Sperre von US-Flughafen wegen Drohnenabwehr durch Militär
Die US-Regierung hat mexikanischen Drogenkartellen eine Verletzung des texanischen Luftraums mit Drohnen vorgeworfen. US-Verkehrsminister Sean Duffy erklärte gestern auf X, das Pentagon und die Luftfahrtbehörde FAA hätten die Drohnen nahe dem US-Flughafen El Paso unschädlich gemacht, der stundenlang gesperrt war.
Medien: Pentagon testete Laserwaffe
Die tatsächliche Ursache für die Luftraumsperre war laut „New York Times“ aber, dass das Pentagon kurzerhand beschlossen hatte, eine neue Drohnenabwehrtechnologie einzusetzen. Der Luftfahrtbehörde habe dann die Zeit gefehlt, das Risiko für die zivile Luftfahrt in der Region einzuschätzen. Deshalb sei der Luftraum insgesamt gesperrt worden. Laut AP kam eine Laserwaffe zum Abschuss von Drohnen. Eine solche hat unter anderem Israel entwickelt und bereits im Einsatz.
Verkehrsminister Duffy sprach von einer regelrechten „Drohneninvasion“ durch Kartelle im texanischen Luftraum. Er fügte hinzu: „Die Bedrohung wurde beseitigt, und es besteht keine Gefahr für den kommerziellen Luftverkehr in der Region mehr.“ Mexikos Regierung widersprach und sagte, keine Kenntnis von Drohnen an der Grenze zu haben.
Keine Bestätigung von Pentagon
Das Pentagon bestätigte die Angaben zu den Drohnen vorerst nicht. Das Nutzerkonto @DoWCTO des „Kriegsministeriums“, wie sich das Pentagon seit September nennt, veröffentlichte allerdings im Onlinedienst X unter der Überschrift „Verteidigt die Heimat“ das bearbeitete Foto eines Adlers vor drohnenähnlichen Flugobjekten, die offenbar abgeschossen werden.
Scharfe Kritik von Demokraten
Politiker der oppositionellen Demokraten im US-Kongress nannten den Vorgang „inakzeptabel“ und warfen „Kriegsminister“ Pete Hegseth vor, „rücksichtslos im öffentlichen Luftraum zu agieren“. Das Pentagon dürfe nicht die Sicherheit gefährden und die Reisefreiheit beeinträchtigen, erklärten die demokratischen Abgeordneten Rick Larsen und André Carson.
Der Verkehr am internationalen US-Flughafen El Paso kam wegen des Vorfalls am Mittwoch stundenlang zum Erliegen – ohne dass Reisende informiert wurden, warum. El Paso hat rund 700.000 Einwohner und liegt neben der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juarez, die als Hochburg von Drogenkartellen gilt.