Wettkampfmodus oder auch wieder nicht…

Das Laufen klappt schon wieder ganz gut. Vor allem seit ich meistens im Wohlfühltempo unterwegs bin. Einmal in der Woche treibe ich aber Puls und Tempo etwas in die Höhe und laufe mein 10km Wunschtempo, hihi, also ein Tempo, welches ich nie im Leben über 10km laufen kann, aber bei Strecken bis zu 1000m geht das schon mal :-). Das macht mir wirklich Spass. Ich musste ja fast 1 1/2 Jahre darauf warten, dass ich wieder auf die Bahn kann. Nachdem es langsam wieder runder lief, meldete ich mich spontan für eine 10km Lauf. Ich erzählte es Keinem, weil dann gleich wieder Fragen kommen, wie schnell ich laufen will oder welche Zeit ich laufen will. Das habe ich sogar keine Lust mehr drauf. Ich wollte einfach nur Laufen und auf gar keinen Fall Bestzeit. Spoiler – wurde es auch nicht. Der „Plan“ war, es langsam anzugehen, hineinzufühlen, was das Knie sagt und dann wenn es geht langsam etwas steigern. Ich machte mich mit dem E-Bike 😉 auf den Weg in das 10km entfernte Dorf. Mit dem Auto hätte ich länger gebraucht, da die Autobrücke über die Mosel einen Umweg bedeutet. Ausserdem ist es, wenn man ohne Motor fährt ein super Aufwärmtraining. Schön war auch, dass ich ganz Viele traf, die ich ja nun schon fast 2 Jahre nicht mehr gesehen hatte. Ich sortierte mich ganz am Ende ein. Lieber überholen, als überholt zu werden 🙂 . Was soll ich sagen, es machte Spass vom ersten Meter an. Bei km 2-3 überholte mich ein lieber ehemaliger Patient von mir, der mich aber nicht erkannte. Da dachte ich mir: so nicht, hihi. Ich hängte mich hinten dran, einmal als Zugpferd und als Windschattengeber. Nicht, dass auch nur irgendein Lüftchen wehte. Er lief etwas schneller als ich geplant hatte, aber es fühlte sich gut an. Also blieb ich dran. Zwischendurch wurde es mal langsamer und ich überlegte, zu überholen. Ich hielt ich mich zurück. Denn er hatte mich immer noch nicht bemerkt. So hing ich bis zum Ziel an seinen Fersen und denen seiner Tochter. Im Ziel gab ich mich zu erkenne und bedankte ich mich brav für die „Führungsarbeit“. Er musste herzlich lachen. Dann schnell die Klamotten gewechselt und wieder aufs Rad und Heimwärts geradelt. Schön war es und kalt und sonnig und windstill. Ach ja, für die Zahlenmenschen, die Zeit: 1:02:03h. Keine Nachwehen, keine Überanstrengung. Einfach nur eine schönen etwas zügigeren Lauf genossen. So kann es weiter gehen.

Challenge completed

Was macht Frau, um genügend Motivation für die Quälerei nach der OP zu haben. Genau. Sie meldet sich für einen Wettkampf an. Natürlich mindestens ein Mitteldistanz Triathlon muss es sein und zwar bei der Challenge Almere/Amsterdam im September. Schwimmen ging ja schon relativ früh. Mit dem „Lauftraining“ begann ich so langsam im Mai wieder. Hier mal so die monatlichen Kilometer für die Statistiker:

  • Mai 30km
  • Juni 48km
  • Juli 59km
  • August 105km

Den Neustart beim Laufen nutzte ich auch, um dieses ominöse Zone 2 Training konsequent durchzuziehen. Also super schön langsam joggen. Deshalb gibt es hier auch keine Paceangaben, hihi. Um wenigstens etwas Schnelligkeit zu trainieren ging ich ab Mitte August wieder zum Bahntraining bei Coach Marc. Oh, ich habe mich soooo gefreut. Das ist echt ernst gemeint. Ich hatte wirklich immer Spass auf der Bahn und habe mich nach 1 1/2 Jahren Zwangspause wie Bolle darauf gefreut. Seit August ist dies also wieder wöchentlicher Bestandteil des Trainings. Und ja, ich bin da immer noch die Langsamste, hihi. Es war also wie immer, als ob ich nie weg gewesen wäre. Ich merkte aber von Training zu Training, wie etwas Tempo zurückkam. Auch die längeren langsamen Läufe fühlten sich immer besser an. Das Knie zwickte nur ab und zu an einer Stelle und mit bergauf und bergab Laufen werde ich noch etwas warten müssen bzw. noch weiter am Muskelaufbau am Knie arbeiten müssen. Nun zum Radfahren. Damit konnte ich im Februar auf der Rolle ganz ganz sachte anfangen. Es ging eher um die Beweglichkeit im Knie, als um Strecke und Wattzahlen. Die niedrigste Wattzahl, die meine Rolle kann ist übrigens 30 :-). Bis März konnte ich es auf 80 Watt steigern, yeah. Im April ging es das erste Mal im Freien aufs Rad und zwar aufs Mountainbike, denn da kann ich ohne Klickpedalen fahren. Das Ausklicken mit der Fussdrehung funktionierte noch nicht so richtig. Der 1. Mai war der Tag, an dem ich mich aufs Rennrad traute. So ging es Stück für Stück weiter. Hier wieder für die Statistiker:

  • Februar 150km auf der Rolle mit 30-50 Watt, voll ätzend 😉
  • März 136 km
  • April 172 km
  • Mai 597 km 1 Woche Urlaub daheim 🙂
  • Juni 235 km
  • Juli 0 km (kann man auch mal machen)
  • August 390km

Almere kann also kommen. Der August und Anfang September war geprägt vom sonntäglichen Aufstehen gegen 5:30 Uhr, um um 7 Uhr auf dem Rad zu sitzen und mit der weltbesten Physiotherapeutin die Kilometer abzuspulen. Im Moment freue ich mich so, Sonntags auszuschlafen und in Ruhe zu frühstücken 🙂 🙂 🙂 .

Challenge Almere

Dann machten wir uns fast top vorbereitet auf den Weg nach Almere. Fast deshalb, weil meine lügende Garminuhr mir am Wochenende davor „Höchstform“ bescheinigte und am Wettkampfwochenende nur „Formaufbau“. Was solls. Es geht ja um Spass haben und Ankommen. Die Wetteraussichten war jetzt nicht so berauschend.

Leider sollte es wettertechnisch ein schwieriges Rennen werden. Zum Schwimmstart war es zwar kalt, aber trocken. Es gab eine Rolling Start, für Nichttriathlethen: Es werden immer kleine Gruppen, in unserem Fall von 5 Startern, alle 10 Sekunden ins Wasser geschickt. Hier war das „Problem“, dass das Wasser 17 Grad hatte und wir von einem Steg aus in Wasser springen mussten und zwar ohne vorher eine Möglichkeit gehabt zu haben, sich nass zu machen oder den Neoprenanzug zu fluten.

Image

Das wir uns vorher Wasser aus der Flasche reingekippt haben, hat nichts geholfen. Im Wasser bleib mir dann vor Kälteschock die Luft weg. Dazu kam noch, dass es wirklich windig war und somit wellig war. Die ersten 200m hatte ich gefühlt eien Panikattacke nachder anderen. Ich habe den Kopf einfach nicht unter Wasser bekommen. Gaby sah ich rechts von mir Brustschwimmen. Ihr ging es also ähnlich. Aber ich kann doch nicht 2km Wasserballkraul schwimmen ( Kraulen mit Kopf aus dem Wasser ). Irgendwann schaffte ich es so langsam ins „Schwimmen“ zu kommen. Allerdings kamen die Wellen von links, meiner Hauptatemseite. Ich versuchte dann ab und zu nach rechts zu atmen, um nicht zuviel Wasser zuschlucken. Das hat so semi funktioniert, zumal man entegen des Uhrzeigersinns im Gewässer schimmen musste. Es war nicht schön. es gab keinen Streckenabschnitt, wo man einfach so vor sich hinschwimmen konnte. Ich musste ständig gegenarbeiten. Beim Ausstieg musste ich mich erstmal am Geländer festhalten, um den Schwindel abklingen zu lassen. Dementsprechend war auch die Schwimmzeit so lala. Aber es ging ja nicht um die Bestzeit. Ich war nur froh, endlich aus dem Wasser zu sein.

Gaby kam kurz nach mir ins Wechselzelt und wir sind quasi gemeinsam aufs Rad und auch die ersten so etwa 15km gemeinsam gefahren, natürlich im regelkonformen Abstand von mindestens 12m. Windschattenfahren ist ja verboten. Der Anfang war Mega, weil…. Rückenwind. Die Strecke ist wirklich schön. Man fährt ganz lange auf einer Art Damm am Meer entlang und es ist sehr kurzweilig. Tja, dann kam der Rückweg. Und mit ihm der Gegenwind, der jetzt nicht sooo schlimm ist. Klar man fährt dann statt 40km/h vielleicht nur noch 25 km/h. Aber auf einem Großteil der Strecke gab es Mega-Seitenwind und der war echt zermürbend. Ich konnte die meiste Zeit nicht auf dem Auflieger fahren, weil es einfach viel zu gefährlich war. Für mich. Andere können das vielleicht. Dies bedeutete auch, Lenker loslassen zum Essen und Trinken wurde zur Herausforderung. Immer, wenn es einen kleinen Anschitt gab, wo rechts etwas Wald oder ein paar Häuser waren, hiess es, sich schnell zu verpflegen. Auf den letzen 10-15km sah ich die schwarze Wand am Himmel auf mich zukommen. Ehrlich, wenn ich die Langdistanz gemacht hätte, wäre ich vom Rad gestiegen, hätte mich irgendwo ins Gras gesetzt und geheult. Langdistanzhaudegen Peter berichtete später, dass er es auf seiner zweiten Radrunde mit Hagel zu tun bekam und teilweise duch knöchelhohes Wasser fahren musste. Zu dem Regen auf den letzten Kilometern kamen noch sturmartige Böen, was etwas beängstigend war, da der Abschnitt zur Wechselzone durch ein Waldstück ging. Rechts und links von mir krachte es gewaltig und ich war froh, als ich vom Rad stieg. Gaby war etwa 10min vor mir angekommen. Da sie momentan nicht laufen kann, hatte sie sich zum Aquabike umgemeldet und der Wettkampf war für sie hier beendet. Sie warte im Zelt auf mich und half mir verbotenerweise in die Laufschuhe. Ich war so klamm gefroren. Dann schüttete es erstmal so richtig. Ich stand am Ausgang des Zeltes und wartete mit dem Loslaufen erstmal, bis es etwas weniger wurde. Wer braucht schon schnelle Wechselzeiten. Die Winterradjacke lies ich zum Laufen erstmal an. Dann ging es los. Am Anfang dachte ich weniger an die Strecke, sondern vielmehr an meine armen Schuhe. Die waren fast neu und weiss. Innerlich weinte ich ein bisschen, ob ich die je wieder einigermaßen sauber bekommen würde. Total bescheuert. Es snd nur Schuhe. Kauf ich mir halt neue, hihi. Nein, Scherz.

Die ersten Kilometer schaute ich immer mal wieder auf die Uhr und dachte, das stimmt was mit dem GPS nicht. Ich war zu schnell, also für meine Verhältnisse. Es leif sich so leicht und flüssig. Muss wohl an den „neuen“ Schuhen liegen. Ich zwang mich, langsamer zu laufen. Schliesslich hatte ich nur einen 18km Lauf vorher gemacht in einem noch viel langsameren Tempo. Ich konnte es nicht einschätzen, wie die 21km werden würden. Mit der Jacke wurde mir langsam etwas wärmer und ich gab sie kurz bevor ich auf die zweite Runde bin an den weltbesten Ehemann ab. Fehler. Denn auf meiner zweiten Runde fing es dann wieder an zu regnen und ich kühlte weiter aus. Aber ich konnte durchlaufen, bin nur an der Verpflegungsständen kurz gegangen und eine Dixi Stop gab es auch noch. Das Laufen fühlte sich, von der zunehmenden Erschöpfung und Erfrierung, super an. Nur einmal kurz blockierte das Knie nach dem Anlaufen nach der Verpflegung. Da musste ich kurz anhalten. Es lief lauftechnisch wirklich viel besser als gedacht. Nach 6:58:59h ( geplant hatte ich tatsächlich 7 Stunden ) konnte ich in den Zielkanal abbiegen. Geschafft. Geniessen konnte ich es nicht so richtig, da es jetzt wieder sowas von vom Himmel runtermachte, dass ich nur schnell ins Hotel wollte. Das war ja Gott sei Dank nur 50m vom Ziel weg und das Zimmer hatte eine Badewanne.

Image
Blick vom Hotel aus auf den Zielbogen

Danach kroch ich noch für ein paar Minuten ins Bett, bis ich wieder vollständig aufgewärmt war. Als ich mich wieder einigermaßen manierlich bewegen konnte, machten wir uns auf, etwas zu Essen zu suchen. Auf dem Weg zum Restaurant motivierten wir Peter, der noch auf der Laufstrecke war. Er hatte noch 2 Runden und war auf dem Weg zur Europameisterschaft in der AK70. Wir verfolgten das Ganze dann per Liveticker im Resraurant bei einer schönen Portion Nachos mit Käse. Sowas hatte ich schon lange nicht mehr, hihi. Es war sooo lecker.

Und nun. Ich denke, auch heute noch, das war meine letzte Mitteldistanz. Ich will nicht mehr Sonntags Morgens um 5 Uhr aufstehen, um zu trainieren. Ich will auch nicht mehr meine Mittagspausen mit Training verbringen. Kürzere Sachen, kann ich mir aber noch vorstellen. Vor allem kleinere familiäre Triathlons hier in der Umgebung. Ausserdem möchte ich ab jetzt auch wieder mehr Laufen. Aber Marathon fällt auch aus. Für die nächste Zeit ist tatsächlich nichts geplant. Mal sehen, was sich so ergibt.

Staffel Challenge Roth – die Zweite

Ich weiss nicht, ob es an mir liegt, aber irgendwie sollte es fast nicht sein, dass ich mal in einer Staffel bei der Challenge Roth starten kann. 2017 – der erste Versuch. Leider wurde unsere Radfahrerin von einem Radsturz ausgebremst. Nachdem dann auch Helge für den Radpart ausfiel, sprang ein Freund der damals schon weltbesten Physiotherapeutin Gaby ein – Michael. Ich wollte den Marathon in Angriff nehmen. Da meine Vorbereitungen damals alles andere als gut verliefen, war ich nicht böse, das Michael gleich 2 Platten auf der Radstrecke hatte und dadurch aufgeben musste. Jetzt 8 Jahre später – ein neuer Versuch. Beim Triathlonstammtisch unseres Vereins kam die Idee auf, 2 Staffel in Roth an den Start zu bringen. Leider klappte es beim offiziellen Anmeldestart nicht, denn nach gut 30 Sekunden waren alle Startplätze weg. So versuchten wir es über das Losverfahren, kauften 20 Lose und hatten tatsächlich Glück. Wir hatten einen Staffelplatz. Teamchef Matthias freute sich riesig, denn er möchte auch mal einen Einzelstart wagen. Aber zuerst mal die Staffel. Ich sollte Schwimmen und für den Marathon rekrutierte er Ricardo, der im nächsten Jahr auch eine Einzel-Langdistanz plant. Das Training konnte beginnen, mit einer kurzen Unterbrechung, um mein Knie wieder zu richten :-). Was nicht geplant war, waren die 3 Radstürze unseres Teamcaptains. Der Dritte endete leider in einem Bruch und somit hatten wir 3 Wochen vor Roth keinen Radfahrer. Schon wieder ;-). Da fiel mir doch glatt Michael ein, der sowieso in Roth sein würde. Kurzerhand fragte ich ihn, ob er nicht Lust hätte, nochmal einzuspringen und es diesmal zu Ende zu bringen. Gott sei Dank musste er nicht lange überlegn, obwohl er ja soviel Trainingsrückstand habe….. Männer…. Ich bestand aber darauf, dass er diesmal doch bitte 2 Schläuche einpacken sollte :-), was er mir dann auch zusicherte. Somit waren wir wieder komplett un dwürden für Matthias alles geben, was unsere Arme, Beine und Lungen hergeben würden. Am Freitag nach der Arbeit, machte ich mch dann auf nach Roth, wo ich am Abend dann die weltbeste Physiotherapeutin Gaby, Peter, der seine 66. Langdistanz in Angriff nehmen wollte, Retter Michael und den Rest der Gang. Ricardo war auch schon vor Ort. Wir trafen uns am Samstag dann zur offiziellen Wettkampfbesprechung. Da wurde schon angedeutet, dass es wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Challenge Roth Neoprenverbot geben würde. Die Wassertemperatur lag konstant über 25 Grad. Ich denke, ich war Eine der ganz Wenigen, die sich innerlich freuten – ein Neoprenanzug engt mich immer so ein und Auftrieb brauche ich nicht wirklich. Nach einer wirklich sehr kurzen Nacht und einem ziemlich sparsamen Frühstück – das Hotelpersonal hatte auch nicht wirklich Lust, uns morgens um 4 Uhr etwas anzubieten. DAs haben wir auch schon ganz anders erlebt. Naja, wir haben eh nicht viel gegessen, aber unsere Supporter hätten mehr vertragen. Gegen 5:30 Uhr waren wir am Schwimmstart. Während Peter bereits um 6:50 Uhr ins Wasser durfte, war unser Start erst um 9:25 Uhr. Das war schade, denn zwischen den Einzelstarts und den Staffelstarts lag eine einstündige Pause. Das bedeutete, das fast alle Zuschauer schon weg waren, als wir ins Wasser gingen. Ohne Neo. Am Beginn war es eine ziemliche Prügelei, da Frauen und Männer ja gemeinsam starten. Beim Einzelstart 2014 war es angenehmer, da es ein reiner Frauenstart war. Nix gegen die Männer, aber es ist halt was anderes. Trotz eines Trittes gegen die Schwimmbrille bleib mir ein blaues Auge erspart, aber die Brille hatte sich dadruch dermassen „angesaugt“, das ich dachte, mein Auge flutscht gleich raus. Also Schwimmbrille richten und weiter. Nachdem ich meine Startnummern-Tattoos an den Armen am Montag entfernt hatte, kamen noch ein paar blaue Flecken zum Vorschein. Aber so nach 200-300m hatte man etwas mehr Platz. Das Schwimmen fand ich schwieriger als vor 11 Jahren. Ich denke, das lag aber nicht am fehlenden Neoprenanzug, sondern das ich jetzt zum einen 11 Jahre älter bin, hihi und das Wasser war sehr wellig, wahrscheinlich durch den starken Wind. Ich habe reichlich Wasser geschluckt und auch die Nase und die Nebenhöhlen habe die ein oder andere Spülung bekommen. So dass ich den Rest des Tages so eine Art „Chloeschnupfen“ hatte. Und am Abend auch noch Nasenbluten. Das hatte ich schon ewig nicht mehr. Okay, ich bin ja auch sehr lange nicht mehr so lange im Freiwasser geschwommen. Irgendwie war es aber auch toll. Die Wassertemperatur war angenehm und ab und zu kam die Sonne raus. Was nicht so toll war, waren die Krämpfe in den Beinen ab etwa der Hälfte der Schwimmstrecke. Das habe ich öfters mal. Aber was vom Schwimmen kommt, geht auch vom Schwimmen wieder weg – wie einer unserer Schwimmtrainer mal so schön sagte. Indem ich zwischendruch die Beine ausschüttelte, wurde es etwas besser. Gerne wäre ich ein paar Minuten schneller geschwommen, aber mit der Zeit von 1h 22min kann ich sehr gut leben. Aus dem Wasser kam ich ziemlich gut raus und konnte sogar die ganze Strecke bis zu Michael und seinem Rad durchlaufen. Wenn man versucht schnell zu rennen, tun die vertrockneten Grashalme auf er gemähten Fläche und die kleinen Kieselsteine gar nicht mehr so weh 😉 . Michael übernahm den Chip und weiter ging es . Michael ist Rennradfahrer, deshalb war er ohne Zeitfahrrad und ohne Zeitfahrhelm unterwegs. Und er hat es super gut gemacht, trotz Rückenproblemen auf der zweiten Runde und des stärker werdenden Windes. Wir wir schon mal irgendwo erwähnten, ist Material nicht alles. Die Maschine sitzt oben auf im Sattel. Achja, diesmal hat er keinen seiner Ersatzschläuche gebraucht, Yieppiiii. Nach 5h 43min und 180km kam er in die Wechselzone, wo er den Chip an Ricardo übergab. Und der legte ein enormes Tempo an den Tag. Die Bedingungen wurden aber nicht leichter. Trotz Bewölkung war es sehr warm, der Wind sehr stark und ein Großteil der Strecke führte über Schotterwege und auch Kopfsteinpflasterpassagen gab es, die am Ende so richtig weh tun. Vor dem Eingang zum Stadion nahmen Michael und ich Ricardo in Empfang und er lief mit einer Wahnsinnszeit von 3h 37min ins Ziel. Ich hatte vorher schon große Bedenken, wenn es in dem Tempo weiter läuft, dass ich die 200-300m beim Zieleinlauf nicht hinterher kommen, hihi. Somit hatten wir eine Gesamtzeit von 10:48:16h. Und eigentlich habe ich auch einen EInzeltriathlon gemacht. Leider habe ich die Uhr bei der ganzen Fahrerei von Punkt zu Punkt nicht angemacht und auch beim Laufen bis zur Ziellinie nicht :-). Ich war so fertig an dem Abend obwohl ich ja „nur“ geschwommen bin 🙂 . Es war ein tolles Erlebnis mit euch allen, aber ich habe auch die Erkenntnis gewonnen, dass ich die nächsten Jahre ganz sicher keine Langdistanz machen werde. Es war ein grandioses Fest, aber ich liebe doch eher die kleinen familären Veranstaltungen, die leider immer weniger werden. Zum Großteil wegen immer mehr Auflagen seitens der Kommunen und der weniger werdenden Helfer. Also wenn ihr eine kleine Veranstaltung in eurer Nähe habt, egal ob Triathlon, Laufen… macht mit, als Starter oder als Helfer. Sonst gibt es irgendwann nur noch Großveranstaltungen, die sich allerdings auch bald kein Normalo mehr leisten kann oder will.