Freundinnen & Freunde der Weisheit! Warum wirken manche Menschen trotz Stress, Verantwortung und Krisen erstaunlich ausgeglichen? Der amerikanische Glücksforscher und Harvard-Professor Arthur C. Brooks ist überzeugt: Glück entsteht weniger durch äussere Umstände als durch bewusst gepflegte Gewohnheiten.
Vier Personen sitzen beim Abendessen. Einer erzählt ausführlich von einem Erlebnis, eine Zweite wartet sichtbar darauf, eine eigene Geschichte anzuschliessen, der Dritte greift einen Nebensatz auf, um das Thema zu wechseln. Alle sprechen, kaum jemand hört wirklich zu. Solche Situationen sind alltäglich. Gespräche scheitern selten daran, dass niemand etwas zu sagen hätte. Eher daran, dass jeder seinen Platz im Gespräch behaupten will.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Toxic Productivity beschreibt ein Mindset, in dem der eigene Selbstwert ausschliesslich von Erfolgen und Ergebnissen abhängt. Diesem Mindset kann man mit einfachen Mitteln entkommen.
1925 entdeckte der Klassikprofessor Carol Wight nachts in einer Maschinenwerkstatt einen ungewöhnlichen Leser. Ein Mechaniker lag auf dem schmutzigen Boden unter seiner Drehbank und las im Licht einer nackten Glühbirne Thukydides. Wight fragte ihn, weshalb er ausgerechnet einen griechischen Historiker aus dem fünften Jahrhundert vor Christus lese. Die Antwort war knapp: „because he makes me think“ – „weil er mich zum Denken bringt“. Thukydides helfe ihm zudem, die Gegenwart besser zu verstehen. [1]
Später stellte Wight jene Frage, die Studierende geisteswissenschaftlicher Fächer bis heute kennen: Was bringt dir das? Der Mechaniker deutete auf seine Drehbank und sagte: „I can shape steel with this; … I can shape men.“ Mit der Maschine könne er Stahl formen, mit dem Buch Menschen. [1] Auf diese Episode bin ich über einen Essay des Atlantic-Autors Elias Wachtel gestossen, der sie 2026 wieder aufnahm. [2] Der Mechaniker liest Thukydides nicht, um Fakten anzuhäufen, sondern um seine eigene Welt anders sehen zu können.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Im Alltag ist es oft schwierig, ambitionierte Ziele konsequent zu verfolgen. Viele herkömmliche Methoden setzen zu hohe Anforderungen, die schnell überfordern und demotivieren. Der MTO-Ansatz bietet eine praktikable Alternative, indem er realistische Ziele definiert und den individuellen Alltag berücksichtigt.
Wenn du einen bereits bearbeiteten Text später wieder zur Hand nimmst, kennst du vielleicht das Problem: Zahlreiche Stellen sind gelb, grün oder rot markiert, doch du weisst nicht mehr genau, weshalb eine Passage wichtig war oder was du daraus mitnehmen wolltest. Markierungen helfen dabei, Aufmerksamkeit zu lenken und relevante Stellen wiederzufinden. Sie ersetzen jedoch nicht die gedankliche Verarbeitung eines Textes.
Dabei lohnt sich eine einfache Unterscheidung. Eine Markierung hebt eine Textstelle hervor. Eine Annotation verbindet sie mit einem eigenen Gedanken, etwa als Randnotiz, Kommentar, Frage oder Verweis. Eine praktische Regel lautet deshalb: Ergänze wichtige Markierungen um mindestens einen eigenen Gedanken. Dafür reichen oft wenige Wörter. Entscheidend ist nicht die Länge der Notiz, sondern dass du mit der markierten Stelle gedanklich etwas machst.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Kennt ihr das? Der Alltag fühlt sich eintönig an, und ihr fragt euch, ob ihr etwas ändern solltet? Oft wird uns vermittelt, dass Routine langweilig ist und das Leben aufregender sein sollte. Doch aktuelle Forschungen zeigen, dass gerade alltägliche Gewohnheiten unser Wohlbefinden fördern und sogar die Kreativität steigern können.
Ich trage fast jeden Tag eine mechanische Armbanduhr. Das ist, nüchtern betrachtet, keine besonders vernünftige Entscheidung mehr. Mein Smartphone zeigt die Zeit genauer an, mein Computer ebenfalls, und selbst innerhalb der Welt der Armbanduhren wäre eine einfache Quarzuhr punkto Genauigkeit technisch überlegen. Meine mechanische Uhr schafft es sogar, jeden Monat einige Minuten von der objektiven Zeit abzuweichen – ein Feature, das mein Smartphone erstaunlicherweise nicht bietet. Trotzdem trage ich sie. Nicht trotz ihrer Überholtheit, sondern gerade deshalb.
Freundinnen & Freunde der Weisheit! Ob gesünder essen, regelmässig Sport treiben oder die Nutzung sozialer Medien reduzieren – viele unserer Vorhaben scheitern, weil wir uns zu stark auf Motivation verlassen.
Christopher Nolan hat Homers Odyssee ins Kino gebracht. Ein Stoff, dessen schriftliche Fassung rund 2700 Jahre alt ist, funktioniert 2026 noch immer als grosses kulturelles Ereignis. Die interessantere Frage ist allerdings eine andere. Warum beschäftigt uns eine Geschichte weiterhin, deren Welt von Göttern, Zyklopen, Sirenen und Zauberinnen bevölkert ist? Warum erscheint uns Odysseus trotz dieser gewaltigen historischen Distanz nicht völlig fremd?