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Dahingetütel

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Die Tage tüteln so durchs Leben,
und wir tüteln durch die Tage.
Nicht zielstrebig.
Nicht verloren.
Eher
nebenbei.

Der Wecker klingelt,
der Kaffee dampft,
Gedanken bleiben
im Türrahmen stehen.

Wir scrollen uns wach,
klicken uns müde,
tragen Termine
wie lose Tüten
ohne Henkel.

Manches fällt raus.
Manches bleibt kleben.
Vieles merken wir
erst abends
auf dem Sofa
zwischen zwei Atemzügen.

Das Leben ruft selten laut.
Meist tütelt es leise,
summt vor sich hin,
während wir
noch schnell
dies
und
das.

Ein großes Dahingetütel.
Nicht schön.
Nicht schlimm.
Nur echt.

Und manchmal,
für einen kurzen Moment,
reißt die Tüte.

Dann fällt uns
das Leben
direkt
in die Hände.

Abschied auf Raten

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Ich habe die USA einmal gemocht. Nicht als Macht, nicht als Projekt, sondern als Idee. Als Versprechen von Weite, von Bewegung, von dem Glauben, dass man anders sein darf, ohne sich entschuldigen zu müssen. Dieses Land fühlte sich lange an wie ein offenes Fenster: laut, widersprüchlich, manchmal anstrengend, aber immer von Luft durchzogen.

Heute wirkt alles enger. Nicht, weil sich die Landschaft verändert hätte, sondern weil sich der Ton verengt hat. Der Staat spricht lauter, aber nicht klarer. Uniformen treten vermummt auf, Gewalt wird zur Gewohnheit, und was Ordnung heißen soll, riecht nach Einschüchterung. Man sagt Sicherheit und meint Kontrolle. Man sagt Stärke und erzeugt Angst.

Schade um Grönland, schade um die USA – schade um eine politische Kultur, die einmal neugierig war auf die Welt und nun alles als Verhandlungsmasse betrachtet. Der große Deal steht über allem, und er produziert Verlierer auf beiden Seiten. Wut wird zur Währung, Kränkung zum Treibstoff. Wer fragt, gilt als schwach, wer zweifelt als Gegner.

In Deutschland denken manche beim Blick über den Atlantik an die 1930er Jahre. Nicht aus Geschichtslust, sondern aus Beklemmung. Weil sich Muster ähneln: das Abwerten von Institutionen, das Verächtlichmachen von Medien, das systematische Verschieben von Grenzen. Demokratie wird nicht abgeschafft, sie wird umgebaut, Stück für Stück, bis man sie kaum wiedererkennt.

Ich habe dieses Land gemocht, weil es sich immer wieder neu erfunden hat. Weil Vielfalt nicht als Gefahr galt, sondern als Motor. Weil Protest dazugehört hat, nicht als Störung, sondern als Ausdruck von Freiheit. Heute scheint selbst die Frage, ob es wieder echte Präsidentschaftswahlen geben wird, kein Tabu mehr zu sein, sondern eine offene, beunruhigende Möglichkeit.

Der Himmel über den USA ist derselbe geblieben, aber er hängt tiefer. Die Symbole stehen noch, doch sie tragen weniger. Vielleicht findet dieses Land zurück zu sich, vielleicht auch nicht. Vielleicht wird es sich erinnern, dass Demokratie nicht brüllt, sondern aushält.

Bis dahin ist es ein leiser Abschied. Kein Zorn, kein Spott. Nur Traurigkeit über etwas, das einmal Hoffnung war – und nun vor allem Verlust.

Diese Woche kommt nicht zurück

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Schon wieder ist eine Woche vorbei.
Sie geht einfach.
Ohne Abschied.
Ohne Rückfrage.

Sie war da
in Morgenkaffee,
in halben Gedanken,
in Sätzen wie „gleich“ und „morgen dann“.

Jetzt ist sie Geschichte,
ungelesen,
ungeklickt,
nicht gespeichert.

Wir merken es erst,
wenn sie fehlt.
Wenn das Kalenderblatt
kein Echo mehr hat.

Diese Woche
war kein Highlight,
kein Drama,
kein Post.

Aber sie war Leben.
Echt.
Unwiederholbar.

Und irgendwo
zwischen Pflicht
und Pause
hat sie uns berührt –
leise.

Nächste Woche
wird anders heißen.
Aber diese
kommt nie wieder.

Farbiges Leuchten

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In der leuchtenden Vormittagssonne im Januar.

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Der Streit um die „Pfarrperson“

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Maske, Mensch oder Amt?

​In den letzten Jahren taucht ein Begriff immer häufiger in kirchlichen Texten und Stellenanzeigen auf: die Pfarrperson. Für die einen ist es eine notwendige Anpassung an eine gerechtere Sprache, für die anderen klingt es hölzern und nach Bürokratie. Doch hinter der Frage, ob wir dieses Wort brauchen, steckt eine viel tiefere Debatte darüber, was eine Person überhaupt ist und warum wir den Begriff Mensch manchmal links liegen lassen.

​Woher kommt die „Person“?

​Das Wort Person stammt vom lateinischen „persona“ ab, was ursprünglich eine Theatermaske bezeichnete. Durch diese Maske „tönte“ die Stimme des Schauspielers hindurch (per-sonare). Es ging also von Anfang an nicht um das nackte, biologische Wesen, sondern um eine Rolle, die jemand in der Öffentlichkeit spielt.

​In der Geschichte hat sich dieser Begriff stark gewandelt:

  • Im Recht: Hier ist eine Person ein Träger von Rechten und Pflichten. Man muss kein lebendiger Mensch sein, um eine „juristische Person“ zu sein (wie etwa ein Verein oder eine Firma).
  • In der Theologie: Hier ist der Begriff besonders wichtig, wenn es um das Wesen Jesu geht. Man spricht davon, dass er zwei Naturen (göttlich und menschlich) in einer Person vereint. Auch die Dreifaltigkeit wird oft als drei Personen in einem Gott beschrieben.

​Mensch gegen Person: Eine bewusste Trennung?

​Die Frage, ob eine Person nicht einfach ein „verklausulierter Mensch“ ist, trifft den Kern der Sache. Tatsächlich nutzen wir das Wort Person oft dann, wenn wir den Menschen in seiner Funktion oder seiner Rechtstellung meinen.

​Wenn wir „Mensch“ sagen, schwingt meistens etwas Warmes, Biologisches und Individuelles mit. Wenn wir „Person“ sagen, meinen wir oft das Gegenüber in einem System. Das kann sich distanziert und unpersönlich anfühlen. Es ist eine Art Abstraktion. Man nimmt den biologischen Menschen und steckt ihn in eine Schablone, damit er im System (der Kirche, dem Staat, dem Gesetz) fassbar wird.

​Warum also „Pfarrperson“?

​Dass heute so oft von der Pfarrperson die Rede ist, hat einen praktischen Grund: Man möchte alle Geschlechter ansprechen, ohne die sperrigen Doppelnennungen (Pfarrerinnen und Pfarrer) zu nutzen.

​Allerdings bewirkt dieser Begriff eine Verschiebung:

  1. ​Weg vom Individuum: Das Wort betont das Amt und die Dienstrolle.
  2. ​Hin zur Neutralität: Es soll niemand ausgeschlossen werden, aber dadurch wirkt die Bezeichnung oft blutleer.

​Kritiker sagen, dass durch solche Begriffe der Mensch hinter dem Amt verschwindet. Befürworter hingegen finden, dass gerade die „Persona“ – also die Maske des Amtes – schützt. Wer als Pfarrperson handelt, tut dies nicht als Privatperson, sondern in einer offiziellen Rolle.

​Ein Blick auf das Ganze

​Ob man das Wort braucht, hängt davon ab, was man erreichen will. Sucht man eine geschlechtsneutrale Abkürzung für die Verwaltung, ist die Pfarrperson zweckmäßig. Sucht man jedoch die Nähe und das Menschliche in der Seelsorge, wirkt der Begriff oft wie eine Barriere.

​Die Person ist also tatsächlich eine Art „verklausulierter Mensch“ – aber diese Verklausulierung ist oft Absicht. Sie trennt das Private vom Dienstlichen. Ob das in einer Gemeinschaft, die vom persönlichen Glauben lebt, der richtige Weg ist, bleibt eine Streitfrage. Am Ende entscheidet wohl der Klang im Ohr: Für die einen ist es moderne Gerechtigkeit, für die anderen ein Verlust an Lebendigkeit.

Frost, Feuer, Stille

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Symbolbild

Die Ukraine am Abgrund

​Die Ukraine durchlebt in diesen Januartagen des Jahres 2026 ihre wohl schwersten Stunden. Während die Welt auf diplomatische Signale aus den USA wartet, zeigt der Alltag zwischen Kyjiw und Charkiw ein Bild des nackten Überlebens. Es ist ein Überleben gegen die extreme Kälte, gegen den ständigen Hagel aus Gleitbomben und gegen eine Dunkelheit, die das ganze Land zu verschlingen droht.

​Ein Volk im eisigen Griff

​Der Winter ist in diesem Jahr eine tödliche Waffe. In der Hauptstadt Kyjiw sinken die Temperaturen nachts auf bis zu minus 16 Grad. Doch die Wärme ist zu einem Luxusgut geworden. Durch die gezielten russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur steht die Versorgung kurz vor dem totalen Kollaps. Zehntausende Haushalte sitzen in ausgekühlten Wohnblocks fest, während die Reparaturtrupps unter Lebensgefahr versuchen, das Fernwärmenetz zu flicken.

​Besonders perfide ist die Taktik, die Umspannwerke der Atomkraftwerke ins Visier zu nehmen. Wenn diese Knotenpunkte fallen, droht nicht nur ein lokaler Blackout, sondern der Zusammenbruch des gesamten nationalen Netzes. Das Auswärtige Amt warnt bereits vor einem drohenden Zusammenbruch, der Millionen Menschen schutzlos dem Frost ausliefern würde.

​Terror aus der Luft und Bewegung an der Front

​In Charkiw, nur 30 Kilometer von der Grenze entfernt, gehört das Heulen der Sirenen zum grausamen Rhythmus des Lebens. Russische Jets klinken aus sicherem Abstand Gleitbomben aus, die Wohnviertel in Trümmerwüsten verwandeln. Erst gestern riss ein solcher Angriff eine junge Frau aus dem Leben und verletzte viele weitere.

​Gleichzeitig bleibt die Lage an der Front extrem angespannt. Während russische Truppen in der Region Saporischschja kleine Landgewinne verzeichnen, gibt es aus dem Norden Hoffnungsschimmer: Bei Kupjansk konnten ukrainische Einheiten den Druck erhöhen und gegnerische Verbände teilweise umzingeln. Doch jeder Meter Boden wird mit einem unvorstellbaren Blutzoll erkauft.

​Das Warten auf das diplomatische Wunder

​In der Politik herrscht eine bedrückende Ungewissheit. Die Hoffnungen von Präsident Selenskyj, schnell feste Sicherheitsgarantien mit der neuen US-Regierung zu vereinbaren, haben einen herben Dämpfer erhalten. Nach den Gesprächen mit den Unterhändlern in Washington gibt es keinen nennenswerten Fortschritt.

​Die Gespräche über Gebietsabtretungen und langfristige Unterstützung hängen in der Schwebe. Während in der Ukraine Menschen sterben, wird auf internationalem Parkett um Formulierungen gerungen. Das nächste große Treffen in Davos wird nun zur Schicksalsfrage: Findet der Westen eine gemeinsame Linie, oder wird die Ukraine ihrem Schicksal überlassen?

Ein Ausblick in die Ungewissheit

​Die Lage der Menschen ist verzweifelt, aber ihr Widerstandswille bleibt ungebrochen. Die Ukraine kämpft an zwei Fronten: gegen eine Übermacht auf dem Schlachtfeld und gegen das Erfrieren in den eigenen vier Wänden. Ohne schnelle Luftverteidigung und massive Hilfe beim Wiederaufbau der Stromnetze steuert das Land auf eine Katastrophe zu, deren Auswirkungen noch gar nicht vollständig absehbar sind. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen den Frost, den niemand verlieren darf.

Quelle: ZEIT Online (Liveblog zum Krieg in der Ukraine, Stand 19. Januar 2026, 21:41 Uhr)

Kill switch

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​Der aktuelle Streit um Grönland hat eine Dimension erreicht, die weit über territoriale Ansprüche hinausgeht. Während US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen gegen Dänemark, Deutschland und weitere EU-Staaten droht, steht im Hintergrund eine noch viel radikalere Option im Raum: die Instrumentalisierung der US-Tech-Giganten als geopolitische Waffe. Doch eine Eskalation, bei der Dienste wie Google, Facebook, Amazon oder Instagram in Europa gekappt würden, wäre ein Schritt, den Washington nur ein einziges Mal gehen könnte – mit katastrophalen Folgen für das Silicon Valley.

​Das Ende des digitalen Vertrauens

​Sollte die Trump-Administration tatsächlich den „Kill-Switch“ für digitale Dienstleistungen in der EU umlegen, würde dies das Fundament der globalen Digitalwirtschaft zertrümmern. Bisher galten Plattformen wie Amazon Web Services (AWS) oder Google-Dienste als neutrale Infrastruktur, ähnlich wie Strom oder Wasser. Eine Abschaltung aus politischen Gründen würde der Welt demonstrieren, dass US-Technologie kein verlässlicher Partner, sondern ein verlängerter Arm des Weißen Hauses ist.

​Für die EU wäre der Schaden kurzfristig immens. Unternehmen verlören den Zugriff auf ihre Cloud-Daten, Lieferketten würden zusammenbrechen und die Kommunikation von Millionen Bürgern wäre unterbrochen. Doch dieser Schmerz wäre zeitlich begrenzt. Die Geschichte lehrt, dass extremer Druck zu rapider Innovation führt. Europa würde innerhalb kürzester Zeit eigene, souveräne Lösungen erzwingen – ein Prozess, der durch Projekte wie Gaia-X bereits mühsam begonnen hat, aber unter Zwang eine ungeahnte Dynamik entwickeln würde.

​Der unermessliche Schaden für die USA

​Während die EU umorientieren müsste, stünden die US-Tech-Konzerne vor den Trümmern ihres globalen Geschäftsmodells.

  1. Marktverlust: Europa ist der profitabelste Auslandsmarkt für Firmen wie Meta und Alphabet. Ein erzwungener Rückzug würde Billionen an Börsenwert vernichten.
  2. Globaler Dominoeffekt: Nicht nur die EU, sondern auch Schwellenländer wie Indien, Brasilien oder Indonesien würden sofort Konsequenzen ziehen. Niemand würde mehr riskieren, seine nationale Infrastruktur auf US-Software aufzubauen, wenn diese jederzeit als Erpressungsmittel genutzt werden kann.
  3. Das Ende der Soft Power: Die USA würden ihr wichtigstes Instrument der kulturellen und wirtschaftlichen Einflussnahme dauerhaft verlieren.

​Ein Wendepunkt für die transatlantischen Beziehungen

​Die Drohungen im Rahmen des Grönland-Konflikts zeigen, dass Trump bereit ist, die NATO-Souveränität gegen ökonomische Vorteile auszuspielen. Bundeskanzler Friedrich Merz mahnt zwar zur Besonnenheit, doch hinter den Kulissen bereitet sich Brüssel auf das Schlimmste vor. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas stellte klar, dass Souveränität kein Handelsgut sei. Wenn Washington die digitalen Brücken abreißt, gibt es kein Zurück mehr.

​Der Preis der Isolation

​Die Strategie von „America First“ stößt hier an ihre logische Grenze. Ein digitales Embargo gegen Europa wäre ein wirtschaftlicher Selbstmord auf Raten für die USA. Man kann eine Waffe, die auf Vertrauen basiert, nur einmal abfeuern. Danach ist sie wertlos, weil das Zielobjekt – in diesem Fall die globale Gemeinschaft – gelernt hat, ohne sie zu überleben. Trump mag kurzfristig Chaos stiften können, doch langfristig würde er das Silicon Valley entthronen und die USA technologisch isolieren.

​Quellen und aktuelle Analysen (Stand Januar 2026)

  • ZDF/ZEIT Online Liveblog (19.01.2026): Berichte über die Forderung Dänemarks nach einem NATO-Mandat für Grönland und die Reaktion von Kaja Kallas.
  • European Council on Foreign Relations (ECFR): „Get over your X: A European plan to escape American technology“ – Analyse zur digitalen Souveränität (Nov 2025).
  • Modern Diplomacy (Jan 2026): „It Will Be Done: Trump Doubles Down on Greenland and Tests the Atlantic Alliance“.
  • WIFO (Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung): Gabriel Felbermayr zur Wirksamkeit von Abschreckung im Zollstreit.
  • Politico Pro (Dez 2025): „US trade office threatens EU with fines over digital rules“.

Gabel mit Schatten

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In der mittäglichen Wintersonne Ende Januar.

Gebet im Sturm der Zeit

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Gott,
die Tage sind laut geworden.
Nachrichten drängen,
Meinungen prallen,
Angst und Wut liegen dicht beieinander.

Wir kommen zu dir
mit müden Gedanken
und einem Herzen,
das manchmal nicht mehr weiß,
wohin es hoffen soll.

Schenke uns Ruhe,
wenn alles um uns schreit.
Schenke uns Klarheit,
wenn Wahrheit verschwimmt.
Schenke uns Mut,
nicht hart zu werden in harten Zeiten.

Halte uns fest,
wenn Gewissheiten brechen.
Erinnere uns daran,
dass wir mehr sind
als das, was uns ängstigt.

Lass uns Menschen sein,
die zuhören statt verletzen,
die verbinden statt spalten,
die lieben,
auch wenn es schwerfällt.

Gib uns einen wachen Blick
für das Leid anderer
und die Kraft,
nicht wegzusehen.

Und wenn der Sturm nicht sofort endet,
dann sei du unser Halt,
unser Anker,
unser leises Vertrauen,
dass Licht stärker ist als Dunkel.

Amen.

Wie Trump die Nachrichten toxisch macht

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Daueralarm statt Einordnung

Es ist nicht nur der Inhalt, es ist das System Trump, das Nachrichten vergiftet. Seit Donald Trump wieder im Zentrum der Macht steht, fühlt sich Informationskonsum für viele Menschen nicht mehr wie Orientierung an, sondern wie permanenter Stress. Das ist kein Zufall – sondern Teil eines politischen Kommunikationsstils, der Medienlogik bewusst missbraucht.

1. Politik als Dauerprovokation

Trump agiert nicht in politischen Zyklen, sondern in Aufmerksamkeitsstößen. Kaum ist ein Thema halbwegs eingeordnet, folgt das nächste: Zölle, Drohungen, Rückzüge, Ankündigungen, Dementis.
Das Ergebnis: keine Ruhe, keine Tiefe, keine Verarbeitung. Nachrichten werden zum Dauerfeuer.

Nicht weil so viel passiert – sondern weil alles gleichzeitig skandalisiert wird.

2. Agenda-Übernahme durch Eskalation

Trump zwingt Medien, über ihn zu berichten – selbst dann, wenn sie es eigentlich nicht wollen. Jede extreme Aussage erzeugt Klicks, Reichweite, Pushmeldungen.
So bestimmt er nicht nur was diskutiert wird, sondern auch wie:

  • komplexe Themen werden auf Schlagworte reduziert
  • internationale Politik wird zur Deal-Rhetorik
  • Diplomatie wird als Schwäche geframt

Das Giftige daran: Sachlichkeit verliert, Zuspitzung gewinnt.

3. Emotion schlägt Information

Trumps Kommunikation ist darauf ausgelegt, Emotionen zu triggern: Wut, Angst, Häme, Überlegenheit.
Nachrichten, die so funktionieren, machen müde, aggressiv oder zynisch. Viele Menschen schalten innerlich ab – nicht, weil sie unpolitisch sind, sondern weil sie sich selbst schützen müssen.

Das ist toxisch, weil Demokratie informierte Aufmerksamkeit braucht – keine Erschöpfung.

4. Normalisierung des Ausnahmezustands

Was früher ein politisches Erdbeben gewesen wäre, ist heute „nur“ noch ein weiterer Trump-Tag.
Diese Dauerüberreizung führt zu einer gefährlichen Verschiebung:

  • Grenzüberschreitungen wirken normal
  • Drohungen erscheinen als legitimes Mittel
  • internationale Instabilität wird zur Kulisse

Die eigentliche Katastrophe ist nicht der einzelne Skandal, sondern die Abstumpfung.

5. Medien im Dilemma

Redaktionen stecken in einer Falle:

  • Ignorieren sie Trump, verlieren sie Reichweite.
  • Berichten sie über ihn, verstärken sie sein Spiel.

So wird Journalismus unfreiwillig zum Verstärker eines Systems, das von Chaos lebt. Die Folge: Nachrichten fühlen sich nicht mehr wie Aufklärung an, sondern wie Teil eines endlosen Reality-Formats.

6. Warum das uns alle betrifft

Auch wer Trump ablehnt, ist betroffen. Denn toxische Nachrichten:

  • vergiften Gespräche
  • zerstören Vertrauen in Institutionen
  • fördern Polarisierung
  • rauben Energie für wirklich relevante Themen

Trump macht die Welt nicht nur politisch unruhiger – er macht sie mentaler schwerer erträglich.


Was bleibt

ist nicht nur ein politischer Akteur, sondern ein Medienereignis, das auf Überforderung setzt.
Die toxische Wirkung entsteht dort, wo permanente Eskalation auf ein Mediensystem trifft, das keine Pausen kennt.

Vielleicht ist die wichtigste Gegenbewegung deshalb nicht der nächste Kommentar – sondern bewusste Distanz.
Nicht aus Gleichgültigkeit.
Sondern aus Selbstschutz.

Logik und so..

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Weil Trump trotz seiner vielen militärischen Eingriffe bisher keinen Friedensnobelpreis erhalten hat, muss er sich leider leider vom Frieden verabschieden.

[…] Angesichts der Tatsache, dass Ihr Land [Anm.: Norwegen] beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis nicht zu verleihen, obwohl ich 8 Kriege PLUS gestoppt habe, fühle ich mich nicht länger dem Frieden verpflichtet.

US-Präsident Donald Trump […]

Quelle ZEIT

Friedensengel Trump?

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Bomben für den Weltfrieden und Rohstoffe für den „Deal“: Trumps globaler Shopping-Trip

​Es muss eine herbe Enttäuschung für einen „Dealmaker“ wie Trump sein. Da verbringt man ein ganzes Jahr damit, „kinetische Präsente“ über den Globus zu verteilen, und das norwegische Komitee zeigt sich völlig unbeeindruckt. Man könnte fast meinen, die Vergabe eines Friedensnobelpreises hätte etwas mit Diplomatie zu tun und nicht mit der bloßen Anzahl an abgeworfenen Tonnen Sprengstoff.

​Schon der Start seiner zweiten Amtszeit war an Effizienz kaum zu überbieten. Während in Kyjiw und Umgebung weiterhin täglich 300 Menschen sterben – in einem Krieg, den er angeblich binnen 24 Stunden beenden wollte –, hat er die US-Militärmaschine auf eine weltweite „Interventions-Tournee“ geschickt:

  • Iran: Ein kleiner Gruß an die Nuklearanlagen im Juni 2025 – quasi als diplomatisches „Hallo“.
  • Venezuela: Eskalation an den Hafenanlagen, damit im Hinterhof jeder weiß, wer das Sagen hat.
  • Nigeria, Somalia, Syrien, Jemen, Irak: Eine beachtliche Sammlung an Luftschlägen, die zeigen, dass man Frieden am besten durch maximale Zerstörung erzwingt.

Doch der eigentliche Höhepunkt der absurden „Friedenspolitik“ findet im hohen Norden statt. Dass er Dänemark und dessen Souveränität mit Füßen tritt, weil er die USA und Grönland angeblich vor Russland und China beschützen wolle, ist nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit geht es ihm nicht um die „nationale Sicherheit“ der USA – das ist nur die hübsche Verpackung für einen räuberischen Shopping-Trip.

​Grönland steht ganz oben auf der Liste, weil dort gigantische Rohstoffvorkommen schlummern. Es geht um Seltene Erden, Gold, Eisen und riesige Öl- und Gasreserven, die durch das schmelzende Eis immer leichter erreichbar werden. Für Trump ist Grönland kein Land, sondern eine Schatzkammer, die man sich einfach einverleiben will. Wer braucht schon NATO-Partner, wenn man Bodenschätze haben kann? Dass er die dänische Verteidigung als lächerlichen „Hundeschlitten-Verein“ verspottet und mit Strafzöllen droht, zeigt nur das wahre Gesicht: Hier wird nicht verhandelt, hier wird erpresst.

​Dieses Mindset, ein souveränes Land wie eine Immobilie zu behandeln und gleichzeitig die Welt mit Marschflugkörpern zu überziehen, ist für das Nobel-Komitee wohl doch eine Nummer zu „geschäftsmäßig“.

​Eine abschließende Betrachtung der Lage

Wer die Welt als seinen persönlichen Selbstbedienungsladen betrachtet und bei Widerstand sofort die Bomber oder die Zoll-Keule rausholt, sollte sich nicht wundern, wenn man ihm keine Goldmedaille für Frieden um den Hals hängt. Aber in Trumps Welt ist ein verpasster Nobelpreis vermutlich ohnehin nur ein Grund mehr, den nächsten „Deal“ eben mit militärischem Nachdruck zu erzwingen. Wenn Dänemark nicht verkaufen will, wird eben die Sicherheitslage so lange „eskaliert“, bis die Rohstoffe den Besitzer wechseln.

Quellen:

  • Interne Dokumentation zu US-Luftschlägen 2025/2026 (Iran, Venezuela, Nigeria).
  • Wirtschaftsberichte zu Grönlands Vorkommen an Seltenen Erden und fossilen Energieträgern (Stand Jan. 2026).
  • Berichte über Trumps Zoll-Drohungen gegen Dänemark und die EU im Kontext der Grönland-Frage.
  • Analysen zur aktuellen Opferzahl im Ukraine-Krieg und der Lage in Kyjiw.

Der wahre Preis Grönlands

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In den eisigen Weiten der Arktis spielt sich derzeit ein politisches Schauspiel ab, das an die Zeit des Kolonialismus erinnert. Donald Trump hat sein Auge erneut auf Grönland geworfen, doch dieses Mal untermauert er seine Ambitionen mit einer aggressiven Zollpolitik, die langjährige Verbündete vor den Kopf stößt. Während die offizielle Rhetorik aus Washington von nationaler Sicherheit spricht, offenbart ein genauerer Blick ein ganz anderes Motiv: Den Zugriff auf die größten unerschlossenen Rohstofflagerstätten der westlichen Welt.

​Die Fassade der „Nationalen Sicherheit“

​Trump behauptet, die Übernahme Grönlands sei eine strategische Notwendigkeit, um den Einfluss von Russland und China in der Arktis zu begrenzen. Er zeichnet das Bild einer schutzlosen Insel, die Dänemark allein nicht verteidigen könne. Doch dieses Argument ist bei genauerem Hinsehen völlig haltlos. Grönland ist als Teil des dänischen Königreichs seit Jahrzehnten fest in die NATO-Strukturen eingebunden. Die USA betreiben dort bereits die Pituffik Space Base (ehemals Thule Air Base), die eine zentrale Rolle im amerikanischen Frühwarnsystem spielt.

​Die Sicherheit ist also bereits durch bestehende Verträge und die NATO-Beistandspflicht garantiert. Wenn es Trump wirklich um den Schutz der Arktis ginge, müsste er die jüngsten Bemühungen der Europäer begrüßen. Länder wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben kleine Voraustrupps und Spezialisten entsandt, um die Verteidigungsbereitschaft vor Ort im Rahmen der NATO zu sondieren.

​Der Zoll-Krieg entlarvt die wahren Absichten

​Anstatt die europäische Unterstützung zu schätzen, reagiert Trump mit Strafzöllen. Er hat angekündigt, Länder wie Deutschland, Dänemark und die Niederlande mit Zöllen von zunächst 10 Prozent, später bis zu 25 Prozent zu belegen, weil sie sich seinen Annexionsplänen widersetzen.

​Dieser Schritt macht deutlich: Es geht nicht um Sicherheit. Man bestraft keine Partner, die die Sicherheit erhöhen, es sei denn, man will den alleinigen Besitz und die totale Kontrolle. Die Zölle dienen als Erpressungsmittel, um einen „Deal“ zu erzwingen, der den USA den exklusiven Zugriff auf das Grönland-Paket sichert. Die Sicherheitsbedenken sind lediglich ein Vorwand, um die wirtschaftliche Unterwerfung europäischer Partner zu rechtfertigen.

​Der arktische Jackpot: Seltene Erden und mehr

​Warum also dieser enorme Druck? Die Antwort liegt tief unter dem schmelzenden Eis. Grönland verfügt über gigantische Vorkommen an strategisch wichtigen Rohstoffen, die für die Technik der Zukunft unverzichtbar sind. Dazu gehören:

  • Seltene Erden: Unverzichtbar für Elektroautos, Windkraftanlagen und High-Tech-Waffen. Grönland besitzt einige der weltweit größten Vorkommen (z. B. in Kvanefjeld und Tanbreez).
  • Graphit, Kobalt und Nickel: Die Basis für die moderne Batterieproduktion und den KI-Boom.
  • Gold, Zink und Uran: Klassische Bodenschätze in riesigen Mengen.

​Bisher waren diese Schätze schwer zugänglich. Doch durch den Klimawandel wird der Abbau wirtschaftlich immer attraktiver. Wer Grönland kontrolliert, kontrolliert die Lieferketten der Zukunft und bricht das Monopol Chinas bei den Seltenen Erden. Es ist ein klassischer Raubzug, getarnt als Geopolitik.

​Das Preisschild der Arktis

​Dänemark und die Grönländer selbst haben mehrfach klargestellt, dass ihr Land unverkäuflich ist. Sie wollen ihre Souveränität nicht für ein Scheckbuch opfern. Trump hingegen rechnet bereits. Er sieht Grönland nicht als Nation, sondern als Immobilie. Wenn man die aktuellen Schätzungen von Geologen und Wirtschaftsanalysten heranzieht, die den Wert der dortigen Bodenschätze auf Basis aktueller Marktpreise beziffern, dann erreicht die Summe, die er theoretisch auf den Tisch legen müsste, eine astronomische Höhe.

Der tatsächliche Wert Grönlands, allein bemessen an seinem mineralischen Reichtum, beläuft sich auf über 4.400.000.000.000 Dollar. Oder in Worten: 4,4 Billionen Dollar.

Diese 4,4 Billionen Dollar entsprechen etwa 14 Prozent der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung der USA (BIP), was eine Summe ist, die zwar theoretisch über eine massive Neuverschuldung aufgebracht werden könnte, das Land jedoch in eine beispiellose Fiskalkrise stürzen und die ökonomische Stabilität der Weltmacht nachhaltig gefährden würde.

Quellen:

  • Wallstreet Online (16.01.2026): „Arktis-Rohstoffrausch: Trump will Grönland – Anleger jagen Rohstoff-Aktien“
  • Deutschlandfunk (18.01.2026): „Trump verhängt im Grönland-Konflikt Strafzölle gegen Deutschland und weitere Staaten“
  • The Guardian (17.01.2026): „Trump threatens 25% tariff on European allies until Denmark sells Greenland to US“
  • SRF News (15.01.2026): „Grönlands Wirtschaft: Fische, Krabben, Bodenschätze – ein Überblick“
  • Fox News (15.01.2026): „Troops from Europe deploy to Greenland in rapid 2-day mission as Trump eyes US takeover“

Minneapolis: Das Ende der neutralen US-Justiz?

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​Der Fall der erschossenen Renee Good in Minneapolis wirft ein grelles Licht auf den Zustand des US-Rechtssystems. Während der Tod von George Floyd im Jahr 2020 noch eine umfassende Untersuchung durch das Justizministerium (DOJ) auslöste, zeigt die heutige Führung unter Präsident Trump ein völlig anderes Gesicht. Die Unabhängigkeit der Justiz scheint einer politischen Agenda gewichen zu sein.

​Der stellvertretende Generalstaatsanwalt Todd Blanche stellte am Sonntag auf Fox News klar, dass es keine Ermittlungen gegen den ICE-Agenten Jonathan Ross geben wird. Blanche, der früher als persönlicher Anwalt von Donald Trump tätig war, begründete dies damit, dass das Video des Vorfalls den Beamten entlasten würde. Er sagte wörtlich:

​„Das Justizministerium, unsere Abteilung für Bürgerrechte, geht nicht einfach los und ermittelt jedes Mal, wenn ein Beamter gezwungen ist, sich gegen jemanden zu verteidigen, der sein Leben in Gefahr bringt. Das tun wir nie. […] Wir werden uns nicht dem Druck der Medien beugen, uns nicht dem Druck der Politiker beugen und etwas tun, was wir nie tun – nicht unter dieser Regierung, nicht unter der letzten Regierung. Also nein, wir ermitteln nicht.“

Diese Aussage steht in krassem Gegensatz zur Realität. Forensische Analysen der New York Times und von Bellingcat belegen, dass die offizielle Darstellung falsch ist. Renee Good hat den Agenten nicht „über den Haufen gefahren“. Die Aufnahmen zeigen, dass die Räder ihres Autos vom Beamten weggelenkt wurden, als dieser das Feuer eröffnete. Dennoch bezeichnen Regierungsmitglieder wie Kristi Noem die getötete dreifache Mutter als „Beteiligte an inländischem Terrorismus“.

​Besonders besorgniserregend ist die politische Säuberung innerhalb der Behörden. Die Generalstaatsanwältin Pam Bondi hat bereits sechs Bundesstaatsanwälte entlassen, die gegen die Einstellung des Verfahrens protestiert hatten. Statt den Schützen zu untersuchen, konzentriert sich das FBI unter der Leitung von Kash Patel nun darauf, die Witwe des Opfers zu verfolgen. Ihr wird vorgeworfen, den Einsatz behindert zu haben.

​Die Folgen für den Rechtsstaat sind gewaltig. Wenn das Justizministerium nicht mehr nach Beweisen, sondern nach Loyalität entscheidet, verliert das System seine Glaubwürdigkeit. Wo früher unabhängige Ermittler arbeiteten, sitzen heute Vertraute des Präsidenten, die den Schutz von Bundesagenten über das Leben von Bürgern stellen.

Ein neuer Kurs für das Recht

Was wir in Minneapolis beobachten, ist kein Zufall, sondern Methode. Die Trennung zwischen Regierung und Strafverfolgung wurde aufgehoben. Während lokale Behörden und der Gouverneur von Minnesota von den Beweisen ausgeschlossen werden, nutzt Washington das Justizsystem als Werkzeug, um politische Gegner einzuschüchtern und eigenes Personal vor Strafe zu schützen. Das Prinzip „Gleiches Recht für alle“ scheint in den USA der Gegenwart nicht mehr zu existieren. Wenn Beweise ignoriert und Kritiker gefeuert werden, ist die Justiz nicht mehr blind, sondern schaut ganz genau hin – allerdings nur in die Richtung, die der Regierung nützt.

Quellen:

  • The New York Times: „Visual Investigation: The Shooting of Renee Good“ (Januar 2026).
  • Bellingcat: „Frame-by-Frame Analysis of Minneapolis ICE Shooting“ (Januar 2026).
  • Mother Jones: „Top Trump Official Says FBI Won’t Investigate Killing by ICE Agent“ (18. Januar 2026).
  • Wikipedia: „Killing of Renee Good“ (Abgerufen am 19. Januar 2026).

Minneapolis: Brennpunkt des Umbruchs

​In den Straßen von Minneapolis riecht es im Januar 2026 nach Tränengas und verbranntem Gummi. Wo 2020 Blumen für George Floyd lagen, stehen heute gepanzerte Fahrzeuge der Einwanderungsbehörde ICE. Die Stadt ist zum Schauplatz einer offenen Machtprobe geworden. Schüler ziehen in Massen aus den Klassenzimmern, um gegen den Tod von Renee Good zu protestieren. Schilder mit der Aufschrift „ICE raus“ prägen das Bild. Die Bundesregierung reagiert nicht mit Aufklärung, sondern schickt noch mehr bewaffnete Agenten. Es fühlt sich an wie eine Besatzung im eigenen Land.

Der Blick über den Tellerrand: Muster der Macht

​Was wir gerade in den USA erleben, folgt einem Drehbuch, das man aus autoritären Regimen kennt. Schaut man nach Ungarn unter Viktor Orbán oder in die Türkei unter Erdogan, erkennt man das gleiche Muster. Diese Führer schaffen die Demokratie nicht über Nacht ab. Sie höhlen sie von innen heraus aus.

​Zuerst wird die Justiz mit Getreuen besetzt. Genau das ist mit der Ernennung von Pam Bondi und Todd Blanche passiert. Das Recht wird dann als Waffe benutzt: Freunde werden geschützt, Gegner verfolgt. In der Türkei wurden Tausende Richter entlassen und durch loyale Anhänger ersetzt. In den USA sehen wir jetzt, wie Bundesstaatsanwälte massenhaft hinwerfen, weil sie nicht mehr unabhängig arbeiten dürfen. Der Staat dient nicht mehr dem Volk, sondern dem Erhalt der Macht eines Einzelnen.

Wie weit ist die Erosion?

​Die Lage in den USA ist bereits sehr weit fortgeschritten. Man kann nicht mehr nur von Warnsignalen sprechen. Wenn ein Justizministerium sich weigert, offensichtliche Beweise – wie die Videos aus Minneapolis – auch nur zu prüfen, ist die Gewaltenteilung faktisch am Ende.

Der Schutzwall aus Gesetzen und Regeln ist löchrig geworden. Dass der Oberste Gerichtshof dem Präsidenten weitreichende Immunität zugestanden hat, war der entscheidende Wendepunkt. Damit steht das Weiße Haus über dem Gesetz. Wir befinden uns in einer Phase, in der die Institutionen zwar noch existieren, aber ihre eigentliche Funktion verloren haben. Sie sind zu leeren Hüllen geworden, die nur noch dazu da sind, den Willen der Regierung abzusegnen. Die USA bewegen sich mit hohem Tempo weg von einem freien Rechtsstaat hin zu einem System, in dem Loyalität mehr zählt als die Wahrheit.

Quellen:

  • The Guardian: „How local and national news outlets are covering the aftermath of ICE shooting“ (17. Januar 2026).
  • The Guardian: „Federal prosecutors quit in protest over lack of investigation into ICE shooting“ (13. Januar 2026).
  • Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP): „Systemsprenger – Donald Trump und die Erosion der Demokratie in den USA“ (Januar 2026).
  • Deutschlandfunk: „USA unter Trump – Manche sprechen schon von Faschismus“ (August 2025).
  • Wikipedia: „List of Renee Good protests“ (Stand 19. Januar 2026).

In einer Bar

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Retro-Style.

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Wie die Geschichte auf Putin blicken wird

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Das Denkmal des Schreckens: Wladimir Putins frostiges Vermächtnis

​Es gab eine Zeit, da saß der Herr des Kremls hinter Tischen, die so lang waren, dass man für ein Gespräch eigentlich ein Satellitentelefon gebraucht hätte. Während die Welt rätselte, ob er Angst vor einem Virus oder schlicht vor der Realität hatte, reifte in der Einsamkeit der Isolation ein Plan. Wenn man schon nicht in die Geschichte eingehen kann, weil man das eigene Land wirtschaftlich und gesellschaftlich nach vorne gebracht hat, dann muss eben die gute alte Methode des Schreckens herhalten. Bevor das Alter und die Senilität endgültig anklopfen, wollte Wladimir Putin offenbar noch einmal zeigen, was er am besten kann: Angriffskriege.

​Es ist schon eine beachtliche Leistung, die eigenen inneren Verfehlungen dadurch zu kaschieren, dass man ein Nachbarland in Schutt und Asche legt. Seit seinem Machtantritt scheint das Führen von Kriegen sein eigentliches Hobby zu sein, doch im Februar 2024 (als Eskalation eines bereits jahrelangen Konflikts) setzte er dem Ganzen die Krone auf. Er entfesselte den furchtbarsten Angriffskrieg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen gemacht, Familien zerrissen und Träume beerdigt.

​Besonders „heldenhaft“ zeigte sich der Kreml-Chef dabei in seiner Strategie gegen die Zivilbevölkerung. Während er selbst im immensen Luxus seiner Villen residiert und sich tief unten im sicheren Bunker vor der Welt versteckt, ließ er wehrlose Menschen in Kyjiw und anderen Städten bei arktischen Temperaturen bombardieren. Es hat schon eine ganz eigene, dunkle Qualität von Zynismus, wenn man zusieht, wie Kinder und Greise erfrieren, während man selbst auf hochauflösenden Monitoren die Zerstörung verfolgt.

​Man muss ihm eines lassen: Sein Wunsch, der Nachwelt im Gedächtnis zu bleiben, wird in Erfüllung gehen. Für all jene, die das Recht mit Füßen treten und Freude am Morden empfinden, wird er als leuchtendes Beispiel dienen – ein Patron der Gesetzlosen. Er hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern redlich verdient, wenn auch nicht in der Abteilung für Staatsmänner, sondern in der Galerie des Grauens.

​Ein Blick aus der Zukunft

​Es wird eine Zeit kommen, vielleicht in 50 Jahren, vielleicht erst in 300 Jahren, in der rechtschaffende Historiker die Trümmer seiner Herrschaft analysieren werden. Dann wird der Nebel der Propaganda verflogen sein und man wird diesen Mann als das benennen, was er ohne Zweifel ist: einer der größten Kriegsverbrecher unseres Jahrhunderts. Sein Vermächtnis besteht nicht aus Größe oder Ehre, sondern aus Kälte, Blut und der Schande, die er über sein eigenes Land und die Welt gebracht hat.

Erpressung als Methode: Droht an der Grönland-Frage der Zerfall der EU?

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Die Welt blickt im Januar 2026 wieder einmal fassungslos auf das Weiße Haus. US-Präsident Donald Trump hat einen handfesten Handelskonflikt vom Zaun gebrochen, der in seiner Absurdität und Härte alles bisher Dagewesene übertrifft. Mit der Ankündigung von Strafzöllen für einzelne EU Länder, die ab 1. Februar zehn Prozent und später bis zu 25 Prozent betragen sollen, will Trump Dänemark zum Verkauf von Grönland zwingen.

Betroffen sind gezielt ausgewählte europäische Staaten wie Deutschland, Frankreich und die skandinavischen Länder. Während die deutsche Wirtschaft eine geschlossene Antwort aus Brüssel fordert, steht das Fundament der Europäischen Union vor einer Zerreißprobe.

​Die Strategie der Spaltung

Es ist offensichtlich, dass Trump hier ein Spiel spielt, das weit über bloße Wirtschaftspolitik hinausgeht. Indem er nicht die gesamte EU, sondern nur bestimmte Mitgliedstaaten mit Zöllen belegt, setzt er einen Keil in die europäische Gemeinschaft. Sein Ziel ist es, dass die betroffenen Länder aus purer Not eigenständige Deals mit den USA suchen, während die unbeteiligten Staaten tatenlos zusehen.

​Diese Taktik des „Teile und Herrsche“ folgt einer Logik, die man sonst eher aus Moskau kennt. Ein zerstrittenes Europa liegt ganz im Interesse Wladimir Putins, da ein geschwächter Staatenbund keine wirksame Gegenmacht mehr darstellt. Doch während es Putin um langfristigen geopolitischen Einfluss geht, handelt Trump aus einem extremen Egoismus heraus. Für ihn zählen nur die kurzfristigen Vorteile für die USA und sein persönliches Image als „Dealmaker“.

​Wirtschaft als Waffe

Die deutsche Industrie, allen voran Verbände wie der VDMA und die DIHK, schlägt zu Recht Alarm. Wenn die EU jetzt nachgibt, wird das Prinzip der Erpressung zum Standardwerkzeug der internationalen Politik. Grönland ist kein bloßes Handelsgut, sondern Teil der europäischen Identität und Sicherheit.

​Die EU verfügt zwar über Schutzmechanismen wie das Anti-Coercion Instrument (ACI), um sich gegen wirtschaftlichen Zwang zu wehren. Doch die Anwendung dieses Werkzeugs erfordert Mut und vor allem Einigkeit. Sollten die Hauptstädte nun anfangen, nur noch an ihr eigenes Hemd zu denken, wäre das der Anfang vom Ende. Die Vielschichtigkeit dieser Krise zeigt, dass es nicht nur um Maschinen und Autos geht, sondern um die Frage, ob Europa als politischer Akteur überhaupt noch existiert.

​Das Risiko des Scheiterns

Sollte Trump es tatsächlich schaffen, die EU zu spalten, wären die Folgen katastrophal. Wenn Länder wie Deutschland oder Dänemark im Regen stehen gelassen würden, während andere EU-Staaten so täten, als ginge sie das Ganze nichts an, wäre der Zusammenhalt zerstört. Ein solches Szenario würde beweisen, dass die Solidarität innerhalb der Union nur eine Schönwetter-Floskel wäre.

​Ein gespaltenes Europa wäre für die Zukunft handlungsunfähig. Es könnte weder den USA die Stirn bieten noch sich gegen die Bestrebungen aus dem Osten wehren. Die EU wäre in diesem Fall schwer beschädigt oder sogar dauerhaft zerstört.

​Ausblick auf eine unsichere Zukunft

Europa steht am Scheideweg. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Kontinent die Kraft findet, als Block aufzutreten, oder ob er sich von einem US-Präsidenten im Alleingang zerlegen lässt. Es geht längst nicht mehr nur um Zölle oder eine Insel in der Arktis. Es geht darum, ob die Idee einer vereinten europäischen Antwort überlebt. Wenn die EU jetzt nicht mit einer Stimme spricht, wird sie in einer Welt, die nur noch die Sprache der Stärke versteht, künftig keine besondere Rolle mehr spielen.

Quellen:

angstfrei – Gedanken zum Sonntag der Hochzeit zu Kana

Sehen Sie hier eine Andacht von Dekan Walter Jungbauer aus der altkatholischen Kirche.

Im Brief an die Gemeinden in Rom ermutigt der Apostel Paulus die Christinnen und Christen dazu, sich nicht als Sklavinnen und Sklaven zu empfinden, sondern in der Freiheit der Kinder Gottes zu leben.

Darüber habe ich mir in diesem Video ein paar angstfreie Gedanken gemacht.

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Trumps riskante Wette gegen Europa

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Die Lage im Januar 2026 hat sich dramatisch zugespitzt. Nachdem US-Präsident Donald Trump mit Strafzöllen gegen EU-Länder gedroht hat, um den Kauf von Grönland zu erzwingen, steht der transatlantische Handel vor einer ungewissen Zukunft. Die EU reagiert geschlossen und bringt mögliche Gegenmaßnahmen ins Spiel, die auch die US-Tech-Giganten treffen könnten.

In diesem Umfeld stellt sich die Frage: Könnte Trump im Gegenzug den „digitalen Stecker“ ziehen und Dienste wie Google, Meta (Facebook, Instagram) und X für europäische Nutzer sperren?

​Ein digitaler Blackout als Druckmittel?

​Theoretisch könnte die US-Administration über Notstandsgesetze wie den International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) versuchen, US-Unternehmen die Bereitstellung von Diensten in bestimmten Regionen zu untersagen. Doch was als ultimative Machtdemonstration gedacht wäre, würde sich schnell als ökonomischer Selbstmord entpuppen.

​Die Folgen für die digitalen Dienste und das Vertrauen

​Für Konzerne wie Google oder Meta wäre ein Ausschluss vom europäischen Markt eine Katastrophe epischen Ausmaßes. Europa ist nach den USA der wichtigste Absatzmarkt für digitale Werbung. Ein Wegfall würde Milliardenverluste bei den Werbeeinnahmen bedeuten und die Aktienkurse im Silicon Valley einbrechen lassen.

​Doch der Schaden ginge über das Finanzielle hinaus:

  • Zerstörung des globalen Vertrauens: Wenn US-Dienste als politische Waffe eingesetzt werden, verlieren sie ihren Status als neutrale, weltweite Plattformen. Kein Land der Welt würde sich künftig noch auf eine digitale Infrastruktur verlassen, die per Dekret aus dem Weißen Haus abgeschaltet werden kann.
  • Vakuum für Konkurrenten: Ein Rückzug der US-Riesen würde ein riesiges Loch hinterlassen, das sofort von Konkurrenten aus China (wie TikTok) oder neu entstehenden europäischen Alternativen gefüllt würde. Die Dominanz des Silicon Valley wäre für immer gebrochen.

​Erschütterung der US-Wirtschaft

​Die US-Wirtschaft ist heute enger denn je mit dem Technologiesektor verzahnt. Die großen Tech-Werte treiben den S&P 500 und die Altersvorsorge von Millionen Amerikanern an.

  • Börsencrash: Die bloße Ankündigung einer solchen Blockade würde eine Verkaufswelle an den Finanzmärkten auslösen, die weit über den Tech-Sektor hinausreicht.
  • Verlust von Arbeitsplätzen: Da etwa zwei Millionen US-Jobs direkt vom Handel mit der EU abhängen, würde ein digitaler Handelskrieg die US-Konjunktur in eine tiefe Rezession stürzen.
  • Innovation: Ohne den Datenaustausch und die Zusammenarbeit mit europäischen Forschungseinrichtungen und Unternehmen würde die Innovationskraft der USA empfindlich leiden.

​Das politische Risiko für die Trump-Administration

​Für Donald Trump persönlich wäre dieser Schritt ein Spiel mit dem Feuer. Zwar liebt er die Rolle des starken Verhandlers, doch sein politisches Schicksal hängt massiv an der Performance der US-Börsen.

  • Rebellion der Tech-Oligarchen: Männer wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg sind wichtige Stützen und teilweise Verbündete seiner Machtstruktur. Wenn er ihr Kerngeschäft zerstört, würde diese Unterstützung sofort wegbrechen.
  • Innenpolitischer Druck: Mit den anstehenden Kongresswahlen im Herbst 2026 kann sich Trump keinen wirtschaftlichen Kollaps leisten. Schon jetzt warnen kritische Stimmen aus den eigenen Reihen der Republikaner, dass dieser Kurs das Ende seiner Präsidentschaft bedeuten könnte, falls er das Land in einen unnötigen Konflikt führt.

​Die Rechnung der Macht

​Ein Abschalten digitaler Dienste wäre keine Stärke, sondern ein Zeichen der Verzweiflung. Es würde die digitale Souveränität Europas unfreiwillig beschleunigen und die USA international isolieren. Trump mag ein „Großmaul“ sein, wie Kritiker behaupten, doch er ist auch geschäftstüchtig genug zu wissen, dass man seine besten Kunden nicht aussperrt, ohne selbst bankrott zu gehen. Am Ende dürften die wirtschaftlichen Kosten einer solchen Eskalation so hoch sein, dass sie selbst für einen unberechenbaren Präsidenten politisch nicht mehr tragbar sind.

Quellen:

Und täglich die russischen Kriegsverbrechen

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Die russischen Angriffe auf die Infrastruktur machen die Ukraine im Winter unbewohnbar. Bei Temperaturen von bis zu minus 23 Grad ohne Heizung und Wasser zu bleiben, löst eine menschliche Katastrophe aus. Das wird dazu führen, dass sich vermutlich bald Millionen Menschen zur Flucht in die EU aufmachen, weil sie in ihrer Heimat keine Lebensgrundlage mehr haben.

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