Montag, 2. Februar 2026

Aus meinem Kinderbuchschrank - Krabat

Meine Schwester bekam "Krabat" zu Weihnachten, als ich 6 war. Ich könnte euch nicht mehr sagen, wann ich es das erste Mal gelesen habe und leider kann ich mich auch nicht an meine erste Reaktion darauf erinnern. Es kann mich nicht abgeschreckt haben, weil ich es seither sehr oft wiedergelesen habe.
Warum es mich abgeschreckt haben sollt, wollt ihr wissen, falls ihr "Krabat" nicht kennt?
Sprechen wir darüber.

"Krabat" wurde von Otfried Preußler geschrieben, die Erstveröffentlichung war 1971.
Es erhielt mehrere Preise und ist inzwischen in 39 Sprachen übersetzt worden.
Anmerkung: Ihr habt vielleicht von dem Film von 2008 gehört, ihn vielleicht sogar gesehen, aber ich werde nicht darüber sprechen, weil ich ihn nicht mochte.
Ich werde aber ein paar Quellen für weitere Lektüre am Ende des Posts angeben, wenn ihr an mehr Details zum Buch interessiert seid, aber auch an der Biographie des Autoren, die in diesem Zusammenhang interessant ist. Da ich über mehrere Dinge sprechen möchte, die in Verbindung mit dem Buch stehen, würde der Post zu lang werden, wenn ich das direkt vertiefe.


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Das Buch spielt während des Großen Nordischen Kriegs im frühen 18. Jahrhundert.
Krabat und zwei weitere wendische Betteljungen gehen von Dorf zu Dorf, um als die drei Könige für etwas Essen zu singen, als Krabat in drei Träumen zur Mühle in Schwarzkollm gerufen wird.
Er folgt dem Ruf zu der Mühle beim Schwarzen Wasser im Koselbruch, wo ihm der geheimnisvolle einäugige Meister anbietet, ihn zu seinem Lehrling zu machen und ihn das Mahlen von Korn zu lehren, aber auch "den Rest". Krabat nimmt an, ohne zu wissen, daß die Mühle auch eine "Schwarze Schule" und "der Rest" die Zauberei ist. Es bedeutet harte Arbeit, ja, aber es gibt auch ausreichend zu essen, was für einen Waisenjungen in diesen harten Zeit verführerisch genug ist.


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Krabat und seine elf Mühlenbrüder, aber einmal in der Woche werden sie zu Raben und der Meister lehrt sie schwarze Magie.
Obwohl das Zaubern ihr Leben aber auf manche Art leichter macht, bringt es auch die Gefahr mit sich, der eine zu sein, der an Silvester sterben muß, weil er eine Bedrohung für den Meister darstellt. Der Meister selber hat sich nur dem Gevatter zu verantworten, der die Mühle in jeder Neumondnacht besucht und Säcke mit grausigem Inhalt zum Mahlen mitbringt.
Nachdem er also zwei seiner Freunde verloren hat, muß Krabat in seinem dritten Jahr in der Mühle entscheiden, was er vom Leben erwartet, vor allem nachdem er sich in ein Mädchen aus dem nahegelegenen Dorf verliebt hat. Sie ist diejenige, die ihm dabei helfen kann, der Mühle zu entkommen und der Herrschaft des Meisters ein Ende zu setzen, auch wenn das bedeutet, daß die Gesellen ihre Zauberkräfte verlieren werden. Falls sie aber scheitert, wird das den Tod für Krabat und sie bedeuten.

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Nun versteht ihr vielleicht, warum ich mich gefragt habe, wann ich das das erste Mal gelesen habe und warum es mich nicht abgeschreckt hat.
"Krabat" ist kein lustiges Buch über Zauberer und Magie. Teile davon sind sehr düster und unheimlich, es geht um Macht, wie sie mißbraucht wird oder wie man davon manipuliert wird, damit man in der Hoffnung, nicht derjenige zu sein, der ihr Opfer sein wird, schweigt oder andere verrät. Es geht darum, schlau zu sein, und um Freundschaft, Vertrauen, Hoffnung und Liebe.
Obwohl es für junge Leser*innen geschrieben ist, ist es für Erwachsene nicht langweilig, sie werden eine Menge mehr als nur eine Abenteuergeschichte darin finden.

Ursprünglich ist Krabat der Held einer sorbischen Volkssage, in der er als Zauberer dargestellt wurde, der seine Kräfte hauptsächlich zum Guten nutzte.
Sorben sind eine westslawische Ethnie, die in der Lausitz im Osten Deutschlands lebt und als nationale Minderheit anerkannt sind.
Es gibt aber auch einen wirklichen Krabat - den "Kroat" Johann Schadowitz, der für den Kurfürsten von Sachsen Johann Georg II. gekämpft hat und mit einem Gut in Särchen belohnt wurde, wo er eine Menge für die arme und daher ungebildete sorbische Bevölkerung getan hat, was ihm den Ruf als Zauberer einbrachte.

Preußler war nicht der einzige, der von der Sage um Krabat inspiriert wurde.
1954 nutzte 
Měrćin Nowak-Njechorński sie für seinen sorbischen Roman "Mišter Krabat" (eine der Inspirationen für Preußler, aber kurz nach dem 30jährigen Krieg spielend) und mischte sie mit Legenden über eine weitere sorbische Figur, Martin Pumphut (der als Pumphutt in zwei Kapiteln von Preußlers Buch auftaucht), der seine Zauberkräfte dafür benutzte, anderen Müllerburschen zu helfen. Das Buch wurde von Jurij Brězan ins Deutsche übersetzte, der selber zwischen 1968 und 1993 drei Romane über Krabat schrieb.
Seid ihr schon verwirrt?
Wie wäre es, wenn wir uns dann jetzt ein paar Filme anschauen?

Brězans erstes Buch "Die schwarze Mühle" ist seine Version der Krabat-Sage und inspirierte einen Film mit demselben Titel, der 1975 von der DEFA in der DDR gemacht wurde, deren Märchenfilme ja auch jetzt noch hier im Fernsehen gezeigt werden.
Die Version ist in mancher Hinsicht anders als die von Preußler, wobei am wichtigsten wohl ist, daß der Meister Menschen, die ihm nicht zu Willen sind, in Tiere verwandelt, und daß es nicht die Liebe eines Mädchens ist, die letztendlich die Herrschaft des Meistes zerstört, sondern die einer Mutter.

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Es gibt aber auch einen Animationsfilm, der auf Preußlers Buch basiert.
1977 produzierte der tschechische Filmregisseur und Animator Karel Zeman "
Čarodějův učeň" (das heißt "Der Zauberlehrling", aber der deutsche Titel ist "Krabat"), von dem jemand aus meiner Familie sagt, daß er ihn immer noch super gruselig findet. Er hat wirklich eine tolle Atmosphäre.

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Ich kann die Filme nur empfehlen, aber Preußlers Buch ist es wirklich wert, gelesen zu werden, falls ihr das tatsächlich noch nicht getan hättet. Auch zwei Mal oder drei Mal.


Weitere Lektüre:

1. Caroline Roeder: Mediales Mühlengeklapper - die Otfried-Preußler-Debatte 2023 f. Auf: Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
2. Webseite "Auf den Spuren des Krabat"
3. Die Sagenfigur Krabat. On: Schwarzkollm.de
4. 
Krabat auf dem deutschen Wikipedia
5. Krabat: Die wahre Geschichte hinter dem DDR-Kultfilm. Bei MDR Dok auf YouTube
6. Hannah *: 51 Jahre Krabat - warum man manchmal erst erwachsen werden muss, um ein Jugendbuch wirklich zu verstehen. Auf: Buchfreaks, 24. Januar 2022

Samstag, 31. Januar 2026

Meine Januar-Bücher

2026 hat auf die gleiche Art begonnen, wie 2025 geendet hat - mit mehr Büchern!
Dies ist ein
 Überblick der Bücher, die ich in einem Monat fertiggelesen habe (nicht unbedingt im selben Monat angefangen) und die ich den Katzen vorgelesen habe (mit 😸 markiert).
Ich werde jeweils eine kurze Erklärung hinzufügen, warum ich ein Buch ausgewählt oder wie ich es gefunden habe und vielleicht auch, ob es ein Kandidat zum Wiederlesen ist, aber ich werde keine richtigen Rezensionen oder Bewertungen abgeben (die Katzen weigern sich ebenfalls zu bewerten 😉). Solltet ihr aber etwas mehr Info zu einem Buch haben wollen, an dem ihr interessiert seid, laßt es mich einfach wissen.
Vielleicht fällt euch auf, daß ich die Liste nicht mehr durchnumeriere. Dafür gibt es einen Grund, auf denen ich im einem zukünftigen Post näher eingehen werde.


"Buster Keaton Remembered" von Eleanor Keaton und Jeffrey Vance, Erstveröffentlichung 2001

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Das Buch, das von seiner Frau Eleanor, mit der er 26 Jahre lang verheiratet war, und dem Filmhistoriker Jeffrey Vance geschrieben wurde, zeichnet Buster Keatons Leben und Karriere Film für Film auf, unterstützt von einer Menge Bilder.

Das ist natürlich Teil meines persönlichen Stummfilmprojekts.

"Grey Mask" = "Die graue Maske" von Patricia Wentworth, Erstveröffentlichung 1928
(Miss Silver 1)

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Als Charles Moray vier Jahre, nachdem seine Verlobte die Verlobung kurz vor der Hochzeit aufgelöst hat, nach London zurückkehrt, wird er in eine Verschwörung hineingezogen, in der es um einen ertrunkenen Millionär, dessen Erbin und seine Ex-Verlobte geht.

Noch mehr Ohrenklingeln für
 Liz, auf deren Blog ich auf Wentworth stieß, deren Miss-Silver-Reihe gerade richtig zu meiner Lektüre von vintage Krimis paßt.

"Murder at the Bookstore" von Sue Minix, Erstveröffentlichung 2023
(The Bookstore Mystery series 1)


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Krimiautorin Jen Dawson schreibt an ihrem zweiten Buch, als ihre Freundin Aletha vom Buchladen ermordet wird.
Jen wird zur Amateurdetektivin.

Ich fand den neuesten verfügbaren Band der Reihe auf OverDrive und fing dann aber mit dem ersten an.
Hört sich meine Beschreibung der Handlung genervt an? Der Grund dafür ist, daß ich es war. Ich wollte nicht gleich ein zweites DNF und habe mich durchgeackert, dann aber prompt die Folgebände von meiner Wunschliste gelöscht.


"The Three Investigators in the Mystery of the Talking Skull" = "Die drei ??? und der sprechende Totenkopf" von Robert Arthur (die Bücher wurden unter Nennung von Alfred Hitchcock als Autor veröffentlicht), Erstveröffentlichung 1969 😸
(Die drei ??? 11 (amerikanisch), 5 (deutsch))

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Bei einer Auktion für zurückgebliebenes Gepäck kauft Justus die alte Truhe eines Magiers. Es sind allerdings noch mehr Leute an dieser Truhe interessiert. Was ist das Geheimnis dahinter und hinter "Sokrates", dem sprechenden Totenkopf, den sie darin gefunden haben?


Ich habe diese Reihe vor langer Zeit gelesen und mache sie jetzt nochmal Stück für Stück durch, nachdem ich einen Blogpost darüber geschrieben habe. Dieses Buch ist das elfte in der Originalreihe und das fünfte in der deutschen Reihe.

"How to Read a Book" von Monica Wood, Erstveröffentlichung 2024

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Violet ist in Haft für Trunkenheit am Steuer, wodurch sie einen tödlichen Autounfall verursacht hat.
Harriet ist eine verwitwete und pensionierte Lehrerin, die als Freiweillige den Gefängnisbuchclub leitet.
Frank ist ein Mechaniker in Rente, seine Frau wurde bei dem Unfall getötet.
Nachdem Violet aus dem Gefängnis kommt und die drei sich in einem Buchladen begegnen, beginnen sich ihre Leben miteinander zu verflechten.

Ein weiterer Zufallsfund auf OverDrive. Es fing okay an, aber ich fand, das letzte Drittel war etwas viel.

"The Picture House Murders" von Fiona Veitch Smith, Erstveröffentlichung 2023
(A Miss Clara Vale Mystery 1)

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Das Jahr ist 1929. Clara Vale, die ein Wissenschaftsstudium in Oxford abgeschlossen hat, aber gerade als Bibliothekarin arbeitet, erhält Nachricht, daß ihr Onkel Bob gestorben ist und ihr alles hinterlassen hat, sein Geld, sein Haus mit Labor - und seine Detektei!
Im Versuch herauszufinden, was sie mit ihrem Erbe anfangen soll, greift Clara einen von Bobs offenen Fällen auf, ein Brand in einem örtlichen Lichtspielhaus.

Das Buch habe ich als Neueintrag auf OverDrive gefunden, schade, daß es dort bisher das einzige aus der Reihe ist, weil es mir echt gut gefallen hat.

"Tod im Äther" = "The Collected Short Fiction of Ngaio Marsh" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1989

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Dies ist eine Sammlung von Marshs Kurzgeschichten, von denen in manchen Roderick Alleyn vorkommt. Außerdem it ein Fernsehskript für eine Episode von "Crown Court" enthalten (die ihr hier im Original finden könnt, falls ihr Joan Hickson als Angeklagte sehen möchtet). Der Abschluß sind zwei Einführungen in die Schöpfung von Alleyn und seiner Frau Troy.
Wir if you want to see Joan Hickson as the defendant).
We got some murder, theft, and attempted murder.

Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge.
Ich würde sagen, Kurzgeschichten waren nicht Marshs Stärke, aber es sind ohnehin nicht viele.

"Making Time: Lillian Moller Gilbreth - A Life Beyond "Cheaper by the Dozen" von Jane Lancaster, Erstveröffentlichung 2004

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Lillian Moller Gilbreth (1878 - 1972) war eine US-amerikanische Psychologin, Wirtschaftsingenieurin, Beraterin und Dozentin.
Sie erhielt als eine der ersten Ingenieurinnen einen Doktortitel und arbeitete fast ihr gesamtes Leben lang auf ihrem Feld, bis zu seinem Tod 1924 eng zusammen mit ihrem Ehemann Frank Bunker Gilbreth.
Ihr habt vielleicht von ihr gehört, falls ihr "Im Dutzend billiger" und "Aus Kindern werden Leute" gelesen habt, geschrieben von zweien ihrer dreizehn Kinder, Frank Jr. und Ernestine. Das sind humorvolle Beschreibungen des Lebens in der großen Familie zweier Ingenieure, deren Arbeiten im Bereich des wissenschaftlichen Managements auch Anwendung in der Organisation ihres Zuhauses fanden.

Vor einer Weile empfahl mir YouTube die beiden Filme, die nach den Büchern gedreht wurden. Ich habe die Bücher mehr als einmal gelesen, vor allem als Kind, ich kannte auch die Filme schon, aber aufgrund der Empfehlung suchte ich nach mehr Informationen über Lillian Gilbreth und stieß auf diese ausführliche Biographie - und mit ausführlich meine ich fast 400 Seiten vollgepackt mit Information über diese erstaunliche Frau. Manchmal etwas zuviel Information, da ich mir unmöglich jede Organisation merken kann, der Gilbreth angehörte, oder all die vielen, vielen Vorträge, die sie gehalten hat, aber hey, offensichtlich war es interessant genug, daß ich bis zum Schluß durchgehalten habe, obwohl besonders der zweite Teil nicht immer leichte Lektüre war.


"Secret Lives" von E. F. Benson, Erstveröffentlichung 1932 😸

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Ein Neuzugang unter den Bewohnern von Durham Square führt zu einer Schlacht um die soziale Vorherrschaft zwischen Mrs Mantrip, deren Vater den Square zu einer respektablen Gegend gemacht hat, und Miss Leg, dem Neuankömmling. Sie wissen nicht, daß sie beide ein Geheimnis haben, das sie verbindet.

Ich habe nach einem Buch geschaut, das ein Buch erwähnte, das zur Empfehlung von Bensons "Mapp und Lucia"-Romane führte (ich hatte die Serie zuvor schon gesehen), was mich dann zu diesem Buch leitete. Die Wege von Büchern sind manchmal seltsam.
Ein äußerst amüsantes Buch!


"Tied Up in Tinsel" = "Der Tod eines Schneemanns" von Ngaio Marsh, Erstveröffentlichung 1972
(Roderick Alleyn 27)

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Während Alleyn in Australien ist, wurde seine Frau Try von Hilary Bill-Tasman zu Weihnachten eingeladen, um sein Porträt zu malen.
Der exzentrische Hilary restauriert den Sitz seiner Vorfahren und all seine Angestellten haben Strafen für Mord verbüßt.
Weitere Gäste sind sein Onkel und seine Tante, sein Mentor und seine Verlobte.
Als der Diener seines Onkels nach der Weihnachtsfeier verschwindet, ist es Glück, daß Alleyn gerade aus Australien zurückgekehrt ist.


Dies ist immer noch Teil meines Vintage-Krimi-Projekts, für das ich mir immer wieder neue Bücher von Marsh und Allingham besorge.

"The Vampyre : a tale" = "Der Vampyr" von John William Polidori, Erstveröffentlichung 1819 😸

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Der reiche, junge, verwaiste Aubrey kommt nach London, wo er Lord Ruthven kennenlernt, der ihn sowohl fasziniert als auch abstößt. Sie reisen zusammen auf das europäische Festland, wo Aubrey von Vampyren erzählt wird, eine Volkssage, die er bis zu einem grausigen Ereignis, das im Tod eines jungen Mädchens endet, nicht ernstnimmt.
Nachdem Lord Ruthven von Räubern erschossen wird, verschwindet seine Leiche auf mysteriöse Weise.
Als Aubrey jedoch nach London zurückkehrt, trifft er Lord Ruthven wieder - und er zeigt Interesse an Aubreys Schwester.


Polidoris "Der Vampyr" wird oft als die erste Geschichte angesehen, in der ein "moderner" Vampir vorkommt.
Sie wurde von einem Romanfragment Lord Byrons inspiriert (dessen Arzt er war und dem sie zunächst auch zugeschrieben wurde, bevor Byron und Polidori das berichtigten) und ist ein Ergebnis des berühmten Erzählwettstreits von Geistergeschichten, der auch zu Mary Shelleys "Frankenstein" führte.
Als Kurzgeschichte ist sie eine schnelle Lektüre, falls ihr an den Anfängen des Genres interessiert seid. 
Auf jeden Fall schneller als "Varney the Vampire or The Feast of Blood" (in Form von Penny Dreadfuls von 1845 - 1847 erschienen), der viele der Tropes wie die scharfen Fangzähne oder die hypnotischen Kräfte einführte. Varney ist fast 900 Seiten lang! Dracula tauchte übrigens erst 1897 auf.
Das Exemplar, das ich gelesen habe und das laut einer Notiz auf dem Titelblatt 1819 erworben wurde, hatte mehrere Anmerkungen. Ich konnte sie nicht alle komplett lesen, aber zwei davon waren "Perfectly horrid!!", also "Absolut grauenvoll!!", was ich echt interessant fand.

"Krabat" von Otfried Preußer, Erstveröffentlichung 1971

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Das Buch, das in der Zeit des Großen Nordischen Kriegs spielt (1700 - 1721), erzählt die Geschichte von Krabat, einem Waisenjungen, der als Lehrjunge in einer geheimnisvollen Mühle in der Lausitz anfängt.

Für einen Blogpost nochmal gelesen. Ich kann nicht mal sagen, wie oft ich dieses Buch seit meiner Kindheit gelesen habe. Ein absoluter Favorit.

"Maisie Dobbs" = "Das Haus zur letzten Ruhe" von Jacqueline Winspear, Erstveröffentlichung 2003
(Maisie Dobbs 1)


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Das Jahr ist 1929 (ja, schon wieder, aber Maisie Dobbs und Clara Vale sind recht unterschiedlich). Maisie Dobbs, Psychologin und Ermittlerin, muß herausfinden, ob eine Frau ihren Ehemann betrügt, entdeckt aber ein größeres Geheimnis, das sie im Geister in ihre eigene Vergangenheit zurückführt.

Noch ein Zufallsfund auf OverDrive. Ich bin zwiespältig. Es war eine geschmeidige Lektüre, aber ein paar Dinge waren etwas zu geschmeidig und perfekt, wie Maisies Hintergrundgeschichte.
Meine Bibliothek hat nur zwei weitere aus der Reihe von 18 Büchern, Nummer 16 und 18, und ich denke nicht, daß es viel Sinn macht, die zu lesen, ohne Maisies Entwicklung zwischen 1929 und 1945 zu kennen.

"Carmilla" von Joseph Sheridan Le Fanu, Erstveröffentlichung (als Serie) 1871 😸

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Die junge Laura führt mit ihrem Vater ein einsames Leben in einem österreichischen Schloß.
Als sich in der Nähe des Schlosses ein Kutschenunfall ereignet, bekommen sie einen unerwarteten Gast, die schöne und bezaubernde Carmilla.
Eine seltsame Freundschaft entwickelt sich, aber dann wird Laura von Träumen geplagt und wird jeden Tag schwächer.

Le Fanus Carmilla ist einer der ersten weiblichen Vampire in der Literatur. Die Novella ist 26 Jahre älter als Stokers "Dracula" und hat mehr Schichten als einfach nur eine Vampirgeschichte zu sein (ich sage nur Frauen).
Ich hatte sie vor Urzeiten gelesen und erinnerte mich an nichts mehr, also war es and der Zeit, es nochmal zu lesen. Definitiv eine Empfehlung von mir.
Gundel mochte ja Lord Ruthven nicht besonders, als sie aber hörte, daß sich Carmilla in eine schwarze pantherartige Katze verwandeln konnte, meinte sie, daß sie selber vielleicht doch einen ganz guten Vampir abgeben würde.

"Tension" von E. M. Delafield, Erstveröffentlichung 1920

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Als Lady Rossiter, Frau des Direktors eines privaten Colleges, Sir Julian, erfährt, daß die neue weibliche Aufsichtskraft, Pauline Marchrose, die Frau ist, die die Verlobung mit ihrem Cousin aufgelöst hat, tut sie alles, um sie loszuwerden.
Eine aufkeimende Romanze zwischen Marchrose und Sir Julians Agenten Mark Easter, dessen Frau sich in einer geschlossenen Einrichtung befindet, ist die perfekte Grundlage für eine Kampagne gegen sie und die Spannung nimmt zu.

Liz von Adventures in Reading, Running, and Working from Home hat mich in die Reihe "British Library Women Writers" eingeführt (ich habe gesehen, daß sie dieses Buch bereits hier rezensiert hat). Ich habe geschaut, welche der Romane ich recht einfach finden konnte, das hier war einer davon.


DNF:

"A Witch's Guide to Magical Innkeeping" = "Miss Swans zauberhafte Pension für magische Gäste" von Sangu Mandanna, Erstveröffentlichung 2025

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Eine junge, talentierte und mächtige Hexe läßt ihre Großtante von den Toten auferstehen und verliert fast ihre gesamte Macht, also betreibt sie die magische Pension ihrer Tante, nachdem sie selber aus der Gilde verbannt wird.
Dann erfährt sie von einem Zauber, der ihre Macht 
vielleicht wiederherstellen kann.

Ich fange an zu glauben, daß die meiste "Cozy Literatur" nicht wirklich etwas für mich ist. Ich habe ungefähr 15% des Buchs gelesen und dann festgestellt, daß mir nicht danach war, die Lektüre wieder aufzunehmen. Ich habe es zwar trotzdem getan, war aber nach ein paar weiteren Seiten immer noch gelangweilt. Da eine Warteliste von vier oder fünf Leuten bestand, fand ich, daß es nett von mir wäre, direkt an dieser Stelle aufzugeben.

Freitag, 30. Januar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 141

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).


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Letzte Woche habe ich für einen zukünftigen Blogpost eines meiner Kinderbücher nochmal gelesen.
An einem Tag geht der Held auf eine Kirmes und einer seiner Freunde bittet ihn darum, Streuselkuchen und Kolatschen mit heimzubringen.
Darauf stürzte sich mein Gehirn sofort und ließ mich wissen, daß es beidem nicht abgeneigt wäre. Zu dumm, daß die Bäckerei in meiner Nähe keins von beidem hat, aber dafür habe ich schnell mal in Erinnerungen geschwelgt.
Das erste Mal, daß ich bewußt Streuselkuchen gegessen habe (obwohl ich mir sicher bin, daß ich ihn da daheim schon gehabt hatte) war in der Grundschule. In der großen Pause kam ein Bäcker in die Schule, um Brötchen, Brezeln und so weiter zu verkaufen, aber auch süße Stückle, und einmkal hatte ich genug Geld, um mir ein Streusel zu kaufen, wie wir es kurz nannten. Das war damals so eine besondere Leckerei.
Die andere Erinnerung stammt aus der Zeit, als ich während meiner Ausbildung ein Praktikum im Landtagsarchiv machte. Auf dem Weg dorthin gab es in der Fußgängerzone ein Bäckerhäuschen und dort hatten sie Zwetschgen-Kolatschen. Sie waren so gut! Jeden Morgen beeilte ich mich, mir eine für den Tag zu besorgen. Ich habe seit Ewigkeiten keine Kolatschen mehr gesehen, so schade!
Habt ihr eine Erinnerung an einen besonderen Kuchen oder ein süßes Stückle?

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Von Chmee2 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0


Seid ihr dann bereit fürs Wochenende? Wie wär's, wenn ihr Kolatschen backt und mir ein paar schickt? 😉

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf HoneyBears & SydneyBeans.

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Kristin von HoneyBears & SydneyBeans says "Ich bin Kristin! Ich bin Mutter von HoneyBear (15 Jahre alt) & SydneyBean (11 Jahre alt). Ich bin mit einem verständnisvollen & großartigen Mann verheiratet, der mich trotz meiner verrückten Gene liebt! ... Ich lerne ohne meine Mutter zu leben, die 2013 verstorben ist, und mit den Höhen und Tiefen einer ziemlich kürzlichen Diagnose von Multipler Sklerose. Ich liebe Kochen, Lesen, Basteln und alle schönen Dinge. Ich bin Verbündete der LGBTQ+ Gemeinschaft und verwende als Pronomina "she/her". Ich interessiere mich für Politik, Musik, Popkultur und Sport. Als Familie lieben wir es, Neues zu entdecken, Abenteuer zu haben und etwas darüber zu lernen, was wir tun können, um unsere Gemeinschaft zu lieben und uns um sie zu kümmern!"


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Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Ich könnte jetzt wirklich ein oder zwei von Donnas Valentine's Day-Cookies essen, sie sehen lecker aus.

Lisa feiert die klassische Filmreihe "The Thin Man" und beginnt mit diesem Post über den ersten Film mit William Powell, Myrna Loy und natürlich "Asta", dem Hund.

Barbaras Ostkaka sieht sehr verführerisch aus, den muß ich mir merken.

Erin erzählt uns vom Überwintern und Katzenkindern. KATZENKINDERN!


Macht mit beim Linkup!

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Donnerstag, 29. Januar 2026

Stummfilme - The Rat's Knuckles

Nach letzter Woche brauchte ich wirklich etwas Kurzes und natürlich machte es Sinn, nach meinem Post über sie einen Film mit Martha Sleeper auszuwählen.
Es ist "The Rat's Knuckles" von 1925 mit Charley Chase.

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Die Handlung (Spoileralarm).

Jimmy Jump hat die perfekte humane Mausefalle erfunden. Als er seine Freundin "Flirty McFickle" - die diesen Spitznamen nicht umsonst trägt -

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"Willst du etwa sagen, daß ich mit Kunden flirte?"

in der Sodabar besucht, um ihr ein Bild von den Millionen auszumalen, die sie dank seiner Erfindung haben werden, und wie berühmt sie sein werden, rennt eine Maus über den Boden. Jimmy rennt, um seine Falle zu holen, aber bis er zurück ist, ist die Maus schon wieder weg.

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Professor James Jump, berühmt dank "Ratus Trapus".


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Man muß ja zeigen, wem man all das neue Geld verdankt!

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"Da ist der Prinz -"
"-- Morgen, Ed -- "
Zu Flirty "-- Er ist auch ein großer Mann."

Als besucht er stattdessen einen Finanzier für Erfindungen, der so genervt ist, daß er beinahe auf Jimmy schießt, ihn dann aber beschließt, ihn da einfach sitzen zu lassen, während er zum Essen geht. Als Jimmy Flirty von der Arbeit abholt und ihr sagen muß, daß er seine Erfindung nicht verkauft hat, geht sie mit einem Kunden auf und davon, mit dem sie schon vorher geflirtet hat.
Jimmy geht zum Hafen, um allem ein Ende zu setzen, wird aber von einem großen Finanzier zurückgehalten, der zufällig vorbeikommt und ihn bittet, ihm von seiner Falle zu erzählen.

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Es stellt sich heraus, daß die Falle ein Schachtelteufel ist, der aus dem Kästchen springt, wenn die Maus den Käse berührt, was "das Mäuschen nicht umbringt, es aber so beschämt, daß es nie mehr zurückkommt".

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Genial! 🤪


Zu dumm. Der Finanzier hebt seinen Stock und schon liegt Jimmy im Wasser!

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"The Rat's Knuckles" ist einer von acht Kurzfilmen der Jimmy Jump-Reihe.
Jimmy Jump ist der kleine Mann, dem nichts gelingt.
Ich habe den Film hier auf YouTube angeschaut. Der Kanalbetreiber bezeichnet sich selber als "Vollständigkeitsfreak", das heißt, er hat den Film aus drei verschiedenen Quellen zusammengestellt! Die Szenen, die er wieder eingefügt hat, zeigen Jimmy, wie er zwei Arbeitern dabei "hilft", ein Klavier abzuladen - direkt in einen offenen Schacht - und die Autoszene, in der sie den Prince of Wales begrüßen.

Meine Lieblingsszene war natürlich die Phantasie des großartigen Leben, das sich komplett um die Ratte dreht, mit großen Skulpturen, einer Ratte als Knauf für Jimmys Stock und natürlich Flirtys Schönheitsfleck.
Mir hat aber auch die Falle gefallen. Schande über dich, Maus oder Ratte, Schande! Funktioniert das auch bei Menschen? Ich frage für eine Freundin.

Nicht welterschütternd, aber ein witziger kleiner Kurzfilm und der perfekte "Gaumenreiniger" nach letzter Woche 
😉
Außerdem ist Martha Sleeper einfach so goldig!

Dienstag, 27. Januar 2026

Manchmal muß man einfach schneiden

Die Labradoritsteine, die ich hatte oder habe, sind normalerweise blau, grau und grün, aber Labradorit kann soviel mehr Farben haben, wobei Lila die seltenste ist.
Vor Monaten ging ich meine Cabochonlade durch und bemerkte, daß einer meiner geschnitzten Cabochons, der grau und grün aussah, tatsächlich in einem bestimmten Lichtwinkel einen wunderschönen rosa Schimmer hatte. Den ich in meinen Bildern (noch?) nicht so recht eingefangen habe, aber er ist da, wirklich.
Und ich wußte genau, welche Perlen dazu passen würden.

Für die Fassung wählte ich meine geliebten "Zauberapfel"-Rocailles. Es wird ein sehr trauriger Tag sein, wenn sie aufgebraucht sind, ich schaue sie mir sogar einfach nur gern in der Tube an. Als Verbindung zu dem rosa Schimmer wählte ich ein transparentes Dunkelrot - noch so ein Favorit - und ein paar dunkelrosafarbene 15er Perlen.

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Die Fassung ist der einfach Teil. Es ist nicht so einfach zu entscheiden, was als nächstes kommen sollte, und diesmal traf ich auch eine Fehlentscheidung.
Ich freute mich darauf, wieder mal einen Freiformanhänger zu machen. Ich liebe Freiform (und frage mich manchmal, wieviel Schuld daran Gary Larsons Amöben tragen - googlet sie, falls ihr sie nicht kennt, denn ich muß immer an sie denken, wenn ich etwas in der Art mache). Ich wollte eine Mischung aus Rot- und Rosatönen in verschiedenen Perlengrößen verwenden, vielleicht mit etwas Gold hier und da.
Wenn ich in Freiform arbeite, schneide ich gern zuerst den Filz um den Cabochon in Form und folge dieser dann mit den Perlen. Gewöhnlich bin ich damit recht glücklich, obwohl ich mal hier und da die Ränder etwas beschneiden muß. In diesem Fall aber ... ohje, ich haßte es schon nach den ersten drei Reihen, glaube ich, machte aber trotzdem weiter.
Es ist schwierig, meine Gefühle zu erläutern, wenn ich an so etwas weiterarbeite. Es ist wie ein Tropfen Hoffnung, der in einer See von Zweifel schwimmt, - es besteht noch eine winzige Chance, daß ich es dank eines kreativen Wunders schaffe - oder auch öfter ein Molekül von Hoffnung in einer See von Ärger (über mich selber), Motivationsverlust und der Stimme meiner Muse, die mich anschreit, daß ich endlich aufgeben soll.

Das ist der schwierige Teil. Manchmal muß man sich vorwärtskämpfen, manchmal muß man, wenn möglich, kleinere oder größere Änderungen vornehmen - und manchmal muß man einfach nur schneiden.
So wie ich den Filz vorgeschnitten hatte, konnte ich ihn nicht mehr für ein regelmäßiges Design verwenden, aber ich mochte die Fassung und wollte sie nicht nochmal machen. Warum sollte ich das aber? Ich schnitt einfach entlang der Fassung und klebte dann das ganze auf ein zweites Stück Filz. Duh. Nicht so schwer, oder? Dann saß der Cabochon eben höher als gewöhnlich, weil ich gern dickeren Filz benutze, aber das war okay für mich.

Um den Extrarand zu verstecken, benutzte ich wunderschöne große dunkelrot-lila Perlen, dann eine Reihe Gold als Kontrast, und zwei Reihen für den Rand in himbeere und Zauberapfel.

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Danach steckte ich erstmal fest. Ich hatte dieses Problem schon immer mit der Tropfenform, vom allerersten Labradorittropfen an, den ich je benutzte (erinnert euch, daß ich euch kürzlich nach eurer Meinung gefragt habe - nun, keine Antwort, also mußte ich selber damit fertigwerden).
Will ich die Spitze oben haben oder folge ich meiner Muse, die die Spitze immer unten sehen will? Wie ihr sehen könnt, hat Mabel gewonnen.
Ich ergänzte ein großes Peyote-Perlen"röhrchen" auf der Rückseite für den gedrehten Herringbone-Schlauch, den ich in Zauberapfel und dunkelrot-lila gefädelt hatte. Dadurch liegt der Anhänger nicht flach auf, sondern im Winkel.

Und als ob das nicht schon ausreichte, gab ich noch meiner asymmetrischen Seite nach. Es hatte so lang gedauert, sie zu entwickeln, aber nun geht sie nicht mehr fort.
Mein erster Plan waren kleine braune Glasblumen, die ich schon früher benutzt habe und sehr liebe, aber leider konnte ich sie auf die Schnelle nicht finden.

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Was ich aber fand, waren diese übriggebliebenen Perlen, und mir gefiel der Kontrast, den sie zum Anhänger beisteuerten. Auffallend vielleicht, aber ich fand die Kette konnte etwas Oomph gebrauchen, um sie weniger klassisch (und langweilig) zu machen.

Ich habe übrigens etwas geschummelt. Im Moment, da ich das hier schreibe, hat die Kette noch keinen Verschluß. Ich habe keinen goldenen Karabinerhaken, der groß genug ist, wollte aber nicht mit dem Fotografieren warten, weil ich so glücklich darüber bin, daß dieses WIP, das jetzt schon ein paar Monate in der Arbeitsbox sitzt und wartet, endlich fast fertig ist!

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Sonntag, 25. Januar 2026

Martha Sleeper - Von der Schauspielerin zur Designerin

Ich habe hier zuvor schon zwei Stummfilme mit der Schauspielerin Martha Sleeper vorgestellt, "Mum's the Word" und "Sure-Mike!". Mir haben beide gefallen und ich mochte Sleeper wirklich (mit der ich übrigens den Geburtstag teile), also stehen noch mehr ihrer Filme auf meiner Liste.
Im zweiten Post habe ich ihre interessanten Karriere...n erwähnt. Ich weiß nicht, wie das bei euch ist, aber ich bin manchmal neugierig, was eine Schauspielerin oder ein Schauspieler so gemacht haben, nachdem sie beim Film aufgehört haben, und Sleepers Geschichte hat mich echt überrascht, auch als Schmuckmacherin.

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Sleeper im Jahr 1935,
gemeinfrei über Wikimedia

Martha Sleeper wurde 1910 geboren (ein paar Quellen geben 1907 an, aber ich habe beschlossen, dem Lake Bluff History Museum zu glauben, da sie in Lake Bluff geboren wurde.
Sleeper, die aus einer Familie kam, die in unterschiedlicher Weise mit den Künsten verbunden war, begann mit 13 Jahren in Stummfilmen zu erscheinen und war bis 1936 beim Film, mit einem letzten Auftritt in "Die Glocken von St. Marien" im Jahr 1945 als Gefallen für ihren ehemaligen Regisseur Leo McCarey.
Unzufrieden damit, Nebenrollen als die Frau zu spielen, die ihren Mann an die Hauptdarstellerin verlor, verließ sie Hollywood mit ihrem Ehemann, um nach New York zu gehen, um dort viele Jahre im Theater aufzutreten.
Damals machte sie auch ihr Hobby, für sich selber Schmuck aus Bakelit, Holz und Metall zu kreieren, zu einem lukrativen Nebenerwerb.

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Anzeige aus "The Birmingham
News", 26. März 1939,
Seite 43

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Martha Sleeper sagte 1941 in einem Interview mit der "Washington Post": "Im letzten Krieg waren Frauen verrückt nach exotischen Hüten, um Fröhlichkeit zu zeigen, aber bei der derzeitigen hutlosen Mode wenden sich Frauen jetzt zur Aufmunterung dem Schmuck zu."

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Bild aus dem Artikel in "Collier's Week"

Ihre Designs waren farbenfroh, ungewöhnlich und verrückt - Streichhölzer, Insekten und andere Tiere, Blumen, Masken, Früchte und was es sonst noch so gibt - und einer Geschichte zufolge, die 1938 in "Collier's Weekly" veröffentlicht wurde (und die ihr hier finden könnt), wurden im ersten Jahr 200000 Stück verkauft. Sie wurden damals "lapel gadgets" genannt - in etwa Schnickschnack für den Aufschlag - was Sleeper den Titel "Gadget Girl" einbrachte.
Heute sind ihre Stücke gesuchte Sammlerstücke und viel teurer als sie es damals waren.

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Armband und Brosche (bei Doyle
Auctions verkauft)


Falls ihr glaubt, daß die Geschichte hier jetzt endet, liegt ihr falsch.
1949 fuhren Sleeper und ihr zweiter Ehemann in Urlaub. Als Teil der Seefahrt besuchten sie Puerto Rico, verliebten sich in die Insel, verkauften ihr Haus über das Telefon und blieben.
Inzwischen hatte sie jedoch genug davon, Schmuck zu entwerfen. Also begann sie ihre dritte Karierre als Modedesignerin.
Sie eröffnete eine Boutique in San Juan - "Martha Sleeper Creates" - wo sie ihre Designs verkaufte, die lokal produziert wurden, Kleider, Muumuus, Blusen, Röcke, aber auch Accessoires.
Später wurden ihre Designs, die inzwischen ebenfalls Sammlerstücke sind, auch auf die umliegenden Inseln und das US-amerikanische Festland exportiert.

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Bild von Jumblelaya Vintage
Clothing Shop

Als sie sich 1969 zur Ruhe setzte, zogen sie und ihr dritter Ehemann auf seine kleine Plantage außerhalb von Charleston, SC, wo sie 1983 starb.

Was für eine talentierte und schöne Frau!
Ich würde ihre Biographie sofort lesen, wenn es eine gäbe.
Stattdessen werde ich mehr ihrer Filme anschauen müssen (vielleicht sogar einen Tonfilm 
😮) und im Web ihre Designs bewundern.


Hauptquellen (englischsprachig):

1. Deanna Dahlsad: Merry Martha Sleeper Jewelry & Fashions. Auf: Inherited Values, 24. Dezember 2010December 24, 2010
2. Maggie Wilds: Martha Sleeper: Vintage Fashion with Wit & Color. Auf: Vintage Fashion Guild
3. Jessica Wahl: Miss Martha Sleeper. Auf: Silence is Platinum, 5. Januar 2014

Es tut mir leid, daß meine Quellen meist nur englischsprachig sind, aber mein englischer Blog wird einfach mehr frequentiert und der Zeitaufwand für die Recherche ist oft so groß, daß ich nicht auch noch die Zeit finde, adäquate deutsche Quellen zu suchen. Sollte euch ein Artikel interessieren, gibt es Übersetzungsprogramme, die zumindest einen Eindruck vermitteln können.

Freitag, 23. Januar 2026

Weekend Traffic Jam Reboot - Woche 140

Willkommen beim Weekend Traffic Jam Reboot!
Meine Posts für den Linkup gehen freitags um 3.30 morgens live (das ist dem Zeitunterschied zu den USA geschuldet).

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Vor einer Weile erhielt ich ein "britisches Päckchen". Nicht aus Großbritannien, aber mit britischen Dingen, die ich liebe. Shortbread, Marmelade und mehr. Es war ein Überraschungsgeschenk und machte meinen Tag echt gut.
Teil davon war eine hübsche Teedose mit sechs verschiedenen Geschmacksrichtungen (einige meiner Perlen können nicht erwarten, sich häuslich darin einzurichten), darunter grüner Tee mit Granatapfel, den ich kürzlich probiert habe und den ich lieber mochte als ich erwartet hatte, so sehr in der Tat, daß er schon weg ist. Ich werde mir mehr davon bestellen, wenn ich ihn nicht hier irgendwo in der Stadt finden kann.
Er erinnerte mich an das erste Mal, daß meine beste Freundin und ich unser örtliches Teehaus besuchten, das gerade eröffnet hatte. Wir waren so um die 12 und die enorme Auswahl überwältigte uns völlig!
Heutzutage nehme ich meistens Krauseminze oder Earl Grey, aber damals waren wir wild entschlossen, jede Geschmacksrichtung auf dieser Riesenkarte zu probieren! Das ist natürlich nie geschehen.

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Bild über pxhere


Also, wie steht's mit euch? Bereit fürs Wochenende?

Als Teil des Reboots werden wir jede Woche einen anderen Blog vorstellen.
Wie wäre es, wenn ihr vorbeischaut und hallo sagt? Sagt ihnen, daß wir euch geschickt haben.



Diese Woche fällt unser Spotlight auf Jennifer Lambert - A Sacred Balance.

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Jennifer von Jennifer Lambert - A Sacred Balance schreibt "Ich blogge seit 2005, als es kostenlose kleine scrapbookartigen Blogs gab. Diese Posts sind schon lang verschwunden. Diese Seite fing auf Blogger an und 2012 migrierte ich sie auf WordPress. ... Ich bin jetzt ausgeglichener. Ich blogge mehrmals in der Woche über Kindererziehung, Homeschooling, Rezepte, unsere Reisen und manchmal das Leben beim Militär. ... Willkommen in meinem Online-Zuhause."

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Marsha von Marsha in the Middle hat 2021 als Training mit dem Bloggen angefangen, um ihre Neuroplastizität zu erhöhen. Ach, wem machen wir was vor? Marsha hat mit dem Bloggen angefangen, weil sie Kleidung liebt, und sie redet oder in diesem Fall schreibt einfach gern!

Melynda von Scratch Made Food! & DIY Homemade Household - Der Name sagt schon alles, wir haben uns im Osten von Texas angesiedelt, wobei sich drei Generationen das Land teilen. Ich koche und backe alles selber, wenn ich nicht gerade gärtnere oder den Hühnern nachlaufe, und stricke!

Lisa von Boondock Ramblings erzählt von den Büchern, die sie schreibt und liest, ihrem Glauben, Home-Schooling, Fotografie und mehr.

Cat von
 Cat's Wire hat, was sie ein Springspinnengehirn nennt. Sie hat viele Interessen und bloggt über das, was immer gerade ihre Aufmerksamkeit erregt - Handarbeiten, Bücher, alte Filme, Sammelwertes oder "einfach nur so".

Rena von Fine Whatever Blog schreibt über Stil, Leben im mittleren Alter und die "gut, was auch immer" Momente, die dem Leben Sinn und Spaß geben. Seit 2015 feiert sie Kreativität, Selbstvertrauen und die Freude am Alltag.


Hier ist meine Auswahl von ein paar Posts aus dem Linkup der letzten Woche (englischsprachig).


Olivia ist ein großer Fan der Murderbot-Reihe von Martha Wells. Dies ist nur ihre Rezension des letzten Buchs, das sie angehört hat, aber darin findet ihr Links zu den anderen. Vielleicht wäre das auch was für euch?

Habt ihr noch Schnee? Laura und Laurie teilen ein paar tolle Ideen für Schneespiele mit Kindern.

Braucht ihr noch mehr Buchtips? Schaut euch Joannes Liste von ihren Favoriten nach Kategorien an (mit Links zu ihren kompletten Leselisten des Jahres).


Pam erzählt uns davon, wie man am besten eine Kuh melkt (es steckt aber noch mehr hinter dem Post).

Lisa spricht über die Gefahr, wenn man Menschen in seinem Leben durch Technik ersetzt.


Macht mit beim Linkup!

Richtlinien:
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Bitte verlinkt nur Blogposts, die ihr selber geschrieben habt. Bitte verlinkt direkt zur URL eures Blogposts und nicht der Homepage eures Blogs.
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Bitte besucht auch andere Blogs und laßt einen Kommentar da.

Zur Beachtung:
Wenn ihr am Weekend Traffic Jam Reboot teilnehmt, versichert ihr damit, daß der Inhalt euch gehört und ihr uns erlaubt, denselben zu teilen, falls euer Post oder euer Blog erwähnt werden.
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