Über viele Jahre hinweg habe ich für meinen Blog „Denkraum“ insgesamt ca. 250 Beiträge geschrieben – von unterschiedlicher Qualität und Relevanz. Einige davon möchte ich kennzeichnen als „Über den Tag hinaus…“.
- Osterbotschaft: „Wie hältst Du’s mit der Religion?“
- Mit dem historischen Jesus, seiner Auferstehung und dem leeren Grab ist es so eine Sache. Der renommierte Bibelwissenschaftler Prof. Thomas L. Thompson interpretiert die Evangelien als fiktive Erzählungen und nicht als historische Berichte.
- Der Anschlag vom 11. September – ein Kunstwerk?
- Der heutige Artikel des „Transatlantikblogs“ zum 11. September versteigt sich ernsthaft zu der These, die Terroranschläge von 9/11 sollten als „Kunstwerk“ betrachtet werden. Ein Interview des Komponisten Stockhausen wird zitiert, in dem dieser den Anschlag als „das größtmögliche Kunstwerk, was es je gegeben hat“ bezeichnete.
- Kunst oder Leben, das ist hier die Frage
- Nachdem der Verfasser des von mir kommentierten Artikels aus dem Transatlantikblog seine Aussagen ergänzt und überarbeitet hat, habe ich ihm einen weiteren Kommentar gesandt: „Sie machen in Ihrem Artikel durchgängig einen Denkfehler – denselben wie seinerzeit Stockhausen. Sie verlieren einen entscheidenden kategorialen Unterschied aus dem Blick: den zwischen einem Kunstwerk als einem Produkt menschlicher Phantasie, das auf einer Zeichenebene, einer symbolischen Ebene, zum Ausdruck gebracht wird, und der tatsächlichen Umsetzung von Phantasien im wirklichen Leben.„
- Joseph Stiglitz: Das war’s, Neoliberalismus
- In dichter, überzeugender Argumentation entzaubert Stiglitz, der vor allem durch sein Buch „Die Schatten der Globalisierung“ als Globalisierungskritiker bekannt wurde, den Neoliberalismus als ökonomische Irrlehre und legt deren verheerende Folgen für zentrale Wirtschaftsbereiche dar.
- Absturzgefahr: Ikarus und der fragile Kapitalismus
- Banken verlieren mal eben das Vertrauen in ihre gegenseitige Kreditwürdigkeit, hören einfach auf, sich untereinander Geld zu leihen, und schon droht das ganze System zu kollabieren. Die Brisanz der Lage, die Größenordnung des drohenden Problems, das sich da im Stillen aufgebaut hat, haben wir massiv unterschätzt. Einige wenige Bankpleiten und -schieflagen können eine fatale Kettenreaktion auslösen und das gesamte Finanzsystem zur Implosion führen. Und der entscheidende Transmissionsriemen ist das fehlende Vertrauen der Banker in ihre eigene Branche.
- „Steinbrück, Du hast keine Wahl“: Schreiben von Bundesbank und BaFin an den Finanzminister
- In einem Schreiben vom 29. September 2008 erläutern Bundesbank und die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dem Finanzminister, warum es zu einer Rettung der Hypo Real Estate Bank keine Alternative gibt, und warum der Staat sich mit einer Milliardenbürgschaft daran beteiligen muss. Wer sich aus erster Hand einen Eindruck verschaffen möchte, an welchem Abgrund unser Finanzsystem stand, und warum Regierungen sich in dieser Situation ohnmächtig mit dem Rücken zur Wand vorfinden, dem sei die Lektüre des sechsseitigen, von Bundesbankpräsident Weber und BaFin-Chef Sanio unterzeichneten Schreibens wärmstens empfohlen.
- Wie es zur Finanzkrise kam – die ultimative Erklärung
- In einem fiktiven Interview eines Fernsehjournalisten mit einem Investmentbanker liefern zwei englische Komiker, John Bird und John Fortune, die ultimative Erklärung, wie es zur Finanzkrise kam. Herausragend! Satire vom Feinsten. British humor at its best!
- „Die Welt ist aus den Fugen“: von der Macht der Finanzwirtschaft und der Ohnmacht der Politik
- „The time is out of joint“ („die Zeit ist aus den Fugen“), so lautet das Resumé des Dänenprinzen Hamlet, nachdem der Geist seines ermordeten Vaters ihm die Augen geöffnet hat für die verkommenen Verhältnisse im mittelalterlichen Staate Dänemark. In der Welt von Shakespeares Tragödien sind es regelmäßig einzelne Personen, die mit ihren oft monströsen Charakterschwächen Unheil über Land und Leute bringen.
- Das Monster, das unsere heutige Welt im Griff hat wie ein Riesenkrake, ist ein gesellschaftliches Subsystem, die Finanzwirtschaft. Mit gigantischen Kapitalbeträgen agiert sie an kaum regulierten Märkten und stellt zunehmend eine Parallelgesellschaft dar. Die Funktionsmechanismen dieses in den letzten Jahrzehnten einerseits immer komplexer und andererseits immer mächtiger gewordenen ökonomischen Teilsystems sowie die Wirkungen und Sekundärfolgen dieser Mechanismen sind kaum noch zu durchschauen. In seiner heutigen, globalisierten Form ist das Finanzmarktsystem praktisch unkontrollierbar geworden.
- Rechtsextreme Mentalität
- Grundlage rechtsextremer Mentalität ist ein komplexes psychisches Regulationsgeschehen, ein dynamisches Zusammenspiel von psychischen Motiven, Emotionen, Abwehrmechanismen, Werthaltungen und Einstellungen vor dem Hintergrund von Defiziten in der Persönlichkeitsentwicklung. Rechtsextreme Mentalität entsteht nicht aus Einstellungen und Werturteilen der Betroffenen als Ergebnis mehr oder weniger rationaler Überlegungen. Die Ansichten und Werturteile, die eine „rechtsextreme Gesinnung“ ausmachen, sind Folge tiefergehender psychischer Motive, und die vermeintlich rationalen Begründungen dieser Ansichten sind lediglich Rationalisierungen.
- Breivik – schuldfähig oder schuldunfähig?
- Es scheint mir eindeutig, dass bei Anders Behring Breivik eine schwere kombinierte Persönlichkeitsstörung mit narzisstischer, antisozialer und paranoider Akzentuierung vorliegt. Daher stellt sich die Frage, ob er das Unrechtmäßige seines Handelns erkennen und nach dieser Einsicht handeln konnte, oder ob seine verzerrte Realitätswahrnehmung im Rahmen seines ideologischen Denksystems diese Erkenntnis bzw. ein Handeln danach verhindert hat.
- So ähnlich fing es auch 1968 an…
- … damals aber noch ohne „social media“. Nicht auszudenken, was heute mit Hilfe von Facebook, Twitter etc. daraus werden kann!
- Endlich, endlich wachen die jungen Leute wieder auf, wie wir vor 40 Jahren. Wir hatten damals die Nase voll von sozialer Ungerechtigkeit, von unverdienten Privilegien einiger weniger und von Traditionen, die der Unterdrückung unserer Lebensfreude dienten. In ein politisches System, das seine Wurzeln in der Kaiserzeit hatte, das in Spießigkeit erstarrt war und in dem allerorten noch faschistoide Dumpfbackigkeit angesiedelt war, wollten wir frischen Wind bringen. Das ist uns auch gelungen.
- Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken
- „If a bank is too big to fail, it is too big“– diese Warnung stammt angeblich von dem amerikanischen Ökonomen Hyman Minsky. Im deutschsprachigen Raum werden Banken, die „to big to fail“ sind, als systemrelevant bezeichnet. Die neuerdings (wieder) diskutierte unternehmensrechtliche Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken würde eine Menge Probleme lösen.
- Absurditäten unseres Finanzsystems
- Jeder weiß, dass Griechenland Pleite ist. Auch die drei großen, privaten Ratingagenturen wissen es. Und dass die Quote des Schuldenschnitts zwischen Politik – inkl. Institutionen wie EZB und IWF – und einigen Spitzenbankern ausgehandelt wird, das wissen Moody’s, Fitch und Standard & Poor’s auch. Und trotzdem „müssen“ alle so tun, als würden die Banken freiwillig entscheiden, auf wieviel ihrer Forderungen gegenüber Griechenland sie verzichten. Weil die Ratingagenturen das sonst als Staatspleite werten „müssten“. Die bekäme damit – so funktioniert unser Finanzsystem – einen offiziellen Charakter. Und der – erst der (!) – hätte unabsehbare Folgen für die Finanzmärkte, weil die Griechenlands Staatspleite nun auch offiziell wahrnehmen „müssten“, die sie seit langem kennen.
- Die englische Redewendung „to turn a blind eye to something“, die verwendet wird, wenn man zwar etwas wahrnimmt, es eigentlich aber nicht wissen will und daher ignoriert, geht zurück auf den einäugigen Lord Nelson, der in der Seeschlacht von Kopenhagen (1801) das Signal seines Flottenchefs zum Rückzug ignorierte und dies hinterher damit begründete, er habe sein Fernrohr wohl an sein blindes Auge gehalten.
- Ganz schön viel Einäugige unterwegs in der Finanzwelt. Aber wir wissen ja, unter Blinden ist der Einäugige König. Wer die Blinden sind? Na wir. Aber nicht mehr lange.
- Zapfenstreich, Mob und Zivilgesellschaft
- In Zeiten, in denen militärische Traditionen und moderne Zivilgesellschaft aufeinanderprallen, stellt sich die Frage: Hat der Große Zapfenstreich als würdiges Abschiedsritual für unsere staatlichen Repräsentanten noch Platz in einer demokratischen Gesellschaft? Im Fall der Verabschiedung des Bundespräsidenten Wulff gab es ein weiteres Problem: Außerhalb des Gartens von Schloss Bellevue formierte sich ein aufgewiegelter Mob, angeheizt durch Skandaljournalismus und kollektive Empörung. Dieser Blogartikel beleuchtet nicht nur die Unvereinbarkeit archaischer Zeremonien mit unserem demokratischen Verständnis, sondern wirft auch einen Blick darauf, wie die Prinzipien von Rechtsstaatlichkeit und Unschuldsvermutung unter Druck geraten können. Wie beeinflusst der Mob, ohne Analyse und Empathie, den Diskurs unserer Gesellschaft?
- Das Grass-Gedicht: Was wirklich gesagt wird
- In der hitzigen Debatte um Günter Grass‘ provokantes Gedicht über Israel geriet das eigentliche Werk häufig in den Hintergrund, während die heftigen Reaktionen darauf die Schlagzeilen dominierten. Kritiker erhoben nicht zuletzt den Vorwurf des Antisemitismus gegen Grass. In einer Reihe von Blogartikeln wird das Gedicht und seine komplexen Thesen einer differenzierten Analyse unterzogen. Es wird zunächst herausgearbeitet, was Grass im Einzelnen wirklich sagt. Sodann werden die einzelnen Argumente und Behauptungen des Gedichts auf ihren Wahrheitsgehalt hin überprüft. Es ergibt sich ein differenziertes Bild.
- Wie halten Sie’s mit der Religion?
- In diesem Essay beschäftige ich mich mit der individuellen Haltung zur Religion. Insbesondere geht es um die Situation derjenigen, die in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen sind und nun als Erwachsene vor der Herausforderung stehen, ihren Glauben kritisch zu hinterfragen oder gar abzulehnen, während sie innerlich mit den Traditionen und Werten ihrer Kindheit verbunden bleiben, also mit ihrer religiösen Identität uneins sind.
- Wie gehen Menschen, die sich in einem inneren Spannungsfeld zwischen Glaubenszweifeln und christlicher Identität befinden, mit der Frage um, wie sie sich zu Gott und Religion verhalten sollen? Für einige ist der Glaube noch immer ein vertrauter Begleiter, auch wenn er sich nicht mehr mit ihrer rationalen Weltanschauung deckt. Sie bleiben in den alten Ritualen verwurzelt, erleben jedoch den Konflikt, der entsteht, wenn der Glaube durch ein wissenschaftliches Weltbild erschüttert wird. Es stellt sich die Frage: Warum bekennen sich viele zu einem Glauben, den sie nicht mehr für wahr halten?
- „Kalter Friede“ in Europa – und die Welt im Griff der Finanzoligarchie
- Die Bedrohungslage der Zeit des Kalten Krieges wird mit dem heutigen Gefahrenszenario verglichen. Das Klima des Unfriedens ist in Europa heute größer als während des Kalten Krieges. Heute geht die wesentliche Bedrohung vom Kapitalismus aus. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das außerordentlich fragil geworden ist. Die gegenwärtige Form des finanzmarktdominierten Kapitalismus droht sich selbst zu zerlegen. Das Szenario eines globalen Finanzcrashs ist in gewissem Sinne brisanter als das des Kalten Krieges, in dem zwei verfeindete Weltmächte die Gefahr durch ein „Gleichgewicht des Schreckens“ im Zaum hielten. Heute erwächst die Gefahr aus der Funktionsweise des Systems selbst. Die in die Hände der heutigen Finanzoligarchie geratene globalisierte Wirtschaft ist zu einem Tanz auf dem Vulkan geworden.
- „Es gibt keine Euro-Krise“ – Der unglaublich naive Euro-Kommentar des DIW-Präsidenten (2)
- Unter dem Titel „Es liegt nicht am Euro!“ veröffentlichte die „Zeit“ am 9. April 2013 einen Kommentar des seit Februar 2013 amtierenden Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher (42), zur gegenwärtigen Krise Europas. Dort wendet sich der DIW-Präsident gegen die „vor allem in Deutschland“ verbreitete Ansicht, bei der europäischen Krise handele es sich um eine „Euro-Krise“, die Ursache der Krise sei also die gemeinsame Währung. Die Argumente, auf denen diese Auffassung beruht, hält Marcel Fratzscher für „grundfalsch“.
- Unter Verwendung einiger außerordentlich fachkundiger Leserkommentare zu Fratzschers Zeit-Artikel, also gewissermaßen mit Hilfe einer „Crowd-Argumentation“, widerlege ich in einer eingehenden Analyse diese Auffassung des DIW-Präsidenten.
- Moderne Lyrik
- Satire zu Gegenwartslyrik. Den Anstoß gab die Lektüre von „Laute Verse – Gedichte aus der Gegenwart“ Keinesfalls geht es um Rilke, Gottfried Benn oder Paul Celan.
- CDU-Plakate zur Europawahl: der blanke Hohn
- Im Jahr 2014 waren die Eurokrise und eine hohe Arbeitslosigkeit in den südeuropäischen Staaten gravierende Probleme. Ich gehörte in diesen Jahren zu den Euroskeptikern und kritisierte vor allem den Merkel-Schäubleschen Politikansatz einer strengen Austeritätspolitik scharf. Der CDU-Wahlslogan „Gemeinsam erfolgreich in Europa“ bot dazu eine glänzende Gelegenheit.
- Eurococktail, gereimt.
- Wollen wir wetten, dass die netten Letten haben Gästebetten in den kleinen Lettenstädten mit adrettesten Toiletten?
- Wenn sie die nämlich nicht hätten, könnte Brüssel sie nicht retten, und sie wären Marionetten von putinschen Pirouetten – wetten?
- (…)
- Rückkehr zum Kalten Krieg?
- In diesem Artikel wird diskutiert, wie durch klügere Strategien und einen sensibleren Umgang mit Russland der Ukraine-Krieg hätte verhindert werden können. Im September 2014 zeichnete sich bereits eine unheilvolle Eskalation des Konflikts zwischen dem Westen und Russland über den politischen Status der Ukraine ab. Statt diplomatischer Lösungsansätze dominierten markige Worte und militärische Manöver die politische Landschaft. Der herausgehobene Stellenwert militärischer Machtdemonstrationen, aber auch die scharfe Rhetorik des scheidenden NATO-Generalsekretärs Rasmussen, schürten Ängste vor einer Rückkehr zu dem „gefrorenen Konflikt“ des Kalten Krieges. Unter anderem thematisierte Jakob Augstein in einem eindringlichen Kommentar die beunruhigenden Entwicklungen an der Ostgrenze der NATO und warnte vor deren Folgen.
- Wolfgang Streeck: „Möglich, dass der Kapitalismus an seinen Krisen verendet.“
- In der Kontroverse um die Zukunft des Kapitalismus zeigt Wolfgang Streeck, Deutschlands führender Wirtschaftssoziologe und Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, die tiefen Risse auf, die die Fundamente unseres wirtschaftlichen Systems bedrohen, und fragt, ob unser gegenwärtiger Kapitalismus zum Scheitern verurteilt ist? Er wirft einen kritischen Blick auf die langen Krisensequenzen, die unsere Gesellschaft bereits seit Jahrzehnten erschüttern. Inflation, Staatsverschuldung und private Schulden bilden eine toxische Mischung, die nicht nur wirtschaftliche Stabilität gefährdet, sondern auch die Grundlagen der Demokratie selbst.
- Wie lange kann ein System bestehen, das seinen Mitgliedern zunehmend die Sicherheit und Verlässlichkeit entzieht? Was geschieht, wenn Wachstum zur Ausnahme und wachsende wirtschaftliche Ungleichheit zur Regel wird?
- Auftritt eines grandiosen Egomanen: Wolf Biermann im Bundestag
- Wolf Biermann, unbestrittener Meister der provokanten Poesie, nutzt die Bühne des Deutschen Bundestages, wo er auf Einladung von Bundestagspräsident Lammert eines seiner Lieder vortragen soll, um zunächst entgegen der Absprache an der Fraktion der „Linken“ sein Mütchen zu kühlen. Schließlich sei er als „Drachentöter“ bekannt. Als Lammert ihn bremsen will, bringt Biermann schlagfertig die Lacher auf seine Seite und führt seine ungeplante, in diesem Rahmen unerwünschte Abrechnung mit der Nachfolgepartei der SED voller Hohn und Häme zuende. Mit dem ungebrochenen Selbstbewusstsein des charismatischen Narzissten und notorischen Egozentrikers sorgt er für einen denkwürdigen Auftritt.
- Schäubles Agitation
- Schäubles Konzept, nachdem Alexis Tsipras mit der linken SYRIZA die Wahl in Griechenland gewonnen hatte: Entweder Tsipras und die neue griechische Regierung unterwerfen sich den etablierten europäischen Parteien und Institutionen mit ihrem neoliberalen Ökonomieverständnis und akzeptieren die bestehende Reformagenda auf Basis der Sparpolitik, realisieren in ihrem politischen Handeln also das Gegenteil ihrer Wahlversprechen und verraten alles, wofür sie angetreten sind und gewählt wurden, oder – sie werden scheitern. Was Schäuble nicht sagte, aber dachte: Dafür wird man dann sorgen.
- „Auszug aus dem Register der 927 ewigen Wahrheiten“ (Sheldon B. Kopp)
- In den 1970er Jahren war das Buch „Triffst du Buddha unterwegs…“ des amerikanischen Psychotherapeuten Sheldon B. Kopp eine Art Kultbuch. Im Anhang fand sich ein „Auszug aus dem Register der 927 (oder waren es 928?) ewigen Wahrheiten“, vom Verfasser auch als „eschatologischer Waschzettel“ bezeichnet. Obwohl damals sehr prominent, fanden sich Kopps ewige Wahrheiten nicht im Internet. Deshalb nahm ich sie in meinen Blog mit auf und kennzeichnete, welchen davon ich zustimmen würde.
- Euro: Countdown eines Suizidversuchs
- Europas führende Euro-Mediziner machen es spannend. Ein Staatsbankrott Griechenlands käme dem öffentlich angekündigten Suizid eines Patienten im Beisein seiner Ärzte gleich, die ihre Rettungsmaßnahmen mit den Worten eingestellt haben, „ja, wenn Du unbedingt willst, bitte schön“.
- Der Patient stammt aus bester alt-europäischer Familie, entwickelte sich aber zum schwarzen Schaf und ist, obschon wohlhabende Verwandte ihm mit Darlehen unter die Arme griffen, inzwischen Sozialhilfeempfänger – zudem der „Idiot der Familie“. Die Ärzte kommen aus der nächsten Verwandtschaft, haben ihre Kredite zwar längst verloren gegeben, sorgen sich aber, auch noch für die Sozialhilfe aufkommen zu müssen.
- Der Patient ist indes überzeugt, die verordnete Medizin habe ihm nicht geholfen, sondern seinen Zustand im Gegenteil gravierend verschlimmert, und viele Experten teilen seine Auffassung.
- Donald Trump und der republikanische Wähler
- Donald Trump hat in der amerikanischen Politik eine Bewegung entfesselt, die weit über seine individuelle Persönlichkeit hinausgeht. Sein Auftreten als selbstbewusster und provokanter Kandidat trifft einen Nerv bei vielen republikanischen Wählern, die sich von den traditionellen politischen Strukturen enttäuscht und entfremdet fühlen. Trumps Erfolg beruht nicht nur auf seiner medialen Präsenz und seinem Talent zur Selbstinszenierung, sondern auch auf der Art und Weise, wie er die Unzufriedenheit und Ängste seiner Anhänger anspricht. Mit einfachen Botschaften über den vermeintlichen Niedergang der Nation und der Versprechung, Amerika wieder zu alter Stärke zurückzuführen, gelingt es ihm, die Wähler zu mobilisieren und das politische Establishment herauszufordern.
- In diesem Artikel wird die psychische Dynamik zwischen Donald Trump und seinen Anhängern näher betrachtet. Es wird untersucht, wie Trumps Persönlichkeit und sein populistischer Stil in Resonanz zu den Sehnsüchten und Ängsten seiner Wählerschaft stehen, die in ihm einen Führer erblickt, der sie versteht und für ihre Anliegen kämpft. Trumps rüdes, selbstherrliches Auftreten als Ausdruck seiner narzisstischen Persönlichkeitsstruktur und die psychische Struktur seiner republikanischen Wähler passen zusammen wie ein Schlüssel zum Schloss.
- …zum Jahreswechsel ein Gedicht: „Das graue Haar“
- An Neujahr darf der sorgenvolle „Geist der Schwere“ mal in den Hintergrund treten und durch ein wenig leichtfüßigen Nonsense einer gewissen Tradition, die der geneigte Leser mühelos erkennen wird, ersetzt werden.
- Vertiefendes zum psychischen Gesundheitszustand Donald Trumps
- In mehreren Beiträgen hat sich der „Denkraum“ mit der Frage auseinandergesetzt, ob Donald Trump trotz auffälliger, für jedermann offenkundiger „narzisstischer“ Persönlichkeitseigenschaften die Fähigkeit besitzt, das Amt des US-Präsidenten auszuüben. Nun wurde – angestoßen durch verschiedene in der New York Times veröffentlichte Leserbriefe amerikanischer Psychiater – die weitergehendere Frage, ob es sich bei diesen besorgniserregenden Eigenschaften Trumps um eine psychische Krankheit handelt, in den letzten Tagen in der Weltpresse eifrig diskutiert (z.B. hier, hier und hier), und zwar kontrovers und zum wiederholten Mal. Die Süddeutsche Zeitung berichtete darüber ebenfalls und heute auch die FAZ.
- Die Kontroversen psychiatrischer Experten über den psychischen Gesundheitszustand des amerikanischen Präsidenten hinterlassen die Öffentlichkeit mehr oder weniger ratlos, da sie zu keinen eindeutigen Ergebnissen führen. Warum dies so ist, warum also auch Fachleute so unterschiedlich darüber urteilen, ob es sich bei den psychischen Auffälligkeiten Trumps um krankheitswertige Störungen handelt oder nur um bizarre Persönlichkeitseigenschaften, die aber nicht das Etikett „Krankheit“ rechtfertigen, diese Problematik soll im Folgenden näher aufgeklärt werden. Der Autor dieses Blogartikels ist selbst Psychotherapeut und Psychoanalytiker, sollte zu einer solchen Klärung also beitragen können.
(Wird fortgesetzt)











