Butterfly-Defekt

Samstag wollten wir im Rudel 50 ccm Zweitaktmoped fahren. In Erwartung von Tourguide-Ausfällen und sonstiger Verwirrtheit wollte ich meinen Navi-Halter von der MZ aufs kleine Simson Moped umbauen. Zu faul die Halteschraube ganz zu öffnen, zu viel Gedrücke am Plastik -> Halter kaputt.

Sonntag benötigte ich die Navigation jedoch wieder an der MZ, es sollte zum Altmotorradtreffen nach Marxen gehen. Also wiederum einen am Spiegelgewinde zu befestigten Navi-Halter von der Yamaha ab- und bei der MZ angebaut. Dies führte zur Erkenntnis, dass einer der Vorbesitzer schon mal das MZ Spiegelgewinde zerwürgt hat. Der Gewindeeinsatz kam nämlich mit dem Spiegel aus der Armatur >:[

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Der Punkt, an dem manch Mopedfahrer am Vorabend der anstehenden Tour verzweifeln würde. Aber nicht wir, wir machen männermäßig weiter und schalten in den Modus “ Metallbearbeitung für Anfänger“.
Aus Geiz hats nur für ein Helicoil-Replikat-Gewindereparaturset gereicht, welches seit einigen Monden auf seinen Ersteinsatz wartet. Der rote Kasten aus dem Internet, von M5 – M12. Schnell den vorgesehenen Gewindeschneider durch das leicht lädierte bestehende Übergrößengewinde gedreht und den Reparatureinsatz eingeschraubt…

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…und schon flutscht 1x standard – M10 rein. Spiegel mit Navihalter festgebrummt und alles schick. Vor Begeisterung habe ich gleich noch ein ebenfalls angeschlagenes M6 Gewinde des Tarozzi Gabelstabilisators ausgebessert, 6 Nm drauf gegeben – hält ebenfalls.

So aufgepimpt konnte ich dann los und meinem sozialistischen Haufen von rollendem Einzylinder mit Telegabel und Zentralkastenrahmen andere Motorräder zeigen. Neben vielen vielen Hondas, Kawasakis, BMWs und Vorkriegsmodellen auch High Society.

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Ducati Desmo 900SS. Rrrrrr. RrrrRRrrRRrRRrrr.

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Yoshimura Version einer Suzuki XJ-69. Irgendwas mit 1000, sieht alles sehr schnell, ambitioniert und vor allem teuer aus.

Demnächst:
Die MZ performt mäßig im oberen Drehzahlbereich. Wir versuchen einen hoffentlich besseren Auspuff.

Gebrauchswerterhöhung

Wie sich nach kurzer Fahrt durch einen Gewitterschauer zeigte neigt Yamahas MT-07 dazu, im nassen Element die hintere Hälfte des Fahrzeugs und auch den Rücken des Fahrers unschön einzusauen. Umlenkung, Federbein, hintere Fußrastenstreben, Blinker, Abdeckungen – alles schlammig.
Es könnte auch an der Verdrängungskraft des neuerdings montierten Metzeler Roadtec 01 liegen, der mit seinem hohen Anteil an Negativprofil das Wasser durch die Gegend schaufelt…. Jedenfalls versuchte ich mich dieses Wochenende an einer Verbesserung.
Die Wahl fiel vorerst auf die HINTERRADABDECKUNGSVERLÄNGERUNG 6521005 der Fechter-Marke Bodystyle, welche der Radabdeckung zusätzliche 19 cm Spritzschutz spendiert.

Die Montage erfolgt durch einfaches Ankleben mit doppelseitigen Klebepads an die vorhandene Hinterradabdeckung oder aber eine Kombination aus Kleben und Spreiznieten.
Meine Wahl fiel auf Letzteres, doppelt hält besser:

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Schon fertig. Zusammengepappt, 4x 4mm Löcher gebohrt, Nieten durchgesteckt.
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…von unten.
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Vorher…
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…nachher

Sieht meiner Meinung nach so schlecht nicht aus. Gibt es auch als neu designtes Kompletteil und optimiert dann auch den Kettenschutz etwas, aber zu unverhältnismäßigen Preisen. Jedenfalls im Verhältnis zum von mir erwarteten Nutzen. Eine erste Testfahrt war erfolgreich, zumindest ist das Teil noch da und macht sich nicht bemerkbar.
Wieviel es im Regen bringt wird sich zeigen, Wunder sind wohl nicht zu erwarten 🙂

Mehr als etwas Plastikgefrickel war bei den aktuellen Temperaturen bastelmäßig bei der Yamaha nicht drin. Anfang Juni hatte ich noch den Cobrra Nemo 2 Kettenöler in Betrieb genommen, aber keine weiteren Bilder gemacht. Werde ich bei Gelegenheit nachholen, noch läuft die Testphase der gewählten Befestigungsmethode.


Rotlichtbezirk

Mit Laser geht alles besser, wie man weiß.
Da mir für die korrekte Einstellung/Überprüfung der Kettenflucht jegliches Gebastel mit Fäden zuwider war und man den Schwingenmarkierungen ja nicht unbedingt trauen darf, schwebte mir der Erwerb eines dieser CAT Kettenfluchttester vor. Leider sind die im Verhältnis zur Einsatzhäufigkeit beim Privatmann recht teuer.
Natürlich gibt es bei Ebay Abhilfe, in diesem Fall in Form des „LinearPro2 Laser“, welcher das Prinzip des Originals aufgreift und eine Strichlaserdiode in einem 3D-gedruckten Gehäuse mit Batteriefach unterbringt.

Bestellt, ausgepackt und erst mal auf der Werkbank die grundsätzliche Funktionsfähigkeit für den Einsatzzweck (Anlegen ans Kettenrad, Projizieren einer Laserlinie welche parallel zur den Kettenlaschen verlaufen sollte) getestet:

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Angelegt an einen Stahlmaßstab lief der Strahl nach ~25 cm um ca. 1mm in Richtung Maßstab. Da habe ich etwas mit Isoband auf der Anlagefläche nachkalibiriert 🙂

Am Kettenrad angelegt zeigte sich daraufhin, dass der letzt Reifenmonteuer mir das Hinterrad wohl tatsächlich recht exakt eingesetzt hat und die Schwingenmarkierungen der MT-07 tatsächlich stimmen. Ich denke, das haut so hin:

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Öl oder nicht Öl…

Hier stand mal ein Beitrag über Öl in Benzin. Diesen habe ich ich aber aufgrund aktueller Rechtslage vorsichtshalber einfach offline genommen (Datenschutz und so),
…weil auch direkt Rückschlüsse auf meine Person möglich waren, wäre mir fast durchgerutscht. Habe zudem noch ein paar Bilder offline genommen, hab mich aber nur halbherzig angestrengt.

Tja, die Zeiten ändern sich. Kann sich noch einer an Telefonzellen erinnern, in denen einfach so ein Telefonbuch mit Nummern und Adressen hing? Und will ich meine Postanschrift jedem Psychopathen im Netz als „Impressum“ präsentieren?
Ich denke nicht. Datenschutz!

 

Brückentag!

Den Freitag zwischen Herrentag und Wochenende habe ich genutzt, um mit der MT-07 die erste größere Tour zu unternehmen. Man muss ja  auch mal richtig Motorrad fahren und nicht nur mit schleifender Kupplung irgendwo hinterher schleichen oder im Stop&Go stehen.
Da bietet sich hier u.A. die Elbuferstraße mit dem sonst an Wochenenden gesperrten Teil zwischen Neu Darchau und Hitzacker an. Ab dort werden die Straßen leerer, kurviger und hügeliger. Das ist im Landkreis LG sonst Mangelware, also  Täschlein gepackt und frei Schnauze los.

Nach dem ersten 50 Km mit 1x Spitzkehre gab es eine kurze Pause und Wandereinlage zum Aussichtsturm Kniepenberg. Oben auf der Plattform sind eigentlich immer ein paar Touristen, der Turm ist wegen der beeindruckenden Aussicht recht beliebt.
Die Gegend erinnert nun bis Hitzacker leicht an den Harz, danach ging es immer am Elbdeich entlang bis zu den Fragmenten der alten Eisenbahnbrücke bei Dömitz. Hier war ich schon bestimmt zehn Jahre nicht mehr und hatte gehört, dass die Brücke den Besitzer gewechselt hat und nun irgendwas passieren soll.

Über die neue Elbbrücke und nach einer kleinen Ortskontrollfahrt durch Dömitz wollte ich mich eigentlich auf den Rückweg begeben. Das Wetter war jedoch so tourenfreundlich, dass ich weiter fuhr und die Schmölener Wanderdünen besichtigte. (Hier ist mir mal die S50 abgestorben und nicht mehr angegangen, weil der Schwimmer sich irgendwie verhakelt hat und ich bin quasi mit Dauervollgas ~90 Km nach Hause gefahren 😀 ) Dann eine kleine Runde durch die Lenzer Wische, die ich vor fast 20 Jahren zuletzt mit der Simson gefahren bin. Wunderbare kleine Straßen durch herrliche Natur mit überwiegend echt gutem Asphalt.

Der Rückweg über die B195 bis Boizenburg ist dann Kurventraining und bei Motorradfahrern beliebt. Gefühlt begegnen einem mehr Mopeds als Autos und natürlich sind auch die ganz kaputten mit dabei. Im Großen und Ganzen kann man aber in Ruhe seinen Schuh fahren. Gut zum Einkehren ist Bikerkneipe und -Treff  „Bei Tania“. Man kommt in Kaarßen direkt dort vorbei.

Ich hatte auf dem Handy mal das GPS Tracking mitlaufen lassen. Hier auf einer Open Street Map angezeigt, wegen Urherberrechtsdings. Am Ende des Tages waren es dann rund 250 Km, wobei die MT sich gerade einmal 3,8L auf Hundert genehmigte. Wenns stimmt bin ich zufrieden, nachgerechnet habe ich noch nicht.