Spind’l … Sp’ich’r — Still‘

Ist ein dokumentarisch-fiktionales Klang- und Körperarchiv über das, was nicht vergehen will: Lärm, der sich in die Knochen schreibt. Worte, die sich in den Wänden eingenistet haben. Träume, die nie geträumt werden durften. Ein Raum, der schweigt und doch voll ist von Erinnerungen, Gefühlen und Geschichten, die darauf warten, gehört und sichtbar gemacht zu werden.

Im Zentrum stehen junge Frauen, sogenannte «gefallene Mädchen», die in den 50er- und 60er-Jahren in Heime eingewiesen und gezwungen wurden, in den Textilfabriken zu arbeiten. Unter dem scheinbaren Deckmantel von Fürsorge und Schutz entfaltete sich ein System aus Überwachung, Ausbeutung und Schweigen, das diese jungen Leben prägte. Zwischen den Wänden der Heime und den Hallen der Fabriken verbergen sich Stimmen, die lange unsichtbar und unbeachtet blieben, doch deren Nachklang bis heute nachwirkt. Das Stück legt sich auf die Lauer, dringt ein in die stillen Risse im Gewebe der Geschichte und spinnt eine verbindende Linie von damals bis in die Gegenwart. Es stellt die Fragen: Wo beginnt Gewalt? Wer erzählt ihre Geschichte? Und vor allem: Wie klingt sie, wenn man endlich aufmerksam und mit offenem Herzen zuhört? Dabei öffnet es einen Raum für das Unausgesprochene und fordert das Publikum dazu heraus, sich mit der Last der Vergangenheit und deren Nachwirkungen auseinanderzusetzen.

Spind’l . . . Sp’ich’r — Still‘ ist eine sensible und zugleich eindringliche Annäherung an verdrängte Biografien, an weibliche Körper im Schatten der Industrie und an all das, was nicht länger still sein will. Es ist eine Reise in das Schweigen, das gesprochen werden muss, in die Stimmen, die gehört werden wollen, und in die Erinnerung, die nicht verloren gehen darf.

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Infos


22.—31. Mai 2026 im Chössi Theater Lichtensteig


Regie: Simon Keller
Text: Alexander Stutz
Musikalische Leitung: Sara de Angelis
Projektion: Thomas Mahnecke


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Eigenproduktion 2026

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