Kopfschütteln


Dies am Mittwoch, dem 5.3.25 in der Aargauer Zeitung gelesen:

Der grosse Rat des Kantons Aargau beschloss am Dienstag, 4.3.25,
die Familienzulagen um 10 Franken pro Monat zu erhöhen, um die
Familien mit Kindern zu stärken. 

und das gedacht:

Es ist ein Armutszeugnis für unsere Parteien und Politiker, die diesen
Kleinkrämer-Entscheid fällten!

Und dies notabene in einem der reichsten Länder in Europa. 


Ich schäme mich für mein Land.

Ernst

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Unterwegs im pakistanischen und indischen Punjab.


Strassen-Szene in Lahore*.

1964. Strassen-Szene in Lahore, Pakistan.

Vagabondage ist Befreiung und
das Reise-Leben auf allen Straßen ist Freiheit.

Isabelle Eberhardt (1877 – 1904), russisch-schweizerische
Weltreisende, Reiseschriftstellerin.


* Lahore ist die Geburtsstadt des unabhängigen Pakistan und eines der geistigen Zentren des Islam auf dem indischen Subkontinent. Die Metropole liegt an der Grenze zur indischen Stadt Amritsar, die als Zentrum des Sikh-Glaubens und dem berühmten Heiligtum “Goldener Tempel” bekannt ist.


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Besuch im Frühling in Morcote TI



Strecia di Mort.

Mich schauderte,
als ich ganz verstohlen
die Totengasse hochschaute.
Da war weder ein Seelenaussauger
noch eine Leiche unterwegs.

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Unten am Quai dann Musse.
Der See flirrte und liess meine
Gefühle wie fliegende
Fische übers Wasser gleiten.

Text und Foto: Ernst Blumenstein

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Welch Ironie, die Geschichte wiederholt sich …



Lebenslinien aus den sechziger Jahren

Bei meiner Geburt im Januar war die Welt aus den Fugen und Krieg. Wie dem Neujahrsblatt Lenzburg von 1942 zu entnehmen war, prägte er das Verhalten der Leute. Gesammelt wurde für kriegsgeschädigte Kinder, das Rote Kreuz bat um Spenden von Kleidern, Spielsachen, Brillen und Tee. Die Soldatenfürsorge unterstützte Familien mit Kleidung und Wäschestücken. Gegen Ende Jahr wurden gar Brot und Milch rationiert und eine Suppenküche eröffnet. 1 Liter Suppe kostete 25 Rappen. Notleidende Familien erhielten sie gratis gegen einen Gutschein. Mein Vater leistete damals Aktivdienst an der Grenze. Zum Glück blieb unser Land verschont.

Ich machte anfangs der sechziger Jahre eine kaufmännische Ausbildung und leistete als Korporal und Offizier Pflicht in der Milizarmee, um wenn nötig gegen die Russen oder andere Mächte des ‘Eisernen Vorhangs’ Dienst am Vaterland zu leisten. In dieser Zeit wurden in den Medien viele Berichte über Israel und die Kibbuzim geschrieben, die am Aufbau des Staates beteiligt waren. Weder mein Schulfreund noch ich waren jüdischen Glaubens, als wir beschlossen, anstelle der Landesausstellung 1964 in Lausanne nach Israel zu reisen, um die Lebensform Kibbuz kennen zu lernen und vor allem mehr von der grossen, weiten Welt zu sehen.

Wir nahmen eine Auszeit und reisten per Bahn nach Rom und weiter mit dem Schiff in 4 Tagen nach Haifa. Im Kibbuz Matzuva im West-Galiläa heuerten wir an und wurden in der Bananen-Plantage eingeteilt. Um 03.00 Uhr war Tagwache, anschliessend nahmen wir im Chaderochel ein ergiebiges Morgenessen ein. Um 04.00 Uhr fuhren wir auf dem von einem Traktor gezogenen Flachwagen in die Plantage. Die Arbeit war hart und der alte Chef ein Schinder. Um 12.00 Uhr war hitzebedingt Arbeitsschluss. Am Nachmittag schliefen wir in unserer Unterkunft oder lagen im Schatten am Pool. Abends waren wir oft im benachbarten Dorf Shlomi auf ein oder zwei Biere unterwegs. Nach 2 Monaten wechselten wir in den Kibbuz Neve Yam, der südlich von Haifa am Meer lag. Die Arbeit in der Fischzucht gefiel uns und wir hatten mit den Arbeitern Didi und Jussi oft ein Gaudi. Dann reisten wir per Stopp durchs Land, besuchten u.a. Haifa, Tiberias, Tel Aviv-Jaffa, Jerusalem, Bethlehem, Nazareth sowie spezielle Orte in der Negev und am Toten Meer. In Eilat am Roten Meer überwinterten wir.

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Da wir infolge der israelischen Stempel im Pass nicht nach Jordanien ausreisen konnten, mussten wir das Land per Schiff nach Istanbul verlassen. Wir trampten dann weiter durch den Nahen und Mittleren Osten bis nach Nepal, wo wir nach Indien eine längere Zeit an besserer Luft verbrachten. Auf der Rückreise nahmen wir in Pakistan den Weg über Peschawar und den Khyber-Pass nach Kabul und zurück in den Iran. Via Abadan fuhren wir mit einem Fischerboot durchs Schatt al Arab nach Basra. Nach dem Besuch von Kuwait, wo wir für gutes Geld Blut spendeten, trampten und fuhren wir per Bahn durch den Irak, Syrien nach Istanbul. Wieder zuhause folgten friedliche Jahre, verbunden mit einer prosperierenden Wirtschaft, die 1968 nur durch den ‘Prager Frühling’ etwas getrübt wurde.

Die Lage änderte sich, als der Despot Putin 2014 die Krim besetzte und im Donbass den Aufbau russischer Milizen forcierte. Sein Angriff auf die Ukraine anno 2022 löst wieder Kriegsangst aus. Nicht unbedingt bei mir, habe ich doch gegenüber jüngeren Menschen weniger Lebenszeit zu verlieren. Noch findet der Krieg weit weg statt, aber was heißt das schon bei den heutigen, modernen Waffen-Systemen? Und dies in einer Zeit, wo wichtige Demokratien in Europa Probleme haben und die Welt wieder aus den Fugen gerät. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Text:   Ernst Blumenstein


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Weihnachten, Jahresende, Neujahr



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©  Gisella Rova Scandola

Weihnacht, Neujahr – die Zeit vergeht.
Ob man das Leben je versteht?
Ein Fensterblick, ein offenes Tor:
Wir stehen zögernd noch davor
und wissen nicht, was kommen mag.
Am besten nimmt man Tag für Tag
und ohne viel zu fragen.
Die Zukunft muss man wagen.

© Brigitte Fuchs (*1951), Schweizer Autorin, Lyrikerin,
Sprachspielerin.

Ich wünsche euch frohe Festtage und
einen guten Rutsch ins Neue Jahr.
Ernst

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A D V E N T S   –   G E D A N K E N

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Advent Schwebe hernieder,
Heilige Nacht,
Leuchte uns wieder,
Stern voller Pracht.

Greif in die Saiten,
Himmlischer Chor:
Schönste der Zeiten,
Steige empor!

Clara Forrer (1868 – 1950),
Schweizer Lyrikerin.

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Beagers in Kathmandu 1965.


Sie lebten 1965 in Kathmandu auf der Strasse, als wir ihnen während unseres vierwöchigen Aufenthaltes täglich Essen kauften, sie einmal im nahegelegenen Fluss schrubbten und ihnen bessere Kleider besorgten.
Ob es etwas genützt hat?

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Bild: Ernst Blumenstein

Straßenkinder:

Leben, um jeden Preis

© Anke Maggauer-Kirsche (*1948),
deutsche Lyrikerin und  Aphoristikerin.

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Patan, Stadt der Tempel in Nepal, anno 1965.


Patan, Stadt der Tempel. Nepal anno 1965.
Bild: Ernst Blumenstein

Staubkorn


wir sind nur ein Staubkorn
im Wind aufgehoben
davongetragen

wir leben zu kurz
als dass wir verstehn
wir werden geboren
um zu vergehn

die Zeit vergeht
mit uns ohne uns
was ist Zeit
nur eine Spur
in der Ewigkeit


©
Anke Maggauer-Kirsche (*1948), deutsche Lyrikerin,
Aphoristikerin und ehemalige Betagtenbetreuerin
in der Schweiz.


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Heute vor 55 Jahren versandte ich diese Einladung zum Polterabend an meine Kumpels.


Einladung zum Polterabend von Ernst April 1969_thumb[5]

Beginn: 20.00 Uhr. Gute Stimmung mitbringen!

Ortsunkundige: 20.00 Uhr Post Nussbaumen.
Waldhütte Obersiggenthal. Freitag, 22.8.69 
“Abmeldung” bis Dienstag, 18.8.69. Tel.


Wenn wir etwas einfach genial finden,
ist es meistens genial einfach.

© Gudrun Zydek (*1944), deutsche
Schriftstellerin, Lyrikerin, Aphoristikerin.


Ich nehme obigen Wisch zum Anlass, um euch noch einige Infos und Bilder über mich und die  Familie zu zeigen.

z 1.Bericht  Haussener Bleistiftzeichn. az 27.9.12

50 Jahre später, im September 2019 …

Ankunft

2 neu 3 Collage Kinder

3 neu 5 Collage Text

4 Collage

Margrith unterhielt uns mit träfen Worten.

Margrith

erl. DSC_0126-tile noch grössere Schrift


Ich wünsche euch eine gute Zeit. Ernst

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Alltagsgedanken über das Wetter.


Ruckfeld Ernst 23.1.16 So-UntergangP1230001
Bild: Ruckfeld, Würenlingen.

We esch sWätter?

so so, la la

bündig ebe

wes halt eso esch

es büüted vo Allem öppis

grad wes Läbe.

Text und Foto: Ernst Blumenstein

Schriftdeutsch

Wie ist das Wetter?
Na ja, wie es halt so ist
comme ci, comme ca,
es bietet für Alle etwas
grad wie das Leben.

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