Unter der Kategorie Neuhier möchte ich Ihnen meine neue Heimat vorstellen. So wie ich sie nach und nach kennenlerne.
Ich wohne zwar nun schon anderthalb Jahre hier, habe schon vieles erkundet, aber es gibt immer wieder Neues zu entdecken.
Das Haus mit verwildertem Garten also steht im Biosphärenreservat Mittelelbe. Das erstreckt sich, wie der Name vermuten lässt, entlang der Elbe so von Wittenberg über Dessau und Magdeburg bis Seehausen in der Altmark. Was witzig ist, denn in Seehausen habe ich mal gewohnt. Nur kurze Zeit und vor über 40 Jahren.
Jetzt wohne ich eher so Nahe Dessau.
Was macht das Biosphärenreservat aus? Es ist der größte Teil des 1997 von der UNESCO anerkannten Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe.
Ein Biosphärenreservat ist nicht direkt ein Naturschutzgebiet, vielmehr sollen hier Mensch, Natur und Nachhaltigkeit sozial, ökologisch und ökonomisch zusammenwirken, statt sich gegenseitig auszuschließen. Natürlich gibt es auch hier Kernzonen, aber eben auch Städte, Dörfer, Siedlungen und Landwirtschaft.
Und zwischen den Ortschaften: Auenwälder. Auenwälder. Auenwälder. Das beste Mittel gegen Hochwasser.
Im Auwald lebt der Elbebiber. 1200 soll es geben. Der baut und macht und da ist es gut, wenn mensch nicht zu nah am Wasser lebt. Und natürlich gibt es viele Rad – und Wanderwege.
Da, wo ich wohne, wird gerade der Damm zurückgebaut, um dem Fluss wieder den Platz zu geben, den er braucht. Und damit Städte zu schützen. Denn wenn hohes Wasser in die Auen abfließen kann, kommt es gar nicht erst in den Städten an. Ich weiß wovon ich rede. Ich bin aus Leipzig hergezogen, wo der Auwald den Bewohner*innen alle paar Jahre den Arsch rettet, wenn es mal wieder zu viel Wasser gibt.
Aber natürlich ist das im Prinzip eine Kulturlandschaft. Nicht dass jemand hier Urwald erwartet. Schließlich war die Elbe ein wichtiger Schifffahrtsfluss und Aken in der Blütezeit der Flussschiffahrt die bedeutendste Schifferstadt an der Elbe. Aber darüber berichte ich später mal. Schließlich ist die 8000-Seelengemeinde mein kommerzieller und ein bisschen auch kultureller Mittelpunkt.
Ich bin im letzten und im vorletzten Sommer viel Rad gefahren, gewandert, habe die Orte ringsum entdeckt und erkundet, stand vor einigen Fähren, die gerade außer Betrieb waren, habe alte Obstbäume „geplündert“, Dessau unsicher gemacht und herausgefunden, dass der Sachsenspiegel, das älteste juristische Werk Deutschlands, nicht aus Sachsen kommt.
Vor allem aber habe ich die Natur genossen. Und die ist wirklich schön hier.
Und dann hat es in diesem Januar tatsächlich geschneit. Da ist nicht nur die Elbe gleich noch mal schöner, sondern auch der Garten sieht ganz anders aus.
So will ich Ihnen heute einfach nur Bilder vom Schnee zeigen. Und vom Eis.
Viel Spaß dabei.
Eis auf der ElbeDer Schnee ist weg, die Kälte bleibtWasserheizung für die VögelDer Pool leicht zugeschneitHolz hacken gerade ungünstigOk, ich muss raus zum SchneeschiebenGrenze zwischen schon zugefrorenem Nebenarm und noch freiem Fluss
Eigentlich wollte er schon im Dezember kommen. Aber dann musste er wegen einer Herzinfussizienz absagen.
Er meinte, im Januar wieder gesund zu sein und würde sich melden.
Ich glaubte nicht daran.
Dann stand er am 5. Januar plötzlich vor der Tür. Ich habe ihn gar nicht erkannt, so überrascht war ich.
Er brachte mal schon paar feste Planen zum Unterlegen und wollte am 7. beginnen.
Am 6. Januar ist in Sachsen- Anhalt Feiertag. Ich räumte hektisch bewegliches aus dem Zimmer, legte die Planen aus und deckte Betten und Schränke mit Folie ab.
Ich war immer noch überfordert.
Es geht um einen alten Kachelofen in einem der Gästezimmer unterm Dach. Den hätte ich gern wieder in Betrieb genommen.
Der kaputte Ofen
Das habe ich in Heizen und so schon kurz beschrieben. Wie es dazu kam und so.
Nun also ging es am 7. Januar los.
Das heißt, ich habe zuerst drölfzigtausend Schamottesteine aus dem Auto des Herrn Ofensetzers in eins der, zum Glück noch zu sanierenden, Zimmer im EG getragen. Und zehn Eimer Lehm. Oder so. Dann haben wir allerhand Arbeitsgerät inklusive Gerüst zwei Stockwerke hoch unters Dach getragen.
Und dann hat der Herr Ofensetzer den Ofen fein säuberlich abgetragen. Die Kacheln habe ich ordentlich und sortiert gestapelt, die alten Schamotte nach unten geschleppt.
Nach paar Stunden war der Ofen bis auf die unteren zwei Reihen abgetragen und ich tot.
Der 7. Januar war ein Mittwoch und am Donnerstag musste der Herr Ofensetzer zu seinem Kardiologen und dann noch Zeugs für den Ofen einkaufen.
Ich nutzte den Tag, nach Leipzig zu fahren und mir beim Hausarzt eine aktuelle Überweisung zu holen, die der Facharzt statt einer von 2025 gern hätte.
Dann hat es geschneit. Ich weiß nicht , wie es woanders in Sachsen- Anhalt war, aber hier, an der Mittelelbe sind wir quasi im Schnee versunken. Der Herr Ofensetzer rief an und sagte, bei dem Schnee kommt er lieber nicht. Schließlich kommt er aus einem 10 km entfernten Dorf und die Straßen seien irgendwie nicht geräumt.
Hier in der Ministadt an der Elbe waren die Straßen vorbildlich geräumt, aber den Fußweg, da müssen die Anlieger selber ran. Ich habe viermal geschippt und geschoben, weil es einfach immer weiter geschneit hat. Wie am Sonnabend auch.
Am Montag begann der Herr Ofensetzer dann, den Ofen wieder aufzubauen. Mit neuen Schamottesteinen, Aushublehm und den alten Kacheln. Den Lehm und die Steine habe ich nach oben gewuchtet.
Und so ging das am Dienstag weiter. Und am Mittwoch war der Ofen fertig. Zum Glück war auch der Schnee von den Dächern soweit geschmolzen, dass der Herr Schornsteinfeger rausklettern und die Betonplatte entfernen konnte.
Dann wurde angeheizt.
Tara.
Der Ofen kann sowohl mit Holz, als auch mit Holzbriketts und natürlich mit Kohlen betrieben werden.
So ist ein achtzig Jahre alter Ofen nicht nur saniert, sondern auch modernisiert wurden.
Und ich brauchte drei Tage, mich auszuruhen.
Der Herr Ofensetzer aber, der musste sicher erstmal paar Tage viel Fleisch essen. Ich habe ihn ja beköstigt. Aber eben vegan bis vegetarisch. Da hat er manches auf dem Teller hin und her geschoben. Am Mittwoch aber, da fand ich noch Hühnchenfleisch von einer Workawayerin im Gefrierschrank. Mit dem hat er den Reis nicht hin und her geschoben, sondern sogar Nachschlag genommen.
Der sanierte Ofen
Da habe ich extra ein Video für wordpress erstellt, aber es geht nicht. Ich muss Sie also leider wieder zu Instagram schicken
Silvester 2024 war der erste Jahreswechsel, den ich im alten Haus erlebte.
Und weil ich nicht wusste, wie das hier so wird und wo es für den Kater am erträglichsten ist, blieb ich zu Hause.
Ich schloss alle Jalousien, räumte das Bett auf das Sofa im Wohnzimmer (das geht zum Hof raus) und – schlief ein.
0:05 Uhr im Neuen Jahr wurden wir geweckt, als wer einen Böller auf meinen Hof warf. Der Knall war nicht beängstigend laut. Der Kater lag gähnend in seiner Hängematte und während ich noch nachdachte, ob ich mich aus den Federn bequeme, ein Rollo lifte und schaue, ob dem Böller evtl ein böser Bube gefolgt ist, schlief ich wieder ein.
Silvester 2025 erlebte Milli the cat nicht mehr, und obwohl ich nun tagelang hätte wegfahren können, entschied ich mich dagegen. Schließlich war ich gerade tagelang bei meiner Mutter gewesen, hatte danach noch einen kurzen Besuch im alten Haus, da hatte ich irgendwie keine Lust mehr auf menschliche Kontakte.
Ich schloss diesmal nur die Jalousien zur Straßenseite, räumte das Bett wieder aufs Sofa in die Stube und – schlief ein.
0:22 Uhr wurde ich vom noch anhaltenden Feuerwerk wach, drehte mich auf die andere Seite und schlief weiter.
Was für ein angenehmes Silvester.
So angenehm, wie der Jahreswechsel war, wünschte ich mir das Neue Jahr.
Aus psychohygienischen Gründen hatte ich mich ja nach Trumps Wahl dazu entschlossen, mich nicht mehr so sehr für Politik zu interessieren. Und als der 2. Wahlkanzler im Amt war, beschloss ich, die nächsten vier Jahre keinen Bundestag mehr live zu gucken. Letzteres ist mir gelungen. An ersterem kommt eins kaum vorbei, soweit es sich auch anstrengt und Katzenvideos guckt, statt Nachrichten.
Und dann lag ich gestern morgen im Bett und guckte das Kinderprogramm (ja, ich habe im Schlafzimmer auch einen Fernseher) und da wurde die Eilmeldung eingeblendet.
Nachdem die USA unter fadenscheinigen Gründen schon seit Monaten Völkerrecht bricht und venezolanische Schiffe entert, abschießt und Menschen tötet, nun also der Überfall. Direkter Angriff auf einen souveränen Staat. Und dann Entführung des Präsidenten und seiner Frau. Erinnert irgendwie an Chile. Nur da wurde der Präsident gleich getötet. Ich kann mich nicht mehr an die damalige Begründung erinnern, aber Fakt ist, Allende war Sozialist. Sozialisten brauchen die USA nicht in ihrer Nachbarschaft. Und nun also wieder so einer, der die Ölindustrie verstaatlicht hat und den USA deren angeborenes Recht, wie sie wohl meinen, auf den fossilen Dreck verwehren.
Sehr erstaunt musste ich in sozialen Medien lesen, wie das gerechtfertigt wurde. Maduro sei ja ein Tyrann und das venezolanische Volk froh über dessen Entmachtung. Hm, also ich hatte noch keine Gelegenheit, Venezolaner zu fragen, wie sie es finden, angegriffen zu werden. Und by the way, Putin fand und findet Selenskij aus dem einen oder anderen Grund auch Scheiße. Das rechtfertigt nicht den Angriff auf die Ukraine. Die Welt ist zurecht empört. Über den Angriff Russlands auf die Ukraine und den dort andauernden Krieg.
Wer also legt fest, welchen souveränen Staat ein anderer Staat angreifen darf?
Um das klar zu stellen, ich verurteile natürlich den Einmarsch der Russen in die Ukraine. Ich half Geflüchteten ehrenamtlich, ich tat, was ich konnte und wunderte bzw regte mich auf über die durch die EU gegen Russland verhängten Sanktionen. (Bei den wievielten sind wir eigentlich gerade?)
Da waren die Sanktionen der USA gegen Venezuela, als diese ihre Öl Ressourcen verstaatlichten, schon effektiver. Haben das Land in die Knie gezwungen. Zusammen mit einem autoritären Präsidenten klappt das gut.
Russland hat auch einen autoritären Präsidenten. Aber ja, die Bodenschätze aus Russland, die Industrien, die dort Fuß gefasst haben, das Geld, das auf russischen Banken liegt. Was kümmert uns da die Moral?
Ich wartete gestern also verwirrt auf Nachrichten. Als sie kamen, dachte ich, das hätte ich mir sparen können. Erinnerte doch irgendwie alles an die DDR, die UdSSR und Afghanistan.
Und unser Aktiv Rentner? Ich habe sein Statement, das keines ist, erst heute gelesen.
Heute, bevor ich Schnee schippte. Denn heute Nacht hat es aber mal so ordentlich geschneit. Sicher 20 cm. Ich packte mich also noch im Halbdunkel ein und schippte und fegte den Bürgersteig, eh irgend so ein*e Bettflüchtige*r über den frischen Schnee latscht. Der lässt sich nämlich dann nur schwer wegschieben oder fegen.
Schnee! Im Flachland.
Es schneite noch, als ich spazieren ging. Im Winter gehe ich nämlich spazieren, statt Rad zu fahren. So round about eine Stunde. Habe mit Mitte Dezember extra einen Schrittzähler aufs Smartphone geladen, um nicht aus Faulheit nach einer halben Stunde nach Hause zu gehen. Ich gehe täglich spazieren und kenne inzwischen wohl jede Straße im und jeden Winkel außerhalb des Ortes. Ich habe Schlehensträucher entdeckt und die Elbe sieht bei Schnee auch noch mal anders aus. Und ist irgendwie nochmal besser als Katzenvideos.
Die Fotos sind von der Elbe und Nebenarmen, mit und ohne Schnee, alle aus den vergangenen 7 Tagen. Drauf klicken = groß gucken
K2 und ihr Freund schenkten mir zu Weihnachten ein gerahmtes Bild meines Katers Milli the cat.
Da musste ich fast ein bisschen weinen.
Milli ist im November gestorben.
Fast 18 ist er geworden.
Er wuchs in der WG der großen Tochter auf. Als die Prinzessin auf dem Weg war, pullerte er alles Babyzeugs voll. Wagen, Stubenwagen, Bettchen, Klamotten. Es wurde nicht besser. Als die Prinzessing geboren war. Aus Sorge, er könnte das Neugeborene aus seinem Bettchen kratzen, brachten sie ihn zu mir.
Er sollte bleiben, bis die Prinzessin laufen und sich seiner erwehren konnte.
Das war 2013.
Als ich mich 2014 auf den Weg machte, mit dem Greyhound einmal die USA zu durchqueren, konnte die Prinzessin schon laufen.
Milli kam zurück in sein eigentliches Zuhause.
Doch da fing er sofort an, die Sachen des kleinen Mädchens zu attackieren.
Die besorgten Eltern brachten den Kater zurück in meine Wohnung und besuchten ihn täglich.
Es war klar: Milli will bei mir bleiben.
Also blieb er.
Wir bauten eine enge Beziehung auf. So konnte ich, als ich mir 2015 einen Kleingarten pachtete, ihn problemlos in diesen mitnehmen. Er verscheuchte alle anderen Katzen, denn andere Katzen konnte er nicht leiden, und niemand traute sich seinen Hund mit auf meine Parzelle zu bringen. Denn Hunde konnte er auch nicht leiden.
Und er war ein hervorragender Mäusefänger. Es brauchte etwas, ihm beizubringen, dass er mir erlegte Nager nicht in die Laube, auch nicht auf die Terrasse, sondern davor zu legen hatte. Aber als das geklärt war, konnten wir unbeschwerte Sommer im Garten verbringen.
Manchmal, wenn er abends nicht da war und ich zu Bett ging, dauerte es maximal zwei Minuten, da kratzte er an der Tür und wollte mit in die Laube. Denn Milli war sehr auf mich fixiert. Das ging soweit, dass er mir sogar auf die Biotoilette folgte.
Im Winter machten wir es uns natürlich in der Wohnung bequem, aber so ab April wurde er unruhig, starrte aus dem Fenster und wartete ungeduldig auf den Umzug in den Garten.
Der Umzug ins Haus war für ihn kein Problem. Wichtig war für ihn ja immer nur, dass ich irgendwie erreichbar war. Und so genoss er den großen Garten. Allerdings nur solange ich mich in selbigen aufhielt.
Milli war immer etwas übergewichtig und nierenkrank. Deshalb bekam er Spezialfutter und Diät.
Mit ca 14 Jahren nahm er allerdings dramatisch ab, weswegen ich auf Diät und Spezialfutter verzichtete und er nur noch Lieblingsspeisen vorgesetzt bekam.
Seit diesem Jahr musste er dann täglich Medikamente nehmen. Er war ziemlich klapperdürr. Die Tierärztin meinte allerdings, dass ich ihm einen schönen Lebensabend bereite. Das hätte ruhig noch so weitergehen können. Denn er war fit. Nicht mehr ganz so aggressiv gegenüber anderen Katzen und mit dem Mäuse fangen hat es auch nicht mehr so richtig geklappt.
Das Sterben hat drei Tage gedauert. Er wusste gar nicht, was mit ihm passiert. K2 hat Urlaub genommen und ist hergekommen. Ich konnte bzw wollte ja nicht das Haus verlassen um z. B. einzukaufen.
Er hat im Garten ein schönes Grab bekommen. Zusammen mit seinem Lieblingsspielzeug, dass er schon hatte, seit er selbst ein Baby war und über die Maßen liebte. War ich mal länger weg, hat er es sich immer mit ins Bett oder aufs Sofa oder eine der Hängematten geschleppt. Als Seelentröster sozusagen.
Im Januar hätte ich eine Maine Coon geschenkt bekommen können. Erst war ich begeistert. Aber nach längerem Nachdenken habe ich festgestellt, ich bin noch nicht so weit.
Ich kann den treuen, leicht durchgeknallten Kerl noch nicht ersetzen.
Und wenn ich soweit bin, hole ich mir zwei aus dem Tierheim.
Spielkatzewer ist der Schönste?Lieblingsplatzab in den GartenHauskatzeHofkatze
Und habe damit meinen Weihnachtsroadtrip gestartet.
Schon seit gestern, weil der Kleine König 10 geworden ist. Weil der jetzt bei den Thomanern ist, bleibt kaum noch Zeit für Geburtstagsfeiern am Wochenende.
Also trafen wir uns beim Italiener zum Abendessen.
Wenn ich in Leipzig bin, schlafe ich bei meiner Mutter. Ihr Haus, ach nein, das hat sich ja mein Bruder unter den Nagel gerissen, also das Haus, in dem sie wohnt, liegt in Connewitz.
Und weil ich heute ein paar Erledigungen machen musste, kam ich an der Schule vorbei, in der ich mich die letzten 1,5 Jahre durchs System quälte.
Die Schule war damals niegelnagelneu und weil das kleine Neubaugebiet ringsum noch nicht fertig war, kamen da in die oberen Klassen, außer der Abschlussklasse, überzählige Schüler*innen aus umliegenden Schulen. Sie können sich vorstellen, dass umliegende Schulen nicht ihre besten Lernenden abgaben. Entsprechend war das Niveau. 2 habens ein Jahr später trotzdem auf die EOS (Gymnasium) geschafft und ich habe die beste Russisch-Prüfung des Jahrgangs in der Stadt hingelegt (dafür bin ich in Physik durchgefallen).
X.te POS hieß die Schule damals, und später, als in das kleine Neubauviertel Familien zogen, wurden hier Kinder von der 1. bis zur 10. Klasse unterrichtet. Durchgehend. In einem Klassenverband. Ohne Stress und das weitere Leben bestimmende Schulauswahl in der 4. oder 6. Klasse.
Nur nach der 8. verließen wenige Schlaubis Klasse und Schule Richtung EOS. Und wer Glück hatte, wechselte nach der 10. auch in die höhere Schule statt in Berufsausbildung oder Berufsausbildung mit Abitur.
Heute ist das Gebäude die X.te Grundschule der Stadt Leipzig. Jetzt werden Kinder hier nur bis zur 4. Klasse unterrichtet und am Ende der vier Jahre… Naja, ich muss Ihnen das natürlich viel bessere Bildungssystem Großdeutschlands nicht erklären.
Das Schulgebäude ist hübsch saniert. Die Turnhalle allerdings, der sieht man ihre 50 Jahre an. Es sieht nicht aus, als könne darin noch irgendeine Form von Sportunterricht stattfinden.
Einmal in der Ecke, schlug ich einen kleinen Bogen zum Silbersee. Der sieht in der Dezembersonne viel besser aus, als er ist. Auch hier entstand, vor mehr als 50 Jahren, ein Neubaugebiet. Und wenn sich die Platten im See spiegeln, kann eins sogar denen was abgewinnen
Neu DölitzSchule in Neu DölitzDie alte TurnhalleSilbersee mit Neubaugebiet in Lößnig
Während ich also über den Urlaub in Albanien gebloggt habe, ist auch hier einiges passiert.
Wir haben Bäume gefällt. 6 Stück.
In Worten: SECHS
Nur die, die am meisten im Weg standen. Am Swimmingpool zum Beispiel. Da war kein Durchkommen mehr. Der Swimmingpool soll mal Teich werden.
Und einen, der hat einer Quitte jede Möglichkeit zum Wachsen genommen.
Das hat zwei Tage gedauert. Also Bäume fällen, zerkleinern und das Holz stapeln. Das darf nun 1a Kaminholz werden.
Hecke habe ich natürlich auch getrimmt. Was mensch so trimmen nennt. Unterwegs ist die Heckenschere stumpf geworden und ich musste lernen, dass es teurer ist, alles Gedöns zum schärfen einer Heckenschere zu kaufen als ein neues Gerät.
Das ist doch idiotisch.
Jedenfalls habe ich einen Teil des Heckenschnitts gebündelt und zur Biomüllabfuhr gelegt, aus einem größeren Teil habe ich ne neue Totholzhecke gebaut.
Im Hof steht ja so eine riesengroße Lärche. Die ist über und über mit Efeu bewachsen. Irgendwann fällt mir das Ding, also der Baum, auf den Kopf. Oder das Gewächshaus. Die Stadtmauer, Die Schuppen. Den Partyraum. Irgendwohin, wo sie eben viel Schaden anrichten kann. Aber bevor die Äste irgendwie gestutzt werden können und evtl. die Krone, muss der Efeu weg. Also haben wir seine Wurzeln gekappt. Armdick haben die den Baumstamm umschlossen. Jetzt gucke ich zu, wie der Efeu stirbt und kehre alle Nase lang die herabgefallenen Blätter zusammen, stopfe sie in blaue Plastiksäcke und…ja, ich weiß auch noch nicht, was ich damit anfange.
Achten Sie im Video auf das Holz auf der kleinen Mauer. Das sind Efeuwurzeln! (unter dem Video gehts weiter)
Aber weil das so gut klappt mit dem sterbenden Efeu habe ich an der Stadtmauer, die mein Grundstück begrenzt und im Garten auch über und über mit Efeu zugewuchert ist, auch ein paar Wurzeln gekappt. Mit meiner niegelnagelneuen Minikettensäge.
Ich bin sehr stolz und glücklich mit meiner niegelnagelneuen Minikettensäge durch den Garten gehirschelt und habe alles weggesägt, was weg muss und klein genug war. Die Bäume wurden natürlich mit einer ordentlich großen Kettensäge umgehauen.
Und dann war der Schornsteinfeger da.
Ich habe ja oben unterm Dach einen alten Kachelofen, den würde ich gern wieder in Betrieb nehmen (zusätzlich zur noch zu installierenden Multisplitanlage)
Und unten im Erdgeschoss soll ein Kaminofen zukünftig die Elektroheizung unterstützen.
Also war der Schornsteinfeger da.
Und Traraaa: Der Schornstein ist tippi toppi in Ordnung. Nur habe ich ausversehen die Reinigungsklappe mit verputzt. Die ist nämlich in dem Zimmer, das bis auf den Fußboden schon fertig ist.
Schöne Shice.
Ich habe alle möglichen Fotos. Aber ausgerechnet von diesem Teil des Schornsteins nur welche, wo schon verputzt ist. Also habe ich den Mist wieder aufgekloppt. Der Schornsteinfeger war da, hat vier Eimer Ruß rausgeholt, ordentlich Dreck gemacht, mich aber beruhigt, dass das in Zukunft nicht mehr so eine Sauerei ist und ich wieder verputzen kann. Natürlich sollte ich dabei die Reinigungsklappe frei lassen.
Und dann kam der Ofensetzer. Leider ist da innen irgendwas eingestürzt, weswegen der Ofen zur Hälfte abgetragen, repariert und wieder aufgebaut werden muss.
Als er mir den Preis für das ganze Unterfangen nannte, habe ich Schnappatmung bekommen und kurz darüber nachgedacht, das Ding abzureißen und durch einen Kamin zu ersetzen. Woraufhin der Herr Handwerker mich mitleidig ansah.
Er hat ja recht. Kein Ofen kommt an einen Kachelofen ran.
Im Dezember kommt er. Um Geld zu sparen, mache ich die Handlangerin. Dreck machts angeblich nicht.
Ich bin gespannt.
Und ich bin optimistisch und habe für Ende Januar die nächste workawayerin hier. Bis dahin muss das Gästezimmer beheizbar sein
Eigentlich wollten wir einen Tag länger in Kruja bleiben und von hier aus zum Flughafen fahren. Die Stadt liegt nämlich näher am Airport als Tirana. Wir hatten ursprünglich auch ein Hotel gebucht, dass einen Flughafenshuttle anbot. Als es aber um die Details ging, haben die die Kommunikation eingestellt. Wir haben umgebucht und werden die letzte Nacht nun doch in der Hauptstadt verbringen.
Aber noch sind wir in Kruja.
Es ist Freitag und unsere Hotel hat sich gestern Abend gefüllt. So sitzen wir im Frühstücksraum nicht allein und belustigen uns an der Konversation zweier Deutscher Boomerpaare. Alle anderen sind Alleinreisende, wir reden nicht soviel zum Frühstück bzw leise, weas die Herrschaften wohl vermuten lässt, dass niemand sie versteht. Oder es ist ihnen egal.
Gerrit will jedenfalls kein Gemüse. Obwohl seine Frau es ihm immer und immer wieder anbietet.
Heute scheint schönes Wetter zu werden. Es regnet nicht und es ist auch windstill. Grund genug, nochmal an und hinter den Burgmauern rumzukraxeln. Erstens muss die Freundin das sehen und zweitens kann frau sich bei Windstille näher an die Abgründe wagen und den Ausblick genießen.
Bei so annehmbaren Wetter sieht auch die Terrasse des zum Hotel gehörenden Restaurants viel einladender aus.
Auf dem Weg zum Furgon fotografiere ich dann doch noch so ein Skanbderbergmonument. Also ich finde ja, die sehen alle gleich aus. Kruja, Durres, Tirana. Ein Recke mit Schwert und Umhang auf einem irgendwie nach oben strebenden Pferd. Wahrscheinlich irre ich mich. Ich habe leider nur das eine in Kruja fotografiert, so dass ich nicht vergleichen kann. Aber Recken interessieren mich eigentlich auch nicht.
Der Furgon staut also zurück nach Tirana. Zum South Northern Terminal. Es ist heute noch schlimmer als am Mittwoch, finde ich.
Vom Terminal nehmen wir den Linienbus zum Central. Das geht fast staubfrei.
Das Hotel ist ein modernes neues Ding, nur 400m vom Skanderbergplatz entfernt. Vom Zimmer guckt eins auf alte Dächer und Neubauten. Es gibt eine Lodge und ein kleines Bistro, aber wir gehen irgendwo in der Stadt was essen.
Bzw wollen. Die Freundin hat Magen.
Also ziehe ich allein los. Die Sonne scheint und es ist nochmal ein richtig schöner Nachmittag in Tirana.
Ich kaufe mir irgendwo was traditionelles auf die Hand, wundere mich über betende Männer VOR einer Moschee, und beobachte in einer Grünanalage essend das Treiben um mich herum, bis mir zu kalt wird.
Zwei Straßenhunden, die auf dem breiten Bürgersteig die Sonne genießen, wünsche ich, dass kein Tierschützer bzw keine Tierschützerin vorbeikommt und sie in eine Wohnung nach Deutschland oder Frankreich rettet.
Tschüss Albanien.
Du warst ganz anders als erwartet. An manchen Orten zu touristisch für mich. Ich weiß nicht, ob ich wieder komme. Wenn, dann sicher besser vorbereitet und mit nicht so hochgeschraubten Erwartungen. Ich würde ja gern noch den Skadarsee von dieser Seite aus sehen. Und den Süden. Vielleicht verbinde ich das ja mal mit eine Reise nach Nordmazedonien. Aber erst, wenn ich wieder mit dem Zug durch Serbien fahren kann. Fliegen ist echt nicht meins.
In Tirana am Flughafen arbeiten noch echte Menschen, bei denen eins sein Gepäck aufgeben kann.
Und Berlin?
Empfängt uns so, wie es uns verabschiedet hat. Wegen irgendwas fährt kein Zug.
Über Umwege und mit langen Wartezeiten komme ich doch nach Hause. Ist ja zum Glück Sonnabend. Da fährt der letzte Bus von Dessau in die Ministadt an der Elbe 0:32 Uhr.
Letzte Fotos von Albanien. Drauf klicken = alles sehen
Frühstücksraum im BurghotelTerrasseNochmal die KircheBlick auf KrujaBlick auf KrujaBlick von der OberburgBlick von der OberburgHeute gute SichtTschüss MiezeTerrasse am HotelSkanderbergdenkmal in KrujaDas muss aus Hodschas Zeiten stammenGebet vor der MoscheeBlick vom Hotelfenster in TiranaDie Sonne genießen in Tirana
Frühstück wird eine Treppe höher serviert, in einem orientalisch anmutenden Raum. Hier kann eins sicher auch abends sitzen.
Ich mache mich nach dem Essen auf den Weg in die Stadt und will einen Geldautomaten suchen. Denn das mit dem Basar, das haben wir nicht eingeplant.
Während die Freundin also noch bissl daddelt, schmeiße ich mich in die Regensachen, darunter Winterleggins, Wintershirt, Winterpullover und die Fleecejacke. Ich setze die Mütze auf, nicht das Cap, schlinge mit ein Tuch um den Hals und, nein, die Handschuhe stecke ich ein. Wir wollen ja nicht übertreiben.
Die Burg ist hübsch saniert. Mit Kopfsteinpflaster auf den Wegen und Plätzen. Das ist hübsch rutschig.
Besonders hübsch wird es, wenn frau die Burg verlässt. Denn nun geht es auch noch recht steil bergab. Ich klammere mich an Handlauf und Zäune.
Unten ist erstmal ein großer Platz. Den kennen wir von gestern. Da waren wir im Restaurant. Hier gibts einen Geldautomaten, schön zentral in der Mitte. Natürlich ATM.
Ich schlittere in eins der Geschäfte, dass schon geöffnet hat und gucke mal, was es so gibt und wie die Preise sind.
Es gibt ganz viel aus Olivenholz. Es gibt nämlich auch ganz viel Olivenhaine rings um Kruja. Das ist auch hübsch. Aber ich brauche erstmal Geld und schlittere weiter.
Der Basar ist eine Straße, die zur Burg hinauf führt. Ich muss also hinab. Auf rutschigem Kopfsteinpflaster. Die meisten Läden links und rechts, in denen Souvenirs, Kleidung, Antiqitäten und Schmuck angeboten werden, haben noch geschlossen. So ist die Straße noch leer und ich kann mich auf mich konzentrieren und ein paar nette Kleinigkeiten entdecken, die mir im Gewimmel eines Marktes kaum aufgefallen wären. (Achten Sie auf das Foto mit der Treppe zu einer Tür. Das ist auch ein Laden)
Kruja war übrigens die erste Hauptstadt Albaniens. Also vor langer Zeit und auch nicht lang. Genaugenommen von 1190 , als das Fürstentum Albanien gegründet wurde, bis 1415, als die Osmanen die Stadt eroberten. Kurze Zeit später eroberte Skanderberg Stadt und Festung und verteidigte von hier aus Albanien recht erfolgreich gegen die Eindringlinge. Nach Skanderbergs Tod fiel die Stadt dann aber zurück in osmanische Hand und blieb es die nächsten 400 Jahre auch.
Ich finde einen Geldautomaten einer albanischen Bank, der akzeptiert meine Karten nicht. Auch der nächste nicht. Schließlich gebe ich mich geschlagen und bezahle am ATM 28% Gebühren. Achtundzwanzig Prozent!
Als ich zurück zur Burg laufe, sind schon die ersten Reisegruppen ausgeschüttet worden und schlittern mit mir über den Basar.
Wir müssen jetzt bitte erstmal eine Post finden. Wir haben nämlich jede drei Postkarten aber nur je eine Briefmarke. Ich gebe die Adresse in die offline Karte ein und los gehts.
Wir kommen durch sehr nette und weniger nette Ecken. Die Post finden wir nicht. Obwohl wir laut Plan vor ihr stehen.
Gucken wir eben, wo die Busse bzw Furgons nach Tirana fahren.
Und huch, da ist ja die Post. Der Eingang ist einfach auf den anderen Seite, eine Etage höher und wir finden ihn auch nur, weil da ein Briefkasten hängt. Es gibt sogar Briefmarken. In der Post.
Dann wird geshoppt und gegessen. Das gute an Rucksackreisen ist ja, dass frau nicht so viel shoppen kann, wie sie möchte. Na jedenfalls habe ich jetzt ein paar nützliche Dinge für die Katzenbetreuerinnen und für mich drei neue Küchen Utensilien. Natürlich aus Olivenholz.
Das Wetter wird derweil immer schlechter und sagt eigentlich: Ab ins Museum. Doch das Skanderbergmuseum auf der Burg ist so voll (da hatten wohl andere den gleichen Gedanken wie wir), dass wir ins ethnographische Museum, auch auf der Burg, ausweichen.
Das Museum ist in einem alten, 1764 errichteten Herrenhaus eingerichtet. Im Erdgeschoss kann mensch Wirtschaftsräume, Stallungen, Ölpresse und Schnapsbrennerei besichtigen (Ich frage mich in solchen Museen immer, wann die Leute auf die Idee gekommen sind, Alkohol zu verdammen. Was ja ok wäre. Nur warum streiten sie ab, dass das ehemals üblich war?)
Darüber, im 1. Stock, die Wohnräume im osmanischen Barock. Und von der Galerie des Festsaals aus konnten auch die Frauen dem Geschehen folgen, ohne gesehen zu werden.
Am spannendsten finde ich eigentlich die Fotos aus den 1920ern und 1930ern, die Menschen aus Nordalbanien zeigen.
Wir gehen wieder außerhalb der Burg, sehr lecker, essen und danach erkunde ich vor allem die Oberburg noch allein. Es regnet nämlich gerade nicht. Erst umrunde ich das Skanderbergmuseum in der Mittelburg. Das das heutige Bild der Burg beherrschende Museum wurde erst 1982 erbaut. Allerdings ließen sich Pirro Vaso und die Tochter Envar Hotschas Pranvera Hotscha von alten Stichen und Beschreibungen des ehemaligen Skanderbergschen Palais inspirieren. Gut, dass wir nicht drin waren, denn wie wir später lesen, ist das eher kein Museum, sondern eine Gedenkstätte für den Nationalhelden. Es ist eher eine Lehrschau über die Geschichte von den Illyrern bis Skanderberg. Es gibt kaum Originale, dafür monumentale Wandbilder, Mosaike und Plastiken aus der Hotscha Äre.
Grusel.
Ich steige irgendwo über eine Absperrung und bin auf der Oberburg. Vorbei an unserer Unterkunft geht es hinauf zur Burgmauer und einer alten Kirche, die beim letzten Erdbeben 2019 stark beschädigt und irgendwie noch nicht repariert wurde. Es soll hier auch einen alten Uhrturm geben, von dem aus zu Skanderbergs Zeiten mittels Feuer Nachrichten an benachbarte Festungen geschickt wurden. Ich finde keinen Uhrturm.
Und dann fängt es wieder an zu regnen und es ist Zeit, die Unterkunft aufzusuchen. Der Freundin von meinen Entdeckungen erzählen, Lesen und und ein bisschen im Internet surfen. Denn hier gibt es keinen Stromausfall.
Heute gibts paar mehr Bilder. Und wer draufklickt, kann alles sehen.
Lecker Frühstück, auf Olivenholz serviertBlick zur Unterburg, die noch bewohnt istUnsere Unterkunftnoch ist der Basar leerSo kann eins ne Treppe auch abstützenBlick zur Burg mit beschädigter KircheKrujaBusse haben die ersten Touristengruppen ausgespucktUnten das alte Brunnenhäuschenwohnen unterhalb der BurgSuchen Sie auch die Post?Auch die Stadt ist nicht gerade flachShoppenshoppenethnographisches MuseumEin Herrenhaus der ToptaninsLagerräumeModell des Museums bzw Herrenhauses1920- 1930erKücheÖlmühleSchnapsbrennereiSkanderbergmuseum, Hammam und Ruinen der TekkeBlick auf Burgweg und BasarMoschee und Tekke (Versammlungshaus) und WohnhäuserMuseum und HammamBlick auf Krujaöstliche BurgmauerBlick von der BurgKrujaDer höchste Parkplatz der BurgKirche, 15. Jahrhundert, stark erdbebengeschädigt
Unser nächstes Ziel ist Kruja. Von der dortigen Burg organisierte Skanderberg den Widerstand gegen die Osmanen. Die Burg gilt den Albaner’*innen als Heiligtum.
Genau auf dieser Burg haben wir eine Übernachtung gebucht.
Aber erst mal müssen wir dahin kommen.
Da wir aus dem Alpinehouse bis 10:00 Uhr auschecken müssen, laufen wir nach dem Frühstück die wenigen Meter zu den Bussen und nehmen das erste Furgon nach Skodra.
Dort werden wir vier Stunden Aufenthalt haben, denn der Minibus nach Kruja fährt erst 16:00. Wir werden die Zeit in der Fußgängerzone tot schlagen und ich freue mich drauf, denn heute ist der letzte sonnige Tag. Ab morgen soll es regnen und in Theth sogar schneien. Angesichts der engen kurvigen Straße bin ich recht froh, dass wir das Tal heute verlassen. Und während wir uns den Pass hochschrauben und wieder runter und hoch, freue ich mich immer mehr, hier nicht bei Schnee in einem kleinen Bus zu sitzen.
Der Fahrer des Furgon schmeißt uns irgendwo im Zentrum Skodras raus.
Bevor wir in die Fußgängerzone wackeln, wollen wir herausfinden, wo unser Minibus nach Kruja fahren wird. Das ist ein bisschen schwierig. Und natürlich erzählen uns die Busfahrer, dass wir erst nach Tirana müssten und von dort weiter nach Kruja. Das ist ja Quatsch.
Wir setzen uns erst mal in ein Café und trinken, naja, Kaffee.
Die Freundin wird sichtlich nervös. Ich will nicht Schuld sein, wenn wir hier nicht wegkommen und so nehmen wir den Bus nach Tirana. Es ist ein richtiger, ein großer Bus, und die Fahrt furchtbar. Im Bus stinkt es, es ist stickig warm und auf den letzten 30 km geht im Prinzip nichts mehr. Dabei fahren bzw stauen wir uns an Kruja vorbei.
Als wir den Bus Terminal erreichen, sehen wir den Furgon nach Kruja gerade abfahren.
Eine Stunde Zeit. Der Bus Terminal North South hat keine Toilette. Und auch keinen Imbiss, Kaffee oder so was. Dafür liegt er an einer sehr befahrenen Straße, die es zu überqueren gilt, um sehr „gemütlich“ die Wartezeit in einer Café Bar zu verbringen. Wir sind hier in Albanien allerdings zu der Erkenntnis gelangt, dass der Einheimische gern in Café Bars am Rande lauter, zugestopfter Straßen sitzt. Die Einheimische auch. Keine Ahnung, warum das so ist.
Wir jedenfalls sind die ersten am Furgon und warten nun, dass es losgehen möge. Fliegende Händler bieten Wasser, Bananen und Äpfel an.
Wir wollen nur nach Kruja.
Der Stau reicht im Prinzip bis Fushe Kruja, das ist sozusagen Neu-Kruja.
Und der Fahrer sammelt alle ein, die an der Straße stehen und winken. Irgendwann ist der Minibus so voll, dass ich nicht mal mehr richtig sitzen kann.
Nein, über Tirana nach Kruja zu fahren, war die dümmste Entscheidung, die wir in diesem Urlaub getroffen haben.
In Fushe Kruja steigen die meisten aus. Aber durch das ständige Angehalte hat der Fahrer viel Zeit eingebüßt und will die jetzt offenbar aufholen. Nach Kruja hinauf geht es in engen, unübersichtlichen Serpentinen.
Ich verlasse mich immer auf die einheimischen Fahrer. Die kennen die Strecken und Gefahren und wollen irgendwie auch leben, denke ich mir. Aber dieser hier hat den Schuss nicht gehört.
Und dann hält er nicht mal an der Haltestelle, sonder schmeißt uns irgendwo raus. Da nützt mir meine sorgfältig offline gespeicherte Route nun gar nichts. Wir stehen irgendwo in Kruja, fernab der Burg und wurschteln uns durch.
Am Aufweg zur Burg liegt der Basar, der schon zu sozialistischen Zeiten restauriert und rekonstruiert wurde und auf dem es bis zur Wende sogar noch Handwerker wie Uhrmacher und Schuster gegeben haben soll. Als wir auf diesem Basar stehen, wissen wir, dass wir richtig sind. Der Burgberg oberhalb der Altstadt ragt als Felsensporn aus dem Gebirge. Bei gutem Wetter hat mensch hier gerantiert phantastische Sicht.
Wir aber müssen unsere Herberge finden, die auch noch fast am höchsten Punkt der Burg ist.
Natürlich können wir auch hier, wie überall bis jetzt, nicht mit Karte zahlen. Na da hoffen wir mal, dass es hier im Ort nicht nur ATM Automaten gibt. Zwar haben wir eigentlich genug Bares, aber der Basar…
Die Unterkunft ist also Teil der Burg. Mit einer schönen Terrasse und einem Restaurant.
Allerdings wurde das Haus neu gebaut, nach Fotografien des früher hier stehenden Eckpavillon des Konak des türkischen Landrates
Leider ist das Zimmer eine Enttäuschung. Wir haben extra ein Zimmer mit ZWEI Betten gebucht, nun finden wir uns in einem Zimmer mit einem französischen Bett, ca 140cm breit, wieder. Natürlich gibt es nur ein Bettlaken, was ja hier als Zudecke gilt. Wir holen uns ein zweites. Bettlaken meine ich. Im Vorraum wird das Kabel für den Router durch das Fenster geführt, weswegen sich dieses nicht schließen lässt. Dabei ist alles hübsch eingerichtet und es wurde versucht, den orientalischen Stil zu kopieren.
Na egal, wir laufen wieder Richtung Basar und essen im ersten Restaurant, das wir finden. Hier können wir sogar mit Karte bezahlen.
7 Stunden hat die Fahrt gedauert. Ok, die Strecke Theth – Skodra beanspruchte schon 2 Stunden (diesmal gabs keine Stopps an Bistros oder so), aber von Skodra nach Kruja dauert es gewöhnlich nur 1,5 Stunden. Ein verschenkter Tag.
Ein paar wenige Fotos. Wer sie komplett sehen will, klickt drau
Abschied von ThethEin letzter BlickKennen wir ja schonUnterkunft auf der BurgUnterkunft auf der BurgRuine der Moschee
Der Tag beginnt, wie könnte es anders sein, mit Stromausfall.
Zum Glück habe ich die heutige Wanderroute schon offline auf dem Smartphone. Es soll ein sonniger Tag werden und so machen wir uns nach dem Frühstück auf Richtung Pejes-Pass.
Nicht dass wir auf den Pass wollen. Das wäre zu weit, zumal wir ja wieder zurück müssen. Nein, unser Ziel sind die sogenannten Steilen Klippen von Theth.
Es geht sehr gemütlich auf einem breiten Wanderweg raus aus der Siedlung. Wir kommen an einigen Hotels vorbei und an Baustellen. Da wir im Tal bleiben, ist das alles wirklich eher ein Spaziergang.
Trotzdem treffen wir kaum Menschen, je weiter wir uns vom „Zentrum “ entfernen.
Es geht durch Karstlandschaft und Wald und irgendwo stehen wir plötzlich vor drei Bunkern. Einer, scheints, wird von Wanderern als Unterkunft genutzt. Na das ist doch mal eine sinnvolle Verwendung.
Im Grunde wandern wir immer entlang der Shala, doch nach den Bunkern geht es rechts in den Wald und wir müssen einen kleinen Zufluss überqueren. Wald ist ob der unerwarteten Sonneneinstrahlung sehr willkommen.
Dafür wirds jetzt wieder mit der Wegfindung schwieriger. Aber so lange wir in die richtige Richtung laufen…
Wir erreichen die kleine Kaffeebar Kroni. Ein alter Mann bewirtschaftet das kleine Lokal und wir fragen uns, ob er im Sommer auch manchmal hier schläft. Es gibt Snacks und Kaffee („nur Türkisch“) und die üblichen Getränke. Und eine Toilette. Weil die aber kein Licht hat, muss ich bei offener Tür und habe einen genialen Ausblick.
Hier steht auch ein Jeep und das ist ein Taxi. Wenn also wer keine Lust hat, zur Siedlung zu laufen, schließt der alte Herr die Wirtschaft und betätigt sich als Taxifahrer. Es soll hier irgendwo auch einen Camping geben, aber wer weiß wie alt die Info ist.
Wir machen also eine schöne Pause und lassen uns die Sonne auf die Hüte scheinen, dann geht es steil bergan weiter durch Wald und freie Wegwahl zu den Steilen Klippen von Theth.
Ich bin mir nicht sicher, ob wir sie gefunden haben. Ab einem bestimmten Punkt geht es überall so steil herauf, dass nun eher alpines Können gefragt ist. Wie eine Wand erheben sich die Berge aus dem Tal. Wir treffen ein paar wenige Menschen, die vom Pass kommen. Solche, die mit Gepäck offensichtlich auf dem Weitwanderweg unterwegs sind, und solche, die als Tagesausflügler zum Pass sind. Letztere natürlich sehr junge, sehr sportliche Menschen in leichter Laufkleidung, nur mit einer Trinkflasche bewaffnet. Aus dem Alter sind wir zum Glück raus.
Wir drehen um und versuchen, nicht exakt den Weg, den wir gekommen sind, zurück zu gehen. Was ab einem gewissen Punkt natürlich nicht möglich ist.
Den Abstecher nach Okol sparen wir uns, was im Nachhinein betrachtet ganz schön dumm ist, denn wir wären auf noch einen Bunker getroffen, der sogar als Denkmal eingetragen ist. Aber das sehen wir erst später.
Wir suchen, zurück in Theth, verzweifelt dieses Restaurant über dem Fluss, in dem wir am ersten Tag waren. Wir wollen dort unbedingt zu Abend essen und Cocktails schlürfen. Das sah alles so lecker aus und war so gemütlich.
Wir finden es nicht. Wir suchen 1,5 Stunden und finden es nicht.
Wir schleppen uns mit letzter Kraft in ein Restaurant in der Nähe unserer Unterkunft. Natürlich ist Stromausfall. Niemand stellt uns ne Kerze oder so auf den Tisch. Zum Glück kommt das Essen erst, als es wieder hell ist.
An diesem Abend fallen wir völlig erschöpft in unsere Betten. Da stören auch keine Dieselgeneratoren unseren Schlaf.
Für die Bilder gilt wie immer: Drauf klicken und alles sehen
ein gemütlicher WanderwegBujtina ist eine traditionelle, ländliche UnterkunftBar Café KroniDie steilen Klippen von Theth?