Der verlorene Leuchtturm

Harald TribbüneDer Schornstein des Kraftwerks wurde weggesprengt. Viele Einheimische sind nachhaltig irritiert, hatte dieser doch als Leuchtturm fungiert, der ihnen den Weg nah Hause wies. Unser Reporter Harald Tribbüne findet den gestrandeten Professor Kolum-Buss, der allerdings eine Entdeckung gemacht hat:

Herr Professor Kolum-Buss, Sie wollten eigentlich nur kurz Brötchen holen. Stattdessen stehen wir hier auf einem Acker nahe… nun ja… einem Ort, den ich eben noch auf einem Schild las.

Kolum-Buss (mit Feldstecher): Psst! Nicht so laut. Die Ureinwohner könnten uns hören.

Ureinwohner?

Ja, nun … selbstverständlich. Sehen Sie doch die Zeichen dort am Wegesrand!

Sie meinen das Ortseingangsschild mit der Aufschrift „Voltlage“?

Exakt! Eine hochentwickelte Symbolsprache. Vermutlich bedeutet „Voltlage“ so viel wie „Land der freien Elektronen“. Faszinierend.

Herr Professor, Voltlage ist eine Gemeinde in Niedersachsen. Sie liegt etwa 20 Kilometer von Ibbtown entfernt.

Typisch journalistische Engstirnigkeit. Seit der Sprengung des Schornsteins ist hier alles anders. Ohne diesen Orientierungspunkt bin ich auf der Autobahn… nun ja… abgebogen, als mein innerer Kompass „Heimat“ rief. Und dann auf einmal – bloße Wildnis!

Wildnis? Wir stehen neben einem Radweg. Dort fährt gerade ein Trecker vorbei.

Aha! Ein mechanisches Totemtier. Vermutlich ein rituelles Transportmittel zur Feldbestellung.

Der Fahrer hat gerade gewunken.

Ein Gruß der Stammesältesten! Sehen Sie, wie sie versuchen, mit uns Kontakt aufzunehmen?

Er rief „Moin“.

Ein primitives, aber melodisches Idiom. Die Phonetik erinnert an nordwestgermanische Dialekte. Die Erforschung dieser Sprache wird sicher Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Sie haben ihm eben mit „Moin“ geantwortet.

Ein erster Versuch der Integration. Man muss sich dem Eingeborenen annähern.

Herr Professor, halten Sie es für möglich, dass Sie einfach ein paar Mal falsch abgebogen sind, weil der Kraftwerksschornstein als Orientierung fehlte?

Der Schornstein… ja. Ein zivilisatorischer Obelisk! Früher wusste ich: Wenn ich ihn sehe, bin ich fast zuhause. Nun fehlt er – und ich bin ins Unbekannte vorgedrungen. Was hat er uns noch vorenthalten?

Nun ist Voltlage erfahrenen Naturforschern durchaus schon ein Begriff.

Bitte unterbrechen Sie meine Expedition nicht mit Details! Sehen Sie dort drüben – ein Gebäude mit der Inschrift „Zum letzten Hahn“! Offenbar eine Kultstätte.

(Das Handy klingelt.)

Meine Frau… Sie fragt, wo ich bleibe. Ich sagte, ich habe Neuland entdeckt. Sie meinte, ich soll mein Navi anmachen, Essen steht auf dem Tisch.

Werden Sie Ihre Expedition abbrechen?

Vorläufig. Regierungsmaßnahmen zwingen mich dazu, sozusagen. Doch eines Tages, Herr Tribbüne, werde ich zurückkehren. Und dann werde ich die Geheimnisse von… Voltlage… endgültig entschlüsseln.

Vielen Dank, Herr Professor. Und damit zurück ins Studio – aus der vermeintlichen Wildnis nahe Ibbtown, wo man hoffentlich irgendwann auch ohne Schornstein nach Hause findet.

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Lesezeichen zur Sprengung des Schornsteins

Am Sonntag sendet der WDR ab 10.30 Uhr einen Live-Stream von der Sprengung des Schornsteins des früheren Kraftwerks in Ibbenbüren.
Die NOZ sendet ebenso ab 10.30 Uhr einen Live-Stream.
Die Ibbenbürener Volkszeitung sendet ebenfalls ab morgens einen Stream, für den man bei Vimeo angemeldet sein muss.

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P!bbles und seine Freunde: Die Sprengung des Vulkankraftwerks

ImageEs war ein stickiger, rauchiger Morgen in Ur-Ibbtown. Die kleinen Vulkane dampften mehr als sonst, und ein komisches Brummen lag in der Luft, als hätte der Berg selbst schlechte Laune.

Bürgermeister Bürokratibbus Maximus stand wieder auf seinem großen Stein und wedelte mit einem dicken Pergament: „Liebe Ibbtowner!“, rief er wichtig. „Das alte Vulkankraftwerk ist marode! Es muss gesprengt werden! Für die Sicherheit! Für die Zukunft! Laggi gräbt schon die neuen Lavastollen. Es ist also alles bestens vorbereitet!“

Die Menge murmelte. Die kleinen Pterodactylus-Kinder flatterten nervös, die Schildkröten-Omas zogen die Köpfe ein.

P!bbels hopste vor und rief: „Aber… das Kraftwerk pumpt doch die heiße Energie für unsere Lampen und die warmen Tümpel! Und wenn man so einen Vulkan sprengt… könnte das nicht gefährlich werden?“

Bürgermeister Maximus lachte nur kurz. „Gefährlich? Pah! Wir haben doch Experten! Und Laggi buddelt ja schon die Sicherheitsstollen!“

P!bbels schaute Laggi an. Der saß am Rand eines frisch gegrabenen Loches, Schaufelpfoten voller Asche, und brummte: „Ist halt Arbeit. Die neuen Stollen sollen die Lava ableiten. Wird schon irgendwie gehen.“

Aber P!bbels fühlte sich nicht wohl. Sein Bauch kribbelte – und der kribbelte fast nie ohne Grund.

Siva flog gerade von einer Vogelkonferenz zurück. Sie landete leise neben den beiden, ihre Federn noch etwas schmutzig nach dem langen Flug.

„Ich hab was gehört“, sagte sie ernst. Ihre Bernsteinaugen funkelten besorgt. „Fladdertje aus dem Tulpenreich war da. Sie kennt sich mit Vulkanen aus. Sie sagt: Eine Sprengung am Vulkan ist supergefährlich. Durch die Risse im Gestein kann Lava überall rauskommen – und dann gibt’s einen viel größeren Ausbruch. Die Aschewolke würde das ganze Umland verdunkeln, die Pflanzen sterben, der Fluss verstopfen… es könnte richtig schlimm werden.“

P!bbels’ Augen wurden riesig. „Dann… dann muss Laggi sofort raus!“

Laggi steckte gerade den Kopf wieder in sein Loch. „Noch fünf Minuten! Ich leg nur schnell den letzten Stollen an…“

„Nein!“, rief P!bbels. „Siva, flieg vor! Ich hopse hinterher!“

Siva breitete die Flügel aus und sauste den Tunnel hinunter. P!bbels rutschte und hopste hinterher, so schnell er konnte. Der Gang wurde heißer, der Boden vibrierte leicht.

„Laggi!“, rief Siva. „Komm raus! Der Vulkan wird sauer!“

Laggi brummte von unten: „Nur noch die letzte Schaufel…“

Plötzlich – ein tiefes Grollen. Der Boden zitterte stärker. Kleine Steine fielen von der Decke.

Image „Laggi, jetzt!“, schrie P!bbels.

Siva flog tief in den Gang, packte Laggi am Schwanz und zog. P!bbels sprang vor, schob mit aller Kraft. Gemeinsam zerrten sie Laggi rückwärts – gerade als der Gang hinter ihnen knackte.

Die Wände des Stollens wackelten und ein Dröhnen machte sich breit. Die drei kullerten aus dem Loch heraus. Oben standen schon alle Ibbtowner und starrten gespannt zum Vulkan.

Der alte Kraftwerksschlot barst – aber nicht wild. Die Lava floss… in genau dem alten Bett, das sie immer genommen hatte. Sie floss ruhig den Fluss hinunter, weg von den Häusern, weg von den Farnwäldern, weg von Ibbtown. Kein großer Ausbruch. Keine Aschewolke. Nur ein bisschen mehr Rauch und ein leises Zischen.

Bürgermeister Maximus stand mit offenem Mund da. „Äh… das… das war geplant, oder?“

P!bbels, Laggi und Siva saßen keuchend nebeneinander.

Laggi hustete Asche aus. „Das war knapp… sehr knapp.“

Siva legte einen Flügel um Laggis Schulter. „Fladdertje hatte recht. Die Sprengung hätte alles viel schlimmer machen können.“

P!bbels schaute zum Vulkan. „Und jetzt… fließt die Lava einfach weiter wie immer. Als ob nichts gewesen wäre.“

Die Schildkröten-Omas klatschten langsam mit den Pfoten. Die kleinen Kinder flatterten erleichtert. Und sogar Bürgermeister Maximus räusperte sich.

„Ähem… vielleicht… sollten wir das Kraftwerk doch nicht sprengen. Sondern… reparieren. Mit mehr… äh… Vorsicht.“

Alle lachten leise.

Laggi brummte: „Und ich grab keine neuen Stollen mehr. Meine Pfoten brauchen erst mal Pause.“

Siva lächelte still. „Und ich sag Fladdertje Dankjewel. Sie hat uns gerettet – ohne dass sie’s wusste.“

P!bbels hopste hoch. „Wisst ihr was? Wir feiern! Ein ‚Wir-haben-es-geschafft-ohne-Katastrophe‘-Fest! Mit Leuchtpilzen und Moosbeeren-Smoothies!“

Und während die Sonne unterging und die Lava gemütlich im Fluss gluckerte, saßen alle zusammen, lachten, kuschelten und schauten zum Vulkan, der jetzt wieder ganz ruhig dampfte – als wollte er sagen: „Ich pass schon auf euch auf.“

Denn manchmal ist das größte Abenteuer gar kein Abenteuer – sondern einfach rechtzeitig zu stoppen, bevor etwas Schlimmes passiert.

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P!bbels und seine Freunde: Die Bergrettung

ImageEs war ein strahlender, windiger Tag vor Urzeiten im Kletterwald von Ibbtown. Die hohen Felswände ragten wie riesige, graue Dinosaurier-Zähne in den Himmel, und die Sonne glitzerte auf den glatten Steinflächen.

Flitzina, die flinke Athletosaurus-Dame mit den langen, kräftigen Beinen, und Kili, der mutige kleine D-Rex mit dem breiten Grinsen, kletterten wieder einmal ihre Lieblingswand hoch. Flitzina sprang von Griff zu Griff, als wäre sie aus Gummi, und Kili folgte mit festem Biss in die Felsen.

„Höher, Kili! Der Ausblick da oben ist der Hammer!“, rief Flitzina lachend.

„Jaaa! Und ich seh schon den Farnwald von hier!“, brüllte Kili zurück.

Oben, auf einer breiten, sonnigen Ebene mitten in der Felswand, stand Kribbax. Er hatte sich genau diesen Platz ausgesucht, weil das Licht des Tages hier am schönsten fiel – golden und warm, perfekt zum Meißeln. Vor ihm befand sich sein neuestes Werk im Felsen: ein riesiger Stein-Dino-Kopf, der ihn selbst darstellen sollte. Er brummte zufrieden und klopfte vorsichtig mit dem Hammer.

Doch dann hörte er das fröhliche Rufen und das Kratzen der Krallen unter sich. Die beiden Kletterer kamen näher und näher – direkt unter seiner Arbeitsplattform.

„Schon wieder diese Kletter-Verrückten!“, knurrte Kribbax. „Immer stören sie mich beim Arbeiten!“

ImageEr holte aus – zu heftig. Der Hammer rutschte ab, und ein großer Brocken brach aus seiner Skulptur. Wütend stampfte Kribbax auf. „Das reicht!“ Mit einem mächtigen Schwung warf er das losgelöste Geröll über den Rand der Ebene hinunter.

Rrrums! Krach! Polter! Ein ganzer Schwall aus großen und kleinen Steinen donnerte die Wand hinunter und versperrte den gesamten Weg unterhalb – genau dort, wo Flitzina und Kili gerade kletterten.

Flitzina und Kili erstarrten. Vor ihnen ragte ein unüberwindbarer Geröllhaufen auf, hinter ihnen ging es steil bergab. Kleine Steine kullerten noch immer nach.

„Hilfe!“, rief Flitzina panisch. „Wir kommen nicht mehr weiter!“

„Hilfeee!“, brüllte Kili so laut er konnte.

Der Schrei hallte durch den Kletterwald – und erreichte genau die Ohren von P!bbels, Laggi und Siva, die gerade auf dem breiten Pfad zur oberen Ebene spazierten, um Beeren zu sammeln.

„Das sind Flitzina und Kili!“, sagte Siva sofort. Ihre Bernsteinaugen wurden groß. „Schnell!“

Die drei rasten den Pfad hinauf. Als sie oben ankamen, sahen sie Kribbax mit seinem Hammer in der Klaue stehen, in der Nähe ein Geröllberg, durch den Flitzina und Kili in der Klemme steckten.

„Kribbax!“, rief P!bbels empört. „Was hast du gemacht? Die beiden stecken fest!“

Kribbax schnaubte. Neben ihm standen Osnara und Rheinox, die er gerade als Hilfsmeißler angeheuert hatte.

„Das ist mein Arbeitsplatz!“, brummte er. „Die stören mich beim Licht! Und jetzt wollt ihr auch noch stören? Verschwindet!“

P!bbels stemmte die kleinen Vorderpfoten in die Hüften. „Der Kletterwald gehört allen! Du kannst nicht einfach Steine runterwerfen und andere in Gefahr bringen!“

Kribbax dröhnte lauter. „Nicht, wenn sie mich stören! Und die da unten – die müssen lernen, mit Gefahren umzugehen. Sonst sollen sie das Klettern bleiben lassen. Talente müssen geschult werden, sonst piepst man nur talentlos rum – wie Siva.“

Siva flatterte empört hoch. „Ich? Talentlos?“

Sie holte tief Luft, breitete die Flügel aus und begann zu singen. Kein normales Trällern – nein, es waren die schönsten, klarsten Melodien, die wie sanfte Zauberflöten durch den Wind klangen. Die Töne schwebten über die Felswand hinunter, umarmten die Steine, und sogar das Geröll schien leise mitzusingen.

Kribbax starrte sie an. Sein großer Mund stand offen. Osnara und Rheinox ließen die Kiefer fallen. Die Melodie war so schön, so friedlich, dass Kribbax’ Wut einfach… verpuffte.

„Wow…“, murmelte er. „Das… das ist Talent.“

Siva hörte auf zu singen und schaute ihn ruhig an. „Talente muss man schützen, Kribbax. Nicht gefährden.“

Kribbax senkte den Kopf. „Du hast recht.“ Er drehte sich um, packte seinen Hammer – diesmal vorsichtig – und begann, die großen Steine beiseitezuschieben. Osnara und Rheinox halfen mit. Stein um Stein räumten sie weg, bis ein schmaler, sicherer Pfad frei war.

Flitzina und Kili kletterten langsam und erleichtert auf den Pfad. Als sie angekomen waren, umarmten sie Siva zuerst.

„Danke“, flüsterte Flitzina. „Dein Gesang… das war wie Magie.“

Kili nickte heftig. „Du bist die Beste!“

Kribbax stand etwas abseits und kratzte verlegen an seinem Panzer. „Tut mir leid“, brummte er. „Ich wollte nur das beste Licht… und hab nicht nachgedacht.“

P!bbels hopste zu ihm. „Ist schon gut. Aber nächstes Mal… warn uns, bevor du Steine wirfst, ja?“

Kribbax nickte langsam. „Versprochen.“

Siva lächelte still. „Und wenn du mal wieder ein Kunstwerk machst… darfst du uns zeigen. Vielleicht sing ich sogar dazu.“

Kribbax grinste schief. „Abgemacht.“

Und so kletterten Flitzina und Kili weiter – diesmal mit mehr Vorsicht und viel mehr Freunden. Kribbax meißelte sein nächstes Werk etwas leiser, und manchmal, wenn das Licht besonders schön fiel, summte er leise eine von Sivas Melodien mit.

Denn im Kletterwald von Ibbtown wusste nun jeder: Manche Talente sind laut und hoppelig, manche buddeln tief, manche fliegen hoch – und manche singen einfach so schön, dass sogar Steine weich werden.

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P!bbels und seine Freunde: Der Dinoval

ImageEs war ein stiller, ein bisschen trauriger Urzeit-Nachmittag in Ibbtown. Die Farne raschelten leise, als wären sie melancholisch. P!bbels saß auf seinem Lieblingsstein und starrte in den Himmel. Laggi buddelte halbherzig ein Loch, das er sofort wieder zuschüttete. Und Siva hockte auf einem Ast, die Flügel traurig angelegt.

„Ich vermisse Tyroline und Stogi… und Fibbila… und alle aus der Saurierstube“, seufzte P!bbels. „Ohne sie ist es alles so lahm.“

Laggi brummte: „Ja. Selbst meine Tunnel sehen irgendwie lieblos aus.“

Siva hob den Kopf. Ihre Bernsteinaugen funkelten plötzlich. „Dann machen wir ein Fest! Ein großes, lautes, buntes Fest! Und damit die Leute kommen, stellen wir eine herausfordernde Bedingung: Jeder muss sich verkleiden!“

P!bbels hopste auf. „Ja! Ein Dino-Verwandlungs-Fest! Jeder kommt als jemand anderes!“

Laggi schaute skeptisch auf seinen runden Bauch und seine Schaufelpfoten. „Ich seh in jedem Kostüm aus wie Laggi. Mit Flügeln seh ich aus wie Laggi mit Flügeln. Mit Panzer wie Laggi mit Panzer. Das wird peinlich.“

Siva flatterte zu ihm runter und legte eine Feder an seine Wange. „Das kommt daher, dass du nicht geschminkt bist. Schminke wird dich komplett verändern: Dann siehst du aus wie ein Zebra-Dino! Oder wie ein Regenbogen-Laggi!“

Laggi blinzelte. „Hmmm. Das könnte funktionieren. Aber nur, wenn die nicht abgeht, wenn ich buddle.“

P!bbels lachte erleichtert. „Super! Aber… was, wenn die anderen denken, das ist zu albern? Was, wenn keiner kommt?“

Er hopste traurig ein paar Kreise. Plötzlich drang aus dem Farnwald eine laute, fröhliche Stimme: „ 𝄂𝄚𝅦𝄚𝄞ㅤ🎶 Ich bin ein Saurier der Liebe – ich hab in Ibbtown heut zu tun!

P!bbels spitzte die Ohren. „Das ist… Discosaurus Christian Streifen!“

Er rannte los und fand den großen, glitzernden Dino mit den schimmernden Streifen auf dem Schwanz. Christian Streifen sang gerade seinen neuesten Hit und wackelte dabei mit den Hüften.

„Christian Streifen!“, rief P!bbels außer Atem. „Wir wollen ein Fest machen… mit Verkleiden… aber ich hab Angst, dass es peinlich wird und keiner mitmacht. Kannst du helfen?“

Christian Streifen hörte auf zu singen und schaute P!bbels an. „Aufgesetzte Parties? Pah. Ich bin für alles offen – nur nicht auf Ansage. Aber junge Dinos wie du… die lass ich nicht in der Patsche sitzen. Ich kenn mich aus mit Partys. Und ich bin ein verdammt guter Dekorateur. Du hast dich an einen Discogott gewendet und deine Bitte wurde erhört.“

P!bbels strahlte. „Hilfst du uns?“

„Klar doch“, grinste Christian Streifen. „Aber wir machen das richtig. Mit Glitzer. Mit Leuchtpilzen. Und mit Streifen für alle!“

Am nächsten Tag plakatierten P!bbels und Laggi den ganzen Farnwald voll. Große Blätter mit bunten Beerensaft-Buchstaben:

„Kommt zum großen Dino-Verwandlungs-Fest!
Versteck dich in Streifen, Federn oder Schuppen!
Alle sind willkommen – sogar die Schüchternen!“

Und tatsächlich: Die Ibbtownies wurden neugierig. Einer nach dem anderen schlich sich zu Christian Streifen, der extra eine „Streifen-Beratungs-Höhle“ eingerichtet hatte. Mit seiner speziellen Strichtechnik – dicke, leuchtende Farbstreifen aus zerdrückten Beeren, Glitzerstaub und Leuchtpilz-Pulver – malte er jedem ein Kostüm auf den Panzer, die Federn oder die Schuppen.

Nibbler bekam Tigerstreifen, Tyroline Regenbogenflügel, Stogi goldene Plattenstreifen wie ein Sonnenuntergang. Sogar Laggi sah aus wie ein flauschiger Regenbogen-Bagger – und er lachte zum ersten Mal laut über sich selbst.

ImageAm Abend des Festes glitzerte der ganze Farnwald. Christian Streifen hatte überall Leuchtpilze aufgehängt, die in allen Farben pulsierten. Die Musik dröhnte (natürlich aus seiner Kehle), und alle tanzten.

Plötzlich sprang Christian Streifen auf einen großen Stein und brüllte ins Publikum:
„Freunde! Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aberㅤ ׅ 𝄂𝄚𝅦𝄚𝄞ㅤ🎶 Ich fühl mich Dino – bin so aaaalt, Dino, Dino – Saurier im Waaald!

Die ganze Saurierstube stimmte mit ein. Nibbler und seine Bande organisierten eine wilde Dinonäse durch die Menge. P!bbels hopste vorneweg, Laggi wackelte in der Mitte, Siva flog Loopings darüber und piepste begeistert: „Quiekpiep!“

Und mittendrin stand Christian Streifen und sang weiter:
„ 𝄂𝄚𝅦𝄚𝄞ㅤ🎶 Es ist wieder Di, di, di, di… Dino-val!

Als die Leuchtpilze langsam verblassten und der Mond hochstand, setzten sich alle zusammen. P!bbels schaute in die Runde – alle lachten, alle hatten Streifen im Gesicht, und niemand sah mehr aus wie vorher.

„Seht ihr?“, flüsterte Siva. „Manchmal braucht man nur ein bisschen Farbe… und einen großen Freund, der weiß, wie man Party macht.“

Laggi nickte langsam. „Und Streifen. Die helfen wirklich.“

Christian Streifen zwinkerte. „Es ist immer irgendwo ein Streifen am Horizont. Und heute Nacht… sind sie überall.“

Und während die letzten Leuchtpilze sanft glühten, tanzten die Freunde noch ein letztes Mal um die Feuerstelle herum – laut, bunt und glücklich.

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P!bbels und seine Freunde: Steinschlag am Riesenberg

ImageEs war ein richtig sonniger, duftender Tag in Ibbtown. Die Farne wiegten sich sanft, und kleine Schmetterlinge mit glitzernden Flügeln tanzten durch die Luft. Kribbax, der große, gepanzerte Ankylosaurus mit dem breitesten Grinsen, hatte heute Besuch: Osnara, die flinke kleine Velociraptorin, und Rheinox, der gemütliche Nashorn-Dino mit den sanften Augen. Die drei wollten zusammen den Farnwald erkunden.

„Kommt mit!“, rief Kribbax stolz. „Ich zeig euch meinen Lieblingsweg am Riesenberg entlang. Da gibt’s die allerbesten Moosbeeren!“

Sie spazierten fröhlich den schmalen Pfad hinauf. Plötzlich – rrrrrrrums! – rumpelte es hoch oben am Berg. Kleine Steine kullerten erst, dann größere, und dann kam ein ganzer Schwall aus Geröll herunter! Staub und Nebel stiegen auf, und als alles wieder klar war, lag der ganze Pfad unter einem riesigen Haufen aus Steinen und Brocken begraben.

Kribbax stand auf der einen Seite, Osnara und Rheinox auf der anderen.

„Osnara! Rheinox!“, rief Kribbax traurig. Seine Stimme zitterte. Dann hob er den Kopf und heulte laut auf – ein richtig tiefer, jammernder Jauler, der durch den ganzen Farnwald hallte.

ImageWeit entfernt hörte Siva den Schrei. Ihre Bernsteinaugen wurden groß. „Das ist Kribbax!“, sagte sie leise. „Er braucht Hilfe!“

P!bbels hopste sofort los. „Dann nichts wie hin!“

Die drei Freunde rannten durch den Wald, bis sie den Geröllhaufen sahen. Kribbax saß traurig auf seiner Seite und schaute auf die Steine.

P!bbels guckte sich alles genau an. „Der Haufen ist zu groß zum Drüberklettern… aber nicht zu groß zum Durchbeißen und Durchbuddeln!“ Er drehte sich zu Siva. „Flieg schnell zu Nibbler und seiner Bande! Sag ihnen, dass Kribbax in Schwierigkeiten steckt. Die schaffen das mit ihren starken Zähnen!“

Siva breitete die Flügel aus und sauste davon. Sie fand Nibbler, den frechen Krabbelkäfer mit den scharfen Zähnen, und seine ganze lustige Bande beim Naschen von Farnspitzen.

„Nibbler! Kribbax braucht euch!“, rief Siva. „Ein Steinschlag hat ihn von seinen Freunden getrennt. Kommt bitte mit!“

Nibbler kaute angenervt noch schnell den letzten Bissen runter. „Na guuut, wir kommen! Niemand lässt jemanden in Not im Stich!“

Zurück am Geröllhaufen machten sich Nibbler und seine Bande sofort ans Werk. Knack! Krach! Sie zerkauten die großen Brocken in kleine Stücke. Laggi buddelte sich durch den zerkleinerten Haufen und schob die Brösel zur Seite. Bald war ein schöner, neuer Tunnel frei – gerade groß genug, dass alle hindurchpassten.

Inzwischen waren Osnara und Rheinox vor lauter Schreck davongerannt. Sie zitterten noch, als Tyroline und Stogi sie ganz in der Nähe der Saurierstube entdeckten.

„Hey, ihr zwei!“, rief Tyroline und flatterte sanft herunter. „Alles gut?“ Da erzählten die beiden ihr vom Steinschlag beim Spazierengehen. „Kommt mit“, sagte Tyroline aufmunternd, „wir helfen euch! Wir bringen euch zurück zu Kribbax!“

Stogi nickte gemütlich. „Ja, wir passen auf. Wir nehmen einen sicheren Weg, versprochen.“

Als Osnara und Rheinox zum neuen Tunnel kamen und Kribbax sahen, da rannten sie sofort auf ihn zu. Kribbax breitete seine kurzen Arme aus – so weit er konnte – und drückte die beiden ganz fest an seine Panzerbrust.

„Ich hab mir solche Sorgen gemacht!“, sagte er mit zitternder Stimme.

„Wir auch!“, flüsterte Osnara.

„Wir dachten, wir sehen dich nie wieder“, schniefte Rheinox.

Siva landete leise neben ihnen. „Aber jetzt sind wir alle wieder zusammen. Und das ist das Wichtigste.“

P!bbels hopste aufgeregt herum. „Und wisst ihr, was jetzt kommt? Eine Riesenparty!“

Kribbax lachte laut und tief. „Genau! Die allerbeste Willkommensparty für meine Freunde!“

Am Abend hängte Kribbax seine liebsten Leuchtpilze in die Farnbäume – kleine, blaue, grüne und goldene Pilze, die sanft leuchteten wie Sterne im Wald. Alle kamen: Nibbler und seine Bande, Tyroline und Stogi und natürlich P!bbels, Laggi und Siva.

Es gab bunte Moosbeeren-Smoothies, Farn-Chips und sogar einen großen Honigkuchen, den Laggi extra aus seiner Vorratskammer geholt hatte. Die Leuchtpilze machten alles magisch hell, und die kleinen Dinos tanzten und lachten, bis der Mond hoch am Himmel stand.

Kribbax schaute in die Runde und sagte leise: „Danke, dass ihr alle da wart. Ich hab gemerkt: Manchmal trennt uns ein Haufen Steine… aber echte Freunde finden immer einen Weg zueinander.“

Und während die Leuchtpilze weiter sanft glühten und die Freunde noch lange lachten und Geschichten erzählten, wusste jeder in Ibbtown: Der Farnwald war nicht nur voller Abenteuer – er war vor allem voller Freunde.

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P!bbels und seine Freunde: Der Honigkuchentrick

ImageEs war ein ganz normaler, sonniger Tag vor Urzeiten in Ibbtown – na ja, fast normal. In der Saurierstube, der beliebten Spielhöhle für Dinos, fehlten plötzlich zwei bekannte Gesichter: Tyroline, ein Pterodactylus-Mädchen, und Stogi, der Stegosaurus. Sie waren schon seit Tagen nicht mehr zum Spielen gekommen! Das passte so gar nicht zu ihnen. Fibbila, die Leiterin der Saurierstube, wollte schon Dinozeichen XY einschalten.

Auch P!bbels und seine Freunde machten sich große Sorgen. „Die beiden sind doch meine allerbesten Freunde aus der alten Gruppe!“, sagte P!bbels traurig und hopste nervös hin und her. „Wir müssen sie suchen!“

Laggi brummte gemütlich aus seinem Tunnel-Eingang: „Vielleicht haben sie nur verschlafen. Oder sie haben einen besonders tiefen Napf gefunden.“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich arbeite hier gerade noch an meinem Buddelhobel. Mit dem werde ich schneller Tunnel herstellen. Müsste bald fertig sein.“

Siva flog schon eine Runde über die Farnwälder. „Ich seh mal von oben nach. Vielleicht hört man Tyrolines Flügel irgendwo rumflattern.“ Die kannte sie besonders gut, denn beide waren zusammen zur Flugschule gegangen.

Währenddessen flatterte Tyroline wirklich – und zwar ziemlich aufgeregt – neben Stogi her, der langsam und bedächtig watschelte. Sie hatten sich etwas im Farnwald verlaufen.

„P!bbels müsste eigentlich auch hier irgendwo sein!“, rief Stogi. „Der hopst doch immer so laut!“

Tyroline nickte zustimmend. „Jaaa… aber vielleicht hopst er heute leise. Weil er uns vermisst.“

Stogi verdrehte genervt die Augen, da stolperte er aus Versehen *klonk* über einen wackeligen Lavasteinhaufen. Der größte, rundeste Stein kullerte augenblicklich los, rollte kantapper, kantapper den Hang hinunter, direkt auf Kribbax‘ Höhle zu. Kribbax, der riesige, gepanzerte Ankylosaurus, saß gerade gemütlich in der Sonne und kaute auf einem Farnblatt. Da landete der Stein krachend mit einem lauten *Doink!* genau auf seinem großen Zeh! Kribbax sprang auf und hüpfte halb vor Überraschung, halb vor Schmerz vor seiner Höhle auf und ab:

„AUAUUU! Mein Zeh! Mein armer, empfindlicher Zeh!“, brüllte er so laut, dass die Vögel aus den Bäumen flatterten.

Tyroline flatterte erschrocken auf der Stelle. „Entschuldigung! Das war wirklich keine Absicht! Der Stein ist einfach… losgerollt!“

Stogi hob entschuldigend die Vorderpfoten. „Wir haben uns hier nur verlaufen und suchen den Weg zurück…“

Aber Kribbax war fuchsteufelswild. „Nix da! Ihr zwei bleibt hier! In meiner Höhle! Ihr werdet mir helfen, bis mein Fuß wieder heil ist. Tyroline kann Staub wegwedeln, Stogi bringt mir saftige Blätter – und wehe, ihr versucht abzuhauen!“

So zerrte er die beiden in seine große, dunkle Höhle und blockierte den Eingang mit einem besonders dicken Lavabrocken. Tyroline musste mit den Flügeln wedeln wie ein lebendiger Fächer, Stogi musste Blätter heranschleppen – und Kribbax lag auf seinem Moosbett und stöhnte bei jeder Gelegenheit: „Ohhh, mein Zeh… der tut bestimmt noch Jahre weh…“

Zur gleichen Zeit streiften P!bbels, Laggi und Siva durch den Wald.

„Ich riech was!“, rief P!bbels plötzlich. „Das riecht nach… Tyroline! Und nach Stogi! Und nach… wütendem Ankylosaurus!“

Siva flog schnell hoch. „Da vorne! Eine Höhle.“ Sie flog zum kleinen Schornstein am Dach der Höhle und berichtete: „Ich sehe Tyroline umherflattern und Stogi Blätter tragen. Aber sie gucken ganz traurig.“

P!bbels und Laggi schlichen näher. Durch einen kleines Spalt in der Höhlenwand hörten sie Kribbax jammern. Da fiel Siva etwas auf:

„Wartet mal…“, flüsterte sie. „Er jault wegen seinem Fuß, aber bewegt ihn ganz normal, wenn er glaubt, dass niemand zuschaut. Der tut ihm gar nicht weh! Er will nur Gesellschaft und jemanden, der ihm Blätter bringt.“

„Und er hält Tyroline und Stigo gefangen, damit sie für ihn arbeiten. Da brauchen wir jetzt aber einen richtig schlauen Trick!“, sagte P!bbels aufgeregt.

Laggi grinste langsam (was bei ihm sehr gemütlich aussah). „Ich hab’s. Wir lenken ihn ab – mit dem allerbesten Dino-Köder.“

Der Plan war schnell gemacht.
ImageP!bbels hopste laut vor den Höhleneingang und rief mit seiner quietschigsten Stimme:
„Ach du grüne Neune! Nein, sowas! Ein riesiger, super-süßer, glitzernder Honigkuchen fällt vom Himmel! Und noch einer! Ganz viele! Mit Beeren obendrauf! Und Sahne! Und… und… noch mehr Beeren!“

Kribbax’ Kopf schoss sofort hoch. „Honigkuchen?! Wo?! Ich LIEBE Honigkuchen!“

Er sprang auf und stürmte ohne zu humpeln schnellstens zum Eingang nach draußen. Den Lavabrocken kickte er dabei einfach so ins Gebüsch. Als der Eingang frei war, winkte P!bbels seinen gefangenen Freunden zu, sie sollten rauskommen. Tyroline reagierte als erste und blitzschnell hinaus. Stogi watschelte hinterher so schnell er konnte.

„Los!“, rief Siva leise, „los, los, los!“.

Die fünf Freunde beeilten sich raus aus Kribbax’ Zuhause zu kommen. Der schaute vergeblich in den Himmel und schaute danach mit offenem Mund irritiert zu seiner seiner dienerlosen Höhle, ohne Honigkuchen, aber immerhin mit zwei gesunden Füßen. Wutschnaubend drehte er sich um und konnte gerade noch sehen, wie die fünf Freunde lachend im sicheren Farnwald verschwanden.

Und in der Saurierstube kehrte allmählich wieder die unbefangene Spielfreunde zurück, die alle Ibbtownies so sehr an ihr liebten.

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P!bbels und seine Freunde: Das große Tümpel-Abenteuer

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Es war ein trüber Morgen in Ibbtown anno Tuck. Die kleinen Vulkane rauchten nur ganz leise, als hätten sie Schnupfen, und alle Bewohner – Dinos, Urtiere und flauschige Hopser – standen auf dem großen Versammlungsplatz.

Bürgermeister Bürokratibbus Maximus stieg auf einen besonders hohen Stein. Er trug seine Amtskette, hatte eine schwere Akte dabei und räusperte sich wichtig.

„Liebe Ibbtownerinnen und Ibbtowner!“, begann er mit tiefer, gedämpfter Stimme. „Leider… äh… muss ich euch mitteilen, dass unser geliebter Mehrzwecksbadetümpel… vorübergehend… ähem… dauerhaft geschlossen werden muss. Es steigen dort… nun ja… etwas unangenehme Gase auf. Aber sei’s drum, Gesundheit geht vor, nicht wahr? Haha!“

Ein großes „Ooooh!“ und „Aaaah!“ ging durch die Menge. Die alten Schildkröten-Papas seufzten tief, die kleinen Pterodactylus-Kinder ließen traurig die Flügel hängen, und sogar die Frösche quakten missmutig.

„Aber wo sollen wir denn planschen?“, rief ein kleiner Ankylosaurus-Junge. „Und wo sollen Opa und Oma ihre Rücken kühlen?“

Bürgermeister Maximus knetete nervös seine Pfoten. „Äh… wir arbeiten an… Lösungsansätzen. Es gibt baurechtliche… Herausforderungen… und Genehmigungsfragen… und überhaupt ist so ein Neues-Tümpel-Bauen sehr… ressourcenintensiv und muss nachhaltig gedacht werden. Aber seid versichert: Die Verwaltung hat alles im Blick!“

P!bbels, Laggi und Siva standen ganz hinten. P!bbels’ Schwanz hing schlapp herunter. Laggi brummte: „Ressourcenintensiv… das heißt wohl: zu faul zum Graben.“ Siva piepste leise: „Er hat einfach Angst vor Papierkram.“

Die drei Freunde schlichen traurig nach Hause. Den ganzen Tag war niemand richtig lustig. Siva konnte das nicht aushalten. Sie breitete ihre feinen Federn aus und flog einfach los – hoch, höher, immer höher, um den Frust wegzufächern.

Von oben sah alles so klein aus, das war beruhigend. Da entdeckte sie es: ein großes, stoppeliges Waldwiesengrundstück! Es lag versteckt hinter einem kleinen Hügel, umgeben von hohen Farnen, ungenutzt von den Tieren der Umgebung. Der Boden war weich, und darunter gluckerte schon ein kleiner unterirdischer Bach!

Siva sauste wie ein Blitz zurück zu P!bbels und Laggi.

„Kommt mit!“, rief sie aufgeregt. Ihre Bernsteinaugen funkelten wie kleine Sonnen. „Wir bauen unseren eigenen Tümpel – einen besseren! Ich hab den perfekten Platz in der Nähe eines Baches gefunden! Und dazu bauen wir einen Sumpfkasten, einen kleinen Imbiss mit Beeren-Smoothies und Farn-Chips!“

P!bbels sprang sofort hoch. „Ja! Und ich hab eine super Idee, wie wir an Badewasser kommen!“

Laggi schaute skeptisch, aber seine Schaufelpfoten zuckten schon vor Vorfreude. „Na gut… aber nur, wenn ich die tiefste, gemütlichste Stelle graben darf.“

Am nächsten Morgen fingen sie an.

Laggi buddelte wie ein Weltmeister. Er warf Erde nach links, Erde nach rechts, und bald war eine riesige, runde Grube fertig – genau die richtige Größe für alte Omas zum Plantschen und kleine Dinos zum Kopfsprung.

P!bbels hüpfte aufgeregt herum. „Und jetzt kommt mein genialer Plan! Wir brauchen gar keine Pumpe! Wir graben einen kleinen Kanal vom nahen Bach hierher – aber mit einem Dino-Trick: Wir legen am Anfang des Kanals einen großen, runden Lavastein hin, der sich in der Sonne aufheizt. Wenn der Stein warm wird, fängt er irgendwann zu vibrieren an und zweigt das nun warme Bachwasser in den Tümpel! Das nennt man den… äh… P!bbels-Thermo-Fließ-Effekt!“

Siva lachte. „Das ist verrückt… aber es könnte funktionieren!“

Und es funktionierte wirklich! Der warme Stein machte „pffffffrrrrrrrt“, das Wasser gluckerte fröhlich den Kanal entlang und plätscherte in die neue Grube. Bald war der Tümpel voll mit klarem, warmen Wasser – und duftete sogar ein bisschen nach Minze, weil Laggi ein paar Minzblätter mit reingeworfen hatte.

An den Rand der Wiese bauten sie ein kleines Willkommensschild aus Farnstämmen und großen Blättern. Darauf malte P!bbels mit Beerensaft in krakeligen Buchstaben:

ImageLaggis Freibad – Willkommen zum Planschen!

Am Eröffnungstag kamen alle aus Ibbtown. Die alten Schildkröten ließen sich sofort ins Wasser gleiten und seufzten glücklich. Die kleinen Pterodactylus-Kinder machten Wetttauchen. Sogar Bürgermeister Bürokratibbus Maximus kam vorbei – mit seiner Amtskette – und probierte vorsichtig einen Zeh ins Wasser.

„Äh… sehr… erfrischend“, murmelte er. „Vielleicht… äh… könnte man das ja als offiziellen Ersatztümpel… eintragen lassen?“

P!bbels grinste breit. „Zu spät, Herr Bürgermeister! Das ist schon dinogenehmigt durch Abstimmung mit den Füßen!“

Und dann begann das allergrößte Fest: die Dino Disco!

P!bbels hopste auf einem Trommel-Farn herum, Laggi wackelte mit dem ganzen Körper im Takt (was sehr lustig aussah), Siva flog Loopings über dem Wasser und ließ glitzernde Wassertropfen wie Konfetti regnen. Alle sangen, tanzten, planschten und lachten, bis die Sterne herauskamen.

Von da an feierten die Ibbtowner jedes Jahr die Dino Disco am Eröffnungstag von Laggis Freibad. Und wenn jemand fragte, warum der Tümpel so besonders sei, sagten die drei Freunde immer nur:

„Weil wir ihn zusammen gemacht haben. Mit Mut, mit Graben… und mit einem verrückten Thermo-Fließ-Effekt!“

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P!bbels und seine Freunde: Das Geheimnis der Leuchtpilze

ImageVor Urzeiten lebten in den dichten Farnwäldern von Ibbtown, wo die Sonne durch uralte Blätter filterte und der Boden von moosbedeckten Vulkansteinen übersät war, die drei unzertrennlichen Freunde: P!bbels, der kleine Ibbosaurier, Laggi, der gemütliche Buddler und Siva, die kluge Himmelsguckerin.

Es war ein friedlicher Morgen, als P!bbels wie immer vorneweg stürmte, jedes Rascheln im Unterholz erhaschend. „Kommt schon, Freunde! Ich höre da vorne ein seltsames Gluckern!“, rief er aufgeregt.

Laggi trottete behäbig hinterher und schürfte mit seinen kräftigen Schaufelpfoten in der weichen Erde. „Jetzt mach‘ mal halb lang, P!bbels, es ist noch früh. Ich muss erst mal neue Wurzeln sammeln. Ah, die hier sieht lecker aus – knusprig und erdfrisch!“ Er war gerade dabei, eine dicke Knolle auszugraben, als Siva von einem hohen Ast herunterflog, ihre feinen Federn im Wind fächernd. „Wartet! Ich sehe da hinten etwas Großes kommen. Es stampft durch die Farne…“ Sie flog noch einmal prüfend hoch: „Oh nein, das ist Kribbax!“

Image Kribbax, der fiese Dornenschwanz, war ein gewaltiger Dino. Sein schwerer Körper war gepanzert mit dicken Schuppen auf dem Rücken, und sein gewaltiger Keulenschwanz schleifte bedrohlich über den Boden hin und her. Er fraß sich durch die Pflanzen des Waldes und beanspruchte ein großes Revier für sich allein, wo seltene Leuchtpilze wuchsen. Diese magischen Pilze leuchteten in der Nacht wie Sterne und halfen ihm, seinen Weg zu finden. Mit einem tiefen Grollen stampfte er auf die drei zu. „Ihr kleinen Plagegeister! Ihr habt meine Leuchtpilze angefressen! Ich habe die Bissspuren gesehen – und ihr seid die Einzigen hier in der Nähe! Das werdet ihr mir büßen!“ Sein Schwanz peitschte durch die Luft, und die Freunde zuckten zusammen.

Obwohl sein Herz pochte, stellte sich P!bbels mutig vor seine Freunde. „Wir? Wohl kaum! Ich fresse keine Pilze, ich jage lieber nach Abenteuern!“ Laggi nickte eifrig und patschte sich die Erde von seinen Pfoten. „Jönau! Und ich sammle immer nur Wurzeln, die sind viel nahrhafter. Pilze schmecken mir nicht mal.“ Siva flatterte nervös mit den Flügeln, ihre Augen funkelten wie Bernstein. „Und ich esse nur Beeren von den Büschen oben. Wir waren das nicht, Kribbax! Lass uns das beweisen! Wir finden den wahren Täter!“

Kribbax brummte skeptisch, aber er war gab nach. „Na gut, ihr Winzlinge. Ihr habt bis Sonnenuntergang Zeit. Wenn nicht, jage ich euch aus Ibbtown!“ Damit stampfte bebend er davon, und sein Schwanz hinterließ eine Spur der Verwüstung.

Die drei machten sich sofort ans Werk. „Lasst uns in Kribbax‘ Revier gehen und nach Spuren suchen!“, sagte P!bbels. Sie schlichen durch die Farne, und bald erreichten sie die Lichtung, an der die Leuchtpilze wuchsen – oder zumindest das, was von ihnen noch übrig war. Viele waren abgenagt und leuchtende Reste lagen überall auf dem Boden verstreut.

Siva flog auf einen hohen Baum und erkundete die Umgebung. „Seht ihr das? Da sind kleine Fußabdrücke – nicht unsere! Sie führen in einen dichten Busch. Und schaut, da hängen Fäden… wie von einem Netz?“ Ihre scharfen Augen erkannten Hinweise fix, und sie hatte recht: Es sah aus, als hätte hier etwas Kleines, Schnelles zugeschlagen.

Laggi schnupperte an der Erde. „Das riecht nach… *schnüffschnüff* Insekten! Ich grab‘ mal nach.“ Mit seinen kräftigen Pfoten buddelte er ein Loch – und plötzlich brach der Boden auf! Ein ganzes Tunnelsystem kam zum Vorschein, ähnlich wie sein eigenes, aber kleiner und chaotischer. „Schaut mal! Jemand hat von unten an den Pilzen geknabbert.“

ImageP!bbels steckte neugierig seinen Kopf in den Tunnel. „Hey, da drin bewegt sich was!“ Laggi buddelte den Gang etwas größer, so dass sie hineinkrabbeln konnten, und die drei verschwanden im Untergrund. Im Halbdunkel des Ganges hörten sie ein Kichern und Knabbern. Am Ende des Tunnels stießen sie auf eine Kammer: Dort hockte Nibbler, der freche Knabberkäfer – ein kleiner, glänzender Insektendieb mit kräftigen Kiefern und einem Rudel winziger Helfer. Sie hatten die Leuchtpilze in ihre Vorratskammer geschleppt und fraßen sie genüsslich. „Hach, diese Pilze leuchten so schön in unserem Nest!“, quietschte Nibbler.

Die Freunde waren empört, aber Siva hatte einen Plan. „Nibbler, das sind Kribbax‘ Pilze! Ihr könnt nicht einfach stehlen. Lasst uns das klären.“ P!bbels brüllte mutig: „Kommt mit raus, oder ich beiße euch in die Fühler!“ Laggi grub einen Notausgang, um sie alle sicher herauszubringen. „Aber wir haben doch niemandem geschadet“, protestierte Nibbler. „Wir dachten, niemand merkt’s!“

Zurück an der Oberfläche riefen sie Kribbax herbei. „Schau her!“, sagte Siva und zeigte auf Nibbler und sein Rudel. „Das sind die Täter! Sie haben Tunnel gegraben und die Pilze geklaut.“ Kribbax starrte die kleinen Knabberer an, sein Schwanz zuckend. Nibbler quietschte entschuldigend: „Wir wollten nur ein bisschen Licht in unserem dunklen Nest. Tut uns leid!“

Kribbax brummte, aber sein Zorn schmolz. „Hm, ihr Kleinen habt mich hintergangen. Aber ihr drei… ihr habt den Fall gelöst. Vielleicht seid ihr doch nicht so übel.“ Er ließ die Knabberer mit einer Warnung davonkommen – sie versprachen, stattdessen alte Blätter zu sammeln – und teilte sogar ein paar übrige Leuchtpilze mit den Kleinen.

Von da an patrouillierten P!bbels, Laggi und Siva öfter durch den Wald, und Kribbax wurde in dieser Zeit zu einem unverhofften Verbündeten. Zusammen waren sie unschlagbar: P!bbels mit dem Mut, Laggi mit der Sicherheit und Siva mit dem klugen Plan. Und so begann in Ibbtown ein neues Abenteuer – aber das ist eine andere Geschichte.

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