Wiedergelesen. Torquato Tasso. Geschrieben ab 1780, fertig gestellt 1790, uraufgeführt 1807 (erst!). Es dauert eine Weile, bis ich mich wieder in das Versmaß und die (für heutiges Empfinden) langatmigen Dialoge reinfinde.
Kleine angeberische Anmerkung: Ich habe gerade Karl Ove Knausgard „Leben“ gelesen, da ist sprachlich natürlich ganz was anderes geboten, obwohl es in beiden Werken (auch) um den Dichter/Schriftsteller und seine Arbeit geht.
Also Torquato:
Erster Aufzug, 2. Auftritt
Leonore: (…) Es bildet ein Talent sich in der Stille,
Sich ein Charakter in dem Strom der Welt.
(…)
Alfons: Die Menschen fürchtet nur wer sie nicht kennt,
Und wer sie meidet wird sie bald verkennen.
Das ist sein Fall, und so wird nach und nach
Ein frei Gemüt verworren und gefesselt.
So ist er oft um meine Gunst besorgt
Weit mehr als es ihm ziemte; gegen viele
Hegt er ein Mißtrauen, die, ich weiß es sicher,
Nicht seine Feinde sind. Begegnet ja
Daß sich ein Brief verirrt, daß ein Bedienter
Aus seinem Dienst in einen andern geht,
Daß ein Papier aus seinen Händen kommt,
Gleich sieht er Absicht, sieht Verräterei
und Tücke die sein Schicksal untergräbt.
Das liest sich so schön klassisch weg, und swingt im Versmaß (welches genau ist es nochmal?), und ein paar All-time-high-Zitate sind auch noch drin.
Nice.
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