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        <title><![CDATA[Stories by John Refunder on Medium]]></title>
        <description><![CDATA[Stories by John Refunder on Medium]]></description>
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            <title>Stories by John Refunder on Medium</title>
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            <title><![CDATA[Jetzt dreht er völlig durch!]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Sun, 28 Dec 2025 22:14:51 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-28T22:14:51.936Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Kauft Fleischwolf, weil er Geschenkgutscheine nicht mag</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*LP0hHkhTeNnUnkOJGfQ2ug.jpeg" /></figure><p>Weihnachten ist vorbei. Und auf meinem Küchentisch liegen sie wieder, die kleinen, bunten Kärtchen der kapitulierten Kreativität:</p><blockquote><strong>Geschenkgutscheine.</strong></blockquote><p>Ist den Schenkenden eigentlich bewusst, dass ein simpler, schamloser 20-Euro-Schein denselben Zweck erfüllt? Und zwar überall? Nicht nur in einem ausgewählten Partnershop, in dem ich vielleicht nichts brauche außer schlechte Laune? Aber gut. Genug des Sarkasmus.</p><p>Denn was folgt, ist die Geschichte, wie mich diese Gutscheinsprache endgültig zum finanziellen Extremisten gemacht hat und wie ich nebenbei versucht habe, den traurigen Gutscheinen ihr Selbstwertgefühl zurückzugeben.</p><h3>Die Erleuchtung lag im Fleischwolf</h3><p>Es geht um eine Zutat, die bei mir alle zwei Wochen im Meal-Prep verschwindet: Hackfleisch. Und weil ich als ehemals etwas kugeligerer Mensch auf die Kalorien achte, muss „mageres Rinderhack“ draufstehen. Im Supermarkt zahlt man dafür gefühlte Mondpreise: 23 bis 25 Euro das Kilo. Verpackt in einer Plastikschale, deren ökologischer Fußabdruck größer ist als der des Fleisches darin.</p><p>Und dann lagen sie da, die Gutscheine. Neben den Gutscheinen von Ostern, vom Geburtstag, vom „Ich-wusste-nicht-was“-Fest. Ein kleiner, bedruckter Haufen, der irgendwie traurig aussah. Sie wollten doch nur etwas wert sein!</p><p><strong>Also dachte ich mir:</strong></p><p>Wenn ich sie schon nicht in den Läden ausgeben will, für die sie gedacht sind, dann lasse ich sie doch für meine nächste große Spar-Idee arbeiten.</p><p>Die Rechnung war schnell gemacht:</p><ul><li>Supermarkt-Hack (mager): 23–25 €/kg</li><li>Metzger-Stücke (Schwanzstück, Runde, Schulter): 10–15 €/kg</li></ul><p><strong>Die Differenz:</strong></p><p>bis zu 15 Euro Ersparnis pro Kilogramm. Bei zwei Kilo alle zwei Wochen sprechen wir von bis zu 60 Euro im Monat, die einfach so in der Luft zergehen. Oder im Fett, um genau zu sein.</p><h3>Die Rettungsaktion für die Gutscheine und mein Portemonnaie</h3><p>Hier offenbart sich die wahre Absurdität. Wir zahlen einen enormen Aufpreis für:</p><ol><li>Den Service, dass uns jemand das Fleisch durch einen Wolf gedreht hat.</li><li>Die Plastikverpackung, die es frisch hält.</li><li>Die Möglichkeit, es sofort zu kaufen, ohne vorauszuplanen.</li></ol><p>Für diese drei „Annehmlichkeiten“ verbrennen wir buchstäblich Geld. Beim Metzger oder beim Bauern bekomme ich nicht nur bessere Qualität vom Tier aus der Region, sondern zahle auch noch weniger.</p><blockquote><strong>Die Ironie ist perfekt: Mehr Qualität für weniger Geld — man muss sie sich nur selbst durch den Wolf drehen.</strong></blockquote><p>Und jetzt kommen die traurigen Gutscheine ins Spiel. Statt sie in einem Laden auszugeben, den ich nicht mag, habe ich sie gesammelt und online eingelöst. Für was?</p><h3>Für meinen elektrischen Fleischwolf für 120 Euro.</h3><p>Plötzlich hatten sie einen Sinn! Sie halfen mir, ein Werkzeug zu kaufen, das mich unabhängig macht. Sie waren nicht mehr wertlos. Sie waren die Startrampe für meine nächste Sparmission.</p><h3>Die „Wann-hab-ich’s-wieder-drin“-Rechnung</h3><p>Klingt erstmal irre, 120 Euro für ein Küchengerät auszugeben. Aber schauen wir uns an, wann sich diese Ausgabe rentiert hat oder einfacher: <strong>Wann ich mein Geld wieder drin hätte.</strong></p><ul><li>Annahme: Ich spare pro Kilogramm Hackfleisch mindestens 8 Euro (25€ Supermarkt vs. 17€ Metzger — konservativ gerechnet).</li><li>Bei 2 kg alle zwei Wochen sind das 16 Euro Ersparnis alle 14 Tage.</li><li>Nach etwa 15 kg Hackfleisch (das sind 7–8 Mal Einkaufen) hatte ich die 120 Euro für den Wolf wieder reingeholt. Das dauert ungefähr 3 bis 4 Monate.</li></ul><p>Alles, was danach kommt, ist reiner Gewinn. Jedes Kilo Hack, das ich dann mache, ist quasi zum Metzger-Preis plus ein paar Cent Stromkosten zu haben. Und nicht nur finanziell: Ich weiß genau, was in meinem Hack ist (nämlich 100% das Stück, das ich gekauft habe), ich kann den Fettgehalt selbst bestimmen, und ich produziere keinen Verpackungsmüll.</p><h3>Das Fazit des durchgedrehten Selbstversorgers</h3><p>Die Moral von der Geschicht‘? Die größten Sparpotenziale verstecken sich nicht in Prospekten, sondern in den grundlegenden Annahmen unseres Konsums.</p><blockquote><strong>Warum bezahlen wir einen Luxusaufschlag für eine Dienstleistung (das Wolfen), die ein 120-Euro-Gerät auf ewig übernimmt?</strong></blockquote><p>Und manchmal muss man um die Ecke denken, um zwei Probleme auf einmal zu lösen: Das eigene Sparziel und die traurigen, ungewollten Geschenkgutscheine. Aus beiden zusammen wurde eine Win-Win-Situation. Der Fleischwolf ist keine exzentrische Anschaffung. Er ist die logische Endstation für jeden, der nicht länger bereit ist, für pure Bequemlichkeit und industrielle Vorverarbeitung einen finanziellen und qualitativen Tribut zu zahlen.</p><p>Und die nächsten Geschenkgutscheine? Die liegen schon bereit. Vielleicht für einen großen Vorratstopf. Man muss ja schließlich weiter denken. Oder durchdrehen. Je nachdem, wen man fragt. Hauptsache, die Gutscheine fühlen sich endlich nützlich.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=fa46e26400da" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Wie die Lebensmittelindustrie unsere Kinder zu Junkies macht]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Fri, 19 Dec 2025 15:25:49 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-19T15:25:49.979Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>und wir dankbar zahlen</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*p7eYs7kubFakIptWNuqCNA.jpeg" /></figure><h3>Ich war eines dieser Kinder.</h3><p>Eines dieser dummen, glücklichen, ahnungslosen Kinder.</p><p>Sonntagmorgen. Der Tisch gedeckt. In der Mitte thront der goldene Hefezopf aus der Tüte. Meine kleinen Hände griffen gierig zu. Drei Stücke? Vier? Fünf? Hauptsache, die süße, weiche, betäubend gute Masse schmolz auf meiner Zunge. Nutella drauf, natürlich. Doppelt süß. Doppelt abhängig.</p><p>Meine Eltern sahen mich an und lächelten. “Iss, mein Schatz. Es ist doch lecker.”</p><p>Ja, es war lecker. Verdammt lecker. Das war ja der ganze Punkt.</p><h3>Die Lüge, die wir kaufen</h3><p>Heute, mit den Augen eines Vaters, der die Zutatenliste tatsächlich <em>liest</em>, erkenne ich den perfiden Geniestreich.</p><p>Eltern stehen im Supermarkt. Sie sind müde. Gestresst. Sie wollen ihrem Kind eine Freude machen. Oder sich selbst. Sie greifen zum hübsch verpackten Hefegebäck. “Hefegebäck” steht da.</p><p><strong>Klingt harmlos. Klingt nach Omas Küche. Klingt nach Liebe.</strong></p><p>Sie vertrauen. Sie vertrauen darauf, dass in diesem Produkt, das auch für Kinder wirbt, mit seiner weichen Konsistenz und dem süßen Geschmack, nichts ist, was in höheren Dosen ihrem Kind schaden könnte.</p><h3>Ein Irrtum.</h3><p>Denn was steht da, in Kleingedrucktem, das keiner liest?</p><blockquote><em>natürliche Aromen (enthält Weizen und Alkohol).</em></blockquote><p>Alkohol. In einem Produkt für Erwachsene und Kinder. Versteckt hinter dem Deckmantel der “Natürlichkeit”.</p><blockquote><em>Emulgatoren: Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren, Natriumstearoyl-2-lactylat</em></blockquote><p>Chemische Verbindungen, die dafür sorgen, dass das Billigfett sich mit dem Billigmehl verbindet und <em>immer</em> die gleiche, perfekt weiche, süchtig machende Textur hat. Kein Risiko von Misserfolg. Keine natürliche Variation.</p><blockquote><em>Invertzuckersirup</em></blockquote><p>Die Geheimwaffe der Industrie. Billiger, süßer, suchtfördernder als normaler Zucker. Macht das Gebäck länger weich, länger “frisch” und das Gehirn länger gefräßig.</p><h3>Wir sind die Komplizen</h3><p>Meine Eltern wussten es nicht besser. Sie waren keine Bösewichte. Sie waren Opfer eines Systems, das “Convenience” über Gesundheit stellt und “Geschmack” über Integrität.</p><h3>Aber heute?</h3><p>Heute haben wir keine Ausrede. Die Informationen sind da. Ein Klick genügt. Die Zutatenlisten sind, wenn auch gut versteckt, <em>da</em>.</p><p>Und trotzdem kaufen wir. Weil es schnell geht. Weil es billig ist. Weil das Kind quengelt. Weil wir denken:</p><p><strong>“Einmal ist keinmal.”</strong></p><p>Die Lebensmittelindustrie lacht. Sie weiß, dass wir das Wort “natürlich” mit “gesund” verwechseln. Sie weiß, dass wir beim Anblick unseres glücklichen, zuckerbekleckerten Kindes jedes Bauchgefühl ignorieren.</p><p>Sie verkaufen Nostalgie. Sie verkaufen uns Kindheitsglück mit chemischem Beigeschmack. Und wir kaufen es.</p><h3>Die Revolution kommt aus der eigenen Küche</h3><p>Ich habe meinem Kind diesen Industriezopf nicht gegeben. Stattdessen standen wir zusammen in der Küche. Mehl, Eier, Milch, Butter, ein wenig Honig. Echte Zutaten, die man aussprechen kann. Die man anfassen kann.</p><p>Mein Zweijähriger verrührte (wenn auch sehr grobmotorisch) das Ei für den Bestrich. Konzentriert. Stolz. Er bestrich den Teig, nicht ahnend, dass diese Geste eine Rebellion war. Eine Absage an ein System, das ihn zum passiven Konsumenten, zum süchtigen kleinen Kunden erziehen will.</p><p>Als der selbstgemachte Zopf aus dem Ofen kam, roch er nicht nach künstlicher Vanille und Konservierung. Er roch nach… Kindheit und nach echter Butter. Nach Zeit und Mühe.</p><p>Das Kind biss hinein. Es lächelte. Es war kein hyperaktives, zuckergetriebenes Grinsen. Es war ein zufriedenes Lächeln.</p><h3>Die bittere Wahrheit</h3><p>Die Industrie wird nicht aufhören. Sie wird weiterhin “Produkte” mit Chemie und Zucker produzieren, solange wir sie kaufen. Solange wir Bequemlichkeit über Verantwortung stellen.</p><p>Jedes Mal, wenn du diesen verpackten Hefezopf in den Einkaufswagen legst, stimmst du für eine Welt, in der:</p><ul><li>Alkohol in Gebäck für Erwachsene und Kinder “normal” ist.</li><li>Chemische Emulgatoren Grundnahrungsmittel sind.</li><li>Die Gesundheit deines Kindes weniger wert ist als 1,39 €.</li></ul><h3>Du vertraust der falschen Instanz.</h3><p>Vertraue nicht der Industrie. Vertraue nicht der hübschen Verpackung.</p><p>Vertraue deinem Instinkt. Vertraue dem Mehl in deinen Händen. Vertraue der Freude in den Augen deines Kindes, wenn es <em>wirklich</em> versteht, wo sein Essen herkommt.</p><p>Backt den Scheiß selbst. Es ist nicht nur Brot. Es ist ein Akt der Liebe. Und in dieser verdorbenen, profitorientierten Welt ist das die radikalste Tat, die du als Eltern tun kannst.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=888d587ecb3c" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Vom Brotrest zum Genuss:]]></title>
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            <category><![CDATA[recipes-for-cooking]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Fri, 12 Dec 2025 21:10:41 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-12T21:10:41.935Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Wie mich eine Küchen-Schnapsidee zum sparsamen Feinschmecker machte</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*g7_WN5bTlMm5C_AdZMEBlA.jpeg" /></figure><p>Es war mal wieder so ein Tag, an dem ich in meiner Küche stand und vor einem Problem stand: das letzte Stück selbstgebackenes Brot. Trocken, hart, mit einer Kruste, die niemand mehr essen wollte. Statt es wegzuwerfen, begann ich zu recherchieren und stieß auf Kwas, ein traditionelles fermentiertes Brotgetränk aus Osteuropa.</p><p><strong>Die Idee fasziniert mich:</strong></p><p>Aus etwas Wertlosem etwas Neues schaffen! Doch statt sofort mit dem Brauen zu beginnen, entschied ich mich für einen Umweg. Eine Entscheidung, die nicht nur meinen Geschmackssinn, sondern auch meinen Blick auf bewusstes Einkaufen verändern sollte.</p><h3>Der Geschmacksrichtwert: Warum ich erst kaufen musste, bevor ich brauen konnte</h3><p>Mein erster Impuls war: „Das mache ich selbst!“ Doch dann kam die entscheidende Frage: Wie soll ich wissen, wie echter Kwas schmecken muss? Ohne Bezugspunkt riskierte ich, einen misslungenen Sud für gelungen zu halten.</p><p>Also begann die Suche nach einem Referenzprodukt. Weder Supermarkt noch Fachhandel führten es. Bei den typischen Onlinemarktplätzen war es überteuert oder nur in riesigen Mengen erhältlich. Bis ich <a href="https://ebio24.de/">ebio24.de</a> entdeckte.</p><p><strong>Einen Online-Fachhandel für osteuropäische Bio-Produkte.</strong></p><p>Der erste Schluck war eine Offenbarung: eine erfrischende Mischung aus malzigem Brotaroma und leichter Süße, erinnernd an Malzbier, aber weniger süß mit einer Colanote. Ich hatte meinen Qualitäts-Baseline gefunden…das geschmackliche Ziel, auf das ich bei der eigenen Herstellung hinarbeiten konnte.</p><h3>Die unerwarteten Vorteile: Mehr als nur ein Durstlöscher</h3><p>Meine Neugierde geweckt, recherchierte ich die Vorteile von traditionellem Kwas:</p><ul><li>Natürliche Probiotika: Lebende Milchsäurebakterien unterstützen eine gesunde Darmflora</li><li>Funktionale Nährstoffe: Enthält B-Vitamine, Magnesium und Antioxidantien aus der Fermentation</li><li>Weniger Kalorien als viele Softdrinks (Achtung: Es gibt auch alkoholische Varianten!)</li><li>Nachhaltige Verwertung von Brotresten im Ursprungskonzept</li></ul><h3>Die Spar-Entdeckung: Bewusster einkaufen mit System</h3><p>Beim Stöbern auf <a href="https://ebio24.de/">ebio24.de</a> machte ich eine zweite Entdeckung. Als Liebhaber von zucker- und salzfreier Erdnussbutter zahlte ich hierzulande etwa 2,51 € für 250g. Der polnische Bio-Händler bot 340g für 3,00 € an.</p><p>Die Rechnung war einfach und ernüchternd:</p><ul><li>Deutscher Bio-Markt: 10,04 €/kg</li><li>Direktimport aus Polen: 8,82 €/kg</li></ul><p><strong>Die Differenz von 1,22 € pro Kilogramm mag gering erscheinen, doch sie offenbarte ein System:</strong></p><p>Der europäische Binnenmarkt und Globalisierung funktionieren auch für den Endverbraucher. Während große Konzerne diese Mechanismen lange für sich nutzten, können heute auch bewusste Konsumenten von Direktimporten aus Ländern mit geringeren Produktionskosten profitieren</p><p><strong>ohne Qualitätseinbußen.</strong></p><h3>Die zynische Pointe: Selbermachen beginnt mit klugem Kaufen</h3><p>Die ursprüngliche Idee, Kwas selbst zu brauen, verfolge ich immer noch. Doch jetzt mit einem entscheidenden Vorteil: Ich kenne das geschmackliche Ziel. Die vermeintlich teure Flasche Kwas war in Wahrheit eine Investition in sensorische Bildung.</p><p>Der moderne Drang zum Selbermachen ist oft kein Ausstieg aus dem Konsumkreislauf, sondern seine anspruchsvolle Weiterentwicklung. Um qualitativ hochwertige Produkte selbst herzustellen, benötigt man:</p><ol><li>Einen geschulten Geschmackssinn (durch Referenzprodukte)</li><li>Qualitativ hochwertige Zutaten (oft aus spezialisierten Quellen)</li><li>Das richtige Equipment</li></ol><h3>Fazit: Vom Problem zur Bereicherung</h3><p>Was als simples Brotrest-Problem begann, entwickelte sich zu einer vielschichtigen Bereicherung:</p><ol><li>Ich entdeckte ein neues, gesundes Getränk</li><li>Ich fand eine Bezugsquelle für hochwertige Bio-Produkte zu fairen Preisen</li><li>Ich lernte, wie Globalisierung und Binnenmarkt auch mir als Verbraucher nutzen können</li><li>Ich sammelte die nötige sensorische Erfahrung, um mein Fermentier-Projekt erfolgreich zu starten</li></ol><p>Manchmal führen die kleinen, alltäglichen Frustrationen — wie ein hartes Brotende — zu den lohnendsten Entdeckungen. In meinem Fall war es der Weg zu einem traditionellen Getränk, einem klügeren Einkaufsverhalten und der Erkenntnis, dass echtes Selbermachen oft mit bewusstem Konsumieren beginnt.</p><p><strong>Ein Kreislauf, bei dem am Ende alle gewinnen:</strong></p><p>Mein Geschmackssinn, mein Geldbeutel und mein Brotrest, der nicht mehr im Müll landet.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=253e88b08476" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Politik, Pillepalle & 150€ im Jahr:]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Sun, 07 Dec 2025 21:50:42 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-07T21:50:42.084Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Ist das alles?</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*VrNac4vqF7Iz6adwiM7Y7w.jpeg" /></figure><p>Stell dir vor, es ist Wahlkampf und keiner geht hin. Pech gehabt, denkst du…dann gewinnt halt die letzte Partei, die noch Plakate kleben hatte.</p><h3>Aber nein, schlimmer:</h3><p>Alle gehen hin und wählen gefühlt immer dieselben Gesichter in neu kombinierten Reihenfolgen. Ein politisches Memory-Spiel, bei dem die Karten zwar gemischt werden, aber am Ende doch nur dieselben Paare aufgedeckt werden.</p><p>Da sitze ich also da, klicke durch bezahlte Umfragen (weil man ja auch mal für seine Meinung bezahlt werden will, zumindest mit 50 Cent) und wundere mich: Warum hadern eigentlich alle, aber es bewegt sich nichts?</p><p><strong>Meine tiefgründige Analyse:</strong></p><p>Der versprochene “Wandel” ist in Wahrheit ein “Versuch’s-mal-mit-Gemütlichkeit”. Ein bisschen an den Zahlen gedreht, bis die Statistik leise piepst. Aber spürbar in unserem Alltag? Fehlanzeige. Vor allem nicht bei den Themen, die wirklich unter die Haut gehen. “Wie wir miteinander leben” wird diskutiert, als würde man über die beste Farbe fürs Gemeinde-Bürogebäude abstimmen.</p><p>Dann scrolle ich weiter durch meine Timeline. Und zack! Friedrich Merz erklärt dir mit dem Stolz eines Kindes, das gerade sein erstes Rad geschlagen hat, dass der durchschnittliche Haushalt jetzt 150 Euro im Jahr spart. Auf die bohrende Frage eines Bürgers: “Wann gibt’s endlich mehr Netto vom Brutto?”</p><p>Ernsthaft? 150 Euro im Jahr. Das sind 12,50 Euro im Monat. Keine halbe Tankfüllung. Zwei Döner…aber nur ohne Extrakäse. Der Betrag, den du hinter der Couch findest, wenn du endlich mal saubermachst und dabei zufällig eine Briefmarkensammlung deines Großvaters entdeckst.</p><p>Das ist kein Politikwandel. Das ist politisches Trinkgeld.</p><p><strong>“Behalten Sie den Rest”,</strong></p><p>sagt die Regierung, während die Rechnung fürs eigentliche Essen immer weiter wächst. Augenwischerei in Reinform .</p><h3>Also frage ich mich, was sich Millionen im Stillen fragen:</h3><blockquote>Warum ändert sich hier seit Jahrzehnten nichts, außer der Preis für die Semmel?</blockquote><p>Lass uns mal in die nackten Zahlen gucken…nicht die der Politiker, sondern die der Realität:</p><p><strong>Fast 10 Millionen Wahlberechtigte</strong> haben einfach nicht mitgespielt. Ihre Stimme haben sie entweder bewusst weggeworfen oder achselzuckend liegengelassen.</p><p>Die Verteilung der vielen Millionen, die <em>doch</em> gewählt haben? Eine erstaunliche Mischung aus:</p><ul><li>“Weiter so, nur leiser” (SPD, Union)</li><li>“Bisschen anders, aber bitte ohne Wehwehchen” (Grüne, FDP)</li><li>“Jetzt aber radikal anders! Und zwar sofort! Und zwar alles!” (AfD)</li></ul><p>Die einzige Partei, die in den letzten Jahren einen echten Sturm der Zustimmung (und des Protests) erlebt hat, ist die AfD. Alle anderen tanzen im Wesentlichen auf der Stelle. Ein politischer Moonwalk, der aussieht wie Bewegung, aber in Wahrheit nur Rückwärtsgang ist.</p><h3>Und jetzt kommt die ehrliche, zynische Frage an dich:</h3><p>Hältst du es vielleicht einfach nur für das kleinere Übel? Ist es dir lieber, das vertraute, lahme Pferd zu reiten, als auf ein wildes, unbekanntes zu setzen, das dich vielleicht abwirft — oder schlimmer: in Galopp verfällt? Ist deine Wahl eine Abstimmung aus Gewohnheit (“Das haben wir schon immer so gemacht”), eine Zugehörigkeit (“Bei uns war immer…”) oder schlicht Angst vor dem Extremen. Also genau das Gefühl, das die etablierten Parteien seit Jahren kultivieren wie eine seltene Orchidee?</p><h3>Ich habe sie mir wirklich angeschaut.</h3><p>Die ganzen Kleinparteien. Ihre Programme gelesen, ihre Positionen durchforstet. Und weißt du was? Nichts. Kein einziger “OHA!”-Moment. Keine bahnbrechende Idee, die mich elektrisiert hätte. Es waren nur Standardformate von Leuten, die keine Sendezeit bekommen. Nicht mal im Regionalprogramm um 3 Uhr nachts, zwischen der Teleshopping-Schmuckwerbung und der Wiederholung vom “Landarzt”.</p><p><strong>Und da kommt mir der böse Gedanke:</strong></p><p>Möchte man uns in dieser Grauzone zwischen Unzufriedenheit und Angst vor dem Risiko festhalten? Damit die etablierten Machtverhältnisse schön in der Schwebe bleiben… wie eine politische Hängematte, in der sich alle Parteien irgendwie gemütlich einrichten können, während wir draußen stehen und uns fragen, warum sich nie was bewegt.</p><p>Vielleicht ist der wahre Wandel gar kein politischer mehr. Sondern der Moment, in dem wir aufhören, auf die große, erlösende Politik-Idee von oben zu warten…wie Kinder, die auf den Weihnachtsmann hoffen, obwohl sie wissen, dass es nur der Papa im Kostüm ist. Oder in dem wir das Risiko der unbekannten Partei doch eingehen oder in dem die 10 Millionen Nichtwähler plötzlich einen gemeinsamen Slogan fänden: “Wir wählen erst wieder, wenn’s was zu gewinnen gibt!”</p><h3>Was denkst du?</h3><p>Ist das hier noch zu retten, oder spielen wir alle nur noch ein eingespieltes Ritual durch — eine Art politisches Theater, bei dem am Ende niemand wirklich gewinnt, außer der Status quo? Und der Status quo ist wie dieser eine Kollege im Büro: Niemand mag ihn wirklich, aber fehlen würde er dann auch nicht.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=eb6c7ab9824a" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[C-Ration: Womit ein US-Soldat im 2. Weltkrieg klarkommen musste]]></title>
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            <category><![CDATA[army]]></category>
            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Sat, 06 Dec 2025 11:47:26 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-06T11:47:26.796Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>und warum sie eure Protein-Pudding-Welt blamiert</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*SiSpV1fQ9TbRWhNB_kuHFg.jpeg" /></figure><p>Schaut euch um. Wir leben im goldenen Zeitalter der Verweichlichung. Wir haben Food-Tracker, die uns jeden Bissen vorrechnen. Wir haben Influencer, die uns erklären, wie man Chia-Samen einweicht. Wir haben Supermärkte, in denen 37 Sorten Mandeldrink anstarren.</p><blockquote><strong>Und trotzdem wissen wir nicht mehr, wie man einfach satt wird.</strong></blockquote><p>Ich war einer von euch. 40 Kilo zu schwer, weil ich dachte, Essen wäre Entertainment. Ein kleiner Snack hier, ein süßer Trost dort. Nach der Abnahme dachte ich, die Lösung sei Kontrolle: 300 kcal hier, 500 kcal Shake dort. Mathematik auf dem Teller. Bis ich einfach nicht mehr wollte.</p><p><strong>Dann fand ich die Antwort an einem Ort, den ihr alle meiden würdet:</strong></p><h3>Im Dreck des Zweiten Weltkriegs.</h3><h3>Die Realität, die eure Food-Trends blamiert</h3><p>Während ihr diskutiert, ob glutenfreie Haferflocken nachhaltiger sind, hatten die Soldaten nur eines im Kopf:</p><blockquote><strong>Überleben.</strong></blockquote><p><strong>Ihre Lösung für schnelle Nahrung? Die C-Ration.</strong></p><p>Eine Blechdose mit:</p><ul><li>Corned Beef (kein “slow-cooked beef”, einfach Fleisch in Dosen)</li><li>Sauerkraut (kein fermentiertes Superfood, einfach Kohl, der nicht verrottet)</li><li>Hartkeks (kein “glutenfree grain cracker”, einfach Mehl und Wasser, hart wie Beton)</li></ul><p>Das war keine Ernährung. Das war Überlebenslogistik. Jede Kalorie hatte einen Auftrag. Es gab kein “Ich habe heute keine Lust darauf”. Es gab: “Das ist dein Treibstoff. Punkt.”</p><p>Und wisst ihr was? Es hat funktioniert. Männer marschierten damit, kämpften damit, überlebten damit. Während ihr mit eurem perfekt fotografierten Avocado-Toast nach zwei Stunden wieder hungrig seid, hielt diese simple Ration Soldaten unter Extrembedingungen am Leben.</p><h3>Meine Anpassung in einer verweichlichten Welt</h3><p>Ich habe die Kriegslogik in meinen Alltag übersetzt. Nicht weil ich muss, sondern weil ich die Wahrheit darin erkannt habe:</p><p>Meine Morgen-C-Ration:</p><ol><li>Die Kampfeinheit: Corned Beef &amp; Sauerkraut auf Vollkornbrot — die historische DNA</li><li>Die Verstärkung: Ei, körniger Frischkäse, Hähnchenbrust — Protein, das Arbeit verrichtet</li></ol><h3>Warum euer Frühstück versagt und meines funktioniert</h3><p>Ihr esst für den Moment. Für den Geschmack. Für das Foto. Für das Gefühl.<br>Ich esse für die nächsten 6 Stunden. Für die Freiheit, nicht ans Essen denken zu müssen.</p><h3>Euer “gesundes” Frühstück scheitert an einem einfachen Punkt:</h3><p>Es ist darauf optimiert, gut auszusehen und gut zu schmecken und nicht darauf, funktional zu sein.</p><p>Meine C-Ration ist funktional. Sie ist:</p><ul><li>Ehrlich (keine Marketing-Versprechen)</li><li>Effizient (10 Minuten Vorbereitung, 6 Stunden Wirkung)</li><li>Erbarmungslos (sie erfüllt ihren Zweck, ohne Rücksicht auf modische Vorlieben)</li></ul><h3>Die unbequeme Wahrheit</h3><p>Während ihr euch mit euren Food-Trends beschäftigt, habt ihr vergessen, was Essen im Kern ist:</p><p><strong>Treibstoff. Nicht Therapie. Nicht Unterhaltung. Nicht Identität.</strong></p><p>Der Soldat im Schützengraben hatte keine Zeit für:</p><ul><li>Meal-Prep-Ästhetik</li><li>Makro-Tracking-Apps</li><li>Die Frage, ob sein Essen “clean” ist</li></ul><p><strong>Er hatte ein Problem:</strong></p><p>Energiemangel.</p><p>Ich habe mir diese Haltung zurückgeholt. Ich esse nicht mehr, um mich zu belohnen oder zu trösten. Ich versorge mich. Präzise. Zweckgebunden. Respektvoll.</p><h3>Und das Ergebnis?</h3><p>Ich bin nicht nur physisch leichter…ich bin mental befreit. Während ihr alle zwei Stunden über euren nächsten Snack nachdenkt, regiere ich mein Leben. Nicht mein Appetit.</p><p><strong>Die C-Ration erinnert mich jeden Tag daran:</strong><br>Die höchste Form der Ernährung ist nicht die raffinierteste. Sondern die, die dich vergessen lässt, dass du überhaupt essen musst.</p><p>Fahrt fort mit euren Overnight-Oats.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=e54533c08bab" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Gutes Gewissen trifft auf harte Fakten:]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Mon, 01 Dec 2025 21:25:33 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-12-01T21:25:49.765Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Wenn moralische Überlegenheit an der Realität zerschellt</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*5AMamo8nfjtkdEwrIr5bzg.png" /></figure><p>Die Begegnung mit einem alten Freund, den man seit Jahren nicht gesehen hat, verspricht normalerweise eine angenehme Reise in die Vergangenheit. Bei mir entwickelte sie sich zu einer schonungslosen Konfrontation zwischen vermeintlicher moralischer Überlegenheit und unbequemen Fakten. Eine Begegnung, die mir zeigte, wie komplex Nachhaltigkeit im Alltag wirklich ist.</p><h3>Die Coladose als moralischer Prüfstein</h3><p>Als Gastgeber bot ich meinem Freund eine Cola an…importiert aus dem Ausland, ohne deutsches Pfandsystem.</p><p><strong>Seine Reaktion war unerwartet:</strong></p><p>Er bat um Wasser und erklärte, dass er aus Klimagründen keine Aludose akzeptieren könne. Die Herstellung verursache mehr Treibhausgase als Mehrwegflaschen. Ein Argument, das auf den ersten Blick plausibel klingt.</p><p>Doch in unserer anschließenden Debatte offenbarte sich die Inkonsistenz seiner Position. Die gleiche moralische Rigidität wandte er auf Kleidung an. Er trage nur Markenware einer bekannten Sportmarke (beginnend mit “A”), während ich No-Name-Importe bevorzuge.</p><h3>Das “Made in China”-Paradoxon</h3><p>Die Ironie zeigte sich, als wir unsere Etiketten verglichen: Auf beiden Kleidungsstücken stand “Made in China”. Sein Argument für Markenkleidung? Bessere Qualität und faire Bezahlung der Arbeiter …Annahmen, die er nicht überprüft hatte.</p><p>Ich erinnerte ihn daran, dass Baumwolle oft von denselben Feldern stammt, unabhängig vom späteren Label. Eine investigative Reportage hatte kürzlich gezeigt, wie in bestimmten Regionen Baumwolle unter bedenklichen Arbeitsbedingungen geerntet wird. Ein Fakt, der ihn überraschte.</p><h3>Der blinde Fleck der selektiven Moral</h3><p>Die Diskussion weitete sich aus und offenbarte die Widersprüche in seinem Konsumverhalten:</p><ul><li>Seine maschinell produzierten Brote aus dem Discounter verbrauchen Energie und verursachen Treibhausgase</li><li>Die praktischen Salatboxen aus dem Supermarkt sind in Plastik verpackt und vorportionierte Dressings kommen in Einwegfläschchen</li><li>Sein Auto fährt mit Benzin. Einem endlichen Rohstoff, dessen Gewinnung und Verarbeitung die Umwelt belastet</li><li>Sein Fleisch kauft er abgepackt und so günstig wie möglich — ebenfalls in Plastikverpackung</li></ul><p><strong>Im Kontrast dazu:</strong></p><ul><li>Meine importierten Getränke sind oft Restposten kurz vor dem MHD — also Vermeidung von Food-Waste</li><li>Ich backe mein Brot selbst, reduziere Verpackung und Transportwege</li><li>Ich kaufe Fleisch in den Mengen, die ich wirklich brauche</li></ul><h3>Die Erkenntnis: Nachhaltigkeit ist kein Wettbewerb</h3><p>Die Konfrontation zeigte deutlich: Wir leben alle in einem System, das nachhaltigen Konsum erschwert. Die wahre Erkenntnis war nicht, wer “besser” lebt, sondern dass selektive Moral häufig auf Halbwissen basiert.</p><p>Mein Freund hatte sich auf bestimmte, sichtbare Aspekte (Pfand, Marken) konzentriert, während er die weniger offensichtlichen Umweltauswirkungen seines Konsums übersah. Ich hatte mich auf andere Aspekte (Vermeidung von Food-Waste, Selbstversorgung) fokussiert.</p><p><strong>Die Realität ist:</strong></p><p>In unserer globalisierten Welt sind Lieferketten komplex und Umweltauswirkungen oft schwer nachvollziehbar. Ein wirklich nachhaltiger Lebensstil erfordert nicht moralische Überlegenheit, sondern kritische Selbstreflexion, kontinuierliches Lernen und die Akzeptanz von Kompromissen.</p><p>Die Begegnung endete nicht mit einem Gewinner, sondern mit der gemeinsamen Erkenntnis, dass wir beide in einem System voller Widersprüche leben. Vielleicht ist das der erste Schritt zu einem wirklich bewussteren Konsum: Die Einsicht, dass niemand perfekt ist. Und dass echtes Engagement für Nachhaltigkeit mehr erfordert als das Befolgen einfacher Regeln.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=1995e0c013bc" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Mein Jahresrückblick 2025:]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Fri, 28 Nov 2025 19:33:53 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-11-28T19:33:53.634Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>nur Zahlen und Fakten</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*4LOiUqGPBNwRXu4S6xbACQ.jpeg" /></figure><p>Man könnte meinen, die Inflation sei 2025 zum Volkssport geworden. Überall die gleichen Klagen, die gleichen resignierten Schulterzucken. “Was will man machen?” — “Alles wird teurer.” Als ob es ein Naturgesetz wäre, das man einfach hinnehmen müsste.</p><p><strong>Ich habe beschlossen, mich diesem Kollektivresignation zu verweigern.</strong></p><p>Während andere ihren Frust über steigende Preise bei Kaffeeautomaten und in Supermärkten ventilierten, habe ich angefangen, die Spielregeln des Konsums zu hinterfragen. Nicht mit Verzicht — sondern mit System.</p><p>Die Bilanz eines Jahres, in dem ich aufgehört habe, den bequemsten Weg zu gehen:</p><h3><strong>Aus toter Zeit wurde Geld:</strong></h3><ul><li>170 € für Umfragen, die ich in Warteschlangen und Bahnfahrten erledigt habe</li><li>190 € für Mini-Jobs auf dem Handy, die unterhaltsamer waren als das x-te Scrollen durch Social Media</li></ul><p><strong>360 €, die beweisen: Auch kleine Beträge summieren sich, wenn man konsequent bleibt</strong></p><h3>Der Angriff auf die stillen Geldvernichter:</h3><ul><li>240 € Ersparnis durch einen Mobilfunkwechsel — 20 Minuten Aufwand für ein ganzes Jahr Ersparnis</li><li>155 € mehr durch gekündigte Abos, die monatelang im Hintergrund weiterliefen</li><li>350 € weniger Ausgaben für Versicherungen, nachdem ich mir die Policen endlich genau angesehen habe</li><li>Über 1.000 € Ersparnis durch systematisch optimierte Einkäufe</li></ul><p><strong>Der letzte Punkt verdient erläutert zu werden:</strong></p><p>Getränke kaufe ich nicht mehr im deutschen Einzelhandel, sondern lasse sie aus Dänemark kommen…ohne Pfandsystem, ohne deutschen Steueraufschlag. Lebensmittel beziehe ich direkt von Erzeugern oder über genau einen Zwischenhändler. Ich zahle nicht länger für aufwändige Logistik, Marketingkampagnen und Margen von fünf verschiedenen Zwischenhändlern.</p><h3>Das Ergebnis?</h3><p>Über 2.100 € mehr auf meinem Konto. Ohne dass ich auf Qualität verzichte. Ohne dass ich mich einschränke. Einfach nur, weil ich aufgehört habe, so zu tun, als wären die Preise in meiner Region gottgegeben.</p><p>Die eigentliche Überraschung war nicht die Höhe der Ersparnis, sondern wie simpel die meisten Optimierungen waren. Es erforderte keine besondere Intelligenz…nur die Bereitschaft, eingefahrene Wege zu verlassen.</p><h3>Für 2026 nehme ich mir vor:</h3><p>Wenn schon teure Zeiten, dann wenigstens mit der Genugtuung, nicht der Erste zu sein, der darauf hereinfällt.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=d154789ac847" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Die Nacht, in der ich meine Prinzipien an der Theke parkte]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Sun, 23 Nov 2025 21:32:09 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-11-23T21:32:09.329Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<p><strong><em>und die Seele auftankte</em></strong></p><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*bf51SCXIsjT-7so6PfzCvA.jpeg" /></figure><p>Manchmal merkt man erst, wie sehr einen der Alltag eingeengt hat, wenn man ausbricht. Jahrelang hatte ich mein Leben optimiert wie eine Maschine. Jeder Cent hatte seinen Platz in der Budget-Tabelle, jeder Abend war durchgeplant, jedes Hobby musste einen Mehrwert bringen. Disziplin war mein Mantra, Effizienz mein Gospel.</p><p>Doch letzte Woche warf mir das Leben die Rechnung für all diese Perfektion auf den Tisch. Die Arbeit fraß mich auf, die Frustration zog zu mir nach Hause ein, und meine achso durchdachten Routinen fühlten sich plötzlich an wie ein Gefängnis.</p><blockquote><strong>Ich hatte mich in meinem eigenen System verfangen.</strong></blockquote><p>Also brach ich aus. Nicht mit einem großen Knall, sondern mit einem leisen “Jetzt reicht’s”. Das Ziel: “Zum goldenen Anker”, eine Kneipe, die ich aus meinen wilden Zwanzigern kannte. Der Ort, an dem ich früher Abende und Gedächtnislücken gesammelt hatte.</p><p><strong>19:00 Uhr — Der Eintritt in eine andere Welt</strong><br>Ich schob die Holztür auf und wurde von der vertrauten, beißenden Luft empfangen. Noch leer, bis auf vier Männer an der Theke. “Ein Helles, bitte.” Der erste Schluck schmeckte nach Freiheit.</p><p><strong>19:45 Uhr — Die unverbindliche Verbindung</strong><br>Das zweite Bier stand vor mir, als der Mann links neben mir sein Glas hob. “Auf die Vernunft in unvernünftigen Zeiten.” Wir stießen an. Was folgte, war ein politisches Gespräch, wie ich es lange nicht geführt hatte. Keine Namen, keine Höflichkeiten. Einfach nur Gedanken, ungefiltert. Er bestellte einen Korn für mich. “Weil’s passt.” Diese Geste enthielt mehr Menschlichkeit als so manche höfliche Oberflächlichkeit im Alltag.</p><p><strong>20:30 Uhr — Die geteilte Zigarettenschachtel</strong><br>Beim dritten Bier war die anfängliche Zurückhaltung verflogen. Die Gespräche flossen wie die Getränke. Über Inflation, über die Arbeit, über das Leben. Irgendwann landete eine zerknitterte Zigarettenschachtel zwischen uns. Geteilt, ohne ein Wort. Ich bestellte einen Korn zurück. Eine stille Gegengeste.</p><p><strong>20:45 Uhr — Die weise Entscheidung</strong><br>Ich spürte die Wirkung. Also bestellte ich Kaffee und Wasser. Keiner machte eine Bemerkung. Kein blöder Spruch. Nur ein kurzes, anerkennendes Nicken. Sie wussten: Hier sitzt jemand, der Verantwortung trägt und das schätzten sie. In dieser Welt ohne Regeln gab es doch eine unausgesprochene Ethik.</p><p><strong>21:15 Uhr — Die unerwünschten Gäste</strong><br>Eine Studentengruppe stürmte herein, ließ zwei volle Biergläser umkippen, bevor sie überhaupt Platz genommen hatten. Unser kollektiver Ratschlag — Wasser und Kaffee — prallte an ihrer Überheblichkeit ab. Wir schüttelten gleichzeitig die Köpfe. Eine stille Übereinkunft zwischen uns Männern: Nicht unser Problem. Eine Grenze war gezogen.</p><p><strong>22:30 Uhr — Der Abschied ohne Wehmut</strong><br>“Zum Abschied”, sagte mein unbekannter Gesprächspartner und schob mir einen Schnaps zu. Drei Stunden intensivster Gespräche lagen hinter uns. In einem Impuls der Verbundenheit bot ich ihm meine Vape an. Er nahm einen Zug, hustete leicht und schüttelte lachend den Kopf. “Nicht mein Ding, aber danke.”</p><p><strong>In diesem scheinbar belanglosen Moment, rückblickend betrachtet, offenbarte sich etwas Besonderes:</strong></p><blockquote>In einer Zeit, in der nach Corona selbst Handschläge noch hinterfragt werden, war dies eine stille Geste des Vertrauens. Ich vertraute ihm mein Gerät an, er vertraute mir genug, um es zu probieren.</blockquote><p>Da mein Kopf dank der vorherigen weisen Entscheidungen trotz der Stunden noch klar genug war, wechselte ich den Mundstück-Aufsatz sofort, nachdem er ihn zurückgereicht hatte. Eine reflexive Handlung der Hygiene, die das Vertrauen der Geste jedoch nicht schmälerte, sondern im Gegenteil:</p><p><strong>Sie zeigte, dass in dieser schäbigen Kneipe mit ihren rauen Umgangsformen ein unausgesprochener Respekt miteinander existierte.</strong></p><p>Ein letztes Nicken, dann ging ich. Der Heimweg fühlte sich leichter an als der Hinweg.</p><h3>Ich werde diese vier Männer nie wieder sehen. Aber sie haben mir eine wertvolle Lektion erteilt:</h3><p>Dass Authentizität manchmal lauter sein darf als Korrektheit. Dass man seine Prinzipien nicht brechen, sondern sie einfach mal für ein paar Stunden parken darf. Die Säulen meines Lebens stehen weiterhin einfach weil ich weiß, dass es diesen “goldenen Anker” noch gibt, für die nächste Nacht, in der ich spüre, dass mich die Perfektion wieder zu ersticken droht.</p><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=7072515417f9" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Mit dem BGB einen Händler in die Knie gezwungen]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Tue, 11 Nov 2025 18:07:32 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-11-11T18:15:45.340Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Warum ihr alle zu nett seid</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*VDOBwcZ1JUBILmxiCUegng.jpeg" /></figure><p>Alles begann mit meinem persönlichen Schnäppchen-Junkie-Tool. Dieser clevere Browser-Helfer fand mir das absolute Top-Angebot…nicht bei Amazon, sondern bei einem gewerblichen eBay-Händler mit 99% positiver Bewertung, deutschem Impressum und Umsatzsteuer-ID.</p><blockquote><strong>Was könnte bei so viel Seriosität schon schiefgehen?</strong></blockquote><p>Wie naiv ich doch war.</p><h3><strong>Die große Enttäuschung</strong></h3><p>Die Neuware traf ein und war defekt. Klassiker. Aber hey, Fehler passieren, dachte ich mir und startete brav die Reklamation. Mit Fotos, mit höflicher Beschreibung, dem ganzen Programm. 26 Stunden später die erste Antwort:</p><blockquote>“Möchten Sie das Geld zurück?”</blockquote><p><strong>Ja, verdammt!</strong> Das hatte ich doch schon gesagt. Und dann? Nichts. Absolute Stille. 24 Stunden später meine Nachfrage…wieder nichts. Diese Stille war nicht etwa höflich, sie war eine Unverschämtheit.</p><h3>Die böse Überraschung</h3><p>Also wurde ich misstrauisch und tat, was ich von Anfang an hätte tun sollen: Ich las die Bewertungen. Richtig. Nicht nur die positiven, sondern vor allem die negativen.</p><p><strong>Und da kam die Wahrheit ans Licht:</strong></p><p>“Geld nur über Käuferschutz zurückbekommen”, “Wochenlange Diskussionen”, “Artikel nie angekommen”. Wie kann ein Händler mit über 6.000 Verkäufen und nur 30 negativen Bewertungen so unseriös sein? Ganz einfach:</p><p><strong>Deutsche Duckmäusertum in Reinform.</strong></p><h3>Das deutsche Phänomen</h3><p>Die meisten Kunden sind zu feige für eine ehrliche Bewertung. Sie ärgern sich leise, öffnen einen Fall bei eBay, bekommen ihr Geld zurück und verschwinden dann still und leise. Ohne Warnung für die nächsten Käufer. Aus Bequemlichkeit. Aus Feigheit. Eine erbärmliche Performance.</p><h3>Die Erleuchtung</h3><p>Da stellte ich mir die Frage, die ich mir inzwischen in allen Lebenslagen stelle:</p><blockquote><strong>Was habe ich eigentlich davon?</strong></blockquote><p>Was bringt es mir, weiter höflich zu sein? Die Antwort war ein klares:</p><p><strong>Nichts.</strong></p><p>Also beschloss ich, mir mein Geld zu holen…und zwar sofort.</p><h3><strong>Die Geheimwaffe</strong></h3><p>Ich griff zu einer Waffe, die kaum einer kennt: Dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). § 433 (Kaufvertrag), Sachmangelhaftung, Gewährleistung. Ich schrieb eine E-Mail direkt an die Impressums-Adresse. Knallhart, ohne “bitte” und “vielleicht”. Ich zitierte Paragraphen, setzte eine Frist und drohte mit einem Deckungskauf nach § 437.</p><blockquote><strong>Das bedeutet: Ich kaufe dasselbe Produkt woanders und der Verkäufer zahlt die Mehrkosten.</strong></blockquote><h3>Das Wunder</h3><p>Oh, welch Überraschung! Plötzlich ging alles blitzschnell. Keine 12 Stunden später war das Geld zurück auf meinem Konto. Es ist fast so, als würden unseriöse Verkäufer genau wissen, wann sie verloren haben.</p><h3>Das Nachspiel</h3><p>Jetzt sitze ich hier auf diesem Schrott rum und warte auf Rücksendeanweisungen. Die kamen natürlich nicht…Überraschung!</p><p><strong>Aber kein Problem:</strong></p><p>Demnächst könnte ihm theoretisch eine Lagerkostenrechnung nach §304 ins Haus flattern…nicht dass ich das ernsthaft vorhätte, aber die Vorstellung allein ist doch köstlich.</p><p>Immerhin muss ich meinen neuen Nebenjob als kostenloser Lagerist für defekte Waren irgendwie honorieren?!</p><p>Diesmal hat er es nicht mit einem geduldigen Käufer zu tun, sondern mit jemandem, der im BGB die beste Bedienungsanleitung für schwierige Verkäufer gefunden hat. So wird jeder Paragraph zu meiner kleinen Rache für all diejenigen, die vor mir schon den schlechten Kundenservice erleben mussten.</p><h3>Die eigentliche Schande</h3><p>Am meisten ärgert mich nicht der Betrug. Sondern dass das System funktioniert. Dass sich Betrug dank unserer Feigheit lohnt. Dass Plattformen wie eBay das zulassen.</p><h3>Der Appell</h3><p>Also hört auf damit! Hört auf, eure Mitkäufer im Stich zu lassen! Hinterlasst ehrliche Bewertungen! Seid keine Duckmäuser!</p><p><strong>Und vor allem:</strong></p><p>Lernt eure Rechte kennen. Manchmal ist der mächtigste Klick nicht der auf “Kaufen”, sondern der, der das BGB öffnet.</p><h3>Ihr habt nichts davon, nett zu sein. Aber alles davon, eure Rechte durchzusetzen.</h3><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=d3b7f12948a8" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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            <title><![CDATA[Das Upgrade beim Stromsparen:]]></title>
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            <dc:creator><![CDATA[John Refunder]]></dc:creator>
            <pubDate>Sun, 09 Nov 2025 21:17:03 GMT</pubDate>
            <atom:updated>2025-11-09T21:17:03.993Z</atom:updated>
            <content:encoded><![CDATA[<h3>Vom Stecker-Zieher zum digitalen Energiemanager</h3><figure><img alt="" src="https://cdn-images-1.medium.com/max/1024/1*RLuUnS9Fs5WuZcHaBzTW1A.jpeg" /></figure><p>Es beginnt immer gleich. Der Brief des Stromanbieters landet im Briefkasten und man beschließt:</p><p>Jetzt wird gespart!</p><p><strong>Also geht man nach dem Lehrbuch der Energiespar-Klassiker vor:</strong></p><p>Man wird zum Wächter über die Lichtschalter, drückt den Eco-Modus an Waschmaschine und Spülmaschine und besorgt sich Steckdosenleisten mit Kippschalter.</p><p><strong>An ihnen hängen die üblichen Verdächtigen, die im Standby-Modus vor sich hin gammeln:</strong></p><p>Mikrowelle, Wasserkocher, Kaffeemaschine. Bei Familien gesellen sich dazu Milchaufschäumer und Flaschenwärmer. Und natürlich die ganze Elektronik: Ladekabel, die nachts die Smartphones füttern, sowie bei mir im Home-Office: ein PC, zwei Bildschirme und ein Drucker.</p><p><strong>Doch dieses System hat einen entscheidenden Haken: Es ist verdammt nervig.</strong></p><p>Wer möchte als morgendlicher Zombie erst die Kaffeemaschine an der schwer erreichbaren Steckdose einschalten? Wer hat abends im Dunkeln Bock, das Ladekabel zu suchen? Genau. Niemand.</p><p><strong>Ich, Baujahr 90er und eigentlich kein großer Fan von unnötiger Digitalisierung, musste mir eingestehen:</strong></p><p>Es muss eine bessere Lösung geben. Und die fand ich in einem Wort, das ich bisher belächelt hatte:</p><h3>Smarthome.</h3><p>Aber halt, nicht so, wie du jetzt denkst! Die Lösung war viel simpler und genialer: WLAN-Steckdosen.</p><h4>Die Rettung: Unspektakulär, aber genial</h4><p>Diese unscheinbaren Steckdosen werden zwischen die Wand und das Gerät gesteckt und sind per App steuerbar. Das war das Game-Changer.</p><ul><li><strong>Kaffeemaschine: </strong>Sie darf jetzt durchgehend an der WLAN-Steckdose hängen. Um 6:55 Uhr, während ich mir die Zähne putze, schalte ich sie mit einem Fingertipp frei.</li><li><strong>PC &amp; Bildschirme:</strong> Die ganze Home-Office-Garnitur hängt an einer Steckdose. Sie bekommt nur Strom, wenn ich arbeite. Feierabend? Ein Klick, und alles ist stromlos.</li><li><strong>Ladekabel:</strong> Statt die ganze Nacht zu laden, bekommt das Smartphone ein genau getimtes Zeitfenster von einer Stunde.</li><li><strong>Fernseher im Schlafzimmer:</strong> Er hat nur noch Strom, wenn ich ihn auch wirklich benutze.</li></ul><p>Die Philosophie ist einfach: Wenn ein Gerät nicht genutzt wird, fließt wirklich null Strom.</p><h4>Der Game-Changer für den Urlaub: Der ultimative Seelenfrieden</h4><p>Doch das beste Feature kommt erst, wenn man das Haus für längere Zeit verlässt. Kennt ihr das?<br>Man steht schon fast mit dem Koffer in der Tür, und dann beginnt das Grübeln:</p><blockquote><strong><em>Habe ich auch wirklich alle Stecker gezogen?</em></strong></blockquote><p>Dieser Moment der Unsicherheit gehört der Vergangenheit an. Ein kurzer Blick in die App genügt: Alles, was nicht notwendig ist, ist mit einem Fingertipp stromlos. Das ist mehr als nur Stromsparen, das ist aktive Sicherheit und purer Seelenfrieden.</p><h3>Aber lohnt sich der Aufwand wirklich? Die harten Zahlen</h3><p>Die Ausgangslage (realistisch hoch angesetzte Standby-/Leerlaufverbräuche):</p><ul><li>Kaffeevollautomat (mit Netzteil): 3 Watt (im Bereitschaftsmodus)</li><li>Gaming-PC + 2 Bildschirme: 10 Watt (inkl. LED-Beleuchtung und starken Netzteilen)</li><li>Drucker (Tintenstrahl, mit Wartungsmodus): 5 Watt</li><li>Ladekabel &amp; Ladegeräte (mehrere): 2 Watt (insgesamt)</li><li>Mikrowelle (mit aufwändigem Display): 5 Watt</li><li>Fernseher (55 Zoll, OLED): 2 Watt</li><li>Soundbar/Soundsystem: 3 Watt</li><li>Konsolen (im Standby für Updates): 5 Watt</li><li>Gesamt: 35 Watt Dauerleistung im Standby</li></ul><h3>Die Rechnung:</h3><p>35 Watt x 24 Stunden = 840 Wattstunden (Wh) pro Tag<br>840 Wh/Tag x 365 Tage = 306.600 Wh = 306,6 kWh pro Jahr</p><p>Das sind über 300 kWh, die buchstäblich für Nichts verpulvert werden. Nur dafür, dass die Geräte auf “Bereitschaft” warten. Mit den WLAN-Steckdosen habe ich diesen Verbrauch auf nahezu null gesenkt. Das ist der Jahresstromverbrauch eines sparsamen Kühlschranks!</p><h4>Das Fazit: Kleine Investition, großer Effekt</h4><p>Dieses Upgrade vom manuellen Stecker-Zieher zum digitalen Energiemanager ist mehr als nur Stromsparen. Es ist eine Entlastung für den Kopf und ein Plus an Sicherheit. Man richtet sich ein System ein, das automatisch für Effizienz sorgt und einem im Urlaub die lästigen “Habe-ich-auch-wirklich…?”-Gedanken aus dem Kopf streicht.</p><h3>Manchmal ist die beste Sparmaßnahme nicht der Verzicht, sondern die klügere Nutzung.</h3><img src="https://medium.com/_/stat?event=post.clientViewed&referrerSource=full_rss&postId=ba2497c183e5" width="1" height="1" alt="">]]></content:encoded>
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