Ein Jahr ohne einen einzigen Blogeintrag. Hatte ich auch noch nie. Dabei hätte es durchaus etliche Themen gegeben, über die ich ganz gern gebloggt hätte. Ob ich es im nächsten Jahr mache? Oder mache ich hier ganz zu? Ich weiß es noch nicht. Aber hier und heute zumindest ein kleiner Rückblick auf das vergangene Jahr.
Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Mit einem Wort: Schwierig.
Saskia arbeitet noch immer in einer Werkstatt für behinderte Menschen. Unser Plan war, dass sie im Sommer in ein Berufsbildungswerk (BBW) wechselt, dort ein Jahr lang die Möglichkeit hat, sich in verschiedenen Berufen zu erproben und dann im Idealfall eine theoriereduzierte Ausbildung beginnt. Wir haben uns also BBWs in der Nähe mit passendem Schwerpunkt angesehen (es gibt insgesamt ca. 50 in Deutschland und es gibt keine Vorgaben, dass es im eigenen Bundesland sein muss o.ä. – man muss halt selbst hinkommen).
Am Ende gab es einen Plan, ein Gespräch mit der Rehaberaterin der Arbeitsagentur und Menschen aus der Werkstatt und letztlich ein Okay der Arbeitsagentur. Wir würden dann direkt vom BBW hören. Der Anruf, dass Saskia im August dort starten könne, kam am nächsten Tag und Saskia … brach in Tränen aus, war völlig verzweifelt und erklärte, dass sie mit uns nie wieder etwas zu tun haben wolle, wenn wir dazu zwängen. Ähh?! Moment … es war doch seit Jahren klar, dass es in diese Richtung gehen sollte. Wir haben Gespräche geführt, uns Ausbildungsmöglichkeiten angesehen, Internatszimmer besichtigt und gestern noch darüber gesprochen?! Sie änderte ihre Meinung nicht – und wir sagten 2 Wochen später alles wieder ab und baten um Verlängerung der bisherigen Maßnahme, sie blieb also in der Werkstatt.
Das war ein ziemlicher Schlag für uns Eltern. Saskia hat derzeit kein Problem damit, sie geht halt in ihre Werkstatt und verbringt da den Tag – eher wenig produktiv, aber eben auch ohne, dass sie ihre Komfortzone verlassen muss.
Wir erklärten ihr, dass wir sie natürlich nicht zwingen, denn es hätte ja auch wenig Sinn, wenn sie nicht selbst am Lernen interessiert ist. Wir erklärten aber auch, dass das Thema noch nicht durch ist und wir gemeinsam eine Lösung finden müssen. Leider ist eine wirklich gute Lösung noch nicht in Sicht.
Saskias Selbstständigkeit ist immerhin gewaltig gewachsen – sie ist inzwischen mit Bussen, Bahnen und MOIAs zwischen Zuhause, Berufsschule, Werkstatt und Therapie unterwegs – mit mehrfach umsteigen, mit kreativen Lösungen, wenn der Bus nicht (pünktlich) kommt (die dann manchmal länger dauern, als wenn sie einfach gewartet hätte) und teilweise auch auf unbekannten Strecken durch die Großstadt. Das ist großartig und macht einiges leichter. In der Hinsicht hat sie im vergangenen Jahr wirklich enorme Fortschritte gemacht. Nächtes Ziel: Regionalbahn fahren..
Insgesamt gebe ich dem Jahr eine 5.
Zugenommen oder abgenommen?
Weder noch. War anders geplant, aber …
Haare länger oder kürzer?
Keine Ahnung. Etwa gleich. Ich schnipple ja immer mal ab, was mich stört und ansonsten wächst es so vor sich hin.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auch hier: Wie gehabt. Kleine Schrift auf Verpackungen o.ä. ist problematisch, ansonsten ist es gefühlt besser als vor 1-2 Jahren. Im Alltag geht es ohne Brille.
Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Wir sind noch immer auf Haussuche. Es gibt sehr wenig, was überhaupt in die engere Wahl kommt und das wenige wurde entweder ganz schnell anderweitig verkauft (Stichwort: Lila Keller) oder stellte sich bei näherer Betrachtung als extrem sanierungsbedürftig heraus.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr. Unser Auto hat uns Anfang des Jahres einiges an Geld für Reparaturen gekostet, das war nicht schön und bei der Größenordnung müssen wir wohl allmählich darüber nachdenken, wie lange wir unser derzeitiges Auto noch behalten können. 13 Jahre sind ja auch nicht ganz wenig.
Außerdem haben wir teuren Urlaub gemacht – in einer Ferienwohnung in Österreich. 😉 Meine Güte – die Kosten dort waren echt nicht ohne. Gar nicht mal die Unterkunft und Selbstverpflegung, das war im normalen Rahmen, aber was wir allein für Seilbahnen ausgegeben haben … Holla, die Waldfee!
Die teuerste Anschaffung?
Hmm … keine, glaub ich.
Mehr bewegt oder weniger?
Ich fürchte, weniger. Irgendwas muss ich mir einfallen lassen und wieder walken o.ä.
Immerhin gab es wieder regelmäßige Square Dance-Abende, aber da kommen aktuell auch wieder ungewisse Zeiten auf uns zu, da unser Caller aus beruflichen Gründen aufhört und wir noch keinen Ersatz haben. Die nächste Zeit werden wir mit Gastcallern überbrücken, das ist aber keine Dauerlösung (könnten wir uns als Verein auch finanziell nicht dauerhaft leisten). Ich hoffe, wir finden mittelfristig eine gute Lösung
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
- Die aktuelle politische Situation in Deutschland und auf der ganzen Welt. Alte Männer mit viel zuviel Geld und Macht, denen es nur darum geht, ihre Macht auszubauen und sich über andere zu erheben – ohne Rücksicht auf Verluste, ohne soziale oder ökologische Verantwortung. Ich ertrage es kaum noch, Nachrichten zu hören oder zu lesen.
- Saskias Rückzieher bezüglich BBW, der alles wieder auf Anfang gestellt hat, was wir mühsam erarbeitet hatten.
- Gicht-Anfälle bei meiner Mutti.
Vorherrschendes Gefühl 2025?
„Nicht euer Ernst.“
- Wer wählt Friedrich Merz zum Bundeskanzler?
- Wieso ist Jens Spahn immer noch Mitglied der Regierung?
- Was macht Katharina Reiche eigentlich beruflich?
- Kann mich irgendwer mal aus diesem politischen Albttraum aufwecken?
Von Trump, Musk und Co. fange ich lieber gar nicht erst an.
2025 zum ersten Mal getan?
- Hmm … getan nichts unmittelbar, aber 25 Jahre Betriebszugehörigkeit gefeiert.
2025 nach langer Zeit wieder getan?
- Lotto gespielt. (Leider mit sehr geringem Erfolg.)
Lieblingsblogs des Jahres?
Ich habe leider auch in diesem Jahr keinerlei Blogs gelesen.
Fazit:
Uff. Das Jahr hatte es wirklich in sich. Ich gucke täglich nach Häusern, bin immer wieder genervt von Maklern, aber gute Angebote sind extrem selten. Aber wir haben es warm und trocken, haben keine finanziellen Sorgen und bis auf kleinere Zipperlein und meinen inzwischen extremen chronischen Husten sind wir gesund.
Größter Wunsch fürs kommende Jahr?
- Neue berufliche Möglichkeiten für Saskia.
Und ansonsten weiterhin
- Gesundheit natürlich
- Weltfrieden und Ideen gegen den rasanten Klimawandel,
- viel schöne Zeit mit Freunden
- ein passendes Haus für uns
- eine Bundesregierung, die endlich ihren Job macht
Ich wünsche uns allen ein gesundes neues Jahr! 🍀
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