Schalt‘ dein Radio ein!
Mittwoch, 7. Januar 2026
Gern. Aber wie?
In der alten, analogen Welt hatten die meisten Geräte Schalter, mit denen man sie ein- und ausschalten konnte. Das sind kleine, feinmechanische Bauteile, die richtige, den kompletten Strom führende Kontakte miteinander verbinden. Das heißt: Wenn der Schalter auf “ein” steht, muss man nur Strom anlegen, und es war sofort an. Man kann solche Geräte also ganz einfach mit Schaltuhren oder Bewegungsmeldern einschalten. Das geht heute kaum noch. Das reine Anlegen der Betriebsspannung bewirkt nichts, weil es keinen mechanischen Schalter gibt, der den Kontakt aufrecht erhält, auch wenn keine Spannung mehr anliegt.
Wenn Geräte mit überwiegend digitalem Innenleben heute so tun, als ob man sie über einen Schalter ein- und ausschalten kann, ist das oft geflunkert, weil da – soweit ich das verstanden habe – eigentlich nur ein Taster einem Transistor sagt, dass er jetzt mal durchschalten soll und so die Spannung an die Stromkreise legt. Es muss also überhaupt eine Spannung anliegen, damit der Schalter seinen Schaltzustand kennt. (In dem Zusammenhang: Es gibt auch kaum noch Potentiometer, gar mit Anschlag links und rechts, sondern häufig nur noch Drehsteller, die Impulse an die Elektronik geben: Mach mal lauter, heller, leiser, dunkler: Was auch immer.)
Jetzt habe ich aber einen Anwendungsfall, bei dem ein Radio angehen soll, wenn man am Versorgungskabel Strom anlegt, z. B. weil die Steckdose über eine Lichtschalter betätigt wird oder so.
Die Lösung ist so hässlich wie unelegant: Oben auf das Radio habe ich ein sog. Servo aus dem RC-Modellbau geklebt. Das ist ein kleiner Stellmotor. Angesteuert wird das Servo von einem Arduino (neben dem Servo), der beim Anlegen der Versorgungsspannung das Servo einmal hin- und herdreht und dann in einer nicht endenden while-Schleife “festhängt”. An dem Ärmchen des Servos ist eine Stange angebracht, die den runden Knopf drückt und wieder loslässt, der das Radio einschaltet. Man braucht dann “nur noch” ein Netzteil mit zwei USB-Anschlüssen: Einen für das Radio und einen für den Arduino (oder eine Doppelsteckdose und zwei Netzteile).
Eigentlich wollte ich das so machen, dass der Arduino sich selbst seine Stromversorgung nach dem Servodrehen komplett abschaltet. Das ist auch hinzukriegen. Aber dass die Stromversorgung nach dem Aussschalten und beim nächsten Wiedereinschalten auch wieder hergestellt wird, habe ich noch nicht nicht geschafft. Der Stromverbrauch des Arduino hält sich allerdings auch sehr in Grenzen. Von daher besteht erst mal kein weiterer Handlungsbedarf.
Thema: Elektrisiert, Neues aus der Bastelbude | Kommentare (0)




