Samstag, 31. Januar 2026

Gesagt - getan

In meinem letzten Beitrag habe ich ja geschrieben, dass ich den Votequilt verschenken und mir einen neuen nähe werde. Für den zweiten Quilt wollte ich gern nach der Briefmarke mit den Stolpersteinen einen Schnitt erstellen. Einen hatte ich schon einmal gemacht, auch ausgedruckt, ausgeschnitten und dann - weggeworfen. Zu dem Zeitpunkt des Aufräumens war ich der Meinung, ein Protestquilt reicht. 😂 Naja...

Ich habe also vor ein paar Tagen noch einmal einen Schnitt erstellt. Der war sogar irgendwie besser als der vorige. Das Nähen dieses Blocks ging realtiv fix, es waren auch nicht so viele kleine Teile.

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Auf die Rundungen unten am Stolperstein bin ich schon ein klein wenig stolz, dass die mir so gut gelungen sind. Den Block werde ich denn noch von Hand mit dem Slogan "Nie wieder ist jetzt" besticken. Meinen Block habe ich dann zur Probe mal auf das schon fertige Top aufgesteckt: 

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Ja, das sieht auch gut aus, aber irgendwie ist der Block ein wenig groß für das Top. Naja, kommt ja noch ein Rand drumherum. Gestern habe ich dann mit der Hand begonnen, wieder habe ich mit Resten genäht. Ich hatte - vermeintlich - passende Stoffe rausgesucht. Zusammen vernäht sieht man dann doch schon einen ganz schönen starken Kontrast. Das hätte ich so nicht vermutet.
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Heute habe ich dann an der Hand weitergenäht. Und ja, es ist schon ein ganz schöner Kontrast: 
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Nachdem ich den Daumen gestern genäht hatte und schon den Kontrast gesehen hatte, habe ich einfach gedacht, "Augen zu und durch", denn ein weiteres Mal wollte ich den Daumen nicht nähen. Ja, es ist eine sehr helle Hand, die das Protestschild hält, aber so ist es nun einmal. Es könnte ja auch sein, dass die Hand das Schild am Abend hochhält und dadurch die Farben ganz anders aussehen. 😂😉
 
Ich habe mir dann überlegt, den Quilt so zu nähen, dass ich das Schild wechseln kann. Ich werde aus dem Stolpersteinblock also einen kleinen Quilt nähen und den dann mit Klettverschluss an dem Quilt mit der Hand befestigen. So kann ich das "Schild" immer nach meiner Stimmung wechseln. Für den Quilt habe ich mir einen Stoff genommen, der mir auch ohne Aussage gefällt:
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Als ich meine beiden Tops im Schlafzimmer nebeneinander an den Schrank gehängt habe, habe ich gesehen, dass sie unterschiedlich groß sind:
 
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Besser kann man es erkennen, wenn die Tops aufeinander liegen.

 

Ähm, ja... Ich glaube, den ersten Schnitt habe ich direkt vom Handy ausgedruckt, den zweiten dann direkt vom Laptop. Die Abweichung beim Vergleichsquadrat war minimal, in der Summe kommt dann aber eine doch recht ordentliche Abweichung bei raus. Das blaue Top hat übrigens die richtige Größe. Deswegen war der Stolpersteinblock für den Votequilt auch so groß. Für das zweite Top passt er dagegen tatsächlich besser.

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Unabhängig von der Größe der Tops freue ich mich darüber und finde beide schön. Nun warte ich auf das bestellte Thermolam und dann kann ich die beiden Tops heften und quilten. Bis dahin habe ich auch noch ein wenig Zeit, das Papier rauszuzupfen. Das wird eine reine Sisyphusarbeit... Das erste Top möchte ich dann ja verschenken, wenn es ein Quilt ist, das blaue Top ist nun wirklich für mich, deswegen kreuze ich im Bingo von Antetanni das Feld "Das ist für mich" ab.

Mittwoch, 28. Januar 2026

...ich zeig euch mal den Finger...

...also nicht DEN Finger, sondern eher DIE Finger. Und nicht aus dem Grund, wie man das jetzt vielleicht denken könnte, sondern anders. 😉Und schon gar nicht, weil ich euch vielleicht nicht leiden mag, sondern, weil ich etwas mit euch teilen möchte. Eben die Finger. 

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Also mal von vorn. Vor ein paar Tage habe ich auf Insta den Aufruf zu einem Sewalong gelesen. Weil bei uns in Sachsen-Anhalt im September Landtagswahlen sind und ich das Muster schon immer gut fand, habe ich mich spontan, ja wirklich spontan, dazu entschieden, da nähe ich mit. Ok, durch meinen Quilt geht wohl nicht einer mehr oder weniger zur Wahl, aber ich kann mir ja einbilden, es würde etwas helfen.

Zunächst habe ich das Protestschild genäht, welches die Hand hochhält. Regina ist hoffentlich jetzt dolle stolz auf mich: Ich habe alles aus Resten genäht und keinen neuen Stoff gekauft oder angeschnitten. Meine PP-Teile, die ich in der letzten Zeit genäht habe, waren, bis auf den Kabel-versteckt-euch-Quilt doch recht klein und so war das große Muster doch eine Herausforderung für mich. Aber: Es hat geklappt.

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Dieses Teil ist 12 mals 12 Inch groß. Ich finde es sehr schön, dass das "o" so schräg liegt. Das bringt Spannung in den Block.
 
Am Sonntag habe ich zunächst mein Vote-Schild eingefasst und dann endlich mit der Hand begonnen.
 
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Auch dafür habe ich Reste verwendet, deswegen haben die Finger teilweise ein lustiges Muster. Allerdings ist das nur aus der Nähe zu erkennen, aus der Ferne sieht es tatsächlich wie Schattierungen aus. Ich muss schon sagen, manche der Teile, gerade bei den Fingern und den Nägeln, waren schon seeeehr klein.
Obwohl ich Montag bis 17 Uhr arbeiten musste und dann anschließend noch eine Weile bei meinem Vater war, habe ich abends dann doch noch an meiner Hand weitergenäht. Ich wollte gern wissen, wie es komplett aussieht. Wirlich viel war nicht mehr zu nähen und die Teile wurden auch wieder ein wenig größer. Das hat es einfacher gemacht.
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Ja, das sieht richtig klasse aus. Und ich freue mich, dass ich an diesem Sewalong teilgenommen habe. Bei meiner Hand muss ich noch zwei kleine Änderungen vornehmen. Auch wenn man sie nicht gleich sieht (ich schon), stört es mich und mein Blick fällt immer darauf. Also werde ich demnächst noch einmal ein wenig trennen. wenn das dann erledigt ist, muss das viele Papier rausgezupft werden. 😏
 
Diesen Quilt werde ich, wenn er dann fertig ist, verschenken. Ich werde für mich einen weiteren Quilt nähen, dieses Mal hält die Dame dann aber ein Schild mit der Abbildung eines Stolpersteins hoch, so wie auf den Briefmarken meiner letztjährigen Weihnachtspost. Ich habe schon angefangen, dazu ein PP-Pattern zu erstellen. Ich muss es nur noch auf die richtige Größe bekommen und schauen, ob die Rundungen nähbar oder eventuell zu klein sind.

Sonntag, 25. Januar 2026

Zwischentöne

Im Frühjahr finden die Patchworktage in Suhl statt und da werden Steffen und ich hinfahren. Schon im letzten Jahr haben wir ein Hotel in Ilmenau gebucht, wir machen daraus wieder einen Wochenendkurztrip und ich freue mich schon darauf. Im Herbst habe ich in der Gildezeitschrift gelesen, dass das Thema der diesjährigen Stoffbriefausstellung "Zwischentöne" ist. Das Prinzip ist ganz einfach: Man fordert bei der Gilde einen Stoffbrief an, überweist den Unkostenbeitrag und bekommt dann den Stoffbrief zugesandt. Alles was darin ist, muss sichtbar auf der Vorderseite des Quilts verwendet werden. Die Stoffe empfinde ich meist als... ...naja. Kaufen würde ich sie mir nicht.

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In diesem Jahr enthielt der Stoffbrief zusätzlich zu den Patchworkstoffen noch Stickgarn, Nähgarn und einen - für mich nicht - definierbaren Stoff:

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Zwischentöne sind ja oftmals nicht so einfach zu erkennen, sei es ein Zwischenton zwischen verschiedenen Farben, sei es ein Zwischenton in der Musik (den ich niemals erkennen würde) oder sei es ein Zwischenton im Gesrpräch. Immer muss mann genau hinsehen oder -hören, sonst kann es ganz schnell passieren, dass man eben diese Zwischentöne übersieht oder überhört und dann das Gesagte/Gesehene völlig anders interpretiert, als es beabsichtigt war. Man muss sich auch ein wenig darauf einlassen, die Zwischentöne erkennen zu wollen. 

Und genauso habe ich meinen Quilt gearbeitet. Dass ich diesen in der Technik "Cut and away applique" fertigen wollte, stand für mich bereits von Anfang an fest. Ich hatte dazu mal einen Onlinekurs belegt und fand das unheimlich spannend, schließlich entwickelt sich das Motiv erst beim  Arbeiten und es ist am besten, sich dabei von allem freizumachen und einfach drauflos zu arbeiten.

Ich habe meinen Quilt in 12 Blöcke unterteilt und jeden Block separat gearbeitet. Kurz bevor ich mit der Arbeit am Quilt angefangen habe, kam mir die Motividee: Warum nicht einfach "Zwischentöne"?

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Ganz unten liegt ein groß gemusterter Stoff, darauf taupefarbige Seide, darauf der Stoff aus dem Stoffbrief und ganz oben liegt ein orange gestreifter Stoff. Darauf habe ich mit dem beigefügten Stickgarn Motive und Buchstaben gestickt und dann immer die Lagen weggeschnitten. So habe ich dann nach und nach meine zwölf Blöcke gearbeitet. Ich habe diese dann immer nebeneinander gelegt und manchmal hier und da noch was weggeschnitten, so dass das Aussehen harmonisch ist. Auf manche Blöcke habe ich noch Organza gelegt.
 
Den letzten Block habe ich nicht mit der taupefarbigen, sondern mit orangener Seide gearbeitet, denn manchmal interpretiert man etwas anders als es gemeint war, manches wirkt anders, als es ist und so ist der unterschiedliche Block zustande gekommen.
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Ich habe dann alle meine Blöcke in Reihen und die Reihen untereinander zusammengenäht. Und was soll ich sagen?
 
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Ups, da hat sich wohl ein kleiner Fehler eingeschlichen, aber hey, auch das passt zum Thema Zwischentöne und so habe ich den C-Block einfach so gelassen: 

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Ein Problem war dann immer noch der undefinierbare Stoff. Ich hatte zunächst überlegt, mit diesem Knöpfe zu beziehen und diese als Ö-Striche zu verwenden. Aber ich denke, dafür war der Stoff einfach zu fest. Als ich auf den Stoff geguckt habe, habe ich gesehen, dass ich die einzelnen Fäden rausziehen kann. Na, wenn das mal kein Zeichen ist: Also habe ich ein kleines Bündel Fäden rausgezogen, diese in der Mitte mit dem roten Nähgarn zusammengebunden und dieses kleine Bündel als Ö-Striche angenäht. So habe ich auch gleich das rote Garn verwendet.

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Meinen kleinen Quilt habe ich dann nur sparsam in der Naht gequiltet, alles andere wäre zu viel gewesen. Da ich die Knopfrohlinge ja nun hatte, habe ich sie mit dem Hintergrundstoff bezogen und noch die Knöpfe auf den Quilt aufgenäht. Ohne irgendeine Bedeutung, einfach nur so. 😉Ich werde in den nächsten Tagen meinen Quilt bei der Gilde anmelden und ihn dann in Richtung Dortmund absenden und dann freue ich mich, wenn ich ihn dann im Mai in Suhl bei den Patchworktagen sehe.

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Eigentlich sieht es irgendwie nach "Chaos" aus, aber wenn man sich darauf einlässt, dann kann man gut die Zwischentöne erkennen. Und so habe ich eine Premiere, denn mit diesem Beitrag kreuze ich das erste, das allererste Bingofeld in meinem Leben ab: Nämlich Chaos im Bingo 2026 von Antetanni.

Dienstag, 13. Januar 2026

2025 - ein Jahr zum Vergessen? Teil 2

Habt vielen lieben Dank für eure Kommentare zu meinem Jahresrückblick, ich habe mich sehr darüber gefreut. Ja, wir sind immer mal wieder unterwegs, da mal einen Ausflug hin, dort mal hin. Ich zehre dann davon, das macht den Alltag leichter. Ich finde es schöner, hin und wieder mal wegzufahren. Es wäre nichts für mich, das ganze Jahr nichts zu machen, den Urlaub aufzuheben, um dann drei Wochen irgendwo hinzufahren. So lange könnte ich gar nicht von zu Hause weg sein, da bekomme ich viel zu sehr Heimweh. Und außerdem finde ich es angenehmer, zwischendurch mal eine Auszeit vom Alltag zu haben, auch wenn es "nur" Tagesauflüge sind. 😉

Weiter geht es nun mit meinem Jahresrückblick, Teil 2. Im Juli bin ich mutig geworden, denn ich war allein mit Katharina im Urlaub, zuerst sind wir mit dem Zug nach Wien gefahren und eine Woche später nach Düsseldorf. Also: Wir sind den Zug nicht gefahren, sondern nur mitgefahren, aber ich finde, das ist für mich schon eine extreme Leistung. Wien war einfach atemberaubend und es war ein wunderschöner Urlaub. Klar, einer hat gefehlt, aber wir beiden Mädels haben das Beste daraus gemacht und wir denken sehr gern an unseren Urlaub zurück.

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Ja, unser Sommerurlaub war wunderschön, ich habe mir gerade eben noch einmal die Bilder angesehen, eigentlich fällt es mir gerade schwer, nur zwei Bilder für den Juli auszuwählen. Wieder zu Hause haben wir dann ein wenig chillimilli gemacht, ich habe mich meinem Hobby gewidmet und zum Beispiel einen Onlinekurs zum Thema Nähmalen gemacht. Das war richtig klasse und ich habe viel gelernt. Da Steffen von der Reha in's Krankenhaus gekommen ist, musste ich mit Katharina zum Heinz Rudolf Kunze-Konzert fahren. Das war im Bergtheater in Thale, es war ein wunderschöner Abend.

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August: Tja, wo fange ich an? Der Monat hat irgendwie alles verändert. Steffen ist endlich wieder zu Hause, nach sechs langen Wochen, bestehend aus Reha und Krankenhaus (was nicht geplant war). Ich habe noch einen Onlinekurs gehabt und in diesem meinem Picasso-KI-Quilt genäht. Das war eine Herausforderung für mich, aber letztendlich ist ein schöner Quilt entstanden. Jonathan hat seinen Auszug vorbereitet, meine Arbeitswetl ist aus den Fugen geraten und ich habe zum ersten Mal in meinem Leben eine Kündigung erhalten. Komisch. Ja, ich wusste, es wird sofort weitergehen, so war es auch, aber es war ein Punkt, der mich kalt erwischt hat und der mich endlich zum Nachdenken angeregt und mir die Augen geöffnet hat. Dafür, dass ich nur diese eine Gesundheit habe und eben doch auf meinen Körper und seine Signale achten muss, sonst geht es gar nicht mehr. Und so musste ich dann eben auch lange zu Hause bleiben, weil es einfach nicht anders ging. Rückblickend muss ich sagen, dass dieser Crash für mich zum richtigen Zeitpunkt kam, sonst hätte ich wohl noch ewig so weiter gemacht und dann wäre es noch viel schlimmer gekommen.
 
Ansonsten waren wir in Babelsberg zum Fußball und ich scheine meinen Herzensverein gefunden zu haben. Ende August waren Steffen und ich zu meinem Geburtstag und unserem 30. (!) Hochzeitstag das Wochenende in Plauen im Hotel. Ich habe dieses Wochenende sehr genossen, auch wenn ich daran sehr wenig Erinnerungen habe, alles ist in weiche Watte gepackt...
Im September ist Jonathan dann aus- und Johannes in das Zimmer von Jonathan gezogen. Schnell haben wir uns mit der neuen Situation arrangiert. Zum einen ist Jonathan nicht aus der Welt und zum anderen sehen wir natürlich die Vorteile und die überwiegen. Ich habe mein altes Büro ausgeräumt. Ich verstehe nicht, dass die Leute im Film es schaffen, ihre Habseligkeiten in einen Pappkarton zu packen. Bei mir hat das nicht gereicht, ich brauchte etliche Körbe und Taschen.
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Ich habe im September den Siebdruck für mich entdeckt, das ist faszinierend und macht unheimlich viel Spaß. 
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Mit dem Siebdruck habe ich Motive für Karten gedruckt, die ich meinen neuen, alten Kolleginnen zum Abschied geschenkt habe. Ja und Ende September schloss sich nach 4 1/2 Jahren die Tür, mein zweites Zuhause gab es plötzlich nicht mehr. Ja, ich war darüber traurig, aber ich habe einfach nach vorn gesehen und...

...so habe ich dann im Oktober in meinem alten Büro wieder angefangen. Ich war schon nach kurzer Zeit angekommen, es fühlte sich irgendwie richtig an. Ansonsten habe ich im Oktober viel genäht, die AMC für den Adventskalender verpackt, Stoffe gefärbt, für die große Katharina einen Weihnachtsquilt zum Geburtstag genäht. Gefühlt plätscherte der Monat so dahin.

Im November gab es zwei prägende Ereignisse: Zum einen natürlich der Nähkurs in Soltau zum Thema Nähmalen und mein Gelmerodatattoo.
Im November habe ich einen weiteren Onlinekurs gemacht, wieder bei Carmen Bickle. In diesem Kurs wurde wieder ein Top genäht, zu dem Carmen den Schnitt mit Hilfe von KI erstellt hat: Formen der Zeit. Dieses Top habe ich allerdings erst im Dezember zum Quilt vollendet. Der Dezember war ein typischer Dezember, irgendwie. Ich habe gemerkt, dass ich mir mal wieder zu viel zugemutet hatte, und so habe ich mir Ruhe verordnet. In bestimmten Situationen merke ich einfach, dass ich noch nicht vollständig "über den Berg" bin. Unser Weihnachtsfest war ein sehr ruhiges, entspanntes Weihnachten, ebenso der Jahreswechsel. Den haben Steffen und ich allein verlebt, Johannes war in Hannover, Jonathan ja unterwegs und Katharina war bei ihrer Freundin. Wir haben uns ein leckeres Curry gekocht und - sind pünktlich in's Bett gegangen. Wenn ich müde bin, bin ich eben müde.
Ja, 2025 war kein einfaches Jahr, es hat mich vor viele Herausforderungen gestellt und mir Vieles abverlangt, ich bin an meine Grenzen und darüber hinaus gegangen, aber es war auch ein schönes Jahr. Ich habe so viele schöne Erlebnisse gehabt, mit Steffen, mit den Kindern, mit meinem Hobby. Das gibt mir Halt und Zuversicht. 
 
Der Krebs liegt irgendwie schon soweit zurück, es ist so... ...unwirklich, dass er überhaupt da war. Ich hoffe, er bleibt einfach weiterhin weg! Das ist mein ganz großer Wunsch für die Zukunft. Beruflich wünsche ich mir, dass ich angekommen bin und bleibe. Ich freue mich darüber, dass ich nun 35 Stunden in der Woche arbeite und nicht mehr 40. Die fünf Stunden weniger merke ich sehr und es tut mir gut. Ich möchte, dass es bei mir weiter aufwärts geht und ich tue mein Bestes dafür. Mit all diesen schönen Erinnerungen im Hinterkopf muss es doch nun ein gutes Jahr 2026 werden. Und das wird es! Ich habe viele Pläne für dieses Jahr, als erstes fahren wir Ende Januar nach Wiesbaden für ein Wochenende. Ich freue mich schon sehr darauf. 

Samstag, 10. Januar 2026

2025 - ein Jahr zum Vergessen? - Teil 1

Ich habe lange nachgedacht, nachgedacht über das Jahr, welches hinter mit liegt. Es war mal wieder ein sehr spezielles Jahr, eines, welches ich manchmal nicht gebraucht hätte, aber es hat mich auch einiges gelehrt und ja, ich weiß, was ich kann und was alles möglich ist. Ich habe mir überlegt, dass ich zu jeden Monat ein oder zwei Fotos zeige und daraus meinen Jahresrückblick gestalte.

Ich finde, der Januar plätschert immer eher so dahin, meist passiert nichts Welt bewegendes, zumindest ist das bei uns oft so. Ich habe noch den Schwung vom Jahresende und bin unheimlich produktiv, was das Nähen angeht. Im Januar waren wir in Leipzig im Museum der bildenden Künste und haben usn die dortige Rembrandt-Ausstellung angesehen, Ende Januar waren Steffen und ich in der Quadratestadt Mannheim und haben uns dort die Ausstellung "Neue Sachlichkeit" angesehen. 

Tja, und dann kam der Februar. Ok, der kommt immer nach dem Januar, aber dieser Februar war schon sehr speziell. Steffen hatte den Kontrolltrermin beim CT und bekam, was sonst so nicht war, eine CD mit, der Urologe wollte ihn dringend spechen... ...der Rest ist Geschichte. Mein Spatzjournal, welches eigentlich für unsere Reise nach Wien sein sollte, habe ich umfunktioniert und dort meine Gedanken zu den kommenden Wochen eingetragen.

Im März hatte unsere Freundin ihren runden Geburtstag und das habe ich zum Anlass genommen, für sie einen Quilt zu nähen, ich habe den dritten großen Gelmerodaquilt begonnen, einen Onlinekurs gemacht. Steffen hat den ersten Chemozyklus bekommen und wir haben uns mit der ungewohnten Situation irgendwie arrangiert. Mitte März waren Steffen und ich in Magdeburg zum Konzert von Alphaville. Die Karten hatte ich ihm ihm Jahr zuvor zum Geburtstag geschenkt. Eigentlich wollte ich da gar nicht hinfahren, aber Steffen war optimistisch, dass es klappt und so war es auch. Der Abend tat uns beiden sehr gut. 

Gut, dass ich den Rückblick schreibe, denn so habe ich mich wieder daran erinnert, dass ich im April mit Katharina in Halberstadt im Dom war. Ich hatte in den Nachrichten gehört, dass die Flügelaltäre vor Oster alle zugeklappt waren und erst Ostersonntag, zum Ende der Fastenzeit wieder geöffnet werden. Das wollte ich mir gern ansehen. Eigentlich wollte ich mit Steffen dorthin fahren, aber das hat nicht geklappt. Ende April waren Steffen und ich dann in Quedlinburg zur Ausstellung Keep your eyes on the planet. Auch davon hatte ich im Fernsehen gesehen und beschlossen: Da muss ich hin. Auch hatten wir im April erfahren, dass Steffen keinen vierten Chemozyklaus brauchte. Das war die schönste Nachricht und diese hat mich dann bewogen, wieder einen Gelmerodaquilt zu nähen (ich konnte nach dem schwarzen Quilt keinen weiteren nähen, ich war wie blockiert).

Das liest sich alles so leicht und beschwingt, so war es mitnichten. Es war eine schwere und anstrengende Zeit, musste ich doch versuchen, irgendwie zu funktionieren. Auf Arbeit war es auch nicht gerade einfach, durch viel Arbeit und zu wenig Personal. Ich bin seit März wieder schwimmen gegangen und habe irgendwie versucht, mich nicht zu verlieren.

Im Mai war es dann soweit, dass ich germerkt habe, ich verliere mich, ich gehe unter. Alles hat mich zu Tränen gerührt, egal, ob im positiven oder negativen Sinn und so habe ich im Mai spontan ein paar Tage frei genommen. Die Zeit tat mir sehr gut. Rückblickend weiß ich aber, dass die paar Tage allenfalls an der Oberfläche ein wenig die tiefsten Schrammen kitten konnten. Um wirklich wieder fit zu werden, hätte es viel, viel mehr Zeit gebraucht, was ich aber zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste. Ende Mai waren in Goslar die Patchworktage. Endlich war die Veranstaltung mal in meiner Nähe. Das habe ich ausgiebig genutzt und war Freitag und Sonnabend dort. Das war richtig schön, zumal wir auch bestes Wetter hatten. Im Mai habe dich auch den schwarzen Quilt gegen meinen Glücksquilt ausgetauscht. Die Zeit des schwarzen Quilts war ja schließlich vorbei. Wobei, einen lila Stein hat der schwarze Quilt noch bekommen, denn Steffens Reha fiel genau in die Zeit unseres Jahresurlaubs.

 

Juni - der Beginn vom Sommer, von Leichtigkeit, abends lange draußen sitzen, laue Sommerabende genießen... Wir haben unseren Balkon sommerlich hergerichtet, ich meine, das h aben Steffen und Katharina gemacht. Das war es dann aber auch schon. Der Balkon war in diesem Jahr irgendwie wie meine Seele: Wir haben was gemacht, ihn dann aber irgendwie ziemlich vernachlässigt und so sah er auch aus. Ich habe es gesehen und fand es auch nicht schön - dabei blieb es dann aber auch. Es war einfach viel zu viel für mich. Ich habe zwar versucht, immer wieder schöne Momente zu haben, einzufangen und festzuhalten. Aber das sind nur kurze Momente, der Alltag ist viel zu schnell wieder präsent. Zumal rückblickend betrachtet, einfach zu viel auf meinen Schultern lastete und auch noch immer lastet. Im Juni waren Steffen und ich in Herford und haben uns dort eine Ausstellung über Feininger angesehen, wir haben sogar eine Führung mitgemacht. Das war richtig schön. Von Herford aus sind wir nach Bückeburg gefahren, dort hat Steffen einige Jahre lang gewohnt, und haben dort noch einen schönen Nachmittag verlebt. Es war ein klein wenig eine Reise in die Vergangenheit (ich glaube, wir werden alt... 😉).
Ich werde meinen Jahresrückblick doch auf zwei Teile aufteilen, zum einen wird dieser Beitrag sonst zu lang und zu anderen merke ich, dass es mich ein wenig aufwühlt, das alles noch einmal zu durchdenken und zu erleben. Auch wenn die Erlebnisse schon eine Weile her sind, sind sie durch das darüber nachdenken, wieder sehr in meinen Fokus gerückt. Ich merke wieder, was wir doch für ein großes Glück gehabt haben, dass zum Beispiel bei Steffen schon nach drei Chemozyklen eine immense Besserung eingetreten ist und er keine weiteren Behandlungen brauchte. Das hätte auch alles ganz anders kommen können. Das zweite halbe Jahr war nicht leichter als das erste halbe Jahr, es gab wieder große Veränderungen und viele Dinge, auf die ich gut und gerne hätte verzichten können...
 
Meinen Rückblick verlinke ich zu Augensterns Welt, die eine Linkparty für Jahresrückblicke eröffent hat. 

Donnerstag, 8. Januar 2026

8. Janaur

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Das Älterwerden
Wilhelm Busch

Das große Glück, noch klein zu sein,
sieht mancher Mensch als Kind nicht ein
und möchte, dass er ungefähr
so 16 oder 17 wär'.

Doch schon mit 18 denkt er: "Halt!
Wer über 20 ist, ist alt."
Warum? Die 20 sind vergnüglich -
auch sind die 30 noch vorzüglich.

Zwar in den 40 - welche Wende -
da gilt die 50 fast als Ende.
Doch in den 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh'!

Die 60 scheinen noch passabel
und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still:
"Ich schaff' die 80, so Gott will."

Wer dann die 80 biblisch überlebt,
zielsicher auf die 90 strebt.
Dort angelangt, sucht er geschwind
nach Freunden, die noch älter sind.

Doch hat die Mitte 90 man erreicht
- die Jahre, wo einen nichts mehr wundert -,
denkt man mitunter: "Na - vielleicht
schaffst du mit Gottes Hilfe auch die 100!"

Mit diesem Geburtstagsgedicht für Uschy beende ich in diesem Jahr den Adventskalender. Ich hoffe, ihr hattet daran genauso viel Freude wie ich. Vielleicht gibt es in diesem Advent wieder einen, das weiß ich derzeit noch nicht. 😊