
Georg Wilhelm Friedrich Hegel
(1770-1831)
Hegel, Georg Wilhelm Friedrich, geb. 27. August 1770 in Stuttgart, studierte in T�bingen Theologie und Philosophie, war erst Hauslehrer in Bern, dann in Frankfurt. a. M., habilitierte sich 1801 in Jena, wo er Mitherausgeber des �Kritischen Journal der Philosophie� wurde find eine au�erordentliche Professur erhielt, die er 1805 aufgab. 1805-1808 war er Redakteur der �Bamberger Zeitung�, 1808-1816 Direktor des �gidiengymnasiums in N�rnberg, 1816-1818 Prof. in Heidelberg, von da an Prof. in Berlin, wo er eine au�erordentliche Zahl von H�rern hatte und als �preu�ischer Staatsphilosoph� galt. Er starb (an der Cholera) am 14. November 1831 in Berlin.
Hegel ist der bedeutendste Philosoph des 19. Jahrhunderts. Schwerf�llig und in seiner Ausdrucksweise oft dunkel, beweist er doch eine gewaltige logisch-spekulative Kraft, mit der er den Erfahrungsinhalt zur Einheit eines Systems des absoluten Idealismus zu verarbeiten sucht. Von Heraklit, Plato, Aristoteles, dem Neuplatonismus, Spinoza, Leibniz, Herder, Kant, Fichte und Schelling beeinflu�t, ist er der Begr�nder einer neuen Weltanschauung und Methodik geworden, des Panlogismus, der aus einer logischen (�dialektischen�) Denkbewegung den Erkenntnisinhalt ableitet und begreiflich macht und zugleich in der Welt selbst die Entfaltung eines objektiven Denkens oder Gedankengehaltes (�Begriffs�) erblickt. Alles Seiende ist Manifestation (objektive Erscheinung) einer absoluten Wirklichkeit, welche Idee, Vernunft, Denken ist und sich in der Natur wie im Bewu�tsein entfaltet. Aus seiner abstraktesten, allgemeinsten Form entwickelt sich (logisch, nicht zeitlich) das Absolute (das Weltsubjekt) bis zur Stufe des selbstbewu�ten, sein Wesen erfassenden absoluten Geistes. Im philosophischen Erkennen wiederholt sich der Weltproze� und so wird durch die Spekulation der Vernunft (das absolute Wissen) der Subjektivismus und Relativismus des mir auf endliche, �unwahre� Seinsbestimmungen gerichteten abstrakten Standpunktes der Reflexion, des Verstandes (vgl. Jacobi, Schelling) �berwunden und auch der Kritizismus Kants nur als Durchgangsphase anerkannt. Das Vertrauen zur konstruktiv-deduktiven Macht des spekulativen Denkens erscheint bei Hegel in seiner h�chsten Potenz, wenn Hegel auch den nicht zu �berwindenden irrationalen Rest in der Natur anerkennt.