten scheiben am dienstag zum mittagessen. vorher werkstatt, danach bügeln, schwimmen und abendessen und meine nicht verkauften sitzfilze aus dem spaghetti-space abholen. 

mittwoch arbeitstag im kulturzentrum - mit vormittäglichem taubenschlag und langem arbeitsnachmittag, weil ich auch noch zum büchertreff bleiben wollte. sicher ist es wichtig, zum informationsaustausch einmal in der woche zusammenzukommen, aber meine eigentliche arbeit kann ich vor ort definitiv so nicht erledigen. dazu kamen mal wieder verwirrende informationen, was die planung für das kommende jahr angeht, ich schwanke zwischen alle total bekloppt und 

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ich wünschte mir nur, ich könnte da mehr bei der ebner-eschenbach sein. 

jedenfalls genoss ich ab donnerstag die freiheit, die mir mein 20%-pensum bietet und fuhr zu meiner mutter - da ich eigentlich sowieso weg gewesen wäre, allerdings an einem filzkurs, der leider mangels teilnehmenden nicht zustande kam, fiel das keinem gross auf. (sonst habe ich übers wochenende oft dienst im sinne, dass ich zwischen zwei vermietungen kontrollieren muss, ob alles in ordnung ist - grob gesehen ist es das meist, wenn man genau hinschaut, kann man immer etwas finden, was besser anders wäre.) 

noch am donnerstag erledigten wir den hauptzweck meiner anreise (neben geselligem beisammensein, was der wichtigste aspekt ist), nämlich die besorgung von zwei lampen, einer klemmleuchte zum lesen und einer stehlampe - naja, eigentlich auch zum lesen. 

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die einkaufserfahrung war eine spezielle, denn für zwei unspektulär kleine schachteln wurden wir ins auslieferungslager geschickt, vor ort in der lampenabteilung lagen zwar auch solche schachteln rum, aber eben nicht die von den von uns ausgewählten lampen. und beim rauftragen der stehlampenverpackung in die wohnung fiel dann mein blick auf den hinweis "ohne leuchtmittel". hmpf. oder doppelhmpf, weil ich den verkäufer nach ersatzbirnen gefragt hatte und mit der antwort, die leuchtmittel seien fest verbaut und nicht austauschbar, beschieden wurde. was ja wohl totaler quatsch war, und zwar in beiden lampen. aber vielleicht hätten wir es ahnen können, denn der junge mann, der uns bediente, wusste auch nichts mit der mitgebrachten altmodischen glühfadenlampe anzufangen - vermutlich war er gerade im kindergarten, als man in der eu begann, diese durch die energieeffizienteren sparlampen auszutauschen. und auch sonst war er eine fehlbesetzung im lampenladen - oder jedenfalls nicht die hellste leuchte... zum glück passte dann aber die birne der alten leselampe, die noch funktionierte... (am anderen tag habe ich noch ersatzbirnen besorgt). 

den freitag nutzten wir für einen ausführlichen einkauf im supermarkt und einen gemütlichen nachmittag, später ging meine mutter zu einem dreifachgeburtstagskaffee und ich machte noch bersorgungen für mich in der stadt. wie am donnerstag wurde ich auch am freitag bekocht, einmal mit lammgulasch und einmal mit sauren nierle. am abend war ich mit einer freundin verabredet - das schaffen wir jetzt auch regelmässig, dass wir uns in der stadt treffen. viel austausch über die arbeit, ich konnte meine story vom mittwoch loswerden, aber das arbeitsleben der freundin ist so viel spannender und extrem von politischen entscheidungen und damit auch vom sparkurs der bundesregierung und von den anstehenden landtagswahlen in baden-württemberg abhängig. es wurde spät, aber da am anderen tag nur ein marktbesuch und die heimfahrt anstanden, war das auch nicht so schlimm. 

blöd bloss, dass ich zuhause mit heftigen magenschmerzen ankam, so dass ich mich gleich ins bett legte und seither ein bisschen in seilen hänge. also gibt es heute nicht einmal schöne bilder vom wochenende, ich werde mich vermutlich auch gleich nochmal hinlegen. 

Sonntag, 25. Januar 2026

kw 4 - zwischen reflexion und warmem wasser

 ich schrieb vermutlich schon davon: momentan fällt es mir extrem schwer, über die woche fotos zu machen. es ist ein bisschen kompliziert - denn eigentlich denke ich noch oft, dass das jetzt eine situation zum fotografieren wäre, aber dann mache ich es doch nicht.  deshalb wieder einmal weitgehend ohne fotos diese woche. 

montag war zuerst bürotag zuhause, später nahm ich ein paar dinge mit, um sie auf dem weg zur blutspende zu erledigen, über mittag traf ich mich dann mit der tochter und wir erkundeten zusammen die caféteria des neuen krankenhauses - nicht sehr überwältigend, wenn ich gewusst hätte wie wenig, dann hätte ich mir ein sandwich vom blutspendezentrum mitgenommen. ausserdem ist wieder mal maskenpflicht im kantonsspital und allen angeschlossenen gebäuden, aber irgendwie hat das ja auch seinen schrecken verloren. 

dienstag bereitete ich in der werkstatt einen kurstag am donnerstag vor - einerseits eine spezielle schablone für eine grosse tasche nach den massen einer teilnehmerin, andererseits schnüre mit z- und s-drehung für einen weiteren shirdak (der erste ist irgendwann vor weihnachten fertig geworden), damit ich auch etwas zu tun hatte. 

mittwoch war arbeitstag im kulturzentrum - am vormittag war taubenschlag, aber ich musste nicht bei allen sitzungen dabei sein, so dass ich auch noch ein bisschen was weggearbeitet bekam und ausserdem mal wieder den hauswirtschaftspart übernehmen durfte. und ich kam verhältnismässig früh nach hause - was mir eine runde durch den wald bei sonnenschein aus milchigem himmel ermöglichte.  

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 es hat noch schneereste. also dort, wo jemand einen sehr, sehr grossen schneeball gemacht hat. 

donnerstag war dann kurs - mit herausforderung. ein kurstag, den ich schon sehr, sehr lange immer mal wieder anbiete und bei dem grosse taschen mit einem boden entstehen - boden deshalb, weil die taschen dann nämlich stehen und so auch als accessoire in der inneneinrichtung toll aussehen. üblicherweise aus zwei verschiedenen farben bergschafwolle, mit eher spontanem muster und wenn gewünscht einem paar griffe (sonst mit grifflöchern, die man auch noch mit lederresten verstärken kann). die herausforderung bestand aus den gewünschten massen (deshalb die extraschablone, mit exakten massangaben ist das kein problem, hier gings schief, weil die vorstellung von dreidimensionalen körpern nicht einfach ist und das phänomen tiefe bei der konstruktion nicht berücksichtigt wurde, das soll aber auch schon bei architekturbüros vorgekommen sein...), einem zweiten paar längerer henkel (hatte ich in der kombination mit kurzen griffen noch nicht gemacht, worauf ich hingewiesen habe, hat aber gut geklappt, auch wenns viel zeit gebraucht hat) und einem komplizierten flechtmuster über vorder-, rückseite und boden. am kurstagsende waren wir dann so weit, wie ich gerne und üblicherweise zur mittagspause mit den teilnehmerinnen bin. da am anderen tag offene werkstatt war, wurde die fertigstellung auf den freitag verlegt. 

mein fazit (auch damit ich es selbst nicht vergesse): 

- keine konstruktion des taschenkörpers alleine zuhause - sondern nur noch als extravorbereitungstermin zusammen mit mir, damit ich gedachtes, gemessenes und gewünschtes in einklang mit den möglichkeiten bringen kann. wie gesagt, es ist nicht einfach in drei dimensionen zu denken, ich kann da aber ziemlich sicher helfen und enttäuschungen vorbeugen. 

- extrateile wie zusätzliche henkel müssen vor dem kurstag vorbereitet werden. 

- zu der sache mit dem muster ist mir noch nichts eingefallen - das lässt sich nämlich kaum vorbereiten und braucht in dreierlei hinsicht viel zeit: einmal bei der auswahl der materialien und der farblichen abstimmung, dann beim auslegen auf beiden seiten und dann noch beim anfilzen. vermutlich wird es darauf hinauslaufen müssen, dass ich klar kommunizieren muss, dass ein solches kompliziertes muster nicht in das konzept  eine tasche = ein kurstag passt. wer also in zukunft auf komplizierte muster setzt, wird von vornherein eher eineinhalb bis zwei tage einplanen müssen. als kurskonzept werde ich das aber so ganz sicher nicht anbieten, erfahrungsgemäss werden zweitägige kurse eher nicht gebucht, also läuft es auf einzelunterricht hinaus.  

zurück zum samstag: vormittags auf dem markt besorgten wir wieder einmal grössere gemüsemengen, einmal für uns selbst für die kommenden vierzehn tage und dann auch noch fürs kochen im kulturclub royal in baden, wo ich am spätnachmittag für ein team von 12 personen zu kochen begann. vorher war ich noch kurz bei "im zimmer" einem kleinen laden mit selbstgemachten dingen aus papier, stoff, keramik und so weiter. die drei frauen, die hier ihre selbstgemachten sachen anboten, werden bald hier nicht mehr anzutreffen sein, schade. am meisten ärgere ich mich über die nicht gemachten fotos von der essenzubereitung, es gab bulgur mit randen, kürbis, federkohl und zwiebeln, dazu feta und joghurtsauce, am ende assen ein bisschen weniger menschen mit, eventuell lags an den randen, den anderen hats aber geschmeckt. und mir wieder ganz viel spass gemacht - kleine küche mit beschränkten möglichkeiten, dazu aber volle konzentration aufs tun, das lob für ein feines abendessen obendrauf, ist einfach schön. ich blieb zur veranstaltung, einem musikquiz, und auch kai kam noch dazu - wir waren allerdings nur zaungäste und sahen den teams beim raten zu. 

der sonntag war dann wirklich der tag zum entspannen - was für mich zur zeit auch bedeutet, zeit zum ausführlichen bloggen zu haben. zwischendurch machten wir einen spaziergang in die kleinstadt vor den toren unseres dorfs mit thematischen fokus auf trinkbrunnen und badekultur. 

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ausstellung im ehemaligen inhalatorium - diesmal zum thema trinkbrunnen. dass man das heisse, schwefelhaltige wasser auch trinken kann, wenn auch nur in kleinen mengen, löste irgendwann das öffentliche baden ab. 

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auf dem ehemaligen badehotelkomplex steht recht verloren die verena, als heilige zuständig für die brunnen und das wasser ganz allgemein. auch sie dürfte es nicht glücklich stimmen, dass keiner weiss, was aus den alten hotels bären, ochsen und verenahof werden wird und auch bereits mitbekommen haben, dass gemunkelt wird, dass das undiche dach auch einstürzen könnte. 

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um so schöner, dass die heissen brunnen auf beiden seiten der limmat, also sowohl in baden als auch in ennetbaden, die kultur des öffentlichen badens wieder aufgenommen haben. mittlerweile haben sogar die recht neuen becken ein wenig patina - oder vielmehr sinter angesetzt. 

 

im januar gelesen

drei bücher habe ich in diesem monat (aus-)gelesen - nun bin ich mutig, teile meine leseerfahrung mit ihnen und möchte daraus eine reihe machen. 

machen sie mit? was haben sie gelesen im januar? möchten sie vielleicht in ihrem blog davon erzählen und haben lust, einen link zu hinterlassen? (linkparty am ende des blogbeitrags, ist noch neu für mich, ich hoffe, es funktioniert, ansonsten berichten sie mir bitte) 

helfen sie mir, diese reihe durchzuhalten, die ich hoffentlich mindestens ein jahr lang am 25. jeden monats hier veröffentlichen werde! 

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ian mcewan, was wir wissen können

der erste teil des buchs spielt in der zukunft  - einer zukunft, die das hat wahr werden lassen, was uns selbst die schlimmsten prognosen der klimaforschung nur vage in aussicht stellen: zur klimakatastrophe ist ein atomarer krieg hinzugekommen, die uns bekannte welt ist überschwemmt, europa eine insellandschaft, kultur und technik grossenteils untergegangen und die menschen, die übrig geblieben sind, versuchen es so gut wie möglich, sich in einem weit vom reichtum und bequemlichkeit der gegenwart entfernten leben einzurichten. trotzdem gibt es noch literaturwissenschaftler:innen  - erzählt wird die geschichte eines solchen, der sich ausgerechnt mit einem ereignis unserer unmittelbaren gegenwart beschäftigt, einer art künstlertreffen, bei dem ein besonderes gedicht vorgetragen wurde, das anschliessend verloren ging. die nachforschungen und reisen, überhaupt das ganze leben des protagonisten ist, wenn man es aus mit unserer mit dingen übervollen und hektischen welt vergleicht, fast schon idyllisch beschrieben, er reist gemächlich mit schiff und elektrofahrrad und wenn kein solches vorhanden ist, halt auch mal zu fuss. nichts passiert gleich, sondern lange wege und wartezeiten prägen das forschen und leben in kalten und kargen bibliotheksräumen, universitätsgebäuden und auch mal auf forschungsreise im zelt.  

schliesslich taucht zwar nicht der gesuchte sonettenkranz, dafür aber ein tagebuch der gastgeberin des treffens auf und bringt licht in die vergangenheit - dieses tagebuch bildet den zweiten teil des buchs. und obwohl es hier immer leckeres essen und genug zu trinken gibt und das uns vertraute tempo des lebens herrscht, auch wenn man längst zurückgezogen auf dem land lebt, die handlung bleibt platt und vorhersehbar und die eines eher zweitklassigen krimis. da hilft es auch nicht, dass der schöpfer des sonettenkranzes sich pikanterweise nicht als der aufgeklärte naturliebhaber, sondern als starrsinniger klimawandelleugner entpuppt... 

 

lili körber, abschied von gestern

ein zufallsfund in der buchhandlung. lili körber sagte mir entfernt etwas - aber das thema ist eines, das mich schon seit langem beschäftigt und zur zeit wieder einmal aufgrund der allgemeinen weltlage ein bisschen mehr: literatur von und über menschen im exil. 

lili körber, geboren ende des neunzehnten jahrhunderts in russland, emigrierte gleich mehrfach - zunächst als junge frau mit ihrem eltern aus moskau, später musste sie als sozialistische journalistin vor den nazis über die schweiz und frankreich nach amerika fliehen. gerne würde ich auch ihre anderen bücher lesen - enthalten sie doch schon im titel die dezidiert weibliche perspektive auf die weltgeschichte des zwanzigsten jahrhunderts. 

und so ist die erzählung aus dem new york der vierziger jahre auch ein wenig autobiographisch - im dachstock und den darunter liegenden stockwerken eines rooming house, vollgestopft mit aus deutschland und ganz europa geflohenen menschen erleben wir, was es heisst, ohne oder mit nur unzureichenden sprachkenntnissen, wenig bis gar keinem geld sich in einfachen jobs durchzubringen, bis es endlich und hoffentlich gelingt, an das berufliche leben der vergangenheit anzuknüpfen. im grunde ein leicht zu lesendes buch - allerdings scheint durch die folie des zu bewältigenden neuen alltags auch an vielen stellen das elend des verlassenen kontinents im krieg. 

 

alena  mornštajnová, hana 

dieses buch liegt schon eine weile auf meinem nachttisch - ich hatte es mir als reiselektüre für unseren aufenthalt in mähren gekauft und war dann unterwegs doch nicht dazugekommen, es zu lesen. da es, weil auf wahren begebenheiten beruhend, in der stadt meziříčí spielt, habe ich nachgeschaut: wir sind auf unserer fahrt ins walachische freilichtmuseum durch das städtchen durchgefahren. 

erzählt wird die geschichte einer familie (der familie der autorin) aus dem kleinen mährischen ort etwa von der gründung der ersten tschechischen republik bis in die frühen sechziger jahre. dies geschieht weder chronologisch, noch aus nur aus der sicht einer person, was es mir schwer gemacht hat, die einzelnen personen auseinanderzuhalten und ihre verwandschaftlichen und anderen verbindungen nicht durcheinander zu bringen. ausschliesslich aus weiblicher perspektive sehen wir buchstäblich die geschichte einen ort überrollen - und den alltag der protagonistinnen unterwandern. sprache und religion sollten für das miteinander der nachbarn keine rolle spielen, tun es aber immer wieder dennoch. auch wenn die familie von elsa, hana und rosa längst nicht mehr religiös lebt, werden sie opfer der verfolgung jüdischer menschen im von den deutschen besetzten land, nachdem sie zunächst die flucht der tschechen, dann der jüdischen bevölkerung der besetzten gebiete erlebt haben. doch auch die im sommer 45 geborene mira ist in der neuen tschechischen republik immer noch mit der geschichte ihrer familie konfrontiert und findet erst allmählich heraus, was es mit ihrer geheimnisvollen tante hana auf sich hat und auch wir verstehen immer besser, in was für einem geflecht aus schuld und liebe die menschen in dem unspektakulären und deshalb eigentlich universellen ort leben.  

 

 und jetzt sie? was haben sie gelesen? was hat sie beschäftigt? 

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Montag, 19. Januar 2026

kw 3 - viel im innen

so ganz überzeugt mich das noch recht neue jahr bisher nicht. vielleicht liegt es auch daran, dass ich nach der ersten arbeitswoche, die inklusive der vorstandsretraite dann halt doch recht lang und anstrengend war, die halbe woche gebraucht habe, um mich wieder einigermassen fit zu fühlen. so richtig hilfreich war es vermutlich auch nicht, dass ich weder vor, noch während, noch nach dem wochenende mit den vorstandsfrauen so richtig gut geschlafen habe. weiterhin als eher kontraproduktiv sehe ich auch die tatsache, dass gleich am ersten arbeitstag der neuen woche eine sitzung mit dem vorstand im kulturzentrum anstand, eine der sitzungen, die ja jetzt erst um acht uhr am abend beginnen. dafür durften meine kollegin und ich dann gleich um neun wieder gehen, immerhin bleibt so die hoffnung, dass anschliessend auch wirklich etwas besprochen wurde. und ich bin nicht krank geworden, da war ich mir anfang der woche auch nicht so sicher. wie sehr mir die erste arbeitswoche noch nachgehangen ist, habe ich dann erst bemerkt, als am dienstag ein externer filzkurs abgesagt wurde - eigentlich hätte ich mich ärgern müssen, tatsächlich freute ich mich, denn das wäre auch noch mal ein batzen vorbereitungsarbeit gewesen. für einen anderen, kürzeren, kurs, der bereits an diesem wochenende stattgefunden hätte, hatte ich schon in der woche zuvor die verlängerte anmeldefrist für beendet erklärt - und zusätzlich zwei aufträge endgültig abgelehnt. beide mit guten grund - grob umrissen würde es grössenwahnsinn treffen - einmal kapitulierte ich vor zeit- und preisdruck bei sehr grossen objekten, im anderen fall versuchte ich hoffentlich nicht vergeblich zu vermitteln, dass nicht alles, was ich selbst herstellen kann, sich auch als kurs eignet, vor allem, wenn als zusatzbedingung noch anfängertauglichkeit gewünscht ist. irgendwie ist das nicht das, was man sich für ein neues jahr so wünscht. bei herrn buddenbohm habe ich den treffenden ausdruck "ausbleiben von konstruktiven aussichten" gefunden, vielleicht sollte ich wirklich mal auf der baustelle neben dem kulturzentrum nachschauen.... 

so, nach dieser abrechnung mit der woche zuvor - vielleicht gab es ja in dieser auch noch nettes?  

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eventuell war das dann das angekündigte glatteis am montag, das auch noch am dienstag und mittwoch jeweils den frühen morgen beherrschte, zumindest in unserer etwas abgelegenen hanglage. montag und dienstag blieb ich deshalb einfach morgens zuhause und erledigte alles, was sich erledigen liess und was ich aus der vorstandsretraite mitgenommen hatte. und weil auch andere diese tage so nutzten, sind wir hier schon ziemlich weit, was die nächsten wochen nicht nur ein bisschen entlasten wird. leider gelangen mir aus diesem grund allerdings keine zwölf bilder am montag, es war einfach zu viel eintönige schreibtischarbeit zu tun. 

beim schwimmen am dienstag sah ich endlich mal wieder vom becken aus die sonne untergehen. 

mittwoch war ich dann wieder deutlich mehr unterwegs - energiegeladen räumte ich am morgen zuerst den weihnachtsbaum vor dem kulturzentrum ab, später hatten wir auch noch einen aussentermin beim familienzentrum, dann war ich mit dem ältesten sohn zum  mittagessen verabredet, und ass im ohne eine sehr leckeren veganen bagel mit viel geräucherter roter beete. und anschliessend durfte ich mein nagelneu gebundenes wörterbuch beim papierhandwerk abholen. 

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jaja, das sieht jetzt nicht so spannend aus - aber es ist so viel besser als der scharfkantige gelbe plastikumschlag, den der verlag mit seinen nachschlagewerken mitliefert. und es ist wahrhaftig ein echter luxus und fühlt sich auch so an. 

abends dann noch strickabend in der sonne - was nicht den warmen schein des himmelskörpers, sondern einfach ein kroatisches restaurant in der nachbarschaft meint, das uns raum für unsere treffen bietet. 

donnerstag gab es auch wieder allerhand zuhause zu erledigen - nach weiterer büroarbeit räumte ich mit der tochter noch einmal im keller auf. bis auf den grossen schrank ist jetzt alles einmal durchsortiert, einer der nächsten schritte wird der weg vieler dinge zum entsorgungsunternehmen sein. einiges konnten wir auch weitergeben, meist -schenken, aber alles geht halt nie weg. nach dem gemeinsamen mittagessen zu dritt (mobiles arbeiten und spätschicht machten es möglich) fuhr ich nach zürich, denn ich brauche eine neue brille, allerdings ohne lästiges gestellaussuchen, denn ich habe noch eines, in das einfach neue gläser eingesetzt werden sollen, dann holte ich nach, was wir in den weihnachtsferien verpasst hatten und kaufte drei neue sitzkissen für korbsessel und kais stuhl, ein bisschen zeit blieb auch noch, um durchs niederdorf zu spazieren, pfeffer zu besorgen, ein bisschen schreibkram auch und kurz vor dem café eine zu treffen, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe - was für eine freude, schade dass mir nicht eingefallen ist, sie auf einen kaffee einzuladen. 

 
 eigentlich geriet ich durch diesen aufenthalt im café ein bisschen in terminstress, aber schön war es trotzdem. 
 
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und am ende war ich dann trotzdem rechtzeitig zum abendessen zuhause. 

 am freitag war zum ersten mal in diesem jahr die offene werkstatt wirklich gut besucht - nicht nur, dass zwei frauen zum filzen da waren, es kam auch noch jemand, um termine für weitere filztage abzumachen. 

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 damit war dann sozusagen schon das wochenende da - ein geschenktes sozusagen, denn eigentlich hätte ich ja arbeiten müssen. 

samstag waren wir endlich wieder einmal auf dem markt - zusätzlich hatte sich eine richtig lange liste mit dingen angesammelt, die eingekauft werden mussten. beim metzger entschieden wir uns spontan für ein rehragout. damit haderte ich ein wenig auf der fahrt nach hause - hatten wir doch pläne für den späten nachmittag. wir lösten das dann so, dass ich das rehragout vorbereitete, das dann ja ohnehin eine weile kochen musste, und kai schon mit der samstäglichen gartenarbeit begann. also kam ich dann ein bisschen später in den garten, schnitt endlich unseren wein und half anschliessend noch, einen der schon wieder viel zu grossen kirschlorbeersträuchern gründlich zurückzuschneiden. ziel ist immer noch mehr sonne im garten, vor allem am morgen, weswegen wir uns in diesem jahr vor allem auf der östlichen seite des grundstücks vorarbeiten. ein bisschen ausruhen konnten wir auch noch, dann besuchten wir die eröffnung einer ausstellung von bildern einer kollegin aus dem kulturzentrum - schön zu sehen, wie viele menschen da zusammenkamen! 

leider blieb die sonne ausgerechnet am sonntag den ganzen tag hinter dichten wolken verborgen - hatte aber auch etwas gutes - denn so konnten wir ein regal im wohnzimmer nicht nur entstauben, sondern auch ein bisschen entrümpeln und ordnen. 

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 na, am ende war es vielleicht dann doch keine so üble woche, oder? 

Montag, 12. Januar 2026

kw 2 - winter

so wie es schon am montag losging, blieb es eigentlich die ganze woche - stets stellte sich die frage, welche wege mit welchem verkehrsmittel bei aktueller schnee- und winterwetterlage zu bewältigen sein würden. 

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chronologisch sah das dann so aus, dass ich am dienstag noch einmal mit dem velo in die werkstatt gefahren bin, bei einigen graden unter null kam ich dann dort mit einer weitgehend tauben linken hand an. nicht wirklich hilfreich fürs filzen, aber ein bisschen herumräumen ging dann nach einiger zeit schon. blieb auch nicht so, aber wiederholen wollte ich das dann am dienstagnachmittag und am mittwoch nicht. 

zum wöchentlichen schwimmen ging ich deshalb zu fuss durch beschneite strassen und zur arbeit im kulturzentrum am mittwoch auch.  

das hätten wir besser auch am abend getan, nach einem wirklich unsagbar langweiligen stück des wiener burgtheaters schoben wir unsere räder durchs schneetreiben nach hause. im stück ging es um ein paar, das sich streitet, dabei wurden immer mal wieder die rollen gewechselt, einmal war er zuhause und sie kam von einer reise, dann wieder andersherum, textteile wurden teils exakt mit gewechselten rollen wiederholt und im grunde ging es vor allem ums missverstehen, wie es halt paul watzlawick schon viel pointierten gezeigt hat. diese saison scheinen wir mit unseren ausgesuchten stücken einfach pech zu haben. 

am donnerstag blieb ich gleich ganz zuhause, unmutig darüber, dass einige filztermine im januar immer noch unklar sind und deshalb auch nicht vorbereitet werden können. ausserdem gab es auch noch dinge zu erledigen für das anstehende wochenende mit den vorstandsfrauen der filzszene. dann schnappte ich mir die tochter und räumte mit ihr regale im keller auf. wir sind weit entfernt von fertig, aber ein anfang ist ja auch schon was. ich fand (hurra!) nur wenig abgelaufenes im vorratskeller, unter anderem aber eine packung mohn - kein guter kandidat für lange lagerung, aber immerhin eindeutig, wenn schlecht. war er dann garnicht, es wurden mohnschnecken daraus. 

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 und am freitag ging es dann schon wieder mit dem radfahren - so dass ich nach der offenen werkstatt, in die mal wieder niemand gefunden hat, weiterradeln hätte können zum helpers-abend im kulturhaus royal, wenn, ja wenn, ich nicht zwischendurch mein telefon neu gestartet und wegen kürzlichem wechsel des mobilfunkvertrags meine pin nicht mehr gewusst hätte - so drehte ich gegen spätnachmittag noch eine ehrenrunde nach hause und erst dann ins royal. dort gab es menschen und getränke und eine sehr ausführliche einführung in zahlen des betriebs. gelernt: ehrenamtlich geleistete arbeit einen geldwert zu geben macht sichtbar, welche leistungen da eigentlich in so einem weitgehend mit viel engagement und herzblut und wenig geld geführten kulturbetrieb erbracht werden. wieder einmal festgestellt, wie wohl ich mich dort fühle, die menschen dort sind alle so unterschiedlich und ich mag es natürlich auch, dass ich dort oft unsere söhne treffe. 

am samstagmorgen dann schneeregen - aber keine auswahl, ich musste los, zur vorstandsretraite meines vereins. diesmal trafen wir uns in wurmsbach bei jona, im kloster mariazell. neu auch, dass wir uns bereits zu mittag trafen, was ein klein wenig entspannter war, als erst um zwei anzukommen und dann gleich mit der sitzung loszulegen. mittlerweile schon traditionell beraten wir am samstag alles, was es für die generalversammlung im märz braucht, inklusive budget, mittagessen und nachmittagsprogramm. draussen verschwand irgendwann der nahe und vom wind aufgewühlte zürisee im schneesturm. der nachmittag war wieder viel zu schnell vorbei, ausserdem musste unbedingt noch gefilzt werden, so dass wir erst sehr spät loskamen zum abendessen in der pizzeria, und das bei recht winterlichen strassenverhältnissen. kurz vor zehn betrat ich dann zum ersten mal für länger als zwei minuten mein zimmer zum übernachten. 

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der sonntag brachte sonne und einen weiteren sitzungstag - für die planung der dinge, die wir im kommenden jahr machen wollen, unter dem titel zukunftstag. in der gruppe gab es vorgängig unmut darüber, dass wir uns im vorigen jahr einiges vorgenommen hatten, aber nur wenig davon passiert war. jetzt haben wir neue aufgaben vereinbart, diesmal mit terminen und noch konkreteren zuständigkeiten versehen und festgehalten und werden sehen, was dann passiert. klar ist unerledigtes unschön, aber es ist andererseits auch nicht nichts geschehen und das vereinsjahr ist im grundsatz gut gelaufen. und schliesslich wird auch hier alle arbeit ehrenamtlich erledigt. 

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sonnenuntergang zum abschied, ich war froh, dass es vorbei war. und dass ich klar kommuniziert hatte, dass ich in zwei jahren mein amt als vereinspräsidentin definitiv aufgeben werde. nach hause wieder mit s-bahn und zug, unterwegs erledigte ich noch eine kontrolle im kulturzentrum, und kai kam mit am ende mit dem auto entgegen. abends war ich dann einfach nur erledigt und konnte kaum die leckeren halušky, die kai zum abendessen gemacht hatte, geniessen. 

Dienstag, 6. Januar 2026

#wmdedgt im januar 2026

 jeweils am fünften jeden monats fragt frau brüllen ins internet hinein "was machst du eigentlich den ganzen tag?" und sammelt bei sich die antworten. heute bin ich eine von denen, die an diesem tag tagebuchbloggen. 

 der fünfte ist zugleich auch der erste arbeitstag im neuen jahr. und damit alles noch ein bisschen spannender wird, hat es übers wochenende geschneit. so schön es war, am samstag und sonntag auf verschneiten wegen unterwegs zu sein, so lästig wird das zeug, wenn es darum geht, verschiedene orte zu erreichen. 

vorerst ist es eh zu dunkel, um eine prognose abzugeben - also frühstücke ich erstmal, turne 20 minuten mit frau fastner, erledige den aktuellen wörtli-stapel an tschechisch-vokabeln und besänftige die eule (bin mal wieder eine liga abgestiegen, aber wer hat schon zeit in einer woche mehr als 7000 punkte zu erspielen??). so gegen halb neun ist es hell genug und ich mache mich auf schneefreien umwegen mit dem fahrrad auf den weg ins kulturzentrum, wo noch die umgestellten möbel von einer weihnachtsfeier am 26. auf mich warten. ein bisschen zeit für ein paar worte mit der kollegin hat es auch noch, neujahrwünschen und so halt, kurzes update in sachen seltsame beschwerden (kategorie leserbriefe) inklusive. 

dann radle ich weiter zur buchbinderei: wie besprochen wird man dort mein tschechischwörterbuch mit dem hässlichen einband neu einbinden. totaler luxus, aber insgesamt ist sprachenlernen kein so teures hobby, also warum nicht mal extravagant viel geld für ein bisschen luxus ausgeben? 

gegen halb zehn bin ich dann tatsächlich in meiner werkstatt, wo ich erstmal ein bisschen herumräume und dann die unterlagen für einen kurs heraussuche, der vielleicht ende des monats stattfinden wird. ja, da ist schon recht viel vorbereitet, zur sicherheit werde ich aber alles noch mal durchgehen. vorerst bereite ich eine vorfilzfläche vor. 

und fahre dann doch recht früh wieder nach hause, passt gerade so und ich habe bisher noch nicht in meine mailbox vom kulturzentrum geschaut. das mache ich dann bis zum mittagessen und finde nichts wirklich dringendes. auch gut. weniger gut: es gibt für das neue jahr noch keine arbeitszeiterfassung. na toll. 

und wie war jetzt die strassenlage? naja, ganz ok, solange man sich auf den hauptstrassen bewegt - in meine werkstatt kam ich aber nicht so gut, da ist die abfahrt eine eisbahn, also liess ich das velo halt oben stehen. 

den nachmittag verbrachte ich mit verschiedenem häuslichem, die küche wollte mal wieder geputzt werden, und ein bisschen im erdgeschoss gestaubsaugt. die küche habe ich dann anschliessend gleich wieder eingesaut, indem ich nudeln mit rosenkohl als abendessen zubereitet habe. frühes abendessen, alle ausser mir wollen noch mal weg. 

auch recht. ich nutze die zeit und arbeite noch ein bisschen an meiner vorbereitung für die vorstandsretraite des filzvereins. fast fertig. am donnerstag dann noch die hardware raussuchen (stifte, papier, postits, magnete, nadeln, was halt so zur präsentationstechnik gehört in unserer doch noch recht analogen welt). 

und dann nutze ich die gelegenheit, dass das haus leer ist und lege mich einfach ins bett zum lesen. irgendwie bin ich noch nicht so richtig im arbeitsrhythmus angekommen.  

 

Sonntag, 4. Januar 2026

kw 1 - halbhalb

nun liegt sie auch schon wieder hinter uns, die ferienwoche am scharnier der jahre, die hier schon seit vielen jahren einfach so verplempert wird, ohne grosse pläne, manchmal mit besuch, aber vor allem mit viel wohnen. (also: zu hause sein. eine von meinen strickkolleginnen macht gerne den witz, dass sie beim abschied fragt, ob man nach hause gehe zum wohnen, das hört sich dann in etwa so an: gasch hei, go wohne?)

um es zuhause auch wirklich schön zu haben, starteten wir mit einer putzrunde und aufräumaktion in die woche, zumindest ich habe das haus auch später nicht verlassen, und auch den restlichen tag mit häuslichkeiten verbracht. 

für den dienstag hatten wie nämlich pläne. 

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unser erster weg führte uns ins neue domizil des haus konstruktiv im ehemaligen löwenbräuareal in zürich. dort ausgestellt waren werke von arthur lescher, einem brasilianischen künstler. begleitet wurde die ausstellung von einem überblick über den neoconcretismo in brasilien (learning: in diktaturen baut sichs leichter ganz modern), der mit vielen exponaten von max bill illustriert wurde. tatsächlich war max bill auch immer mal wieder beratend in brasilien tätig, aber irgendwie wirkte es halt schon so, wie wenn man halt genügend bills in der sammlung gehabt hätte, aber eher keine brasilianischen künstler der epoche. 
die räume, die das museum nun im ehemaligen industrieareal hat, sind deutlich kleiner und weniger vielfältig als im unterwerk selnau an der sihl, allerdings sollen noch mehr räume dazukommen, wir sind vorerst verhalten gespannt.  

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zum kaffeetrinken blieben wir dann auch nicht im museum sondern gingen richtung hardbrücke und kehrten in der ehemaligen kantine von escher-wyss ein, wo jetzt ein veganes café betrieben wird. viele junge menschen mit laptops und lernkärtchen, sonst ganz ok, aber beim nächsten mal dann halt doch lieber gleich wieder in die zentralwäscherei. 

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wir experimentierten weiter mit dem neuen zürcher öv, nahmen dann aber zwei buslinien um zunächst zum hauptbahnhof zu gelangen. hier suchten wir lange im unterirdischen shopville nach einem bestimmten laden, mehrstöckigen karten sind manchmal schon ein bisschen verwirrend. 

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zu fuss spazierten wir weiter ins niederdorf - der andere laden, den wir wegen neuen sitzkissen für stühle und sessel besuchten wollte, machte weihnachtsferien. 

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weil wir jetzt wirklich viel zeit hatten, gingen wir noch ein bisschen beleuchtung und menschen gucken, und absurde läden. 

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vom bahnhof aus nahmen wir dann wieder den bus zum muschelessen - ja, das war jetzt zweimal knapp hintereinander, aber die muschelsaison ist halt auch echt kurz. 

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am tag drauf war dann schon silvester, wir machten besorgungen auf dem markt für die anstehenden feiertage (nur sehr wenige stände, aber fast alles bekommen - am ende dann halt im supermarkt) - den rest des letzten tages im jahr vertrödelten wir zuhause, beziehungsweise brachten wir mit der zubereitung des silvestermenus zu. die tochter leistete uns gesellschaft und brach dann fast zeitgleich mit uns auf - sie in den nachtdienst im wohnheim für cerebral gelähmte, wir zum silvester-rumble ins kulturhaus royal.  

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vom start weg gab es ein buntes programm - zuerst eine art wohnzimmerkonzert mit gitarren und gesang, dann sortierte andrea uhl (im bild) ihre tasche und überlegte, was sie mit ins neue jahr nehmen wollte. das war natürlich die perfekte überleitung zum alt- und neujahrsbingo am feuer draussen. mit musik wurde die zeit bis zum jahreswechsel übrbrückt, es gab für alle etwas zum anstossen und später ging das programm dann wieder drinnen weiter. wir blieben noch für die beiden nächsten acts: kate lim und odd beholder hatten finta-personen zum einsenden von soundschnipseln eingeladen und daraus eine performance gebastelt. sie wurden abgelöst von crisprbaby, die richtig, richtig laut mit vielen loops und überlagerungen musik machten. irgendwann vor drei waren wir zuhause und im bett - nach einem ganz anderen silvesterabend als sonst. 
 
neujahr war dann erstmal vor allem ausschlafen, dann frühstücken mit übergang zum neujahrskonzert (ging das immer schon so lange?) und anschliessendem etwas überstürztem aufbruch ins kunsthaus aarau, zum traditionellen besuch der auswahl 25, der ausstellung der aargauer kunstschaffenden. 

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Levent Pinarci, Botenstoff #1, 2025

seit einiger zeit scheinen mir viele der kunstwerke bereits um das thema behausung, wohnen und so weiter zu kreisen. so auch hier wieder, dazu viel mystisches, mythisches und esotherisches. und getöpfert plastiziertes. 

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paul takács, warte 2025

aber auch witziges - hier zum beispiel die aufnahme des themas rabenkrähen (ich glaube, die sind mittlerweile in den meisten städten ein problem geworden, rund um das haus, in dem meine mutter wohnt, gibt es sie zu hunderten...) durch das malerduo boškovic-scarth. 

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auch der "schamhügel" von agatha zobrist liess uns schmunzeln. 

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für einmal verhüllen die feigenblätter nicht, sondern enthüllen eher... 

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nicht fehlen darf das obligatorische bild von der treppe im kunsthaus - diesmal, weil das textilkunstwerk oben in der ecke vor allem aus der distanz so richtig gut wirkte. 

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am freitag hätten wir die gelegenheit gehabt, nach basel zu fahren, halb waren wir schon dort, weil ein gerät aus der reparatur abgeholt werden musste, wir entschieden uns aber gegen stadt und womöglich schon wieder kunst und gingen anstattdessen auf eine kleine wanderung, die ich bereits hier ausführlich beschrieben habe. 

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damit war fürs wochenende und damit die letzten beiden tage der weihnachtsferien wieder dringend wohnen angesagt - auch ein bisschen weil für mich der eventuell sehr volle januar ein bisschen seine schatten voraus wirft. ich setzte mich also vorwiegend an den schreibtisch um die vorstangsretraite der filzszene am kommenden wochenende vorzubereiten, aber das schöne wetter und über nacht gefallener schnee lockten uns auf einen spaziergang. 

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nicht viel schnee, aber weil es kalt war, ist und bleibt, blieben die paar zentimeter zumindest auf unserer zufahrtsstrasse und im wald liegen. 
 
am sonntag dann dasselbe nochmal, nur diesmal anstelle schreibtisch zuerst baumabschmücken und durchstaubsaugen, dann erst persönliches auslüften in winterkalter sonne auf schneebedeckten wegen.  und jetzt noch ein nachmittag zum bloggen und herumwursteln, bevor es morgen mit volldampf ins neue  jahr geht. 

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es war dann sogar noch zeit für die weihnachtspyramide! 

 

Samstag, 3. Januar 2026

wanderung von lampenberg nach schloss wildenstein und zum sormattfall

solange hier noch weihnachtsferien sind, nutzen wir die tage auch, um draussen zu sein. am zweien tag des jahres stand eine fahrt ins baselländische an - ein reparierter lautsprecher wollte abgeholt werden. und weil wir eh schon unterwegs waren, suchten wir uns eine gelegenheit, mal etwas neues zu entdecken in einer gegend, die wir noch nicht so gut kennen wie unseren heimatkanton. 

auf der tourismusseite des kanton baselland war ich auf einen wandervorschlag zum schloss wildenstein gestossen. 

unser auto stellten wir an der mehrzweckhallte in lampenberg bei bubendorf ab und starteten mit einem kleinen weg durch ein typisch baselländisches dorf. aus dem dorf heraus ging es über weiden und felder in den wald und über einen kleinen höhenzug in ein hochtal. hier betraten wir das naturschutzgebiet rund um das schloss wildenstein und spazierten zuerst durch einen alten eichenhain, der auf das 15. jahrhundert zurückgeht. die eichen wurden gezielt für die schweinemast hier angepflanzt, fleisch aus eichelmast galt als besonders schmackhaft.  

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die uralten bäume sind beeindruckend. 

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aber es werden auch neue bäume gepflanzt und so der bestand verjüngt. wir lernten etwas über stieleichen und traubeneichen und übten gleich mal die blätter zu unterscheiden. 

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am schlossweiher vorbei und über eine reichlich zugige hochfläche gelangen wir zum hofgut und schloss wildenstein. auf dem hofgut gibt es einen hofladen, hier kann man im sommer auch draussen sitzen - jetzt im winter war es nicht so sehr einladend. 

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die burg wildenstein wurde im 14. jahrhundert erbaut - das älteste erhaltene gebäude ist der wohnturm aus dem jahr 1338. zu beginn des 18. jahrhunderts wandelte sich der charakter dann von der burg zum schloss und entstanden erste gärten, vorwiegend nach englischem vorbild. 

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heute befindet sich das schloss im besitz des kantons und kann nur an wenigen tagen im jahr besucht werden. 

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im dreizehnten und vierzehnten jahrhundert hatte die ursprüngliche höhenburg eine wechselvolle geschichte, ursprünglich von den eptingern auf grund und boden der basler bischofskirche erbaut, wurde sie von den bernern belagert, an die herren von baden und anschliessend an die stadt basel verkauft und war dann im besitz verschiedener basler adelsfamilien. 

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das wappen am brunnen geht auf die familie vischer-merian zurück, ebenfalls ein basler adelsgeschlecht, das die melusine im wappen führt. 
rund um das schloss führt ein informationspfad, erst hier wird das schloss als ehemalige höhenburg erlebbar. allerdings erschreckte uns die hörstation zur melusine eher als dass sie uns erfreute... 

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folgt man dem weg unterhalb des schlosses weiter und überquert zuerst ein kleines bächlein, kommt man an diesen felsen vorbei zu einem wasserfall, dem sormattfall. 

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dank der kälte war der sicher beeindruckender als sonst. 

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unterhalb des wasserfalls querten wir den bach, ein bisschen vorsichtiger, weil auch hier alles vereist war. 

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auf der anderen seite des wasserfalls ging es steil bergauf und wieder zurück auf der hochfläche bot sich uns noch einmal ein blick aufs schloss über das tal hinweg. 

unser weg führte uns entlang eines namenlosen bächleins und unter weiteren felsen entlang wieder in das hochtal, in dem lampenberg liegt. hier begegneten wir dann noch dieser schafherde, die alle angelaufen kamen, als wir am gatter stehenblieben.  

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über kleine strässchen gelangten wir zurück nach lampenberg. 

die runde war gut 7 kilometer lang und wir waren etwas über drei stunden unterwegs - es gab ja auch reichlich zu sehen unterwegs. 

und wenn ich mitte des monats noch dran denke, dass schicke ich diese interessante winterrunde zu den monatsspaziergängen bei heike.  

unter folgenden link habe ich die strecke gespeichert: https://mapy.com/s/bucenogofo