Geneigte Leser

Dienstag, 29. Januar 2013

Schottischer Schmalspur-Personenzug

Das Tableterror-Team begrüßt alle geneigten Leser im neuen Jahr 2013 und wünscht alles Gute, viel Erfolg und vor allem Spaß am Hobby!

Mit etwas Verzögerung ist dieses der erste Eintrag in diesem Jahr, aber immerhin ist es Michi noch im Januar gelungen diesen einzustellen. Der Anlass ist die Fertigstellung einiger Personenwagen für den schottischen Schmalspurzug, der in diesem Blog schon Erwähnung gefunden hat.
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Die Modelle sind aus einem Plastikmodellbausatz von der Firma Minicraft und stellen zusammen mit der Lokomotive den ersten Zug dar, der von Vulcan aus England nach Japan geliefert wurde. Der Maßstab ist mit 1:45 angegeben, was der Spur 0 entspricht. In Japan fahren die Eisenbahnen aber auf Kapspur der Spurweite 1067mm, was nahelegt, dass es sich auch bei dem Modell um einen Schmalspurzug handeln dürfte.
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Trotzdem war die Spurweite der relativ einfach gehaltenen Plastikmodelle zu weit für die Gleise der Spur H0, auf denen alles andere Eisenbahnrollmaterial des Tableterror-Teams läuft. Also wurden kurzerhand aus England drei gleichartige Personenwagen der Baugröße 00 (1:76) beschafft und zerlegt, um deren Fahrgestelle unter die Bausatzmodelle zu montieren.
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Die Inneneinrichtungen der Wagen sind vorbildlich spartanisch eingerichtet mit der dritten Klasse als buchstäbliche "Holzklasse" der vorletzten Jahrhundertwende und einfachen Lederpolstern in der zweiten Klasse. Eine erste Klasse gibt es bei diesem Nebenbahnzüglein für überwiegend landwirtschaftlichen und industriellen Verkehr ohnehin nicht.
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Auf den Wagendächern befinden sich große Laternen, um die Gasleuchten zu beherbergen, die im Modell einer handelsüblichen Kleinglühbirne so ähnlich gesehen hätten, dass Michi beschlossen hat diese auch tatsächlich durch eben solche zu ersetzen. Dazu mussten die Laternen auf 6,5mm Durchmesser aufgebohrt werden, damit der Schraubsockel einer Modellhausbeleuchtung von Faller eingeklebt werden konnte.
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Die Kabeldurchmesser kommen maßstäblichen Gasleitungen ziemlich nahe, so dass sie ohne viel Versteckspiel verlegt und mitlackiert werden konnten. Die aus dem Sockel herausragende Glühlampe hat ungefähr die selbe Größe wie die dem Modellbausatz beiliegenden Lampenkörper.
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Ein bisschen Fummelei mit Pinzette und Spitzzange war nötig, um die Glühbirne über der Zwischenwand des Gepäckabteils einzuschrauben, aber letzendlich haben alle Leuchtmittel ihren Platz gefunden.
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Die Fahrgestelle des britischen Herstellers Hornby mussten in der Mitte auseinandergesägt werden, damit die Pufferbohlen mit den Wagenstirnwänden abschließen. Trittbretter und Rahmenlängsträgerverkleidungen aus 1mm starken Polystyrolstreifen kaschieren die zerteilten Untergestelle.
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Aus den übrig gebliebenen Rahmen einiger Messingätzteilesätze wurden Streifen geschnitten und als Schleifer über den Spurkränzen angeordnet. Die Beleuchtungskabel wurden daran angelötet.
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 Im nächsten Bild sieht man die weißen Polystyrolstreifen und dass die Bremsbacken am Laufwerk entfernt wurden.
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Die angespritzten Kunststofftürgriffe wurden vorsichtig abgefeilt und durch selbstgebogene freistehende aus Stahldraht ersetzt. Die dem Bausatz beiliegenden Übersetzfenster wurden durch Klarsichtfolie ersetzt, auf die von innen die Fensterrahmen aufgemalt wurden.
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Die erfolgreiche Beleuchtungsprobe zeigt ein äußerst stimmungsvolles Bild.
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Die bemalte und gealterte Inneneinrichtung lässt sich durch die sprossenlosen Fenster und die Innenbeleuchtung wirklich gut erkennen.
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Trotz der spärlichen Inneneinrichtung vermittelt das warme Licht ein anheimelndes und einladendes Ambiente.
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Der Personenwagen dritter Klasse ist das erste von drei Modellen.
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Der kombinierte Gepäck-/Personenwagen dritter Klasse ist das von der Inneneinrichtung her anspruchsvollste Modell, das durch die (nicht funktionsfähige) Schiebetür des Gepäckabteils einen besonderen Reiz hat.
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Der Personenwagen zweiter Klasse ist das äußerlich am wenigsten reizvolle Modell.
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Zusammen als Zug ergänzen sich die drei Wagen aus dem Bausatz aber zu einem stimmungsvollen und glaubwürdigen Gesamtbild.
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Die Wagenanschriften beschränken sich auf die dem Bausatz beiliegenden Nassschiebebilder der Klassenbezeichnungen.
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Durch die niedrigeren Fahrgestelle und kleineren Raddurchmesser der 00-Personenwagen sind die maßstäblich eigentlich etwas zu großen Modelle perfekt an die 28mm-Maßstabsverhältnisse angepasst worden und machen neben den Spielfiguren einen absolut überzeugenden Eindruck.
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Fazit: Ein mäßig guter Modellbausatz, der zu einem ziemlich teuren Preis mit einiger Umbauarbeit ein paar außergewöhnliche Wägelchen liefert, die aus dem Angebot der Fertighersteller herausragen und sogar maßstäblich auf dem Spieltisch wirken. Empfehlenswert für Modellbauer, die ein bisschen mehr Arbeit nicht scheuen und mal etwas anderes ausprobieren wollen, als nur Einzelteile gemäß Bauanleitung zusammenzukleben...