from Deep carve
Musical inheritance is not reproduction. It is the ability to recognise, decode and transform what came before.
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from Deep carve
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from Deep carve
A hundred thousand Tech House tracks there lived a sad little Annie. She likd moving her ass. God, as usual approved of everything but then a giant Krater landed and bricked the audience.
from Deep carve
Poseidon pauses. “...I have a lot of pent-up energy.”
The sailor nods, thinks, then asks: “Okay, fair. But why the earthquakes? You're the sea god.”
Poseidon thunders back: “I am the god of the ocean! The deep is my domain! Respect the power of the sea!”
A sailor prays: “Lord of the Sea, why do you make the waves so high and the storms so fierce?”
from Deep carve
Why did Poseidon get banned from the book club?
He kept trying to “make a splash” with every chapter, and when nobody laughed, he threatened to flood the room.
And laughed he did.
from Chaos
Wer bist du? – Teil I Für mich ist Zeit haben das Ausstülpen meiner Anxiety. Nicht weil mein Kopf noch mehr rast und zum overthinken anregt als sonst, sondern weil ich alleine bin. Zeit mit Menschen zu verbringen, ist sehr praktisch, es erfüllt mich mich zu umgeben. Gespräch, Perspektiven, Erlebnisse. Die Kleinigkeiten des Alltags gemeinsam auseinander nehmen, schaffen von Räumen, dekonstruieren unserer Gedankenbarraken. Meist umgebe ich mich mit Menschen, die eher Gedankenbarraken bewohnen in denen sie sich selbst erzählen wie schlecht und unerträglich sie sind. Darüber verbinden wir uns. Wir kennen das Leid sich selbst am meisten zu hassen, weil uns früher andere zurückgelassen haben mit ihrem Hass. Wir versuchen uns Halt zu geben, einander Pfeiler einzubauen, die Wände zu streichen, Barraken in das allgemeine Gut: “Tempel” umzuwandeln. (Der Yoga und Selfawarenesshype sind nicht spurlos an uns vorbeigegangen.) Wir tauschen uns aus, über Menschen die uns beeinflussen, die uns verletzen, zu denen wir keinen Zugang erhalten und analysieren. Manchmal haben wir Glück und eine Person von uns ist gerade in Threapie. Dann trägt sie uns mit, ihre ThreapeutIn wird zu unserer und wir glauben daran, gemeinsam dadurch ein bisschen zu heilen. Für mich ist gemeinsame Zeit Heilung, der Austausch um über mich zu lernen und hinauszuwachsen, besser zu verstehen ist Wachstum und Teilhabe. Ich habe noch nie so ganz das Wachstum im Alleine-Sein sehen wollen, die Vorteile anerkennen können. Ich weiß, dass Menschen Alone-Time brauchen und manche Menschen mehr Rückzug benötigen, und dennoch frage ich mich manchmal wie doll dieses benötigte Abschottungsystem menschengemacht ist. Ich weiß schon, dass im gewollten Alleinsein die Nervensystemberuhigung schlummert. Die reizarme, ungestört und unbeeinflussbar Offenbarung des Selbst, eventuell zumindest. (Sowie sie das gleichermaßen eben auch im gemeinsamen tut! Ach dieses hin und her wird mich noch ewig beschäftigen!!!) Aber ich rede aus der Position, Zeit für mich alleine zu verabscheuen weil sie mich alleine, klein und ungewollt fühlen lässt und das ist ein Symptom aus etwas heraus. Alleine sein shiftet für mich schnell zur Einsamkeit. Ich fühle dann eine Tiefe in mir, die unendlich scheint. Gedanklich sitze ich auf ein Mal in der dunkelsten Ecke des Universums, Sekunden füllen halbe Ewigkeiten und ich kann mich dabei beobachten, wie der Rausch der Selbstauflösung in meinen Körper herum kriecht. Manchmal fühlt es sich wirklich so an. Als würde ich bei jedem nächsten Herzschlag explodieren aber es passiert nie. Der Druck quillt durch meine Membranen. Nie enden wollend schneidet mir jedes weitere Pochen ein Stück mehr von der Luftröhre ab und dabei zieht sich alles unerträglich in die Länge. Geduldig lass ich meinen Körper alle Stadien der ersehnten Explosion durchleben, bis ich am Ende doch nicht schonungslose zerreiße. Aus diesem Alleine Sein wird eine existenzielle Angelegenheit und ich beneide diejenigen, die sich selbst genügen. Die es einfordern alleine zu sein. Für sie wird aus meiner Existenzkrise, die einem Überlebenskampf gleicht, ihre Befreiung. Dieser Gedanke ist so absurd.
from Deep carve
What does humanity gain, what does it sacrifice, and how much of that gain reaches ordinary life?
CEPC — China's proposed 100 km ring needs to be built to strengthen China's scientific and technological capabilities, at a third of FCC's cost. FCC — CERN's proposed 91 km ring needs a cost-benefit analysis as it's a much larger investment, and it needs to be asked whether the cost of upgrading, at 15 billion CHF would be better allocated towards basic resources for the disadvanted, like means to make a living!
Water: 2.2 billion people still lack safely managed drinking water. Sanitation: 3.5 billion lack safely managed sanitation. Urban infrastructure: Developing countries face estimated annual investment needs of up to $2.7 trillion for resilient urban infrastructure and services. Housing: More than one billion urban residents live in slums or informal settlements.
If we can afford to spend tens of billions investigating the fundamental structure of the universe, what prevents us from treating the fundamental conditions of human life with comparable seriousness?
My preference would be to establish the scientific necessity of each machine independently, then compare the marginal benefit of the second collider against the best alternative uses of its resources.
What does everyday life actually gain? Medical technology: Detector technology, imaging, radiation applications Computing: Data processing, distributed computing, advanced software Engineering: Superconductors, vacuum systems, precision instrumentation Employment: Highly skilled jobs, industrial contracts, research careers Fundamental knowledge: Better understanding of matter, mass and the universe
Addendum: The CEPC should also be accountable for cost, environmental impact and practical returns. Endorsing it doesn't mean exempting it from scrutiny.
from El blog de Aetherius Eldritch
El verdadero origen del Samhain y la llegada del invierno.
El calendario actual marca el fin de año en diciembre, pero para los antiguos pueblos celtas el ciclo terminaba cuando caían las últimas hojas de los árboles. El Samhain era la festividad más importante de su cultura y marcaba el inicio de la mitad oscura del año. No era una noche de miedo o de seres malvados, sino un momento de pausa necesario para la supervivencia de las comunidades. En una época sin luz eléctrica ni refrigeradores, la llegada del frío significaba que el ritmo de la vida cotidiana tenía que cambiar por completo para alinearse con los tiempos de la Tierra.
La antropología nos enseña que esta fecha dividía el año en dos etapas muy claras: el tiempo de la luz y las cosechas, y el tiempo del frío y el silencio. Durante los días de Samhain, la gente sacrificaba al ganado que no sobreviviría al invierno y guardaba la carne y los granos en bodegas de piedra. El fuego jugaba un papel central en la comunidad. Las familias apagaban las fogatas de sus casas y los sacerdotes encendían una gran hoguera central en el bosque utilizando maderas sagradas. Cada jefe de familia tomaba una brasa de ese fuego para encender de nuevo su hogar, uniendo de forma simbólica a todo el pueblo ante las dificultades del invierno.
Desde la psicología de Carl Jung, esta transición refleja la necesidad de mirar hacia el interior de nuestra mente. El invierno representa la sombra, el inconsciente y las etapas donde las cosas parecen morir para poder renovarse después. Los celtas creían que en esta fecha la frontera entre el mundo de los vivos y el de los antepasados se volvía muy delgada. En lugar de huir de los recuerdos, ponían un plato extra en la mesa para honrar la memoria de los familiares que ya no estaban. Los rituales de Samhain ayudaban a procesar el duelo y el miedo a la muerte a través del apoyo comunitario.
Hoy en día, rescatar el significado de esta festividad nos ayuda a entender que los momentos de descanso y oscuridad son lógicos y saludables. La sociedad moderna nos exige producir y estar activos todo el año a la misma velocidad. El Samhain nos recuerda que, al igual que los árboles pierden sus hojas y la tierra descansa bajo la nieve, los seres humanos también necesitamos periodos de silencio para recuperar fuerzas. Entender este ciclo antiguo es una herramienta útil para cuidar la salud mental en un mundo que nunca apaga las luces.
— Amber Luna, Bruja y Antropóloga

from rucolar
Jason Miller und Max von Sydow am Filmset
Letzte Woche war ich krank. Ich hatte mir einen heftigen grippalen Infekt zugezogen und lag fiebrig und schleimend im Bett. Um in dem Zustand nicht lohnarbeiten zu müssen, schleppte ich mich am Montag gegen 9 Uhr in eine Arztpraxis. Ich betrat den herrschaftlich wirkenden Altbau über einer rassistisch benannten Apotheke, trug der Angestellten mein Anliegen vor und kroch ins Wartezimmer. Eine dreiviertel Stunde später wurde ich behandelt, zunächst von einer medizinstudentischen Person im Praktikum und dann vom praktizierenden Arzt. Mund und Rachen, Herz und Lunge wurden begutachtet, und mir war die Situation extrem peinlich, weil ich durch die Krankheit geistig benebelt war und nur jeden zweiten Satz verstand. Am Ende gabs ein Scheinchen und Rezepte für allerlei Mittel. Ich kroch nach Hause und schlief drei Tage.
Nach diesen drei Tagen war ich langsam wieder in der Lage, Medien zu konsumieren, und scrollte durch die ZDF-Mediathek. Dort sprang mir 'The Popes Exorcist' ins Auge, ein relativ neuer Horrorstreifen aus dem Jahr 2023, mit Russell Crowe in der Hauptrolle als Teufelsaustreiber. Ich hab den Film eigentlich nur angemacht, weil ich den Titel so gedeutet habe, dass der Papst exorziert wird, und das stellte ich mir lustig vor. Eine Lachnummer war der Film jedenfalls, aber aus anderen Gründen. In verkitschter katholischer Ästhetik wird den Zuschauern ein billiges Gruselkabinett aufgetischt, größtenteils humorlos und mit Gewaltspitzen, die eher unfreiwillig komisch wirken. So wird gleich zu Beginn ein Schwein erschossen, nachdem ein Dämon sich dessen bemächtigt hatte. Und ich lag fassunglos vor meinem Laptop und dachte: Ihr könnt doch nicht ernsthaft dieses Schwein erschießen und mit euch zufrieden sein? Wie verroht muss diese Kirche sein, und wie verroht ist ein Film, der das ohne ironische Brechung als Lösung präsentiert? Ich skippte dann durch den Film, der mich nach der ersten Szene verloren hatte, und bekam mehr Vatikan-Kitsch mit Leuten in Roben, die reden wie Jediritter, dazu klischierte Darstellungen von Besessenheit, die niemanden mehr erschrecken. Diese Verrenkungen und das Eitergespucke sind popkulturelle Referenzen, die schon vor Jahrzehnten in einer Staubsaugerwerbung oder einer mittelmäßigen Leslie-Nielsen-Komödie parodiert wurden. Dass der Film trotz allen Exzessen so unglaublich bieder wirkt, kann auch daran liegen, dass er sich auf die Aufzeichnungen eines vermeintlich echten Exorzisten des Vatikans bezieht und so jegliche Kraft der Fiktion verliert.
Noch am selben Abend war klar: Ich musste mal wieder das Original schauen. Zum ersten Mal sah ich 'Der Exorzist' aus dem Jahr 1973 in meiner Jugend, als ich eine üble Mandelentzündung hatte. Damals war es der perfekte Krankheitsfilm, vielleicht auch nur, weil es gut tat, zu sehen wie ein anderer Körper leiden muss. Und auch jetzt konnte der Film einen Eindruck bei mir hinterlassen, ach was schreibe ich, ihn nach all der Zeit erneut zu sehen, war überwältigend. Es war, wie einen alten Freund zu treffen, der in Würde gealtert ist, den man zu den selben Themen wie früher befragen kann und der dennoch mühelos den Bezug in die Gegenwart findet. Eine bedrückende Stimmung zieht sich durch den gesamten Film, lange bevor am Ende tatsächlich kurz Schleim gespuckt und Köpfe verdreht werden.
'Der Exorzist' von Friedkin und Blatty entfaltet nach wie vor eine unheimliche filmische Kraft und erzählt dabei in epischer Breite und mit einem hochinteressanten Figurenensemble. Aber was erzählt der Film eigentlich? Die Handlung ließe sich schnell zusammenfassen, und dennoch wäre damit recht wenig über den Film ausgesagt. Denn neben der eigentlichen Handlung lässt der Film Raum für vielfältige Deutungen, Analysen und Interpretationen.
Eine Zusammenfassung der Handlung für jene, die den Film (länger) nicht gesehen haben, bietet die Wikipedia. Ich will dieser Stelle nur kurz auf den räumlich-zeitlichen Kontext und die Figurenanordnung eingehen. 'Der Exorzist' spielt überwiegend in Georgetown, einem Stadtteil von Washington, D.C., zu Beginn der 1970er Jahre. Wir sind ganz nah dran am Zentrum imperialistischer Macht und an der Watergate-Affäre, eigentlich ein perfektes Setting für Polit-Thriller wie 'Die drei Tage des Condor' (erschienen 1975). Die Schauspielerin Chris (Ellen Burstyn) ist für einen Filmdreh dorthin umgezogen, mitsamt Tochter Regan (Linda Blair) und einem kleinen Stab an Bediensteten wie einem Kindermädchen und einem Hausdiener. An der Georgetown University arbeitet derweil der Priester Damien Karras (Jason Miller) als Psychologe, während sein greiser Kollege Lankester Merrin (Max Von Sydow) von einer archäologischen Ausgrabung im Irak in die Stadt zurückkehrt.
Die medizinischen Szenen hatten einen bedeutenden Anteil an den heftigen Reaktionen damaliger Kinogänger*innen
Man kann den Film lesen als Versuch einer patriarchalen, bürgerlichen Gesellschaft, ein Mädchen auf dem Weg zur Frau einzuhegen. Die erste Auffälligkeit, die die junge Regan zeigt, spielt sich während einer ärztlichen Routineuntersuchung ab und wird nur in indirekter Rede wiedergegeben. Zögernd erklärt der behandelnde Arzt der Mutter Chris, ihr Kind hätte ihn aufgefordert, seine Hände “von ihrer gottverdammten Fotze” zu lassen. Während Mutter und Arzt schockiert sind von der Wortwahl, kann diese Äußerung in anderen Kontexten durchaus als feministische Forderung nach medizinischer Selbstbestimmung oder gegen sexualisierte Gewalt im Medizinbetrieb gelesen werden, vor allem vor den Hintergrund der Frauenbewegungen der frühen Siebziger Jahre, in denen Film spielt und entstanden ist. Es erscheint völlig naheliegend, dass Regan einen feministischen Slogan wiedererkannt und aufgegriffen hat, etwa aus einem Fernsehbericht oder von einer Demonstration. Später, wenn der Dämon verstärkt von Regan Besitz ergriffen hat, verändert sich ihr Aussehen, und sie spricht mit tieferer Stimme. Interessanterweise wurden Gesicht und Stimme des Dämonen jeweils von Frauen dargestellt, während dessen Geschlechtlichkeit uneindeutig bleibt. Der ganze Prozess des Besessen-Seins hat also interessante vergeschlechtlichte Elemente. Es ergeben sich Parallelen zur Pubertät und zum Umgang mit Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen.
Die Art und Weise, wie der Film die medizinischen Zugriffe auf Regans Körper darstellt, ist präzise recherchiert, aber nicht neutral. Insbesondere die Szene, in der eine Angiografie durchgeführt wird, ein heute veraltetes Verfahren zum Untersuchen von Blutgefäßen, führte seinerzeit bei manchen Zuschauer*innen zum vorzeitigen Verlassen des Kinosaals. In diesen langen und mitunter schwer auszuhaltenden Sequenzen wird die ganze Brutalität offengelegt, die ein eigentlich wissenschaftlich-neutrales System gegenüber Körpern an den Tag legt, die als weiblich markiert werden. Regan bekommt schließlich auf Gutdünken der Ärzte Ritalin verschrieben, worauf sich ihre Situation nur verschlimmert.
Die ganze Ratlosigkeit der Ärzte gegenüber dieser Körper, die mitunter ignoranten bis gewaltsamen Behandlungen und das Umdeuten unbekannter Symptome als 'Nervenkrankheit' werden im Film ausgebreitet. Dabei handelt es sich um keine Fantastik, sondern um den ganz alltäglichen Horror im Leben vieler Frauen und als Frauen gegenderter Menschen, den der medizinische Komplex ihnen bereitstellt. Allgemeiner hat Medizin einen normierenden und disziplinierenden Charakter: Sie hilft den Menschen nicht einfach, sondern stellt sicher, dass sie langfristig funktionierende und arbeitende Teile ihrer Gesellschaft bleiben. Entscheidende Stufen der Eskalation in Regans Verhalten geschehen nicht in Isolation, sondern in Gesellschaft, etwa während einer Hausparty, zu der Chris allerlei Bekanntschaften aus der bürgerlichen Upperclass geladen hat. Hier wird ganz deutlich: Die Krankheit steht nie für sich, sondern immer in Relation zu dem, was eine Gesellschaft als 'normal' oder 'gesund' bewertet. Wenn wir über Subgenres reden, können wir also durchaus festhalten, dass 'Der Exorzist' medizinischer Horror ist. Ob es sich auch um religiösen Horror handelt, wie so oft beschrieben, schauen wir uns jetzt genauer an.
In Georgetown sind sich Religion, Wissenschaft und US-Machtpolitik ganz nah
Die religiöse Komponente wird zunächst gar nicht über Regan verhandelt, sondern in einer Parallelhandlung um den Jesuitenpater Karras. Der arbeitet an der ebenfalls jesuitischen Georgetown University als Psychologe und hadert mit Gott. Vor allem die Situation seiner migrantischen Mutter, die in ärmlichen Verhältnissen vor sich hin existiert und schließlich in einem Irrenhaus stirbt, stürzt ihn in eine tiefe Glaubenskrise. Er widmet sich seinen Hobbys, Saufen und Boxsport, und diskutiert mit einem Kollegen über seinen Ausstieg. Über einige Umwege gerät er schließlich an Chris, die ihrerseits wiederum den Glauben an das medizinische System verloren hat. Die Vermutung, dass ihre Tochter besessen sei, weißt Karras zuerst entschieden zurück. Handelt Karras hier nur aus wissenschaftlicher Vernunft als Psychologe, oder verdrängt er auch (unterbewusst) seine Religion aus dem Raum des Möglichen?
Gegen das materielle Elend, dass der Kapitalismus produziert, ist die Religion nutzlos. Karras erlebt die dunkle Kehrseite des amerikanischen Traums in seiner ganzen Härte und Konsequenz. Der Film zeigt immer wieder dieses Elend durch seine Augen, zeigt Obdachlosigkeit und Verwahrlosung inmitten der kapitalistischen Zentren New York und Washington und unweit der Eliteuniversität, an der Karras arbeitet. In Karras findet eine Entzauberung statt, denn er weiß sehr wohl, dass dieses Elend keine Strafe Gottes ist, sondern menschengemacht und in dieser Gesellschaft angelegt. Dass es schließlich die Besessenheit Regans ist und damit der absolute Ausnahmezustand, der Karras zurück auf den kirchlichen Pfad bringt, ist eine feine Ironie und ein Moment von Religionskritik in einem Film, der gemeinhin als fromm wahrgenommen wird.
Was sagt es über ein System aus, in dem dieser Ausnahmezustand nötig ist, um es zu stabilisieren? Warum fällt es leichter, an Gott zu glauben, wenn der Teufel direkt zu einem spricht? Die kirchlichen Vertreter reagieren beschämt und zurückhaltend auf die Möglichkeit einer Besessenheit, denn sie sind sich des theologischen Zwiespalts bewusst. Den Dämon mit der Kraft des Glaubens zu bekämpfen, ist zugleich Machtdemonstration und Eingeständnis von Schwäche. Die Kirche, einst eine weltweite Hilfsorganisation, ist hilflos angesichts der Massenverelendung, die die moderne kapitalistische Gesellschaft hervorbringt. Doch wenn es darum geht, den Teufel aus einem zwölfjährigen Mädchen herauszuprügeln, sieht sie sich der Aufgabe noch geradeso gewachsen.
Viele Analysen übersehen, dass der Exorzismus im Film genau genommen fehlschlägt. Am Ende sind beide Priester tot, und Regan kann nur befreit werden, indem Karras sich opfert, den Dämon von ihr übernimmt und sich daraufhin aus dem Fenster stürzt. Zum Glück steht dem dahinscheidenden Geistlichen in letzter Sekunde ein Kollege zur Seite, der ihm die Beichte abnimmt. Wenn der Abspann beginnt, steht die Frage im Raum, wen der Exorzist gerettet hat: War es das Mädchen oder Gott?
Neben diesen beiden sehr präsenten Interpretationsträngen gibt es einige weitere interessante Ansätze, die sich aus Nebenhandlungen und -Figuren ergeben: Chris spielt in einem Film mit, der die Studentenproteste der 1960er behandelt. Dort scheint sie eine Rolle einzunehmen, die dafür plädiert, dass das System nur von innen heraus reformiert werden kann. Eine reaktionäre Botschaft, von der Chris anscheinend nicht überzeugt ist, da sie den Film abfällig als Disney-Version der Vietnam-Geschichte bezeichnet. Überhaupt scheint sie nur an dem Projekt teilzunehmen, weil sie mit dem Regisseur Burke befreundet ist[^1]. Dass nun gerade dieser Burke eines Nachts auf Regan aufpassen soll, die Nacht nicht überlebt, und daraufhin untersucht wird, ob er sich in ihrem Zimmer aufgehalten habe, wirkt wie die verdrehte Version eines sexualisierten Übergriffs. Möglicherweise verweist dieser Handlungsstrang auch auf die Schattenseiten der Filmindustrie.
Was hat es mit dem zu Burkes Tod ermittelnden Lieutenant Kinderman auf sich, der mehrere Männer ins Kino einlädt und mit seinem witzelnd-analytischen Auftreten an eine Agatha-Christie-Figur im falschen Film erinnert? Hat der Hausdiener Karl eine Nazivergangenheit, obwohl er betont, aus der Schweiz zu sein? Warum spricht die besessene Regan in einer Szene rückwärts, als würde sie sich moderner Audiotechnik bemächtigen? Sind die im Haus verteilten Vogelfiguren an den Dämon angelehnt oder persiflieren sie amerikanische Hoheitssymbole? Und warum ergreift der Dämon kurz von einer Dunstabzugshaube Besitz?
Der Film ist vollgestopft mit solchen rätselhaften Details und Nebensächlichkeiten, die nicht direkt zum Grusel beitragen, aber das Feld für Interpretationen stark erweitern. Während moderner Horror oft keine Gesellschaft zu kennen scheint, es sei denn er schimpft sich 'elevated', ist 'Der Exorzist' eingebettet in gesellschaftliche, politische und zeitgeschichtliche Kontexte und kann auf diese Weise viel mehr sein als eine populärkatholische Geisterbahn.
Während ich meine Grippe ausbrüte, schaue ich an die Decke und auf den Boden. Was spielt sich in den Wohnungen über und unter mir ab? Eine große Faszination von 'Der Exorzist' liegt für mich auch darin, dass der Horror überwiegend in der häuslichen Sphäre stattfindet. In den Räumen, in die wir uns bei Krankheit zurückziehen, haben Dritte für gewöhnlich keinen Einblick. Das Filmset von Regans Zimmer wurde stark heruntergekühlt, damit der Atem der Figuren sichtbar wurde. Einige Mitglieder von Cast und Crew wurden ernsthaft krank oder zogen sich Verletzungen zu, manche starben während des Drehs, dessen Abschluss mehrfach nach hinten verschoben wurde. Bald wurde über einen Fluch am Set spekuliert, und einige an der Produktion beteiligte Personen ließen sich zu Aussagen hinreißen, die dieses Narrativ stützten. Tatsächlich handelte es sich weniger um einen Fluch, als um eine Produktion, die viele der Beteiligten an ihre körperlichen Grenzen brachte.
Diese sichtbare Erschöpfung in den letzten Szenen des Exorzismus macht den Film zur perfekten Krankheitsunterhaltung. Ich empfehle dazu einen Cocktail aus Kamillentee, Hustensirup, Islandmoospastillen und Paracetamol.
Dieser Text wurde unter der CC BY-ND 4.0 Lizenz veröffentlicht.
[^1]: Ob es sich bei dem exzentrischen Europäer um eine Parodie Roman Polanskis handelt, bleibt umstritten, immerhin spielte sein Darsteller Jack MacGowran zuvor in einigen Polanski-Filmen mit, am prominentesten in 'Tanz der Vampire'.
from El blog de Aetherius Eldritch
Mientras todo el mundo se concentra en los disfraces y los dulces de plástico, hay una tradición mucho más antigua y sabia que ocurre justo ahora. Para quienes siguen los caminos del paganismo ( como con Aetherius Eldritch ) estos días marcan el Samhain, el verdadero año nuevo celta. No es una fiesta de terror, sino el momento en que la naturaleza avisa que la cosecha terminó y que la tierra necesita descansar en los meses de frío.
La idea de esta fecha es bellísima y muy humana: respetar los ciclos. Los antiguos sabían que la oscuridad y el frío no son cosas malas, sino partes necesarias de la vida para poder renovarse. En estos días se cree que la línea que nos separa de los que ya no están se vuelve muy delgada, por lo que es la temporada ideal para recordar a los antepasados con cariño, encender una vela por ellos y agradecer la herencia que nos dejaron.
Hoy en día, esta celebración sigue viva lejos del ruido de las tiendas. Se vive en la tranquilidad de la casa, poniendo altares sencillos o simplemente pensando en lo que funcionó y en lo que debemos soltar para empezar limpios el nuevo ciclo. Recordar las raíces es la mejor forma de entender quiénes somos y hacia dónde vamos.
S.P. Filósofa Urbana

from El blog de Aetherius Eldritch
Un recorrido por el principio de responsabilidad y equilibrio que guía la ética del paganismo moderno
Dentro de los senderos de las viejas tradiciones paganas, especialmente en la Wicca, no existen libros de mandamientos rígidos ni amenazas de castigos eternos en el más allá. En su lugar, la brújula moral se apoya en la plena conciencia de la naturaleza y en la responsabilidad absoluta de nuestros actos. El pilar fundamental que sostiene esta forma de entender el mundo es la famosa Ley de las Tres Veces, una regla ética sumamente sabia que nos recuerda que todo lo que enviamos hacia el exterior, ya sean pensamientos, palabras o acciones, regresará inevitablemente a nuestra vida multiplicado por tres.
A diferencia de lo que muchas personas creen fuera de la tradición, este principio no funciona como un castigo divino ni como un juez que vigila desde el cielo. Se comprende más bien como una ley natural de causa y efecto, muy similar a lanzar una piedra en aguas tranquilas; las ondas siempre regresan al punto de origen. El número tres no es una cifra al azar; representa los tres niveles de nuestra existencia que se ven afectados por lo que hacemos: el cuerpo, la mente y el espíritu. Si una persona decide actuar con honestidad, brindar apoyo a quien lo necesita o enviar energía de sanación al mundo, esa vibra positiva regresará a su entorno multiplicada en esas tres áreas de su vida. Por el contrario, si obra con dolo, egoísmo o busca perjudicar a alguien de forma consciente, la misma fuerza destructiva volverá para desestabilizar su propio camino.
Esto vuelve al paganismo una práctica de madurez constante. No se trata simplemente de evitar hacer el mal por miedo a una consecuencia, sino de comprender que formamos parte de una red viva donde todos estamos conectados. Cada intención que ponemos en marcha es como una semilla que dejamos caer en la tierra. La Ley de las Tres Veces es una invitación a mirarnos al espejo, a cuidar la calidad de lo que guardamos en el corazón y a entender que somos los únicos arquitectos de nuestro destino y de la armonía que nos rodea.
— A. Eldritch, Periodista, Locutor, podcaster y bloger del fediverso

from Feditv
from Feditv
from Feditv
from Feditv
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Album 34/52 Nun also eine Band, mit der ich quasi groß geworden bin. Die Foo Fighters sind wie die Beatles meiner Generation. Jeder hat zumindest einen Song, den derjenige gut findet. Bei mir sind es ein paar mehr, aber ich hatte den Eindruck, dass die Band älter und ruhiger geworden ist mit den Jahren. Dann kam 2022 und Taylor Hawkins ist nicht mehr unter uns. Das darauffolgende Album war Trauerarbeit, die jetzt mit diesem Album fortgesetzt wurde. Nicht melancholisch, nicht traurig, sondern mit einer neuen, alten Frische. Die Songs gehen direkt in den Nacken und machen einfach Spaß. Kurz und knackig sind sie, wie es im Punk eben sein soll. Jede Menge Verzerrung und ein Sound, der manchmal fast nach Garage klingt. Die Foo Fighters klingen fast wieder wie auf ihren ersten Alben. Nur besser produziert.
Was mich überrascht hat, ist der Gegensatz zwischen der Musik und den Texten. Die Songs geben Vollgas, die Texte sind aber selbstreflektiert, zum Teil melancholisch, und man merkt, dass die Band älter geworden ist und die vergangenen Jahre Spuren hinterlassen haben. Ich habe das Gefühl, dass der Tod von Taylor Hawkins noch sehr in dem Songwriting mitschwingt.
Alle Songs haben ein sehr hohes Niveau und kaum einer fällt ab, wobei der Titeltrack noch einer der schwächeren ist. Der beste Song ist gleichzeitig der melancholischste und persönlichste auf dem Album.
Wieder ein tolles Album der Foo Fighters.
Lieblingssongs:
Bewertung: 9/10