Ausland

Im Iran hat es heute mehrere Explosionen gegeben. Eine wurde von iranischen Medien in der Hafenmetropole Bandar Abbas am Persischen Golf gemeldet. Betroffen sei ein Wohngebäude, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf den Katastrophenschutz der Provinz Hormozgan.

Nach Angaben der Feuerwehr wurde die Detonation von einem Gasleck verursacht. Es habe sich Gas in dem bei dem Unglück beschädigten Gebäude angesammelt, das dann explodiert sei, sagte der Chef der örtlichen Feuerwehr im Staatsfernsehen.

Gerüchte über Anschlagsversuch

Die Explosion habe zu großen Zerstörungen geführt, hieß es im Bericht des Staatsfernsehens. Zwei Etagen des Hauses sowie mehrere Autos und Geschäfte seien zerstört worden. Rettungskräfte und die Feuerwehr seien im Einsatz. Eine Person wurde laut Angaben getötet, 14 verletzt.

Die staatliche Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichte ein Foto einer teilweise zerstörten Häuserfront eines mehrgeschoßigen Wohnhauses. Die Nachrichtenagentur Tasnim, die den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) nahesteht, dementierte Gerüchte, wonach die Explosion ein Anschlagsversuch auf den Kommandeur der IRGC-Marine, Aliresa Tangsiri, gewesen sei.

Weitere Explosion gemeldet

Auch nahe der iranischen Hauptstadt Teheran wurde von Augenzeugen mindestens eine Explosion gemeldet. Das iranische Onlineportal Nur News berichtete zudem unter Berufung auf den Feuerwehrchef der Stadt Ahwas im Südwesten des Landes, dass sich dort eine Gasexplosion ereignet habe. Den Angaben zufolge gab es vier Tote.

Israel dementiert eine Beteiligung an den Explosionen. Der Vorfall ereignete sich inmitten heftiger Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte erst gestern mit neuen Militärangriffen gedroht. In Kürze beginnt ein dreitägiges Marinemanöver der iranischen Revolutionsgarden im Persischen Golf, an dem auch China und Russland teilnehmen sollen.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des palästinensischen Zivilschutzes 32 Menschen getötet worden.

Explosion in Flüchtlingslager im Gazastreifen
APA/AFP/Bashar Taleb

Die amtliche Nachrichtenagentur WAFA meldete, in Gaza-Stadt seien eine Wohnung und im weiter südlich gelegenen Chan Junis ein Zelt getroffen worden. Ein weiterer Einschlag solle in einer Polizeistation erfolgt sein.

Israel bestätigt „Reaktion“

Die israelische Armee teilte mit, sie habe Kommandanten und Infrastruktur der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad im Gazastreifen angegriffen. Ziele seien unter anderem ein Waffenlager, eine Waffenwerkstatt und zwei Abschussrampen der Hamas gewesen.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der radikalislamischen Hamas und Israel. Beide Seiten werfen einander immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Israel pocht auf eine Entwaffnung der Hamas und die Zerstörung des von den Islamisten genutzten Tunnelsystems im Gazastreifen.

Inmitten verschärfter Spannungen zwischen den USA und dem Iran sind die iranischen Streitkräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Streitkräfte seien „in voller Verteidigungs- und Kampfbereitschaft“, sagte Armeechef Amir Hatami nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA von heute.

„Wenn der Feind einen Fehler macht, wird das zweifellos seine eigene Sicherheit, die Sicherheit der Region und die Sicherheit des zionistischen Regimes gefährden“, wurde Hatami zitiert.

Trump drohte mit neuen Angriffen

Die Führung des Iran reagierte damit auf Aussagen von US-Präsident Donald Trump. Dieser drohte gestern mit neuen US-Militärangriffen gegen das Land, falls sich Teheran einem neuen Abkommen zu seinem Atomprogramm verweigere. Er verwies zudem auf US-Kriegsschiffe, die in Richtung Iran unterwegs seien.

Der Iran hatte sich gestern zu einer Wiederaufnahme der Gespräche über sein Atomprogramm bereiterklärt. Entsprechende Verhandlungen müssten „fair und auf Augenhöhe“ stattfinden, sagte der iranische Außenminister Abbas Araktschi bei einem Besuch in Istanbul.

Peseschkian: Unruhen von außen geschürt

Der iranische Präsident Massud Peseschkian warf unterdessen in einer live im Staatsfernsehen übertragenen Ansprache den USA, Israel und europäischen Staaten vor, die jüngsten Unruhen im Land geschürt zu haben. Sie hätten die wirtschaftlichen Probleme des Iran ausgenutzt, um die Gesellschaft zu spalten und versucht, „dieses Land zu zerreißen“.

Es sei offensichtlich, dass es sich nicht nur um soziale Proteste gehandelt habe, fügte Peseschkian hinzu. Die zweiwöchigen landesweiten Proteste hatten sich Ende Dezember an der Wirtschaftskrise, der hohen Inflation und den gestiegenen Lebenshaltungskosten entzündet. Tausende Menschen starben dabei.

Für den aus Österreich stammenden UNO-Menschrechtskommissar Volker Türk ist „das Grundkonzept der Menschenrechte“ in den USA „ins Wanken geraten“, wie er heute „Im Journal zu Gast“ („JzG“) auf Ö1 erklärt hat.

„Traditionellerweise“ habe es bisher in den USA „einen Grundkonsens gegeben, sowohl auf der republikanischen als auch auf der demokratischen Seite, was die Menschenrechte betrifft, auf der ganzen Welt“. Dieser sei auch eingehalten worden.

Angesichts der Vorgangsweise von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE in der Stadt Minneapolis äußerte sich Türk bereits zuvor „bestürzt über die inzwischen alltägliche Misshandlung und Herabwürdigung von Migranten und Flüchtlingen“ in den USA.

Menschenrechte als „vertrauensbildende Maßnahme“

Hoffnung machten ihm die vielen US-Bürger und US-Bürgerinnen und die Zivilgesellschaft, welche von den Vereinten Nationen und auch direkt von seinem Amt erwarten würden, „ganz klare Worte zu Verletzungen zu finden“. Er mache bei der Verurteilung von Menschenrechtsverstößen „keine Ausnahmen“, so Türk auf Ö1.

Menschenrechte seien auch eine „vertrauensbildende Maßnahme“ in Krisen, so Türk weiter. Er sehe die Menschenrechte als „eine Sache der Vergangenheit, eine Sache der Gegenwart, aber auch eine Sache der Zukunft, und es ist eben das, was uns zu Menschen macht und was uns auch verhilft, unsere Freiheit zu bewahren, zu erhalten und auch weiterhin zu erweitern.“

Hoffnung auf Jugend

Hoffnung gebe ihm auch der „unglaubliche Enthusiasmus, eine Begeisterung von jungen Menschen auf der ganzen Welt, die sich für diese Freiheiten einsetzen, die sich für Menschenrechte einsetzen und die das auch als Teil ihrer Identität verstehen und sich immer wieder dafür einsetzen.“

Er habe bei einem Treffen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas „ganz starken Zuspruch bekommen“ und „sehe das auf der ganzen Welt, dass wir gerade, weil sich die machtpolitisch so gestaltet, wir viel mehr an Unterstützung bekommen von oft unerwarteter Seite“. Normen, „die geschaffen wurden“ könne man nicht von einem Tag auf den anderen wegzaubern, „die sind da und die bleiben“.

Einen Tag nach seiner Festnahme auf Anweisung des US-Justizministeriums ist der US-Journalist Don Lemon wieder freigekommen. Medienberichten zufolge erschien der ehemalige CNN-Moderator gestern Nachmittag (Ortszeit) vor einem Gericht in Los Angeles und kam ohne Kaution wieder frei.

Ehemaliger CNN-Reporter Don Lemon
Reuters/Jill Connelly

„Ich habe meine ganze Karriere über Nachrichten berichtet. Ich werde jetzt nicht aufhören“, sagte Lemon vor Reportern und Reporterinnen. Es gebe keinen wichtigeren Zeitpunkt für freie und unabhängige Medien, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und die Mächtigen zur Rechenschaft zu ziehen. Er wies sämtliche Anschuldigungen gegen seine Person zurück.

Festnahme in Los Angeles

Lemon war am Donnerstag in Los Angeles festgenommen worden. Hintergrund ist ein etwa zwei Wochen zurückliegender Protest gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE in einer Kirche in St. Paul, wie US-Justizministerin Pam Bondi auf der Plattform X schrieb. Nach Angaben seines Anwalts war Lemon in seiner Funktion als Reporter an Ort und Stelle.

Der Sender CBS berichtete unter Berufung auf Gerichtsunterlagen, Lemon und acht Mitangeklagten würden Verschwörung gegen die Religionsfreiheit in einem Gotteshaus sowie Verletzung, Einschüchterung und Behinderung der Ausübung der Religionsfreiheit in einem Gotteshaus vorgeworfen.

CNN zufolge sagte ein Bundesstaatsanwalt vor Gericht, Lemon habe sich „wissentlich einem Mob angeschlossen, um eine Kirche zu stürmen“. Laut CNN übertrug Lemon mit einer weiteren Journalistin an dem Tag live, wie Dutzende gegen die Einwanderungsbehörde ICE Demonstrierende eine Kirche stürmten und einen Gottesdienst unterbrachen. Den Berichten zufolge muss Lemon am 9. Februar vor einem Gericht in Minneapolis erscheinen.

Einen Monat nach der Parlamentswahl im Kosovo ist der Sieg der Regierungspartei Vetevendosje durch eine Neuauszählung der Stimmzettel bestätigt worden. Wie die Wahlkommission heute Nacht mitteilte, kam die Partei von Premier Albin Kurti auf 51,1 Prozent der Stimmen und 57 der 120 Mandate im Parlament. Damit kann Kurti mit Unterstützung von einigen Abgeordneten der ethnischen Minderheiten eine Regierung bilden.

Die Demokratische Partei PDK erhielt 20,19 Prozent der Stimmen (22 Mandate), gefolgt von der Demokratischen Liga LDK mit 13,24 Prozent (15 Mandate). Ebenfalls den Sprung ins Parlament schaffte die Allianz für die Zukunft AAK mit 5,50 Prozent (sechs Mandate).

20 Mandate für Volksgruppenvertreter

100 Parlamentssitze werden nach dem Verhältniswahlrecht vergeben, die restlichen 20 Mandate sind für Vertreter der ethnischen Minderheiten reserviert, davon zehn für die serbische Volksgruppe. Neun der zehn Mandate sicherte sich die Serbische Liste (SL), eines die kleine Partei für Freiheit und Gerechtigkeit.

Durch die Neuauszählung vergrößerte sich der Vorsprung der Regierungspartei. Laut dem vorläufigen Ergebnis war diese beim Urnengang auf 49 Prozent gekommen. Die Wahl war nach einem politischen Patt nötig geworden. Im Februar 2025 hatte Kurtis Partei die Parlamentswahl mit 42 Prozent der Stimmen gewonnen, aber keinen Koalitionspartner gefunden.

In der Unruheprovinz Belutschistan im Südwesten Pakistans haben Angehörige der ethnischen Gruppe der Belutschen „koordinierte Angriffe“ verübt. Dabei seien mindestens zehn Sicherheitskräfte und 37 Kämpfer getötet wurden, teilten örtliche Sicherheitsbehörden in der Provinzhauptstadt Quetta heute mit. Später war die Rede von mindestens 70 Toten.

Sicherheitskräfte vor Ort nach Auseinandersetzung
APA/AFP/Adnan Ahmed

Die „koordinierten Schusswaffen- und Selbstmordanschläge werden in ganz Belutschistan verübt“, insbesondere in den Bezirken Quetta, Pasni, Mastung, Nushki und Gwadar, sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter. Insgesamt hätten Angriffe an mehr als zwölf Orten stattgefunden.

Lage noch nicht komplett unter Kontrolle

Polizeibeamte in vier Bezirken erklärten gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Lage noch nicht vollständig unter Kontrolle sei. Das Mobilfunknetz war eingeschränkt, der Zugsverkehr wurde in der gesamten Provinz Belutschistan eingestellt.

Ein hochrangiger Armeevertreter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bestätigte die Angriffe und erklärte, diese seien „koordiniert, aber schlecht ausgeführt“ gewesen. Zu Todesopfern machte er keine Angaben. Die militante Separatistengruppe teilte mit, der Angriff habe sich gegen militärische Einrichtungen sowie Polizei- und Zivilverwaltungsbeamte gerichtet.

Ukraine-Krieg

Russland hat nach einem erklärten vorübergehenden Verzicht auf den Beschuss von Energieanlagen dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge seine Angriffe auf andere Ziele fortgesetzt.

Es seien von den ukrainischen Streitkräften genutzte Objekte der Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots beschossen worden, teilte das russische Ministerium mit.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte meldeten, dass Russland in der Nacht auf Samstag 85 Drohnen eingesetzt habe. Über Einschläge in Energieanlagen war nichts bekannt.

Notabschaltungen in Ukraine und Moldawien

Unterdessen kam es in der Ukraine und in Moldawien zu weitreichenden Stromausfällen. Wegen eines Spannungsabfalls im Stromnetz der Ukraine gab es eine Notabschaltung in Moldawien. In der Hauptstadt Chisinau fielen Ampeln und die Versorgung in den meisten Bezirken aus.

Notabschaltungen gab es auch in der Ukraine. In Kiew standen die U-Bahnen still, zudem war die Wasserversorgung unterbrochen. Die Stadtverwaltung sprach von einem vorübergehenden Ausfall.

Auch Tschernobyl betroffen

Auch das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl war nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) kurzzeitig von der externen Stromversorgung abgeschnitten. Der Anschluss sei inzwischen wiederhergestellt, teilte IAEA-Chef Rafael Grossi auf der Plattform X mit.

Aufgrund technischer Probleme im Stromnetz hätten zudem andere ukrainische Kernkraftwerke ihre Leistung vorübergehend gedrosselt. Direkte Auswirkungen auf die nukleare Sicherheit seien nicht zu erwarten, die Gesamtlage bleibe jedoch prekär, erklärte Grossi weiter.

Auch Russland meldet Angriffe

Auch Russland berichtete von abgewehrten ukrainischen Angriffen. Es seien unter anderem 47 Drohnen und vier Gleitbomben abgeschossen worden. Zu Schäden machte das Ministerium keine Angaben.

Russland und die Ukraine wollen noch am Wochenende in Abu Dhabi (Dubai) ihre am vergangenen Wochenende nach langer Zeit wieder aufgenommenen direkten Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges fortsetzen. Kreml-Unterhändler Kirill Dmitrijew ist heute in den USA eingetroffen, wie er in einem Posting auf Instagram schrieb.

Russland erklärte sich nach einer Bitte von US-Präsident Donald Trump bereit, wegen der extremen Kälte und der ohnehin großen Schäden von neuen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zeitweilig abzusehen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, dass die begrenzte Feuerpause nur bis morgen gelte, um für die Verhandlungen eine gute Grundlage zu schaffen.

Inland

Der Generalstabschef des Bundesheers, Rudolf Striedinger, hat sich für eine Wehrdienstverlängerung und ein Modell von acht Monaten Grundwehrdienst plus zwei Monaten an verpflichtenden Milizübungen ausgesprochen.

Zur von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) in den Raum gestellten Volksbefragung zur Reform wollte er sich im Interview mit der „Presse“ (Onlineausgabe) nicht äußern – das sei eine politische, keine militärische Frage.

Auch die Wehrdienstkommission hatte das „Acht plus zwei“-Modell empfohlen. Ein „Sechs plus zwei“-Modell sei hingegen unzureichend, sagte Striedinger: „In der modernen Kriegsführung müssen alle unsere Kräfte hochmobil sein. Darauf müssen sie vorbereitet werden und in der Truppe üben.“ Er geht davon aus, dass der Zivildienst auf zwölf Monate verlängert wird, wenn ein „Acht plus zwei“-Modell kommt.

Damit die Wehrdienstreform mit Anfang 2027 umgesetzt werden könnte, brauche es noch im ersten Quartal 2026 zumindest eine Grundsatzentscheidung der Politik, so Striedinger: „Unsere Pläne haben ergeben, dass wir eine neunmonatige Vorlaufzeit brauchen, um das System entsprechend umzustellen.“

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Eine österreichische Delegation unter Leitung von Arad Benkö, dem Nahost-Beauftragten von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS), ist am Mittwoch vom syrischen Innenminister Anas Chattab zu Gesprächen in Damaskus empfangen worden.

Gemeinsam mit Vertretern des Innenministeriums seien Rückführungen strafgerichtlich verurteilter Asylwerber sowie die praktische Zusammenarbeit der Behörden besprochen worden, teilte das Außenministerium mit. Momentan stellen Syrer und Syrerinnen die größte Gruppe von Asylwerbern in Österreich.

„Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, klare Kante bei allen zu zeigen, die kein Recht haben, in Österreich zu bleiben oder dieses Recht missbrauchen. Mit Kooperationen wie dieser schaffen wir die nötigen Rahmenbedingungen dafür“, wurde Meinl-Reisinger in einer Aussendung zitiert.

Österreich erstes Land bei Rückführungen

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) hatte zuletzt darauf verwiesen, dass Österreich 2025 als erster EU-Staat begonnen habe, Rückführungen wiederaufzunehmen. Mittlerweile seien weitere EU-Staaten diesem Beispiel gefolgt, hieß es aus dem Außenministerium.

Laut Einschätzung der Vereinten Nationen gelten einzelne Regionen Syriens als sicher. Ziel der Regierung sei es nun, Abschiebungen dorthin weiter zu forcieren, hieß es. Gleichzeitig werde versucht, durch gezielte Zusammenarbeit mit der lokalen Regierung für menschenwürdige Versorgung in den sicheren Regionen zu sorgen.

Brunner: „Noch kein sicheres Land“

EU-Kommissar Magnus Brunner sagte unterdessen in einem Interview mit der dpa, dass Syrien „noch kein sicheres Land nach EU-Regeln“ sei. „Wir sind jetzt noch nicht so weit, was die Stabilität von Syrien anbelangt, dass wir im großen Stil Abschiebungen machen.“

Es gehe – außer bei Straftätern – daher zunächst um die freiwillige Rückkehr in das vom Bürgerkrieg gezeichnete Land. Die EU-Grenzschutzbehörde Frontex habe bisher bei der freiwilligen Rückkehr von Tausenden Syrerinnen und Syrern unterstützt, so Brunner weiter. „Unsere Asylagentur hat uns gesagt, dass sich die Situation in Syrien verbessert.“

Die Zahl der Pflegegeldbeziehenden ist im Dezember im Jahresvergleich neuerlich gestiegen. Mit insgesamt 504.505 Anspruchsberechtigten lag die Zahl um 2,13 Prozent über jener des Vergleichszeitraums des Vorjahres (493.961), wie aktuelle Zahlen aus dem Sozialministerium besagen. Gegenüber November (505.388) gab es einen kleinen Rückgang.

Die Mehrheit bezog im Dezember Pflegestufe eins (29,5 Prozent), gefolgt von Stufe zwei (20,5 Prozent) und Stufe drei mit 18,7 Prozent. Stufe vier lag bei 14,4 Prozent, 11,1 Prozent waren es auf Stufe fünf, 4,2 Prozent auf Stufe sechs und 1,6 Prozent auf Stufe sieben. 308.101 Frauen (61,1 Prozent) und 196.404 Männer (38,9 Prozent) bezogen im Dezember Pflegegeld.

Pflegegeld erhöht

Bereits im Mai 2025, beim erstmaligen Überschreiten der 500.000er-Marke, hieß es aus dem Sozialministerium von Ressortchefin Korinna Schumann (SPÖ), der demografische Wandel und die steigende Lebenserwartung würden sich auch in der steigenden Anzahl von anspruchsberechtigten Personen und den Anträgen zeigen.

Die Höhe des Pflegegeldes wurde per 1. Jänner routinegemäß erhöht, um 2,7 Prozent, analog zu den Pensionen. Auf Stufe eins erhalten Beziehende aktuell 206,20, auf Stufe sieben 2.214,80 Euro.

Wirtschaft

Eine geplante Milliardeninvestition des Chipkonzerns Nvidia in OpenAI ist einem Medienbericht zufolge ins Stocken geraten. Grund dafür seien Zweifel von Nvidia, berichtete das „Wall Street Journal“ gestern unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Beide Unternehmen würden nun die Zukunft ihrer Partnerschaft überdenken.

Die jüngsten Gespräche umfassten laut Bericht eine Kapitalbeteiligung in zweistelliger Milliardenhöhe im Rahmen der aktuellen Finanzierungsrunde von OpenAI. Nvidia-Chef Jensen Huang habe privat die seiner Meinung nach mangelnde Disziplin im Geschäftsgebaren von OpenAI kritisiert und sich über die Konkurrenz durch Unternehmen wie die Google-Mutter Alphabet und Anthropic besorgt geäußert, hieß es weiter.

„Wir sind seit zehn Jahren der bevorzugte Partner von OpenAI und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit“, teilte Nvidia in einer per E-Mail übermittelten Erklärung mit. Eine Stellungnahme von OpenAI lag nicht vor.

Die Stimmung in der chinesischen Industrie hat sich zum Jahresauftakt überraschend eingetrübt. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe fiel im Jänner auf 49,3 Punkte von 50,1 Zählern im Dezember, wie aus einer heute veröffentlichten offiziellen Umfrage hervorging.

Auch der Index für den Dienstleistungssektor sank von 50,2 auf 49,4 Punkte und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Dezember 2022. Von der offiziellen Statistikbehörde hieß es, die Marktnachfrage bleibe schwach, zudem seien einige Industriezweige im Jänner traditionell in einer Ruhephase.

China kämpft mit einer anhaltend schwächelnden Binnennachfrage. Um den Konsum anzukurbeln, stellte die Regierung bereits Subventionen in Höhe von 62,5 Milliarden Yuan (umgerechnet 7,58 Mrd. Euro) für den Austausch von Haushaltsgeräten und Smartphones bereit. Zudem kündigte die Zentralbank Zinssenkungen für bestimmte Sektoren an und stellte weitere Schritte in Aussicht.

Chronik

Der französische Konzern Danone ruft in Österreich vier Chargen des Produkts Aptamil zurück. Der Rückruf erfolge aufgrund des möglichen Vorhandenseins des Bakteriengifts Cereulid, teilte Danone heute mit.

Der Schritt sei in Abstimmung mit den österreichischen Behörden getroffen worden und betreffe ausschließlich die vier Produkte mit dem spezifisch aufgeführten Mindesthaltbarkeitsdatum, hieß es weiter.

Folgende Chargen sollen zurückgegeben werden: Aptamil Pronutra Pre, 1,2 kg: Mindesthaltbarkeitsdatum 19-11-2026, Aptamil Pronutra 1 DE, 800 g: Mindesthaltbarkeitsdatum 10-11-2026, Aptamil Profutura Pre D, 800 g: Mindesthaltbarkeitsdatum 20-04-2027 und 30-04-2027.

Wer Produkte dieser Chargen hat, soll sie laut Danone zurückgeben, wo sie gekauft wurden. Der Kaufpreis werde auch ohne Vorlage des Kassenbons erstattet, zudem gebe es Ersatz. Eltern könnten sich zudem für alle weiteren Fragen an das Verbraucherservice sowie das Aptacare-Expertenteam wenden, teilte Danone mit.

Schärfere Kontrollen in Frankreich

Das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium kündigte unterdessen strengere Grenzwerte für die giftige Substanz Cereulid an. Bisher dürfen davon 0,03 Mikrogramm pro Körpergewicht aufgenommen werden, das werde nun auf 0,014 Mikrogramm verringert, teilte das Ministerium am Freitagabend mit. Der Lebensmittelriese Danone rief drei Chargen seiner Säuglingsnahrung Aptamil in Deutschland zurück.

Inzwischen hat die Europäische Kommission die EU-Lebensmittelbehörde EFSA aufgefordert, einen Grenzwert für Cereulid in Produkten für Kinder festzulegen. Die EFSA soll ihre Empfehlung am Montag veröffentlichen.

Trotz eines Warnstreiks sollen am Montag im Berliner Nahverkehr Straßenbahnen im Einsatz sein. Die Straßenbahnen werden allerdings ohne Passagiere und Passagierinnen fahren. Einen entsprechenden Kompromiss haben die Gewerkschaft verdi und die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) geschlossen, wie beide heute mitteilten.

Hintergrund dieser Sondervereinbarung ist die Hoffnung, am Dienstag nach dem Warnstreik wieder stabil fahren zu können, wenn die Oberleitungen frei von Eis gehalten werden konnten, sagte eine BVG-Sprecherin. Verdi rief zuvor zu ganztägigen Warnstreiks im Berliner Nahverkehr auf.

Schon in der vergangenen Woche war der Straßenbahnbetrieb in der Hauptstadt über Tage zum Erliegen gekommen. Grund dafür waren aber keine Arbeitskämpfe, sondern das Wetter.

Infolge von Eisregen waren die Oberleitungen der Straßenbahnen flächendeckend eingefroren. Seitdem wird daran gearbeitet, sämtliche Leitungen wieder freizubekommen. Nahezu das gesamte Streckennetz ist der BVG zufolge mittlerweile wieder befahrbar.

Religion

Papst Leo XIV. hat Abtreibung als „größten Zerstörer des Friedens“ bezeichnet. Friede sei zunächst ein Geschenk, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einer Audienz für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Konferenz „One Humanity, One Planet“.

Es werde keinen Frieden geben, solange die Menschheit Krieg gegen sich selbst führe, indem sie Schwache ausgrenze, Arme ausschließe oder gegenüber Flüchtlingen und Unterdrückten gleichgültig bleibe. Nur wer sich um die Kleinsten kümmere, könne wirklich Großes bewirken, so der Papst.

Er verwies auf Mutter Teresa von Kalkutta, Friedensnobelpreisträgerin und „Heilige der Armen“, die Abtreibung als „größten Zerstörer des Friedens“ bezeichnet habe. Ihre Worte seien weiterhin prophetisch. Keine Politik könne im Dienst der Völker stehen, wenn sie das ungeborene Leben ausschließe oder Menschen in materieller und geistiger Not nicht unterstütze, so der Papst weiter.