
Noch ein Nachtrag zu meinem kleinen Weg von Clausthal nach Altenau.
Abgeschrieben aus „Goethes Harzreisen“ von Rolf Denecke (gibt’s leider nur noch antiquarisch):
Nach zwei gelösten, fröhlichen Tagen in Clausthal, an denen der Dichter ganz der Gegenwart gelebt hatte, kehrte nämlich jene innere Unruhe zurück, die ihn in den Harz hatte reisen lassen. Jetzt drängte es ihn, in diesem Gebirge das geheime Ziel zu erreichen, das er bisher noch niemandem, auch der geliebten Frau nicht, genannt hatte: der Brocken. Er machte sich also am Abend des 9. Dezember auf nach Altenau, ritt acht Kilometer allein durch den tief verschneiten Wald, und alles mögliche ging ihm in der großen Einsamkeit der im Mondlicht ruhenden Winterlandschaft durch den Kopf: er erinnerte sich an seine Kindheit; er dachte an den Herzog, seinen besten Freund; wieder sann er über die Wechselbeziehung von Natur und Abenteuer nach – der erste Brief an Charlotte aus Rübeland ließ das Thema anklingen; seine schwere Krankheit in Leipzig fiel ihm ein und die fürsorgliche Mutter, die ihn im Elternhaus gesund gepflegt hatte, wozu ihr ein der Frohnatur ihres Herzens gemäßer Bibelspruch die Kraft gab.
Der Harz als Krisenbewältigungsort. Die Brockenbesteigung als Schicksalsprüfung.
Auf dem Foto: der Wald zwischen Clausthal und Altenau, im Hintergrund schimmert ein Teich durch.





War ja klar, das ER unterwegs auftaucht. Schließlich geht es beim Wasserregal um Bergbau und das war eine der Kernkompetenzen des großen Weimaraners. Remember: Die erste Harzreise 1777, im November und Dezember, die am Ende von Clausthal nach Altenau führt und von da schnurgerade auf den Brocken. Am 9. Dezember besichtigte Goethe unter anderem das Mineralienkabinett des Apothekers Johann Christoph Ilsemann in Clausthal. Der hatte seine Apotheke gleich gegenüber der imposanten Marktkirche, die die größte Holzkirche in Deutschland ist und vor allem innen wirklich imposant ausschaut.






