Verfasst von: torenia | 22. Januar 2025

sechsstellig

Ich bin im Bildungszentrum, hab gerade Pause. Meine Tür ist offen.
Mein Unterrichtsraum ist gerade leer – bis auf mich. Ich sitze in direkter Achse zur offenen Tür. Quasi direkt daneben. Unübersehbar.

Es kommt ein Teilnehmer aus einem anderen Kurs telefonierend den Flur entlang. Sieht mich, hebt grüßend die Augenbrauen. Bleibt vor meiner Tür stehen.
Und telefoniert weiter:

„Schatz, mein Kontostand ist sechsstellig. Wir können uns das Auto kaufen. Ist egal, ob du mit Jogginghose dahin gehst. Wenn die blöd machen, gehen wir woanders hin und kaufen uns das Auto. Ich liebe dich. Tschüss.“

Wie schön dass er mich hat teilhaben lassen.

Verfasst von: torenia | 12. Januar 2025

TBL – ich bin so wütend!!!

Gerade zufällig gesehen: The Biggest Loser beginnt gerade wieder.

Ich muss gestehen, dass ich das vor etlichen Jahren häufig angeschaut habe. Nicht regelmäßig – aber häufig. Und immer habe ich die Menschen dort ein bisschen beneidet. Um ihre Chance. Und vor allen, wenn ich gesehen habe, wie sie sich dort „verwandeln“.
Das wollte ich auch so gerne. … Aber ohne die Peinlichkeit, mich im TV körperlich und seelisch „nackt“ zu machen…

Heute, mit allem, was ich mittlerweile weiss, macht es mich wütend.
Die Menschen werden dort verramscht.
Die Hoffnungen und Sehnsüchte der Menschen werden benutzt, um Quote zu machen.
Die Menschen werden vorgeführt und gequält.
Ja. Sie werden gequält. Denn diese Kilo-Besessenheit, das alltags-untaugliche Sportprogramm, das quasi nicht vorhandene Essen… all das führt doch zwangsläufig dazu, dass die Menschen im Alltag unter Garantie untergehen werden. Jojo-Effekt. In Null-Komma-Nix sind die Kilos wieder drauf.
Und das Aussortieren der Teilnehmer nach abgenommenen Kilos – was für ein Müll. Das Gewicht geht nicht kontinuierlich herunter. Das aktuelle Gewicht macht keine Aussage darüber, ob man „genug“ gemacht und „wenig genug“ gegessen hat.
Das ist einfach nur FALSCH.

Es tut mir unendlich leid, die Menschen dort zu sehen.
Und ihre Hoffnungen zu sehen.
Und zu wissen, dass das unter Garantie der falsche Weg ist. Der bei kaum einem zu einem dauerhaften Erfolg führt.

Adipositas ist eine Krankheit!!
Und Adipositas Grad 3, unter der ALLE dort leiden, ist chronisch und von selbst nicht heilbar.
Es ist eine unglaubliche Perversion, den Menschen vorzumachen, man müsse nur ein paar Wochen in einem Camp sein, unter Kontrolle diszipliniert sein, Sport machen, gesund essen (wobei: essen sieht man die Teilnehmer dort so gut wie nie) – und schwupps, fallen die Kilos.
Es ist abartig, so mit den Menschen zu spielen und sie vorzuführen.

Ich bin so wütend!!!

Verfasst von: torenia | 3. Januar 2025

erwachsen (2)

Ich habe also meinen Backofen gereinigt. Inklusive Backblech und Rost.
Einen ganzen Abend lang.
Mit einem üblen Backofenreiniger, pH14.

Ja, ich bin Chemikerin.
Ja, ich weiss um die Gefahren eines alkalischen Reinigers pH14.
Ja, ich habe Handschuhe getragen.
Ja, ich habe mich damit im Gesicht gekratzt.
Ja, ich habe jetzt eine brennende Stelle an der rechten Wange.
Und ja, ich habe auf meiner neue Jogginghose jetzt ein paar ausgebleichte Flecken, die bei der nächsten Wäsche vermutlich weg sein werden – inklusive des Stoffs.

Aber davon abgesehen…
Es ist einfach nervtötend, anstrengend und zeitraubend.
Den Backofen mit dem Reiniger behandeln, um endlich mal all die verkrusteten und schwarzen Stellen weg zu bekommen. Dann das ganze Geschmiere mit Küchenpapier wegwischen. Mit viel Wasser nachwischen. Nochmals nachwischen. Erneut nachwischen. Nochmal nachbehandeln. Wieder nachwischen. Sich die Kleidung versauen. Gesicht und Hände verätzen. Unmengen an Küchenpapier und Schwämmen zu verbrauchen.

Vermutlich bin ich auch einfach nur völlig haushaltsunfähig und stelle mich dämlich an.
Aber ich überlege ernsthaft, ob es nicht günstiger wäre, sich einfach ab und zu einen neuen Backofen zu kaufen.


Verfasst von: torenia | 3. Januar 2025

erwachsen

Ich glaube, ich werde alt. Oder zumindest erwachsen.

Wenn man das neue Jahr beginnt, indem man den Backofen auseinanderbaut und einmal komplett und gründlich reinigt …
(sich dabei wundert, wiiieeee viel ekliger Schmodder sich in dem doch „eigentlich ganz okay-en“ Backofen befindet)

… dann sind das wohl ziemlich eindeutige Zeichen. Oder?

Muss ich mir Sorgen machen?

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Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

Jahresrückblick 2024

Durch den Beitrag meiner lieben Frau MCL fühle ich mich derart inspiriert, dass ich mich am Silvestermorgen gleich daran machte, meinen Jahresrückblick zu schreiben.
Tatsächlich habe ich jetzt zwei ganze Tage daran geschrieben und so manches neu durchlebt und durchlitten. Aber das war gut.

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Zunächst mal musste ich feststellen, dass es gar nicht so einfach ist – weil ich mich erst wieder auf der Seite hier zurechtfinden muss. Ich habe ganz schön lange gesucht, wo ich einen neuen Beitrag anlegen kann.
Tja…

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Als Basis nehme ich erneut die schon in vielen Jahren erstellte Vorlage meines traditionellen Jahresrückblicks (2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2017, 2018, 2021).
Mal schauen, wohin mich die Fragen dieses Mal entführen….

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Apropos.
Während des Schreiben merke ich, wie sich manche Themen aufdrängen erzählt zu werden.
Und da das zu viel ist für einen Jahresrückblick, lagere ich diese Themen nun einfach mal aus.
Und da es ein paar sensible Themen betrifft, veröffentliche ich ein paar Beiträge erneut passwortgeschützt. Das Passwort bleibt das alte. (ggf Mailanfrage)

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Also los geht’s.

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Vorherrschendes Gefühl 2024?

Achterbahn.

Viele Tränen geweint.
Überraschendes Glück erlebt.
Sorgen gemacht.
Beschenkt worden.
Angst gehabt.
Gnade erfahren.

Es war alles dabei.

[der Sohn]

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Vorherrschendes Gefühl für 2025?

Mir geht es seit längerem psychisch nicht sonderlich gut. Daher schaue ich mit viel Sorgen in die Zukunft. Ohne dass es einen konkreten Anlass gäbe. Aber ich habe einfach das Gefühl, dass mein Kontingent an Tränen komplett ausgeschöpft ist.
Und ich fürchte mich davor, erneut in eine schwierige Situation zu geraten. Egal, wie diese wohl sein könnte:
Sorge um meine Eltern.
Um meine Kinder.
Um meinen Job.
Um meine Katzen.
Um die Welt.
Ach, irgendwie um ALLES.

Ich habe unglaublich starke Verlustängste. Was aus diversen Erlebnissen der Vergangenheit resultiert.
Wen wundert’s.

[die Sache mit den Depressionen]

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2024 zum ersten Mal getan?

Wenig, das mir hierzu einfällt. Mit 55 Jahren gibt es nicht so irre viel, das man das erste Mal tut.

Das erste Mal an diversen Orten gewesen, an denen ich noch nicht zuvor war, vielleicht.
La Gomera. Kanada.

Ja. Und das erste Mal mit einer Freundin verreist. Was nicht einfach war. Und auch nicht unbedingt wiederholungsbedürftig wäre.

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2024 nach langer Zeit wieder getan?

Meinen Sohn in die Arme geschlossen.

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2024 leider gar nicht getan?

Sport.
Null. Nullkommamullundnullzig.

Wenn man von ein paar beschaulichen Wandertouren im Urlaub mal absieht.
Aber Sport und ich – das wird nichts mehr.

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2024 gerne getan / mich weiterentwickelt?

Ich entwickle meinen Unterricht kontinuierlich weiter und werde da immer besser. Ja, ich behaupte von mir, dass ich das richtig gut mache. Und das mache ich wirklich gerne. Das mache ich mit Leidenschaft.

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Stadt des Jahres 2024?

Auch wenn ich diverse Urlaube in tollen Ländern gemacht habe und 2024 leider kein einziges Mal in Norwegen war, so bleibt die Stadt des Jahres dennoch Tromsø. Dort schlägt einfach mein Herz.

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Mensch(en) des Jahres 2024?

Mein absoluter Mensch des Jahres, das war und ist mein Sohn.
Oder… vielleicht ist das noch besser: Mensch des Jahres ist Pascal. Der meinen Sohn zurückgebracht hat. Wofür ich ihm ewig dankbar sein werde.

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Wort des Jahres 2024?

Dankbarkeit.

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Zugenommen oder abgenommen?

Bisschen zu, dann wieder bisschen ab. Aktuell wieder ein bisschen zu.

[das mit dem Gewicht]

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Haare länger oder kürzer?

Kürzer.

Ich habe die Haare jahrelang einfach wachsen lassen.
Ich hatte keine Zeit und keine Lust, zum Friseur zu gehen.
Ich hasse es, wenn jemand so nahe an mir herumwerkelt.
Ich hatte keine Idee, was ich will.

Also ließ ich wachsen.
Ab und zu schnitt ich mit der Küchenschere eine Handbreit unten ab.

Alles war furchtbar dünn, formlos und ich knotete die Haare täglich einfach mit einem Haargummi in einem Zopf zusammen, damit sie irgendwie gebändigt sind.

Diesen Monat hatte ich jetzt aber dann tatsächlich einen Friseurtermin und habe mir die Haare schulterlang abschneiden lassen.
Was für eine Erleichterung.
Endlich fallen die Haare wieder. Endlich kann ich sie wieder mal offen tragen. Endlich ist das Haarewaschen nicht mehr eine umständliche und nervenraubende Aktion.

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Mehr bewegt oder weniger? 

So wenig wie auch in den letzten Jahren.
Vielleicht noch etwas weniger, weil meine Freundin, mit der ich in den letzten Jahren mehrmals die Woche eine lange Runde durch Feld und Wald spaziert bin, vor genau einem Jahr weggezogen ist.

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Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Beides. Menno.

Zum Lesen brauche ich inzwischen meistens eine Brille. Vor allem, wenn das Licht schlecht ist.
Daher liegen bei mir überall Lesebrillen herum…

Und zum Autofahren brauche ich seit diesem Jahr jetzt auch eine Brille. Weil ich auf die Ferne nicht mehr gut sehe.

Es ist zum Heulen.
Und ganz doof wird es, wenn ich beim Autofahren aufs Navi gucken muss:
Fernbrille hochschieben. Unten hindurch aufs Navi schielen und hoffen, alles erkennen zu können. Fernbrille wieder auf die Nase ziehen.

Für die Arbeit habe ich eine grauselige Bildschirmarbeitsplatzbrille bekommen.
Bifokal – mit eingeschliffenem Lesefenster. Weil eine Gleitsichtbrille zu teuer gewesen wäre. seufz. Ich arbeite im öffentlichen Dienst. sehr seufz.

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Krankenhausbesuche?

Ja. Mehrmals ambulant zu einem kleinen Eingriff.
Jedes Mal mit Propofol-Sedierung. Ein spannender Zustand, wenn man so „weggeschossen“ wird.

[Dumpings]

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Alkohol- und / oder Drogenexzesse?

Keine Exzesse. Aber leider doch recht häufig mal Alkohol. Öfter als mir lieb ist.
Da muss ich aufpassen, weil ich viel weniger vertrage als früher. Ich bin schon nach einem Glas Wein leicht angetrunken.
Und ich muss aufpassen, mir hier keine Suchtverlagerung einzuhandeln.
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Den Geburtstag 2024 verbracht…?

In Fès, Marokko.
Wir sind einfach für ein Wochenende nach Marokko geflogen. Zwei Tage lang durch die Stadt streifen. Tajine essen. Und wieder heim.
Das war sehr schön!

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Weihnachten 2024 verbracht…?

Einige Jahre lang bin ich mit meinen Kindern dem Weihnachtszauber entflohen, indem wir nach Ägypten in den (Tauch)Urlaub geflogen sind.

Die vergangenen zwei Jahre habe ich mit Tochter sehr traurige Weihnachten verbracht. Sohn fehlte uns sehr. Und wir hatten keine rechte Lust und Ambition, irgendetwas besonders weihnachtlich zu gestalten.

Dieses Jahr haben wir dann wieder so richtig mit Weihnachtsbaum und traditionellem Raclette begangen.
Am späten Abend dann zu Freunden, um Glühwein und eine Art Feuerzangenbowle zu trinken und zu reden.

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Am 1. Feiertag hat Tochter Geburtstag. Daher fällt dieser Tag bei uns seit 26 Jahren als Weihnachtstag aus.

Am 2. Feiertag war ich dann bei meinen Eltern, während Sohn und Tochter den Abend mit der Familie väterlicherseits, zu der sie noch sporadisch Kontakt haben, verbrachten.

Alles sehr ruhig. Und sehr „normal“.
Nach allem, was ich in den vergangenen Jahren erlebt habe: „normal“ ist gut. Sehr gut.

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Silvester 2024 verbracht…?

Mit Sohn, Tochter und deren Lebenspartner.
Zuhause.

Unaufgeregt. Unspektakulär. Normal.
Und, wie schon gesagt: „normal ist gut“.

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Verliebt?

Ist absolut kein Thema.

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Anschaffung(en) des Jahres 2024?

Anschaffungen hatte ich irgendwie keine größeren, dieses Jahr.
Mein Geld floss in diverse Urlaube, wo es ausgesprochen gut angelegt ist. Collecting moments, not things.

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Mehr ausgegeben oder weniger?

Ich denke, das hält sich die Waage mit den Vorjahren.

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Etwas entsorgt?

Nachdem Sohn vor 2 Jahren zuhause ausgezogen war, ist sein Zimmer etwas zum „Lager“ verkommen. Ich hatte einfach alles, was mir im Weg herumstand, dort „zwischengelagert“. Mit dem Ergebnis, dass das Zimmer irgendwann nicht mehr begehbar war.
Da bin ich jetzt aktuell verstärkt daran, zu entsorgen, zu verkaufen und zu verschenken.

Und das fällt mir nicht so leicht. Ich bin eindeutig „Jäger und Sammler“.

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Wütendster Moment 2024?

Oh, ich hatte einige wütende Momente. Allesamt in Verbindung mit einer gewissen Dame, die meinen Sohn schamlos manipuliert, ausgenutzt und ausgenommen hat.

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Unwirklichster Moment 2024?

Das war der Moment, als ich im Juli spazieren ging, für eine Tischdekoration Wiesenblumen sammelte – und plötzlich mein Sohn vor mir stand. Nach fast 2 Jahren ohne wirklichen Kontakt.
Im strömenden Sommerregen liefen wir nach Hause und ich heulte vor Glück.

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Traurigster Moment 2024?

Als ich mir klar machte, dass Sohn nach einer Woche „Heimaturlaub“ wieder abreisen würde. Und ich schreckliche Angst hatte, wieder monate- oder jahrelang nichts von ihm zu hören.

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Dinge auf die ich 2024 gut hätte verzichten können?

Ach, das ganze Theater bei meinem eigentlichen Job. Das belastet doch sehr.
Keine Ahnung, wie lange das noch gutgehen wird.

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Die wichtigste Sache, von der mich 2024 jemand überzeugen wollte? 

Ich denke intensiv nach, aber mir will einfach nichts einfallen.
Ich glaube, ich bin da eher ein Eisberg. Mancher sagt auch, ich strahle eine gewisse Arroganz aus. Folglich probiert eigentlich niemand, mich von etwas zu überzeugen.

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Erkenntnis des Jahres 2024?

Wie auch in den letzten Jahren. Immer und immer wieder:

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Letztendlich hat Gott alles in der Hand.
Gott ist gut. Immer und zu jeder Zeit.

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Die teuerste Anschaffung 2024?

Wie weiter oben schon geschrieben:
Am teuersten waren die Urlaube. Und die haben sich sehr gelohnt!

Ansonsten habe ich meinem Sohn ein (gebrauchtes) Auto gekauft.
Aber das war’s dann irgendwie auch schon… *grübel

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Das schönste Geschenk, das mir 2024 jemand gemacht hat?

Das bekam ich von Pascal. Der meinen Sohn zurück brachte.

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Most called persons 2024?

Da ich nie – und wenn, dann sehr ungern – telefoniere: niemand.

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Die schönste Zeit 2024 verbracht mit?

Meiner Familie.

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Die meiste Zeit 2024 verbracht mit?

Mit Unterrichten. Fotobücher erstellen. Aufräumen.
Spazierengehen mit meinen Katzen. (Ich bin die komische Katzenfrau, die in toreniadorf fast jeder kennt.)

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Spruch des Jahres 2024?

Denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.
Lukas 15,24

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Getränk des Jahres 2024?

Aus Gründen, die ich nicht nachvollziehen kann, habe ich diesen Sommer Gin Tonic lieben gelernt.
Und das, wo ich Gin bis dahin nicht ausstehen konnte und den Geschmack immer sehr gruselig fand.

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Essen des Jahres 2024?

Seit einigen Jahren bestelle ich im November / Dezember in einem Restaurant „Gans to go“. Diese hole ich ab, fahre zu meinen Eltern und dann essen wir bei meinen Eltern zuhause gemeinsam und in aller Ruhe. Gans mit Rotkraut und Knödeln.
Alles fertig zubereitet. In Warmhaltebehältern. Und auf Wunsch sogar die Gans bereits tranchiert.

Das ist mittlerweile eine richtig schöne Tradition geworden. Und auch wenn es sehr lecker ist – am meisten genießen wir das Zusammensein mit der ganzen Familie, ohne dass es einen besonderen Aufwand darstellt.

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Und ein weiteres „Essen des Jahres“ kann ich noch beisteuern:

Ich habe dieses Jahr das erste Mal ein Dunkelrestaurant besucht.
Das war eine faszinierende Erfahrung.
Kann ich jedem nur empfehlen, das mal auszuprobieren!

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Urlaub des Jahres 2024?

Zu Beginn des Jahres waren wir auf einem sehr schönen Familienwochenende im Schwarzwald – mit meinen Eltern, meinem Bruder und den ganzen Enkeln meiner Eltern. Nur Sohn fehlte – was wirklich schlimm für mich war.
Da wir uns nur ganz selten in diesem großen Rahmen treffen, war das etwas ganz Besonderes.

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Im Frühjahr habe ich meine Eltern zu ihren 80ten Geburtstagen für eine Woche nach LaGomera eingeladen. Kleine Wanderungen in einer unbeschreiblichen Natur. Walbeobachtung. Das war eine sehr schöne gemeinsame Zeit.

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Dann ein verlängertes Wochenende in Fès, Marokko.
Eigentlich liebe ich Marrakesch und war dort in den letzten Jahren insgesamt 6 mal. Leider gibt es derzeit von dem nächstgelegenen Flughafen keine Direktflüge mehr nach Marrakesch, nur nach Fès. Also, warum nicht mal ausprobieren.
Ja, Fès war schön. Aber kommt für mich nicht an Marrakesch ran.

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Im Sommer dann ein dreiwöchiger Kanada-Urlaub. Von Calgary, über den Banff Nationalpark, diverse andere Nationalparks, mit der Fähre durch die Inside Passage nach Vancouver Island und wieder zurück nach Calgary.

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Ja, und letztendlich in den Herbstferien dann nochmal eine Woche Marokko. Das war der Wunsch einer Freundin, die unbedingt auch mal in die Wüste wollte und meine Fotos der vorherigen Wüsten-Urlaube immer so bewundert hatte.
Also kurzerhand nochmal nach Marrakesch geflogen. Ich kenne dort einen Guide, mit dem ich bereits 3 mal auf einer privaten Tour durch den Hohen Atlas bis in die Sahara war. Mittlerweile lädt er mich zu seiner Familie ein, wo ich herzlich empfangen werde. Daher war das quasi „Familienbesuch“.

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So viele wundervolle Urlaubstage. Jeder Urlaub anders. Und jeder Urlaub für sich wunderschön! Und ich könnte jetzt nicht herausdeuten, welcher Urlaub „DER“ Urlaub 2024 war.

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Buch des Jahres 2024?

Ich lese sehr viel. Und überwiegend Psychothriller und Krimis – ohne Horror und ohne ekelhafte Grausamkeiten à la Fitzek und Co.
Leider finde ich da nur immer mal wieder ein gutes Buch. Dazwischen quäle ich mich auch durch sehr viel Mittelmäßiges wobei der Inhalt des Buches nach der letzten Seite bereits schon wieder in Vergessenheit geraten ist. Eines wie das andere.

Ein Buch dieses Jahr fiel komplett aus der Reihe, hat mich aber total begeistert.
„Jakobs Sohn“ von Sylvia Renz.
Eine Geschichte aus dem Alten Testament in Romanform umgesetzt: Zunächst mal klingt das nicht weiter aufregend. Die Geschichte von Jakob, seinem Sohn Josef und dessen Brüder… hinlänglich bekannt aus Kindergottesdienst, dem Religionsunterricht und diversen Jungscharen. Ein alter Hut! Dachte ich. Aber dann war ich fasziniert. So hatte ich die Geschichte noch nie wahrgenommen. Die kurzen Andeutungen aus dem Alten Testament beginnen zu leben und ganz lebensnah zu werden. Ich lese die Geschichte mit ganz anderen Augen. Kann mitfühlen. Mitdenken. Miterleben. Und bin im Bann. Auch wenn vieles Fiktion ist, so ist die Geschichte doch sehr nahe an der Bibel. Und ich kann mich ohne Vorbehalte darauf einlassen.
Uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Song des Jahres 2024?

Ich höre keine Musik. Wirklich nicht.

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Film / Serie des Jahres 2024?

Auch das ist schwierig. Denn, ähnlich wie bei Büchern, konsumiere ich bei Filmen so einiges, wovon das meiste aber schnell wieder vergessen ist. Ich behelfe mir mittlerweile damit, dass ich konsequent die geschauten Filme bei Netflix mit „Daumen hoch“ oder „Daumen runter“ bewerte. Dann kann ich zumindest erkennen, welchen Film ich schon gesehen habe. Es wäre sonst nicht unwahrscheinlich, dass ich so manches zweimal schaue und das erst nach der Hälfte des Filmes bemerke.

Zweimal geschaut habe ich dann aber ganz bewusst doch etwas. Die Mini-Serie „Liebes Kind“ hat mich wirklich fasziniert. Auch beim zweiten Mal.

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Nachbar des Jahres 2024?

Ich bin niemand, der gerne enge Nachbarschaftskontakte pflegt. Zuhause will ich gerne meine Ruhe. Und da ich in einem Reihenmittelhäuschen wohne, ist das für sich genommen schon eng genug.

Ken hat seit etlichen Jahren eine neue Barbie. Mit dieser unterhalte ich mich im Sommer ab und an mal von Terrasse zu Terrasse. Sie ist eigentlich eine Nette.

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2024 gefürchtet vor…?

Gefürchtet habe ich mich oft und viel.
Ich bin Weltmeisterin darin, mir Sorgen zu machen.

Am allermeisten sorge ich mich um meine Eltern, die dieses Jahr beide 80 Jahre alt wurden. Glücklicherweise sind beide noch weitgehend fit – körperlich und geistig. Und ich bin dafür unendlich dankbar.

Dann hat mir mein Sohn viel Anlass zur Sorge verschiedenster Art geboten. Ich bin so froh, dass hier in diesem Jahr SEHR viel Veränderung geschehen ist.

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Irrationalste Angst des Jahres 2022?

Da ich sehr rational bin, weiss ich nicht so wirklich, welche irrationalen Ängste ich haben könnte. Wobei, wenn ich es recht bedenke, sind die meisten meiner Ängste Kopfkino und Hirngespinste und damit durchaus weitgehend irrational. Gott sei Dank.

Aber eine Situation fällt mir ein, wo ich dieses Jahr wirklich große Angst hatte. Rationale Angst, wenn man das so sagen kann: Ich war mit meinen Eltern auf LaGomera wandern.

[leichte Tour mit 80]

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Beste Idee / Entscheidung des Jahres 2024?

Gottvertrauen.
ER wird’s wohl machen.
Psalm 37,5

Ich weiss nicht, wie ich sonst die zurückliegenden Jahre überstanden hätte.

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Der hirnrissigste Plan 2024?

Nun ja. Ich denke, das war wohl die oben genannte kleine Wanderung mit meinen Eltern.

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Schlimmstes Ereignis 2024?

Die Abreise meines Sohns im Juli 2024.
Ich habe tapfer gewunken – und dann stundenlang… tagelang… bitterlich geweint.

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Ich wusste immer, er würde zurückkommen.
Aber es dauerte so endlos lange.
Und es war unglaublich schmerzhaft, das Warten auszuhalten. Aus der Ferne zuschauen zu müssen, wie er abstürzt und nicht helfen zu dürfen.

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Schönstes Ereignis 2024?

Die Rückkehr meines Sohns im Juli 2024.
Mit einigen Schäden. Psychischer und finanzieller Art. Aber immerhin wohlbehalten. Und alles andere bekommen wir nach und nach in den Griff.

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Pläne für 2025?

Das Leben mit meinen Lieben genießen.

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Würdest Du das Jahr 2024 gerne nochmals erleben wollen?

Es war eine Achterbahn mit freiem Sturz nach unten.
Und langsam klettere ich wieder nach oben.

Ich weiss nicht, wie viele solcher Abstürze ich noch verkraften kann.
Aber ich klettere immer weiter. Immer wieder neu.
Und ich bin sicher, das Leben hat noch so manche Loopings für mich auf Lager.

Aber ich bin auch loopingmüde. Das alles ist wahnsinnig anstrengend und kostet unsagbar viel Energie.
Trotzdem bin ich dankbar. Für jede einzelne Steilkurve, jede Gerade und auch jeden Looping.

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Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr 2024?

von -5 bis +8.

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2024 war mit einem Wort?

Heftig.

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Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

leichte Tour mit 80 – eine Bildergeschichte

Ich habe meinen Eltern zu deren 80ten Geburtstagen eine Reise nach LaGomera geschenkt. Ein paar kleine Wanderungen. Eine Walbeobachtungstour. Etwas entspannen und die Natur genießen.

Wir machten uns auf zu einer kleinen Wanderung.
Laut Rother Wanderführer eine „leichte Tour“ von 5 km Länge mit nur leichten Anstiegen. Perfekt.

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Und um es gleich voraus zu sagen:
Wir waren schon oft in diversen Ländern mit dem Rother Wanderführer unterwegs und haben immer gute Erfahrungen gemacht. Ist also nicht so, dass wir uns naiv in ein viel zu schwieriges Abenteuer gestürzt hätten!

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Es war also Anfang Mai. Sonnig. Nicht zu heiss.
Und wir freuten uns auf einen kleinen, leichten Rundweg von maximal 2 Stunden Dauer.
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Der Weg führte hinab in eine Schlucht.
Und auch wenn er anfangs noch befestigt war, so wurde er nach und nach immer unwegsamer.

An dieser Stelle wäre vielleicht noch eine Umkehr möglich gewesen. Aber wir waren schon recht weit und recht steil bergab gelaufen, und auf den Rother Wanderführer vertrauend, rechneten wir damit, dass sich der Weg bald wieder „beruhigen“ würde.
Daran, diesen steilen Weg wieder hinaufzuklettern, dachte niemand.

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Meine 80 Jahre alten Eltern kletterten beherzt von Stein zu Stein.
Gott sei Dank hatten sie ihre Trekkingstöcke dabei, die auf dem steinigen Untergrund und bei den Kletteraktionen wenigstens ein bisschen Halt boten.

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Irgendwann waren wir unten in der Schlucht.
Kein Schatten weit und breit – und die Sonne brannte zwischenzeitlich ganz ordentlich.

Da wir nur eine kurze Tour machen wollten, hatten wir nur eine kleine Flasche Wasser dabei.
Im Rucksack fanden sich noch ganze fünf Mini-Schokoladeneier von Ostern.

… Und wenn ich heute die Fotos anschaue, wie erschöpft meine Eltern an diesem Punkt schon wirken, dann wird es mir auch jetzt noch Angst und Bange.

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Aber wir glaubten uns auf der Zielgeraden.
Laut Wanderführer nur noch ein „leichter Anstieg“ zum Ausgangspunkt. Das sollte zu schaffen sein.

Der leichte Anstieg war gar nicht so leicht, wie gedacht.
Es ging sehr steil und sehr lange bergauf. Sehr weit bergauf.
Und es nahm einfach kein Ende.

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An diesem Punkt dann wurde mir wirklich Angst.
Meine Eltern völlig erschöpft auf einem Stein sitzend.
Ich selbst war auch schon ganz schön erschöpft. Hatte seit Stunden nichts getrunken. Kein Schatten.

Ich überlegte fieberhaft irgendwelche „Rettungsmaßnahmen“.

Ich wollte vorauslaufen zum Auto. Aber das hätte rein gar nichts gebracht, da in der Schlucht keine Straßen und befahrbaren Wege vorhanden waren, so dass ich meine Eltern mit dem Auto nicht hätte abholen können.

Nicht mal ein Rettungshubschrauber hätte da irgendwo sicher landen können.
Ja. So weit war ich schon mit meinen Überlegungen…

Es half rein gar nichts: wir mussten hoch.
Den ganzen Berg bis nach oben.
Und es zog sich Serpentine um Serpentine.
Und jedes Mal, wenn man dachte, jetzt müsste man doch endlich ganz oben sein – so kam nochmals eine Kurve.
Und noch eine.

Ich hatte wirklich große Angst um die Gesundheit meiner Eltern.
Aber sie hielten sich großartig.

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Irgendwann hatten wir es geschafft.
Schritt für Schritt.
Mit vielen Pausen.

Völlig ausgedörrt.
Mit dem Sonnenbrand meines Lebens.

Aber wohlbehalten. Ohne Folgeschäden. Alle drei.
Gott sei Dank.

Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

Dumpings

Auch wenn ich gerade schrieb, dass ich meine Magen-Bypass-Operation nicht bereue und sehr, sehr glücklich mit meinem „neuen Körper“ bin… ein bisschen einschränken muss ich es doch.

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Magen-Bypass-Operation

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Beim Bypass wird der Magen quasi „umgangen“.
Hier mal eine laienhafte Erklärung:

Der größte Teil des Magens verbleibt zwar im Körper, ist aber nicht mehr an die Speiseröhre angeschlossen.
Der Speisebrei rutscht durch einen kleinen Teil des ehemaligen Magens, der in der Regel gerade mal noch so viel Volumen hat wie eine Espresso-Tasse.

Ein Teil des Darms wird ebenfalls „stillgelegt“, so dass durch diesen Teil keine Nahrungsbestandteile mehr aufgenommen werden und damit die Nahrung nicht mehr so vollumfänglich verdaut werden kann wie zuvor.

Der Darm wird stattdessen mit dem Magenrest („Pouch“) verbunden. Also mehr oder weniger einfach der Darm an den Magen angenäht.

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Das führt aber dazu, dass der Magen unten nicht mehr durch einen Ringmuskel verschlossen ist. Sondern hier ist einfach ein Übergang vom Magen in den Darm.

Üblicherweise ist dieser Übergang („Anastomose“) 1 bis 1.5 cm im Durchmesser. Dadurch wird die Nahrung etwas „ausgebremst“ und verbleibt eine Weile im kleinen Mini-Magen.

Bei mir hat sich nun aber diese Anastomose deutlich geweitet auf etwas mehr als 4 cm.
Dafür kann ich nichts. Passiert einfach manchmal.
Das hat aber zur Folge, dass meine Nahrung direkt in den Darm durchrutscht.

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Das bedeutet:
Ich kann quasi beliebig essen. Ich habe zwar kein Hungergefühl, aber auch keine Sättigung. Da ich quasi direkt in den Darm esse.
Tja, und da Adipositas eine chronische Erkrankung ist, ist sie auch mit meinem neuen Gewicht nicht einfach weg. Sondern ich laufe Gefahr, immer und immer wieder in alte Muster zu verfallen. Schnell wieder zuzunehmen. Mein Körper will ja gerne den vorherigen Zustand wiederherstellen.

Aber noch „schlimmer“ ist eigentlich, dass ich mittlerweile fast täglich Dumpings habe. Oft auch mehrfach am Tag.

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Dumping bedeutet, dass die Nahrung schnell in den Darm rutscht – und nicht im Magen erstmal „gespeichert“ und langsam abgegeben wird. Wodurch der Blutzuckerspiegel unglaublich schnell ansteigt.
Vor allem, wenn ich zuckerhaltige Nahrung zu mir nehme. Dann schießt der Blutzuckerspiegel in die Höhe. Der Insulinspiegel will nachregulieren. Und alles endet im Chaos.

In solchen Dumpings fängt mein Kreislauf an zu spinnen.
Ich werde zittrig.
Mir wird übel.
Es fühlt sich an, als hätte ich mich völlig betrunken und alles dreht sich.

In solchen Situationen hilft eigentlich nur noch, sich auf den Boden zu legen, die Beine hochlegen – und abwarten, bis es vorbei ist.
Manchmal schlafe ich dann eine Stunde lang ein – und anschließend ist alles wieder „gut“.

Blöde nur, wenn so etwas unterwegs passiert.
Ich lag schon auf der Arbeit auf der Toilette am Boden und habe eine Stunde lang dort vor mich hin gelitten.
Entwürdigend, ehrlich wahr!

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Mein Chirurg hat jetzt dieses Jahr bereits dreimal probiert, die Anastomose zu verkleinern, also den Durchgang vom Magen zum Darm wieder enger zu machen.

Das könnte man theoretisch mit einer neuerlichen Operation tun.
Indem man diesen Übergang quasi kleiner näht oder gar mittels eines Rings umschlingt.

Mein Chirurg bevorzugt einen anderen Ansatz.
Im Zuge einer Magenspiegelung (unter Propofol-Sedierung) geht er mit einem Laser an die Stelle und „brezelt“ dort mit dem Laser drauf. Dadurch soll sich Narbengewebe bilden, das dann den Durchgang verkleinert.
Nennt sich APC-Therapie. Argon-Plasma-Coagulation.

Klingt logisch. Und klappt auch oft richtig gut.
Bei mir verheilt das aber bislang narbenlos. Hurra. (Ironie)

Nachdem ich diesen Monat einen weiteren Termin bei meinem Chirurgen hatte, haben wir beschlossen, im Januar weiterzumachen mit der Methode. Also erneut ein ambulanter Eingriff. In der Hoffnung, dass der vierte oder fünfte Eingriff den gewünschten Erfolg bringt.
Warten wir’s ab.




Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

das mit dem Gewicht

Im Jahr 2021 habe ich die beste Entscheidung überhaupt getroffen: ich habe mich zu einer bariatrischen Operation entschieden.
Eine Operation zur Bekämpfung einer fiesen chronischen Erkrankung. Der Adipositas.

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Ja, das ist sie. Die Adipositas.

Das ist nicht einfach „Übergewicht“.
Das ist weder Disziplinlosigkeit. Noch „sich gehen lassen“.

Es ist eine chronische Erkrankung.
Auch wenn viele Ärzte und noch mehr Mitmenschen das noch nie gehört haben und vielleicht auch nicht verstehen. Aber das ist so.
Und ab einem gewissen Stadium ist es nahezu unmöglich, das alleine in den Griff zu bekommen.
Diäten helfen nicht. Sport auch nur bedingt.
Und letztendlich ist es eine Endlosschleife aus Essen, Sport, Verzicht, Versagen, Selbstvorwürfe, Scham, Selbstzweifel, Diät, Unbeweglichkeit und zunehmenden gesundheitlichen Problemen.

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Als ich mich endlich dazu entschieden hatte, mit einem chirurgischen Eingriff dagegen vorzugehen, da hatte ich bereits über 40 Jahre Dauer-Diät hinter mir.
Und ich schämte mich ganz entsetzlich für mein Versagen und mein Aussehen.

Eine Operation war bis dato undenkbar gewesen. Das gab es nicht. Das machte „man“ nicht.

Letztendlich fasste ich im Dezember vor 4 Jahren den Entschluss, mich am hiesigen Adipositaszentrum zu melden.
Dann folgten eine Menge Arztbesuche – vom Internisten, Kardiologen, Pneumatologen, Endokrinologen, über einen Psychiater, weiter zu einem Ernährungsmediziner und so weiter.
Dazu 9 Monate lang Ernährungsberatung.
Und dann das Warten auf die Operation.

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Es war mitten in der Corona-Zeit.

Was einerseits einen gewissen Vorteil für mich hatte, denn ich konnte beispielsweise die Ernährungsberatung komplett online per Video-Call durchführen und musste mir zu den Terminen nicht freinehmen und weit fahren.

Ausserdem entfiel die Nachweispflicht für Sporteinheiten.
Zuvor musste man sich die Sportstunden vom Fitness-Studio oder dem Bademeister etc. abzeichnen lassen, wobei ich mich in Grund und Boden geschämt hätte.
So aber reichte es, wenn ich berichtete, dass ich regelmäßig spazieren ging.
Und ja, auch da habe ich geschummelt.

Andererseits dauerte es aufgrund der Corona-Situation aber auch recht lange, bis ich meinen OP-Termin bekam.
Insgesamt ziemlich genau 1 Jahr verging von meinem Entschluss bis zur Operation.

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Derzeit gibt es zwei Varianten der bariatrischen Operation: den Schlauchmagen und den Magen-Bypass.
Ich habe mich zu beidem intensiv belesen.

Die Entscheidung traf der Chirurg dann während der Operation: ich habe einen Roux-en-Y-Bypass bekommen.

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Die Operation war völlig problemlos. Und auch die Zeit danach verlief super.
Klar, kleines Zwicken hier, kleine Unverträglichkeit da.
Man muss sich halt auch erst kennenlernen – der neue Magen und ich.
Aber ich kann wirklich nicht klagen. Gar nicht.

Zwei Monate nach der Operation war ich bereits in Lappland im Urlaub.
Konnte bei allem mitmachen – Husky-Schlittenfahrt, Schneewanderungen, Rentier-Schlittenfahrten.
Ich konnte relativ normal essen, nur eben deutlich weniger.

Im Laufe eines Jahres nahm ich gut 40 kg ab. Nachfolgend dann weitere 10 kg.

Plötzlich konnte ich mir wieder die Schuhe zubinden, ohne vorher den Bauch zur Seite schieben zu müssen und nach Luft zu japsen.
Ich konnte Treppen laufen.
Mir Kleidung aus dem normalen Laden kaufen.
Das erste Mal, dass ich meine Handgelenke wieder sah. Das erste Mal die Schlüsselbeine.

Ich kann gar nicht sagen, was das für ein Gefühl ist.
Es ist ein Leben 2-Punkt-0.
Ich muss mich nicht mehr verstecken. Ich schäme mich nicht mehr. Ich mag mich. Mein Aussehen.

Nein, ich bin nicht gertenschlank. Aber das muss ich auch nicht.
Ich habe eine vernünftige Figur. Einen BMI von etwa 25 und bin damit genau an der Grenze von „Normalgewicht“ und „Übergewicht“.
Das passt für mich.
Damit fühle ich mich wohl.

Rückblickend bedauere ich nur, dass ich es nicht schon 10 Jahre früher gemacht habe.

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9 Monate nach der Operation: ich sehe das erste Mal meine Schlüsselbeine!

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im Aufzug des Klinikums: am Tag der Operation und bei der Nachkontrolle diesen Monat

Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

die Sache mit den Depressionen

Ich habe es nach vielen Jahren(!) Wartezeit endlich geschafft, einen Platz für eine Psychotherapie zu bekommen.
Was für ein Aufwand, kann ich da nur sagen!

Wenn man eh in einer Depression sitzt, dann ist es unglaublich schwer, auch nur einen Telefonhörer anzufassen und irgendwo anzurufen.
Eine ewig lange Liste an Therapeuten abzutelefonieren, die teilweise nur donnerstags von 11:40 bis 11:50 Uhr Telefontermine haben, das ist eine komplette Zumutung und quasi unmöglich.
Von geschätzt 30 Therapeuten, die ich über einen Zeitraum von Monaten erreicht habe, kam ich bei 29 noch nicht mal auf die Warteliste. Es ist unglaublich!

Wenn ich mir ein Bein breche oder einen Herzinfarkt habe, dann brauche ich doch auch SOFORT Hilfe. Bei einer Depression ist es nicht anders.
Aber es wird den Patienten unmöglich gemacht, sich Hilfe zu holen.

Ja, es gibt diese Notfallnummer der Krankenkasse, über die man sich einen Termin besorgen kann. Aber was bringt mir ein einmaliger Termin in der übernächsten Stadt, 50 km entfernt?

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Meine Depression kommt seit vielen Jahren in diversen Schüben. Mal geht es einigermaßen, mal lähmt sie mich komplett.
Ich fühle mich dann meistens komplett überfordert. In schlimmen Phasen sitze ich auf meinem Sofa und gucke einfach vor mich hin.

Manchmal schaffe ich es noch nicht mal, mir etwas zu trinken aus dem Keller zu holen. Es GEHT EINFACH NICHT!
Mag man glauben, oder nicht. Aber es geht nicht. Ich schaffe es nicht aufzustehen und mir eine Flasche Wasser aus dem Keller zu holen. Stattdessen sitze ich durstig auf dem Sofa.

Ja. So ist das.

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Wie auch immer…
Ich weiss nicht mehr wie. Aber ich habe es geschafft, einen Platz bei einer Therapeutin zu bekommen.
Dort habe ich einmal die Woche Termine.

Und in dieser Zeit ist mir einiges klar geworden.
Es ist noch längst nichts „bewältigt“ oder ich bin „gesund“. Aber ich sehe das ein oder andere Muster. Und das ist schonmal sehr hilfreich.
Ich bin Kopfmensch. Ich muss verstehen, warum etwas so ist, wie es ist. Und dabei hilft sie mir.

Im kommenden Jahr hoffe ich, dass wir meine Ängste bearbeiten können.
Ich habe unglaublich starke Verlustängste. Was aus diversen Erlebnissen der Vergangenheit resultiert.
Wer hier schon eine Weile dabei ist, der weiss, wovon ich spreche.

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Verfasst von: torenia | 1. Januar 2025

Geschützt: der Sohn

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Verfasst von: torenia | 16. Mai 2024

Brandschutzhelfer

Ist schonmal jemand – außer mir – durch eine Brandschutzhelfer-Schulung gefallen?
Wie peiiiinlich. Drei CO2-Löscher verbraucht – und das Feuer brennt noch immer.

Jetzt darf ich in zwei Monaten zur Nachschulung kommen.

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Verfasst von: torenia | 3. März 2024

Buchung beim Billigflieger

Ich wollte einen Flug für einen Kurzurlaub buchen – ausnahmsweise bei einem der einschlägigen Billigflieger.
Die Preise sind ja schon recht interessant…

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Die Flugauswahl verläuft ganz normal, wie bei den üblichen großen Fluglinien auch.

Da darf man dann wählen zwischen verschiedenen Tarifen.
Soweit nicht ungewöhnlich.

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Da wir nur wenige Tage unterwegs sein würden, beschlossen wir, dass uns je zu zweit ein kleiner Koffer ausreichen würde. Also einmal BASIC und einmal REGULAR.

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Netterweise wurde mir dann nochmal deutlich vor Augen geführt, worauf ich mich bei der Wahl eines BASIC-Tarifs einlassen würde.
Und der dezente Hinweis darauf, dass REGULAR doch die bessere Wahl sei.

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Ich gestehe, ich blieb unbelehrbar.

Auf der nächsten Seite gab es dann die Option, sich einen Sitzplatz auszuwählen.

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Es gab eine Auswahl, bei der doch für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte.
„Mehr Beinfreiheit.“
„Schneller aussteigen.“
„Ausstrecken für wenig Geld.“
Na, wenn das mal nicht unverzichtbarer Luxus für wenige Euro ist – bei einem Drei-Stunden-Flug…

Ich verzichtete.

Wobei: „Verzicht“ ging gar nicht. Wurde nicht angeboten.
Aber: „Sitzplätze später auswählen“.
Na dann, okay.

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Nachdem ich mich entschieden hatte, keines der verlockenden Angebote zur kostenpflichtigen Sitzplatzauswahl in Anspruch zu nehmen, wurde mir deutlich vor Augen geführt, was das nun bedeutet:

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Oh Schreck. Wir würden also unweigerlich in die Mitte zwischen (vermutlich einzeln reisenden) Passagieren eingequetscht werden.
UND dann auch noch gaaanz weit auseinander im Flieger platziert… Strafe muss sein.

Das Ganze graphisch UND in Textform aufgearbeitet und visualisiert.

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Da ich weiterhin stur blieb, kam auf der nächsten Seite nochmal der Hinweis, doch zu vermeiden, einen Platz in der Mitte zu bekommen:

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Ich bestätigte erneut, „ohne Sitzplatz fortfahren“ zu wollen.

Woraufhin noch ein bisschen Zeitdruck aufgebaut wurde.

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Und falls ich es zwischenzeitlich vergessen haben sollte, wurde ich im folgenden PopUp dann nochmals auf meine kindische Verweigerung und deren Folgen hingewiesen:

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Ich war schon fast geneigt, etwas in Panik zu verfallen und mir einen Sitzplatz zu buchen.
Im letzten Moment siegte aber mein Trotz. Und ich beschloss „mit der zufälligen Zuteilung fortzufahren“ und mich tapfer den Konsequenzen zu stellen.

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Glücklicherweise ist meine Billigflug-Airline nicht beleidigt und fragt mich dann sicherheitshalber nochmal, ob mir denn mein kleines Gepäckstück ausreichen würde oder ich nicht lieber doch ein Handgepäckstück hinzubuchen wollen würde. Vielleicht sogar einen Koffer aufgeben? Ist ja gar nicht mal so teuer.

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Da man beim Billigflieger begriffsstutzige Passagiere gewohnt ist, wird auf der Folgeseite einfach nochmal ein Angebot gemacht – verbunden mit dem dezenten Hinweis, dass man unter Umständen mit einer Gebühr von bis zu 70 Euro zu rechnen habe, sollte man dann doch mehr mitnehmen als erlaubt.

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Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, verschiedene Annehmlichkeiten dazu zu buchen. Ganz praktisch. Und quasi geschenkt.

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Fast Track Sicherheitskontrolle.
Ich kenne den Flughafen an meinem Reiseziel und weiss, dass die sich da einen „%$(/)(/U drum kümmern und man dort ganz einfach in der kilometerlangen Schlange an dem EINEN Schalter steht.

Reiseversicherung habe ich sowieso.

Und aus dem Bordmagazin mag ich auch, bitte, danke, nichts vorbestellen.

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Zu guter Letzt dann noch der freundliche Hinweis, dass es 55 Euro kosten würde, sollten wir nicht den Online Check-in durchführen. Wer weiss… vielleicht wird dieser ja auf meinem Flug auch gar nicht angeboten.

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Und SCHON darf ich meine Flüge bezahlen.

War doch gar nicht so schwierig.

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Ich glaube, das nächste Mal fliege ich dann doch lieber wieder mit einer der großen Fluglinien.
So viel Penetranz regt mich echt auf.

Verfasst von: torenia | 16. Februar 2024

unbemerkt (2)

Nun gut. Ich bekam jetzt also wochenlang Kleidungsvorschläge von meiner Freundin F. (klick). Sie hat da durchaus Ausdauer, Geduld und enorme Leidensfähigkeit gezeigt.
Ich habe mir mehrere Lieferungen von Kleidchen, Hosen und Oberteilen bestellt – und ebenso viele zurückgeschickt.

Zumindest weiss ich jetzt eines sicher: ich werde gewiss auch in Zukunft keine Kleider tragen. Auch wenn das vielleicht von außen betrachtet gar nicht so schlimm aussehen würde – es fühlt sich einfach falsch an.
Das hat F. immerhin akzeptiert.

Wir haben uns jetzt auf Oberteil und Hose geeinigt. Das ist nicht so wahnsinnig weit von meinem üblichen Look weg.
Ist aber auch bei F. nicht ganz in Ungnade gefallen. Wobei… vermutlich war sie nur angesichts der Tatsache etwas in Panik, dass der Tag X bereits *hust* HEUTE ist.

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Und da ich tatsächlich die ein oder andere neugierige Nachfrage erhalten habe, hier ein erster Eindruck… frisch aus meinem Badezimmer.

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Verfasst von: torenia | 13. Februar 2024

der richtige Riecher (2)

Ich habe aktuell ein paar Sachen bei ebay kleinanzeigen eingestellt.

Nachdem ich neulich schon dieses gruselige Erlebnis mit einem Staubsauger (klick) hatte, bin ich besonders aufmerksam.

Heute kam eine Nachricht zu einem Kinderspiel an:

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??

Was verstehe ich da nicht?

Ich soll mit dem Auto nach toreniastadt fahren, um ein Spiel vorbeizubringen – und bekomme dafür dann auch einen „Fahrtkosten-Zuschlag“?
Per Post (anfallendes Porto wären keine 5 Euro) ist es aber nicht erwünscht?

Warum?

Ich glaube, mir gruselt es schon wieder…
Nein. Ich will nicht in irgendeinem Keller eingesperrt werden!!!

Verfasst von: torenia | 23. Januar 2024

unbemerkt

Meine Freundin F. ist dünn. Schon immer. Sogar während ihrer Schwangerschaft.
Sie kleidet sich damenhaft. Trägt das ganze Jahr über kurze Röcke – im Winter sind diese angeblich gefüttert. Meistens Blusen. Hohe Schuhe.
Aber sie ist keine Tussi. Und bildet sich auch nichts ein.

Ich trage das ganze Jahr über Jeans. Shirt. Sweatjacke.

Wir könnten optisch nicht gegensätzlicher sein.

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Bei ganz besonderen Gelegenheiten – wie wichtigen Vorträgen, Events und großen Feiern – da berät sie mich auch mal in Modefragen.
Wobei wir uns da sowieso nie einig werden.

Sie schlägt beharrlich Kleidchen mit Schleifchen und Wallawalla-Gedöns vor.
Ich greife beharrlich zu Jeans, Shirt und Blazer.

Aber was soll’s. Spaß macht es.

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Nun steht ein großer runder Geburtstag eines hiesigen Lokal-Promis an, zu dem ich eingeladen bin.

Zwar befürchte ich, dass ich letztendlich doch wieder bei schwarzer Hose, Shirt und Blazer landen werde… aber ich bin zumindest gewillt, mich etwas schicker zu kleiden.
Zumal JETZT, wo ich auch „normal“ einkaufen kann und mich nicht in „Frau U. Popkens Chic“ umsehen muss.

Jedoch fehlt es mir völlig an Ideen, Vorstellungen und Herangehensweisen.
Also greife ich doch wieder auf meinen Joker zurück – Freundin F.

Sie freut sich sehr, mich endlich einmal wieder beraten zu dürfen. Erkundigt sich nach Anlass, Örtlichkeit und fragt sogar nach meinen Vorstellungen.
Und dann sprudelt sie los.

>> …
Etwas feiner also.
Statt Jeans dann Stoffhose.
Und ein paar schöne Schuhe sollten es schon sein.

Evtl. ein schöner knielanger Rock?! Bluse?!

Statt Blazer evtl. etwas Schickes zum Überwerfen? So eine Art großer Schal oder so?

Und ein bisschen Schmuck kann das Ganze auch aufpeppen.
… <<

Meine Einwände versucht sie tapfer hinzunehmen.
Nicht ohne mich streng darauf hinzuweisen, dass „ein bisschen frische Farbe“ sicher nicht schlecht wäre. Und dass der Anlass keineswegs in schwarzer Hose mit schwarzem Blazer zu begehen sei.

Aber sie ist zähneknirschend kompromissbereit.
Und sie sucht mir ein paar Vorschläge aus dem Internet heraus, um mir eine Idee zu geben, wie es aussehen könnte.

Dass mir der Stil nicht gefallen würde, das war mir klar.
Aber ich bin dann doch schockiert…

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… Die Vorschläge sind allesamt aus der Curvy-Abteilung in Größe 44/46 aufwärts…

Wäre vor zwei Jahren tatsächlich mein Stil gewesen.
Jetzt bin ich 45 kg leichter und 20 Jahre jünger.

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Dazu dann heute eine Google-Suche:

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Die Suchbegriffe… :-o
Jetzt bin ich irritiert und verwirrt. Und verstehe nicht, wie das passieren kann.
Dass sie mich ärgern will, schließe ich aus.
Sie scheint es einfach nicht bemerkt zu haben.


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