Mit Plan

Zusammenarbeit

Erfahred meh über üsi engagierte Kandidatinne und ihri Visione für e besseri Zukunft.
Kirchenpflege 2026 Reformierte Kirche Stadt Zürich
Wahl: 12. April 2026
Kandidatin für d Chilepfläg
Karin isch e engagierti Chile-Parlamentarierin
mit über 6 Jahr Erfahrig im Parlament. Sit 2
Jahr isch sie au d Präsidentin vom
Chile-Parlament Züri.
Ihri Prioritäte sind e Chile vor Ort und gsundi
Finanze vor Chile-Gmeind.
D Karin chunnt vom KV und het fast 20 Jahr Behördenerfahrig i de Schuelpfläg gsammlet. Dänn het sie ihres Hobby Sport zum Bruef gmacht.
Sie het kei Angst vor Neuem und dicki Dossiers sind immer wieder interessant und willkomme. Sie isch kompromissbereit und diplomatisch.
Privat ist sie sportlich unterwegs: Bim Wandere, Klettere und im Hallebad.
Kandidatin für d Chilepfläg
Sabine Ziegler engagiert sich für eine nachhaltige Entwicklung der Kirche und der Kirchgemeinde. Für sie bedeutet Nachhaltigkeit mehr als ökologische Verantwortung: Sie umfasst ebenso soziale Solidarität, finanzielle Stabilität und eine verbindliche Kulturentwicklung für alle Nutzenden.
Seit über 15 Jahren ist Sabine in leitenden Funktionen tätig – als Verwaltungs- und Stiftungsrätin sowie in der gerichtlichen und außergerichtlichen Konfliktlösung in den Bereichen Bau, Umwelt, Verkehr und Energie. Diese Erfahrung prägt ihre Arbeit: Sie verbindet strategisches Denken mit einem klaren Blick für praktikable Lösungen.
Neben ihrem beruflichen Engagement liebt Sabine die Kultur und Bewegung: Sie musiziert und malt an der Basler Fasnacht, rudert mit dem Klepper auf Flüssen, spaziert mit ihrem Hund und genießt gesellige Treffen mit Freunden bei gutem Essen. Theater und Literatur gehören ebenso zu ihren Leidenschaften.
Mit Kompetenz, Kreativität und Weitblick setzt sich Sabine für eine Kirche ein, die zukunftsfähig bleibt – verantwortungsvoll, gemeinschaftlich und offen für neue Wege.
D Karin und d Sabine wend e Chile basierend uf
de Prinzipie vo Transparenz, Integrität und
Gmeinschaftsengagement.
Sie sind überzüügt, dass positivi Veränderige
dur gemeinsami Asträngige und evidenzbasierte
Politik z'schaffe sind.
Sie sind engaschiert und parat ihrne Wähler und
Wählerinner mit Hingab und Respekt für
vielfältigi Perspektive z'diene.
Sie sind parat d'Uusforderige vo üsere
Gmeinschaft mit innovative Lösung aazgah.


‹Hallo!› begrüsst mich Max. Ich freue mich immer, wenn ich Max treffe. Mit ihm kann man jederzeit eine
interessante Diskussion führen, oder einfach entspannt plaudern. Sein ‹Hallo› ist im Plauderton, der
Becher Kaffee in der Hand zeigt, er ist im Mittagspausen Entspannungsgenuss, ein wunderbarer Moment.
Er schwenkt den Kaffee und fragt mich lächelnd: ‹bist du auch follower?›
‹Aehem, ich?› antworte ich überrascht, und weil ich keine bessere Antwort habe, versuche ich eine
schwache Gegenfrage: ‹du bist follower? Echt? Von wem?›
‹Na, von dieser tollen Schokolade!›
‹Du folgst einer Schokolade?› frage ich erstaunt zurück.
‹Ja, die ist super!›
‹Was die Schokolade? Wusste gar nicht, dass du der Schokoladen-Typ bist.›
‹Stimmt, eigentlich bin ich nicht so der Schoggi-Typ›, meint er, ‹ich habe sie bis jetzt auch noch nie
probiert. Sie ist übrigens gar nicht so einfach zu kaufen, immer ausverkauft! Teuer ist sie natürlich auch,
exklusiv halt. Alle schwärmen von ihr: sie soll total toll und vor allem einzigartig sein. Besonders das
Engelhaar sei der Hit!› schwärmt er weiter und ein Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus.
‹Und, und darum bist du ein follower?› staune ich.
‹Ja, ich bin total begeistert. Als follower gehöre jetzt zu dieser community, bin voll dabei in dieser
crowd.› Jetzt hüpft er von einem Fuss auf den andern. ‹Da läuft immer etwas. Ich gehöre dazu, fühle
mich da zuhause, ja richtig aufgehoben!› Jetzt machen auch noch seine Arme grosse Jubelgesten. ‹Ich bin
immer wieder online - dauernd gibt es Kommentare, die ich liken kann, dann werde auch ich geliked –
wie gesagt, da läuft immer etwas!› er strahlt wie das berühmte Honigkuchenpferd.
Mir fehlen die Worte. Obwohl mir ein Sturm von Gedanken und noch mehr Fragen durch den Kopf
kreisen, kann ich gerade keine Frage formulieren.
Die Hauptfrage in meinem Kopf ist: was heisst eigentlich ‹follower›?
‹To Follow› heisst doch folgen, befolgen, gehorchen, aber auch hinterhergehen ...Oder: follow my
intuition? Ist das blindes Vertrauen oder eher nicht? Blindes Folgen? Eher auch nicht – obwohl, manchmal
denke ich: sehr schnell wird etwas ‹geliked›, was man später nicht mehr so toll findet.
Max merkt, dass meine Aufmerksam irgendwo ist, sagt irgendetwas, das ich weder höre noch verstehe. Er macht ein Zeichen, dass er gehen müsse. So merke ich, dass ich in Gedanken versunken bin und fragte ihn, ohne viel zu überlegen:
‹Bist du eigentlich gläubig?›
‹Dass du das fragst›, antwortet er erstaunt und zuckt mit den Schultern ‹Klar. Aber jetzt muss ich los...›
und weg ist er.
Damit bin ich mit meinen Gedanken allein:
Was ist los mit Max? Warum ist gerade er einer von vielen Millionen followern, die bei Tageslicht
betrachtet einfach Suchende sind? Suchende nach einem zuhause, nach Wärme und Geborgenheit? Und
wenn Wärme und ‹action› stimmen, vergessen sie wohl, warum sie eigentlich da sind, wo sie jetzt gerade
am ‹followen› (was für ein Wort!) sind. Hauptsache man fühlt sich wohl.
Oder könnte ‹follower› einfach das neue Wort für die ‹alten› Apostel sein? Oder für Gläubige?
Was wäre wenn es vor 2000 Jahren bereits follower im heutigen Sinn gegen hätte – wo stünden wir heute?
Interessante Geschichte. Das muss ich mal mit Max diskutieren!
Letztes Wochenende bin ich mit meinem Partner nach Paris gefahren, um das Festival Mondial de Cirque de Demain zu besuchen. Für mich ist dieses Festival mehr als nur ein kulturelles Highlight – es ist eine Art jährlicher Höhepunkt für alle, die Kleinkunst lieben. Seit elf Jahren gestalte ich im Team die Kleinkunstshow La Poesia mit, und vielleicht gerade deshalb trifft mich die Atmosphäre dieses Festivals jedes Mal mitten ins Herz.
Zwanzig Acts aus sechzehn Ländern präsentieren dort ihr Können – an den Seilen, mit Jonglage oder dem Schleuderbrett. Jede Darbietung erzählt eine eigene Geschichte, jede Bewegung ist Ausdruck von jahrelanger Hingabe. Man spürt, wie international, vielfältig und verbindend diese Kunstform ist.
Als ich am Gare de Lyon aus dem Zug stieg, fiel mein Blick sofort auf zwei elektronische Plakatwände. Auf der einen: ein Neujahrsgruss von Anne Hidalgo. „Ach wie nett“, dachte ich, ein kleiner Willkommensmoment mitten im Gewusel des Bahnhofs.
Auf der anderen: ein Satz, der mich nicht mehr loslässt.
«Les droits humains sont essentiels tous les jours – et pour vous?»
Menschenrechte sind jeden Tag essenziell – und für Sie?
Ich blieb stehen. Wie selbstverständlich sind diese Rechte für uns? Und warum müssen sie in so leuchtenden Buchstaben an uns herangetragen werden?
Versammlungsfreiheit, Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, der Schutz von Minderheiten – all diese Rechte sind Errungenschaften der Nachkriegszeit. Sie wurden geschaffen, um nie wieder in ein solches Chaos und Leid zurückzufallen. Sie sind universell gültig, unteilbar und eigentlich eine Selbstverständlichkeit.
Und dennoch:
Vielleicht hängen diese Sätze heute an Bahnhöfen, weil man sie zu oft vergisst.
Vielleicht, weil sie wieder vermehrt unter Druck geraten.
Vielleicht, um eine Diskussion anzustossen, die wir dringend brauchen.
Mich erfüllt es mit Stolz, dass die Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg etwas geschaffen hat, an dem wir uns messen können – ein Regelwerk, das für alle gilt und allen Würde zuspricht.
Während ich weiterging, kam mir ein Gedanke: Wie schön wäre es, wenn auch in der Schweiz solche Botschaften prominent sichtbar wären? Wenn Kirchen, Organisationen und Institutionen sich zum Jahresbeginn offensiv für die Menschenrechte starkmachen würden? Wenn Pendlerinnen und Pendler am Hauptbahnhof Zürich mit einem Neujahrsgruss begrüsst würden – und zugleich mit einer Frage, die zum Nachdenken anregt?
Wir brauchen diese Erinnerung. Nicht, weil die Menschenrechte fragil sein sollten – sondern weil wir manchmal vergessen, wie stark sie uns machen.
Der Wettbewerb unter dem Châpiteau im Park von Bercy war übrigens erste Klasse – kraftvoll, verspielt und voller ansteckender Leichtigkeit. Besonders stolz war ich auf die Schweizerin Eline Guélat, die vier Preise entgegennehmen konnte. Vor ein paar Jahren war sie noch bei uns in La Poesia zu sehen. Es ist wunderbar zu erleben, wie weit junge Künstlerinnen und Künstler kommen können.
Kleinkunst ist universell – und sie verbindet.
Dies ist die maximale Zeitspanne, die ein erwachsener Mensch benötigt, um sein Gegenüber zu erkennen und einzuschätzen. In 10 Sekunden entsteht ein positiver oder negativer Eindruck, der kaum noch zu verändern ist.
Ich frage mich da, warum Vorstellungsgespräche, Bewerbungen oder auch Flirts sich immer viel länger, ja nicht nur Stunden dauern sondern sich oft über Wochen oder Monate hinziehen? Weshalb ist eine Probezeit von drei Monaten oder mehr üblich, wenn doch schon nach einem Wimpernschlag alles offensichtlich und quasi in Stein gemeisselt ist? Warum sind wir nicht sicher? Warum haben wir Angst, unserer – im Grunde unumstösslichen – Meinung zu vertrauen?
Darum: Gibt es für unseren Gesprächspartner noch eine Art von zweiter Chance?
Ja, die gibt es. Lasst uns unserem Gegenüber und auch uns selbst noch zweite Chance geben!
Geben wir uns noch einmal
10 Sekunden
Manchmal wirkt die parlamentarische Arbeit so komplex, dass man sich fühlt wie ein Esel am Berg. Doch Esel sind bekanntlich kluge Tiere: Sie schätzen die Lage sorgfältig ein, bevor sie den steinigen Weg hinaufsteigen. Genau so geht es auch in der Parlamentsleitung – und die sitzt sprichwörtlich „auf dem Bock“, dem erhöhten Platz, von dem aus sie den Überblick behält.
Rund 20 Mal pro Jahr trifft sich die Parlamentsleitung, um für einen möglichst reibungslosen Ablauf zu sorgen – trotz lebendiger und manchmal hitziger Diskussionen. Zu Beginn jeder Legislatur werden die Parlamentsmitglieder in Abläufe und Instrumente eingeführt. Niemand muss wie ein ratloser Esel am Berg stehen, sondern findet bald den Weg nach oben.
Auch die Sitzungen kennen ihren „Esel“: das Sitzungs-Skript. Es dient als klare Orientierung und verweist auf die geltenden Gesetze und Verordnungen. So bleibt der Ablauf transparent und geordnet.
Für die nächste Legislatur stehen knapp 10 Kandidatinnen und Kandidaten bereit. Viele stellen sich in die Schlange für das begehrte Amt, um die Kirchgemeinde durch Höhen und Tiefen mit Sorgfalt und Nachsicht zu führen. Wir freuen uns schon heute auf die bunten Papierschlangen an der Wahlfeier – ein fröhlicher Abschluss nach einem anspruchsvollen Aufstieg.