Alle Räumlich-
keiten Westwerks sind barrierefrei
zu erreichen.
Westwerk wird freundlich unter-stützt von der Behörde für
Kultur u. Medien Hamburg.
Westwerk ist Mitglied im Clubkombinat Hamburg e.V.
▼ Coming of Age.
Aber es passierte auch Wunderbares: In einer dunklen Nacht am siebten Tag im Februar desselben Jahres* öffnete ein Haus in Hamburg seine Türen für eine allererste Veranstaltung. Der Abend brachte eine bunte Explosion von gemeinschaftlicher künstlerischer und musikalischer Lust und Energie, eine Party der kreativen trotzigen Selbstbestimmung. Die weitreichenden Folgen dieser Öffnung haben die damaligen Veran-
stalter:innen nicht reflektiert. Dass damit ein Ort entstand, der 40 Jahre später noch existieren wird und weiterhin unablässig veranstaltet.
Ein Ort für Kunst, Musik, Austausch und kulturelle Partizipation: Willkommen im Westwerk e.V.
Nun starten wir mit einem Jahresprogramm, das diese
Energie über vierzig Jahre hinweg mit euch zelebrieren will – in kultureller Komplizenschaft!
Es gibt auch traurige Nachrichten. Unser guter Freund Ulrich Dörrie ist
am 22. Januar verstorben. Er war schon lange ernst-
haft erkrankt, und auch wenn er seiner Krankheit mit geradezu trotzigem Optimismus entgegentrat, waren seine Kräfte am Ende erschöpft. Mit ihm verlieren wir einen lang-jährigen Mitstreiter, der sich als Liebhaber von un-
erschrockener Kunst und Literatur geradezu magnetisch von Hilka Nordhausens Buchhandlung WELT angezogen fühlte, bevor er seine erste eigene Galerie im Westwerk eröffnete.
Und das schon einige Wochen, bevor Westwerk selbst am 7. Februar 1986 seine Eröffnung feierte, worauf er mit Recht immer wieder gern hinwies. Er war ein umtriebiger Netzwerker, schon lange bevor dieser Begriff in aller Munde war. Und wir alle haben ihm viel zu verdanken. Schließlich war er es, der damals, als Westwerk zwar den Prozess gegen die Sprinkenhof AG gewonnen hatte, es aber klar war, dass die Stadt nicht lockerließ in ihren Bemühungen, die Fleetinsel zu räumen, Dr. Waitz ins Boot holte. Unvergessen die Nachtsitzungen, die wir damals mit den beiden und dem damaligen Kultursenator Dr. Ingo von Münch in der Galerie hatten, in dem Bemühen, ein für alle Seiten tragfähiges Konzept für die Straße auszuarbeiten. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
Auch wenn er schon lange mit gesundheitlichen Ein-
schränkungen zu kämpfen hatte, blieb er dem Wohlergehen der Straße solidarisch verbunden, so ging auch die Gründung der Westwerk-Verstärker mit auf seine Initiative zurück. Mit Ulrich verlieren wir ein Unikum, »one of a kind«, der tiefe Spuren in der Geschichte der Fleetinsel hinter-
lässt. Möge er in Frieden ruhen, wenn er nicht schon dabei sein sollte, im Jenseits neue Projekte zu entwickeln.