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        <title><![CDATA[Stories by Manuel Doré on Medium]]></title>
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            <title>Stories by Manuel Doré on Medium</title>
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            <title><![CDATA[Vollgummi, der Bericht]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Sat, 06 Sep 2025 12:12:49 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*deSQvlIGjpoumDRHH7Tdqg.jpeg" /></figure><p>21. Episode des Podcasts Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F4Qfhpwr9rtMxcttvqYYErE%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F4Qfhpwr9rtMxcttvqYYErE&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-fa.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1fb0cd7a4860fdde40bbd8850d&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/e64bd23456e38b88ada871c50e8564d5/href">https://medium.com/media/e64bd23456e38b88ada871c50e8564d5/href</a></iframe><p>Im letzten Februar habe ich mich für ein Ultra-Cycling-Rennen angemeldet. Es heisst Vollgummi. Start und Ziel von diesem Event sind in Burgdorf, ungefähr 20 km nordöstlich von Bern. Das Rennen geht darum, 6 Checkpoints in einer bestimmten Reihenfolge zu erreichen. Zwischen den Checkpoints darf man selbst wählen, welche Strasse oder welchen Weg man nimmt. Wenn alles gut läuft, fahren wir etwa 500 km mit 8000 Höhenmetern, und wir haben 3 Tage Zeit bis ins Ziel.</p><p>Am Tag vom Start nehme ich den Zug in Bern um 7:15 nach Burgdorf. Andere Radfahrende machen auch die gleiche Fahrt, und ich treffe Laura und Maria Anna. Was ich finde super ist dass 35 % von den Teilnehmenden Frauen sind. Das ist besser als bei den meisten, vielleicht sogar bei allen Ultra-Rennen. Gut für die Frauen, weil sie sich wohlfühlen bei so einem Event. Aber auch für mich, ich mag nicht so gern, wenn es zu männlich ist.</p><p>In Burgdorf, am Startplatz, machen wir den Check-in. Wir bestätigen dass wir da sind, und bekommen unseren Tracker. Wir kriegen auch eine Goodie-Tasche von Veloplus, einem Sponsor vom Rennen. Darin ist zum Beispiel Pasta in Fahrradform. Wir bekommen auch unsere Karte, die wir bei jedem Checkpoint stempeln müssen.</p><p>Alles geht schnell, und schon startet die erste Gruppe um 8:30. Meine Gruppe geht nach vorne, Alexandra, die Organisatorin, gibt uns Infos und wünscht uns viel Spass. Und um 8:40 fahren wir los, hinter einem Radfahrer von der Organisation. Er begleitet uns bis wir aus der Stadt sind. Dann stellt sich der Guide an den Strassenrand, und wir sind allein, vor uns die Challenge Vollgummi.</p><p>Die ersten 9 km sind Pflichtstrecke, und da ist schon ein erster Anstieg von 7 km. Ich fühle mich fit und trete ziemlich stark in die Pedale.</p><p>Das ist auch ein bisschen mein Plan für dieses Rennen. Seit Anfang vom Jahr habe ich viel gefahren, fast 8000 km seit Januar. Also bin ich ziemlich gut vorbereitet. Ich sage mir: dieses Mal probiere ich, ein bisschen mehr Gas zu geben als sonst. Ich will nicht gewinnen, ich habe weder Lust noch das Niveau dafür, aber ich will so effizient wie möglich sein. Wenig Pausen machen und einen guten Rhythmus auf dem Rad halten.</p><p>Zuerst müssen wir zum 1. Checkpoint, 33 km vom Start, mit mehr als 800 Höhenmetern. Am Ende gibt es noch einen Anstieg von 5 km mit 7%. Das ist typisch für dieses Rennen: alle Checkpoints sind auf einem Berg. Die Steigungen gehen von „schwer“ bis „sehr schwer“. Die Schwierigkeit ist nicht die Länge, sondern die steilen Stücke. Bei diesem ersten Checkpoint sind die letzten 700 m im Schnitt 12,6 %. Ich komme oben an, lasse meine Karte stempeln, und fahre direkt runter Richtung Checkpoint 2.</p><p>Wir sind hier im Emmental, an der Grenze zum Kanton Luzern, und jetzt fahre ich Richtung Jura Bernois. Gegen 10:30 mache ich eine flache Strecke von ca. 40 km. Es wird schon warm. Ich habe heute Morgen genug Essen mitgenommen, aber Wasser muss ich regelmässig auffüllen. Ich fahre flüssig durch die Stadt Solothurn, und danach nehme ich die Strasse N5. Sie ist gerade und ziemlich langweilig, aber sehr schnell. Bis Biel, etwa 25 km von hier, fahre ich fast 30 km/Std im Schnitt, ohne anhalten und ohne viele Stopps. Und ich nutze diesen ruhigen Moment, um mich in dem Lenkeraufsatz zu setzen und zu schauen, wo die anderen sind. Ich merke, dass nur wenige den Weg südlich vom Juragebirge nehmen. Die anderen haben eine parallele Route genommen. Ich frage mich, warum sie das gemacht haben, aber das werde ich später verstehen.</p><p>In Biel finde ich einen Brunnen, fülle meine Flaschen auf und mache Pause, um Sonnencreme aufzutragen. Es ist kurz nach Mittag und die Sonne brennt stark. Es gibt viele Dinge, die wichtig sind, damit ein Ultra gut läuft. Sonnenschutz ist wirklich nicht zu unterschätzen.</p><p>Es sind noch 22 km bis zum nächsten Checkpoint. Jetzt geht es direkt in den Jura. Die Schweizer Seite vom Jura ist beeindruckend, denn im Südosten liegt die Ebene und direkt dahinter erhebt sich ohne Zwischenraum der Jura. Ich fange an zu hochfahren und komme ins Taubenloch-Tal. Ich fahre durch eine grosse Zementfabrik. Wir sind tief im Tal, und überall sind Hallen aus Blech und grosse Silos. Schön ist es nicht, aber irgendwie spannend.</p><p>Dann beginnt der letzte Anstieg. Zuerst fahre ich den Col de Pierre Pertuis hoch, 3 km ziemlich locker. Danach führt mich meine eigene Route in den Wald, und plötzlich geht es steil bergauf, mit Steinen, die viel grösser sind als meine 30mm-Reifen. Die Steigung ist über 15 % und ich muss von meinem Fahrrad absteigen und zu Fuss gehen.</p><p>Mit meinem Rennrad habe ich hier eigentlich nichts zu suchen. Jetzt verstehe ich, warum die anderen eine andere Route gewählt haben. Ich gehe weiter hoch und hoffe, dass es nicht zu lange dauert. Ich weiss nur, dass es im Schnitt 10 % für die nächsten 3 km gibt. Das ist mein erster Navigationsfehler. Zum Glück nicht zu schlimm. Ich schiebe 700 m, dann entscheide ich, nicht mehr dem GPS zu folgen, um aus dieser misslichen Lage herauszukommen und so schnell wie möglich wieder auf mein Fahrrad zu steigen. Und das war eine Gute Idee, weil ich finde schnell einen Weg mit weniger Steigung und kleineren Steinen. Bald sogar etwas Asphalt. Nach ein paar hundert Metern bin ich wieder auf meiner Original-Route. Es geht weiter hoch, immer noch etwa 10 %. Es ist ungefähr 14 Uhr, es gibt kaum Schatten, und es ist sehr heiss. Mein Herz schlägt extrem schnell. Ich mache 5 Minuten Pause unter einem Baum. Es hat mir gut getan,15 Minuten später bin ich am Checkpoint. Es ist ein Bergrestaurant, wie es sie oft in der Schweiz gibt. Ich stempel meine Karte und bestelle einen doppelten Kaffee und ein Diabolo Menthe. Hier kennt niemand „Diabolo Menthe“, ich muss erklären, wie man es macht. Ich glaube, ich habe das Diabolo Menthe gerade in die Schweiz importiert.</p><p>Ich rede ein bisschen mit Jonas, er macht das Rennen im Duo mit Marion. Beim Aufstieg habe ich auf dem Tracker gesehen, dass sie denselben Weg genommen haben wie ich. Wir lachen über unsere schlechte Wahl.</p><p>Der nächste Checkpoint ist in Ottenlauebad, 92 km südlich. Ich entscheide mich, denselben Weg zurückzufahren, den ich hochgekommen bin. Ich muss nochmal 500 m mit 15 % Steigung zu Fuss gehen, aber runtergehen ist einfacher. Den Rest mache ich auf dem Rad, auch wenn es nicht asphaltiert ist. Es ruckelt stark, aber diese Route ist kürzer und hat weniger Höhenmeter als die Strasse. Ich denke, das ist eine gute Entscheidung. Ich hoffe nur, dass ich keinen Platten bekomme, weil meine Reifen dafür nicht gemacht sind. Aber alles geht gut, und ich bin wieder auf der richtigen Strasse am Col de Pierre Pertuis. Der Tag geht weiter, ich fahre durch Biel, Aarberg, Düdingen. Und gegen 18 Uhr komme ich in Plaffeien an. Das ist die letzte Stadt, wo ich noch Essen kaufen kann, bevor die Läden schliessen. Ich habe heute meine ganze frische Nahrung gegessen, also gehe ich einkaufen. Es gibt hier eine Coop, sehr gut mit veganen Produkten. Ich kaufe 2 Pfirsiche, ein Päckchen Oreos, ein Baguette, Schinken, Käse und 2 Erdbeertörtchen. Man kann denken, das ist viel, und ja, es ist viel zu viel. Ich esse direkt die 2 Erdbeertörtchen, weil ich keinen Platz habe, sie mitzunehmen.</p><p>Dann komme ich am Fuss vom 3. Checkpoint an. Es ist ein Anstieg von 7 km mit fast 6 %, das geht, auch nach mehr als 200 km. Die Sonne ist jetzt tief, und die Farben auf den Gipfeln vom Gantrisch sind wunderschön.<br>Oben lasse ich meine Karte stempeln und mache mir Sandwiches mit dem, was ich gekauft habe. Ich esse eins und behalte die anderen für später.</p><p>Hier nehmen sich mehrere Leute etwas Zeit, und ich frage einen, welche Route er zum nächsten Checkpoint nehmen will. Denn Checkpoint 4, in den Bergen über Gstaad, ist auf zwei Wegen erreichbar. Eine Route hat 56 km mit 2000 Höhenmetern und Gravel-Stücke. Das wirkt sehr schwer und vielleicht nicht gut für mein Rennrad. Am Tag hätte ich es vielleicht versucht, aber in der Nacht wird es zu schwer. Darum nehme ich die andere Route, 30 km länger, aber 500 Höhenmeter weniger. Physisch und mental ist das einfacher. Ich fahre los, als die Sonne untergeht. Es ist super, um diese Uhrzeit auf dem Rad zu sein. Ich kann es nicht genau erklären, aber wenn Tag zu Nacht wird und man fährt weiter, ist die Stimmung sehr speziell.</p><p>Es ist fast Mitternacht, und ich suche einen Schlafplatz. Ich will vor dem letzten Anstieg zum Checkpoint schlafen. Bald komme ich nach Saanen, das letzte Dorf davor. Am Dorfeingang gibt es einen Flughafen. Er wirkt ruhig, perfekt zum Schlafen. Ich gehe unter dem Hauptgebäude durch und stehe direkt vor dem Rollfeld. Neben dem Gebäude finde ich einen Platz unter dem Dach, perfekt als Schutz. Ich stelle meinen Wecker auf 4 Uhr. Heute habe ich 291 km mit 4000 Höhenmetern gemacht, das finde ich super für einen Start um 8:40.</p><p>Ich schlafe gut, und um 4 Uhr stehe ich auf. Ich packe meine Sachen, da geht plötzlich das Licht im Korridor an, den ich vorher genommen habe. Es gibt eine grosse Fenster, ich sehe alles, aber keine Person. Ich will nicht auffallen, auch wenn ich keinen Zaun übertreten habe. Es ist ein Flughafen, und ich bin mir nicht sicher, ob ich hier sein darf. Ich mache weiter, und dann geht noch ein Licht in einem Gebäude an. Ich bereite mich vor, auf Deutsch zu erklären, dass ich nur ein paar Stunden geschlafen habe, dass ich Rad fahre, und niemandem schaden will. Aber am Ende gehen alle Lichter aus, und um 4:15 bin ich fertig. Ich gehe zu Fuss mit meinem Rad raus, die Freilaufnabe macht einen riesigen Lärm in der Nacht. Niemand ist da, ich erreiche die Strasse, steige aufs Rad und verlasse den Flughafen.</p><p>Ich bin wieder im Rennen. Aber nach 5 Minuten halte ich an der Bahnhof von Saanen. Vorhin bin ich zu schnell weggefahren, jetzt will ich noch essen vor dem Anstieg zum Vorder Eggli, wo der 4. Checkpoint ist. Am Automaten kaufe ich einen Fruchtsaft und esse die Oreos von gestern. Das reicht erstmal. Dann starte ich den Anstieg: über 7 km mit 8 % im Schnitt, die letzten 3 km sogar 11 %. Ich komme oben gegen 5:40 an, die Sonne geht gerade auf. Sonnenauf- und Sonnenuntergänge auf dem Rad sind etwas Besonderes. Man hat das Gefühl, das Beste daraus zu geniessen.</p><p>Ich bleibe ca. 20 Minuten. Ich rede mit der freiwilligen, die hier die Nacht gewartet hat. Sie gibt mir einen Kaffee, wir reden ein bisschen. Ich erzähle, dass ich lieber unten im Tal geschlafen habe, damit ich nicht zu kalt habe. Sie sagt, dass es unten 13 Grad war, aber hier oben, auf 1600 m, war es 2 Grad wärmer. Vielleicht hätte ich mich anders entschieden, wenn ich das gewusst hätte. Aber nach 290 km hatte ich Angst vor diesem Anstieg. Am Ende hatte ich aber nachts nicht kalt.</p><p>Nach der Pause fahre ich runter ins Dorf. Hinter Gstaad kommt ein leichter Anstieg von 5 km, dann geht es ins Simmental. Das ist ein langes Tal von 40 km bis nach Spiez am Thunersee. Eigentlich sollte es leicht sein, aber ich bin schon müde. Ich fahre seit 3 Stunden und brauche Essen. Ich halte 2 mal an, um etwas zu kaufen. Ich finde Semeli, sehr weich wenn sie frisch sind. Ich esse 2 Stück mit einem grossen Glas Apfelmus. Beim 2. Halt finde ich wieder Erdbeertörtchen wie gestern und esse 2 Stück. Ich kaufe noch mehr für später, damit ich nicht zu oft stoppen muss. Dann erreiche ich den See, fahre nach Interlaken, und weiter am Brienzersee entlang. Dort beginnt der Anstieg zum 5. (fünfte)Checkpoint.</p><p>Zuerst muss man den Brunigpass hinauffahren, das sind etwa 6 km mit einer Steigung von 7 %. Es ist Samstag Mittag, der Verkehr ist verrückt. Schweizer Bergstrassen sind im Sommer oft voll, aber so habe ich es noch nie gesehen. Oben fahre ich weg von der Hauptstrasse, Richtung Mägisalp. Bis Hasliberg sind es 5 km, eher flach, manchmal sogar runter. Aber ab dort, es gibt 6 km mit 9,5 % im Schnitt. Es gibt sogar eine fast 2 km lange Passage mit einer Steigung von über 11 %.</p><p>Ich muss 5 Minuten im Schatten anhalten, es ist brutal. Ich merke, dass ich heute nicht in Form bin. In dieser Steigung, mit der Hitze, überhitze ich. In der Ebene ist es einfacher, weil man schneller fährt, der Wind kühlt. Aber hier, mit 5 km/Std, keine Abkühlung ist möglich. Der Asphalt ist brennend heiss. Die einzige Lösung ist eine Pause im Schatten machen. Auch mein Rad hilft nicht. Normalerweise sagt man: für die Berge braucht man ein 1:1 Übersetzungsverhältnis. Also gleiche Zahl von Zähnen am kleinsten Kettenblatt und am grössten Zahnrad. So kann man locker treten. Aber bei mir, ich habe 35 Zähne auf dem kleinen Kettenblatt und 33<strong> </strong>auf dem grossen Ritzel. Meistens geht es, manchmal wäre es leichter mit einer anderen Übersetzung. Ein bisschen Druck treten finde ich manchmal gut, und so muss ich nicht die ganze Zeit auf dem Sattel sitzen bleiben und kann die Position variieren, was auf langen Strecken wichtig ist. Aber heute komme ich an meine Grenze. Es ist wie eine Treppe. Jeder Pedaltritt ist eine Stufe. Meine Trittfrequenz ist unter 50 U/min. Das ist nicht gut.<br>Zum Glück wird die Steigung danach leichter, und ich habe wieder Kontrolle. Es gibt wunderschöne Aussicht auf die andere Seite vom Haslital, die ich noch nie gesehen habe, ich erkenne die Berge nicht.</p><p>Die letzten 3 km sind trotzdem noch über 8 % im Schnitt. Endlich komme ich oben an. Ich bin überrascht: es ist wie ein grosses Amphitheater, auf 1700 m Höhe.<br>Aber es gibt noch eine Überraschung, der Checkpoint ist noch höher. Mehr als 1 km auf Gravel mit über 10%. Dieses Mal muss ich zu Fuss gehen, weil mein Rennrad keinen Grip hat mit den 30mm-Reifen.</p><p>Oben werde ich herzlich von Freiwilligen empfangen, die mir Essen anbieten. Ich esse ein bisschen und fahre schnell weiter. Ich bin langsam genug auf dem Rad, meine Pausen dürfen nicht auch noch lang sein.<br>Die Abfahrt ist derselbe Weg wie der Aufstieg, weil es hier Sackgasse ist. Also beginne ich mit dem Gravel-Teil, den ich wieder zu Fuss mache, es ist zu gefährlich.</p><p>Dann kommt wieder Asphalt, und ich geniesse die Geschwindigkeit in der abfahrt. Nach 18 km bin ich wieder im Tal. Es ist 14:30, weniger als 100 km bis ins Ziel. Aber vorher muss ich der Veloplus-Laden in Ostermundigen erreichen, dort ist der 6. und letzte Checkpoint.</p><p>Ich fahre am Brienzersee entlang, durch Interlaken, mache eine Pause, esse ein Eis, dann am Thunersee entlang, durch Thun. Noch 20 km bis Ostermundigen. Aber 10 km davor muss ich anhalten, ich bin erschöpft. Ich habe keine Energie mehr. Ich esse ein paar Bonbons, trinke Wasser, sitze 5 Minuten im Schatten. Ich fahre wieder und endlich erreiche ich Ostermundigen. Das Team von Veloplus begrüssen mich herzlich. Es gibt hier so gar veganen Schokoladen-Muffin. Auch wenn ich schon viel Süsses gegessen habe, freue ich mich riesig, dass jemand vegan gebacken hat.</p><p>Ich fahre weiter. Es sind nur noch 20 km. Mit einem letzten Anstieg von 3 km bei 7%. Weil das Ziel so nah ist, machen die letzten km Spass. Gegen 19 Uhr bin ich oben. Dann es bit nur eine Abfahrt von 10 km zurück nach Burgdorf.</p><p>Das Ende von so einem Event ist immer speziell. Auch wenn dieses kürzer war als andere für mich, es waren 2 besondere Tage, ein bisschen neben dem normalen Leben. In Burgdorf begrüsst mich Alexandra. Wir reden kurz, sie hat auch kaum geschlafen. Egal ob Radfahrende, Organisatorin oder Freiwielliger.innen, ein Ultra ist ein Ultra. Lange Tage, und kurze Nächte. Heute habe ich 240 km mit 3200 Höhenmetern gemacht. Insgesamt ist es 530 km in 2 Tagen.</p><p>5 Minuten nach mir kommt Andy. Aber weil er 10 Minuten später gestartet ist, ist er vor mir im Ranking. Er wird 29., und ich 30. in der Solo-Kategorie, von 65 Fahrende.</p><p>Ich bin super froh, bei einem lokalen Event mitgemacht zu haben. Leute von hier kennengelernt, neue Strassen entdeckt. Jetzt habe ich Lust, die Berner Strassen noch mehr zu erkunden. Und ich werde meine Kassette wechseln, damit ich mehr Optionen habe. Ich wusste nicht, dass es hier so steile Rampen gibt.</p><p>Grüsse an alle, die ich am Vollgummi-Wochenende getroffen habe.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=fa9a9f591c15" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Vollgummi, le récit]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Sat, 06 Sep 2025 12:09:57 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*deSQvlIGjpoumDRHH7Tdqg.jpeg" /></figure><p>épisode 21 du podcast Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F5QjlJ4N0N8oilbsMTnvBuU%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F5QjlJ4N0N8oilbsMTnvBuU&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-ak.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f7f323403125b385a28aa46dc&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/07e78d4be1a65772bf76f6ed69922a08/href">https://medium.com/media/07e78d4be1a65772bf76f6ed69922a08/href</a></iframe><p>Au mois de février dernier je me suis inscrit pour une course d’ultra-cyclisme qui s’appelle Vollgummi, c’est de l’allemand, et ça veut dire littéralement « à fond la gomme ».</p><p>Le départ et l’arrivée de cet événement se trouvent à Burgdorf, à environ 20km au nord est de Berne. Et la course va consister à rejoindre 6 checkpoints dans un ordre défini. Et entre chacun d’entre eux on peut choisir quel route ou chemin prendre. Si tout va bien on devrait faire environ 500km pour 8000m de dénivelé, et on a 3 jours pour rejoindre la ligne d’arrivée.</p><p>Le jour du départ, le vendredi 8 août, je prends le train à Berne à 7h15 pour me rendre à Burgdorf. Il y a d’autres cyclistes qui font aussi ce trajet là, et je rencontre Laura, et Maria Anna. Ce que je trouve vraiment cool, c’est qu’il y a 35% de femmes inscrites sur cette course. C’est mieux que la plupart, et peut être même mieux que toutes les courses d’ultra. C’est bien pour les femmes qu’elles se sentent en confiance de participer à un événement comme celui là, mais aussi pour moi, je n’aime pas tellement les environnements trop masculins.</p><p>En arrivant sur le lieu de départ, on doit faire le check-in, c’est à dire, signifier notre présence et récupérer notre tracker. On récupère aussi un sac de goodies de chez Veloplus, un des partenaires de la course, avec dedans notamment un sac de pâtes en forme de vélo. On nous donne aussi notre carte à tamponner à chaque checkpoint.</p><p>Il y a 3 groupes composés d’une trentaine de cyclistes qui vont s’élancer à 10 minutes d’intervalles à partir de 8h30.</p><p>Tout se passe rapidement, et le 1er groupe s’élance déjà. Mon groupe s’avance, Alexandra, l’organisatrice nous donne quelques informations, et à 8h40 on part en suivant un cycliste de l’organisation qui nous accompagne pour sortir de la ville. On roule en file indienne vers la sortie de Burgdorf, jusqu’à ce que notre guide se range sur le côté de la route et nous laisse seul.es face au challenge qu’est la Vollgummi.</p><p>Les 9 premiers km doivent être effectués sur un parcours obligatoire qui comprend déjà une 1ère cote de 7km. Je suis en forme alors je décide de ne pas trop m’épargner, j’appuie relativement fort sur les pédales.</p><p>C’est d’ailleurs un peu mon plan sur cette épreuve. Depuis le début de l’année j’ai beaucoup roulé, près de 8000km depuis janvier, alors je suis relativement bien préparé. Je me dis que ce serait intéressant d’essayer de m’engager un peu plus que d’habitude. Je n’ai pas l’ambition, ni même la volonté de gagner, et même pas les capacités d’ailleurs, mais cette fois j’ai envie d’être le plus efficace possible. D’optimiser mes temps d’arrêt, et de garder un rythme soutenu sur le vélo.</p><p>Pour le moment il faut atteindre 1er checkpoint qui est à 33km du départ, avec plus de 800m de dénivelé, et il y a notamment une dernière montée de 5km à 7%. C’est une des particularité de cette course, tous les checkpoints sont situés en haut d’une côte, dont le niveau varie de difficile, à extrêmement difficile. La difficulté ne vient de la longueur de ces côtes, mais plutôt de certaines sections à très fort pourcentage. Et pour cette montée qui nous amène au 1er checkpoint, les derniers 700m sont à 12,6% de moyenne.</p><p>J’arrive au sommet et ne perd pas de temps, je fais tamponner ma carte, et redescend cette côte en direction du 2eme checkpoint.</p><p>On est ici dans l’emmental, à la frontière avec le canton de Luzerne, et maintenant je prend la direction du Jura Bernois. Vers 10h30 je commence une section d’une quarantaine de km en plaine, la chaleur commence déjà à se faire sentir. Je suis parti ce matin avec assez de nourriture pour une bonne partie de la journée, mais il faudra tout de même que je me ravitaille régulièrement en eau. Je traverse la ville de Soleure tout en fluidité, et j’attaque ensuite la route N5 qui est faite de longue ligne droite. C’est une route plutôt ennuyeuse, je l’ai choisi car elle est très roulante. Jusqu’à Bienne, à environ 25km d’ici, je peux rouler à près de 30km/h de moyenne, sans avoir besoin de m’arrêter ni de faire des relances. Et je profite de ce moment tranquille, posé dans les prolongateurs pour regarder ou sont les autres. Et là je me rends compte, que l’on est relativement peu à avoir choisi de passer au sud du massif du Jura. Les autres, on prit un itinéraire parallèle. Je me demande dans quel intérêt ils et elles ont fait ce choix, mais je le comprendrais plus tard.</p><p>J’arrive à Bienne, je trouve une fontaine pour remplir mes gourdes, et je profite d’être arrêté pour me mettre de la crème solaire. Il est un peu plus de midi, le soleil commence à bien chauffer. Il y a beaucoup de chose à prendre en compte pour qu’un ultra se passe bien. Et se protéger du soleil n’est vraiment pas à prendre à la légère.</p><p>Il reste 22 km jusqu’au prochain checkpoint. Maintenant on va rentrer frontalement dans la chaîne du Jura. Le coté Suisse du massif est impressionnant, car il y a la plaine au sud-est et directement le Jura qui s’élève sans entre-deux. Je commence à monter puis me retrouve dans la vallée du Taubenloch. Je traverse une usine de ciment qui est impressionnante. On est au creux de la vallée, et sur plusieurs centaines de mètre s’élèvent des hangars de tôles et des espèces de silo. Ce n’est pas joli mais c’est captivant.</p><p>La dernière montée commence, il faut d’abord rejoindre le col de Pierre Pertuis, c’est 3km assez tranquille. Une fois le col franchit, la trace que j’ai tracé moi même, me fait prendre un chemin qui rentre dans la foret et qui commence à s’élever sans modération, et avec des cailloux qui deviennent bien plus large que mes pneus lisses de 30 mm. La pente dépasse par moment les 15% et je dois descendre de mon vélo et commencer à marcher.</p><p>Avec mon vélo de route je n’ai rien à faire ici, et je comprends maintenant pourquoi beaucoup d’autres on prit un autre itinéraire. Je continue à monter en espérant que ça ne dure pas trop longtemps. Je sais juste que le pourcentage moyen est de 10% pour les 3 prochain kilomètres. C’est ma 1ère erreur de trace, heureusement elle ne va pas être trop catastrophique. Je marche pendant 700m, puis je décide de ne plus suivre mon GPS, pour sortir de ce mauvais pas et remonter sur mon vélo le plus vite possible. Et ça c’était une bonne idée, je me retrouve dans un chemin avec moins de pente, et de moins gros cailloux. Rapidement je retrouve même un peu d’asphalte, et après quelques centaines de mètre je retrouve ma trace originale. Ça continue de monter, on est je pense toujours aux alentours de 10%, il est environ 14h, il n’y a plus beaucoup d’ombre, j’ai très chaud, mon cœur bat très très vite. Je m’arrête même 5 minutes sous un arbre pour me reposer un peu. Ça m’a fait du bien car 15 min plus tard j’arrive au checkpoint. C’est un restaurant d’altitude, comme il y en a beaucoup en Suisse. Puis je fais tamponner ma carte, et vais commander un double café et un diabolo menthe. Ici, on ne sait pas ce qu’est un diabolo menthe, je dois expliquer comment le préparer. Et je crois qu’en fait je viens simplement d’importer le diabolo menthe en Suisse.</p><p>Je discute un peu avec Jonas, il fait la course en duo avec Marion. Dans la montée, j’ai vu sur le tracker, qu’il et elle ont pris le même chemin que moi, et on rigole sur notre mauvais choix de route.</p><p>Le prochain checkpoint est à Ottenlauebad, à 92km au sud. Je décide de redescendre par là où je suis monté. Je vais marcher encore une fois pendant les 500m à 15%, mais en descente c’est plus simple. Le reste, je le fait sur le vélo même quand ce n’est pas asphalté. Ça bouge beaucoup, je me fait chahuter, mais cet itinéraire est plus court, et avec moins de dénivelé que par la route, donc je pense que c’est judicieux. J’espère juste ne pas crever, car mes pneus ne sont vraiment pas fait pour ça. Mais tout se passe bien, et je retrouve la vraie route au col de Pierre Pertuis. La journée continue, en passant par Bienne, Aarberg, Düdingen. Et vers 18h j’arrive à Plaffeien. C’est la dernière ville ou je peux acheter à manger avant que les commerces ferment. J’ai mangé toute ma nourriture fraîche aujourd’hui, alors je m’arrête pour faire quelques courses. Il y a ici une coop, très bien pourvue en produits végan, j’achète 2 pèches, un paquet d’oreo, une baguette, du jambon, du fromage, et 2 tartelettes aux fraises. On peut penser que ça fait beaucoup, et effectivement c’est beaucoup trop, je mange directement les 2 tartelettes au fraises, car je n’ai pas assez de place pour les prendre avec moi.</p><p>Puis j’arrive au pied du 3ème checkpoint. C’est une cote de 7km à 5,7%, donc ça va c’est pas trop compliqué, même après plus de 200km. Le soleil est maintenant assez bas dans le ciel, et les couleurs sont magnifiques sur les sommets du Gantrisch que j’aperçois maintenant.</p><p>Arrivé au checkpoint, je fais tamponner mon carnet, et je me prépare des sandwichs avec ce que j’ai acheté plus tôt. J’en mange 1, et je garde les autres pour plus tard.</p><p>On est plusieurs à prendre un peu de temps ici, et j’en profite pour demander à mon voisin de pause quelle route il compte prendre pour la suite. Car le 4ème checkpoint qui est situé sur les hauteurs de Gstaad, est accessible par 2 itinéraires. Il y a une trace de 56km avec 2000m de dénivelé, et des passages gravel. Ça me semble très physique, et peut être pas adapté à mon vélo de route. De jour je l’aurais peut être tenté, mais la nuit approche, et je pense que ça va ajouter de la difficulté à cet itinéraire déjà assez technique. Et il y a l’autre solution que je choisi, qui fait environ 30km de plus, mais 500m de dénivelé en moins. Je pense que physiquement et mentalement c’est beaucoup plus facile. Je quitte le checkpoint quand le soleil est en train de se coucher, c’est vraiment génial d’être sur la route à cette heure ci. Je ne sais pas vraiment l’expliquer, mais quand on passe du jour à la nuit et que l’on continue de rouler, l’ambiance est très spéciale.</p><p>Il est maintenant presque minuit, et je cherche un endroit pour dormir, je veux m’arrêter avant la dernière montée vers le checkpoint. Et justement j’arrive bientôt à Saanen qui est le dernier village avant la prochaine difficulté. À l’entrée du village, il y a un aéroport qui me semble très calme, parfait pour dormir un peu. Je passe sous le bâtiment principal, et me retrouve directement face au tarmac. Je longe un peu ce bâtiment, et décide que le long prolongement du toit va m’offrir un abris parfait. Et je mets mon téléphone à sonner à 4h00 du matin. Aujourd’hui j’ai roulé 291km pour 4000m de dénivelé, je trouve ça très bien en étant parti à 8h40.</p><p>Je dors plutôt bien, et donc à 4h je me réveille, je commence à ranger mes affaires quand la lumière s’allume soudainement dans le couloir que j’ai pris plus tôt pour accéder au tarmac. Il y a une grande baie vitrée, donc j’ai une très bonne vue de ce qu’il se passe, mais je ne vois personne. J’aimerais ne pas me faire remarquer, car même si je n’ai pas franchit de clôture, je ne suis pas sur que j’ai le droit d’être ici, c’est un aéroport quand même. Je continue de me préparer, et une seconde lumière s’allume dans l’un des bâtiments cette fois. Là je commence à me préparer à expliquer en allemand, que je me suis juste arrêter ici pour dormir quelques heures, que je fais du vélo, et que je n’ai aucune volonté de nuire à quoi ou à qui que ce soit. Finalement toutes les lumières s’éteignent et à 4h15, je suis près à partir. Je marche à coté de mon vélo pour quitter mon campement, avec la roue libre qui fait un bruit énorme dans le silence de la nuit. Je ne vois personne, j’atteins maintenant la route, je monte sur mon vélo et quitte l’aéroport.</p><p>Je suis de retour dans la course, mais après 5min à pédaler, je m’arrête à la gare de Saanen. Je suis parti plus vite que prévu tout à l’heure, et j’aimerais manger quelque chose avant la montée vers Vorder Eggli où se trouve le 4ème checkpoint. Alors au distributeur automatique de la gare, je prends un jus de fruit, et je mange des oreo que j’ai acheté hier, ça fera l’affaire pour le moment. J’attaque ensuite la montée, il y a un peu plus de 7km à 8% de moyenne, et notamment les 3 derniers km à 11% de moyenne. J’arrive là haut vers 5h40, le jour commence à se lever. C’est vraiment super de voir les couchers et les lever de soleil sur son vélo, on a vraiment l’impression de profiter au maximum.</p><p>Je reste une 20aine de minutes, je discute avec la bénévole qui a passé la nuit ici, pour accueillir les cyclistes. Elle m’offre un café, on discute un peu. Je raconte ou j’ai dormi, en expliquant que je préférai dormir dans la vallée, notamment pour ne pas avoir trop froid. Et elle me dit que justement cette nuit, alors qu’il faisait 13 degrés plus bas, à 1000m d’altitude, là ou j’ai dormi. En haut, au checkpoint à 1600m il faisait 2 degrés de plus. Je ne sais pas si j’aurais fait un autre choix en sachant ça, car après 290km cette ascension m’effrayait un peu. Et de toutes façons je n’ai pas eu froid pendant la nuit.</p><p>Après ma petite pause là haut, je redescend dans le village. Et à la sortie de Gstaad je monte une cote assez facile de 5km qui me fait entrer dans le Simmental. C’est une longue vallée de 40km qui descend jusqu’à Spiez au bord du lac de Thun. Même si cette portion devrait être plutôt facile, je commence déjà à sentir de la fatigue, j’ai roulé 3h depuis mon réveil, et j’ai besoin de manger. Je m’arrête 2 fois pour acheter de quoi me ravitailler. Je trouve des semelis, ce sont des petits pains à la farine blanche, qui quand ils sont très frais sont très onctueux. J’en mange 2 avec un gros pot de confiture de pomme. Et leur de mon 2eme arrêt, je trouve comme la veille des tartelettes aux fraises, j’en mange également 2. Et je fais des provisions pour le reste de la journée, car si je m’arrête trop souvent pour acheter à manger, je vais perdre beaucoup de temps. J’arrive enfin au bord du lac, que je longe jusqu’à Interlaken, puis je longe le lac de Brienz. Et je commence l’ascension qui mène au 5eme checkpoint.</p><p>Dans un 1er temps il faut monter le Brunigpass, c’est environ 6km à 7%, On est samedi en fin de matinée, il y a un trafic fou. Les routes de montagnes en Suisse peuvent être très empruntée l’été en Suisse. Mais aujourd’hui c’est spécial, je n’ai jamais vu ça. J’arrive en haut du col, et je quitte la route principale pour prendre la direction de Mägisalp. Il y a environ 5km pour se rendre d’abord jusqu’à Hasliberg, et c’est plutôt plat, ça redescend même parfois. Par contre à partir de ce village, il y encore 6km à 9,5% de moyenne. Il y a même un passage de presque 2km à plus de 11%.</p><p>Je dois m’arrêter à l’ombre 5min car là c’est vraiment dur. En fait je me rends compte je ne suis pas très en forme aujourd’hui. Et dans une pente comme celle ci, avec la chaleur, je suis en sur chauffe. Quand il fait chaud en plaine, à vélo au moins on roule vite, alors avec l’air on atténue un peu la sensation de chaleur. Mais dans cette cote je roule à 5km/h, l’asphalte est brûlant, il est impossible de se rafraîchir et de reprendre de temps en temps le contrôle sur son corps. La seule solution est de m’arrêter à l’ombre 5min. Il faut dire aussi que la configuration de mon vélo ne m’aide pas. Il est communément dit que pour rouler en montagne il faudrait avoir un ration de 1 pour 1. C’est à dire le même nombre de dents sur le grand pignon que sur le petit plateau. Ce qui permet de garder une bonne fréquence de pédale même lorsque la route s’élève et ne pas trop forcer. Or sur mon vélo j’ai 35 dents sur le petit plateau et 33 sur le grand pignon. La plupart du temps je m’en sort bien. Même si parfois un développement plus adapté serait plus confortable. Rouler un peu en force j’aime bien de temps en temps, ça permet aussi de ne pas rester assis sur sa selle, et varier les positions, sur les longues distances c’est important. Mais aujourd’hui, j’atteins vraiment les limites de ce développement. J’ai l’impression de monter un escalier, chaque coup de pédale est une marche de plus. Ma fréquence de pédalage descend sous les 50tours par minutes, ça ne va pas du tout.</p><p>Mais après cette portion compliquée, la pente s’adoucit un peu et je peux reprendre le contrôle de mon effort. D’ici il y a des points de vue sur l’autre coté de la vallée du Hasli que je n’avais jamais vu, c’est magnifique. Je ne suis même pas sur de ce que je vois, quelles sont ces montagnes de l’autre coté, sous cet angle je ne l’ai reconnaît pas.</p><p>Je disait plus tôt que la pente s’adoucissait un peu mais les 3 derniers kilomètres avant Mägisalp sont quand même à plus de 8% de moyenne. J’arrive enfin là haut, et d’abord je suis hyper surpris par cet endroit, c’est comme un grand cirque, avec 2 petits lac, on est à 1700m d’altitude.</p><p>Mais 2eme surprise, le checkpoint est encore plus haut. Il faut maintenant emprunter une route non asphaltée sur plus de 1km avec une pente à plus de 10% de moyenne. Je dois cette fois monter à pied car mon vélo n’a plus d’adhérence avec cette pente et ces graviers. J’ai un vélo de route avec des pneus lisses, il font 30 millimètres de section, mais ça ne suffit pas du tout ici.</p><p>Enfin arrivé au checkpoint, je suis encore très bien accueilli par une équipe de bénévole qui me propose plein de choses à manger. Je me nourri un peu, et je reprend vite la route, car je suis déjà assez lent sur mon vélo, alors si je suis lent aussi dans mes pauses, je ne vais jamais y arriver.</p><p>La descente ce fait sur le même itinéraire que j’ai pris pour monter, car c’est un cul de sac ici.</p><p>Donc ça commence par la section de gravel, que je descend en marchant, ce serait bien trop dangereux sur mon vélo.</p><p>Je retrouve l’asphalte et la vitesse qui va avec pendant la descente. Et après 18km je retrouve la vallée. Il est 14h30 maintenant, il me reste un peu moins de 100km pour rejoindre l’arrivée. Mais avant je dois rejoindre le magasin Veloplus de Ostermundigen où se trouve le 6ème et dernier checkpoint.</p><p>Je longe le lac de Brienz, traverse Interlaken, m’arrête manger une glace, longe le lac de Thoune, traverse Thoune, plus que 20km jusqu’à Ostermundigen. Mais 10km avant le checkpoint je dois m’arrêter faire une pause, je suis éclaté, je n’avance plus du tout. Je mange quelques bonbons, je bois de l’eau, et prends 5 min de pause en restant simplement à l’ombre. Je repart et j’arrive enfin à Ostermundigen, et suis accueilli chaleureusement par l’équipe rassemblé ici au checkpoint du Veloplus.</p><p>Il y a même des muffins au chocolat végan. Même si j’ai déjà mangé beaucoup de sucré aujourd’hui,<br> je suis super content que quelqu’un ait fait des gâteaux végan.</p><p>Je reprend la route, il ne me reste que 20 km. Avec une dernière côte d’environ 3km à environ 7%. Savoir que l’arrivée est proche, les derniers kilomètres se font avec beaucoup de plaisir. Il est environ 19h quand je suis au sommet de cette dernière difficulté. Il ne reste plus qu’une descente d’une 10aine de kilomètre pour retrouver Burgdorf.</p><p>C’est toujours un peu spécial de terminer une épreuve. Même si pour moi celle ci était plus courte que les autres, c’était quand même 2 jours très spéciaux, à la marge d’une vie normale si je puis dire. J’arrive à Burgdorf, accueilli par Alexandra. On discute un peu, elle n’a pas beaucoup dormi la nuit dernière. D’un coté comme de l’autre, un ultra est un ultra, cycliste, organisatrice, ou bénévole, les journées sont longues et les nuits sont courtes. J’ai roulé aujourd’hui 240km pour 3200m de dénivelé. En tout ça fait 530 km sur les 2 jours de course.</p><p>5min après moi arrive Andy, mais étant donné qu’il a prit le départ 10min après moi hier, il se retrouve devant moi au classement. Il termine 29eme et moi 30eme du classement solo sur 65 cycliste tous genres confondus.</p><p>Je suis super content d’avoir participé à une épreuve locale. De rencontrer des gens d’ici, et d’avoir découvert de nouvelles routes. Et maintenant j’ai énormément envie d’explorer un peu plus profondément les routes bernoises. Je vais aussi changer de cassette pour avoir plus de flexibilité, je n’avais pas conscience qu’il y avait des pentes aussi compliquées ici.</p><p>Je salut tout.es ceux et celles que j’ai croisé sur ce week-end Vollgummi.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=301e0eb7c738" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Traverser les Alpes (dans la largeur)]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Wed, 06 Aug 2025 20:56:13 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*5w12n4PSbAjXn8Z38zo8eA.jpeg" /></figure><p>épisode 20 du podcast Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F4gWYChwZLwefF4FmtByoQI%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F4gWYChwZLwefF4FmtByoQI&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-ak.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f7f87204436204c7ef1a20871&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/17fb82be4b741c55531f861b382fde44/href">https://medium.com/media/17fb82be4b741c55531f861b382fde44/href</a></iframe><p>Avec mon amie on va passer quelques jours dans le Tessin, on a réservé une chambre dans une guesthouse sur les hauteurs de Lugano.</p><p>J’aimerais bien en profité pour aller explorer à vélo ces routes que je ne connais pas. Je me dit que, tant qu’à faire, ce serait une bonne idée d’y aller à vélo. Tandis que ma copine prendra le train avec une partie de mes affaires, moi je serais sur la route avec tout de même un maximum dans mes sacoches.</p><p>Pour l’aller, il y a 275km à faire, c’est possible à effectuer en une journée en partant relativement tôt.</p><p>Alors le samedi 26 juillet je prends le départ vers 3h du matin. Il fait 14degrés, il ne pleut pas mais c’est plutôt nuageux.</p><p>Le début de l’itinéraire je le connais sur le bout des doigts. Je me dirige vers le sud jusqu’à Thoune, puis je traverse Interlaken, et j’arrive à Meiringen. J’ai parcouru environ 80km, entre temps le jour s’est levé, et il a un peu plus pendant la dernière heure. Je profite d’être ici pour remplir mes gourdes et manger un sandwich avant de commencer la montée du 1er col.</p><p>Je reprend la route et monte la petite côte qui sépare Meiringen de Innertkirchen. En descendant de l’autre coté, je prends conscience que le ciel est très bas, les prévisions météo disaient hier que le temps allait s’améliorer au cours de la matinée, mais j’ai vraiment peu d’espoir. Il est 7h du matin, je suis au pied du Grimselpass. Le sommet est à 25km avec une pente moyenne de 6%. C’est un col que j’apprécie particulièrement. Car déjà, j’adore ce genre de long effort, en plus dans cette montée le paysage change plusieurs fois de style, ce n’est pas ennuyeux du tout. Et dans les 7 derniers km il y a plusieurs lacs, dont la couleur de l’eau est incroyable, c’est une espèce de vert un peu laiteux, difficilement définissable, mais que je trouve magnifique. Et plus on s’approche du col, plus on prend conscience du paysage grandiose que l’on surplombe toujours un peu plus à chaque nouveau coup de pédale.</p><p>Je commence donc la montée, et rapidement il recommence à pleuvoir, cette fois je mets ma veste de pluie car je prends conscience que ça risque de durer.</p><p>Au 12eme km je passe devant la centrale électrique de Handeck. Grâce aux barrage situés plus haut dans la vallée, elle fournie de l’électricité pour plus d’un million de ménages.</p><p>Au 16eme km j’arrive à l’entrée d’un tunnel qui est interdit à la circulation pour les cyclistes. Il faut donc prendre à droite une petite route pavée qui est en fait l’ancienne route du col. Alors que sur la route principale on doit supporter le trafic, cette section alternative est vraiment tranquille. Et on surplombe directement l’Aar en contrebas, qui ici est un véritable torrent. Après un peu plus d’1 km on doit rejoindre la route principale.</p><p>Il pleut énormément, et je suis maintenant complètement trempé. Ma veste étanche n’a pas été efficace très longtemps face à ce déluge d’eau ininterrompu depuis plus d’une heure. Je commence à ne plus vraiment regarder le paysage qui pourtant impressionnant avec cette météo. J’avance simplement en étant patient, et sans espoir que le temps puisse s ‘améliorer à cours terme.</p><p>Je sais que dans le Tessin le temps sera meilleur. Mais avant ça, j’ai 2 cols à franchir, pour le 1er c’est presque fait, encore un peu moins d’une heure d’effort et j’arriverai en haut. Ensuite il y aura 17km de descente. Puis j’affronterai le Nufenenpass, ce sont 13km de montée pour arriver à 2478m d’altitude. Je redescendrai ensuite vers le Tessin où j’espère retrouver du soleil et de la chaleur.</p><p>Cette sortie à vélo est un peu particulière géographiquement parlant, car elle me fait littéralement traverser les Alpes. De Berne au nord, je me rends à Lugano dans le Tessin au sud. C’est un canton qui est en Suisse, mais il est pourtant isolé du reste du pays par la plus grande chaîne de montagne d’Europe. C’est très spécial comme situation, d’autant que la langue officielle ici est l’Italien, et que la culture ici est relativement proche de la culture italienne. Pourtant toutes les institutions, le système politique, l’éducation sont totalement suisse.</p><p>Il me reste 3km de montée, et je commence à avoir froid. Il fait moins de 10 degrés et je suis trempé. Je commence à me dire que la descente de l’autre coté va être glaciale.</p><p>J’arrive enfin au sommet du Grimselpass. Il est environ 9h30, et je rentre directement dans le premier restaurant d’ouvert pour me mettre à l’abri. Je commande un café et un thé. Je me déshabille, et constate que mes vêtements sont complètement mouillés, ma veste de pluie a été inutile dans de telles conditions. Mon 1er objectif est de me réchauffer, il m’est impossible de descendre comme ça, je vais faire une hypothermie. Il fait entre 7 et 8 degrés, il pleut encore, et sans amélioration prévu. Je traîne un peu dans le resto, je reprends un thé, et commande du pain avec de la confiture, et je décide d’attendre un bus pour redescendre.</p><p>En suisse, on a ce que l’on appelle des car postaux ou Postauto en allemand. Ce sont des bus ou des cars qui peuvent desservir les endroits les plus isolés du pays, dans des zones ou les trains ne vont pas, et notamment les zones montagneuses. Ils sont une véritable institution. Chaque véhicule est reconnaissable à sa couleur jaune. Et autre chose très spéciale c’est le klaxon, il y a 3 notes que les conducteurs et conductrices utilisent allègrement pour annoncer leur passage dans un passage dangereux ou étroits.</p><p>Et justement à 10h51, je mets mon vélo dans la soute d’un de ces car postal qui fait la liaison entre le haut du col et la prochaine gare, qui se trouve 13km plus bas dans la vallée. Je suis bien content de ne pas descendre à vélo, de ce coté ci les conditions ne sont pas meilleures.</p><p>En sortant du bus, je suis rassuré, ici il doit faire 15 degrés et il ne pleut plus. Je remonte sur mon vélo avec l’objectif de rejoindre maintenant Brigue, 40km plus loin. Je passe à Ulrichen qui est le pied de la montée du Nufenenpass. Le temps là haut devrait être aussi mauvais qu’au Grimselpass, avec même sûrement quelques degrés de moins étant donné la différence d’altitude. Je ne suis pas bien équipé pour oser monter aujourd’hui dans ces conditions à plus de 2400m.</p><p>Je continue le long de la vallée, ici c’est le haut Valais, et on parle un dialecte suisse allemand. C’est ici que se déroule la série Tschugger. Cette une série policière humoristique qui est disponible sur Netflix si vous voulez voir à quoi peut ressembler la philosophie ou les paysages d’ici. Je croise d’ailleurs une fausse voiture de police américaine un peu avant d’arriver à Brigue. C’est assez dans l’esprit de la série d’ailleurs.</p><p>De Brigue je prends un train jusqu’à Domodosola, qui se trouve de l’autre coté de la frontière. Ce n’était pas le plan au départ, mais je suis maintenant en Italie. C’est l’itinéraire je pense le plus simple pour moi afin d’éviter d’aller en altitude tout en rejoignant mon lieu de villégiature.</p><p>Arrivé en Italie il me reste 70km à faire, et chose que je trouve assez cool, c’est que je prends un bac pour traverser le lac Majeur. Je me régale, ce lac est magnifique, il est très peu large, donc il y a de chaque coté du bateau de super points de vue sur les montagnes environnantes. La traversée dure moins de 30min. Et j’arrive à Astano, ma destination finale sur les hauteurs de Lugano 1 heure et demi plus tard.</p><p>Même si j’ai du modifier et raccourcir mon parcours, je suis très content de cette journée, car c’était un peu une aventure d’avoir changer de plan, passé plusieurs fois la frontière, et pris 3 moyens de transport différent sans compter le vélo. Et j’ai tout de même roulé 230km aujourd’hui, avec un peu plus de 3000m de dénivelé.</p><p>2 jours plus tard je reprends mon vélo, j’ai envie d’aller voir la Madonna del Ghisallo. L’aller retour doit faire environ 160km. Ça va me faire une journée sympa entre la Suisse et l’Italie. Je commence par longer le lac de Lugano. C’est super beau, j’ai beaucoup de chance de pouvoir faire ce que j’aime dans un environnement comme celui ci. La région des lacs dans le nord de l’Italie et le sud de la Suisse est exceptionnelle, il y a le lac Majeur, le lac de Côme et le lac de Lugano, qui sont tous les 3 à cheval sur la frontière.</p><p>Je passe la frontière à Chiasso après environ 40km. Et encore 5km plus tard j’arrive à Côme. Il est 11h du matin et je prendrais bien un 2nd petit déjeuner, j’ai repéré un café qui propose des croissants végans. C’est dans le centre ville historique, il y a beaucoup de touriste, mais je trouve une table en terrasse pour garder mon vélo dans mon champ de vision. Je commande un double expresso, un jus d’orange et 2 croissants végan. En Italie, croissant-croissant peut se dire simplement croissant-croissant, ou cornetto-cornetto ou aussi brioche-brioche. Malheureusement, dans ce café ils ne sont pas très bon, ce n’est pas mauvais en soit mais ce n’est pas vraiment des croissants.</p><p>Je reprends la route et après 35 autres km, j’arrive à la Madonna del Ghisallo. C’est une petite chapelle située au col de Ghisallo, 500m au dessus du lac de Côme. Le tour de Lombardie, qui est une course majeur du circuit professionnel masculin de fin de saison, passe par ce col.</p><p>Cette chapelle est une vraie curiosité car elle est consacrée aux cyclistes. À l’intérieur ont été déposé des reliques un vélo de Eddy Merckx, ou un maillot de Elisa Longo Borghini</p><p>Il y a aussi un maillot de Gino Mäder qui est décédé le 16 juin 2023 suite à sa chute dans la descente de l’Albulapass pendant le tour de Suisse. Il y a aussi le vélo abîmé de Fabio Casartelli après sa chute mortelle dans la descente col du Portet d’Aspet sur le Tour de France en 1995.</p><p>Il n’y a pas un espace de libre sur les murs, la chapelle est vraiment petite et partout sont suspendus des vélos, des maillots et des souvenirs en tout genre.</p><p>Après cet arrêt, je reprend le vélo et descend du col en direction de Bellagio, puis je longe le lac de Côme en direction du sud. Et c’est super beau, il a de nombreux points de vue magnifiques sur le lac, et sur les villages à flanc de montagne et au bord de l’eau.</p><p>C’était encore une journée magnifique. J’adore le vélo, mais quand il y a une valeur ajouté comme des paysages incroyables, un défi sportif ou linguistique, car je ne parle pas du tout italien. Ajouter aussi un peu de culture dans la pratique du vélo c’est vraiment chouette et ça rend l’activité totale ou complète.</p><p>3 jours plus tard c’est l’heure du retour à Berne, et je prévoit bien sur de rentrer à vélo, du moins en grande partie. Je vais partir de Astano à vélo, mais après avoir franchit les Alpes je prendrais le train à Innertkirchen. Je connais trop bien les derniers 90km, et je préfère rentrer ainsi un peu plus tôt à la maison. Ça me fait quand même 200km à effectuer avec 3500m de dénivelé de prévu.</p><p>Depuis Astano je descends d’abord sur les rives du lac Majeur que je longe pendant 25km. Avec les premières lueurs du jour c’est très beau. Vers 7h30 j’arrive à Bellinzone, et là je me ravitaille pour avoir assez de nourriture pour tenir toute la journée. Je trouve dans une coop dans 2 pains au chocolat, un sandwich bretzel vuna, un sandwich bretzel schnitzel, et un paquet de bonbon. En plus de mes quelques barres de céréales ça devrait faire l’affaire.</p><p>50 minutes plus tard j’arrive à Biasca. Ici la vallée se sépare en 2, à droite la route prend la direction du col du Lukmanier, et à gauche la direction du Nufenenpass et du Gothardpass. Moi je prends à gauche. Jusque là c’était très plat, mais ça va maintenant commencer à monter doucement. Vers 11h30, 115km après mon départ, j’arrive à Airolo. On est au pied du 1er col de la journée. Je me réjouit, il fait très beau, je n’ai monté le Gothard qu’un seule fois, c’était il y a 4 ans.</p><p>Ça fait 13km à 7% de moyenne. Les 5 1er km, je roule sur une route asphaltée, mais pour les 7 derniers kilomètres, ce qui rend cette route unique, c’est qu’elle est pavée jusqu’au passage du col. C’est la Tremola, une route mythique. C’est un peu un mix entre le Stelvio pour ses lacets et les pavés de Roubaix dans le nord de la France. La route est en très bon état, ma faible vitesse en montée empêche les vibrations, donc malgré ce revêtement singulier ça reste très confortable. Je m’arrête plusieurs fois pour filmer, prendre des photos, ou juste apprécier la vue sur les lacets en contre bas. Il y a beaucoup de cyclistes, et tout le monde semble aimer ce moment.</p><p>En franchissant le col on retrouve les automobilistes qui eux ont pris la route asphaltée. Mais sous le Gothard il y a aussi un tunnel routier, et un tunnel ferroviaire. On est vraiment ici à un point stratégique du franchissement des Alpes en Suisse.</p><p>Je continue ma route et descend rapidement vers Hospental plus bas dans la vallée. A l’entrée du village, si je vais tout droit, je prends la direction d’Andermatt, mais je prends à gauche, direction le 2eme monument du jour : le Furkapass. Depuis Hospental jusqu’à Realp au pied du col il y a environ 5 km de plat. Je me remet dans les prolongateurs et je peux voir le fond de la vallée et en me rapprochant j’observe la route du col qui serpente au dessus.</p><p>Je suis hyper excité, c’est la route mythique de James Bond dans Goldfinger quand même.</p><p>Je passe Realp, et la montée commence. Il y a 12km à 7% de moyenne jusqu’au col. J’ai tout le temps préféré l’autre versant, mais aujourd’hui, je suis très content de monter de ce coté. Sur les 5 1er km on a en permanence une vue en contre bas sur Realp et la vallée de l’Urseren. Et ensuite la route est plutôt droite jusqu’au col que l’on a aperçoit de très loin.</p><p>Quand j’arrive là haut, il y a pas mal de trafic, entre les autos qui partent et celles qui arrivent. C’est un peu la contre partie de certains col suisse, Personnellement je ne me sens pas en danger entourée par les voitures ou les motos. Mais ce qui me surprend c’est lorsque que tout à coup il n’y a plus personnes et que l’on entend plus le bruit des moteurs, le silence est surprenant dans ces rares moments.</p><p>Aujourd’hui j’ai même assisté à un bouchon d’allemand en Porsche, ils voulaient sur la route rester groupé mais chacun dans sa voiture, alors ils attendaient, arrêtés sur la route que leur leader reprennent la tête du convoi.</p><p>J’entame la descente, et là c’est encore beaucoup de plaisir. Les conditions sont parfaites, la route est sèche, il n’y a pas de vent et le revêtement sur cette route est parfait. Je passe le mythique Hôtel Belvédère et le glacier du Rhône, et enchaîne les lignes droites et les virages en épingle avec une vue magnifique sur la vallée. Je suis un peu freiné par le trafic, mais moins de 15minutes et 10km plus tard je suis en bas du col, mais déjà au pied du prochain.</p><p>Et c’est le Grimselpass, 5 jours plus tôt il m’a fait souffrir dans le froid et la pluie. Mais aujourd’hui c’est très différent, déjà grâce à la météo, mais aussi car si de l’autre coté ce col est long de 25km, depuis Gletsch, là ou je me trouve il n’y a que 5km de montée. Je les franchit sans problème en jetant autant que possible un œil sur la route du Furkapass de l’autre coté qui est superbe. J’arrive au col et bascule de l’autre coté. Depuis le haut de la descente, on a une vue dégagée sur les lacs et les barrages, et on voit bien ce passage étroit au loin qui va nous faire rentrer dans la vallée, et descendre jusqu’à Innertkirchen que j’atteindrai vers 16h30. Et de là je prends le train pour rentrer à Berne.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=2a91d5b0eccc" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Die Alpen überqueren (in der Breite)]]></title>
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            <category><![CDATA[italien]]></category>
            <category><![CDATA[alpen]]></category>
            <category><![CDATA[schweiz]]></category>
            <category><![CDATA[radtour]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Wed, 06 Aug 2025 20:51:58 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-08-06T20:51:58.804Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*5w12n4PSbAjXn8Z38zo8eA.jpeg" /></figure><p>20. Episode des Podcasts Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F4oR6i0zw9TBPLB6tm2ZfhX%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F4oR6i0zw9TBPLB6tm2ZfhX&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-ak.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f5a3e4da1805e88440e6ad354&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/68b0b646c5fd274214c53191c9022087/href">https://medium.com/media/68b0b646c5fd274214c53191c9022087/href</a></iframe><p>Meine Freundin und ich werden ein paar Tage im Tessin verbringen. Wir haben ein Zimmer in einem Gästehaus oben über Lugano gebucht.</p><p>Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mit dem Fahrrad diese Strassen zu erkunden, die ich noch nicht kenne. Ich dachte mir, wenn schon, dann könnte ich auch gleich mit dem Velo hinfahren. Während meine Freundin mit einem Teil meines Gepäcks den Zug nimmt, werde ich mit so viel wie möglich in meinen Taschen auf dem Fahrrad unterwegs sein.</p><p>Die Hinfahrt ist 275 km lang. Das ist an einem Tag machbar, wenn ich früh starte.<br>Am Samstag, 26. Juli, starte ich also gegen 3 Uhr morgens. Es ist 14 Grad, es regnet nicht, aber der Himmel ist bewölkt.<br>Den Anfang der Strecke kenne ich sehr gut. Ich fahre nach Süden bis nach Thun, dann durch Interlaken, und komme nach Meiringen. Ich habe etwa 80 km zurückgelegt. Inzwischen ist es hell geworden, und in der letzten Stunde hat es leicht geregnet. Ich nutze die Pause, um meine Trinkflaschen aufzufüllen und ein Sandwich zu essen, bevor der erste Pass beginnt.</p><p>Ich mache mich wieder auf den Weg und fahre die kleine Steigung hinauf, die Meiringen von Innertkirchen trennt. Auf der anderen Seite wird mir klar: der Himmel ist tief. Der Wetterbericht von gestern sagte, dass es am Vormittag besser werden soll, aber ich habe wenig Hoffnung. Es ist 7 Uhr morgens, ich stehe am Fuss des Grimselpasses. Bis zum Gipfel sind es 25 km mit einer durchschnittlichen Steigung von 6 %. Das ist ein Pass, den ich besonders mag. Ich liebe diese langen Anstiege, und hier ändert sich die Landschaft ständig, es ist nie langweilig. In den letzten 7 km gibt es mehrere Seen. Das Wasser hat eine unglaubliche Farbe, so ein milchiges Grün, schwer zu beschreiben, aber wunderschön. Und je näher man dem Pass kommt, desto mehr wird man sich der grandiosen Landschaft bewusst, die man mit jedem Tritt in die Pedale immer mehr überblickt.</p><p>Ich beginne den Anstieg, und bald fängt es wieder an zu regnen. Diesmal ziehe ich meine Regenjacke an, weil ich merke, dass es länger dauern wird.<br>Nach 12 km fahre ich an der Kraftwerksanlage Handeck vorbei. Dank der Stauseen weiter oben produziert sie Strom für mehr als eine Million Haushalte.</p><p>Bei km 16 komme ich zu einem Tunnel, der für Velos gesperrt ist. Ich muss also rechts eine kleine gepflasterte Strasse nehmen, das ist eigentlich die alte Passstrasse. Statt Verkehr habe ich hier meine Ruhe. Direkt unter mir rauscht die Aare, ein wilder Fluss an dieser Stelle. Nach etwas mehr als einem Kilometer geht es wieder zurück auf die Hauptstrasse.<br>Es regnet stark, und ich bin inzwischen komplett durchnässt. Meine Regenjacke hilft nicht mehr gegen diesen Dauerregen. Ich schaue kaum noch auf die Landschaft, obwohl sie beeindruckend ist bei diesem Wetter. Ich fahre einfach weiter, geduldig, ohne Hoffnung, dass es bald besser wird.</p><p>Ich weiss, dass im Tessin das Wetter besser sein soll. Aber vorher muss ich zwei Pässe überqueren. Der erste ist fast geschafft, noch knapp eine Stunde bis zum Gipfel. Danach geht’s 17 km bergab. Dann kommt der Nufenenpass: 13 km bergauf bis auf 2478 m. Danach fahre ich wieder runter ins Tessin, wo ich auf Sonne und Wärme hoffe.</p><p>Diese Velotour ist geografisch etwas Besonderes : Ich überquere die Alpen. Von Bern im Norden fahre ich nach Lugano im Tessin, ganz im Süden. Es ist ein Kanton in der Schweiz, ist es aber durch die Alpen vom Rest des Landes getrennt. Es ist eine spezielle Situation : Die Amtssprache ist Italienisch, die Kultur ist ziemlich italienisch, aber die Politik, die Schulen, die Verwaltung: alles ist total schweizerisch.</p><p>Noch 3 km bis zum Gipfel, und ich beginne zu frieren. Es ist unter 10 Grad, und ich bin nass. Ich denke, die Abfahrt wird eiskalt.<br>Endlich komme ich oben am Grimselpass an. Es ist etwa 9:30. Ich gehe sofort in das erste offene Restaurant, um mich aufzuwärmen. Ich bestelle einen Kaffee und einen Tee. Ich ziehe meine Sachen aus und merke : alles ist komplett nass. Die Regenjacke hat nichts gebracht. Mein erstes Ziel ist warm werden. In diesem Zustand kann ich unmöglich abfahren, ich würde unterkühlen. Es sind 7 bis 8 Grad, es regnet weiter, und Besserung ist nicht in Sicht. Ich bleibe eine Weile im Restaurant, trinke noch einen Tee, esse Brot mit Konfitüre und beschliesse, auf den Bus zu warten, um in das Tal runterzufahren.</p><p>In der Schweiz gibt es die sogenannten Postautos. Das sind Busse, die auch in abgelegene Gegenden fahren, wo keine Züge hinkommen, vor allem in den Bergen. Sie sind eine echte Institution. Man erkennt sie an der gelben Farbe. Und ganz speziell ist das Horn: Es besteht aus drei Tönen, und die Fahrende nutzen es gerne bei engen oder gefährlichen Stellen.</p><p>Um 10:51 verlade ich mein Velo in den Kofferraum eines Postautos, das vom Pass zur nächsten Bahnstation fährt, 13 km talwärts. Ich bin sehr froh, dass ich nicht selber runterfahren muss. Auf dieser Seite ist das Wetter nicht besser.</p><p>Als ich aus dem Bus steige, bin ich erleichtert: Es ist etwa 15 Grad, und es regnet nicht mehr. Ich fahre weiter Richtung Brig, das 40 km entfernt ist. Ich fahre durch Ulrichen, das am Fusse des Nufenenpasses liegt. Oben ist das Wetter bestimmt genauso schlecht wie am Grimsel, vielleicht sogar noch kälter. Ich bin nicht gut genug ausgerüstet, um heute bei diesem Wetter auf über 2400 m zu fahren.</p><p>Ich bleibe also im Tal. Hier ist das Oberwallis, und man spricht Walliserdeutsch , ein spezieller Dialekt. Die Serie <em>Tschugger</em> spielt übrigens hier. Eine lustige Polizeiserie, auf Netflix könnt ihr sehen, wie es hier aussieht und wie die Leute ticken. Kurz vor Brig sehe ich sogar ein Fake-Polizeiauto im US-Stil, ganz im Stil der Serie.</p><p>Von Brig nehme ich den Zug nach Domodossola, das liegt hinter der Grenze. Eigentlich war das nicht geplant, aber jetzt bin ich in Italien. So kann ich die hohen Berge umgehen und trotzdem zu meinem Ziel kommen.<br>In Italien bleiben noch 70 km. Ich nehme eine Fähre über den Lago Maggiore. Ein traumhafter See, ganz schmal, mit schöner Aussicht auf die Berge auf beiden Seiten. Die Überfahrt dauert weniger als 30 Minuten. Eineinhalb Stunden später bin ich in Astano, meinem Ziel, oberhalb von Lugano.</p><p>Auch wenn ich die Route anpassen und verkürzen musste, ich bin sehr zufrieden mit dem Tag. Es war ein kleines Abenteuer, spontan den Plan zu ändern, die Grenze mehrmals zu überqueren, drei verschiedene Transportmittel zu nutzen, plus Velo. Und ich bin trotzdem 230 km gefahren, mit über 3000 Höhenmeternuntershied.</p><p>Zwei Tage später steige ich wieder aufs Velo. Ich möchte zur Madonna del Ghisallo fahren. Hin und zurück sind das ungefähr 160 km. Das wird ein schöner Tag zwischen der Schweiz und Italien.<br>Ich fahre zuerst entlang dem Luganersee. Es ist wunderschön, und ich bin sehr dankbar, dass ich das, was ich liebe, in so einer Umgebung machen kann. Die Seenregion im Norden Italiens und im Süden der Schweiz ist wirklich besonders, es gibt den Lago Maggiore, den lago di Como und den lago di Lugano. Alle drei liegen direkt an der Grenze.</p><p>Nach etwa 40 km überquere ich die Grenze in Chiasso. 5 Kilometer später bin ich in Como. Es ist 11 Uhr morgens, und ich hätte Lust auf ein zweites Frühstück. Ich habe ein Café gefunden, das vegane Croissants anbietet. Es liegt in der Altstadt, es hat viele Touristen, aber ich finde einen Platz auf der Terrasse, wo ich mein Velo im Blick habe.<br>Ich bestelle einen doppelten Espresso, einen Orangensaft und zwei vegane Croissants. In Italien kann man „Croissant-Croissant“ einfach so sagen, oder auch „Cornetto-Cornetto“ oder „Brioche-Brioche“.<br>Leider sind sie in diesem Café nicht besonders gut. Nicht schlimm, aber es sind keine echten Croissants.</p><p>Ich fahre weiter. Nach 35 km erreiche ich die Madonna del Ghisallo. Das ist eine kleine Kapelle oben auf dem Ghisallo-Pass, 500 m über dem Lago di Como.<br>Der „Giro di Lombardia“, ein wichtiges Rennen am Ende der Profisaison, fährt über diesen Pass.</p><p>Diese Kapelle ist eine echte Besonderheit, denn sie ist den Radfahrende gewidmet. Drinnen gibt es viele Erinnerungsstücke, zum beispiel ein Velo von Eddy Merckx, oder ein Trikot von Elisa Longo Borghini.<br>Auch ein Trikot von Gino Mäder ist da. Er ist am 16. Juni 2023 gestorben, nach einem Sturz bei der Abfahrt vom Albulapass während der Tour de Suisse.<br>Es gibt auch das Rad von Fabio Casartelli, der 1995 bei der Tour de France am Col du Portet d’Aspet tödlich verunglückt ist.</p><p>Die Kapelle ist klein, und jeder Platz an der Wand ist voll, überall hängen Velos, Trikots und andere Erinnerungen.</p><p>Nach dieser Pause fahre ich weiter, runter nach Bellagio, und dann am Lago di Como entlang Richtung Süden. Und es ist einfach wunderschön. Es gibt viele Aussichtspunkte auf den See, und auf die Dörfer am Hang und direkt am Wasser.</p><p>Wieder ein wunderbarer Tag. Ich liebe das Velofahren. Aber wenn es zusätzlich schöne Landschaften gibt, eine sportliche oder sprachliche Herausforderung (denn ich spreche kein Italienisch), oder etwas Kultur, dann macht das alles noch besser. Es wird richtig komplett.</p><p>Drei Tage später ist es Zeit für die Rückfahrt nach Bern. Natürlich möchte ich wieder mit dem Velo zurückfahren, zumindest einen grossen Teil.<br>Ich werde von Astano mit dem Velo abfahren. Und nach dem Überqueren der Alpen werde ich den Zug ab Innertkirchen nehmen. Die letzten 90 km kenne ich zu gut, da fahre ich lieber mit dem Zug und bin etwas früher zu Hause. Es sind trotzdem 200 km und 3500 Höhenmeteruntershied geplant.</p><p>Von Astano fahre ich zuerst hinunter zum Lago Maggiore und folge dem See 25 km lang. Im Licht des frühen Morgens ist es wunderschön.<br>Gegen 7:30 komme ich in Bellinzona an und kaufe genug Essen für den Tag. In einem Coop finde ich zwei Schoggibrötli, ein Bretzel-Sandwich mit Vuna, eins mit veganem Schnitzel und eine Packung Bonbon. Mit meinen Müsliriegeln zusammen sollte das reichen.</p><p>50 Minuten später bin ich in Biasca. Hier teilt sich das Tal : rechts geht es zum Lukmanierpass, links zum Nufenenpass und zum Gotthardpass. Ich nehme die linke Route. Bisher war es flach, aber jetzt beginnt der Anstieg.<br>Gegen 11:30, nach 115 km, erreiche ich Airolo. Am Fuss des ersten Passes des Tages. Ich freue mich. Das Wetter ist perfekt. Ich bin den Gotthardpass erst einmal gefahren, vor vier Jahren.</p><p>Der Pass ist 13 km lang, mit einer durchschnittlichen Steigung von 7 %. Die ersten 5 km fahre ich auf Asphalt. Dann beginnt das Besondere : Die letzten 7 km sind gepflastert, das ist die Tremola, eine legendäre Strasse.<br>Eine Mischung aus den Serpentinen vom Stilfserjoch und dem Kopfsteinpflaster von Roubaix. Die Strasse ist in sehr gutem Zustand. Weil ich langsam bergauf fahre, stören die Vibrationen kaum, es bleibt bequem.<br>Ich halte oft an, um zu filmen, Fotos zu machen oder einfach die Aussicht auf die vielen Kurven unter mir zu geniessen.<br>Es gibt viele Radfahrende unterwegs, und alle scheinen diesen Moment zu schätzen.</p><p>Oben trifft man wieder die Autofahrende, die den normalen Asphaltweg genommen haben.<br>Unter dem Gotthard gibt es übrigens auch einen Strassentunnel und einen Eisenbahntunnel. Wir befinden uns hier wirklich an einem strategischen Punkt für die Überquerung der Alpen in die Schweiz.</p><p>Ich fahre weiter bergab ins Tal, nach Hospental. Am Dorfeingang könnte ich geradeaus nach Andermatt fahren, aber ich biege noch ein mal links ab zum zweiten Pass des Tages : der Furkapass.<br>Von Hospental bis Realp, dem Fuss des Passes, sind es etwa 5 flache Kilometer. Ich fahre im Lenkeraufsätze und kann schon das Ende des Tals und die Passstrasse hoch oben sehen.</p><p>Ich bin richtig aufgeregt, das ist die berühmte James-Bond-Strasse aus Goldfinger.<br>Ich fahre durch Realp, und der Anstieg beginnt. 12 km mit 7 % im Schnitt bis zum Gipfel. Ich mochte früher den anderen Anstieg lieber, aber heute freue ich mich über diese Seite.<br>Die ersten 5 km hat man immer eine tolle Aussicht auf Realp und das Urserental. Danach ist die Strasse eher gerade, man sieht den Pass schon von weit weg.</p><p>Wenn ich dort oben ankomme, herrscht ziemlich viel Verkehr, Autos, die ankommen oder abfahren. Das ist oft so bei Schweizer Pässen. Ich persönlich fühle mich sicher, auch mit Autos oder Motorrädern um mich herum.<br>Aber manchmal, wenn es plötzlich ruhig wird und keine Motoren mehr zu hören sind, ist das überraschend still.<br>Heute habe ich sogar einen Porsche-Stau gesehen, eine deutsche Gruppe wollte zusammen fahren, aber jeder in seinem Auto. Also haben sie auf der Strasse gewartet, bis der „Anführer“ wieder vorne war.</p><p>Ich beginne die Abfahrt, und es macht richtig Spass. Die Bedingungen sind perfekt, die Strasse ist trocken, es weht kein Wind und der Belag auf dieser Strasse ist perfekt. Ich passiere das berühmte Hotel Belvédère und den Rhonegletscher, fahre Haarnadelkurven mit einer herrlichen Aussicht auf das Tal.<br>Ich bin etwas vom Verkehr gebremst, aber nach weniger als 15 Minuten und 10 km bin ich unten, und schon am nächsten Pass.</p><p>Das ist noch der Grimselpass, vor fünf Tagen war es hier kalt und nass. Heute ist alles anders: das Wetter ist top, und dieser Anstieg ist von hier aus nur 5 km lang, statt 25 von der anderen Seite.<br>Ich fahre entspannt hoch und schaue immer wieder auf die tolle Strasse des Furkapasses gegenüber. Oben angekommen geht es direkt runter. Von hier sieht man die Seen, die Staudämme, und weiter unten den engen Durchgang, durch den es ins Tal geht.<br>Ich fahre hinunter bis nach Innertkirchen, dort komme ich gegen 16:30 an und nehme den Zug zurück nach Bern.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=df982b29f114" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[2600 km mit dem Fahrrad in weniger als 10 Tagen]]></title>
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            <category><![CDATA[frankreich]]></category>
            <category><![CDATA[fahrrad]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Wed, 16 Jul 2025 14:02:11 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*PdlD20hdlsTGouI5ViD7Cw.jpeg" /></figure><p>19. Episode des Podcasts Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F78a6HnmRwILhbnFYjOwOKp%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F78a6HnmRwILhbnFYjOwOKp&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-fa.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f9efbef96d0e04c9cd89b3625&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/5a52c99ffe7dd37c405923f0b2550985/href">https://medium.com/media/5a52c99ffe7dd37c405923f0b2550985/href</a></iframe><p>Es ist Montag, der 9. Juni, und ich bin gerade in Dinan in der Bretagne angekommen. In zwei Tagen startet hier die Race Across France.<br>Von Bern bin ich mit dem Zug durch Frankreich gereist. Dieses Jahr habe ich einen Koffer gekauft, um mein Fahrrad sicher zu transportieren. Der ist wirklich stabil, ich kann sogar draufstehen. Selbst wenn der Koffer aus dem Zug fallen würde, wäre mein Fahrrad noch in Top-Zustand.<br>Aber der Koffer ist ziemlich schwer und unpraktisch. Das macht das Reisen nicht gerade einfach. Ich habe zwischen Bern und Dinan fünf verschiedene Züge genommen, und natürlich musste ich in Paris den Bahnhof wechseln.</p><p>Der Start ist erst in zwei Tagen, also habe ich noch Zeit zum Ausruhen. Kaum angekommen, gehe ich etwas trinken mit ehemaligen Teilnehmern der RAF 1000. Dieses Jahr fahren wir alle die 2500-Kilometer-Strecke. Ich treffe also wieder Fabrice, Gaëtan und seinen Vater, die ich letztes Jahr in Anglet kennengelernt habe. Es ist wirklich schön, sich ein Jahr später wiederzusehen. Wir reden über unsere Vorbereitung, unser Setup und unsere Erwartungen. Diese Distanz ist neu für uns alle drei.</p><p>Am nächsten Morgen baue ich mein Fahrrad wieder zusammen und teste es auf den ersten Kilometern der Strecke. Alles funktioniert gut.</p><p>Letztes Jahr kam mein Bruder zum Start ins Baskenland. Dieses Jahr sind meine Schwester und ihre Familie hier. Sie wohnen in der Bretagne, und ich freue mich sehr, sie zu sehen. Wir verbringen den Nachmittag und Abend zusammen. Die Zeit vergeht schnell, und schon ist der Tag des Rennens da.</p><p>Dieser Tag ist traditionell für die Startnummernabholung, Fahrradkontrolle und Materialkontrolle reserviert. Es gibt auch ein Vor-Rennen-Briefing. Ich versuche, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen, ich liege rum und lese.</p><p>Auf dem Gelände ist viel los. 251 Radfahrer bereiten sich vor. Es gibt Besucher, Begleiter, viele freiwillige Helfer, die kochen, kontrollieren und helfen. Das Medienteam interviewt bekannte Leute aus der Ultrarad-Szene und auch andere unbekannte Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die ganze Atmosphäre bringt mich in die richtige Stimmung. Es gibt keinen Druck, sondern eher Aufregung. Für mich hat die Veranstaltung schon begonnen. Ich bin ruhig und freue mich, hier zu sein.</p><p>Dieses Jahr mache ich bei einer Schlaf-Forschung mit. Die Studie wird von Rémy Hurdiel von der Uni Dunkerque geleitet. Ein Team sammelt Daten von den Teilnehmern über eine App. Ein paar Stunden vor dem Start mache ich einen Reaktionstest und meine Handkraft wird gemessen. Diese beiden Tests muss ich an jeder basecamp wiederholen. Die Studie soll zeigen, wie Schlaf und Leistung zusammenhängen. Bei so einem Rennen ist es wichtig, das Gleichgewicht zwischen Schlaf und Radfahren zu finden. Während des Rennens bekommen wir auch Tipps, wie wir das gut managen.</p><p>Und dann kommt langsam der Start. Der erste Fahrer startet um 19:00, dann alle 30 Sekunden jemand Neues. Jeder will die 2607 Kilometer durch Frankreich schaffen. Dies ist eigentlich die genaue Distanz des Rennens.</p><p>Ich bin mir nicht sicher, ob ich gut genug bin für so ein Rennen. Aber ich habe mich 5 Monate vorbereitet, körperlich und mental. Ich habe meinen Platz am Start verdient. Ich bin sehr glücklich, dass ich teilnehmen kann. Ich verfolge dieses Rennen seit Jahren, und jetzt bin ich dran. Es fühlt sich ganz natürlich an.</p><p>Um 20:31fahre ich endlich die Startrampe hinunter. Die Zuschauer stehen Spalier. Ich trete zum ersten Mal in die Pedale, winke ein letztes Mal meiner Schwester, die beim Start dabei ist, und fahre los Richtung Mandelieu-la-Napoule.</p><p>Die Strecke beginnt mit einer Abfahrt vom Stadtzentrum Dinan zum Hafen. Nach ein paar hundert Metern überhole ich schon drei Radfahrer. Wahrscheinlich wurden sie von Ampeln oder Verkehr aufgehalten. Wir verlassen schnell die Stadt und fahren Richtung Norden.<br>Am Tag war es sonnig und warm. Jetzt wird der Himmel etwas grauer. Die Strecke ist hügelig. Manchmal sieht man das Meer, dann geht es eine kleine Steigung hoch, wieder runter, und man fährt wieder am Meer entlang, echt schön.</p><p>Nach 49 km, gegen 22:30, komme ich am Cap Fréhel an. Es ist noch nicht ganz dunkel, aber der bewölkte Himmel ist schon recht düster. Ich hätte gerne einen Sonnenuntergang gesehen, aber es ist trotzdem wunderschön. Wir fahren an Klippen entlang, die ins Meer fallen. Ich schaue hinter meine Schulter, da ist der Leuchtturm und rote Lichter auf dem Wasser. Es sind Windräder. Das Gefühl ist besonders, als wäre ich am Ende der Welt. Ich bin voller Vertrauen, aber auch etwas verletzlich.</p><p>Ich treffe Frédéric, der etwas früher gestartet ist. Wir haben uns letztes Jahr bei der RAF 1000 kennengelernt, in der Nähe von Uzès. Wir plaudern ein bisschen. Dann kommt Martine dazu. Sie kommt aus der Gegend und kennt die Strecke gut.</p><p>Nach 100 km fahre ich durch Saint-Brieuc. Jetzt bin ich mit einer kleinen Gruppe, die ziemlich schnell fährt, vielleicht etwas zu schnell für mich. Aber ich bleibe dran. In der Gruppe zu fahren ist in der Nacht sicherer, weil unsere Lichter zusammen sehr stark sind.<br>Nathalie ist auch dabei. Ich habe sie schon vor dem Start bemerkt, viele Leute haben sie laut angefeuert, wahrscheinlich Familie oder Freunde, die sie eine Überraschung bereitet zu haben schienen.</p><p>Durch das hohe Tempo muss ich viel trinken, und plötzlich sind meine Flaschen leer. Gegen 1 Uhr morgens kommen wir durch Binic. Da ist überraschend ein Café offen, mit vielen Leuten auf der Terrasse. Der Kellner ist nett und füllt meine Flaschen auf. Ich frage, was hier los ist. Er sagt: Die Saison hat begonnen, Binic ist ein Badeort. Ich liebe diesen Kontrast: Wir auf dem Fahrrad, und die Leute feiern mitten in der Nacht.</p><p>Heute Nacht sollte Vollmond sein. Die Mond hat seinen Plan nicht geändert, aber man sieht ihn nicht, es gibt zu viele Wolken.</p><p>Gegen 4 Uhr morgens beginnt es zu regnen, wie vorhergesagt. Ich suche einen Unterschlupf, aber alle Bushaltestellen sind schon besetzt. Nach ein paar Kilometern finde ich ein freies Kirchenportal. Ich stelle mich hinein, aber ich bin schon ziemlich nass. Kurz danach kommt Jonathan. Ich wollte eigentlich nur warten, bis der Regen aufhört. Aber Jonathan sagt, er will die Zeit nutzen, um etwas zu schlafen.</p><p>Das war nicht mein Plan, so früh zu schlafen. Aber eigentlich ist es klug, diese Pause zu nutzen. Ich stelle meinen Handywecker auf eine Stunde und schlafe nach ein paar Minuten ein. Ich wache zehn Minuten vor dem Wecker auf, es regnet immer noch. Jonathan schaut die Wetter-App an. Der Sturm braucht länger als gedacht. Es könnte bis 11 Uhr regnen. Egal, wir müssen weiter. Es ist etwa 6 Uhr morgens. Ich fahre los.</p><p>Schon bald treffe ich Gaëtan. Leider ist seine Stimmung schlecht, er ist müde. Ich versuche, positiv zu sein. Aber später erfahre ich, dass er das Rennen an diesem Morgen aufgegeben hat.</p><p>Am frühen Morgen regnet es immer noch, und manchmal weht starker Wind. Ich mache immer mehr Pausen, weil das Wetter so unangenehm ist. Ich komme zwar voran, aber sehr langsam.</p><p>Am frühen Nachmittag wird das Wetter besser, und gegen 18 Uhr komme ich in Loudéac an. Ich bin bis hierher 370 km gefahren. Vor dem Rennen hatte ich mir überlegt, vielleicht bis zur ersten base camp bei Kilometer 550 durchzufahren. Aber davon bin ich im Moment weit entfernt. Ich will jetzt einfach nur aufhören, duschen, essen und schlafen. Ich buche ein Hotel in der Nähe, wasche mein Fahrrad an einer Autowaschanlage, kaufe etwas zu essen und gehe in meine Unterkunft. Dort schlafe ich sechs Stunden.</p><p>Gegen 4:30 fahre ich wieder los und treffe bald Frédéric. Wir halten in St Méen-le-Grand für ein Frühstück. Wir plaudern ein bisschen und ich fahre danach weiter, ich lasse Frédéric seinen Brotscheiben zu ende essen. Das Wetter ist heute viel besser, und die Strecke ist flacher, ich kann den grossen Kettenblatt benutzen und fahre viel schneller als gestern. Um 14:30 komme ich zu der Basecamp. Aber ich bin zu spät, sie ist seit ein paar Stunden geschlossen. Das ist nicht schlimm, denn es ist nicht ausscheidend, wenn man eine Basecamp verpasst.</p><p>Eine Stunde später wird der Himmel wieder dunkel, und ich sehe, dass ein Gewitter kommt. Im nächsten Dorf finde ich ein Café, stelle mich unter und bestelle einen Diabolo menthe. Das ist ein bekanntes Getränk in Frankreich. Es ist eigentlich eine Mischung aus Limonade und Minzsirup. Es regnet fünf Minuten, dann wird das Wetter schon wieder besser. Ich habe mich nicht getraut, im Café zu picknicken, aber meine Musette ist voll mit essen. Nach dieser Zwangspause fahre ich weiter und mache noch mal Pause an dem Fluss Mayenne, um zu essen. Ich habe mir vorher ein Baguette, Guacamole und Chips gekauft. Als Veganer, auf dem Land, isst man, was man findet. Gestern Abend habe ich zum Beispiel eine Dose Linsen kalt aus der Dose mit Brot gegessen, in solchen Momenten ist das ein echtes Festessen.</p><p>Ich fahre ein paar Stunden, dann treffe ich Frédéric noch einmal. Wir reden über unsere Pläne für die kommende Nacht. Wir wollen beide in der Nähe dem Fluss Loire schlafen. Er wartet auf eine Antwort von einem Airbnb, und ich habe gerade eine Absage auch von einem Airbnb bekommen. Wenn man nur ein paar Stunden vorher fragt, ist es oft schwierig für die Gastgeber, um sich zu organisieren. Ich entscheide mich also, heute draussen zu schlafen. Ich freue mich nicht besonders darauf, aber es ist warm und trocken, wenn ich mich mental vorbereite, geht das schon. Ich lasse Frédéric zurück, der seine Buchung regelt, und fahre noch ein paar Stunden weiter. Gegen 23 Uhr finde ich einen Fahrradunterstand am Bahnhof in Azay-le-Rideau, dort werde ich schlafen. Heute bin ich 334 km gefahren.</p><p>Am nächsten Morgen fahre ich um 5:00 los. Der Tag heute soll bis Argenton-sur-Creuse, etwa 130 km entfernt, flach bleiben. Danach geht es in die Berge des Limousin bis zum Plateau de Millevaches. Heute treffe ich viele Radfahrer, besonders in Saint-Flovier. Die Bäckerei dort ist wie oft ein Treffpunkt. Ich trinke einen Kaffee, ein Orangina und kaufe ein Baguette. Alle erzählen von ihrer Nacht, manche haben in Bushaltestellen geschlafen, andere in Gästezimmern. Wir sprechen über die Route. Alle wissen: In Argenton muss man sich gut versorgen, danach wird es leer, kaum noch Dörfer, kaum Essen oder Trinken. Gegen 11 Uhr komme ich in Argenton-sur-Creuse an. Ich habe ein italienisches Restaurant gesehen, das vegan frendly ist. Es ist noch etwas früh, aber sie lassen mich schon rein. Ich setze mich in die Nähe einer Steckdose, um meine Geräte aufzuladen. Der Service ist super langsam. Ich hole mir die Speisekarte selbst und bestelle schliesslich direkt in der Küche, es scheint keinen Service zu geben. Ich esse Pasta mit Olivenöl, trinke ein grosses Glas Diabolo Menthe und tunke mein Brot in den Teller,sehr lecker. Danach suche ich auf meinem Handy, wo ich heute übernachten könnte. Ich finde ein Airbnb mit Self-Check-in, perfekt für einen Ultra-Rennen. Es ist ca. 150 km entfernt, das würde eine Tagesetappe von 280 km machen. Ich kaufe noch ein paar Sachen für heute und auch für morgen ein.</p><p>Wie erwartet, kommen jetzt die ersten Anstiege. Und später am Nachmittag schaue ich, wie weit mein heutiges Ziel, das Dorf Noth, entfernt ist. Aber ich habe ein Problem mit den Karten. Ich benutze die Live-Karte von dem Rennen, Google Maps, und die Karten in den Apps von Airbnb oder Booking. Jede zeigt etwas anderes an, mit anderen Infos. Ich dachte, Noth sei noch 120 km entfernt, in Wirklichkeit sind es nur 30 km. Ich bin also schon fast da, und es ist erst 15 Uhr. Ich ärgere mich sehr über diesen Fehler, aber es ist zu spät, um die Buchung zu stornieren. Trotzdem will ich nicht um 17 Uhr schon aufhören. Ich suche ein neues Zimmer für die Nacht, aber finde nichts Passendes. Entweder ist es zu weit weg von der Strecke oder viel zu teuer.</p><p>Ich fahre weiter, aber brauche einen neuen Plan. Ich halte wieder an, checke die Apps und Karten. Ich verliere viel Zeit, um eine Lösung zu finden. Ich muss meinen Fehler akzeptieren, und dass es weiter hinten wenig Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Ich habe schon zu viel gezaudert und diese Zeit bringt mir nichts Gutes, sondern nur Frustration und Verbitterung.</p><p>Ich überlege, welche Vorteile hätte es, jetzt in Noth zu bleiben? Ich könnte duschen, in einem Bett schlafen, meine Geräte aufladen. Und die Kilometer, die ich heute nicht fahre, kann ich morgen früh machen. Ich höre auf zu zweifeln und entscheide mich, in Noth zu übernachten.</p><p>Im Nachhinein war es eine einfache Entscheidung, aber auf dem Fahrrad habe ich lange damit gekämpft. Ich komme also in meinem Airbnb an, und es ist wirklich schön. Frisch renoviert, gemütlich, Dusche im italienischen Stil, das Schlafzimmer auf der Galerie. Ich kann mir fast ein richtiges Essen machen. Ich nehme mir zwei Stunden Zeit für meine täglichen Aufgaben. Ich bin ein bisschen beruhigt wegen meines Fehlers, aber frage mich auch: Was mache ich hier, während alle anderen wahrscheinlich noch fahren? Ich gehe um 19 Uhr ins Bett und stelle den Wecker auf Mitternacht. Irgendwie verrückt, aber morgen will ich viele Kilometer schaffen.</p><p>Um die 2600 km der RAF in weniger als zehn Tagen zu schaffen, muss man im Schnitt 260 km pro Tag fahren. Die letzten 1000 km haben viele Höhenmeter, und am letzten Tag muss ich vor 20:30 in Mandelieu-la-Napoule sein. Es ist also gut, etwas Vorsprung zu haben. Die ersten zwei Tage bin ich 375 und 334 km gefahren, perfekt. Aber heute waren es nur 190 km. Ich bin nicht ganz zufrieden, bleibe aber optimistisch.</p><p>Mein Wecker klingelt um Mitternacht. Ich stehe direkt auf, fast ein bisschen aufgeregt, angesichts der Herausforderung, die heute auf mich wartet, nämlich den Rückstand aufzuholen, den ich gestern hatte. Ich trinke einen Kaffee, esse ein paar Oreo-Kekse, und um 1:10 sitze ich wieder auf dem Rad. Obwohl der Vollmond drei Tage her ist, ist der Himmel noch klar. Aber es ist gewittrig, und schnell wird es dunkler. Ich will anhalten, um meine Regenjacke anzuziehen. Ich bremse, mache wie immer meinen linken Fuss frei, der Boden entfernt sich von meinem linken Fuss und nähert sich meiner rechten Flanke. Ich lande zum Glück in der Wiese am Strassenrand, aber es gibt hier einen tiefen Graben, und ich rutsche mit dem Kopf zuerst runter.Innerlich lache ich, denn die Situation ist unwahrscheinlich. Ich bin am frühen Morgen, eines Sonntags, in einer völlig abgelegenen Ort in Frankreich, mein Fahrrad zwischen den Beinen und mit dem Kopf im Strassengraben! Es dauert ein bisschen, bis ich wieder oben auf der Strasse bin. Ich ziehe meine Regenjacke an, jetzt regnet es richtig, und das bleibt noch viele Stunden so. Inzwischen ist es hell. Ausser ein paar nassen und müden Radfahrern und Radfahrerinnen, ist niemand auf den Strassen. Ich habe gerade das Département Creuse verlassen, das zweitdünnste besiedelte Département in ganz Frankreich.</p><p>Gegen Mittag komme ich in Objat an. Ich bin schon 190 km gefahren. Ich halte an einem Sandwich-Laden und esse eine Portion Pommes. Nach dem Regen wird der Himmel langsam heller. Der Tag läuft gut, und am Nachmittag buche ich ein Airbnb für die Nacht in Caussade, im Département Tarn-et-Garonne. Ich komme dort gegen 23 an. Heute habe ich 372 km mit 5600 Höhenmetern gemacht. Es war eine harte Etappe mit vielen Aufs und Abs. Ich bin zufrieden, weil ich endlich die Frustration vom Vortag loswerden konnte. Das war wichtig für mich.</p><p>Am nächsten Morgen verlasse ich meine Unterkunft um 6:30. Nach 60 km und drei Stunden Fahrt Richtung Süden komme ich zur Basecamp in Montastruc-la-Conseillère. Hier habe ich ein Dropbag zu abholen. Darin habe ich etwas zu essen, ein frisches T-Shirt und eine Unterhose für die Nacht. Ich esse Reis und zwei Kartoffeln mit Tomatensauce, es schmeckt richtig gut. Es sind etwa zehn andere Teilnehmerinnen da. Ich nehme mir Zeit zum Essen, aber auch zum Reden mit den anderen, egal ob Freiwilligern, Radfahrerinnen oder Leute vom Schlaf-Forschungsteam. Es tut gut, mal wieder ein bisschen zu quatschen.</p><p>Dann geht’s weiter, diesmal Richtung Norden. Der Rest des Tages läuft gut, aber wie schon in den Hügeln des Limousin ist das Profil wieder sehr wellig. In Najac, im Tal des Flusses Aveyron, fülle ich meine Wasserflaschen auf. Auf unserer Strecke kommen wir kaum durch Dörfer, also darf man keine Gelegenheit verpassen, Wasser zu tanken. Später am Nachmittag buche ich ein Hotel in Aurillac und komme gegen 22 Uhr dort an. Heute habe ich 278 km gemacht, mit etwas mehr als 4000 Höhenmetern.</p><p>Am nächsten Morgen wache ich gegen 5:30 auf. Ich mache mich bereit und gehe runter in die Hotellobby. Obwohl ich am Abend vorher kein Frühstück bestellt habe, frage ich einfach nach einem Kaffee und einem Saft. Die Frau an der Rezeption gibt mir beides total nett kostenlos.</p><p>Heute freue ich mich besonders auf die Strecke, denn ich komme in die Region der Vulkane der Auvergne, eine Gegend, die ich gar nicht kenne. Direkt am Anfang geht’s 8 km bergauf. Nur 3 % Steigung im Durchschnitt, aber ich komme schwer in Gang. Ich nehme es ruhig und brauche 42 Minuten mit 12 km/h Durchschnitt. Bei Kilometer 30 beginnt der „echte“ Anstieg des Tages: Le Pas de Peyrol. Das sind 13 km mit 5 % im Durschschnitt. Während des Aufstiegs sehe ich zum ersten Mal diese typischen Vulkanlandschaften, wunderschön. Oben am Pass auf 1588 m liegt direkt der Puy Mary, der noch 200 m höher ist. Und dort treffe ich zum ersten Mal Arnaud und Marc, die ich in den nächsten Tagen noch öfter sehen werde.</p><p>Gegen 18 Uhr komme ich in Clermont-Ferrand an. Ich nutze die Gelegenheit in der Stadt zu sein um einzukaufen. Ich finde vegane Sandwiches von der Marke „La Vie“, die gibt’s in fast jedem Carrefour Market. Ich habe davon übrigens etwas zu viele während der Reise gegessen. Dann halte ich noch etwa 40 Minuten an der Basecamp. Ich buche ein Hotelzimmer in Sauxillanges, etwa 45 km von hier. Die Ausfahrt aus Clermont geht schnell, es ist viel weniger Verkehr als am Nachmittag. Diese Kilometer am Abend sind richtig schön: Es ist warm, die Sonne geht langsam unter, ich habe was zu essen und ein Bett für die Nacht. Das sind die einfachen, tollen Momente, die ich beim Ultra so liebe. Es ist jetzt der sechste Tag seit dem Start in Dinan. Ich bin ungefähr 1700 km gefahren und fühle mich super.</p><p>Ich komme gegen 21 Uhr im Hotel an, nach 211 km. Es war ein eher ruhiger Tag, aber laut meiner Berechnung bin ich noch voll im Zeitplan, um rechtzeitig in Mandelieu-la-Napoule anzukommen. Ich habe mir nie wirklich Druck gemacht, weil ich immer ein bisschen voraus war. Selbst als ich vor drei Tagen dieses Airbnb falsch gebucht habe, war ich ruhig. Zum ersten Mal in der ganzen Fahrt rechne ich aus, wie viele Kilometer und wie viele Tage noch übrig sind. Ich weiss noch nicht genau, wann ich ankomme, aber ich bin ziemlich sicher, dass ich die Race Across France beenden werde.</p><p>Im Laufe des Tages habe ich erfahren, dass Fabrice, mit dem ich vor dem Start einen Abend in Dinan verbracht habe, leider wegen Nackenschmerzen aufgeben musste. Auch wenn ich gut vorbereitet war, fühle ich mich ein bisschen glücklich, dass bei mir bisher alles gut läuft. Es kann immer etwas Unerwartetes passieren, und wenn ich auf die Rangliste schaue, sehe ich, dass viele Teilnehmende schon ausgestiegen sind.</p><p>Am siebten Tag starte ich kurz vor 4 Uhr. Direkt geht es 18 km bergauf, auf über 1000 m Höhe. Oben ist es kalt und feucht. Mein GPS zeigt 4 Grad an. Ich ziehe meine Daunenjacke und lange Handschuhe an. Wenn es hell wird, wird es langsam wärmer.<br>Heute fahren wir entlang der Loire und kommen bis zur Quelle beim Gerbier de Jonc. Aber vorher, im Dorf Lavoûte-sur-Loire, winkt mir Marc von dem Strassenrand. Etwas weiter vorne ist die Strasse seit ein paar Minuten wegen Bauarbeiten gesperrt. Er hat schon die Rennleitung informiert und wartet jetzt auf neue Anweisungen. Nach 5 Minuten bekommen wir eine SMS mit einer Umleitung. Matthieu kommt auch an, ich winke ihm heftig, damit er nicht in die falsche Richtung fährt. Wir fahren dann ca. 15 km abseits der ursprünglichen Strecke. Dann erreichen wir kurz die Ufer der Loire, und danach geht es in den langen Anstieg zum Gerbier de Jonc, etwa 25 km leicht bergauf. Danach bleiben wir etwa 20 km auf dem Plateau in der Ardèche, bevor wir in das Rhônetal hinunterfahren.</p><p>Das Klima ändert sich total: Es wird deutlich wärmer, die Luft trockener, und die Vegetation niedriger. Gegen 17 Uhr überquere ich die Rhône. Ich habe schon 225 km gemacht, und jetzt kommt Rückenwind! Nach fast 2000 km in ein paar Tagen ist es einfach genial, mal ohne viel Kraft schnell voranzukommen. Ich bin jetzt in der Drôme Provençale. Es ist verrückt, wie schnell man durch Frankreich kommt, das verändert komplett die Perspektive von Zeit und Entfernung. Alles scheint möglich.</p><p>Gegen 19 Uhr, in Montségur-sur-Lauzon, sehe ich einen Pizza-Truck. Aus Neugier gehe ich näher ran, und Überraschung: Es gibt Focaccia auf der Karte. Ich zögere keine Sekunde, und ein paar Minuten später halte ich dieses wunderschön Gerichte in der Hände. Ich esse sie, während ich ein Zimmer in Mollans-sur-Ouvèze buche, etwa 40 km entfernt.</p><p>Ich fahre weiter und treffe Arnaud wieder. Wir fahren zusammen bis nach Vaison-la-Romaine. Er übernachtet dort. Ich fahre allein weiter durch das Dorf. Ich kannte den Ort nur wegen der tödlichen Überschwemmung 1992, aber jetzt sehe ich die römische Geschichte, und fahre sogar über eine 2000 Jahre alte Brücke, unglaublich.</p><p>Ich komme in Mollans-sur-Ouvèze an und fahre durch eine enge gepflasterte Strasse. Es ist fast dunkel, und das Geräusch meiner Freilaufnabe hallt zwischen den Häusern.</p><p>Ich habe hier ein Zimmer in einem wunderschönen provenzalischen Mas gefunden. Ich bekomme eine kurze Führung vom Besitzer. Schade, dass ich erst um 22 Uhr ankomme und früh am nächsten Morgen wieder los muss. Vielleicht habe ich ja beim nächsten Mal mehr Zeit, diesen Ort zu geniessen.</p><p>Am nächsten Tag stehe ich gegen 4 Uhr auf. Bevor ich losfahre, frühstücke ich. Es gibt dort eine Küche auf einer Terrasse. Ich mache mir einen Kaffee und esse ein paar Brote mit Könfiture, sitze im Freien, in einem Mas in der Provence um halb fünf am Morgen, am Mitte eines Ultra-Rennrads, das ist wirklich besonders.</p><p>Ich fahre los und komme gleich zu ein paar Anstiegen. Gegen 8 Uhr sehe ich Philippe. Er trinkt Kaffee und isst Madeleines vor einem Bistro. Ich halte auch an, bestelle einen Kaffee und einen Diabolo Menthe. Als ich bezahlen will, bin ich überrascht: Die Wirtin nimmt keine Karte, und ich habe kein Bargeld. Ich gehe schnell zu Philippe, der noch da ist, und leihe mir 4 Euro von ihm, um meine Getränke zu bezahlen.</p><p>Kurz danach beginnt der Aufstieg zur Montagne de Lure, die kleine Schwester des Mont Ventoux. Es sind 25 km bergauf, im Durchschnitt 5 %. Der Ventoux ist nur ein paar Kilometer entfernt, aber hier ist es ganz anders, es ist ruhig, niemand ist da. Ich fahre etwa 15 km allein, dann holt mich Arnaud ein. Ich hatte ihn am Tag vorher in Vaison-la-Romaine gesehen. Wir fahren ein paar Kilometer zusammen, dann lasse ich ihn 3 km vor dem Gipfel ziehen, er ist heute viel schneller als ich.</p><p>Oben esse ich etwas und fahre hinunter nach Saint-Étienne-les-Orgues.</p><p>Im Zentrum des Dorfs, bei einem Brunnen, stehen viele Radfahrer. Sie interessieren sich nicht für das Wasser, sondern für den Imbiss daneben. Dort gibt es Cola, Sandwiches und Pommes. Ich schliesse mich ihnen an. Es ist etwa 13 Uhr. Wieder habe ich kein Bargeld. Dieses Mal hilft mir Anthony. Ich sehe ihn zum ersten Mal, es ist fast überraschend, nach so vielen Kilometern ein neues Gesicht zu sehen. Wir lernen uns beim Pommes Essen kennen. Wir verabreden uns in Digne, und ich fahre los.</p><p>Digne-les-Bains ist der nächste Basecamp, etwa 45 km entfernt. Ich denke, ich fahre direkt dorthin, aber ich mache eine Pause in Les Mées. Es ist sehr heiss. Ich trinke einen Diabolo Menthe in einem Café und hole Bargeld.</p><p>Nach dieser kurzen Pause fahre ich weiter, aber die Hitze ist wieder sehr stark. Ich komme gegen 16 Uhr in Digne an. Dort ist viel los, Radfahrer und Radfahrerinnen von dem 2500 km-Rennen, vom 1000 km-Rennen, die eine Pause machen. Auch Radfahrer und Radfahrerinnen vom 500-km-Rennen sind da. Sie starten morgen früh. Ich esse, mache ein Nickerchen und überlege, wie weit ich heute noch fahren kann. Es ist klar: Ich werde heute draussen schlafen, denn es ist sehr schwer, hier eine Unterkunft zu finden.</p><p>Ich habe Mühe weiterzufahren, bleibe lange an diesem Ort, ohne Motivation. Es ist genau wie letztes Jahr in Sault, nach dem Mont Ventoux. Das Ziel ist nicht mehr weit, aber was noch kommt, ist schwierig. Wir fahren jetzt in eine Region mit wenig Menschen, es ist schwer, dort zu übernachten. Ich glaube, die Müdigkeit bringt Zweifel und Unsicherheit, aber mit Abstand waren diese Gefühle nicht ganz rational.</p><p>Wenn es nach mir ginge, würde ich hier bleiben. Aber es ist erst 18 Uhr. Ich muss weiterfahren. Morgen ist Freitag, und ich will den Col de la Bonette so früh wie möglich am Morgen fahren und danach so nah wie möglich an Mandelieu-la-Napoule kommen, und das Rennen am Samstagmorgen beenden.</p><p>Dieser Plan motiviert mich wieder. Nach 2,5 Stunden Pause steige ich wieder aufs Rad. Die grosse Hitze ist vorbei, es war bis 35 Grad, jetzt ist es angenehmer. Bevor ich die Stadt verlasse, kaufe ich Proviant für den Abend und für einen Teil des nächsten Tages.</p><p>Ich halte zuerst bei einer Bäckerei. Überraschung: Es gibt süsse Focaccia. Ich frage nach den Zutaten, und wenn nichts vergessen wurde, ist sie vegan. Ich bin superglücklich und nehme zwei Stück. Später halte ich in einem Bioladen und kaufe Apfelmus. Ich merke, dass der Boden unter meinem linken Schuh rutschig ist. Ich hebe den Fuss, meine Cleat ist komplett abgenutzt. Normalerweise ist sie schwarz, mit drei gelben Punkten. Einer der Punkte ist jetzt ganz schwarz. Ich muss unbedingt Ersatz finden, bevor ich die Stadt verlasse. Denn wenn diese Schuhplatte unbrauchbar werden sollte, kann ich meinen linken Schuh einfach nicht mehr auf mein Pedal klipsen.</p><p>Es ist 18:30. Ich finde einen Fahrradladen nur ein paar Hundert Meter entfernt. Ich komme vor Ladenschluss an, finde neue Cleats, und sie bieten mir an, sie gleich zu montieren. Ich lehne ab. Ich will die alten Cleats behalten, solange sie funktionieren. Denn wenn ich die neuen Cleats montiere und die Position etwas anders ist, könnte es eine leicht andere Position haben und Probleme machen. Ich behalte also die alten, habe aber Ersatz dabei.</p><p>Ich verlasse die Stadt, voll mit Essen und Ersatzteilen. Ich fahre über den ersten Pass, Le Pas de Bonnet, 7 km mit 4,5 % Steigung. Dann kommt le Col de Fontbelle, 12 km mit 5 %. Danach fahre ich hinunter Richtung Sisteron. Die Strasse ist im Bau, es gibt Schotter, und es ist jetzt Nacht. Die Abfahrt ist etwas stressig. Nach Sisteron fahre ich noch 15 km weiter und halte in Nibles, einem Dorf leicht neben der Route, perfekt für eine ruhige Nacht. Ich finde eine Bank, die den Zweck erfüllt.</p><p>Ein paar Kilometer vorher habe ich eine SMS von der Rennleitung bekommen: Das Rennen ist neutralisiert. Nach einem Gewitter hat ein Erdrutsch die Abfahrt der Bonette blockiert. Die Strasse ist aktuell gesperrt. Weitere Infos gibt es morgen um 5 Uhr.</p><p>Ich esse, mache eine kleine Wäsche, und gehe gegen Mitternacht schlafen. Ich bin heute 237 km gefahren, mit 4000 Höhenmetern.</p><p>Auch wenn man draussen schläft und nicht duschen kann, bleibt Hygiene wichtig. Ich benutze Feuchttücher, um mich vor dem Schlafen zu waschen. Ich putze meine Zähne und trage Heilsalbe auf meinen Po auf. Ich habe keine Wunde dort, aber die Haut ist trotzdem durch Reibung leicht gereizt.</p><p>Jeden Morgen benutze ich auch eine spezielle Creme gegen Reibung. Der Po ist sehr wichtig bei einem Ultra. Ich habe dafür einen Sattel, der gut zu mir passt, und eine hochwertige Radhose, die neu war beim Start in Dinan. Dieses Kombi ist für mich perfekt für so ein Rennen.</p><p>Am nächsten Morgen wache ich gegen 4 Uhr auf, packe meine Sachen, esse etwas. Um 4:45 kommt eine neue SMS: Die Strasse ist wieder offen, die Originalroute bleibt.</p><p>Ich fahre los. Mein erstes Ziel heute ist Jausiers, 90 km entfernt, am Fuss der Bonette. Davor gibt es unter anderem 17 km leicht bergauf. Auch wenn es auf der Route der Race Across France nicht viele hohe Pässe gibt, gibt es wenig flache Abschnitte.</p><p>Ich fühle mich immer noch gut. Aber mein Rad macht viele Geräusche. Ich sehe, dass ein Bremskolben hinten nicht richtig zurückgeht, und berührt die Scheibe. Ich versuche, den Bremssattel neu zu justieren, aber es klappt nicht. Eigentlich müsste ich das Rad ausbauen, die Bremsbeläge rausnehmen und den Kolben zurückdrücken. Aber ich habe kein passendes Werkzeug und will das nicht auf der Strasse machen. Ich lasse es so. Es bremst mich ein bisschen und quietscht, dieser Lärm nervt, aber ich gewöhne mich daran.</p><p>Wir fahren oberhalb des Sees von Serre-Ponçon, aber man sieht ihn lange nicht. Als er endlich sichtbar ist, bin ich überrascht, wie tief unten er liegt, ich hatte ihn näher erwartet.</p><p>Ich komme nach Barcelonnette. Dort kaufe ich Proviant um vor den Aufstieg zur Bonette zu essen. Dann fahre ich weiter nach Jausiers. Dort gibt es eine Basecamp, in der gestern Abend viele Fahrer gewartet haben, als das Rennen gestoppt wurde. Ich bleibe dort etwa 30 Minuten. Gegen 11:30 beginne ich den Aufstieg.</p><p>Es sind 24 km bergauf mit einer durchschnittlichen Steigung von 6,6 %. Der Himmel ist stellenweise ziemlich dunkel, und Gewitter bilden sich auf den Bergen. Die ersten Kilometer laufen gut, aber nach etwa 10 km fängt es leider an zu regnen. Ich halte an, ziehe meine Regenjacke an. Und in der Zwischenzeit hält auch Matthieu, der zu mir aufgeschlossen hat, an und geht in ein Restaurant am Strassenrand, um sich unterzustellen. Ich entscheide mich, auch dort zu warten, bis der Regen aufhört. Wir haben Glück, denn dieses Restaurant „Halte 2000“ ist das einzige auf der ganzen Strecke zum Pass. Ich bestelle einen Kaffee, und Jonathan, den ich in der ersten Nacht des Rennens getroffen habe, kommt auch dazu. Der Regen dauert lange, das Restaurant ist klein, also gehen wir nach draussen und treffen Matthieu, der auf der überdachten Terrasse geblieben hat. Jeder macht ein Nickerchen, bis das Gewitter vorbei ist. Per SMS bittet uns die Rennleitung, wenn wir in der Gegend der Bonette sind, einen Unterstand zu suchen. Für uns ist das schon erledigt, aber ich denke an die anderen, die vor uns losgefahren sind und jetzt bei Regen und Gewitter in 2800 m Höhe hochfahren.</p><p>Filipe kommt auch zu uns. Nach dem Ende des Regens, und dem Nachlassen des Gewitterrisikos, bereiten wir uns auf den Angriff auf den höchsten Pass Europas vor. Filipe und Jonathan erzählen von schlechten Erfahrungen mit Kälte in den Bergen, die bei beiden zu einer Unterkühlung führten. Jonathan erklärt, wie er sich für den Aufstieg und vor allem die Abfahrt vorbereitet, um nicht zu frieren. Da ich keine Erfahrung mit schwierigen Bedingungen in den Bergen habe, entscheide ich mich, es wie er zu machen.</p><p>Der Plan ist, den Pass hochzufahren, ohne zu warm angezogen zu sein, um nicht zu schwitzen. Oben angekommen zieht man sich dann so warm wie möglich an, um der Feuchtigkeit und Kälte zu trotzen. Der Aufstieg läuft ruhig, wir vier unterhalten uns, hören Murmeltiere pfeifen, und die Landschaft wird karg und wirklich unwirtlich. Die Bonette ist ein Pass auf 2715 m Höhe. Unsere Route führt zuerst über den Pass und dann um die Spitze der Bonette herum. Wir passieren den Pass und stehen nun dem Wind gegenüber, der ziemlich stark bläst, und die Steigung steigt auf über 10 %. Gegen 17:45 erreichen wir den höchsten Punkt auf 2802 m. Ich war noch nie so hoch. Ich kenne den Stelvio und den Iseran, die auch über 2700 m liegen, aber hier ist es anders. Vielleicht liegt das an dem schlechten Wetter und dem fast nicht vorhandenen Verkehr zu dieser Zeit. Ich habe wirklich das Gefühl, hier hat man nichts zu suchen.</p><p>Am Gipfel sind nur ein deutsches Paar, Matthieu und ich. Jonathan und Filipe sind schon auf der Abfahrt.<br>Die Stele auf dem Gipfel sieht einem Menhir verblüffend an. Das erinnert mich an die Bretagne, die jetzt weit weg ist, man könnte kaum weiter weg sein, denn wir sind genau auf der anderen Seite, fast an der Grenze zu Italien. Und ausserdem sind wir an der Bonette, auf der höchsten Strasse des Landes. Dieses Projekt erscheint mir plötzlich riesig, kaum vorstellbar. Und doch haben wir es getan. Unauffällig, bescheiden auch, ohne viel Aufsehen zu erregen, haben wir einfach Frankreich durchquert.</p><p>Am Anfang der Abfahrt kommen wir an einem verlassenen Dorf vorbei, das eigentlich eine alte Militärbasis aus dem 19. Jahrhundert ist.<br>Schnell verliere ich Matthieu aus den Augen, er fährt viel schneller als ich. Die Strasse ist manchmal schmutzig, aber trocken, also nicht zu gefährlich. Wir sind gut vorbereitet, deshalb friere ich nicht und das erleichtert mich wirklich.</p><p>Nach 27 km Abfahrt kommen wir in Saint-Étienne-de-Tinée an. Ich treffe Matthieu wieder und wir trinken zusammen einen Kaffee. Die Einwohner und Touristen sehen bestimmt seit mehreren Tagen immer wieder Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Race Across France vorbeifahren. Manchmal gibt es aufmunternde Worte, manche sprechen uns an, das ist wirklich herzlich.</p><p>Mit der Bonette haben wir die letzte richtige Herausforderung des Rennens geschafft. Aber es bleiben noch 200 km und etwa 3000 m Höhenunterschied. Es ist 19 Uhr und ich muss morgen vor 20:31 im Ziel sein, um als Finisher zu gelten. Deshalb ist der Plan heute Abend, noch ein Stück zu fahren, damit ich morgen weniger Strecke habe. Nach Saint-Étienne-de-Tinée sind es noch etwa 40 km leicht bergab. Wieder verliere ich Matthieu aus den Augen, aber später treffe ich Filipe. In Touët-sur-Var entscheiden wir uns, zu schlafen. Es ist 23 Uhr, und wir finden Bänke auf einem Spielplatz, die gut zum Schlafen sind. Heute bin ich 202 km mit 4000 m Höhenunterschied gefahren.</p><p>Um 2 Uhr morgens verlässt Filipe unser Lager, ich schlafe noch 1 Stunde.<br>Dann stehe ich auf. Es ist Samstag, der 21. Juni, der letzte Tag der Race Across France. Es bleiben 130 km, aber es wird nicht einfach, denn es gibt noch Pässe zu fahren. Der erste ist der Col de Saint Raphaël, 7 km mit 6 %. Der zweite ist der Col de Bleine, 13 km mit 4 % Steigung. Beim Aufstieg zum zweiten Pass kommen wir ins Dorf Mas, dort treffe ich Filipe wieder, und es sind noch zwei andere Teilnehmer da. Wir frühstücken zusammen, es ist kurz vor 8 Uhr, und es bleiben 85 km bis Mandelieu. Wir schaffen die Steigung und dann wartet eine etwa 40 km lange Strecke mit hauptsächlich Abfahrt auf uns. 20 km vor dem Ziel fahren wir den traditionellen Tanneron hoch, der nach etwa 10 km auf die Höhen von Cannes führt. Nach den ersten Kurven der Abfahrt sehen wir endlich das Mittelmeer. Und ich komme endlich in Mandelieu-la-Napoule an.</p><p>Als ich die Ziellinie überquere, werde ich zu meiner grossen Überraschung von Fabrice und Gaëtan begrüsst. Obwohl sie aufgeben mussten, sind sie trotzdem zum Ziel gekommen. Es berührt mich sehr, sie dort zu sehen und nach fast 10 Tagen und 2600 km auf dem Rad erwartet zu werden, das ist wirklich etwas Besonderes.</p><p>Um genau zu sein, habe ich 2629 km und 37000 m positive Höhenmeter in 9 Tagen und 16 Stunden zurückgelegt. Es ist anekdotisch, aber ich überquerte die Ziellinie als 115. von 251. 145 sind Finisher, 105 haben leider aufgegeben, und eine Radfahrerin wurde disqualifiziert.</p><p>Abgesehen von den Zahlen ist so ein Rennen eine ganz besondere Erfahrung. Ich habe fast 10 Tage in einer Art Blase gelebt. Auch wenn es körperlich anstrengend ist, war es für mich mental sehr entspannend.</p><p>Mein Leben ist eigentlich nicht stressig, aber diese Chance, den Alltag zu vergessen und ganz minimalistisch zu leben, ist einfach super. Für mich ist Ultraradfahren eine Form von Minimalismus. Auch wenn man viel Ausrüstung hat, denkt man unterwegs eigentlich nur noch an drei Dinge: essen, fahren und schlafen.</p><p>Bevor ich in Dinan gestartet bin, wusste ich, dass ich es schaffen kann. Ich hatte mich gut vorbereitet, glaube ich. Ich bin seit Januar 4000 km gefahren, habe spezielle Muskelübungen, und Dehnübungen gemacht, und manchmal Yoga praktiziert. Ich habe auch ein Bike Fitting gemacht. Ich habe wirklich alles getan, um die Chancen zu erhöhen, und deshalb ist es umso schöner, diese Race Across France zu schaffen.</p><p>Diese Zufriedenheit kommt auch vom Gefühl der Vollendung. Ich habe das Gefühl, dass Ziele im Leben oft abstrakt oder relativ sind. Diese Race Across France zu beenden ist sehr konkret, und die Freude darüber ist einfach und klar.</p><p>Es war ein grosses Abenteuer, ein Projekt, das man sich kaum vorstellen kann, so weit die Strecke ist. Wir haben Glück, dass es Menschen gibt, die solche Projekte erfinden und organisieren, denn ich hätte nie allein die Idee dazu. Die Race Across France ist eine Idee von Arnaud Manzanini, danke an ihn und an alle, die das Event möglich machen.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=31100695b122" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[2600km à vélo en moins de 10 jours]]></title>
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            <category><![CDATA[tour]]></category>
            <category><![CDATA[bretagne]]></category>
            <category><![CDATA[vélo]]></category>
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            <category><![CDATA[cote-d-azur]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 14 Jul 2025 17:43:16 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-07-14T17:43:16.204Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*PdlD20hdlsTGouI5ViD7Cw.jpeg" /></figure><p>épisode 19 du podcast Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F6Ep5p7WhAptuV8HmUGgfyw%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F6Ep5p7WhAptuV8HmUGgfyw&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-fa.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f455dd27db1316248651f4222&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/0ef9fa84731a4aef641ede8aa406719c/href">https://medium.com/media/0ef9fa84731a4aef641ede8aa406719c/href</a></iframe><p>Nous sommes le lundi 9 Juin et je viens tout juste d’arriver à Dinan en Bretagne. Je suis ici pour prendre dans 2 jours le départ de la Race Across France.</p><p>Depuis Berne, j’ai traversé la France en train. Cette année j’ai acheté une valise pour transporter mon vélo en toute sécurité. C’est vraiment solide, je peux monter debout dessus, la valise pourrait même tomber du train, mon vélo serait toujours en excellent état. Mais le problème c’est qu’elle est relativement lourde, et encombrante, et donc plutôt pénible à déplacer. Surtout qu’entre Berne et Dinan, j’ai pris 5 trains différents, et bien sur j’ai du changer de gare à Paris.</p><p>Le début de la course n’est que dans 2 jours, donc j’ai le temps me détendre et me reposer avant le départ. À peine arrivée je vais boire un verre avec d’anciens participants de la RAF 1000, ils sont présent comme moi cette année sur le parcours du 2500km. Je revois donc Fabrice, Gaëtan et son père que j’avais rencontré à Anglet l’année dernière. C’est vraiment cool de se revoir un an plus tard, on échange sur notre préparation, notre set-up, et aussi de nos attentes pour cette distance qui est nouvelle pour tous les 3.</p><p>Le lendemain matin, je remonte mon vélo et je vais le tester sur les 1er kilomètres du parcours. Tout est en ordre.</p><p>L’année dernière mon frère était venu me voir au départ dans le Pays Basque. Et cette année c’est ma sœur et sa famille, qui habite en Bretagne qui sont venus me voir. Ça aussi ça fait vraiment plaisir. On passe l’après midi et la soirée ensemble. Le temps passe super vite, et on est déjà le jour de la course.</p><p>Cette journée traditionnelle est dédié à la remise du dossard, au contrôle du vélo, et au contrôle du matériel obligatoire à emporter. Il y a aussi le briefing d’avant course, entre toutes ces démarches je fais le moins d’effort possible, je reste allongé, je lis. Sur le site, il y a beaucoup d’animation, entre les 250 cyclistes qui se préparent, les visiteurs, les accompagnateurs, toutes les équipes de bénévoles qui accueillent, cuisinent, contrôlent. L’équipe média qui interview certaines personnalités de l’ultra ou d’autres participants ou participantes méconnues. Tout ça créer un cadre, une ambiance qui me met en condition. Il n’y a pas de tension, ou de pression, mais plutôt une excitation, on est déjà en train de participer à cet événement, ça a déjà commencé pour moi. Je me réjouit d’être là, je me sens très serein et je savoure cette avant course.</p><p>Cette année je me suis porté volontaire pour participer à une étude sur le sommeil pendant la course. Sous la supervision de Remy Hurdiel, qui est enseignant-chercheur à l’université de Dunkerque cote d’opale, une équipe va récolter les donnés que les participants et participantes vont transmettre via une application. Quelques heures avant le départ, on me demande d’effectuer un test de réactivité et on mesure ma force de préhension. Je devrais réaliser ces 2 tests sur chaque base de vie. Cette étude va permettre d’en savoir plus sur le lien entre sommeil et performance. Car sur une épreuve comme celle ci, il faut trouver un équilibre entre les périodes de repos indispensable et les périodes sur le vélo. Tout au long de la course on pourra aussi recevoir des conseils pour justement gérer cet équilibre.</p><p>Et tranquillement l’heure du départ arrive. Le 1er coureur s’élance à 19h00, puis toutes les 30 secondes, une nouvelle personne part pour effectuer 2607km à travers la France. C’est en fait la distance exacte de la course.</p><p>Je ne suis pas certains d’être à la hauteur d’une telle course, mais je me suis préparé pendant 5 mois, physiquement et mentalement, je suis légitime sur cette ligne de départ, très content de participer à cette course que je suis depuis plusieurs années. Et aujourd’hui c’est mon tour d’y participer, simplement mon tour, comme ci c’était dans l’ordre des choses.</p><p>Et à 20h31 je descends enfin cette rampe de départ. Il y a une haie de spectateurs et de spectatrices, je donne mes 1ers coups de pédale, salue rapidement une dernière fois ma sœur qui assiste au départ, et prends la direction de Mandelieu-la-Napoule.</p><p>Le début du parcours nous fait descendre du centre ville de Dinan vers le port. En quelques centaines de mètres je double déjà 3 cyclistes, dont le départ a du être freiné par des feux tricolores ou le trafic à cette heure ci. Rapidement on sort de la ville et on prend la direction du nord.</p><p>Il a fait beau et chaud toute la journée, et maintenant le ciel se couvre un peu. C’est plutôt vallonné, à plusieurs reprise on longe la mer, puis on monte une petite cote, on la redescend et on longe la mer de nouveau, c’est très beau.</p><p>Et après 49km, il est 22h20, j’arrive au Cap Fréhel, il ne fait pas encore nuit, mais le temps nuageux rend le ciel déjà assez sombre. J’avais espéré voir un coucher de soleil, mais c’est quand même magnifique. On longe des falaises qui se jettent dans la mer. Je regarde derrière mon épaule, il y a le phare au bout du cap, et plusieurs lumières rouges au large. Je comprends que ce sont des éoliennes. C’est très impressionnant d’être a un extrémité du monde terrestre, à la tombée de la nuit, à la fois je suis plein de confiance, mais je ressent aussi un peu de vulnérabilité.</p><p>Je rejoint Frédéric qui était parti un peu avant moi. On s’est rencontré pour la 1ere fois sur la Race Across France 1000 l’année dernière alors que l’on approchait de Uzès. On discute un peu et on se donne des nouvelles. Une autre participante, Martine se joint à nous. Elle est de la région, et nous raconte un peu la suite du parcours qu’elle connaît bien. Après 100km je passe Saint-Brieuc, je suis maintenant avec un petit groupe, qui avance relativement vite. Ça va même un peu trop vite pour moi, mais je m’accroche, rouler à plusieurs à travers la nuit est assez excitant et plus sur grâce à la puissance cumulée de nos phares. Il y a parmi ce groupe Nathalie, je l’ai remarqué car avant le départ elle a reçu beaucoup d’encouragement de proche ou de sa famille, qui semblaient lui avoir fait une surprise.</p><p>L’effort que je fais pour rester dans ce groupe me fait boire beaucoup, et je suis vite à sec. Mais vers 1 heure du matin, on passe par le village de Binic, et à mon grand étonnement un bar est encore ouvert avec plein de clients sur la terrasse. Le serveur est sympa et me rempli mes gourdes, je lui demande que ce qu’il se passe ici. Il me dit c’est la saison qui a commencé, et Binic et une station balnéaire. J’adore cette ambivalence entre nous qui sommes à vélo et les fêtards à la terrasse d’un café au milieu de la nuit.</p><p>Ce soir devait être un soir de pleine lune, la lune n’a pas changé son programme, elle est sûrement quelque part, mais on ne la voie pas, le ciel est toujours trop nuageux. Et vers 4h du matin,comme on s’y attendait, il commence à pleuvoir. J’aimerais trouver un abris le temps que ça passe, mais malheureusement tous les porches, ou abri bus par lesquels je passe sont déjà occupés par des cyclistes. Je roule quelques kilomètres et trouve enfin un porche d’église de libre. Je m’y engouffre, mais je suis déjà bien trempé. Rapidement, un autre cycliste, Jonathan, me rejoint. Je pensais attendre que la pluie s’arrête et repartir, mais mon acolyte, lui me dit qu’il va en profiter pour dormir, un peu. Ce n’était pas mon plan de dormir aussi tôt dans la course, mais après un peu de réflexion, je trouve très sage d’optimiser cet arrêt pour dormir un peu. Je mets le timer de mon téléphone sur 1 heure et m’endors après quelques minutes. Je me réveille 10 minutes avant que mon téléphone sonne, et il pleut encore. Jonathan consulte la météo, et me dit que la vague orageuse va mettre beaucoup plus de temps que prévu à traverser la Bretagne, et qu’il pourrait pleuvoir jusqu’à 11h ce matin. Maintenant peu importe le temps qu’il fait, il faut repartir. Il est environ 6h du matin, et je reprends la route. Immédiatement je retrouve Gaëtan, malheureusement il n’a pas le moral, et n’est pas en grande forme. j’essaye d’être positif mais j’apprendrais plus tard dans la journée qu’il a malheureusement jeté l’éponge dans la matinée.</p><p>En ce début de journée il continue de pleuvoir, et il y a parfois beaucoup de vent. Je commence à faire beaucoup de pause, tant les conditions sont désagréables, j’avance mais vraiment doucement.</p><p>En début d’après midi, le temps s’améliore, et vers 18h j’arrive à Loudéac. J’ai roulé jusque là 370km. Avant le début de la course j’avais imaginé qu’il serait peut être possible d’aller en une fois jusqu’à la 1ere base vie située au km550. Je suis pour l’instant loin du compte, mais j’ai juste envie de m’arrêter, prendre une douche, manger et dormir. Je réserve alors une chambre dans un hôtel à proximité, lave mon vélo dans un carwash, j’achète de quoi manger, et je rejoints mon logement pour la nuit et dort pendant 6 heures.</p><p>Vers 4h30 du matin je reprends la route, et je retrouve rapidement Frédéric. On s’arrête ensemble à St Méen le grand pour prendre un petit déjeuner. On discute un peu, puis je repart, et laisse Frédéric terminer ses tartines. La météo est aujourd’hui beaucoup plus clémente, et le profil beaucoup plus plat, ce qui me permet de passer sur le grand plateau et de rouler bien plus vite que la veille. J’arrive à la base vie vers 14h30, mais je suis hors délai et elle est déjà fermée depuis quelques heures. Ce n’est pas très important car rater l’ouverture d’une base vie n’est pas éliminatoire. Une heure plus tard, le ciel commence à s’assombrir au loin, et je comprends que des orages sont en approche. Au village suivant je trouve un abris dans un café, je commande un diabolo menthe, et la pluie commence à tomber, ça dure 5 minutes, et le temps s’améliore déjà. Je n’ai pas osé pique niquer dans le café, mais j’ai la musette pleine. Après cette pause forcée, je quitte le village et je m’arrête encore pour manger au bord de la Mayenne. Je me suis acheté plus tôt une baguette, du guacamole et des chips. En étant végan, à la campagne, on mange ce que l’on trouve. Par exemple hier pour le dîner, j’ai mangé une boite de lentille froide à même la conserve avec du pain. Dans ces conditions, ce genre de plat est un délice.</p><p>Je roule quelques heures, et Frédéric me rattrape, on parle de nos plans pour la nuit à venir. Et ils sont assez semblables. On aimerait s’arrêter pour dormir au niveau du passage de la Loire. Lui attends une réponse d’un airbnb, et moi, je viens juste de recevoir un refus pour un logement. Faire une demande seulement quelques heures avant peut être parfois difficile à organiser pour des propriétaires. Je décide alors de dormir dehors cette nuit. Ça ne me réjouit pas trop, mais il fait beau et chaud, et en me préparant mentalement quelques heures à l’avance, ça me parait tout à fait gérable. Je laisse Frédéric qui s’arrête pour gérer sa réservation et continue encore quelques heures à rouler. Vers 23h00 je trouve un abris à vélo à la gare de Azay-le-Rideau, Je vais pouvoir y dormir après avoir roulé 334km aujourd’hui.</p><p>Le lendemain, je repart vers 5h00. Le profil du jour devrait être plat jusqu’à Argenton-sur-Creuse à environ 130km d’ici. Et ensuite ça va monter car on entrera dans les montagnes du limousin et jusqu’à atteindre le plateau de Millevaches. Ce matin je rencontre beaucoup de cycliste et notamment à Saint Flovier, où la boulangerie est comme souvent un lieu de rencontre. Je prends ici un café, un Orangina et une baguette. Chacun et chacune raconte sa nuit, dans un abri bus ou dans une chambre d’hôte. Et on regarde la suite du parcours, tout le monde à bien en tête qu’il va falloir se ravitailler à Argenton-sur-Creuse, car ensuite on va entrer dans une zone ou la densité de population va être très faible, et les opportunités pour manger ou boire risque de se raréfier. Et j’arrive à Argenton vers 11h, j’ai remarqué un restaurant italien qui est végan friendly. Il est un peu tôt le restaurant n’ouvre que dans 30min, mais on me dit que je peux prendre place. Je m’attable près d’une prise de courant pour recharger mes appareils électriques. Le service ici est super lent, et je fini par aller chercher la carte moi même. Et je vais même commander directement en cuisine ce que j’ai choisi, car il semble n’y avoir pas de service du tout. Je mange une assiette de pâtes avec de l’huile d’olive, bois un grand verre de diabolo menthe, et fini par saucer mon assiette avec du bon pain frais. Puis rassasié, je regarde sur mon téléphone, où je pourrais envisager de dormir ce soir. Et je trouve un airbnb dont le check-in est autonome grâce à une boite à clé. C’est parfait en ultra quand on arrive tard. C’est à environ 150km d’ici, ça me fera une journée de 280km et j’aurai traversé en grande partie la région vallonnée qui s’annonce devant moi. Avant de quitter la ville, je fais des courses pour le reste de la journée, et aussi un peu pour le lendemain.</p><p>Comme prévu, les 1eres cotes apparaissent. Un peu plus tard dans l’après-midi je regarde à combien de km est mon logement pour ce soir. Il s trouve dans le village de Noth. Je dois dire que c’est un peu difficile de comparer les différentes cartes sur un téléphone. Je regarde à la fois la carte qui permet le suivi de chaque cycliste, je regarde google map, et j’utilise aussi la carte sur l’app de airbnb ou de booking pour trouver un logement. Mais ces différentes cartes ne montrent pas le monde de la même manière. Certaines mettent telle ville ou tel point d’intérêt en avant, mais chaque carte avec des critères différent. Ce qui fait que d’une carte à l’autre j’ai du mal à savoir par quelle ville je vais passer. Et justement alors que je pensais Noth a environ 120km d’où</p><p>je me trouve actuellement, ce village n’est qu’à une trentaines de km d’ici. J’y serais dans moins de 2h, et il est à peine 3h de l’après midi. Je m’en veux d’avoir fait cette erreur de localisation, et il est trop tard pour annuler cette réservation. Mais je me dis, oublie ça et trouve un logement plus loin, car il est hors de question que je m’arrête à 5h de l’après midi. Je cherche donc un nouveau lit pour la nuit, mais je ne trouve rien, c’est soit trop loin de l’itinéraire, ou alors bien trop cher.</p><p>Je continue de rouler, mais il faut que je réfléchisse à un nouveau plan. Je m’arrête à nouveau au bord de la route, je consulte encore une fois les différentes app, et différentes cartes. Je passe du temps à chercher une solution.</p><p>À la fois je dois accepter mon erreur, mais surtout accepter que plus loin, les logements sont restreints. J’ai déjà trop tergiversé, et ce temps passé ne m’apporte rien de bon, seulement de la frustration et de l’aigreur.</p><p>Je rassemble les avantages de m’arrêter à Noth, et ne faire aujourd’hui qu’une toute petite étape. Je pourrais prendre une douche, dormir dans un lit, recharger mes appareils électriques. Et pour compenser les km que je ne fais pas aujourd’hui, je me lèverai très tôt pour les faire demain. J’arrête de réfléchir et prends la décision de dormir à Noth.</p><p>Avec le recul, c’est une décision facile à prendre, mais sur mon vélo j’ai vraiment mis du temps à gérer cette situation.</p><p>J’arrive donc dans mon airbnb, et il est vraiment chouette. C’est fraîchement rénové, très cosy, une douche à l’italienne, la chambre en mezzanine. J’ai de quoi me faire presque un vrai repas. Je prends 2 bonnes heures, pour faire les taches quotidiennes. A la fois je suis un peu rassuré par rapport à l’erreur que j’ai faite, et en même temps je me demande ce que je suis en train de faire actuellement alors que la plupart voir tous les autres concurrent.es doivent être en ce moment en train de rouler. Je me couche vers 19h00 et met le réveil à minuit. C’est un peu fou de mettre son réveil à minuit, mais voilà je vais devoir beaucoup rouler demain.</p><p>Pour faire les 2600km de cette RAF en moins de 10 jours, il faudrait rouler en moyenne 260km par jour. Et sachant qu’il y a beaucoup de dénivelé sur les 1000 derniers km, et sachant que le dernier jour je dois atteindre Mandelieu-la-Napoule avant 20h30, il est préférable de prendre de l’avance. Les 2 1ers jours j’ai roulé 375 et 334km, c’était parfait, mais aujourd’hui je n’ai roulé que 190km. Je ne suis pas satisfait mais reste optimiste pour la suite.</p><p>Mon réveil sonne donc à minuit, et je me lève sans sourciller, presque même un peu excité face au challenge qui m’attend aujourd’hui, qui est de combler le retard que j’ai pris hier. Je bois un café, mange quelques Oreo, et je commence cette journée de vélo à 1h10 du matin. Même si la pleine lune était il y a 3 jours, le ciel bien qu’un peu nuageux est relativement clair. Mais c’est orageux, et rapidement la nuit devient plus obscure. Je veux m’arrêter pour mettre mon k-way, je ralenti, je déclipse ma chaussure gauche comme d’habitude, mais au moment de poser le pied par terre, le sol s’éloigne de mon pied gauche et se rapproche de mon flanc droit. Je n’arrive pas à me rééquilibrer et je me retrouve par terre. Heureusement je suis tombé dans l’herbe sur le bas coté, mais il y a un fossé ici qui est plutôt profond et je glisse, la tête la 1ère. Intérieurement je rigole, car la situation est improbable. Je suis au petit matin, un dimanche, dans un coin complètement perdu en France, mon vélo entre les jambes, et la tête dans le fossé. Je galère un peu à me relever car je suis vraiment dans une mauvaise position. Je fini par revenir sur la route et enfile ma veste étanche, il commence sérieusement à pleuvoir, et ça va durer plusieurs heures. Maintenant il fait jour, et à part quelques cyclistes humides et fatigués, il n’y a pas grand monde sur les routes. Je suis dans la creuse le 2eme département le moins dense de France en population.</p><p>Vers midi, j’arrive à Objat en Corrèze, j’ai fait jusqu’ici 190km. Je m’arrête dans une sandwicherie, et mange une portion de frites. Après la pluie, le ciel commence à s’éclaircir. La journée se passe bien, et dans l’après midi, je réserve un airbnb pour la nuit à Caussade. C’est dans le Tarn et Garonne. J’y arrive vers 23h. J’ai parcouru 372km aujourd’hui et avec 5600m de dénivelé positif, c’était une grosse étape au profil accidentée. Je suis satisfait, et content de pouvoir effacer ma frustration de la veille, et ça c’était important.</p><p>Le lendemain je quitte mon logement à 6h30. Après un peu plus de 60km et 3 heures à rouler vers le sud j’arrive à la base vie de Montastruc la conseillère. Ici j’ai un drop bag à récupérer. Il y a dedans un peu à manger, et un caleçon et un t shirt que je porte la nuit. Je mange du riz, et 2 pommes de terre avec de la sauce tomates. C’est délicieux. Il y une dizaine d’autres participants et participantes ici. Je prends le temps de manger, mais aussi le temps de discuter avec les autres, qu’ils ou elles soient bénévoles, cyclistes ou faisant partie de l’équipe de l’étude sur le sommeil. Ça fait vraiment du bien de discuter un peu.</p><p>Il est temps de repartir, mais cette fois en direction du nord. Le reste de la journée se passe bien, mais un peu à l’image des montagnes du limousin, le profil est encore très accidenté. À Najac, dans la vallée de l’Aveyron, je prends soin de me ravitailler en eau. On traverse peu de village sur notre itinéraire, alors il ne faut vraiment pas rater les opportunités pour remplir ses gourdes.</p><p>Plus tard dans l’après midi je réserve dans un hôtel à Aurillac, et j’y arrive vers 22h. J’ai roulé aujourd’hui 278km avec un peu plus de 4000 de d+.</p><p>Le lendemain je me réveilles vers 5h30. Après m’être préparé, je descend dans le lobby de l’hôtel, et même si je n’ai pas demandé de petit déjeuner la veille, je demande juste un café et un jus de fruit, l’hôtesse à l’accueil me les offre très gentiment.</p><p>Aujourd’hui va être une journée que j’attends avec impatience, car on va entrer dans la région des volcans d’Auvergne que je ne connais pas du tout.</p><p>Et on commence directement par une montée de plus de 8km, certes seulement à 3% de moyenne, mais j’ai vraiment du mal à démarrer. Je prends mon mal en patience et franchit cette difficulté modeste en plus de 42min à 12km/h de moyenne.</p><p>Au 30eme km on commence la vrai difficulté du jour, c’est le pas de Peyrol. C’est 13km à 5% de moyenne. Dans la montée, je découvre ces paysages typiques de volcans endormis, c’est super beau. Au passage du col à 1588m, on est juste au pied du Puy Mary qui culmine 200m au dessus. Et je rencontre ici pour la 1ere fois Arnaud et Marc, que je recroiserais plusieurs fois dans les jours à venir.</p><p>Vers 18h, j’arrive à Clermont-Ferrand, je profite d’être en ville, pour faire quelques courses. Je trouve des sandwich végan de la marque « La vie ». On peut les trouver dans presque tous les carrefours market. J’en ai mangé d’ailleurs un peu trop pendant ce voyage. Je m’arrête ensuite à la base de vie pendant environ 40min. Je réserve une chambre d’hôtel, à Sauxillange à environ 45km d’ici. La sortie de Clermont est super rapide, et il y a nettement moins de traffic que lorsque je suis arrivé en fin d’après midi. Ces kilomètres en fin de journée sont assez chouette. Il fait beau et chaud, le soleil se couche doucement, j’ai une chambre où dormir ce soir, j’ai à manger, c’est les moments simple et super que j’adore en ultra. Ça fait 6 jours que j’ai quitté Dinan, j’ai parcouru environ 1700km, et je me sent super bien</p><p>J’arrive à l’hôtel vers 21h, après avoir roulé 211km. C’était une plutôt petite journée, mais d’après mes calculs, je suis dans les temps pour rejoindre Mandelieu-la-Napoule dans les délais. Je ne me suis jamais mis de la pression sur les délais, car je crois avoir été toujours un peu en avance. Et même lorsque j’ai fait cette erreur de réservation de airbnb il y a 3 jours, je suis resté confiant. À ce moment de la course, pour la 1ere fois je commence à compter combien de km il me reste, et combien de jours il me reste pour les effectuer. Je ne sais pas encore quand j’ai vais arriver, mais je suis très serein pour terminer cette Race Across France.</p><p>Dans la journée, j’ai appris que Fabrice, avec qui j’avais passé une soirée à Dinan avant la course, a malheureusement du abandonner le matin, à cause de douleur dans le cou.</p><p>Même si je me suis préparé convenablement, je me sens aussi un peu chanceux de passer aux travers des gouttes. Il y a toujours des facteurs inattendus qui peuvent arriver, et en regardant le classement de la course je vois bien qu’il y a beaucoup d’abandons.</p><p>Pour le 7ème jour, je prends le départ un peu avant 4h. Et ça commence directement par une cote de 18km, qui m’amène à plus de 1000m d’altitude. Là haut il fait froid et humide, mon GPS indique 4 degrés, je m’arrête pour mettre ma doudoune, et mes gants longs. Quand le jour se lève la température remonte doucement.</p><p>Aujourd’hui on va longer la Loire, et même aller jusqu’à sa source au Gerbier de Jonc. Mais avant ça dans le village de Lavoûte-sur-Loire, Marc sur le coté de la route me fait signe de m’arrêter. Plus loin sur l’itinéraire, la route est fermée depuis quelques minutes car des travaux viennent de commencer. Il a prévenu la direction de course, et attend maintenant des instructions pour un nouvel itinéraire. Au bout de 5–10min on reçoit un SMS avec des indications pour contourner les travaux. Matthieu arrive lui aussi, je lui fait de grand signe pour ne pas qu’il parte en direction des travaux. Puis on part ensemble pour une quinzaine de km hors de l’itinéraire original. On rejoint brièvement les bords de la Loire, et on commence la longue montée vers le mont Gerbier de Jonc. C’est un long faux plat montant d’environ 25km. Ensuite on reste environ pendant 20km sur le plateau Ardéchois. Puis on entame la longue descente vers la Vallée du Rhône.</p><p>Le climat change considérablement, la température augmente, l’air devient plus sec, et la végétation est beaucoup moins haute. Vers 17h je traverse le Rhône, j’ai déjà parcouru 225km aujourd’hui, et j’ai maintenant le vent dans le dos. C’est grisant après presque 2000km en quelques jours d’avancer aussi vite sans grand effort. Je suis maintenant dans la Drôme provençale. À traverser la France aussi vite, on passe d’une région à l’autre, c’est incroyable et fascinant. Ça change vraiment les perspectives de temps et de distances, tout semble possible.</p><p>Il est environ 19hoo, et à Monségur-sur-Lauzon, je trouve un camion à Pizza. Par curiosité je m’approche pour voir ce que je pourrais éventuellement manger, et bonne surprise, il y a une focaccia sur la carte. Je ne réfléchis pas longtemps, et quelques minutes plus tard j’ai cette merveille entre les mains. Je la mange en réservant une chambre pour la nuit à Mollans-sur-Ouveze, à un peu plus de 40km d’ici.</p><p>Je reprend la route, et retrouve Arnaud, on roule ensemble jusqu’à Vaison-la-Romaine. Lui il s’arrête ici pour la nuit. Je traverse le village seul. Je connais seulement cet endroit pour la crue meurtrière de 1992. Mais là je découvre le passé romain du village, et notamment ce pont vieux de 2000 ans sur lequel je passe.</p><p>J’arrive à Mollans-sur-Ouveze, et traverse la ville par une étroite rue pavé. Il fait presque nuit, le bruit de ma roue libre résonne entre les murs du village.</p><p>J’ai trouvé ici une chambre dans un Mas provençal assez incroyable. Je visite rapidement avec le propriétaire et un autre client la magnifique propriété, c’est vraiment dommage d’arriver à 22hoo et de devoir repartir très tôt le lendemain. Peut être une prochaine fois j’aurai plus le temps d’en profiter.</p><p>Le jour d’après je me lève vers 4hoo. Avant de partir, je prends un petit déjeuner. Il y a là une cuisine sur une terrasse. Je me fais couler un café, et mange quelques tartines de confitures attablé en plein air dans un mas en Provence, c’est vraiment spécial.</p><p>Je repart et affronte déjà quelques cotes. Vers 8h00 j’aperçois Philippe qui prend un café et mange des madeleines attablé devant un bistro. Je m’arrête également, commande aussi un café et un diabolo menthe. Au moment de payer, surprise, la tenancière ne prend pas la carte, et je n’ai pas de liquide. Je vais vite voir Philippe qui est encore là. Et lui empreinte 4 Euros pour régler mes boissons. Peu après je commence l’ascension de celle que l’on appelle la petite sœur du Ventoux, c’est la Montagne de Lure. C’est 25km de montée, à 5% de moyenne. Le Ventoux n’est qu’à que quelques km de là, mais ça n’a rien à voir en terme d’affluence, ici il n’y a pas un chat. Je monte seul pendant environ 15km, puis Arnaud que j’ai laissé la veille à Vaison-la-Romaine me rattrape, on roule quelques km ensemble, puis je le laisse partir à 3km du sommet, il va bien plus vite que moi, et tenir son allure devient difficile. Arrivé au sommet je mange un peu, et redescend jusqu’à Saint-Etienne-les-Orgues.</p><p>Il y a au centre village du village autour de la fontaine un attroupement de cyclistes. Ils ne sont pas intéressés par l’eau de la fontaine, mais plutôt par un snack à coté qui propose des sodas, des sandwichs et des frites, je me joints à eux. Il est environ 13h00. Encore une fois, je n’ai pas de liquide pour payer. C’est Anthony cette fois qui va m’aider. C’est la 1ere fois que je le vois, je trouve presque ça étonnant après autant de km de voir une tête inconnue. On fait connaissance en mangeant nos frites. On se donne rendez vous à Digne et je repart,. Digne-les-Bains, c’est la prochaine base de vie à environ 45km. J’imagine m’y rendre sans m’arrêter mais je fais une pause aux Mées. Il commence à faire très chaud, je commande un diabolo menthe dans un café et retire du liquide. L’approche de ce village est surprenant car il est situé au pied de rochers haut de 100m et qui sont chacun relativement étroits.</p><p>Après cette pause rapide je reprend la route mais très vite la sensation de chaleur redevient intense. J’arrive à Digne vers 16h00. Et là c’est spécial, il y a beaucoup de monde sur la base de vie, car il y des cyclistes du 2500km, du 1000km qui font une pause. Mais il y a aussi des cyclistes du 500km qui s’apprêtent à prendre le départ tôt le lendemain matin. Moi je mange, je fais une sieste, puis je regarde jusqu’où je pourrais aller ce soir. Et il apparaît évident que je vais dormir dehors cette nuit, car les opportunités de trouver un toit sont très faibles.</p><p>J’ai du mal à repartir, et je traîne sur la base vie, sans motivation. Je me sens exactement comme l’année dernière sur la base de vie de Sault après le Ventoux. La fin n’est plus très loin, mais ce qui est à venir n’est vraiment pas facile. Et surtout on va rentrer dans une région, avec une densité de population relativement faible, et peu de possibilité pour se loger. La fatigue je crois à ce moment, créer une insécurité, et des doutes, qui avec du recul je pense irraisonnés. Si ça ne tenait qu’à moi, je m’arrêterais ici pour le reste de la journée, mais il est seulement 18hoo, je dois continuer à rouler aujourd’hui.</p><p>Et demain c’est vendredi, j’ai prévu de monter le col de la Bonette le plus tôt possible dans la journée, pour ensuite m’approcher le plus possible de Mandelieu-la-Napoule, et terminer la course dans la matinée de samedi.</p><p>Prévoir ainsi la suite de l’aventure me remotive. Et après 2h30 de pause, je reprends le vélo. La grosse chaleur de l’après midi est passée, il a fait jusqu’à 35 degrés, c’est maintenant plus agréable. Avant de quitter la ville, je compte me ravitailler pour tenir la soirée et une partie du lendemain. Je m’arrête d’abord dans une boulangerie et oh surprise, il y a de la focaccia sucrée. Je demande à la vendeuse la composition, et à moins d’oublier quelque chose, c’est naturellement végan. Je suis trop content et j’en prends 2 parts. Je m’arrête ensuite plus loin, dans un magasin bio pour acheter de la compote. Je trouve le sol étrangement glissant sous ma chaussure gauche. Je soulève le pied, et constate que ma cale est complètement usée. Normalement la cale est noire, avec 3 points techniques qui eux sont jaunes, et un de ces points est tellement rappé qu’il est devenu complètement noir. Il faut absolument que je trouve des cales de remplacement avant de quitter la ville. Car si cette cale venait à être inutilisable je ne pourrais tout simplement plus clipser ma chaussure gauche sur ma pédale. Il est 18h30 et je trouve un magasin de cycle à quelques centaines de mètre de là. J’y arrive avant la fermeture, je trouve ce qu’il me faut, et ils me proposent de monter les nouvelles cales sur mes chaussures. Mais je préfère laisser les cales usées jusqu’à ce qu’elles ne soient plus utilisables du tout. Car si je monte les nouvelles cales et que la position est légèrement différentes ça pourrait me causer un inconfort ou même des douleurs. Je préfère donc continuer ainsi, mais avec la sécurité d’avoir des cales de secours.</p><p>Je quitte la ville chargé en nourriture et en matériel de rechange. Je passe un 1er col, le pas de Bonnet, c’est 7km à 4,5% de moyenne, suivi du col de Fonbelle qui lui fait 12km à 5% de moyenne. Puis j’entame la descente vers Sisteron, la route est en travaux, et il y a des gravillons sur plusieurs km et il fait maintenant nuit. La descente est un peu stressante. Enfin après Sisteron je roule entre 10 et 15km et je m’arrête dans le village de Nibles. C’est légèrement en dehors de la trace, parfait pour trouver un endroit calme ou passer la nuit. Et je trouve justement un banc qui fera l’affaire.</p><p>Quelques kilomètres plus tôt, j’ai reçu un SMS de la direction de course. Elle nous informe que la course est neutralisée. Il y a eu un éboulement dans la descente de la Bonette à cause d’un orage, et la route est pour le moment impraticable. On aura plus d’info à 5h du matin demain.</p><p>Après avoir manger, fait un brin de toilette, je me couche vers minuit. J’ai roulé aujourd’hui 237km pour 4000m de dénivelé positif.</p><p>Même si on ne peut pas prendre de douche lorsque l’on dort dehors, il est important de conserver une certaine hygiène. Pour ça j’utilise des lingettes humides qui me permette de me laver avant de me coucher. Je me brosse aussi les dents, et je me mets de la crème cicatrisante sur mes fesses. Même si je ne suis pas blessé à cet endroit là, il y a beaucoup de frottement et la peau est légèrement irritée.</p><p>Tous les matins je me mets aussi de la crème chamois sur les fesses, c’est une crème anti irritation. Notre derrière est à chérir absolument sur un ultra. Pour ça j’ai aussi une selle qui me convient très bien, et un cuissard de qualité qui était neuf au départ de Dinan. Et tout ça c’est vraiment pour moi un combo gagnant pour faire une course comme celle ci.</p><p>Le lendemain je me réveille vers 4h00, je range mes affaires, mange un peu, et vers 4h45, un nouveau SMS de l’organisation arrive. La route est ré ouverte, l’itinéraire original est maintenu.</p><p>Je reprend la route, et le 1er objectif de la journée est de rejoindre Jausier, à 90km d’ici, au pied de la Bonette. Mais avant ça il y a entre autres17km de faux plat montant. Même si l’itinéraire de cette Race Across France ne passe pas par beaucoup de grand col, il y a relativement peu d’endroits plats.</p><p>Je me sens toujours plutôt bien, mais mon vélo, lui, commence à faire beaucoup de bruit. En l’auscultant je vois qu’un de mes pistons de frein à l’arrière ne s’écarte pas assez, voir pas du tout de mon disque, et frotte contre celui ci. J’essaie de régler mon étrier de frein, en recentrant le disque entre les 2 plaquettes mais sans résultat. Pour bien faire il faudrait que j’enlève la roue, démonte les plaquettes et repousse le piston. Mais je ne me sens pas de faire ça sur le bord de la route, surtout que je n’ai pas d’outil adapté pour repousser le piston. Je décide de laisser le problème tel qu’il est. C’est un peu agaçant car ça grince, et que même si c’est marginal, ça me freine en permanence. Je réglerai ce problème si ça devient vraiment indispensable. Alors je continue avec bruit dont je commence à m’habituer.</p><p>On surplombe le lac de Serre-Ponçon sans le voir pour le moment. Et quand on le voie enfin je suis surpris à quel point il est en contre bas, je l’avais imaginé beaucoup plus près.</p><p>J’arrive maintenant à Barcelonette, j’en profite pour me ravitailler avant le col de la Bonette dont le pied approche. Puis j’arrive à Jausiers, où il y a une base de vie qui a permis hier soir aux cyclistes de se réfugier pendant que la course était neutralisée. J’y passe environ 30min, et vers 11h30 je commence l’ascension.</p><p>Il y a 24km de montée à 6,6% de moyenne. Le ciel est part endroit plutôt sombre, et des orages se forment sur les hauteurs. Les 1er kilomètres s’enchaînent bien, et après une dizaine de kilomètres, il commence fatalement à pleuvoir. Je m’arrête pour mettre ma veste de pluie, et entre temps, Matthieu qui m’a rejoint, s’arrête, et va se mettre à l’abri dans un restaurant au bord de la route. Je décide de faire de même en attendant que la pluie cesse. On a de la chance car ce restaurant, « Halte 2000 », est le seul de toute la montée du col. Je commande un café, Jonathan que j’avais rencontré la 1ere nuit de la course arrive aussi. La pluie semble s’éterniser, le restaurant est exigu, on sort dehors et on retrouve Matthieu qui lui était resté sur la terrasse couverte du restaurant. Chacun fait une sieste en attendant que l’orage passe. Par SMS le PGO de la course nous demande de trouver un abri si on se trouve dans le secteur de la Bonette. Pour nous c’est déjà fait, mais je pense à ceux et celles parties un peu avant nous, qui sont en train de monter sous la pluie et l’orage à 2800m d’altitude. Filipe nous a rejoint également. Et après que la pluie ait cessé, que le risque d’orage a diminué, on on se prépare à partir tous les 4 à l’assaut du plus haut col d’Europe. Filipe et Jonathan, nous parle d’une mauvaise expérience qu’ils ont chacun vécu à cause du froid en montagne et qui leur a valu une crise d’hypothermie. Jonathan nous explique comment il se prépare, pour la montée et surtout la descente pour ne pas attraper froid. N’ayant aucune aucune expérience avec des conditions difficile en haute montagne je décide de faire comme lui.</p><p>L’idée c’est d’aller jusqu’au col en étant pas trop couvert pour ne pas avoir trop chaud et limiter la transpiration. Puis une fois là haut se couvrir le plus possible pour combattre l’humidité et le froid. La montée se passe tranquillement on discute tous les 4, on entend les marmottes qui sifflent, et le paysage devient désertique et vraiment inhospitalier. La Bonette c’est un col situé à 2715m d’altitude. Notre itinéraire nous fait d’abord passer par le col, puis par la boucle qui fait le tour de la cime de la Bonette. On passe le col, et on se retrouve fasse au vent qui est plutôt fort, et avec des pourcentages qui dépasse les 10%. Vers 17h45, on atteint le point le plus haut à 2802m. Je ne suis jamais monté aussi haut. Je connais le Stelvio, et l’Iseran qui sont à plus de 2700m d’altitude, mais ici c’est différent. Peut être c’est juste du à la mauvaise météo, et au trafic presque inexistant à cette heure ci, J’ai vraiment l’impression que l’on a rien à faire ici. Au sommet il y a juste un couple d’allemand, Matthieu et moi. Jonathan et Filipe sont déjà dans la descente.</p><p>La stèle au sommet ressemble étrangement à un Menhir. Ce qui me fait penser à la Bretagne qui se trouve maintenant bien loin d’ici, on pourrait même difficilement être plus loin d’ailleurs, car on est complètement à l’opposé. Et en plus de ça on est à la Bonette, sur la route le plus haute du pays. Ce projet me semble tout à coup comme démesuré, difficilement imaginable, et pourtant on l’a fait. Discrètement, modestement, sans faire trop de bruit, on a simplement traversé la France.</p><p>Dans le début de la descente on passe par un village abandonné, qui est en fait une ancienne base militaire construite à la fin du 19ème siècle.</p><p>Rapidement je perds Matthieu de vue, qui descend bien plus vite que moi. La route est parfois sale, mais étant sèche, ce n’est pas trop dangereux. On s’est bien préparé, du coup je n’ai pas trop froid et ça me soulage vraiment.</p><p>Après 27km de descente on arrive à Saint-Étienne-de-Tinée . Je retrouve Matthieu et on prend un café ensemble. Depuis plusieurs jours, les habitants et les touristes de ce village doivent voir passer des participants et participantes de la Race Across France. On reçoit parfois des encouragements, des personnes engagent la conversation, c’est vraiment chaleureux.</p><p>Avec la Bonette on a passé la dernière véritable difficulté de la course. Mais il reste encore 200km et environ 3000m de dénivelé positif. Il est 19hoo, et je dois rallier l’arrivée demain avant 20h et 31 minutes pour être considéré comme finisher. Alors ce soir le programme est de continuer à rouler pour en avoir le moins possible à faire demain. Après Saint-Étienne-de-Tinée il reste encore une quarantaine de km en faux plat descendant. Encore une fois je perds de vue Matthieu. Mais plus tard je retrouve Filipe. Et à Touët-sur-Var , on décide de s’arrêter pour dormir. Il est 23h00, et on trouve des bancs qui feront l’affaire sur une aire de jeux pour enfant. J’ai roulé aujourd’hui 202km pour 4000m de dénivelé.</p><p>A 2h du matin, Filipe quitte notre campement, et moi je dors encore une heure de plus.</p><p>Puis je me lève, on est le samedi 21 juin, et c’est le dernier jour de la Race Across Across France. Il me reste 130km mais ça ne va pas être facile pour autant, il y encore des cols à gravir. Le premier c’est le col de Saint Raphaël, 7km à 6%. Le 2eme c’est le col de Bleine qui lui fait 13km à 4% de moyenne. Dans la montée de ce 2eme col, on arrive dans le village de Mas, on s’est retrouvé avec Filipe, et il y a là aussi 2 autres participants. On prends un petit déjeuner ensemble, il est un peu moins de 8h, et il nous reste 85km avant Mandelieu. On termine enfin cette montée puis c’est une portion de 40km relativement descendante qui nous attend. 20km avant l’arrivée, on monte le traditionnel Tanneron, qui après une dizaine de km nous amène sur les hauteurs de Cannes. Après les premiers virages de la descente on peut enfin voir La Méditerranée. Et j’entre enfin dans Mandelieu-la -Napoule</p><p>En passant la ligne, je suis accueilli à ma grande surprise par Fabrice et Gaëtan, car même si ils ont du abandonner, ils ont tout de même rejoint l’arrivée. Je suis touché de les voir m’accueillir, d’être attendu après 10 jours et 2600km à vélo c’est vraiment très spécial.</p><p>Pour être précis j’ai parcouru 2629km, 37000m de dénivelé positif en 9j et 16h. C’est anecdotique mais je franchit la ligne en 115ème position sur 251. 145 sont finishers, 105 ont malheureusement abandonnées, et une cycliste a été disqualifiée.</p><p>Les chiffres mis à part, une course comme celle ci est une expérience hors du commun, J’ai vécu presque 10 jours dans une bulle. Même si c’est physiquement fatiguant, je dois dire que pour moi c’est mentalement reposant. Je n’ai pas une vie éreintante du tout, mais avoir cette chance d’oublier la vie de tous les jours, pour adopter un quotidien ultra minimal est fantastique. Je considère l’ultra comme une expérience de minimalisme, car même si on est ultra équipé, une fois sur la route, on ne pense plus qu’à manger, rouler et dormir.</p><p>Avant de m’élancer de Dinan, je savais que j’étais capable de le faire. Je m’étais bien préparer je crois. En roulant 4000km depuis janvier, en ayant fait des exercices spécifique de renforcement musculaire, des étirements, parfois du yoga. J’ai aussi fait une étude posturale. J’ai vraiment mis les chances de mon coté, alors réussir cette Race Across France est d’autant plus satisfaisant.</p><p>Cette satisfaction vient aussi du sentiment d’achèvement. J’ai l’impression que les objectifs que je me fixe dans la vie sont soit abstraits soit relatifs. Et terminer cette Race Across France est très concret, et la satisfaction que j’en tire est simple et sans nuance.</p><p>C’était une grande aventure, un projet qu’il est difficile d’imaginer accomplir tellement la distance énorme. On a de la chance d’avoir des personnes qui imaginent, créent et nous proposent ce genre de projets, car je n’aurais jamais cette idée tout seul. La Race Across France c’est une création de Arnaud Manzanini, merci à lui, et merci à toutes les personnes qui entourent l’événement, et qui rendent ça possible.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=b2f9346e22d1" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 14 Jul 2025 17:25:40 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*19jLNGLkM2PBG8w5-ov8Fw.jpeg" /></figure><p>18. Episode des Podcasts Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F0kKWMvzmbhEWqln1I2UusQ%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F0kKWMvzmbhEWqln1I2UusQ&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-fa.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1fa4f6cec8d98c2ff6da629f92&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/09700a52424b6aee84bfce8dd22ba360/href">https://medium.com/media/09700a52424b6aee84bfce8dd22ba360/href</a></iframe><p>Es ist zurzeit Mai, und ich habe noch bis Ende des Monats Zeit, um mich auf die Race Across France vorzubereiten. Der Start ist am 11. Juni. Ich suche immer noch nach neuen und schönen Orten zum Radfahren. Und diseses mal habe ich eine neue Herausforderung gefunden, um eine Velotour spannender zu machen.</p><p>Vor ein paar Wochen hat ein Radfahrer, dem ich auf Strava folge, eine Velotour gepostet, mit ein paar Fotos. Die Landschaft war wunderschön. Etwas Spezielles bei dieser Tour war, dass er ein Boot genommen hat, um den Vierwaldstättersee zu überqueren. Die Geografie des Sees und der Umgebung ist nämlich speziell. Es gibt keine Strasse, die komplett um den See fährt. Der Süden ist zu steil, weil die Berge direkt in den See fallen. Eine Route zu planen, kann deshalb schwierig sein. Aber wenn man das Boot nimmt, hat man neue Möglichkeiten, schöne und abgelegene Orte am See zu entdecken.</p><p>Also Beim inspiriere mich von der Route dieses Radfahrers, beginne ich, eine Route zu planen. Zuerst von Bern bis zum Hafen in Ingenbohl, im Norden des Vierwaldstättersees. Danach will ich vom Süden des Sees zurück nach Bern fahren. Dieser Tour ist ungefähr 300 km lang. Ich fahre normalerweise eher langsam, und diese Distanz mit einem eher klein Höhenunterschied, was ich an einem ganzen Tag fahren kann, ohne zu spät nach Hause zu kommen.</p><p>Ich planne um 3:49 zu abfahren. Schliesslich fahre ich um 3:51 ab, ich habe zwei Minuten Verspätung. Warum so genau, fragst du dich vielleicht? Hier kommt meine Herausforderung des Tages: Nicht die 300 km, sondern die Nebenmission. Das Boot in Ingenbohl fährt um 10:49, und ich habe mir 7 Stunden Zeit gegeben. Der Hafen ist 165 km von meinem Startpunkt entfernt. Wenn ich mit 23,6 km pro Stunde im Durchschnitt fahre, komme ich genau um 10:49 an. Ich weiss, dass es möglich ist. Weil es nur 1000 Höhenmeter auf der Strecke gibt, das ist wirklich nicht viel. Ich muss einfach darauf achten, nicht unter dem Durchschnitt von 23,6 km pro Stunde zu fallen.</p><p>Bevor ich losfahre, ziehe ich mehr Kleidung an als geplant. Ich hatte nicht erwartet, dass es regnet. Zum Glück, weil wenn ich gewusst hätte, dass es regnet, hätte ich die Tour verschoben. Ich bin normalerweise vorsichtig mit dem Wetter. Ich weiss nicht, was diesmal passiert ist, ich habe wohl etwas übersehen.</p><p>Ich starte also im Regen. Es ist gar nicht kalt, mein GPS zeigt 14 Grad. Es ist mir eigentlich egal, dass es regnet. Ich bin gut gelaunt. Ich fahre langsamm durch die Stadt, sehe ein paar Nachtschwärmer, und auf dem Land kann ich schneller fahren. Ich finde einen guten Rhythmus. Die Route, die ich geplant habe, ist flüssig. Ich versuche, wenn möglich selten die Richtung zu wechseln. So muss ich nicht ständig aufs GPS schauen und kann gleichmässiger fahren. Das spart Energie und macht die Tour angenehmer.</p><p>Gegen 6:20, nach etwa 2,5 Stunden und 66 km, komme ich in Aarburg an. Die Sonne ist jetzt aufgegangen. Es regnet nicht mehr, aber der Himmel ist noch sehr wolkig. Hier, am Ufer der Aare, steht ein schönes Schloss mit zwei Türmen über dem Fluss. Ich habe es oft vom Zug aus gesehen, wenn ich nach Zürich gefahren bin. Jetzt sehe ich es zum ersten Mal in Ruhe vom Dorf aus. Ich bin gut in der Zeit, mein Durchschnitt ist bisher 25,7 km pro Stunde. Ich fahre weiter.</p><p>Bis jetzt bin ich Richtung Nordosten gefahren, aber ab jetzt geht es Richtung Südosten. Der Wind war auf dem ersten Teil der Strecke günstig. Jetzt, mit der neuen Richtung, verliere ich vielleicht diesen Vorteil. Ich werde tatsächlich etwas langsamer, aber es ist kein Problem. Beim Kilometer 112 komme ich in die Vororte von Luzern, entlang der Reuss. Hier verläuft der Radweg direkt am Fluss. Es ist wirklich toll, in eine Stadt wie diese zu fahren, ohne im Verkehr zu stecken.</p><p>Als ich das letzte Mal in Luzern war, habe ich unter anderem ein Museum besucht, das die Besonderheit hat, dass es nur ein einziges Werk zeigt, nämlich das Bourbaki Panorama. Es ist ein rundes Gemälde, das 1881 gemacht wurde. Es hat einen Durchmesser von 36 m, also einen Umfang von 112 m.</p><p>Im 19. Jahrhundert war diese Art von Gemälde sehr beliebt. Ein 360 Grad-Bild hat den Menschen ein neues Gefühl von Immersion gegeben. Aber mit dem Aufkommen des Kinos am Ende des 19. Jahrhunderts hat man das Interesse an diesen Bildern verloren.</p><p>Hier in Luzern zeigt das Panorama eine Szene aus dem Krieg zwischen Frankreich und Preussen, es ist dann 1871.</p><p>Im Museum steigt man eine Treppe hinauf und kommt direkt in die Mitte des Bildes.</p><p>Anfang Januar 1871 hat General Bourbaki, Chef der französischen Ostarmee, gegen die preussische Armee gekämpft. Die Kämpfe waren im Doubs und in der Nähe von Belfort. Die Lage war schlecht für die Franzosen. Es war sehr kalt, die Kämpfe waren hart. Die französische Armee hatte zwar viele Soldaten, aber sie war schlecht vorbereitet und hatte zu wenig Ausrüstung.</p><p>Nach dem 18. Januar hat Bourbaki entschieden, sich nach Besançon zurückzuziehen. Aber die Preussen kamen von hinten, also ging die Armee Richtung Pontarlier. Am 28. Januar, nach der Kapitulation von Paris, unterschreiben Frankreich und Preussen einen Waffenstillstand. Aber die Ostarmee war nicht im Vertrag. Die Soldaten waren also nicht geschützt. Ihre Lage war kritisch. Die einzige Lösung war, in die Schweiz fliehen.</p><p>Am 1. Februar wird ein Abkommen zwischen Frankreich und der Schweiz unterschrieben. Über 87&#39;000 Männer und 12&#39;000 Pferde überqueren in wenigen Tagen die Grenze.</p><p>Das Bourbaki-Panorama zeigt diesen Rückzug in die Schweiz. Auf dem Bild sind wir in Les Verrières, ein klein Dorf, das liegt auf 900 m Höhe im Jura-Gebirge. Die Landschaft ist verschneit, es ist sehr kalt, bis zu minus 20 Grad.</p><p>Man sieht die Ostarmee, die ankommt. Die Schweizer Armee nimmt sie auf. Die Pferde werden versorgt, die Waffen abgegeben. Die Soldaten gehen weiter, wo sie vom Roten Kreuz betreut werden. Es war die erste grosse Aktion dieser Organisation, die 5 Jahre vorher in Genf gegründet wurde.</p><p>Es gibt viele Details, man sieht das Leiden der Pferde, die erschöpften und frierenden Männer. Es ist sehr beeindruckend.</p><p>Aber heute mache ich in Luzern keine Besuch. Ich bin immer noch im Zeitrennen, um das Boot in Ingenbohl um 10:49 zu erwischen. Die Route, die ich geplant habe, ist nicht die kürzeste. Ich wollte in den Süden der Stadt fahren und eine Halbinsel umrunden. Das war eine gute Idee, weil es gibt dort tolle Aussichten, besonders auf den Pilatus, den Berg über Luzern. Er ist 2128 m hoch.</p><p>Die Form des Sees ist wirklich speziell. Es gibt viele Arme. Je nachdem, wo man ist, sieht der See ganz anders aus.</p><p>Ich mache die Runde um die Halbinsel und fahre durch Luzern zurück. Es ist 9:12. Bis jetzt habe ich 129 km in 5 Stunden und 23 Minuten gemacht, also 24 km pro Stunde im Durchschnitt. Ich bin etwas langsamer geworden. Ich bin noch in der Zeit, aber es ist knapp. Ich habe noch 36 km und 1 Stunde und 37 Minuten bis zur Abfahrt des Bootes.</p><p>Ich fahre weiter dem See entlang bis Küssnacht. Dann verlasse ich den Vierwaldstättersee und erreiche 3 Kilometer später den Zugersee, dem ich 5 Kilometer folge. Hier gibt es nichts Spezielles zu berichten. Tatsächlich schaue ich die ganze Zeit auf meinen Tacho. Obwohl die Daten sagen, dass ich in der Zeit bin, es fühlt sich knapp an. Also trete ich kräftig in die Pedale. Am Ende komme ich um 10:41 am Hafen von Ingenbohl an. Ich kaufe ein Ticket, es ist 10:43. Ich habe sechs Minuten Vorsprung, das ist nicht viel. Ich bin 6 Stunden und 50 Minuten gefahren, mit einem Durchschnitt von 24,3 km pro Stunde.</p><p>Ich steige ins Boot ein und wir beginnen die Überfahrt. Eigentlich fahren wir gar nicht weit, der See ist hier eher schmal, weniger als 1 km breit. Und der Hafen, zu dem wir fahren, ist nur 1,5 km entfernt. Also, nach 8 Minuten lege ich in Treib an.</p><p>Das letzte Mal, dass ich auf diesem See mit einem Boot unterwegs war, ging es nicht so schnell. Das war Ende Sommer, im September, vor zwei Jahren. Ein nahestehendes Paar, hat meine Partnerin und mich eingeladen, mit ihnen segeln zu gehen. Sie segeln gern, haben aber kein eigenes Boot, sondern mieten ab und zu eines. Und an diesem Sonntag wollten wir zusammen einen der letzten Sommertage geniessen. Das Wetter ist schön, wir konnten schwimmen, und ein Picknick machen, es kling nach einem tollen Tag.</p><p>Es gibt aber ein kleines Problem : Es gibt keinen Wind. Aber das ist kein grosses Problem, denn das Boot hat einen Elektromotor. Der Motor wird im Hafen verwendet, wenn Segel nicht möglich sind. Die Batterieanzeige zeigt, dass sie voll ist, also konnen wir ihn benutzen.</p><p>Wir sind auf dem See, es ist wirklich super. Wir fahren weg von Luzern und finden schliesslich einen wunderschönen Ort. Es ist ruhig, das Wasser hat eine tolle Farbe. Wir springen ins Wasser und schwimmen. Bis dahin ist der Tag perfekt.</p><p>Am Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg zum Hafen. Es gibt immer noch keinen Wind, also wollen wir wieder den Motor benutzen. Aber plötzlich stoppt der Motor. Wir sind überrascht, denn die Batterieanzeige zeigt noch Strom. wir versuchen, den Motor neu zu starten und probieren ein paar Sachen aus, aber nichts funktioniert. Und der Wind bleibt aus.</p><p>Auf Booten gibt es wohl normalerweise Ruder für Notfälle. Aber wir finden nur ein einziges Ruder. Und wir sind ein paar Kilometer vom Hafen entfernt. Das würde schwierig werden. Trotzdem versuchen wir abwechselnd, mit nur einem Ruder zu rudern. Das Boot wiegt sicher mehrere Hundert Kilo, vielleicht sogar über eine Tonne, und ist etwa 7 Meter lang. Aber wir sind positiv und optimistisch, also ruderen wir 20 oder 30 Minuten. Aber ohne Überraschung kommen wir nicht viel oder gar nicht voran.</p><p>Wir hoffen, dass ein anderes Boot vorbeikommt und uns vielleicht abschleppt. Aber es sind sehr wenige Leute auf dem See. Und die Boote, die wir sehen, sind entweder zu weit weg oder fahren in die falsche Richtung.</p><p>Dann kommt endlich ein Boot auf uns zu, etwa 50 m entfernt. Wir denken, wir könnten uns bemerkbar machen. Als es näher kommt, merken wir: Es ist ein Polizeiboot. Wir zögeren kurz, aber dann winken wir und rufen, damit sie uns sehen und hören. Sie sehen uns, das Bot dreht sicht um, und kommt näher. Wir erklären die Situation. Sie sagen, dass solche Probleme eigentlich nicht ihre Aufgabe seien und dass man in solchen Fällen Fachleute anrufen muss. Sie konnen uns nicht direkt helfen, giben uns aber Informationen.</p><p>Plötzlich nähert sich ein anderes Motorboot. Die Polizei ruft es heran, erkläre was passiert und bietet die Leute, uns zu helfen. Sie sind nicht verpflichtet, aber wenn die Polizei so eine Bitte äussert, sagt man selten Nein. Die Leute im Boot stimmen sofort zu, scheinbar freiwillig. Sie werfen uns ein Seil zu, wir befestigen es am Boot, und los geht’s. Die Passagiere im anderen Boot finden das Ganze eher lustig. Sie fahren sowieso in die gleiche Richtung, also its es kein grosser Umweg für sie. Und wir sind sehr erleichtert, zum Glück mussen wir nicht lange auf dem See treiben.</p><p>Meine heutige Überfahrt endet im kleinen Hafen von Treib. Man spürt sofort, dass dieser Ort ziemlich abgeschieden ist. Es gibt nur ein Restaurant, einen kleinen Kiosk und ein Gebäude, in dem sich die Talstation einer Standseilbahn befindet. Diese drei Gebäude liegen eingeklemmt zwischen dem See auf der einen Seite und dem Wald auf der anderen, an einem Berghang. Der einzige flache Ort hier ist die Terrasse des Restaurants.</p><p>Wieder an Land esse ich eine Packung Erdnüsse. Ich liebe Erdnüsse, ich habe immer kleine 40 g-Packungen dabei. Das Problem ist nur: Beim Fahren sind sie schwer zu essen, es gibt immer einen Teil, den ich auf der Strasse verstreue. Jetzt, wo ich eine Pause mache, nutze ich die Gelegenheit, um eine Packung zu verschlingen.</p><p>Ich steige wieder auf mein Fahrrad. ich kann nicht in die falsche Richtung gehen, weil es hier nur eine Strasse gibt. Und es geht direkt bergauf. Ich muss über einen Pass, um zurück in die Zivilisation zu gelangen. Es sind 4 km mit durchschnittlich 7 % Steigung. Ich schaffe das schnell, fahre auf der anderen Seite hinunter, und langsam bekomme ich richtig Hunger. Auf dem Rad esse ich Energieriegel, Kohlenhydratgel, wieder Erdnüsse, und manchmal auch eine Tüte Gummibärchen, die ist oft schneller leer als ich schauen kann. Aber bei langen Touren mache ich auch gerne mal eine richtige Pause zum Essen.</p><p>Und bei Kilometer 186 finde ich einen Coop. Es ist etwa 12:30, und ich mache eine halbe Stunde Pause zum Mittagessen. Ich finde dort einen Salat mit gekochtem Gemüse, Reis und einem Fleischersatzprodukt von Planted, mit einer Chimichurri-Sauce, die ich zum ersten Mal probiere. Die Sauce besteht aus Petersilie, Knoblauch, Öl und Chili, und kommt aus Südamerika. Sie schmeckt richtig gut. Zum Nachtisch habe ich einen Chia-Pudding mit Mangopüree gefunden. Auch das war sehr lecker.</p><p>Ich fahre wieder und langsam komme ich in die Nähe des Brünigpasses, der mich zurück in den Kanton Bern bringt. In meiner Erinnerung ist der Pass etwa 5 km lang, mit 5–6 % Steigung, normalerweise kein grosses Ding. Aber dennoch, plötzlich sehe ich ein Schild, das zeigt eine Steigung von 2 km mit durchschnittlich 12 %. Ich habe nicht bemerkt, dass es auf dem Programm steht. Ich schaue mir meine Route noch einmal an, aber nein, das ist tatsächlich der Weg. Bevor ich den eigentlichen Pass erreiche, muss ich erst diese steile Rampe hinauf. Das macht mir keine Angst, aber nach 220 km, und mit fast 100 km vor mir, will ich keine unnötige Energie verschwenden.</p><p>Es ist eine schmale, sehr angenehme, autofreie Strasse in einer sehr grünen Umgebung. Ich begegne nur zwei Radfahrern in der anderen Richtung und denke mir, dass ich lieber bergauf fahre, als auf der nassen Strasse diese Steigung hinunter.</p><p>Danach geht es wieder 5 km flach weiter, bevor ich endlich den Brunigpass in Angriff nehme.</p><p>Seit meinem Start heute habe ich die Sonne noch nicht gesehen. Am Anfang hat es 2 Stunden geregnet, und später gab es immer wieder Schauer. Mehrmals habe ich meine Regenjacke an und ausgezogen. Aber als ich den Pass überquere, sehe ich endlich die Sonne. Auf dieser Seite ist das Wetter zwar auch nicht perfekt, es ist gewittrig. Ich sehe in der Ferne einen Regenschleier im Tal. Es sieht wunderschön aus.</p><p>Nach der Abfahrt fahre ich am Brienzersee entlang und komme nach Interlaken. Ich mache Halt in einem Teehaus. Laut der HappyCow-App gibt es dort Zimtschnecken, und ich liebe das so viel. Leider gibt es heute keine mehr. Aber es gibt noch Rhabarberkuchen. Ich nehme das letzte Stück, dazu einen Americano, das ist köstlich.</p><p>Zurück auf der Strasse bleiben noch 53 km. Je näher ich Bern komme, desto öfter zeigt sich die Sonne. Nach Thun gibt es lange, flache Abschnitte. Ich gehe in den Aerolenker und trete kräftig in die Pedale. Ich habe immer noch viel Energie, das überrascht mich, aber es macht richtig Spass.</p><p>Ich komme zu Hause an nach 313 km in 14 Stunden und 54 Minuten. Ich bin sehr zufrieden, der Tag war toll, ohne mental schwierige Passagen. Der Weg führte mich an neuen und wunderschönen Orten vorbei, was dazu beigetragen hat, dass der Ausflug trotz der vielen Kilometer recht einfach war. Der geringe Höhenunterschied hat auch geholfen, es waren nur 2800 m, und für diese Distanz ist das relativ wenig.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=2c90533d4f30" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Vélo vs. bateau]]></title>
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            <category><![CDATA[vélo]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 14 Jul 2025 17:23:01 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*19jLNGLkM2PBG8w5-ov8Fw.jpeg" /></figure><p>épisode 18 du podcast Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F1POTeZBFIxeAeeLB5roSPr%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F1POTeZBFIxeAeeLB5roSPr&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-fa.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f97f62da75250a24aa4882639&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/cb199b92e9a60c1e952f04b9d76d73fd/href">https://medium.com/media/cb199b92e9a60c1e952f04b9d76d73fd/href</a></iframe><p>On est actuellement au mois de Mai, et il me reste jusqu’à la fin du mois pour me préparer pour la Race Across France dont le départ est le 11 juin. Je suis toujours à la recherche d’endroits nouveaux, intéressants ou divertissants pour aller rouler à vélo. Et cette fois j’ai trouvé un challenge qui devrait être plutôt cool.</p><p>Il y a quelques semaines, un cycliste que je suis sur Strava a posté une activité à vélo, agrémentée de quelques photos. Les paysages étaient magnifique. Et une chose originale au cours de cette sortie, c’est que cette personne a pris un bateau pour traverser le lac des 4 cantons. La géographie du lac et de ses alentours fait qu’il n’y a pas de route qui en fasse complètement le tour. La partie sud est trop escarpée, car les montagnes de ce coté ci se jettent directement dans le lac, donc tracer un itinéraire peut être assez contraignant. Mais du coup prendre un bateau, ouvre à d’intéressantes opportunités si on veut découvrir certains endroits isolés.</p><p>Alors en m’inspirant de la trace de ce cycliste, je commence à créer un itinéraire, qui va me mener dans un 1er temps, de Berne, jusqu’au quai de Ingenbohl au nord du lac des 4 cantons. Puis du sud du lac jusqu’à Berne pour rentrer chez moi. Cette sortie devrait faire environ 300km. Je roule relativement lentement, et cette distance, avec un dénivelé plutôt faible, c’est ce que je peux faire sur une journée complète de vélo sans arriver trop tard le soir.</p><p>J’ai prévu de partir à 3h49 du matin. Finalement je pars avec 2 minutes de retard. Pourquoi être aussi précis vous devez penser ? J’en reviens à mon challenge du jour, pas les 300km à faire, mais la quête secondaire. Le bateau que je compte prendre à Ingenbohl part à 10h49, et je me suis donné 7 heure pour l’atteindre. Le port se trouve à 165km de mon point de départ. En roulant à 23,6km/h de moyenne, j’arriverai à 10h49 pile sur le quai. Je sais que c’est possible. Il faudra jusque que je fasse attention à ne pas descendre sous la vitesse moyenne de 23,6km/h. L’idéal serait de rouler un peu plus vite que ça, pour arriver quelques minutes avant que le bateau ne parte.</p><p>Je me suis couvert plus que prévu, car une chose que je n’avais pas anticipé, c’est la pluie. Et c’est tant mieux que car si j’avais vu la veille qu’il allait prévoir, j’aurai décalé cette aventure. Je suis toujours vigilant avec la météo, et cette fois ci je ne sais pas ce qu’il s’est passé, mais j’ai raté un truc.</p><p>Je pars donc sous la pluie, mais il ne fait pas froid du tout, mon GPS indique 14 degrés. Et finalement ça m’est égal qu’il pleuve, je suis de bonne humeur, je traverse la ville tranquillement, croise les noctambules, puis une fois à la campagne j’accélère un peu et j’arrive à prendre un bon rythme. L’itinéraire que j’ai préparé est fluide, j’évite autant que possible d’avoir à changer trop souvent de direction. Ainsi je n’ai pas à être trop concentré sur mon GPS, et ça évite d’avoir à freiner trop souvent et de devoir relancer derrière. On économise de l’énergie, mais ça rend surtout une sortie plus roulante et moins hachée, c’est ce que j’aime.</p><p>Vers 6h20, Après environ 2h30 de route et 66km au compteur, j’arrive à Aarburg. Le jour s’est levé, il ne pleut plus mais le ciel reste très nuageux. Ici, au bord de l’Aar, il y a un surprenant château avec 2 tours qui surplombe la rivière. J’avais pu l’observer à plusieurs reprises en allant à Zürich en train. Et pour la 1ere fois, je peux l’observer tranquillement depuis le village. Pour le moment je suis en avance sur mon challenge, depuis le départ je roule à une moyenne de 25,7km/h. Je reprends la route. Jusque là je roulais en direction du nord est, mais à partir de maintenant je prends la direction du sud est. J’ai eu l’impression, que le vent sur la 1ère partie était favorable, alors en changeant de direction je vais peut être perdre cet avantage. Effectivement je ralentis un peu, mais rien de très usant ou embêtant.Au 112ème km j’arrive dans les Faubourg de Lucerne, en longeant la Reuss. Ici la piste cyclable longe la rivière, et est isolée de la route. C’est vraiment super de rentrer dans une ville comme ça, sans être dans le trafic.</p><p>La dernière fois que je suis venu à Lucerne, j’ai entre autres choses, visité un musée qui a la particularité de ne présenter qu’une seule œuvre, c’est le Panorama Bourbaki. C’est une peinture cylindrique, réalisée en 1881, et qui fait 36m de diamètre, soit 112m de circonférence.</p><p>Au 19ème siècle, ce genre de toile était assez populaire. Avoir une peinture à 360 degrés permettait d’avoir d’une immersion jusque là inédite dans une œuvre. Ensuite avec l’avènement du cinéma à la fin du 19ème siècle, l’intérêt pour ce genre de peinture s’est complètement perdu.</p><p>Ici à Lucerne ce panorama nous plonge dans un épisode de la guerre entre La France et la Prusse, on est alors en 1871.</p><p>Depuis le hall du musée, on monte un escalier, et on arrive directement au centre de l’œuvre.</p><p>Au début du mois janvier 1871, le général Bourbaki, à la tête de l’armée de l’Est française, s’est engagé dans des combats contre l’armée Prussienne. Les affrontements ont lieu dans le Doubs et dans les environs de Belfort. La situation n’est pas à l’avantage des Français, les combats sont rudes, le froid est extrême. L’armée de l’est, bien que plus nombreuse en homme, est mal préparée, et pas assez équipée. Après le 18 Janvier, Bourbaki et ses troupes décident de battre en retraite vers Besançon, mais étant pris à revers par les Prussiens, ils se dirigent alors vers Pontarlier.</p><p>Mais le 28 Janvier, suite à la capitulation de Paris, la France signe avec la Prusse un armistice qui doit mettre fin à la guerre. Étonnamment, l’armée de l’Est n’est pas incluse au texte. Les soldats ne sont donc pas protégés par cet armistice. Et encerclés par les troupes ennemies, leur situation est très critique. La seule solution qui apparaît serait d’aller se réfugier en Suisse voisine. Le 1er février, une convention entre la Suisse et la France est signée. Plus de 87000 hommes, et 12000 chevaux vont alors passer la frontière en quelques jours.</p><p>Le Panorama Bourbaki met en scène cette retraite vers la Suisse. Dans le tableau nous sommes précisément en février 1871, aux Verrières, dans la Vallée-de-Joux en Suisse, à quelques mètres de la frontière avec la France. C’est un petit village situé à 900m d’altitude dans le massif du Jura. Le paysage est enneigé, et il fait très froid, jusqu’à -20 degré à ce moment là. On voit l’armée de l’est qui arrive. Les chevaux sont pris en charges, les armes sont déposées, et les soldats continuent de marcher un peu plus loin, où ils seront accueillis par la croix rouge. C’est la 1ere opération d’envergure de cet organisme qui a été créé 5 ans plus tôt à Genève.</p><p>Il y a beaucoup de détails dans la toile, on peut voir la souffrance des chevaux et des hommes qui semblent terriblement épuisés et transis de froid. C’est très impressionnant.</p><p>Aujourd’hui je ne visite rien à Lucerne, je suis toujours sur mon vélo, et dans mon contre la montre pour prendre le bateau à Ingenbohl à 10h49. L’itinéraire que j’ai prévu n’est pas le plus court, car je souhaitais aller au sud de la ville et faire le tour d’une presqu’île. Et j’ai vraiment bien fait, car il y a des points de vue magnifique. Notamment sur le Pilatus, qui est la montagne qui domine Lucerne et qui culmine à 2128m. La forme du lac des 4 cantons est vraiment complexe, il y a plusieurs bras, ce qui fait que selon où l’on se trouve, le lac et ses alentours offrent des perspectives très différentes.</p><p>Je fait le tour de cette presqu’île et je retraverse Lucerne. Il est 9h12, jusque là j’ai fait 129km, en 5h23, soit 24km/h de moyenne. J’ai un peu ralenti, je suis toujours en avance, mais je n’ai pas beaucoup de marge. Il me reste 36km et 1h37 jusqu’au départ du bateau. Je continue de longer le lac jusqu’à Küssnacht. Je quitte les rives du lac des 4 cantons, pour retrouver 3 km plus loin les rives du lac de Zug cette fois ci que je longe pendant 5km. Rien à dire de spécial ici. En fait je roule en regardant mon compteur, même si les datas me disent que je suis en avance, ça me semble un peu juste, alors dans le doute j’appuie un peu plus fort sur les pédales. Et j’arrive finalement sur le quai à Ingenbohl, à 10h41. J’achète un ticket, il est 10h43, j’ai 6 min d’avance, ce n’est vraiment pas grand chose. J’ai roulé à 24,3km/h de moyenne pendant 6h et 50min.</p><p>J’embarque, et on commence la traversée. En fait on ne va pas bien loin, car le lac ici est plutôt étroit, moins de 1km. Et le port ou l’on va est à 1km et demi. 8 minutes plus tard, j’accoste à Treib.</p><p>La dernière fois que j’ai fait du bateau sur ce lac ça n’avait pas été aussi rapide. C’était à la fin de l’été, au mois de septembre, il y a 2 ans. Un couple de proche nous avaient invité ma compagne et moi à les accompagner pour aller faire de la voile. Ils pratiquent la voile, n’ont de bateau, mais en louent un de temps à autres. Et ce dimanche là on s’apprête tous ensemble à profiter d’un des derniers jours de l’été. Il fait beau, on va pouvoir se baigner, on a de quoi pic niquer ça va être génial.</p><p>Seul petit problème, il n’y a pas de vent. Mais pas de soucis, sur ce bateau il y a un moteur électrique. Il sert à faire des manœuvres dans le port, quand l’utilisation d’une voile n’est pas possible. Le voyant indique que la batterie est rechargée, donc on va pouvoir l’utiliser.</p><p>On est sur le lac, c’est super, on navigue en s’éloignant de Lucerne, et on fini par trouver un super endroit. C’est calme, le lac est translucide et d’une couleur incroyable entre bleu et vert. On saute dans l’eau pour nager. On passe une super journée.</p><p>En fin d’après midi, on lève l’ancre et on reprend la direction du port. Il n’y a toujours pas de vent, on utilise encore une fois le moteur électrique. Mais rapidement, le moteur s’arrête. On est surpris car le voyant de la batterie indique qu’il y a toujours de l’électricité. On retente d’allumer le moteur, tente quelques manipulations, mais rien ne se passe, le moteur ne démarre plus. Et il n’y a toujours pas un poil de vent.</p><p>Dans les bateau il semblerait qu’il y aient toujours des rames au cas ou. Mais en on en trouve qu’une seule, et on est à plusieurs kilomètre du port. Ça va être compliqué, mais on essaye quand même à tour de rôle de ramer, avec une seule rame. Le bateau doit peser plusieurs centaines de kilo, et même peut être plus de 1 tonne, et être long d’au moins 7 mètres. Mais on est très positif et optimiste, c’est assez absurde, mais on on essaie quand même de ramer pendant 20 ou 30minutes, mais sans surprise, on avance pas beaucoup, voir pas du tout.</p><p>On espère alors croiser un autre bateau pour éventuellement se faire tracter. Mais il n’y a vraiment pas grand monde qui navigue aujourd’hui. Et ceux que l’on voit sont soit trop loin, soit vont dans la mauvaise direction.</p><p>Enfin un bateau s’apprête à nous croiser, à une distance d’environ 50m, donc on devrait pouvoir se faire entendre. Et alors qu’il s’approche on se rend compte que c’est ni plus ni moins qu’un bateau de police. On hésite un peu, mais rapidement on fait de grand signe, et on hèle pour être vu ou entendu avant qu’il ne s’éloigne. Il nous voit, le bateau fait demi tour et vient vers nous. On explique la situation. Et les agents nous disent que ce genre de problème ne les concerne pas et qu’il y a des professionnels à appeler en cas de panne. Ils n’ont pas l’air de pouvoir nous aider mais nous informe de ce que l’on peut faire. Mais tout à coup un autre bateau à moteur s’apprête à nous dépasser. Le bateau de Police l’interpelle, explique la situation, et demande aux passagers de nous aider. Ils ne sont clairement pas obligés de faire, mais j’imagine que quand c’est la police qui fait ce genre de demande, on a plutôt tendance à accepter. Ils acceptent tout de suite de nous aider, apparemment de leur plein gré. Ils nous tendent une corde qu’on accroche au bateau, et c’est parti. Cette situation amuse plutôt les passagers de l’autre bateau. Ils vont au même endroit que nous, donc ce n’est pas un très gros désagrément. Et nous on est bien rassuré, heureusement on n’est pas rester trop longtemps à divaguer.</p><p>Pour moi, aujourd’hui la traversée s’achève dans le petit port de Treib. On sent tout de suite l’isolement de cet endroit. Il y a quand même un restaurant, un petit kiosque, et un bâtiment qui accueille le terminus ou le départ d’un funiculaire. Mais ces 3 constructions sont coincées entre le lac d’un coté, et la forêt de l’autre sur la pente de la montagne. Le seul endroit plat ici c’est la terrasse du restaurant.</p><p>Une fois sur la terre ferme, je mange un paquet de cacahuète. J’adore les cacahuètes, j’emporte toujours avec moi des petits sachets de 40g. Le problème c’est que ce n’est pas pratique à manger quand je roule, il y en a toujours une partie que je sème malgré moi sur la route. Alors maintenant que je suis à l’arrêt j’en profite.</p><p>Je remonte sur mon vélo, et je ne peux pas me tromper de direction, il n’y a qu’une seule route qui quitte cet endroit. Et ça monte directement. J’ai un col à passer pour retrouver la civilisation, avec une cote de 4 km à 7% de moyenne. Je franchis cette difficulté, descend de l’autre coté, et je commence à avoir vraiment fin. Sur mon vélo, je m’alimente de barres énergétiques, de gels de glucide, de cacahuètes encore une fois, parfois j’ai aussi un paquet de bonbon. Mais pour des longues sorties, je m’arrête pour manger un vrai repas, ou quelque chose qui y ressemble. Et justement au km 186 Je trouve une Coop, il est environ 12h30, et je m’arrête une demi heure pour manger. J’ai trouvé dans ce supermarché une salade avec des légumes cuits, du riz, un simili carné, et avec une sauce chimichurri que je découvre. C’est à base de persil, d’ail, d’huile, de piment, et c’est d’origine sud américaine. C’est très bon. En dessert, je mange un pudding de chia avec un coulis de mangue. Ça aussi c’était délicieux.</p><p>Je repars et approche doucement du Brunigpass, qui est un col qui va me faire redescendre ensuite sur le canton de Berne. Dans mon souvenir ce col fait environ 5km à 5 ou 6% de moyenne, une formalité normalement. Mais pourtant, tout à coup, je tombe sur un panneau qui m’indique que je m’apprête à affronter une cote de 2km à 12% de moyenne. Je contrôle ma trace car je suis très étonné par cette surprise, mais non c’est bien ça. Le pied du col est encore à 7km, et je dois d’abord passer par cette cote. Ça ne me fait pas peur, mais après 220km, et sachant qu’il reste encore prêt de 100km, je veux être sur de ne pas faire d’effort inutile. Mais voilà, je n’ai pas le choix. C’est une route étroite, très agréable, sans voiture, dans un environnement très vert. Je croise seulement 2 cyclistes dans l’autre sens, je me dis que je préfère monter que descendre cette pente sur la route mouillée. Je retrouve ensuite 5 km de plat avant d’attaquer enfin le Brunigpass.</p><p>Depuis mon départ, je n’ai encore pas vu le soleil. Il a plu au début pendant 2 bonnes heures, puis ensuite, j’ai eu droit à plusieurs averses, j’ai plusieurs fois enlevé et remis ma veste de pluie pendant la journée. Mais quand je passe le col, j’aperçois le soleil. De ce coté ci, le temps n’est pas parfait pour autant, c’est orageux. Je vois plus loin dans la vallée un voile de pluie. C’est très beau. Après la descente je longe le lac de Brienz, et j’arrive à Interlaken, je m’arrête dans un salon de thé. Selon l’application Happycow, il serait proposé ici un cinnamon roll. Et j’adore ça, malheureusement, il n’en non plus aujourd’hui. Mais il reste de la tarte à la Rhubarbe façon crumble. Je prend la dernière part, avec un americano, c’est délicieux.</p><p>De retour sur la route, il me reste 53km, et plus je m’approche de Berne, plus il fait beau. Je traverse la ville de Thoune, et il y a ensuite de grandes portions roulantes, je me mets dans les prolongateurs et appuie fort sur les pédales, j’ai encore beaucoup d’énergie, ça me surprend un peu, mais c’est vraiment jouissif.</p><p>J’arrive à la maison après 313km effectués en 14h54. Je suis très content, la journée était super, sans passage mentalement difficile. La trace m’a fait passer, dans des endroits inédits et magnifique, ça a grandement aidé à rendre cette sortie plutôt facile malgré le nombre de kilomètres. Le faible dénivelé a aidé aussi, il n’y avait que 2800m de D+, et pour cette distance c’est relativement peu.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=16e83a5a6fda" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[La Desertus Bikus de Florian]]></title>
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            <category><![CDATA[ultracycling]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 12 May 2025 17:52:50 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-05-12T17:56:17.534Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*n4vsPJneoFuTriJhI7T7_w.jpeg" /></figure><p>épisode 17 du podcast Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F67Voxx1UItqtPl6vLy1v9s%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F67Voxx1UItqtPl6vLy1v9s&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-ak.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f53a5f138c10fd17125ecbe3f&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/34f5c13b8af33285a719aa0f6a4011a2/href">https://medium.com/media/34f5c13b8af33285a719aa0f6a4011a2/href</a></iframe><p>Aujourd’hui, c’est un épisode spécial car pour la première fois, j’accueille un invité et c’est encore plus spécial car cet invité, c’est mon frère.</p><p>Salut Florian, comment ça va ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Adios à toutes, salut, ça va très très bien.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Je te demande Comment ça va car il y a une semaine tu étais sur ton vélo pour participer à la Desertus Bikus et c’est justement pourquoi je t’ai proposé de venir raconter ton expérience.</p><p>Mais avant de commencer, est ce que tu veux bien te présenter brièvement ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Effectivement, moi c’est Florian. J’ai 40 ans, je vis dans les Pyrénées occidentales françaises et plus précisément dans la vallée d’Ossau au Sud de Pau, dans un petit village qui s’appelle Bilhères à 700 M d’altitude, près du du col de Marie-Blanque. Un col réputé dans le secteur. Maria Blanca, en occitan béarnais, et c’est le nom local que l’on donne à un petit vautour qui vit dans notre vallée.</p><p>Et sinon à côté, je suis chargé de mission naturaliste et je me passionne pour l’étude et la conservation de la biodiversité. Je passe la majorité de mon temps personnel en montagne à observer, inventorier la faune, la flore ou à me dépenser en observant autrement, que ce soit par le biais du Trail Running, de la randonnée mais aussi du vélo.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Et toi, dans ces montagnes de la vallée d’Ossau, Tu as plutôt l’habitude de courir habituellement ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Ouais, tout à fait, je suis venu au vélo assez tardivement finalement. Je fais surtout de la randonnée. Puis je pratique surtout le trail depuis 5 ans maintenant. Donc effectivement, je parcours essentiellement les montagnes en courant ou en marchant rapidement.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Et donc cette année tu as participé à la Desertus Bikus, c’était ta première expérience en ultra à vélo, mais qu’est ce qui s’est passé pour que tu t’y inscrives ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Alors oui, c’est vrai que j’ai aucune expérience en ultra-cyclisme effectivement, je dirais même que j’ai peu d’expérience en vélo.</p><p>Mise à part quelques sorties longues de temps en temps, 200, 250 km, mais j’en ai fait très très peu finalement.</p><p>Mais j’aime et j’ai toujours aimé les efforts longs. En fait, je suis pas quelqu’un d’explosif, je me plais le plus souvent, en poursuivant des efforts long, à faible intensité. En fait, j’ai découvert le trail en 2019, donc c’est assez récent aussi. Et dans le trail, j’ai rapidement allongé la durée des sorties pour faire mon premier marathon en montagne au bout de 6 mois. Je m’en souvient encore très très bien. C’était la Gotorlekuen Itzulia au Pays basque en mars 2020. C’était un chouette trail.</p><p>Et désormais, je cours une dizaine ou une douzaine de courses par an, sur différents formats, mais dès que ça dépasse 40, 50 km, c’est là où je prends le plus de plaisir. Et j’ai déjà couru plusieurs courses de 60, 70 ou 80 km dans les Pyrénées avec un peu plus de 5000 M de dénivelé positif et la plus longue pour l’instant c’est 112 km. On va dire que je suis aussi assez novice dans le monde de l’ultra-trail. Mais c’est, mais c’est un domaine qui me plaît beaucoup. Et je suis venu du coup à me mettre au vélo parce que en courant en trail, j’avais des petites douleurs au niveau des genoux. Et on m’a conseillé de faire du vélo. J’aimais déjà ça le vélo mais j’en faisais très très peu. Et j’ai pris beaucoup de plaisir, j’ai pris goût au vélo et du coup c’est un effet bénéfique aussi pour le pour le trail.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Et du coup, tout ça ça t’amène à prendre le départ de la Desertus Bikus, c’était le samedi 19 avril si je me trompe pas. Et le départ il a eu lieu à minuit et une minute.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Oui, tout à fait. Je connaissais cette course là parce que je commençais à regarder un petit peu ce qui se faisait en termes d’ultra-cyclisme et ce format-là. Et cette course en particulier m’intéressait pas mal depuis plus d’un an, et pour moi j’étais jamais prêt pour m’engager sur ce style de courses. Mais quand les inscriptions ont eu lieu, je ne me je m’y suis pas inscrit. Et c’est en voyant un poste à l’automne dernier, l’automne 2024, il me semble, disant qu’ils remettaient des dossards en vente avec un tirage au sort et là je me suis dit c’est l’occasion, pourquoi pas ? Je me dis c’est c’est un un beau challenge. Je me dis que si je suis tiré au sort, je n’aurai pas le choix, ça veut dire que c’est le bon moment. Il va falloir que j’y aille.</p><p>Donc je me suis inscrit avec une amie au tirage au sort.</p><p>Elle a été retenu, mais pas moi, mais elle le faisait un peu pour moi. Donc elle m’a transmis son dossard, et je n’ai pas eu trop le choix de prendre le départ de cette course. Du coup j’ai pris le départ le 19 à 00h01. L’ambiance au départ était plutôt calme. Je retrouve un collègue Peyo, à qui je devais passer un objectif photo. Donc c’était c’était marrant de se retrouver là parce qu’en fait il habite Hasparren, le village du départ.</p><p>Je vais chercher mon tracker avec ma compagne Bialane, et puis je me demande un peu ce que je fais là en fait, en voyant toutes ces personnes qui semblent très à l’aise dans l’exercice, qui semblent très décontractées.</p><p>Je discute avec certains, dont la plupart ont déjà pas mal d’expérience en cyclisme et en ultra-cyclisme. Et puis du coup ma meilleure pote me rejoint, Roxane, qui s’était inscrit puis qui m’a refilé son dossard. On va manger avec Roxane et Bialane au restaurant. Et là je commence un peu à réaliser dans quoi je me lance et je commence à flipper un petit peu, surtout quand je vois le temps dehors qui commence à devenir de plus en plus gris. Très menaçant. Et je me rends compte que je vais entamer une nuit blanche. Avec le ciel noir qui menace. Et des orages en approche. Donc c’était un peu flippant. Mais bon, dans tout ça, il y avait toujours le ballet des martinets qui virevoltaient dans les rues, donc c’était une ambiance que j’aime et qui me rassure un petit peu.</p><p>L’avant départ était un petit peu bizarre. Entre 22h00 et minuit, je me préparais à ma voiture, je réglais les derniers petits points à vérifier, le matos, la nutrition, je vérifie que tout tout marche bien.</p><p>Et dans ce genre de moment-là, le temps passe très très vite. T’as l’impression de mettre une demi-heure pour rechercher ton pantalon de pluie ou autre. Mais c’était une ambiance particulière au départ, mais c’était très chouette.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>T’as pas le doute de partir ou pas ? Tu te dis pas finalement je vais pas le faire. C’est c’est complètement fou ce truc. Je ne me sens pas capable de le faire.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Non parce qu’en fait c’est c’est un truc que tu attends quand même depuis plusieurs mois, tu as trop d’excitation pour te dire, enfin pour moi en tout cas, que tu ne vas pas prendre le départ. Donc non non, je suis plutôt excité de me dire tiens je vais m’engager dans un truc qui est peut être totalement dingue auquel tu es pas totalement préparé. Mais non non, je me dis pas du tout que je ne vais pas prendre le départ, au contraire, je suis excité de de pouvoir le prendre.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Ouais, c’est ça, c’est une émotion qui est complètement mixte entre l’excitation et la peur. L’excitation d’aller affronter quelque chose de tout nouveau. Et puis la peur, parce que justement c’est nouveau.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Oui, il y a beaucoup de peurs, mais finalement par rapport au reste, il y en a un peu moins. Il y a tellement trop d’excitation et trop d’envie de vouloir prendre le départ.</p><p>Donc la peur qui est énorme, en fait elle est même minime par rapport à l’envie de vouloir partir donc non non, c’était plutôt de l’excitation. Même l’envie de partir dès 22h00 plutôt qu’attendre 00h01 où on sait que l’orage va arriver. Donc le départ, c’était plutôt un moment très sympa.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Il y a beaucoup de participants et participantes. Je crois que vous étiez plus de 300 au départ et il y a une espèce d’ambiance de fête à Hasparren à ce moment-là justement, ça crée une grosse effervescence.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Ouais c’est ça, on était 360 inscrits je crois. Et puis contrairement à pas mal de courses, c’est un départ groupé donc ça fait une grosse masse dès le départ. Le départ était donné à 00h01. Moi j’avais l’impression d’être un peu un touriste parmi une grosse bande de cyclistes qui avait l’air d’être très très prêts, très très sûr de là où ils allaient.</p><p>Et c’est marrant parce que c’est un départ groupé. Et dès le début, il y a des premiers choix stratégiques entre guillemets qui se font. Et il y a une division du groupe qui se fait entre ceux qui partent plutôt vers le littoral, et ceux qui partent plutôt vers la montagne. Et encore, même au sein de ceux qui partent vers la montagne, il y a différentes stratégies. Donc c’est assez marrant. Du coup tu commences à douter aussi un petit peu. Tu te dis tiens, il y en a plein qui partent par là. Moi dès le 10ème ou 15ème kilomètre, je sais que j’allais vers la vallée des Aldudes, mais en fait j’ai pris une petite route pour y aller alors que d’autres ont pris une route on va dire plus passante et du coup je me suis retrouvé tout seul dès le début et là je me suis dit mince. Quand tu te retrouves tout seul dès le début tu te dis mince, je n’ai peut-être pas fait le bon choix. Mais en fait j’en ai retrouvé d’autres plus tard. Les 2 premières heures se sont fait un peu au sec, parce que un des orages était passé.</p><p>Mais je savais que la pluie était en approche. Il y a une camionnette de suiveurs qui s’arrête à mon niveau, vers 02h00 du matin. On me dit prépare-toi la pluie arrive. Ça sera peut-être quand tu vas passer la frontière, en redescendant vers l’Espagne ou un peu avant. Donc je m’y attendais. Au final elle est arrivée vers 2–3 h du matin, quand je commençais à avancer dans la vallée des Aldules.</p><p>Et là, il a commencé à bien pleuvoir, je me posais quelques questions stratégiques, de savoir si je me couvre beaucoup. Est ce qu’il faut que je mange ? Et puis je trace direct parce que j’ai aucune expérience là-dedans. En plus moi j’avais pas de sur-chaussure pour me protéger de la pluie. Donc ce que j’avais, c’était des sacs poubelle.</p><p>Je fais une petite pause sous une grange vers Urepel, dans la vallée des Aldudes et j’ai enfilé mes sacs poubelles que j’ai un peu serrés avec du Chatterton et puis voilà. C’était parti. J’étais avec mes sacs poubelles aux chaussures. mon pantalon de pluie et ma veste gortex. La fin de cette première ascension, elle était un peu dantesque parce qu’il y avait du vent, de la pluie, il faisait très très froid. Enfin il faisait très froid. Tout est relatif, il faisait 5–6°, car il a fait plus froid par la suite, et avec des pourcentages de dingues, beaucoup de passages à 15%, des passages sur la fin à 18%, donc là j’ai plusieurs fois posé le pied par terre. Je me suis dit mais c’est pas possible de poser le pied par terre dès maintenant, ça va jamais pouvoir se finir. Mais en fait, tout le monde m’a dit qu’ils avaient posé le pied par terre à cet endroit là. Enfin, c’était vraiment infernal. Surtout que par endroit, il pleuvait tellement, il y avait de l’eau qui courait sur la route.</p><p>Donc c’était un début de dingue.</p><p>Et il a fait froid après, dès la descente côté espagnol, toujours de la pluie, toujours du vent. Et là je me dis waouh. Une journée compliquée s’annonce.</p><p>Dans ma tête, je m’étais dit que j’étais parti pour rouler à minima 250 km. C’était vraiment le minima pour cette première journée qui était la plus longue et je m’étais dit, si tout se passe bien, je vais rouler plus, et rapidement, j’ai revu mes plans.</p><p>J’ai revu mes ambitions en me disant, en fait je vais m’arrêter à Logroño . C’est la grosse ville, une des grosses villes vers 200–210 km. Je contourne Pampelune et là c’était du vent, de la pluie, du froid. En fait on a oscillé entre 0 degré et 6° la première journée je crois.</p><p>Et à la fin de la journée, c’était vent de face hyper fort.</p><p>C’était très compliqué. Du coup je m’arrête à Logroño et je finis cette première étape en faisant 206 km et 2800D+, donc moins que prévu, mais j’étais tout de même content.</p><p><em>Manuel :</em><br>C’était déjà une grosse journée avec la météo. Tu a pris beaucoup de pauses, parce que quand il pleut, qu’il fait froid ou qu’il y a du vent, ça use beaucoup. On a du mal à rester sur son vélo trop longtemps. Et toi, tu fais comment ? Tu t’arrêtes de temps en temps ? Tu regardes un peu ce que font les autres sur ton tracker, s’ils vont à ton rythme, s’ils s’arrêtent souvent ? Ou bien tu traces ta route sans trop y penser, sans jamais t’arrêter ?</p><p><em>Florian :</em><br>J’aurais pu regarder, oui, mais en réalité j’ai fait très peu de pauses. Il pleuvait tellement, que quand que je mettais pied à terre, c’était juste pour ajuster mon K-Way, remettre en place le sac-poubelle ou manger une compote, ou manger un bout. Mais globalement, je m’arrêtais très rarement, parce qu’à peine tu t’arrêtes, tu te refroidis. Du coup, je m’étais dit : « Non, tu continues à rouler, tu ne réfléchis pas , tu ne prend pas le temps de regarder ton téléphone, ni la trace des autres. Et finalement, ma première vrai pause c’était après 120 km, après Pampelune.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et à ce moment-là, tu roulais seul ou avec d’autres ?</p><p><em>Florian :</em><br>J’étais déjà tout seul. Dès le 10e kilomètre en fait, j’ai roulé seul… toute la première journée.</p><p><em>Manuel :</em><br>Ah ouais, c’est pas évident de rester motivé dans ces conditions.</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais…</p><p><em>Manuel :</em><br>Donc tu t’es arrêté à Logroño, c’est ça ? Et au final, t’as fait un peu moins de kilomètres que prévu. Est-ce que t’étais quand même satisfait de cette première journée ou bien t’avais un petit goût d’inachevé ?</p><p><em>Florian :</em><br>Aucun regret. J’en ai rarement, voire jamais. Franchement, j’étais plutôt satisfait. Quand je pense aux conditions que j’ai vécues, je ne me suis jamais entraîné dans ces conditions là. Je me dis que j’ai quand même bouclé plus de 200 bornes, avec pas loin de 3000 mètres de dénivelé. C’est pas rien !</p><p>Et puis bon, je me dis que c’est toujours ça de pris. Et que si tout va bien, la fin de la course sera meilleure. Donc au pire, je me rattraperai plus tard.</p><p><em>Manuel :</em><br>Ouais, je crois qu’il n’y a rien de pire à vélo, d’avoir continué, de s’être accroché, d’avoir fait quand même fait plus de 200 km dans des conditions comme ça, juste de s’arrêter pour le soir, c’est satisfaisant, peu importe le nombre de kilomètres que l’on ait fait.</p><p><em>Florian :</em><br>Tout à fait. Moi, ce soir-là, je n’avais qu’une envie : rejoindre l’hôtel que j’avais réservé dans la journée, prendre une bonne douche chaude, me mettre au chaud et me reposer, me dire que je fais une courte nuit, que je repart le lendemain très tôt, au sec j’espère, pour repartir sur une nouvelle journée.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et dans des conditions pareilles, le soir venu, tu regardes un peu la météo du lendemain ? Ou tu préfères te dire : « Je veux pas savoir, on verra bien » ?</p><p><em>Florian :</em><br>Si tu regardes forcément la météo, car ça reste un des facteurs les plus importants. D’habitude, je la regarde toujours. Là, je l’ai consultée aussi, mais sans trop m’y accrocher non plus. J’ai juste checké un site, je me rappelle même plus lequel, histoire d’avoir une idée générale. Ils annonçaient un peu de vent, du froid, peut-être même de la neige. Et c’est à peu près ce que j’ai eu le lendemain, oui.<br>Donc forcément, le réveil à 3 ou 4 heures du matin… ça demande pas mal de motivation. Surtout pour repartir sous la pluie, avec un temps bien frais.</p><p>Mais voilà, assez rapidement, je me suis retrouvé sur la route, dans des conditions similaires à la veille.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et t’as réussi à bien dormir cette nuit-là ? Tu as dormi combien de temps ?</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, c’était peut-être une de mes plus grosses nuits de toute la course. J’ai dû dormir cinq heures. Je suis resté six heures au lit, mais entre le moment où je regarde la météo, j’envoie quelques messages, s’endormir… au final, j’ai du dormir cinq heures.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et du coup, la deuxième journée… elle ne commence pas vraiment mieux côté météo.</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, je repars sous une petite pluie fine. Là, je me dis : “Bon, ça va, une petite pluie fine.” Il faisait frais, je sais plus exactement combien, peut-être 6 ou 7 degrés, mais comparé à la veille, ce n’est pas pire</p><p>Donc je commence à tracer, je sors de Logroño … et là, rapidement, je me retrouve face à une impasse sur ma trace. J’avais prévu un petit segment en gravel au début, mais en réalité, le chemin s’arrêtait net sur un champ clôturé, avec des bêtes dedans. Et là je me dis : “Aïe… si je commence déjà à galérer avec la trace, ça va être long…”</p><p>Je ne pouvais pas trop aller ni à droite ni à gauche, j’étais coincé entre deux voies rapides. Mais j’ai fini par tomber sur une piste qui faisait le tour et qui me permettait de récupérer ma route. Et là, ouf, soulagement ! J’étais content, parce que je croyais vraiment que c’était le début d’une nouvelle galère qui commençait.</p><p>Finalement, j’ai repris la route, toujours avec cette pluie fine qui m’a accompagné une bonne partie de la journée.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et l’objectif ce jour-là, c’était d’atteindre au moins le premier checkpoint, c’est ça ? Ce qu’il faut dire, c’est que la Desertus Bikus, c’est de rejoindre Almuñécar, au sud de l’Espagne, en Andalousie. Et vous devez passer par quatre checkpoints. Ce deuxième jour, tu vas atteindre le 1er checkpoint.</p><p><em>Florian :</em><br>Le premier checkpoint, en fait, il est divisé en deux parties : CP1A et CP1B. Le CP1A se trouve environ à 330 ou 335 km du départ. Entre les deux, il y a une portion chronométrée d’une soixantaine de kilomètres, pour voir qui est le plus rapide sur ce segment.</p><p>Donc l’objectif de la journée, c’était au minimum de valider ces deux checkpoints, et même pousser un peu plus loin, parce que sinon, je risquais déjà de prendre du retard sur mon planning… et surtout par rapport aux barrières horaires de la course.</p><p><em>Manuel :</em><br>Oui, parce que la course, il faut la finir en combien de temps déjà ? Sept jours maximum, non ?</p><p><em>Florian :</em><br>Même pas ! Six jours, 17h et 59minutes précisément.</p><p><em>Manuel :</em><br>Ah oui, donc encore plus court. Ce qui veut dire que pour tenir le rythme, faut viser quoi… au moins 250–260 kilomètres par jour ?</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais, c’est ça. Pour rester dans la barrière horaire, il fallait faire au minimum 210 à 220 km par jour, il me semble.</p><p><em>Florian :</em><br>Donc voilà, et pendant ce deuxième jour, au kilomètre 32 à peu près, je croise deux cyclistes : Philippe et Sébastien. Sébastien faisait aussi la course, et on a rapidement sympathisé. On a fini par rouler ensemble toute la journée, et je le recroiserai aussi un peu plus tard dans l’aventure.</p><p>Franchement, rouler avec eux sur cette deuxième journée, c’était une bouffée d’air, parce qu’en vrai, je commençais à me dire que ça allait être très long, cette journée… Il faisait froid, pas de soleil, un ciel gris, un peu de vent… Et le profil était assez similaire à la veille : plus de 200 kilomètres, autour de 3000 mètres de dénivelé.</p><p>Et en plus, on allait monter sur des plateaux où de la neige était annoncée. Donc ouais, me dire qu’on allait affronter ça à plusieurs, ça allait être plus sympa !</p><p>Du coup, on valide ensemble le CP1A. On arrive sur le site de Sad Hill, qui est magnifique, au sud-est de Burgos. Et puis on enchaîne direct vers le CP1B, qui est à une soixantaine de kilomètres de là.</p><p><em>Manuel :</em><br>C’est ce lieu de tournage du film <em>Le Bon, la Brute et le Truand</em>, non ?</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, exactement. C’est un film que j’ai vu, mais il y a très longtemps — un de ceux de Sergio Leone. Et effectivement, c’est là qu’ont été tournées certaines scènes.</p><p><em>Manuel :</em><br>Donc des décors de film.</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais, c’est ça. C’est un ancien décor, avec un cimetière reconstitué, entouré de steppes, de falaises… un environnement assez sauvage et très particulier, mais vraiment magnifique.</p><p>On y accède par une piste, donc à ce moment-là on quitte complètement le bitume. Et on arrive dans ces paysages assez extraordinaire, particulier et très chouette.</p><p>Ensuite, après le CP1A, on file ensemble vers le CP1B, toujours avec Sébastien et Philippe.</p><p>Et puis après le CP1B, on met le cap sur la ville où on avait prévu de dormir. Les 20 derniers kilomètres se font sur du plat, et là c’était hyper agréable : on roulait à 30 km/h, on se disait “enfin on avance”</p><p>On termine la journée assez tard, vers 20h30 je crois. Et au final, ce jour-là, on a fait 221 kilomètres et 2850 mètres de dénivelé positif.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Et dans le désert que vous venez de traverser, c’est c’est des grands déserts ? Je veux dire, est ce que c’est facile de trouver de quoi se ravitailler en nourriture et aussi en boisson ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Ouais alors celui-ci c’est pas vraiment un désert à proprement dit. On en, on en traversera plus tard dans la course.</p><p>C’est une région assez montagneuse, plutôt aride, mais on ne peut pas vraiment parler de désert. Cela dit, on traverse quand même pas mal de villages. Ils sont plus ou moins espacés, mais régulièrement, on tombe sur un bar ouvert. C’est assez typique en Espagne, tu trouves souvent un petit bar dans les villages où tu peux prendre un café, grignoter des tapas, boire un truc frais…</p><p><em>Manuel :</em><br>Et donc ce 2e jour, vous terminez à El Burgo de Osma, si je ne me trompe pas.</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, c’est bien ça. Avec Sébastien et Philippe, on n’avait pas réservé d’hôtel pour cette nuit-là. On espérait juste tomber sur quelque chose en arrivant. Et coup de chance : dès qu’on entre dans le village, on tombe sur la rue principale, on voit un hôtel, une personne en sort… On se dit “allez, on tente”. Et là, on tombe sur le gérant qui nous dit “pas de souci, y’a de la place”. En cinq minutes, on était installés. C’était parfait.</p><p><em>Florian :</em><br>Et ce qui est top en Espagne, c’est que les hôtels acceptent super facilement qu’on entre les vélos à l’intérieur. Que ce soit dans une pièce à part ou carrément dans les chambres, on peut s’installer rapidement, et ça c’est cool.</p><p><em>Manuel :</em><br>J’imagine que vos vélos sont hyper sales?</p><p><em>Florian :</em><br>Un peu, mais franchement, pas tant que ça. On roule pas mal sur la route, donc à part un peu de boue, ça reste assez propre. Les routes ne sont pas trop crades, donc ça passe.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et le lendemain matin, vous repartez ensemble ou chacun fait sa route ?</p><p><em>Florian :</em><br>Alors justement, c’est à ce moment-là qu’on se sépare. Eux ont choisi une trace plus courte pour rejoindre le CP2. Moi, j’ai préféré une option un peu plus roulante, même si ça rallongeait un peu. Entre El Burgo de Osma et le CP2, t’as quasiment 600 km, donc forcément, chacun cherche un compromis. Moi j’ai pris une trace avec 30 ou 40 km de plus, mais avec 1000 mètres de dénivelé en moins. <br>On s’est donc quittés ce 3e jour, mais avant de partir, on s’est dit “allez, le premier qui arrive au CP2 paie la bière”. On savait qu’on allait y arriver dans deux jours et demi, donc on verra bien qui a pris la meilleure option !<br>On est partis ensemble, vers 4–5 heures du matin, on fait quelques kilomètres ensemble et puis du coup on se quitteau bout d’une heure.</p><p>Et moi j’arrive le soir même au bout de 208 km et 1800D plus je crois, j’arrive au à Monreal del Campo.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Et là quand tu arrives à Monreal Del campo tu n’as pas fait le kilométrage que tu avais prévu au départ parce que tu aurais voulu terminer la Desertus en 6 jours et du coup tu prends un petit peu de retard sur ce planning là. Est ce que ça t’inquiète ou est ce que comme tu l’as dit tout à l’heure tu as pas de regret et puis tu avances de toute façon.</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais, non, ça m’inquiète pas en fait. À la base, j’avais prévu un plan sur six jours, avec des étapes à 230, 240 km par jour. Mais là, je vois que je suis plutôt sur des moyennes de 210 km par jour. Donc je me dis : « Ben non, c’est pas grave, je le ferai pas en six jours mais en sept. » Je reste dans les limites possibles, donc c’est ok.<br>Roulant avec Philippe et Sébastien, eux m’avaient dit de toute façon qu’ils comptaient le faire sur sept jours. Et vu leur rythme, je savais que je roulais à peu près comme eux. Donc j’ai revu mes plans, je me suis dit : « Bon, ben je vais faire ça en sept jours, c’est pas un souci. »</p><p><em>Manuel :</em><br>Et cette journée-là, tu la fais tout seul parce qu’eux ont pris un autre itinéraire. Mais est-ce que tu recroises d’autres participants ou participantes sur ton trajet à toi ?</p><p><em>Florian :</em><br>Très peu, en fait. J’ai juste croisé une participante vers la fin. Mais sinon, non, pas trop. C’était une trace que peu de gens avaient empruntée. La plupart ont choisi de couper à travers. Donc ouais, j’étais un peu tout seul.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et justement, le fait d’être seul, ça t’a pas démotivé ? T’as pas trouvé le temps trop long sur le vélo ?</p><p><em>Florian :</em><br>Pas du tout. Moi, ça me dérange pas d’être tout seul et de rouler en solo. Non, non, j’étais bien sur mon vélo, tranquille, à mon rythme. C’était très bien, en fait.<br>C’était un peu une journée de transition. Il y avait pas mal de vent, mais les conditions étaient plus sèches, et les températures aussi un peu plus clémentes. Je crois qu’on a atteint les 11 °C sur cette troisième journée, donc mieux que les deux premières.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et ensuite, tu arrives au quatrième jour. Là, le temps commence clairement à s’améliorer, non ?</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, enfin… disons qu’il commence à s’améliorer sur la fin de l’étape. Le soir du troisième jour, je regarde la météo pour le lendemain. Moi, je m’étais dit : « Bon, à partir de demain, il fait beau. On va vers le sud, donc ça va s’améliorer forcément. »<br>Mais en fait, les prévisions étaient pas du tout comme ça. Ils annonçaient encore de la pluie.<br>Donc je me réveille à 3 h du matin en me disant : « Je vais faire une grosse journée. » Je pars à 4 h, tranquillement, et je prévois de faire 250 bornes.<br>Mais à 3 h, j’entends la pluie tomber dehors, c’était vraiment le déluge, pire que le premier jour. Et je me dis : « Non, là, c’est pas possible. » Je commence à réfléchir à un plan de rapatriement, voire à abandonner.<br>Je m’étais dit qu’à partir d’aujourd’hui, il ferait meilleur… et là, ça continue comme ça. C’est vraiment dur.<br>Alors je décide d’attendre une heure de plus, et on verra bien quel temps il fera dans 1 heure.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et tu arrives à faire sécher tes vêtements la nuit, quand même ?</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais. La première nuit dans l’hôtel, il y avait des radiateurs, donc j’ai pu faire une petite lessive rapide et sécher ma tenue du jour, pour quelle soit sèche le lendemain.<br>Mais les autres nuits d’hôtel, il n’y avait pas de radiateurs. Donc je me suis dit : « Tant pis, je fais pas de lessive. »<br>Je gardais ma tenue du jour pour le lendemain. Je la mettais à sécher à l’air libre. Elle était pas trop humide, sauf la veste Gore-Tex ou le pantalon de pluie. Mais la tenue en elle-même, elle allait, elle avait un peu séché dans la nuit. Donc ça passait.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et le quatrième jour, tu m’as dit que t’avais vu des animaux ?</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais ! Du coup, je pars à 4 h au lieu de 3 comme prévu. Et il pleut toujours quand je pars de Monreal del Campo.<br>Je file direction Teruel, à travers la grande plaine, j’ai 50 km à traverser sous une petite pluie fine.<br>Au bout de 20–30 km, je roule, c’est tout droit, tranquillement,entre 20 et 25 km/h, je m’échauffe.<br>J’ai ma lumière de vélo allumée, et aussi ma frontale. J’aime bien, la nuit, regarder à droite à gauche ce qui se passe.<br>Et à un moment, avec la lumière du vélo, je vois un truc bouger dans un des champs, pas très loin.<br>Au début, je fais pas gaffe, et puis je me dis : « Tiens, je vais quand même regarder ce que c’est. » Je tourne la tête avec la frontale, et là… c’était un loup. Je suis quasiment sûr.<br>C’est un animal que j’espère voir depuis des années. Il y en a autour de chez moi, mais c’est impossible à apercevoir.<br>Et là, gros coup de bol ! Il trottinait dans le champ. Il m’a même pas regardé. Je pense qu’il savait que j’étais là, mais il a rien fait. Il s’est juste un peu écarté.<br>On a roulé côte à côte pendant quelques secondes… je sais pas combien de temps exactement. C’était génial.</p><p><em>Manuel :</em><br>Vraiment cool comme rencontre.</p><p><em>Florian :</em><br>Ouais, c’est ce genre de bête que tu cherches à voir, et que tu vois jamais. Et en fait, faut pas l’attendre. Il faut juste que ça tombe au bon moment.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et donc on arrive au cinquième jour…</p><p><em>Florian :</em><br>Oui. Donc à la fin du quatrième jour, le temps commence à aller mieux. J’ai fait 232 km, 1700 m de D+.<br>Et le lendemain, cinquième jour, là c’est vraiment le jour du changement.<br>Parce que ce jour-là, j’ai toutes les conditions possibles.<br>Je pars avec du brouillard, et au bout de 2–3 km, je suis déjà trempé. Il fait très froid.<br>Je pars du petit village de Ayora, j’ai un premier col à passer, je suis dans le brouillard, trempé, il fait 2 °C. Et franchement, c’est le moment où j’ai eu le plus froid de toute la course.<br>Plus froid qu’au départ. Je descends le dernier col en fin de nuit, début de matinée, toujours trempé. J’ai vraiment très très froid. Et ce que je savais pas, c’est que 2–3 heures après, j’allais être en plein soleil, à 30 °C, en Andalousie.<br>Et là il y a eu un changement radical.<br>Je passe le village de Yecla, et je me retrouve en Andalousie dans une zone très chaude et très sèche. Et là, j’arrive enfin au CP2, dans le désert de Mahoya, près de Murcia.<br>Je prends le temps de regarder le traceur GPS pour voir où sont Sébastien et Philippe, que j’avais laissés trois jours plus tôt, pour savoir qui paierait la bière à l’arrivée.<br>Et je découvre que je suis passé… 15 minutes avant eux.<br>C’était génial, parce qu’on avait pris des traces totalement différentes. Et au bout de trois jours, on se retrouve à 15 minutes d’écart !</p><p><em>Manuel :</em><br>Ça c’est vraiment incroyable !<br>Vous avez fait combien de kilomètres chacun de votre côté ? Presque 350 à 400 km, non ?</p><p><em>Florian :</em><br>Un peu plus pour moi. J’ai fait environ 550 km avec un peu plus de 4000 m de D+.<br>Eux ont fait un peu moins, 510 km peut-être, mais avec 5500 m de dénivelé, je crois.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et à ce moment-là, vous vous êtes pas retrouvés ? T’es passé avant eux, et tu les as laissés derrière ?</p><p><em>Florian :</em><br>Non, je les ai pas vus, parce que je savais pas encore que j’étais passé avant eux.<br>J’ai continué ma route. Dans le désert de Mahoya, j’ai pris 20 minutes pour faire quelques photos, profiter un peu du paysage, car c’était vraiment magnifique. Très aride, très sec, très dénudé.<br>Et je voulais continuer pour faire une bonne journée.<br>Il faisait vraiment chaud, plus de 30 °C sur le vélo ce jour-là, mais ça faisait du bien au moral.<br>C’était un changement radical. Tu te dis : « Enfin il fait plus froid, on peut avancer plus. »<br>Mais bon, c’était sans compter les premiers ennuis.<br>Parce qu’à la fin de cette journée-là, j’ai commencé à avoir très très mal aux cervicales, au point que je pouvais même plus lever la tête sur le vélo.<br>J’arrivais plus à rouler avec les mains sur le bas du cintre, c’était super compliqué.<br>Mais le truc chouette, c’est que j’ai retrouvé Sébastien 20–30 km avant la fin de la journée.<br>On a roulé ensemble jusqu’à Totana.<br>C’était la plus courte étape pour moi : 186 km, 1250 m de D+.</p><p><em>Manuel :</em><br>À ce moment-là, ouais, ça aide beaucoup de ne pas être seul, surtout quand les douleurs arrivent ou que le mental commence à flancher un peu. Juste le fait de discuter en pédalant, ou de voir quelqu’un devant soi, ça motive beaucoup.</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, surtout que là je crois que je commençais à avoir mal parce que mon corps devait un peu se relâcher avec la chaleur. J’avais passé quatre jours à être crispé sur mon vélo, et je pense que le relâchement a déclenché ce blocage dans les cervicales. Mais retrouver du monde pour rouler ensemble, c’est toujours agréable. Moi, rouler seul, ça me dérange pas du tout, je peux le faire plusieurs jours. Mais savoir que de temps en temps, t’es accompagné, que tu peux échanger, dire des bêtises ou parler d’autre chose, c’est chouette.</p><p><em>Manuel :</em><br>Oui, le temps passe plus vite comme ça. Et toi, quand t’es sur ton vélo, tu écoutes de la musique, des podcasts, ou tu roules sans rien dans les oreilles ?</p><p><em>Florian :</em><br>J’avais tout prévu : musique, podcasts… et finalement, j’ai presque rien mis. Le premier jour, j’étais dans ma course, donc pas d’écouteurs. Le deuxième, j’étais avec Philippe et Sébastien, donc on discutait pas mal. J’ai dû les mettre un peu à partir du troisième jour… mais pas beaucoup. C’était surtout de la musique. En fait, je profitais vachement de l’ambiance sonore autour, j’écoutais pas mal les oiseaux. Donc finalement, beaucoup moins de musique que je ne pensais.</p><p><em>Manuel :</em><br>Parce que t’as entendu beaucoup d’oiseaux au bord de la route ?</p><p><em>Florian :</em><br>Ah oui, c’est génial ! En Espagne il y a des cortèges d’oiseaux, qui sont assez fabuleux, qu’on n’a pas forcément chez nous, et avec une belle densité selon les milieux. C’est vraiment extraordinaire. Beaucoup de diversité, des alouettes, des fauvettes, des bruants, c’était génial. Franchement, il y avait vraiment de quoi écouter au bord des routes.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et donc, ça c’était le cinquième jour. Et le sixième ? Tu te réveilles avec toujours mal au cou ?</p><p><em>Florian :</em><br>Quand je me réveille j’ai très mal au cou. J’avais anticipé, je me suis dit que j’allais me lever à 2h, avant les autres, pour prendre un peu d’avance, sachant que je pourrais pas rouler normalement. Finalement, je me lève à 3h et je pars un peu avant 4h. Et tout de suite, les douleurs au cou reviennent. Je dois m’arrêter toutes les quinze minutes pour me masser et essayer de détendre un peu tout ça. Je repars, ça revient, je m’arrête… Donc j’avance vraiment très lentement. Et je me dis que la journée va être longue.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et pourtant, sur Strava, tu fais quand même 194 km ce jour-là ?</p><p><em>Florian :<br></em>Oui, 194 km et 2100 mètres de D+. Mais honnêtement, c’était sans doute la journée la plus difficile. J’étais vraiment en souffrance. Je pouvais pas rouler avec les mains en bas du cintre, ni sur les cocottes, ni lever la tête. En descente, je roulais avec une main au fond du cintre et une main sur le prolongateur, assis sur le cadre. Une position très limite, un peu dangereuse même.<br>C’était très compliqué. Heureusement, ce jour-là, j’ai croisé deux autres participants : Michel et Caroline. Ils étaient plein de bons conseils. Michel avait plein d’anecdotes, c’était sympa de discuter avec lui. C’est un cycliste belge, très expérimenté. Le temps est passé plus vite. On échangeait sur nos parcours, nos galères, nos ressentis. Ça faisait du bien.</p><p>Mais ils roulaient un peu plus vite que moi, donc je les laisse partir. Je passe alors le CP3, à l’entrée du désert de Tabernas. Je roule lentement, donc je regarde un peu derrière moi pour voir si Sébastien me rattrape. Et je vois que les deux heures d’avance que j’avais prises ont fondu… Il me rattrape.</p><p>On entame ensuite le désert de Tabernas, avec les premières grosses montées vers le nord de la Sierra Nevada. J’étais toujours en souffrance sur le vélo, obligé de garder cette position inconfortable, les mains sur les repose-coudes. On grimpe une ascension de 550 m de D+ où j’ai roulé comme ça. Heureusement je l’ai fait en partie avec lui, et en partie avec Michel et Caro. Je termine la journée très fatigué… mais paradoxalement, le moral était super bon, même mieux que les jours précédents.</p><p>Physiquement, les jambes étaient toujours là, pas de courbatures. J’avais l’impression de pouvoir rouler sans fin. On s’arrête à Abla, un petit village au nord de la Sierra Nevada. Là c’était assez sympa, mais je commence à me dire que j’ai vraiment très mal, et que je ne suis pas sur de pouvoir repartir le lendemain. Mais je mets ça de coté, et je prendrai une décision au réveil le lendemain. On est dans une petite auberge, l’ambiance était un peu particulière, il y avait des ouvriers qui soudaient dans l’hôtel et dans le resto. Et je retrouve Philippe et Sébastien à cet hôtel-là. C’est drôle parce qu’on avait pas du tout les mêmes plans, et on se retrouve au même endroit, à quelques kilomètres près.</p><p><em>Manuel :</em><br>C’est qu’il n’y a pas beaucoup d’hôtels sur la route, ou c’est vraiment du hasard ?</p><p><em>Florian :</em><br>Il y en a, mais c’est un peu du hasard, ouais. Il y a quand même quelques options, mais on aurait très bien pu s’arrêter ailleurs.</p><p>Donc voilà, on passe la soirée à Abla, on se couche tôt. Moi, je mets le réveil à 3h, en me disant : on verra comment je me sens demain matin.</p><p>Et là, je me réveille… encore plus mal que la veille. Vraiment très très mal. Je me dis : c’est pas possible. Je peux pas refaire une journée comme hier. C’est trop dangereux, et j’ai trop mal. Surtout que cette dernière journée, c’était quasiment 3000 m de dénivelé en descente. Je me voyais pas descendre. Donc j’ai préféré arrêter là.</p><p>Il me restait 170 km sur les 1420 prévus, mais pour moi, l’aventure, je l’avais vécue. Je voulais revenir avec le sourire, pas me blesser. J’avertis l’organisateur, Yvan, que je m’arrête, et je commence à chercher un moyen de transport pour revenir à l’arrivée, à Almuñécar .</p><p>Le responsable de la pension me dit que faire de l’auto-stop avec un vélo, ça va être compliqué. Il me propose de laisser le vélo chez lui et de le renvoyer par la poste, mais je voulais pas. Donc je commence à faire du stop… j’attends 5–6 heures avant qu’une voiture s’arrête !</p><p>Un Argentin me prend avec le vélo. Il me dit qu’en Argentine, on prend souvent les auto-stoppeurs, plus qu’en Espagne. Il m’emmène 15 km plus bas. Puis je refais du stop, et un autre Argentin me prend jusqu’à côté d’Almería. De là, je prends un taxi jusqu’au point d’arrivée. Au final, j’arrive à peu près à la même heure que si j’avais terminé à vélo !</p><p><em>Manuel :</em><br>Mais tu n’as aucune amertume. Comme tu dis, tu as quasiment tout fait, plus de 1200 km. C’était ta première expérience en ultra à vélo, et tu arrives quand même à l’arrivée. Il y en a qui doivent abandonner au milieu du parcours, et qui rentre chez eux directement, sans rallier l’arrivée. Toi tu as pu vivre quand même la ligne d’arrivée.</p><p><em>Florian :</em><br>Exactement. Je voulais voir ce que c’était ce genre d’épreuve. J’ai fait 1250 km sur les 1400, donc pour moi, j’ai quasiment tout fait. Et plusieurs personnes m’ont dit : pour nous, t’as terminé, c’est juste que t’as pas pu faire la dernière étape. Aucun regret. C’était une expérience dingue, une course folle sur plein d’aspects. Plein d’observations naturalistes aussi, ce qui me plaît beaucoup. Et surtout, ça me donne envie de recommencer.</p><p>Peut-être pas en 2025, parce que l’année est déjà bien remplie, notamment côté trail. Mais pourquoi pas en 2026, refaire un ultra de plus de 1000 km à ce rythme-là. Ça me plairait énormément.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et ce serait toujours en complément du trail ?</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, je garde les deux. Je pense même que c’est super complémentaire. Cette course, même si je ne l’ai pas terminée, elle va m’aider pour les épreuves de trail à venir. J’ai les jambes prêtes à courir ! Je vais vite reprendre, parce que les échéances arrivent.</p><p>Donc oui, je referai sûrement un ultra vélo l’an prochain, un format 1000 bornes, en complément de la course à pied.</p><p><em>Manuel :</em><br>Et ta prochaine course trail, c’est quand ?</p><p><em>Florian :</em><br>Fin mai, au Pays basque : le Euskaltrail, 65 km en duo, avec 4000 m de D+. Puis un mois plus tard, le Grand Trail de la Vallée d’Ossau en relais, je ferai 39 km avec 2350 m de D+. Et ensuite, fin août, le Grand Raid des Pyrénées. Je ferai le Tour des Cirques : un peu plus de 120 km et 7500 m de D+.</p><p><em>Manuel :</em><br>Ah ouais, donc tu vas continuer à rouler entre ces courses ?</p><p><em>Florian :</em><br>Oui, je vais continuer à rouler à vélo, moins que ce début d’année, mais le vélo reste intégré à ma préparation trail. Donc oui, je vais continuer à rouler dans les prochains mois.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Ouais, c’était super de d’entendre parler de cette expérience.</p><p>De nous avoir raconté tout ce que tu avais vécu pour cette première aventure en ultra à vélo, c’était vraiment chouette. Je te remercie beaucoup d’être venu. Est ce que tu as envie de rajouter quelque chose ?</p><p><em>Florian :</em></p><p>Non non, c’était très chouette de partager cette expérience et hâte d’en découvrir d’autres. Et puis hâte d’écouter les prochains podcasts sur les nouvelles expériences de ce type-là.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Ouais, moi j’espère que l’année prochaine on aura l’occasion de réenregistrer un épisode sur ta, sur ta prochaine aventure à vélo.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Ouais, avec plaisir.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Bon Ben merci beaucoup, je te souhaite une bonne fin de journée.</p><p><em>Florian :</em></p><p>Merci à toi, à très bientôt.</p><p><em>Manuel :</em></p><p>Merci encore à Florian d’être venu sur le podcast pour partager cette aventure.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=2ffa2f90963e" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Die Desertus Bikus von Florian]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[Manuel Doré]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 12 May 2025 17:49:16 GMT</pubDate>
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            <content:encoded><![CDATA[<figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*n4vsPJneoFuTriJhI7T7_w.jpeg" /></figure><p>17. Episode des Podcasts Croissant Croissant</p><iframe src="https://cdn.embedly.com/widgets/media.html?src=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fembed%2Fepisode%2F5JbsKK6ZFgUjn3PvyeJpAu%3Futm_source%3Doembed&amp;display_name=Spotify&amp;url=https%3A%2F%2Fopen.spotify.com%2Fepisode%2F5JbsKK6ZFgUjn3PvyeJpAu&amp;image=https%3A%2F%2Fimage-cdn-ak.spotifycdn.com%2Fimage%2Fab67656300005f1f55420e4d99eae8a8de8c306f&amp;type=text%2Fhtml&amp;schema=spotify" width="456" height="152" frameborder="0" scrolling="no"><a href="https://medium.com/media/6ea120f1548b9ad6d4d9adcb1ec33f0e/href">https://medium.com/media/6ea120f1548b9ad6d4d9adcb1ec33f0e/href</a></iframe><p>Heute ist eine besondere Folge, denn zum ersten Mal habe ich einen Gast. Und dazu ist es noch ein besonderer, weil es mein Bruder ist.</p><p>Dieses Gespräch wurde ursprünglich auf Französisch geführt. Nach einer Übersetzungarbeit ins Deutsche hat Andrea den Text sprachlich etwas vereinfacht. Wir führen das Interview nun noch einmal auf Deutsch. Ich spreche meine Rolle, und Andrea wird den Teil von Florian sprechen.</p><p>Hallo Florian, wie geht es dir?</p><p>Florian :</p><p>Adios an alle. Es geht mir sehr gut.</p><p>Manuel :</p><p>Ich frage dich wie es dir geht, weil vor einer Woche warst du auf deinem Fahrrad unterwegs. Du hast am Desertus Bikus teilgenommen. Und ich habe dir angeboten, hier über deine Erfahrungen zu berichten.</p><p>Aber bevor wir beginnen, kannst du dich kurz vorstellst?</p><p>Florian :</p><p>Ich bin Florian. Ich bin 40 Jahre alt und lebe im Ossautal, in den französischen Westpyrenäen, in einem kleinen Dorf in der Nähe des Passes «Col de Marie-Blanque». Dieser Pass ist in der Gegend berühmt. Marie Blanque haben wir auch einen Geier getauft, der in unserem Tal lebt.</p><p>Ich interessiere mich für die Erforschung und den Erhalt der Artenvielfalt. Den grössten Teil meiner Freizeit verbringe ich in den Bergen, um Tiere und Pflanzen zu beobachten oder mich auszupowern, durch Trail Running, Wandern oder Radfahren.</p><p>Manuel :</p><p>Und in den Bergen des Ossautals gehst Du normalerweise laufen, richtig?</p><p>Florian :</p><p>Ja genau. Ich bin vergleichsweise spät zum Radfahren gekommen. Früher habe ich meistens Wanderungen gemacht. Seit fünf Jahren mache ich mehrheitlich Trailrunning. Das heisst, ich laufe oder gehe schnell durch die Berge.</p><p>Manuel :</p><p>Dieses Jahr hast du am Desertus Bikus teilgenommen, einem Velorennen. Es war deine erste Erfahrung mit einem Fahrrad-Ultra. Warum hast du dich dafür angemeldet?</p><p>Florian :</p><p>Ja, es war meine erste Erfahrung mit dem Ultra-Radfahren. Bisher habe ich nur ab und zu längere Touren von 200- 250 km gemacht.</p><p>Ich mag lange Anstrengungen mit geringer Intensität. Nachdem ich das Trailrunning 2019 entdeckt habe, habe ich die Dauer der Läufe schnell verlängert. Nach sechs Monaten habe ich meinen ersten Marathon in den Bergen gemacht. Ich erinnere mich sehr gut daran. Es war der «Gotorlekuen Itzulia» im Baskenland im März 2020.</p><p>Seither laufe ich etwa zehn oder zwölf Rennen pro Jahr mit verschiedenen Längen. Am meisten Spass machen mir Läufe ab 40 km. Ich bin mehrere Läufe über 60, 70 oder 80 km mit mehr als 5000 Metern Höhenunterschied gelaufen. Der längste bis jetzt war 112 km lang.</p><p>Ultra-Trail ist ziemlich neu für mich. Aber es gefällt mir sehr gut. Mit dem Radfahren habe ich angefangen, weil ich beim Trailrunning leichte Schmerzen in den Knien hatte. Es wurde mir empfohlen, Fahrrad zu fahren. Ich hatte schon vorher Spass am Radfahren, aber ich fuhr sehr wenig. Ich bin auf den Geschmack gekommen und das hat sich auch auf den Trail positiv ausgewirkt.</p><p>Manuel :</p><p>Und das alles führt dich zum Desertus Bikus, der am Samstag, 19. April gestartet ist. Der Start war eine Minute nach Mitternacht.</p><p>Florian :</p><p>Ja, das ist richtig. Ich kannte dieses Rennen. Ich hatte mich ein wenig mit Ultra-Cycling beschäftigt und mich schon seit über einem Jahr für dieses Rennen interessiert. Ich war aber nie bereit, mich für diese Art von Rennen anzumelden. Dann habe ich letzten Herbst erfahren, dass Startnummern verlost werden. Und ich dachte mir: «Das ist die Gelegenheit, warum nicht? Es ist eine tolle Herausforderung. Wenn ich ausgelost werde, dass es der richtige Zeitpunkt ist. Ich muss dann einfach gehen.» Ich meldete mich zusammen mit einer Freundin bei der Verlosung an.</p><p>Ich wurde nicht ausgelost, aber meine Freundin. Sie hat dann nicht teilgenommen und hat mir ihre Startnummer gegeben. Ich hatte keine andere Wahl, als bei diesem Rennen zu starten. Also startete ich am 19. April eine Minute nach Mitternacht. Die Stimmung am Startpunkt war ruhig.</p><p>Mit meiner Begleiterin Bialane habe ich meinen Tracker abgeholt. Ich habe mich schon gefragt, was ich eigentlich hier mache. Alle Menschen, die ich sehe, schienen sehr wohl und entspannt zu sein.</p><p>Ich unterhielt mich mit einigen: Die meisten hatten schon viel Erfahrung im Radfahren und Ultra-Radfahren gesammelt.</p><p>Wir gehen noch im Restaurant essen. Mir wird langsam klar, worauf ich mich einlasse und ich flippe ein wenig aus. Vor allem, als ich das Wetter draussen sehe. Es wird immer grauer. Sehr bedrohlich. Und ich weiss, dass ich eine schlaflose Nacht vor mir habe. Mit dem schwarzen Himmel. Und Gewitter, die sich ankündigen. Es war ein bisschen gruselig. Aber in all dem gab es immer noch das Ballett der Mauersegler. Sie flogen durch die Strass en. Eine Stimmung, die ich mag und die mich ein wenig beruhigt hat.</p><p>Die Zeit vor der Abfahrt war etwas seltsam. Zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht bereitete ich mich in meinem Auto vor, erledigte die letzten kleinen Dinge. Ich musste überprüfen, ob der Proviant und Ausrüstung in Ordnung waren. In solchen Momenten vergeht die Zeit sehr, sehr schnell. Es kommt dir vor, als würdest du eine halbe Stunde brauchen, um deine Regenhose oder etwas anderes zu suchen.</p><p>Es war eine besondere Atmosphäre, aber es war sehr schön.</p><p>Manuel :</p><p>Hast du keine Zweifel, ob du gehen sollst oder nicht? Du denkst nicht: «ich sollte das nicht tun. Das ist doch total verrückt. Ich kann das nicht.»?</p><p>Florian :</p><p>Es ist etwas, worauf du schon seit mehreren Monaten wartest. Und du bist zu aufgeregt, um zu sagen, dass du nicht an den Start gehen wirst. Zumindest für mich ist das so. Ich bin aufgeregt. Weil ich denke, dass ich mich auf etwas einlassen werde, das vielleicht total verrückt ist und auf das ich nicht ganz vorbereitet bin. Aber ich denke nicht, dass ich nicht an den Start gehen werde.</p><p>Manuel :</p><p>Ja, genau. Es ist ein Gefühl zwischen Aufregung und Angst. Die Aufregung, weil man ie Angst, weil es neu ist.</p><p>Florian :</p><p>Ja, es gibt viele Ängste. Aber man ist zu aufgeregt und zu ungeduldig an den Start zu gehen.</p><p>Die Angst ist riesig. Im Vergleich mit dem Wunsch zu starten, ist sie minimal. Nein, es war eher Aufregung. Ich hatte schon um 22 Uhr Lust loszufahren. Ich wusste, dass das Gewitter kommt. Die Abreise war also ein sehr schöner Moment.</p><p>Manuel :</p><p>Es gibt viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen. Ich glaube, es waren mehr als 300 Personen am Start. Und am Startort, der Gemeinde «Hasparren» herrscht zu dieser Zeit eine Art Feststimmung.</p><p>Florian :</p><p>Ja, das stimmt. Wir hatten 360 Anmeldungen, glaube ich. Und im Gegensatz zu vielen anderen Läufen ist es ein Massenstart, so dass es von Anfang an eine grosse Masse ist. Der Start erfolgte um 00:01 Uhr. Ich fühlte mich wie ein Tourist in einer grossen Gruppe von Radfahrern. Sie schienen sehr gut vorbereitet und sehr sicher zu sein.</p><p>Und es ist lustig, weil es ein Massenstart ist. Von Anfang an gibt es erste strategische Entscheidungen, die getroffen werden. Die Masse spaltet sich in Gruppen. Es gibt diejenigen, die eher an die Küste fahren, und diejenigen, die eher in die Berge fahren. Und selbst innerhalb derjenigen, die in die Berge gehen, gibt es unterschiedliche Strategien. Es ist also ziemlich lustig.</p><p>Du beginnst auch ein wenig zu zweifeln. Die siehst, dass viele in eine Richtung gehen. Ich wusste ab dem 10. oder 15. Kilometer, dass ich eine andere Strasse nehme. Ich war in Richtung des Tals von Aldudes unterwegs. Dafür habe ich eine kleine Strasse genommen. Die meisten Anderen haben eine andere und verkehrsreichere Strasse genommen haben. Ich war von Anfang an allein. Ich dachte, dass das nicht gut war. Wenn man von Anfang an allein ist, denkt man, dass man vielleicht nicht die richtige Wahl getroffen habe. Aber tatsächlich habe ich später noch andere getroffen. Einer der Stürme war vorbeigezogen. So fuhren wir die ersten zwei Stunden im Trockenen.</p><p>Aber ich wusste, dass der Regen kommt. Gegen 02:00 Uhr morgens hält ein Begleitfahrzeug auf meiner Höhe. Sie sagen mir, dass ich mich vorbereiten soll, der Regen kommt. Der Regen komme wahrscheinlich bevor ich die Grenze nach Spanien überquere Grenze oder kurz davor. Ich hatte also damit gerechnet. Einige Zeit später, als durch das Aldules-Tal fuhr, war er da.</p><p>Es fing an richtig zu regnen. Ich fragte mich: sollte ich mehr anziehen? Muss ich etwas essen? Und dann habe ich einfach losgelegt. Ich habe ja keine Erfahrung damit. Ich hatte auch keine Überschuhe, um mich vor dem Regen zu schützen. Ich hatte nur Müllsäcke.</p><p>Ich machte eine kleine Pause unter einer Scheune in Richtung Urepel im Tal der Aldudes. Ich zog meine Müllsäcke über die Schuhe und befestigte sie mit einem Isolierband. Dann ging es los. Ich trug meine Müllsäcke, meine Regenhose und meine Gortex-Jacke. Das Ende dieses ersten Aufstiegs war ein bisschen dramatisch: es war windig, es regnete und es war sehr, sehr kalt. Na ja, es war sehr kalt. Alles ist relativ, es waren 5–6 °C. Später wurde es kälter. Und die Steigungen waren verrückt. Es gab viele Passagen mit 15 %, am Ende sogar mit 18 %, so dass ich mehrmals den Fuss auf den Boden gesetzt habe. Ich habe mir gesagt, dass es nicht möglich ist, jetzt schon den Fuss auf den Boden zu setzen. Aber tatsächlich haben mir alle gesagt, dass sie an dieser Stelle den Fuss auf den Boden gesetzt haben. Ich meine, es war wirklich höllisch. Vor allem, weil es an manchen Stellen so stark regnete, dass das Wasser über die Strasse lief.</p><p>Es war ein verrückter Anfang.</p><p>Und danach wurde es kalt. Schon beim Abstieg auf der spanischen Seite: immer Regen, immer Wind. Und dann denke ich: Wow! Ein komplizierter Tag steht bevor.</p><p>In meinem Kopf hatte ich mir gesagt, dass ich mindestens 250 km fahren wollte. Das war das absolute Minimum für den ersten Tag. Der erste Tag war der längste. Wenn alles gut geht, würde ich mehr fahren.</p><p>Ich habe meine Ambitionen revidiert und mir gesagt, dass ich in Logroño anhalten werde. Das ist eine grosse Stadt, etwa 200–210 km entfernt. Ich umrundete Pamplona. Dort war es windig, regnerisch und kalt. Tatsächlich schwankten wir am ersten Tag zwischen 0 Grad und 6 Grad, glaube ich.</p><p>Und am Ende des Tages herrschte ultrastarker Gegenwind.</p><p>Es war sehr kompliziert. Ich hielt in Logroño an und beendete die erste Etappe mit 206 km und 2800 Höhenmeter, also weniger als erwartet, aber ich war trotzdem zufrieden.</p><p>Manuel :</p><p>Es war schon ein grosser Tag mit dem Wetter. Man macht viele Pausen, weil wenn es regnet, kalt oder windig ist, wird man schneller müde. Es fällt schwer, zu lange auf dem Fahrrad zu sitzen. Wie machst du das? Hältst du ab und zu an? Schaust du dir auf deinem Tracker an, was die anderen machen? Ob sie in deinem Tempo fahren? Ob sie oft anhalten? Oder gehst du deinen Weg, ohne viel darüber nachzudenken oder anzuhalten?</p><p>Florian :</p><p>Ich hätte auf dem Tracker schauen können. Aber ich machte nur sehr wenige Pausen. Es regnete so viel, dass ich nur anhielt, um meine Jacke zurechtrücken, den Müllsack wieder zu richten oder etwas zu essen. Allgemin hielt ich sehr selten an. Sobald du anhältst, kühlst du ab. Daher sagte ich mir: “Nein, du fährst einfach weiter. du denkst nicht nach. Du schaust nicht auf Dein Handy oder wo die anderen sind. Und dann war meine erste richtige Pause nach 120 km, hinter Pamplona.</p><p>Manuel :</p><p>Und bist du zu dieser Zeit alleine oder mit anderen gefahren?</p><p>Florian :</p><p>Ich war ganz allein. Ab Kilometer 10 bin ich allein gefahren — den ganzen ersten Tag.</p><p>Manuel :</p><p>Es ist nicht leicht, unter diesen Bedingungen motiviert zu bleiben.</p><p>Florian :</p><p>Ja</p><p>Manuel :</p><p>Du hast also in Logroño angehalten, richtig? Und am Ende hast du etwas weniger Kilometer zurückgelegt als geplant. Warst du mit dem ersten Tag zufrieden. Oder warst Du etwas enttäuscht?</p><p>Florian :</p><p>Es gibt kein Bedauern. Ehrlich gesagt war ich ziemlich zufrieden. Wenn ich an die Bedingungen denke, unter denen ich gefahren bin. Ich habe nie unter solchen Bedingungen trainiert. Und ich habe immerhin mehr als 200 Kilometer zurückgelegt habe, mit einem Höhenunterschied von fast 3000 Metern. Das ist nicht wenig!</p><p>Und was soll’s, ich sage mir, das ist immerhin etwas. Und dass, wenn alles gut geht, das Ende des Rennens besser sein wird. Im schlimmsten Fall hole ich das also später nach.</p><p>Manuel :</p><p>Ja, ich glaube, es gibt nichts Schlimmeres beim Radfahren. Weiterzumachen, durchzuhalten, immerhin über 200 (zwei Hundert)km unter solchen Bedingungen zurückzulegen. Nur für den Abend anzuhalten, das ist befriedigend, egal, wie viele Kilometer man zurückgelegt hat.</p><p>Florian :</p><p>Absolut. Ich hatte an diesem Abend nur einen Wunsch: in das Hotel zu gehen, das ich tagsüber gebucht hatte, eine heiss e Dusche zu nehmen, mich warm anzuziehen und mich auszuruhen. Ich werde eine kurze Nacht haben und am nächsten Tag sehr früh wieder abreisen, um einen neuen Tag zu beginnen. Hoffentlich im Trockenen.</p><p>Manuel :</p><p>Schaust du dir unter solchen Bedingungen den Wetterbericht für den nächsten Tag an? Oder sagst du dir lieber: “Das will ich gar nicht wissen, das werden wir schon sehen”?</p><p>Florian :</p><p>Ja. Du schaust dir zwangsläufig das Wetter an. Es ist immer noch einer der wichtigsten Faktoren. Normalerweise schaue ich mir den Wetterbericht immer an. In diesem Fall habe ich ihn mir auch angesehen, aber nur kurz. Ich habe nur eine Seite gecheckt, um mir einen Überblick zu verschaffen. Sie sagten etwas Wind, Kälte und vielleicht sogar Schnee voraus. Und das war so ziemlich das, was ich am nächsten Tag bekam, ja.</p><p>Um 3 oder 4 Uhr morgens aufzustehen, erfordert eine Menge Motivation. Vor allem, wenn man bei Regen und kühlen Temperaturen wieder losfahren will.</p><p>Aber siehe da, ziemlich schnell fand ich mich auf der Strasse wieder, unter ähnlichen Bedingungen wie am Vortag.</p><p>Manuel :</p><p>Wie gut konntest du in dieser Nacht schlafen? Und wie lange hast du geschlafen?</p><p>Florian :</p><p>Ja, das war vielleicht eine meiner schwersten Nächte im ganzen Rennen. Ich war sechs Stunden im Bett, aber zwischen dem Blick auf den Wetterbericht, dem Versenden einiger Nachrichten und dem Einschlafen … letztendlich habe ich fünf Stunden geschlafen.</p><p>Manuel :</p><p>Und so beginnt der zweite Tag … das Wetter war nicht viel besser.</p><p>Florian :</p><p>Ja, ich gehe wieder in einen leichten Regen. Jetzt denke ich: “Na gut, ein bisschen Nieselregen.” Es war kühl, ich weiss nicht mehr genau, vielleicht 6 oder 7 Grad. Im Vergleich zum Vortag ist es nicht schlimmer geworden</p><p>Also begann ich zu tracken, ich verliess Logroño … und dort, prompt, stand ich vor einer Sackgasse auf meinem Weg. Ich hatte anfangs einen kleinen Gravel-Teil geplant. Aber der Weg endete plötzlich auf einem eingezäunten Feld mit Tieren. Und da denke ich mir: “Ai… wenn ich schon mit dieser Route Probleme habe, wird das noch lange dauern …”.</p><p>Ich konnte nicht viel nach rechts oder links gehen, da ich zwischen zwei Schnellstrassen feststeckte. Schliesslich fand ich einen Umweg und kam wieder auf meine Route. Und dann, uff, Erleichterung! Ich war froh, denn ich dachte wirklich, dass damit eine neue Plackerei beginnt.</p><p>Schliesslich machte ich mich wieder auf den Weg, immer noch mit dem leichten Regen, der mich den grössten Teil des Tages begleiten wird.</p><p>Manuel :</p><p>Und das Ziel an diesem Tag war es, zumindest den ersten Checkpoint zu erreichen, richtig? Hier muss man sagen, dass es bei Desertus Bikus darum geht, Almuñécar in Andalusien, im Süden Spaniens, zu erreichen. Dabei musst du vier Checkpoints passieren. An diesem zweiten Tag wirst du den ersten Checkpoint erreichen.</p><p>Florian :</p><p>Der erste Checkpoint besteht aus zwei Teilen: CP1A und CP1B. CP1A befindet sich etwa 330 oder 335 km vom Start entfernt. Zwischen CP1A und CP1B liegen ca. 60 km mit Zeitmessung. Dort wir geschaut, wer auf diesem Abschnitt der Schnellste ist.</p><p>Das Ziel des Tages bestand darin, mindestens diese beiden Checkpoints zu erreichen. Und ich wollte noch weiter. Ansonsten laufe ich Gefahr, hinter meinem Zeitplan und vor allem hinter der maximalen Zeitvorgabe für das Rennen zurückzubleiben.</p><p>Manuel :</p><p>Ja, denn wie lange dauert es bis das Rennen beendet ist? Maximal sieben Tage, oder?</p><p>Florian :</p><p>Nicht einmal das! Sechs Tage, 17 Stunden und 59 Minuten, um genau zu sein.</p><p>Manuel :</p><p>Ach ja, also noch kürzer. Das heisst, um mithalten zu können, muss man was anstreben, mindestens 250 Kilometer pro Tag?</p><p>Florian :</p><p>Ja, richtig. Um innerhalb des Zeitrahmens zu bleiben, musste man mindestens 210 bis 220 km pro Tag zurücklegen, war mein Eindruck.</p><p>Das war’s also. An diesem zweiten Tag, bei Kilometer 32 oder so, begegnete ich zwei Radfahrern: Philippe und Sébastien. Sébastien nahm ebenfalls am Rennen teil und wir haben uns schnell angefreundet. Wir fuhren den ganzen Tag zusammen. Und ich werde ihm auch später wieder begegnen.</p><p>Es war kalt, keine Sonne, grauer Himmel, ein bisschen Wind… Und das Profil war ziemlich ähnlich wie am Vortag: über 200 Kilometer, rund 3000 Höhenmeter.</p><p>Ausserdem würden wir auf Hochebenen fahren, wo Schnee angekündigt war. Also ja, wenn ich mir vorstelle, mit anderen zusammen zu fahren, würde das viel mehr Spass machen!</p><p>Wir passieren gemeinsam den CP1A. Wir kommen zu Sad Hill, einem wunderschönen Ort südöstlich von Burgos. Dann geht es direkt weiter zu CP1B, der etwa 60 km entfernt ist.</p><p>Manuel :</p><p>Das ist doch der Ort, an dem der Film “The Good, the Bad and the Ugly” gedreht wurde, oder?</p><p>Florian :</p><p>Ja, genau. Es ist ein Film, den ich gesehen habe, aber das ist schon sehr lange her — einer von Sergio Leones Filmen. Und tatsächlich wurden dort einige Szenen gedreht.</p><p>Manuel :</p><p>Also Filmkulissen.</p><p>Florian :</p><p>Ja, das ist es. Es ist eine alte Kulisse, mit einem nachgebildeten Friedhof, umgeben von Steppen, Klippen… eine ziemlich wilde und sehr spezielle Umgebung, aber wirklich wunderschön.</p><p>Der Weg dorthin führt über eine Piste, so dass man den Asphalt komplett verlässt. Und dann kommt man in diese aussergewöhnliche, besondere und sehr schöne Landschaft.</p><p>Nach CP1A gehen wir gemeinsam zu CP1B, wieder mit Sebastian und Philippe.</p><p>Und dann, nach CP1B, nehmen wir Kurs auf die Stadt, in der wir übernachten wollten. Die letzten 20 km waren flach, und das war sehr angenehm: Wir fuhren mit 30 km/h und dachten: “Endlich geht es voran”.</p><p>Wir beenden den Tag ziemlich spät, ich glaube gegen 20:30 Uhr. Und am Ende haben wir an diesem Tag 221 Kilometer und 2850 positive Höhenmeter zurückgelegt.</p><p>Manuel :</p><p>Ihr habt eine Wüste durchquert. Ist das eine grosse Wüste?</p><p>Florian :</p><p>Es ist keine Wüste im eigentlichen Sinne. Wir werden später im Rennen noch einige durchqueren.</p><p>Es ist eine ziemlich bergige Region, die eher trocken ist, aber man kann nicht wirklich von einer Wüste sprechen. Man kommt durch eine Reihe von Dörfern. Sie liegen mehr oder weniger weit auseinander, aber regelmässig stösst man auf eine offene Bar. In den Dörfern findet man oft eine kleine Bar, in der man einen Kaffee trinken, Tapas knabbern oder etwas Kühles trinken kann. Das ist typisch für Spanien.</p><p>Manuel :</p><p>Und habt Ihr den zweiten Tag in El Burgo de Osma beendet.</p><p>Florian :</p><p>Ja, das ist richtig. Sebastian und Philippe und ich hatten für diese Nacht kein Hotel gebucht. Wir hatten einfach gehofft, bei unserer Ankunft etwas zu finden. Und das Glück war auf unserer Seite: Sobald wir in das Dorf hineinfahren, sehen wir ein Hotel… Wir denken uns: “Los, wir versuchen es”. Und dann treffen wir auf den Manager, der uns sagt: “Keine Sorge, es ist noch Platz”. Innerhalb von fünf Minuten waren wir untergebracht. Es war perfekt.</p><p>Das Beste an Spanien ist, dass es sehr leicht ist, Fahrräder ins Hotel mit hineinzunehmen. Ob in einem separaten Raum oder direkt auf das Zimmer — das ist cool.</p><p>Manuel :</p><p>Ich nehme an, dass Eure Fahrräder sehr schmutzig sind?</p><p>Florian :</p><p>Ein bisschen, aber ehrlich gesagt, nicht so sehr. Man fährt ziemlich viel auf der Strasse, also bleibt es bis auf ein bisschen Schlamm ziemlich sauber.</p><p>Manuel :</p><p>Und am nächsten Morgen: Fahrt Ihr gemeinsam weiter oder geht jeder seinen eigenen Weg?</p><p>Florian :</p><p>Genau an diesem Punkt trennen sich die Wege. Sie haben sich für eine kürzere Route entschieden, um den CP2 zu erreichen. Ich wählte eine etwas weitere Variante, auch wenn es etwas länger dauerte. Zwischen El Burgo de Osma und dem CP2 liegen fast 600 km, also sucht jeder nach einem Kompromiss. Ich habe eine Spur genommen, die 30 oder 40 km länger war, aber dafür 1000 Höhenmeter weniger hatte.</p><p>Wir verabschiedeten uns also an diesem dritten Tag. Bevor wir losfuhren sagten wir uns: “Los, wer zuerst am CP2 ankommt, zahlt das Bier”. Wir wussten, dass wir in zweieinhalb Tagen dort ankommen würden, also werden wir sehen, wer die beste Variante gewählt hat!</p><p>Wir sind um 4–5 Uhr morgens zusammen losgefahren und haben ein paar Kilometer zusammen zurückgelegt. Nach einer Stunde haben wir uns dann verabschiedet.</p><p>Am selben Abend komme ich nach 208 km und 1800 positivem Höhenunterschied, in Monreal del Campo an.</p><p>Manuel :</p><p>Und als du in Monreal Del Campo ankommst, hattest du nicht so viele Kilometer gefahren, wie ursprünglich geplant. Du wolltest Desertus Bikus in sechs Tagen beenden, aber jetzt bist du ein wenig hinter dem Zeitplan. Macht dir das Sorgen, oder bereust du es nicht und machst sowieso weiter, wie du vorhin gesagt hast?</p><p>Florian :</p><p>Nein, das macht mir eigentlich keine Sorgen. Ursprünglich hatte ich einen Sechs-Tage-Plan mit Etappen von 230, 240 km pro Tag geplant. Aber jetzt sehe ich, dass ich eher bei 210 km pro Tag liege. Also sage ich mir: “Nein, das ist nicht schlimm, ich schaffe es nicht in sechs Tagen, sondern in sieben”. Ich bleibe innerhalb des maximalen Rahmens, also ist es okay.</p><p>Philippe und Sébastien wollten es in sieben Tagen schaffen. Aufgrund ihres Tempos wusste ich, dass ich in etwa so fahren würde wie sie. Also habe ich meine Pläne überdacht und mir gesagt: “Na gut, dann mache ich das eben in sieben Tagen, das ist doch kein Problem.”</p><p>Manuel :</p><p>Und diesen Tag machst du ganz allein, weil sie eine andere Route genommen haben. Triffst du auf deiner Route wieder auf andere Teilnehmer oder Teilnehmerinnen?</p><p>Florian :</p><p>Sehr wenige. Ich habe gegen Ende eine Teilnehmerin getroffen. Aber ansonsten, nein, nicht sehr viel. Es war eine Route, die nur wenige Leute benutzten. Die meisten hatten sich für den direkten Weg entschieden. Also ja, ich war ein bisschen allein.</p><p>Manuel :</p><p>Und das hat dich nicht demotiviert, so allein unterwegs zu sein? Fandest du die Zeit auf dem Fahrrad nicht zu lang?</p><p>Florian :</p><p>Ganz und gar nicht. Mich stört es nicht, allein zu sein und zu fahren. Ich habe mich wohl gefühlt auf meinem Fahrrad, ruhig, in meinem Rhythmus. Es war sehr gut.</p><p>Es war ziemlich windig, aber trockener und auch milder als die Tage vorher. Ich glaube, wir erreichten an diesem dritten Tag 11 °C. Also besser als an den ersten beiden Tagen.</p><p>Manuel :</p><p>Und dann kommst du zum vierten Tag. Da beginnt das Wetter eindeutig besser zu werden, nicht wahr?</p><p>Florian :</p><p>Ja, na ja … sagen wir mal, dass es am Ende der Etappe langsam besser wird. Am Abend des dritten Tages schaue ich mir den Wetterbericht für den nächsten Tag an. Ich hatte mir gesagt: “Ab morgen ist das Wetter schön. Wir fahren nach Süden, also wird es zwangsläufig besser werden.”</p><p>Aber in Wirklichkeit sahen die Vorhersagen ganz anders aus. Sie sagten wieder Regen voraus.</p><p>Ich wache also um 3 Uhr morgens auf und denke: “Ich werde einen grossen Tag haben”. Ich würde um 4 Uhr losfahren, ganz gemütlich. Ich plane an diesem Tag 250 Kilometer zu fahren.</p><p>Aber um 3 Uhr höre ich draussen den Regen fallen. Es war wirklich eine Sintflut, schlimmer als am ersten Tag. Und ich denke: “Nein, das ist jetzt nicht möglich.” Ich denke daran aufzugeben und nach Hause zu fahren.</p><p>Ich war überzeugt, dass es ab heute besser wird … und jetzt geht es immer so weiter. Es war wirklich hart.</p><p>Also beschloss ich, noch eine Stunde zu warten, um zu sehen wie das Wetter dann ist.</p><p>Manuel :</p><p>Und schaffst du es, deine Kleidung nachts zu trocknen?</p><p>Florian :</p><p>Ja. In der ersten Nacht im Hotel gab es Heizkörper, sodass ich schnell etwas Wäsche waschen und mein Outfit für den nächsten Tag trocknen konnte.</p><p>Aber in den anderen Nächten im Hotel gab es keine Heizkörper. Ich dachte: “Pech gehabt, dann wasche ich eben nicht “.</p><p>Ich sparte mein Tagesoutfit für den nächsten Tag auf. Ich hängte sie zum Trocknen an die Luft. Sie war nicht zu nass, ausser der Gore-Tex-Jacke und der Regenhose. Aber das Outfit an sich war in Ordnung, es war über Nacht ein wenig getrocknet. Es war also in Ordnung.</p><p>Manuel :</p><p>Und an diesem vierten Tag hast du mir erzählt, dass du Tiere gesehen hast?</p><p>Florian :</p><p>Ja! Das war, weil ich um vier Uhr losfahre statt wie geplant um drei Uhr. Es regnete immer noch, als ich in Monreal del Campo losfahr.</p><p>Ich fahre in Richtung Teruel, durch die weite Ebene. Ich habe 50 km vor mir, die ich bei leichtem Regen durchfahren muss.</p><p>Ich fahre ca. 20–30 km fahre. Es geht geradeaus. Ich fahre ruhig, zwischen 20 und 25 km/h.</p><p>Ich habe mein Fahrradlicht an und auch meine Stirnlampe. Ich mag es, in der Nacht nach rechts und links zu schauen, was passiert.</p><p>Und irgendwann, mit dem Licht des Fahrrads, sehe ich, wie sich in einem der Felder, nicht weit entfernt, etwas bewegt.</p><p>Zuerst achte ich nicht darauf, aber dann denke ich: “Hier, ich schaue trotzdem nach, was es ist.” Ich drehe den Kopf mit der Stirnlampe und da … es war ein Wolf. Ich bin mir ziemlich sicher.</p><p>Es ist ein Tier, auf das ich seit Jahren hoffe. Es gibt sie in meiner Umgebung, aber es ist unmöglich, einen Blick auf sie zu erhaschen.</p><p>Und dann, grosses Glück! Er trabt über das Feld. Er hat mich nicht einmal angesehen. Ich glaube, er wusste, dass ich da war, aber er hat nichts gemacht. Er ist nur ein bisschen zur Seite gegangen.</p><p>Wir fuhren ein paar Sekunden lang nebeneinander, ich weiss nicht, wie lange. Es war toll.</p><p>Manuel :</p><p>Wirklich eine schöne Begegnung.</p><p>Florian :</p><p>Ja, das ist die Art von Tier, nach der man Ausschau hält und die man nie zu Gesicht bekommt. Und eigentlich muss man nicht auf sie warten. Es muss nur zur richtigen Zeit kommen.</p><p>Manuel :</p><p>Und so kommen wir zum fünften Tag…</p><p>Florian :</p><p>Ja. Am Ende des vierten Tages beginnt es, besser zu werden. Ich habe 232 km zurückgelegt, 1700 m D+.</p><p>Und der nächste Tag ist wirklich ein Tag der Veränderungen. Ich fahre unter allen möglichen Bedingungen.</p><p>Ich starte in dem kleinen Dorf Ayora und muss einen ersten Pass überqueren. Ich bin im Nebel, klatschnass, es ist 2 °C kalt. Ehrlich, das ist der kälteste Moment des ganzen Rennens.</p><p>Kälter als am Anfang. Ich fahre den letzten Pass am Ende der Nacht hoch und am frühen Morgen hinunter, immer noch nass. Mir ist wirklich sehr kalt. Ich wusste nicht, dass ich 2–3 Stunden später in Andalusien bei 30 °C in der prallen Sonne stehen würde.</p><p>Ich passiere das Dorf Yecla und befinde mich in Andalusien in einer sehr heissen und sehr trockenen Gegend. Und dann erreiche ich endlich den CP2 in der Mahoya-Wüste in der Nähe von Murcia.</p><p>Ich schaue auf dem GPS-Tracker, wo Sebastian und Philippe sind. Wir hatten uns drei Tage zuvor getrennt. Ich wollte herausfinden, wer das Bier bei der Ankunft bezahlen würde.</p><p>Und ich stelle fest, dass ich … 15 Minuten vor ihnen da war.</p><p>Das war toll, denn wir hatten völlig unterschiedliche Routen genommen. Und nach drei Tagen lagen wir 15 Minuten auseinander!</p><p>Manuel :</p><p>Das ist wirklich unglaublich!</p><p>Wie viele Kilometer hat jeder von Ihnen allein zurückgelegt? Fast 350–400 (drei hundert fünzig, vierzig) km, oder?</p><p>Florian :</p><p>Ich ein bisschen mehr. Ich habe etwa 550 km mit etwas mehr als 4000 m D+ zurückgelegt.</p><p>Sie haben ein bisschen weniger gemacht: 510 km vielleicht, aber mit ca. 5500 m Höhenunterschied.</p><p>Manuel :</p><p>Und in diesem Moment habt ihr euch wieder getroffen? Oder bist du wieder losgefahren?</p><p>Florian :</p><p>Nein, ich habe sie nicht getroffen. Ich wusste noch nicht, dass ich vor ihnen da war.</p><p>Ich setzte meine Reise fort. In der Mahoya-Wüste nahm ich mir 20 Minuten Zeit, um ein paar Fotos zu machen und die Landschaft zu geniessen. Sie war wirklich wunderschön. Sehr karg, sehr trocken, sehr kahl.</p><p>Ich wollte weiterfahren, um einen guten Tag zu machen.</p><p>Es war wirklich heiss, über 30 °C auf dem Fahrrad an diesem Tag. Das war gut für die Moral.</p><p>Das war eine radikale Veränderung. Du denkst: “Endlich ist wärmer, jetzt geht es vorwärts “.</p><p>Aber gut, da war der erste Ärger noch nicht mitgerechnet.</p><p>Weil ich am Ende des Tages sehr, sehr starke Nackenschmerzen bekam. Ich konnte nicht einmal mehr den Kopf auf dem Fahrrad heben.</p><p>Ich konnte nicht mehr mit den Händen am unteren Ende des Bügels fahren. Das war super kompliziert.</p><p>Aber das Schöne war, dass ich Sebastian 20–30 km vor dem Ende des Tages wieder traf.</p><p>Wir fuhren gemeinsam nach Totana.</p><p>Das war die kürzeste Etappe für mich: 186 km, 1250 m D+.</p><p>Manuel :</p><p>In diesem Moment hilft es sehr, nicht allein zu sein. Allein die Tatsache, dass man sich beim Radfahren unterhält oder jemanden vor sich sieht, motiviert einen sehr.</p><p>Florian :</p><p>Ja. Ich glaube, dass die Schmerzen anfingen, weil sich mein Körper durch die Hitze etwas lockern musste. Ich hatte vier Tage lang verkrampft auf meinem Fahrrad gesessen. Ich denke, dass die Lockerung diese Blockade in der Halswirbelsäule ausgelöst hat. Aber es ist immer schön, Leute zu treffen, um gemeinsam zu fahren. Ich habe nichts dagegen, alleine zu fahren. Ich kann das mehrere Tage lang machen. Aber es ist schön zu wissen, dass man ab und zu begleitet wird. Man kann sich austauschen, Dummheiten erzählen oder über etwas anderes reden.</p><p>Manuel :</p><p>Ja, so vergeht die Zeit schneller. Und wenn du auf deinem Fahrrad sitzt, hörst du Musik, Podcasts oder fährst du ohne etwas in den Ohren?</p><p>Florian :</p><p>Ich hatte alles geplant: Musik, Podcasts … und am Ende hatte ich fast nichts gehört. Am ersten Tag war ich in meinem Rennen, also gab es keine Kopfhörer. Am zweiten Tag war ich mit Philippe und Sebastian unterwegs, also haben wir uns ziemlich viel unterhalten. Ab dem dritten Tag habe ich die Kopfhörer ein bisschen aufgesetzt, aber nicht oft. Es war hauptsächlich Musik. Eigentlich habe ich die Geräuschkulisse um mich herum sehr genossen und viel den Vögeln zugehört. Ich viel weniger Musik gehört als ich erwartet habe.</p><p>Manuel :</p><p>Weil du viele Vögel am Strassenrand gehört hast?</p><p>Florian :</p><p>Ja, das war genial! In Spanien gibt es viele Vogelarten, die es bei uns in den Pyrenäen nicht unbedingt gibt. Je nach Lebensraum haben sie eine hohe Dichte. Das ist wirklich aussergewöhnlich. Es gab eine grosse Vielfalt, Lerchen, Grasmücken, Goldammern, es war genial. Es gab wirklich etwas zu hören am Strassenrand.</p><p>Manuel :</p><p>Und das war also der fünfte Tag. Und der sechste? Wachst du auf und hast immer noch Nackenschmerzen?</p><p>Florian :</p><p>Als ich aufwache, habe ich starke Nackenschmerzen. Ich habe mir vorgenommen, um 2 Uhr aufzustehen. Dann habe ich einen kleinen Vorsprung vor den anderen. Ich weiss, dass ich nicht in meinem normalen Tempo fahren kann. Schliesslich stehe ich um 3 Uhr auf und fahre kurz vor 4 Uhr los. Sofort kehren die Nackenschmerzen zurück. Ich muss alle 15 Minuten anhalten, um mich zu massieren und zu entspannen. Ich gehe wieder los, es kommt wieder, ich halte an… Ich komme nur sehr langsam voran. Ich denke mir: «das wird ein langer Tag».</p><p>Manuel :</p><p>Und trotzdem schaffst du gemäss Strava an diesem Tag immerhin 194 km?</p><p>Florian :</p><p>Ja, 194 km und 2100 m D+. Aber war wirklich der schwierigste Tag. Ich hatte grosse Schmerzen. Ich konnte nicht mit den Händen am unteren Ende des Bügels und nicht auf den Griffen fahren. Auch konnte ich den Kopf nicht heben. Bei Abfahrten fuhr ich mit einer Hand am unteren Ende des Bügels und einer Hand an der Verlängerung, während ich auf dem Rahmen sass. Eine sehr grenzwertige Position. Das war etwas gefährlich.</p><p>Es war sehr kompliziert. Glücklicherweise traf ich an diesem Tag zwei andere Teilnehmer: Michel und Caroline. Sie waren voller guter Ratschläge. Michel hatte viele Anekdoten parat. Es war schön, sich mit ihm zu unterhalten. Er ist ein belgischer Radfahrer und sehr erfahren. Die Zeit verging schneller. Wir tauschten uns über unsere Strecken, unsere Mühen und unsere Gefühle aus. Das tat gut.</p><p>Aber sie fuhren ein bisschen schneller als ich. Also liess ich sie ziehen. Dann passiere ich den CP3 und den Eingang zur Tabernas-Wüste. Ich fahre langsam. Ich schaue ein wenig hinter mich, um zu sehen, ob Sebastian mich einholt. Ich hatte mir zwei Stunden Vorsprung erarbeitet. Aber diese schmelzen dahin… Er holt mich ein.</p><p>Danach begann die Tabernas-Wüste mit den ersten grossen Anstiegen in den Norden der Sierra Nevada. Ich hatte immer noch Schmerzen auf dem Rad. Ich musste weiter in dieser unbequemen Position fahren, die Hände auf den Ellenbogenstützen. Wir erklimmen einen Anstieg mit 550 m Höhenunterschied, bei dem ich so fuhr. Ich bin einen Teil mit Sebastian und einen Teil mit Michel und Caro gefahren — das war ein Glück. Ich beendete den Tag sehr müde… aber paradoxerweise war die Stimmung super gut, sogar besser als an den Tagen zuvor.</p><p>Die Beine sind fit. Ich habe keinen Muskelkater. Ich hatte das Gefühl, endlos fahren zu können. Wir hielten in Abla an, einem kleinen Dorf im Norden der Sierra Nevada. Ich hatte starke Schmerzen und war mir nicht sicher, dass am nächsten Tag weiterfahren kann. Den Gedanken verdränge ich, ich würde mich beim Aufwachen entscheiden. Wir sind in einer kleinen Herberge. Die Atmosphäre war etwas ungewöhnlich. Es gab Arbeiter, die im Hotel und in der Raststätte geschweisst haben. Und in diesem Hotel treffe ich auch Philippe und Sebastian wieder. Das ist lustig. Wir hatten ganz andere Pläne und treffen uns dann doch am selben Ort.</p><p>Manuel :</p><p>Liegt es daran, dass es nicht viele Hotels auf der Strecke gibt, oder ist das einfach Zufall?</p><p>Florian :</p><p>Es gibt Hotels, aber das ist schon ein Zufall. Es gibt ein paar Optionen, wir hätten ebenso woanders anhalten können.</p><p>Wir verbringen den Abend in Abla und gehen früh ins Bett. Ich stelle mir den Wecker auf 3 Uhr und sage mir: Mal sehen, wie ich mich morgen früh fühle.</p><p>Und dann wache ich auf… noch schlimmer als am Vortag. Wirklich sehr, sehr schlecht. Ich sage mir: Das kann nicht sein. Ich kann nicht noch einmal so einen Tag wie gestern haben. Es ist zu gefährlich und ich habe zu grosse Schmerzen. Vor allem, weil es an diesem letzten Tag fast 3000 m bergab ging. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass ich das schaffen würde. Ich habe mich entschieden dort aufzuhören.</p><p>Von den geplanten 1420 km hatte ich nur noch 170 km vor mir. Aber ich wollte mit einem Lächeln zurückkehren und mich nicht verletzen. Für mich war dieses Rennen ein Abenteuer.</p><p>Ich informierte den Organisator Yvan, dass ich aufgehört habe. Um zum Ziel Almuñécar, habe ich nach einem Transportmittel gesucht.</p><p>Der Leiter der Pension sagte, dass es kompliziert sein würde, mit einem Fahrrad per Anhalter zu fahren. Er bot mir an, das Fahrrad bei ihm abzustellen und es per Post zurückzuschicken. Das wollte ich aber nicht. Ich fange also an zu trampen … und warte ca. 5–6 Stunden, bis ein Auto anhält!</p><p>Ein Argentinier nimmt mich samt dem Fahrrad mit. Er erzählt mir, dass in Argentinien oft Anhalter mitgenommen werden, mehr als in Spanien. Er nimmt mich 15 km nach unten mit. Dann trampe ich wieder. Ein anderer Argentinier nimmt mich bis in die Nähe von Almería mit. Von dort nehme ich ein Taxi bis zum Zielort. Am Ende komme ich ungefähr zur selben Zeit an, als wenn ich mit dem Fahrrad ins Ziel gekommen wäre!</p><p>Manuel :</p><p>Aber du bist nicht enttäuscht. Wie du sagst, hast du fast alles geschafft, mehr als 1200 (ein Tausend zwei hundert) km. Es war deine erste Erfahrung mit einem Rad-Ultra. Und du kommst trotzdem ins Ziel. Es gibt Leute, die mitten auf der Strecke aufgeben müssen und direkt nach Hause fahren, ohne das Ziel zu erreichen. Du hast es geschafft, die Ziellinie zu erreichen.</p><p>Florian :</p><p>Genau das ist es. Ich wollte sehen, wie so ein Wettkampf ist. Ich habe 1250 von 1400 Kilometern zurückgelegt. Für mich habe ich fast alles geschafft. Und mehrere Leute haben mir gesagt: Für uns hast du es geschafft. Nur die letzte Etappe hast du nicht mehr gemacht. Es gab kein Bedauern. Es war eine verrückte Erfahrung, ein verrückter Lauf in vielerlei Hinsicht. Auch viele Beobachtungen in der Natur, was mir sehr gefällt. Vor habe ich Lust, es noch einmal zu machen.</p><p>Vielleicht nicht 2025, denn das Jahr ist bereits vollgepackt, vor allem was den Trail angeht. Aber warum nicht 2026 wieder einen Ultra von über 1000 km in diesem Rhythmus fahren? Das würde mir sehr gefallen.</p><p>Manuel :</p><p>Und wird das immer als Ergänzung zum Trail?</p><p>Florian :</p><p>Ja, ich behalte beides. Ich finde sogar, dass sie sich super ergänzen. Dieses Rennen, wird mir für die kommenden Trailrunning-Wettbewerbe helfen. Meine Beine sind bereit zum Laufen! Ich werde schnell weitermachen, denn die Termine kommen.</p><p>Also ja, ich werde nächstes Jahr wahrscheinlich wieder einen Rad-Ultra machen, ein 1000-Kilometer-Format, als Ergänzung zum Laufen.</p><p>Manuel :</p><p>Wann ist dein nächster Trail?</p><p>Florian :</p><p>Ende Mai, im Baskenland: der Euskaltrail, 65 km im Duo, mit 4000 m D+. Dann einen Monat später den Grand Trail de la Vallée d’Ossau in der Staffel. Ich werde 39 km mit 2350 m D+ zurücklegen. Und dann, Ende August, den Grand Raid des Pyrénées. Ich werde die Tour des Cirques absolvieren: etwas mehr als 120 km und 7500 m D+.</p><p>Manuel :</p><p>Wirst du zwischen diesen Rennen weiterfahren?</p><p>Florian :</p><p>Ja, ich werde weiterhin mit dem Fahrrad fahren, zwar weniger als zu Beginn des Jahres, aber das Radfahren bleibt Teil meiner Trailvorbereitung.</p><p>Manuel :</p><p>Es war toll, was du bei deinem ersten Abenteuer mit dem Fahrrad-Ultra erlebt hast. Ich bin dir sehr dankbar, dass du gekommen bist. Möchtest du noch etwas hinzufügen?</p><p>Florian :</p><p>Es war sehr schön, diese Erfahrung zu teilen, und ich freue mich auf weitere. Ich kann es kaum erwarten, die nächsten Podcasts über neue Erfahrungen dieser Art zu hören.</p><p>Manuel :</p><p>Ja, ich hoffe, dass wir nächstes Jahr die Gelegenheit haben werden, eine Episode über dein nächstes Fahrradabenteuer neu aufzunehmen.</p><p>Florian :</p><p>Ja, gerne.</p><p>Manuel :</p><p>Vielen Dank, ich wünsche dir einen schönen Feierabend.</p><p>Florian :</p><p>Danke dir und bis bald.</p><p>Manuel :</p><p>Vielen Dank noch einmal an Florian, dass er zum Podcast gekommen ist, um dieses Abenteuer mit uns zu teilen. Und auch vielen Dank an Andrea, die dieses Gespräch auf Deutsch adaptiert hat, und ihre Stimme geliehen hat.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=c1a405580e87" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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