Zum heutigen Me Made Mittwoch habe ich nicht viel zu sagen, nur, daß mir McCall`s 6833 vom letzten Mal so gut gefallen hat, daß noch eine Sommerkleidvariante her mußte.
Der Baumwollstoff war ein echtes Schnäppchen von Karstadt (Ich glaube, 2 Euro pro Meter?). Gefüttert ist das Kleid mit Baumwollbatist und natürlich hat es auch dieses Mal einen kleinen Tüllunterrock.

Voilà!

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Zurück zum MMM!

Me Made Mittwoch: Ein Spitzenkleid!

Veröffentlicht: 29. April 2015 in Uncategorized
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Anläßlich meiner letzten Kleiderschank-Expedition mußte ich feststellen, daß ich *Trommelwirbel* viel zu viele Abend- und Cocktailkleider besitze, die ich kaum getragen habe. Geholfen hat mir das allerdings auch nicht, denn ich hatte beim Anblick von McCall`s 6833 und dieser wunderschönen petrolblauen Spitze sofort ein weiteres Cocktailkleid auf dem Schirm. Und das zeige ich hier und jetzt:

 

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Abgesehen von den Unmengen an Stofflagen, die ich zu koordinieren hatte, erfordert das Kleid eigentlich keine besonderen Talente. Eine kleine aber wichtige Anmerkung zum Oberteil würde ich gerne trotzdem geben. Wer verhindern möchte, daß die Brustabnäher eine, sagen wir mal frech-aufmüpfige Silhouette formen, ist mit gebogenen Abnähern gut bedient. Auf der nächsten Party wollte ich nun nicht gerade jemanden unabsichtlich aufschlitzen.
Zu den Stofflagen: Die Spitze ist mit ebenfalls petrolblauem Chiffon unterlegt. Da die Konstruktion immer noch leicht durchsichtig war, habe ich das Oberteil mit türkisfarbenem Baumwollvoile gefüttert. Damit der Farbschimmer am Rock der gleiche wie am Oberteil war, mußte ich den Rock einmal mit der Baumwolle und einmal mit strumpfhosenfreundlichem Acetat füttern. Am Baumwollunterrock reiht sich ein Streifen Taft ein, für Volumen und so.

Jetzt fehlt mir nur noch ein Event!

Auf zu den anderen Projekten des MMM ->

Vor knapp einem Jahr berichtete ich schon einmal hier von der halbjährlichen Wanderung meiner Sommer bzw. Winterkleidung zwischen Kleiderschrank und diversen Kisten.

Bis vor Kurzem knüddelten sich meine Winterklamotten in drei Sorteras von IKEA, die eigentlich elaborierte Mülleimer sind und auch mindestens genauso schön aussehen. Nicht nur belastete das Design mein Auge, nein, auch paßte in diese Boxen (ich hatte schon die größere Variante) einfach nicht genug rein. Ich brauchte eine andere Lösung. Meine Gedanken kreisten immer wieder um die beiden Frakta Taschen auf unserem Speicher, die ich einmal für Flohmarkt Artikel gekauft hatte, die ich aber nicht auf unseren Schlafzimmerschrank stellen wollte, da sie zwar stabil, groß, staubdicht und praktisch sind, aber leider auch potthäßlich. (Wer die Taschen noch nicht gesehen hat, schaut hier.)

Mehrere schlaflose Nächte und ein paar Kaffees später war es dann soweit: Frakta würden in unser Schlafzimmer Einzug halten und zwar in einem hübschen Bezug! Dieser sollte auf jeden Fall waschbar sein und katzenfest, da es Karl Kater beliebt, auf dem Schrank zu nächtigen. Der Bezug sollte also definitiv leicht zu enthaaren sein und nicht direkt unter der ersten Kralle das Zeitliche segnen. Der Stoff meiner Wahl war Emmie Ros (ebenfalls IKEA). Dieser ist hell, freundlich, paßt farblich zu unserer übrigen Schlafzimmereinrichtung und ist ziemlich robust.
Von der Konstruktion her ähnelt die Frakta-Hülle einer Überschlagtasche, die mit Klettband längs der linken und rechten Außenseite verschlossen wird.

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Bis jetzt bin ich sehr zufrieden mit dieser Lösung 🙂 Falls sonst noch jemand findet, daß es sich um eine gute Idee handelt, kann ich gerne eine kurze Anleitung nachreichen. Es ging jedenfalls ziemlich fix und war kostentechnisch gut zu verkraften.

Die Sommersachen liegen parat, jetzt muß nur noch das Wetter nachrücken!

MeMadeMittwoch – Heute: Das Aquarellkleid

Veröffentlicht: 1. April 2015 in Uncategorized
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Heute zeige ich ganz schnell ein – wie sollte es auch anders sein – ein grüngemustertes Jerseykleid, das mich an ein Projekt aus meinem damaligen Kunstunterricht erinnert. Das ging mal Ratzfatz! Der Stoff fiel mir schon vor Monaten in die Hände, und auch das Schnittmuster spukte schon länger durch meinen Kopf. Es handelt sich um Burda 109 aus dem Heft 02/2013. Der Schnitt ist im Prinzip ein asymmetrisches Shirt mit interessantem Ausschnittdetail plus ein angenähtes Röckchen. Wieso ich bisher nur eins davon genäht habe, ist mir schleierhaft. Vermutlich war ich zu sehr mit feinen Schößchenkleidern und – Teaser!- luftigen Kleidern mit Tüllunterrock beschäftigt 🙂

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Me Made Mittwoch: Piekfeines Kleid mit Schößchen

Veröffentlicht: 18. Februar 2015 in Uncategorized
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Dieses Mal gibt es das Peplumkleid, für das ich das China Peplumtop genäht habe, für das ich das IKEA Bomull Probestück genäht habe. Alles klar?

Wie der geneigte Leser unschwer erkennen kann, habe ich einen unglaublichen Kleiderfimmel. Ein weiterer Fimmel ist die Farbe grün. Und seit neustem auch noch Schößchen. Die sind so spießig und altbacken und irgendwie Schickimicki, daß ich fast nur noch das Schößchen haben will – und sonst nix! Am besten noch in der Farbe Puder, mit kurzen Lederhandschühchen und sauteuren, hellen Lederpumps. Meine einzigen beiden Wermutstropfen sind, daß ich im Alltag Schwierigkeiten habe, meine Tussiklamotten auszuführen, ohne für vollkommen etepetete gehalten zu werden. Und dann gestaltet sich die Suche nach geeigneten Kostümstoffen auch nicht immer einfach. In Stoffläden gibt es nämlich zumindest bei uns, ungefähr diese Kategorien: Baumwolle/ Patchworkstoffe, Fleece, Jerseys (zu 90% aus Polyester oder mit (Sorry!) Rentnerinnenprint), Jeans- und Hosenstoffe in gedeckten Farben, gekochte Wolle und Wollfilz, Dekostoffe, Karnevalsstoffe, Futterstoffe und High-Society-Stoffe für 39,95 Euro pro Meter. Ihr merkt schon, woraus soll Schnitte des Todes ihre bunten Schickimicki-Kleider nähen, wenn sie sich finanziell nicht schon vor Weihnachten total verausgaben will?

Ich finde es unheimlich schwierig, angenehm tragbare und nicht total überteuerte Stoffe für etwas feinere Kleider zu finden. Die üblichen Anzugs- und Kostümstoffe sind meistens in grau oder schwarz. Baumwolle ist nun mal nicht für alles geeignet. Am schönsten und preislich noch im Rahmen sind eigentlich Mischgewebe, oft mit Viskose oder auch Wolle, Polyester und Baumwolle gemischt. Manchmal ist auch fester Romanitjersey geeignet. Stimmen all diese Kriterien, dann ist die Farbauswahl eher klein. In diesem Fall ist es mir aber gelungen, einen absolut tollen, weichen Hosenstoff zu ergattern. Der ist so schön, aber es gab ihn leider nicht mehr in anderen Farben, sonst hätte ich mich damit eingedeckt.

Nachdem ich das Top schon einmal komplett genäht hatte, war die einzige Spezialität der Rockschlitz mit Futterrock. Burda macht einem das Leben aber auch nicht gerade einfach, so daß ich mich im Internet schlaugemacht habe, wie man so einen Schlitz mit Futter näht. Hier der Link. Und so sieht es aus, wenn man das Werk vollendet:

 

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Zurück zu den anderen Kreationen am MeMadeMittwoch!

 

 

Einer meiner letzten Streifzüge durch die Weiten des Internets bescherte mir schon wieder den Wunsch nach einem neuen Schnittmuster, etwas das ich so noch überhaupt nicht besitze: Ein Peplumtop-rock-kleid. Soll heißen, Burda 6977 beinhaltet einen Schnitt für diverse Kleidungsstücke mit Peplum (Schößchen). Besonders hatten es mir Oberteil und Kleid angetan. Genauer betrachtet ist aber auch der Rock nicht schlecht, weshalb das Schnittmuster für mich eine komplett lohnenswerte Anschaffung war, was man leider nicht von allen Schnittmustern behaupten kann, die ich jemals angeschafft habe.

Mir fällt gerade ein, daß ich eine Hall of Shame der Schnittmuster einführen könnte, die an mir nie funktioniert haben. Zurück aber zum Peplumtop. Nachdem ich ein ziemlich halbherziges Probemodell aus IKEA (in Bloggerkreisen auch „Möbelschwede“ genannt) Bomull heruntergeschnoddert hatte, wagte ich mich an das Reststück schwarze Chinaseide, das ich für sechs Euro fümmenneunzich vom Grabbeltisch mitgenommen hatte und schmiedete daraus ein nettes Top.

Obwohl der Schnitt eigentlich ziemlich simpel ist, habe ich unheimlich viel Zeit für die Ärmelausschnitte benötigt. Dort wird nämlich Schrägband aufgenäht , welches umgeschlagen und innen unsichtbar von Hand am Futter festgenäht wird. Eigentlich stellt man dieses Schrägband nach Anleitung aus dem Oberstoff her, aber der war mir einfach zu dick und zu franselig. Deshalb besorgte ich mir stattdessen Schrägband. Die Verkäuferin im Nähgeschäft wies mich darauf hin, daß man Baumwohllschrägband vorm Vernähen waschen sollte, da es einlaufen könne.

Nun meine Preisfrage an die Nähexperten: Wenn ich das Schrägband vorm Nähen erstmal waschen muß, wozu ist es dann so hübsch vorgebügelt? Zum Glück mußte ich das schwarze Schrägband nicht vorwaschen, da es sich um einen Materialmix mit Polyester handelt. Für mein nächstes Projekt *Teaser* HABE ich das Band aber von Hand vorgewaschen, und es hat natürlich nicht nur die Form verloren, sondern zudem noch gefranst wie ein junger Flokati. Was nun, waschen oder nicht? Oder heiß dampfbügeln? Ich habe es, wie gesagt, gewaschen und anschließend absolutely not amused zurechtgebügelt, wobei ich mir sämtliche Daumen und Zeigefinger verkokelt habe.

Abermals zurück zum Peplumtop! Der größte Zeitaufwand besteht bei allen Peplumschnittmustern darin – wer hätte es gedacht- das Peplum ordentlich zu nähen, bzw. nach dem Annähen des Futterstoffs die Kurve unten gleichmäßig rund zu bekommen, ohne daß der Futterstoff rauslugt. Hat soweit geklappt. Die nächste Hürde sind dann die Ärmelausschnitte mit dem Schrägband des Verderbens und das größtenteils handeingenähte Futter der Hölle. Und so sieht das dramatische Kleidungsstück aus:

 

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MeMadeMittwoch: Blümchenkleid im Herbst

Veröffentlicht: 15. Oktober 2014 in Uncategorized
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Seit Längerem ist klar: Ich bin Wiederholungstäterin! Richtig tolle Schnittmuster, die gut aussehen und flott zu nähen sind, muß ich einfach zweimal nähen. Und deshalb gibt es heute zum zweiten Mal Lekala 4325, das ich hier schon einmal vorgestellt habe. Wir erinnern uns: Damals hatte ich den gleichen Stoff zweimal gekauft, das erste Mal in mintgrün, das zweite Mal in hellblau, nun gibt es das gleiche Kleid einmal in hellblau und einmal mit Blümchenmuster.

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Als ich den angenehm weichen, mittelschweren Baumwollstretch bei Karstadt fand, war es noch warm, eventuell Ende Juli oder Anfang August, und das Blumenmuster kam mir farblich schon etwas herbstlich vor, mit dem dunklen Grün und den warmen rot-orangenen Blümchen. Mir fielen sofort meine smaragdgrünen Stiefel ein, die ich bisher noch nicht getragen hatte, da ich sie knapp vor Sommerbeginn erst im Duoboots-Ausverkauf ergattern konnte. Der Stoff kam mit, Stoffkaufembargo hin oder her.
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Obwohl der Blümchenbaumwollstoff deutlich weniger stretchig ist als der hellblaue Jacquard, mußte ich dennoch Weite am unteren Rücken entfernen. Für die Brustweite war der Stoff dann nicht stretchig genug, so daß ich dort die Nahtzugaben herauslassen mußte. Immerhin hat das gute Stück so viele Schnitteile (vorne drei, hinten vier), daß es genug Stoff gibt, um das Kleid zu erweitern.
Es ist wirklich flott genäht und trotz des figurbetonteren Schnitts so bequem, daß ich es nur weiterempfehlen kann 🙂

 

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Und hier gibt es noch viel mehr schöne Kleider, Hosen und Sonstiges 😉

Manche lieben sie – viele hassen sie: Mit Grauen erinnern sich vielleicht gerade viele Kinder der 70er Jahre an Cordhosen. Ob ich Cordhosen mag, weil ich ein 80er Kind bin oder weil mein Modegeschmack unter aller Kanone ist, vermag ich so nicht zu sagen. Ich finde, sie haben einen eigenen rustikalen Charme, sind bequem und angenehm zur Haut, im Gegensatz z.B. zu Wollhosen oder Futterstoff quasi popozart und halten – nicht so wie dünne und schicke Polyesteranzuhosen – im Winter noch schön warm. An einen schönen Rock reicht eh keine Hose ran. Nachdem mein erstes Erlebnis mit Burda 7738 hier schon mal gut geklappt hatte, war nach meinem Fund des rot-braun-terracottafarbenen Stretchcords die Sache geritzt. Eigentlich wollte ich ja eine schwarze Cordschlaghose, aber die kommt bestimmt auch demnächst noch.
Was das Größenkontinuum von Burda 7738 angeht, bin ich jetzt angekommen bei: Jeans mit Stretch ohne Bequemlichkeitszugabe (= eine Größe kleiner) nähen, Cord mit Stretch mit negativer Bequemlichkeitszugabe (= zwei Größen kleiner) nähen. Fehlt nur noch eine Hose ohne Elasthan (= die dann nach der empfohlenen Größe nähen), doch dafür muß ich erst noch mal den Schnitt neu zusammenkleben und (diesmal!) auf Folie kopieren, statt ihn schon wieder zu zerschneiden…
Wie schon beim Jeansmodell habe ich den Bund 4 cm abgesenkt, Jeans und Cordhosen mag ich im Alltagsgebrauch eher auf der Hüfte, sonst krieg ich bei meinem Bürojob spätestens nach Besuch der Kantine Beklemmungen. Übrigens, falls Ihr es noch nicht wußtet (oder einfach nach dem Essen nicht so eine Plauze habt wie ich), breitere (Stretch-)gürtel sind super, wenn man taillenbetonte Tellerröcke trägt und beim Mittagessen zu tief in die Bolognese gelangt hat: Reißverschluß ein Stück auf, Gürtel darüber ein Loch weiter, schon klappt`s wieder mit der Bauchatmung.
Und nun specktakuläre Fotos (mehr hier):

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Ob draußen die Blätter goldener werden oder die Schwimmbadsaison eröffnet wird, dem Schuhmädchen in mir gelüstet es quasi permanent nach neuer Fußbekleidung. Es ist schon fast egal, ob es Sandaletten oder Pumps sind, nur Stiefel sind noch schöner. Und die brauche ich hin und wieder wie manch einer einen schönen, fetten BigMac.

So begab ich mich kürzlich in die hiesigen Schuhgeschäfte, um meiner Sammlung einen hoffentlich erstklassigen Neuzugang zu gewähren. Das Geld saß theoretisch locker, die Krallen waren gewetzt und das Fleisch sowas von willig, aber es kam, wie ich es befürchtet hatte, denn: Schwarze Reitstiefel sind jetzt wieder immer noch in. Ich weiß ja nicht, ob es sich um ein provinzielles Problem handelt oder ob man in richtigen Großstädten mit >15 Schuhgeschäften eine bessere Auswahl hat, aber bei uns ist es so, wenn schwarze Reitstiefel in sind, sind schwarze Reitstiefel in. Kaum Braun, kein Rot, kein Blau, kein Grün, kein Beige, kein Garnix. Es ist ein bißchen schade, daß ich in meiner Schockstarre kein Foto gemacht habe, denn angesichts der 2m x 1,50m großen Schuhwand und der angepriesenen 50 Paar schwarzen Stiefel entfuhr mir ein hysterisches Kichern.

So oder so ähnlich darf man sich die Auswahl im Schuhgeschäft meines Vertrauens vorstellen

So oder so ähnlich darf man sich die Auswahl im Schuhgeschäft meines Vertrauens vorstellen

Auch die Rückseite des Regals war bis auf eine Handvoll bunter (dunkelbrauner und grauer) Stiefel ganz in Schwarz gehalten. Ich war SO (hier bitte Daumen und Zeigefinger einer Hand auf Staubkorngröße zusammenführen) kurz davor, der Verkäuferin dramatisch zuzuhauchen: „Ich kann mich bei DER Auswahl aber auch GAR nicht entscheiden!“. Bevor ich randalieren konnte, schob mich mein Gatte Richtung Ausgang. Der Schock saß tief, denn auch in den anderen Geschäften unserer kleinen Großstadt sah es ähnlich aus. Selbst für ein Vermögen gab es keinen einzigen „bunten“ Stiefel. Nicht einmal Beige und Hellgrau waren aufzuspüren.

Während ich mich auf der einen Seite glücklich wähnte, daß ich die endlosen Weiten des Internets noch vor mir hatte und einem dort theoretisch jederzeit alles vor die Füße fallen konnte, wuchs andererseits das Fragezeichen in meinem Kopf: Wenn jedes Schuhgeschäft fast ausschließlich schwarze Reiterstiefel anbietet, dann besitzt fast jede Frau, sofern sie dies nicht sowieso schon tut, ein paar schwarze Reitstiefel.Und vielleicht noch aus der letzten Saison ein paar schwarze Stiefel mit Absatz, die mal nicht aussehen wie Bibi auf dem Reiterhof. Und dann, wird sie dann ein drittes Paar schwarze Stiefel kaufen? Ich glaube nicht, Tim. Warum gibt es dann keine größere Farbauswahl? Wird farbiges Schuhwerk nicht gekauft (bei den Pumps sah es übrigens auch ziemlich mau aus) oder kauft die Kundschaft einfach das, was es gibt und beschwert sich nicht? Bin ich denn die einzige Irre, die findet, daß farbige Schuhe großartige Kombinationsteile sind?

Obwohl es nun nicht so ist, als würde es mir an farbigen Stiefeln extrem mangeln, so gibt es dennoch ein paar Farben, die ich sehr gerne seit geraumer Zeit in meine Sammlung aufnehmen würde. Am liebsten als kniehoher oder Overknee-Stiefel. Ich lechze nach: Hellbeige, Taupe, Olivgrün, Blau, Türkis und Sonnengelb oder Curry. Gerne mit 4-8 Zentimeter Absatz, flach oder highheelhoch muß es nun nicht sein. Gerne aus Leder/ Wildleder. Für kräftige Waden aber mit Reißverschluß zumindest im Knöchelbereich, denn sonst schlappe ich ganz unelegant herum. Was soll ich sagen? Es ist fast unmöglich sowas zu finden. Bei uns in der Provinz sowieso und anscheinend auch im Internet. Ich erinnere mich noch gut an meine jahrelangen Versuche, bei eBay rote Stiefel in Größe 41 aufzutreiben. Das Fazit: Es gibt ein deutlich größeres Angebot für Transvestiten auf der Suche nach geilen roten Lacklederoverknees als harmlose, alltagstaugliche Stiefel für Frauen mit Schuhfimmel. Es gibt sogar eine Webseite, auf der man sich Schuhe nach Wunsch designen lassen kann (http://www.selve.net), und wer sich ein Paar Stiefel für Minimum 750 Euro leisten kann, wird hier vermutlich gut bedient…

Wenn ich mir die kommende (und auch vergangene!) Wintermode ansehe, sollte mich die spartanische Auswahl an auffälligeren Schuhen eigentlich nicht mehr wundern. Sobald Herbst und Winter einkehren, wird es wahrlich düster in der deutschen Modelandschaft. Es gibt überhaupt keinen plausiblen Grund, warum man sich ausgerechnet dann, wenn es dunkel, kalt und naß wird, in grauschwarze Kleidung hüllen sollte. Im August war es schließlich auch kalt und naß, und wir konnten trotzdem neonfarbene Hotpants und quietschbunte Spaghettitops ergattern und im September ausführen, während wir Marzipankartoffeln und Lebkuchen von WALDI aßen. Die gab es da nämlich schon. Aber das ist ein völlig anderes Thema.

Hach ja, wenn wir nichts mehr zum Wünschen hätten, wären wir vermutlich sehr traurige Menschen. Oder buddhistische Mönche.

UPDATE: Onkel Z. sei dank –ich besitze taupefarbene Overknee-Stiefel! Mein Konto weint, die anderen Stiefel stänkern den Neuzugang an, und ich muß wieder eine Lücke für den Karton suchen, aber hey! Hier bitte das Gesicht einer glückselig-verklärt strahlenden Mittdreißigerin (knapp) vorstellen.

Obengenanntes Zitat hörte ich das erste Mal von meiner Deutschlehrerin. Es war vermutlich 1996, und unsere heimische Nähmaschine war dazu verdammt, Aufhänger aus Gummilitze an Frotteehandtücher aus den späten 70er Jahren anzunähen. An Nähen habe ich damals noch nicht wirklich gedacht, aber schon damals ging mir beim Sound der alten Pfaff so richtig einer ab. Wenn ich damals gewußt hätte, was mir noch blüht! Egal. Heute geht es weder um Orthographie noch um meinen Nähmaschinenfetisch, es geht um Papercuts Watsonjacket! Es handelt sich mal wieder um ein Schnittmuster, das mir auf der Suche nach etwas völlig anderem im Internet um die Ohren geflogen ist. Wie auf dem Foto ersichtlich, handelt es sich um ein normales Jackett mit integriertem Cape. Und da vor bestimmt einem knappen Jahr ein schöner Karowollstoff bei mir eingezogen ist, war die Sache klar: Ich bin ein Watson. Bevor man aber bei Papercut Schnittmustern zur Sache kommen kann, muß man erstmal richtig arbeiten. Nicht nur, daß man den Schnitt entweder abnehmen oder ausschneiden muß (ist ja normal), nein, auch die Anleitung will zusammengebastelt werden. Und wenn man Glück hat, hat man danach so ein ziehharmonikaähnliches Büchlein, das immer auseinanderblättert und nicht liegenbleibt, wie es soll, aber dafür unheimlich süß und niedlich aussieht, wenn man es gerade ausschneidet und gerade klebt und vielleicht noch mit Filzstift und Serviettentechnik verziert. Ich hätte gegen ein paar stinknormale DIN A4 Seiten auch nichts einzuwenden gehabt, aber man will ja nicht meckern. Also wenn dann die Bastelstunde beendet ist, kann man auch mal anfangen, sich den Schnitt genauer anzusehen, und da gibt es leider keine fertigen Kleidungsmaße, sondern nur eine Größentabelle, die jedoch vorsichtig zu genießen ist. Wenn man nicht gerade vorhat, unter das Watsonjacket noch ein-zwei Wollpullover anzuziehen, sollte man lieber eine Größe kleiner wählen als von der Größentabelle vorgeschlagen. Ich hatte mich, da ich zwischen S und M liege, für S entschieden und mußte noch über 12 cm an der Taille wegnehmen, damit ich nicht total versunken bin. Eigentlich hätte ich das ganze Teil in Größe XS nähen können, aber hinterher ist man immer schlauer.

Das Schnittmuster ist leider nicht sonderlich genau , und man muß schon ein bißchen herumprobieren, bis man kapiert, wie das Cape und die Jacke genau zusammenkommen. Neben einem Fehler in der Maßangabe (statt mm cm), fehlt leider auch eine Beschreibung, wie man die Jacke sinnvoll füttert, falls man eine ärmellose Variante (gezeigt auf der Papercutwebseite) machen möchte. Und jetzt komme ich endlich zum Titel meines Beitrags, denn ich konnte mich partout nicht entscheiden, ob ich eine Variante mit oder ohne Ärmel machen sollte. Zuerst habe ich einen Ärmel angenäht und wahlweise die beärmelte und unbeärmelte Version angeschaut. Dann habe ich mehrere Nächte über mein Elend gegrübelt. Anschließend habe ich den Ärmel wieder abgetrennt. Zwischenzeitlich kam mir die Idee, einen kurzen, also unter dem Cape unsichtbaren Ärmel anzunähen und den Restärmel per Reißverschluß oder Klettband bei Bedarf ankletten zu können, dann verwarf ich die Idee wieder. Obwohl ich eine relativ wärmende Jacke ohne Ärmel als modischen Unfug empfinde, reizte mich die Idee, zu dem Cape meine ellenbogenlangen Handschuhe tragen zu können ungemein. Ich besitze nämlich gleich drei Paar lange Handschuhe, die ich noch nie anhatte, da sie unter normal langen Mantelärmeln keinen Sinn machen. Meine letzte Entscheidung lag demnach bei kurzen Ärmeln, da sie so wenigstens noch ein bißchen mehr um die Schultern wärmen und ich das Fütterungsproblem nicht hatte. Falls sich diese Version als nicht alltagstauglich herausstellen sollte, besitze ich immer noch genu Reststoff, um lange Ärmel zu basteln. Luxusprobleme, alles dekadente Luxusprobleme.

Hier ist nun das Watsonjacket in seiner vollen Capepracht! Ach ja, Ich habe statt richtiger Knopflöcher Druckknöpfe angenäht und Zierknöpfe aus dunkelbraunem Holz angebracht. Meine Maschinenknopflöcher sind so fies, damit traue ich mich nicht in Wollstoffe.
Notiz an mich: Auch mal Fotos mit den langen Handschuhen machen!

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Auf geht`s, zurück zum MeMadeMittwoch!