Urban Mining Kataster

Materialkataster zur Kartierung städtischer Ressourcen

Der Gebäudesektor ist ein intensiver Verbraucher von Ressourcen und erzeugt weltweit 40% der Emissionen, 70 % davon während der Herstellung hochwertiger und langlebiger Materialien. Das macht den Gebäudebestand zum wertvollsten Materiallager des Landes – und hier setzt Urban Mining an: Ressourcen im Bestand erfassen, analysieren erhalten und wieder nutzbar machen.

Das Urban Mining Kataster Deutschland ist eine interaktive, öffentlich zugängliche 3D-Karte, die verbaute Materialien sowie den CO₂-Gehalt des Gebäudebestands in Deutschland sichtbar und analysierbar macht.

Die Datengrundlage für das Urban Mining Kataster liefert das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR). Über Jahre hinweg hat das Institut einen umfassenden Datensatz zu typenbasierten Materialkennzahlen und der Umweltwirkung von Gebäuden in Deutschland erarbeitet und sie nun in ein deutschlandweites Materialkataster überführt. Die hochgerechneten Angaben basieren auf statistischen Erhebungen und Stichproben und stehen im Sinne von Open Data und Open Science der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Jetzt registrieren und Potenziale heben.

Dabei sein!

 

 

 

 

„Ich freue mich sehr, dass der umfangreiche Datensatz des IÖR-Materialkatasters Deutschland von der Praxis aufgegriffen wird und auf diese Weise die Entwicklung hin zum zirkulären Bauen unterstützt. Wir stellen diese Daten frei zugänglich zur Verfügung. Nun kommt es darauf an, dass sie in praxisnahe Modelle überführt werden und zum Einsatz kommen. Genau in diese Richtung zielt das nun vorliegende ‚Urban Mining Kataster‘ von Concular.“
Dr.-Ing. Georg Schiller
IÖR Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung e.V.
Ein Mann, der eine Brille und einen beigen Pullover traegt.

Die interaktive Datenvisualisierung als Karte, sowie die weiterführende Plattform wurden in Zusammenarbeit von Concular und Form Follows You entwickelt. Sie steht Kommunen als Werkzeug für ressourceneffiziente Stadtplanung, Materialstrom-Optimierung und digitale Ressourcenpässe für Gebäude zur Verfügung.

Mit dem Urban Mining Kataster wird diese wissenschaftliche Datengrundlage erstmals praktisch nutzbar gemacht. Ziel des Projekts ist es, Informationen über Bauvolumen und enthaltene Materialien in einer gebäudeweisen Darstellung bereitzustellen – transparent, datenbasiert und für Kommunen, Städte, Bestandshalter sowie die interessierte Öffentlichkeit zugänglich.

Der Anstoß: Die Notwendigkeit, Ressourcenschonung und Klimaschutz im Gebäudesektor durch eine fundierte Bestandsanalyse voranzutreiben. Besonders für die Bestandssanierung und Rückbauplanung liefert das Tool wertvolle Informationen. Städte und Kommunen erhalten einen Überblick über das anthropogene Lager – also die in Gebäuden gespeicherten Materialien – und können so zirkuläre Strategien entwickeln.

Der Mehrwert liegt in der einfachen, gebäudescharfen Visualisierung relevanter Informationen: Materialschätzungen, Gebäudevolumen, Nutzungstypen. Bestandshalter können eigene Objekte einsehen und verwalten, Kommunen erhalten eine datenbasierte Entscheidungsgrundlage für Bauleitplanung, Klimastrategien und Kreislaufwirtschaft. So unterstützt das Urban Mining Kataster die Umsetzung nachhaltiger Baupraxis – mit dem, was bereits vorhanden ist.

Von der Theorie in die Praxis

Entwickelt wurde das digitale Werkzeug von Concular, einem Unternehmen, das sich auf digitale Lösungen für zirkuläres Bauen spezialisiert hat.

Die Stadt Stuttgart nutzt diese umfangreichen Informationen bereits aktiv, um den Gebäudebestand auf Kreislaufpotenziale zu untersuchen und in die Anwendung zu bringen.

Im Rahmen des Projekts “Urban Mining Kataster Stuttgart”, gefördert durch den Klimainnovationsfonds Stuttgart werden regionale Datensätze zusätzlich angereichert und um digitale Werkzeuge für regionale Kreislaufwirtschaft erweitert. Kombiniert mit dem standardisierten Verfahren zur Bestandserfassung, der Integration von BIM-basierten Ressourcenpässen und einem regionalen Marktplatz zur Wiedereinbringung hochwertiger Bauteile und Materialien werden Gebäude zum urbanen Rohstofflager und Materialströme zirkulär umsetzbar.

Das Ziel für öffentliche wie private Bestandshalter:

– Geschlossene, hochwertige Materialkreisläufe
– Bedarfsorientierte Infrastrukturplanung für Urban Mining
– Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz im Gebäudebestand

Image Image

Bekannt aus

Image Image Image Image