Die breitere Streuung bei der Bewertung von schönen Männern bei Frauen

Auf Twitter heißt es:

Men don’t have theory of mind for how female attraction works I used to play a game in college.

I’d ask men to rate famous women out of 10. You could easily get a group of 10 men to agree on many 10s

You could rarely get a group of 10 girls to agree on even one single 10 guy

Dem vorausgegangen war eine größere Diskussion darüber, dass einige Frauen Timothée  Chalamet attraktiver finden als Henry Cavill

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Wenn ich wählen könnte, dann hätte ich lieber das Aussehen von Henry Cavill (ohne den Sport dafür machen zu müssen ihn zu halten), aber das spricht ja nicht unbedingt dafür, dass Mädchen/Frauen nicht andere attraktiver finden. Immerhin haben auch diverse K-POP Idols mit eher schlanken Körpern ihre weiblichen Fans.

Mich erinnert das an folgendes Erlebnis:

Wir mussten einen Nachfolger für einen Mitbewohner in einer WG finden. Es stellte sich ein Mann vor, bei dem ich niemals gedacht hätte, dass er bei Frauen ankommt. Der Kopf irgendwie zu groß, der Körper etwas zu dick, immerhin recht groß, ich hätte ihn eher bei 3/10 eingeordnet und er war auch eher unkommunikativ. Zwar auch eine gewisse stoische Art, aber auch nicht cool dabei.  

Als er sich vorgestellt hatte und gegangen war schaute ich in die Runde in der Erwartung, dass alle sagen würden, dass der nichts ist. 

Eine Mitbewohnerin: Den müssen wir nehmen! Zwei von meinen Freundinnen stehen auf ihn!

Wir haben ihn dann schon genommen, weil ich dem Liebesglück ihrer Freundinnen nicht im Weg stehen wollte und meine Zeit in der WG auch nicht mehr ewig dauern würde.

Zurück zu Cavill: Er ist mir schon sympatisch, weil er diese nerdige Art hat und dazu steht. Ich würde gerne mal mit ihm Warhammer spielen (wobei er mir die Regeln erklären müsste). Und als ich ihn das erste Mal in „The Tudors“ gesehen habe dachte ich auch schon „Was für ein attraktiver Mann“.

Bei Chalamet dachte ich „Etwas schmächtig für einen Ritter, der regelmäßig in Vollplattenpanzer trainiert“ (wobei der Film sonst gut war und der Kampf auch gut gemacht)

Ich habe Männer mit dem Körper von Cavill gesehen, die Frauen abgeräumt haben wie blöd, aber auch unscheinbare Männer, die einfach dieses gewisse Etwas hatten, bei dem Mann nie verstand wie sie das machen und deren Charisma man sich ebenso gewünscht hätte wie Cavills Aussehen.

Ich glaube auf jeden Fall, dass Frauen eine breitere „Streuung“ haben, schon weil Status in der für sie interessanten Statusgruppe für sie sehr interessant ist. Wer auf die Indiesezene oder KPOP setzt wird vielleicht eher andere Männer interessant finden als in anderen Bereichen etc

Nicole Büttner und zum Wort stehen

Im Spiegel ist ein interessanter Artikel:

Es war keine sehr schlaue Idee, das wird niemand bestreiten. Womöglich war es sogar ausgesprochen doof, was Nicole Büttner vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg versprochen hat: »Ich rasiere mir eine Glatze, wenn wir den Einzug in den Landtag verpassen. Alles weg. Radikal«, diktierte die Generalsekretärin der FDP im Januar der »Schwäbischen Zeitung«. Da lag ihre Partei in Umfragen bei denkbar knappen fünf Prozent. Am vergangenen Sonntag sind die Liberalen mit 4,4 Prozent der Stimmen aus dem Landtag geflogen.

Muss Frau Büttner nun also zum Haareschneiden? (…). Auch Büttner selbst scheint zu glauben, sie müsse ihre Wahlkampfwette nun einlösen: »Liberale stehen zu ihrem Wort – auch in einer Niederlage«, sagte sie der »Rheinischen Post«.

Allzu vollmundige Ankündigungen und ein gewisses Maß an öffentlichkeitswirksamer Unseriösität sind in den Wahlkämpfen allgemein und bei den Liberalen im Speziellen nicht ungewöhnlich. Büttner steht damit in der Tradition etwa von Guido Westerwelle, der bei der Bundestagswahl 2002 sagenhafte 18 Prozent für die FDP ankündigte (und 7,4 einfuhr). Klappern gehört vor der Wahl nun einmal zum Geschäft.
Übertriebener Zweckoptimismus bei der Ergebnisprognose ist allerdings kein Wahlversprechen, an dem sich die Glaubwürdigkeit von Politikern messen ließe. Diese hängt allein am angekündigten und dann vollzogenen Regierungshandeln: Besteht hier ein allzu großer Widerspruch, sieht sich die Wählerschaft betrogen. Wessen Vertrauen jedoch hat Nicole Büttner missbraucht? Doch nur das eigene Selbstvertrauen.
Hätte die liberale Wahlkämpferin im Januar erklärt, sie fresse einen Besen, wenn es die FDP nicht schafft – müsste sie dann heute bei einem Bürstenbinder ihr Mittagessen kaufen? Das wäre absurd. Ebenso absurd ist es, jetzt ernsthaft eine Kopfrasur zu fordern, zu erwarten oder sich ihr zu unterziehen. Stattdessen möge Nicole Büttner einfach ungeschoren als FDP-Generalsekretärin weitermachen: Das ist Strafe genug.

Ehrlich gesagt: Das war das erste Mal, dass ich als FDP Wähler von ihr gehört habe. Das mag an mir liegen, aber war sie bisher großartig in Erscheinung getreten?

Was ist hier der Unterschied zum Besen? Letzterer ist eine allgemeine Redewendung und man erwartet deswegen nicht, dass derjenige den Besen tatsächlich verspeist.
Ist das bei den Haaren anders?
Für die FDP hing vieles daran, dass die Leute glaubten, dass sie ihre Stimmen nicht verschenkten, es sich also gar nicht lohnt die FDP zu wählen, weil sie eh an der 5% Hürde scheitern.
Sie hat letztendlich gesagt: Ich bin so überzeugt davon, dass ihr eure Stimme  nicht vergeudet, dass ich bereit bin ebenfalls ein Costly Signal anzubieten: Wenn es schief geht, dann werde ich mir die Haare abschneiden.
Jetzt hat sie ein Glaubwürdigkeitsproblem. Setzt sie das Versprechen nicht um, dann weiß man, dass sie die Opfer nicht bringen will.
Sie würde ein starkes Zeichen setzen, wenn sie es macht. Und wenn sie jetzt auch noch gesagt hat, dass sie zu ihrer Aussage steht, dann kann sie erst recht nicht mehr anders. Sie hat sich bereits festgelegt, was der „ehrenwerte Weg“ ist.
Der Ausweg ist allenfalls da, wenn sie sich aus der Rolle zurückzieht oder die FDP als erledigt ansieht.
Sage ich das, weil ich mich hämisch über ihre Glatze freuen würde, also eine Form der Demütigung? Ich würde sagen Nein. Sie könnte da hocherhobenen wenn auch kahlen Hauptes auftreten. Da hätte ich eher Respekt. Ich würde sogar sagen: Sie müsste es so schnell und so unberührt davon wie nur möglich umsetzen: „Haar wächst nach. Wenn ich mein Wort gebe, dann stehe ich dazu“.
So etwa in der Art:

Die Haare dann für eine Perücke für Krebskranke spenden oder was man auch immer damit machen kann.

 

Selbermach Samstag

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs

Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Der Konflikt-Doppelstandard zwischen Männern und Frauen: Wut der Frau und das Bild vom gefährlichen Mann

Diese Aussage aus einem Tweet fand ich ganz interessant:

This is the most dangerous double standard in modern relationships. When a wife is angry, society allows her to yell, break things, hurl insults, and be entirely unhinged because she is just „expressing her emotions.“ But the exact second a husband matches her energy, raises his voice, or shows visible frustration, he is suddenly labeled „scary“ or „abusive.“ Society has taught women to weaponize a man’s natural size and stoicism against him. He is forced to swallow his anger and remain perfectly calm while taking verbal abuse, just so he isn’t painted as a monster in his own home

Übersetzt:

Dies ist der gefährlichste doppelte Maßstab in modernen Beziehungen. Wenn eine Ehefrau wütend ist, erlaubt ihr die Gesellschaft zu schreien, Dinge zu zerbrechen, Beleidigungen zu schleudern und völlig außer sich zu sein, weil sie ja nur „ihre Emotionen ausdrückt“. Aber genau in dem Moment, in dem ein Ehemann dieselbe Energie zeigt, seine Stimme erhebt oder sichtbare Frustration zeigt, wird er plötzlich als „beängstigend“ oder „missbräuchlich“ abgestempelt.

Die Gesellschaft hat Frauen beigebracht, die natürliche Körpergröße und die stoische Art eines Mannes gegen ihn zu verwenden. Er ist gezwungen, seinen Ärger herunterzuschlucken und vollkommen ruhig zu bleiben, während er verbale Angriffe erträgt – nur damit er nicht im eigenen Zuhause als Monster dargestellt wird.

Und in der Tat hat das ja eine lange Geschichte. Etwa versinnbildlicht durch die Frau mit dem Nudelholz, die auf ihren Mann wartet. Aber auch sonst in Launen etc die man Frauen eher zugesteht.

Dazu auch:

AI Cover Versionen in anderen Musikstilen

Haben irgendwie was.

Der Frauenstreik am 9. März

Quarks als Teil des Öffentlich Rechtlichen Rundfunks und „Wissenschaftsjournalismus“ ruft zum Frauenstreik auf:

Der war am 9. März und in Berlin war zb alles lahmgelegt:

Hunderte Menschen haben am Brandenburger Tor in Berlin im Rahmen eines sogenannten „Generalstreiks“ für mehr Frauenrechte demonstriert. Ziel der Aktion sei gewesen, bezahlte und unbezahlte Arbeit symbolisch zu unterbrechen und sichtbar zu machen, wie stark Gesellschaft und Wirtschaft von der Arbeit von Frauen abhängen, so die Initiative namens „Enough! Genug!“, die zu dem Protest aufgerufen hatte.
Die Kundgebung in Berlins Mitte sowie einige dezentrale Veranstaltungen einen Tag nach dem Internationalen Frauentag waren der Initiative zufolge Teil eines „Globalen Frauen* Generalstreiks“. Laut Veranstalter kamen bis zu 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Kundgebung. Die Polizei zählte rund 700 Demonstranten.
Auf Plakaten war unter anderem zu lesen „Frauen sind die stabilste Säule der Gesellschaft“, „Ohne uns steht alles still“ oder „Verbrennt das Patriarchat. Es war lange genug da.

Das ist zugegeben mehr als die Männerrechtsbewegung hinbekommen würde (vermute ich) aber letztendlich ein absoluter Fehlschlag einer Aktion, die groß beworben wurde und dem Patriarchat ein Ende setzen sollte. Es hat bei den Frauen niemanden interessiert und man hat allgemein nichts davon mitbekommen.

Zurecht heißt es in den Kommentaren:

Ich verlange von Euch auch nun einen Beitrag, was wäre wenn Männer streiken würden.

Aber würden sie natürlich nicht machen, wofür sollten Männer denn streiken, sie haben ja schon absolut alles.

Aber auch schön diese Klischeehafte Darstellung, wie man sie erwartet:

  • Folie 1: Die Frauen haben die Schnauze voll. Die Frauen sind natürlich divers, eine mit Kopftuch, eine Afro-Deutsche, sogar noch eine ältere Frau. Es betrifft eben alle Frauen
  • Folie 2: Die Bereiche, in denen nichts mehr laufen würde. Der weiße Arzt (hätte man den nicht zumindest schwarz machen können) kratzt sich am Kopf, einen männlichen Lehrer hat man gar nicht gefunden und die Büros sind leer
  • Folie 3: Natürlich der mit der Betreuung der Kinder vollkommen überforderte weiße Mann. Die Frau bestreikt anscheinend auch ihr Baby (wahrscheinlich ein Sohn). Das andere Kind klettert aus dem Stuhl, aber wahrscheinlich auch nur beim Vater. Hinten kocht das Essen über. Interessant ist der Laptop, anscheinend muss der Vater nebenher im Homeoffice arbeiten. Also genau wie bei den Frauen. Da sieht er mal wie schlimm es ist. Hat ja auch noch kein Vater noch nie seine Kinder betreut.
  • Folie 4: Die isländischen Frauen. Anscheinend alle weiß.  Etwas rassistisch gegenüber Island.
  • Folie 5: Wenigstens hier wieder ein schwarze Hand. Aber auch interessant: „Etwa die Hälfte der Frauen verdient nicht genug um davon leben zu können“ Brutal – die verhungern alle. Oder: SIE LEBEN VON DEM GELD DAS IHR PARTNER VERDIENT UND HABEN DEN SELBEN LEBENSSTANDARD WIE ER. Ne. Kann gar nicht sein. Das klingt nicht unterdrückerisch genug. Würde vielleicht auch nicht zu der Aussage darüber passen, dass sie unbezahlt arbeiten.

Wie habt ihr den 9 März überstanden? Was ist bei euch übergekocht? Habt ihr endlich eingesehen, dass ihr miese Unterdrücker seid?

Marla-Svenja Liebich und das Verfahren zur Abänderung des selbstgewählten Geschlecht

Eine Behörde hat anscheinend bei Gericht beantragt, dass Marla-Svenja Liebich wieder das männliche Geschlecht haben muss. Wohl weil man ihr – was wenig verwunderlich ist – die Ernsthaftigkeit abspricht.

Der Weg dazu ist

§ 48 PStG – Berichtigung des Personenstandsregisters

Danach kann ein Gericht eine Eintragung im Register berichtigen, wenn sie unrichtig ist.

(1) Außer in den Fällen des § 47 darf ein abgeschlossener Registereintrag nur auf Anordnung des Gerichts berichtigt werden. Die Anordnung kann auch Fälle des § 47 umfassen.
(2) Den Antrag auf Anordnung der Berichtigung können alle Beteiligten, das Standesamt und die Aufsichtsbehörde stellen. Sie sind vor der Entscheidung zu hören.

Juristisch und politisch wird es ein hochinteressantes Verfahren.

Kommt die Behörde damit durch, dann hat man indirekt eine Prüfungsmöglichkeit als Behörde, ob Ernsthaftigkeit vorliegt. Man könnte also auch entsprechende Belege vorher verlangen. Denn eine Behörde muss üblicherweise nicht etwas umsetzen, was sie danach gerichtlich direkt wieder angreifen wird. Dann würde sie gezwungen werden einen rechtswidrigen Eintrag vorzunehmen.

Interessant wird insbesondere die Frage, nach welchem Maßstab hier überhaupt von einem Gericht geprüft werden kann.

Wenn es der Maßstab des Selbstbestimmungsgesetzes ist, dann sieht dies eindeutig vor dass man quasi einmal pro Jahr seinen Eintrag ändern kann. Nach dem Gesetz ist es also auch legitim eine Art Mischung zu sein, die sich sicherlich ändert und es stellt nicht darauf ab dass man „tatsächlich und unabänderlich“ dem anderen Geschlecht zugehörig ist. Abgestellt wird lediglich darauf, dass dieses Geschlecht dem (gegenwärtigen) eigenen Selbstbild am meisten entspricht. Man muss also noch nicht einmal Trans im biologischen Sinne sein, denn dann würde man eben nicht jährlich wechseln können.

Nimmt man das Selbstbestimmungsgesetz ernst, dann kann natürlich auch ein Bart oder ein sonstiges männliches auftreten kein Kriterium dafür sein, als was man sich fühlt. Mit einem Urteil, das darauf abstellt, dass bestimmte äußere Faktoren dafür sprechen, dass die innere Geschlechtsidentität nichtzutreffend angegeben worden ist, öffnet man damit für die,  die auf Selbstbestimmung aus sind, die Büchse der Pandora.

Würde man hingegen bestätigen, dass Selbstbestimmung eben Selbstbestimmung ist und es keine Grundlagen gibt, dann ist das Gesetz ebenfalls enttarnt als etwas, was dem Missbrauch ermöglicht und es wertet den entsprechenden Geschlechtereintrag ab.

Natürlich: das Gericht könnte das machen, was Gerichte in solchen Fällen am liebsten machen. Es könnte einen Sachverständigen beauftragen, der dann zu irgendeinem Ergebnis kommt, gegebenenfalls mit Vorgaben was genau zu prüfen ist, beispielsweise ob es sich lediglich um eine politische Inszenierung handelt.

Wenn Frau Liebich in die Untersuchung nicht einwilligt dann kann der Sachverständige ein Gutachten auch nach dem Eindruck, der sich aus den verfügbaren Daten, also Presse etc, ergibt bilden.

Aber auch das ist ein schmaler Grad. Natürlich ist es bei Liebich eine politische Inszenierung. Die Frage ist woran man das festmachen soll, da die entsprechende Rolle eben gespielt wird.

Wenn Liebich Lust auf eine weiteres Spektakel hat, dann könnte es für sie interessant sein, das Verfahren (wenn auch gegebenenfalls aus der Ferne) zu führen. Die entsprechenden Spenden würden dann wahrscheinlich eher nicht von der Seite der Befürworter des reinen Selbstbestimmungsgesetzes kommen, sondern bizarrer weise von dessen Gegnern. Wobei echte Transsexuelle eigentlich ebenso ein Interesse daran haben sollten, dass Missbrauch mit dem Selbstbestimmungsgesetz verhindert wird.

Aber selbst wenn sie es nicht führen will könnte es ein interessantes Urteil werden.

Das Gericht kann es sich hier einfach machen und ablehnen bei Selbstbestimmung Selbstbestimmung ist und die Sache höheren Instanzen überlassen oder es kann eben ein Gutachten einholen und entscheiden was immer dabei rauskommt, müsste dann aber entsprechende Vorgaben machen.

Interessant wäre, auf welcher Seite der Standesamt bzw der Staat eigentlich steht. Für Befürworter eine Eindämmung macht das Verfahren ebenso Sinn wie für Befürworter der reinen Selbstbestimmung die darauf hoffen, dass damit lediglich politische Spektakel ausgebremst werden auch.

Selbermach Mittwoch

Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.

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Cem Özdemir als Beispiel guter Integration

Cem Özdemir wird ja, wenn es strikt danach umgesetzt wird, welche Partei die meisten Stimmen hat, der nächste Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Noch dazu der erste Ministerpräsident mit türkischem Migrationshintergrund.

Ich finde sein Leben ganz interessant, weil er eigentlich für etwas steht, was zumindest der linkere Teil der Grünen so gar nicht will: Eine gute Integration in die deutsche Kultur.
Der Bild-Artikel ist dazu ganz interessant (auch wenn er hier sicherlich auch gerade ein bestimmtes Bild zeichnen wollte und sich für den Bild-Leser interessanter machen wollte):

Cem Özdemir (59) zählt seit vielen Jahren zu den beliebtesten Politikern der Grünen. Im kommenden Jahr will er die Nachfolge von Winfried Kretschmann als Ministerpräsident in Baden-Württemberg antreten.

Es ist interessant, das gerade die Realos sehr gut ankommen. Wahrscheinlich, weil man zum einen die Vorteile der Grünen hat, dass man für Umweltschutz etc ist, aber sie gleichzeitig wenn sie oben stehen das Gefühl geben, dass es keine vollkommen Linke Politik wird, sondern sie Wirtschaft etc dennoch berücksichtigen-

Bad Urach – Heimat ist für Cem Özdemir nicht nur ein Ort, sondern auch das Gefühl von ganz viel Liebe, Freundschaft und Geborgenheit. Verbunden mit der weich klingenden Mundart, wie sie die Bewohner rund um die Schwäbische Alb sprechen. Hier, im Städtchen Bad Urach, wuchs der Grünen-Politiker als einziges Kind türkischstämmiger Einwanderer auf. Deutsch, bzw. Schwäbisch, beherrscht Özdemir (von klein auf) besser als Türkisch.

Es würde mich interessieren, ob das beherrschen des örtlichen Dialekts in irgendeiner Form dafür spricht, dass man eher besser integriert ist als wenn man diesen nicht kann. Gut, ich komme aus einer Gegend ohne starken Dialekt, insofern mag das eine naive Frage sein, aber es hat könnte zeigen, dass man sich auf die Umgebung eingelassen hat und nicht nur Deutsch von Erwachsenen gelernt hat. Allerdings ist es vielleicht in Gegenden mit starken Akzent gar nicht möglich keinen Akzent zu haben, wenn man dort aufwächst.

Zu seiner Sprache berichtet er im Spiegel:

Mit meinen Eltern habe ich Türkisch gesprochen, mit den Kindern anderer türkischer Gastarbeiterfamilien einen Mischmasch aus Türkisch und Deutsch und in der Schule natürlich Deutsch.

„Meine Eltern waren Fabrikarbeiter. Mama machte sich später mit einer Änderungsschneiderei selbstständig. Beide arbeiteten rund um die Uhr, weil das Geld knapp war. Deshalb hatte ich schon sehr früh Tageseltern. Ein älteres Ehepaar, zu denen ich Oma und Opa sagte. Von ihnen lernte ich Schwäbisch und die Liebe zu Butterbrezeln“, erinnert er sich. „Ich wuchs mit dem Besten aus beiden Kulturen auf. Ein perfektes Patchwork.“ Seinen Eltern war das wichtig.

Darüber berichtet er auch noch mal im Spiegel

Das Ehepaar Rehm, das über uns wohnte, hat auf mich aufgepasst. Ich habe mich sehr wohl bei ihnen gefühlt, sie waren wie Oma und Opa für mich. Bei ihnen habe ich gelernt, Deutsch mit schwäbischem Dialekt zu sprechen. Frau Rehm hat für mich Spätzle gekocht, Herr Rehm hat mit mir Fahrradausflüge gemacht.

Auch da also wieder eine gute Integration über die Einbeziehung in eine nachbarschaftliche Familie, die ihm hier ermöglichst sich noch mehr zu „assimilieren“. Die „Zweiteltern“ als Vermittler der schwäbischen Kultur und des lokalen Dialekts.

„Wir waren keine Christen, sondern säkulare Muslime“, sagt Özdemir. „Meine Eltern stellten mir zuliebe einen Christbaum auf an Weihnachten, und meine Mutter wollte auch, dass ich mich, wie die anderen Kinder, an Fasching verkleide. Meine Eltern waren extrem weltoffen. Diese Sichtweise auf andere Menschen und Kulturen prägte mich fürs Leben.“

Also gute Bedingungen für eine Integration. Man lässt sich auf die Kultur ein, in der man lebt, sorgt dafür, dass sein Kind diese auch entsprechend leben kann. Hat ein eher weltlich-kulturelles Verhältnis zur Religion.

Einen Vorfall werde er nie vergessen. „Meine Mutter hat immer gestrickt, genäht und gehäkelt. Ich fing das auch an und war ganz stolz. Als mein Onkel aus Istanbul, der Bruder meiner Mutter, uns besuchte, führte ich ihm meine Strickkünste vor. Seine Gesichtszüge entglitten ihm. Er wurde ernst, anstatt sich zu freuen und erklärte meiner Mutter, wenn er noch einmal sehe, dass der Junge Strickzeug in Händen hält, gebe es Ärger.“ Sein Vater hatte dagegen nichts einzuwenden. Es sei doch schließlich gut, wenn der Junge möglichst viel mit seinen Händen beherrsche.

Das passt natürlich gut zu den Grünen. Aber in der Hinsicht ist die „Durchbrechung der Geschlechterrollen“ auch etwas anders als in deren Theorie, weil sie hier zwar von dem Onkel aus Istanbul so gesehen wird, aber nicht von ihm. Es ist nur einfach etwas, was ihm Spass macht (Übertreibung: heute würde es radikalen Linken ja direkt als Beleg dienen, dass er trans ist)

Sein Vater sei im Dorf in der Türkei aufgewachsen, besuchte nur drei Jahre lang die Schule, weil seine Mutter starb und er in der Landwirtschaft arbeiten musste.

„Meine Mutter dagegen kam aus einer wohlhabenden Bildungsbürgertumfamilie aus Istanbul. Und doch war mein Vater viel moderner als der Rest unserer Verwandtschaft“, so Özdemir.

Natürlich wird er hier seine Eltern gut darstellen, aber wenn die Eckdaten soweit stimmen, dann kann man vor ihnen ja auch durchaus den Hut ziehen: Fleißige Leute, die sich etwas aufgebaut haben. Er mit einem schwierigen Start im Leben, der ihm nicht erlaubte die Schule abzuschließen, was ihm wohl auch, weil er schlecht lesen und schreiben konnte, hinderte weiter aufzusteigen, aber als fleißiger und gewissenhafter Mann bekannt, der seine Arbeit macht.  Quasi ein Arbeiter, wie man ihn als das Idealbild des Arbeiters vor Augen hat.

Sie jemand, der aus einer Familie weißer Türken („beyaz Türkler“) kommt  (Angehörige der städtischen, gebildeten, westlich orientierten Mittelschicht, oft in Büroberufen, Verwaltung oder Militär tätig, bildeten eine Art Elite oder „obere Mittelschicht“ und hatten Zugang zu moderner Bildung und westlich geprägten Lebensstilen) und aber dennoch einen  „Schwarzen Türken“ („siyah Türkler“) heiratet (bezeichnet traditionellere, oft ländliche oder weniger gebildete Schichten der Gesellschaft. Sie lebten nach eher konservativen, lokalen Traditionen und hatten weniger Zugang zu formaler Bildung oder politischen Ämtern) und ganz bewusst die konservativen Regeln der türkischen Gesellschaft und deren einschränkende Rollenbilder für Frauen nicht mitmacht. Die erst als Arbeiterin tätig ist, wie meist bei türkischen Gastarbeitern und sich dann mit einer Wäscherei und viel Arbeit dort selbständig macht. Beide wollen Integration, verhalten sich anständig, es sind Migranten, wie man sie will und gegen die wohl die wenigsten abseits der ganz radikalen etwas haben können.

„Meine Mutter war das auch. Als sie meinen Vater kennenlernte, übrigens in Bad Urach, sagte sie als Erstes: ‚Die Zahl der Kinder bestimme ich. Ich arbeite. Und ich ziehe mich so an, wie ich will.‘ Für meinen Vater war das selbstverständlich.“

Also quasi das Gegenteil der klischeehaften türkischen Hausfrau, die sich in die traditionelle Rolle der Mutter begibt und zumindest mitentscheiden möchte, wie viele Kinder sie bekommt (ich denke so wird es zu verstehen sein).

Seine Eltern führten eine gute Ehe. Özdemir lächelt, wenn er von seiner Mutter Nihal (†2021) und seinem Vater Abdullah (†2015) erzählt. „Wir hatten einfache Verhältnisse. Die ersten Jahre gab es in unserer kleinen Wohnung kein eigenes Badezimmer. Aber es mangelte mir an nichts. Meine Eltern kümmerten sich rührend um mich. Mama legte sogar Wert darauf, dass ich in der Schule am christlichen Religionsunterricht teilnahm, da es keinen Ethikunterricht gab und sie keine Hohlstunde für mich wollte.“

Wenn man eine gute Integrationsfamilie erfinden wollte, man könnte bei den Özdemirs abschreiben.

Weiter: „Meine Freunde waren evangelisch, also machte ich dort mit und empfand es als unglaublich spannend. Nachmittags musste ich zweimal in der Woche zum türkischen Konsulatsunterricht. Der Kontrast zerriss mich innerlich. Morgens wurde ich von großartigen Lehrern ermutigt, Fragen zu stellen. Nachmittags wurde ich dafür an den Ohren gezogen und bekam eine Kopfnuss, wenn ich die falschen Fragen stellte.“

Ich kann bei aller Integration verstehen, dass man seine Kinder in einen „landessprachlichen Unterricht“ schickt. Schon weil meine Kinder (also erst Fräulein Schmidt, da Schmidt Junior noch nicht in der Schule ist) auch in einem sind bzw sein werden, wegen Südländerin, der es auch wichtig ist, dass die Kinder ihre Sprache gut beherrschen und auch schreiben lernen. Zudem, was ja auch nicht zu verachten ist, kann man es als Ersatz für eine Fremdsprache nehmen und bekommt dann dort, weil man die Sprache ja als kleines Kind gelernt hat meist eine gute Note). Allerdings ist der Unterricht dort nicht so dramatisch wie der damals bei Herrn Özdemir. An den Ohren ziehen und Kopfnuss kann sich ja heute keiner mehr erlauben. Aber auch dort sieht man eben eine kritische Haltung die aus dem Aufwachsen in einem säkulären Haushalt kommt.

Özdemir, seit seiner Jugend Vegetarier, bezeichnet sich selbst als „anatolischen Schwaben“. Er ist „nicht praktizierender Muslim“, was Religion angeht. Wenn er redet, enthält fast jedes seiner Worte das für Baden-Württemberg typische „sch“ („weischt“ statt weißt), oder er verniedlicht: „Mädle“ (Mädchen), „Häusle“ (Haus) oder „Jetzetle“ (jetzt).

Im Vorfeld der Wahl wurde ja auch kurzzeitig mal, ich meine von der AfD, versucht Angst damit zu machen, dass da jetzt ein Moslem Ministerpräsident werden kann. Aber, wenn es nicht nur eine Darstellung für den Wahlkampf war, wäre das vielleicht eher eine positive Sache, weil er es sich erlauben kann hier mehr Integration einzufordern und sich von der zu traditionellen islamischen Sichtweise zu distanzieren.

„Ich empfinde es als schön, wenn man Mundarten pflegt“, sagt Cem Özdemir. „Manche Dinge lassen sich in Mundart einfach schöner sagen. Selbst Beleidigungen klingen weniger schlimm als im Hochdeutschen.“

„Meine Eltern waren sehr streng, was Höflichkeit und Dankbarkeit angeht. Schimpfworte waren bei uns zu Hause tabu. Als mir ein griechisch-stämmiger Kollege und Freund im Europaparlament, der in seiner Kindheit mit türkischen Jungs Fußball spielte, die ersten türkischen Flüche beibrachte, lief ich vor Scham fast rot an. Ich kann tatsächlich besser auf Schwäbisch fluchen als auf Türkisch.“

Als er als Teenager seine erste türkische Freundin hatte, wollte er diese mit türkischen Komplimenten beeindrucken. „Allerdings eingefärbt mit Schwäbisch. Irgendwann flippte sie aus und meinte, wenn ich sie noch einmal ‚Mäusle‘ nennen würde, sei Schicht im Schacht. Die Wörter ‚Maus‘ und ‚Ratte‘ haben im Türkischen eine negative Konnotation, so musste ich Komplimente auf Türkisch lernen. Ich versuchte es dann noch mit Zitaten aus der türkischen Literatur, doch die Beziehung hielt nicht.“

Das zeigt ja indirekt auch die gelungene Integration: Die Türkin fand ihn zu deutsch bzw schwäbisch.

Die Mutter seiner beiden Kinder wurde dann viele Jahre später eine Argentinierin. Seit bald einem Jahr ist Özdemir mit einer Juristin aus Kanada liiert.

Auch hier: Ein geringer Bezug zur türkischen Kultur.

(…)

Seine Eltern wären sehr stolz, würden sie das noch miterleben dürfen, glaubt er.

„Sie hielten es für gut, als ich in die Politik ging. Nur mit der Grünen-Partei hatten sie anfangs ihre Probleme, weil die sich in der Anfangszeit nicht anständig angezogen haben (lacht). Ihnen wäre es lieber gewesen, ich hätte mich als Arbeiterkind für die SPD entschieden. Als ich 1994 für den Bundestag kandidierte, waren meine Eltern kurz zuvor eingebürgert worden. Sie waren die stolzesten Eltern überhaupt, dass sie ihren Sohn auf dem Stimmzettel wählen durften.“

Damals, als die SPD noch eine Arbeiterpartei war.

Cem Özdemir beantragte die deutsche Staatsbürgerschaft mit seinem 18. Geburtstag. Damals machte er eine „zufällige“ Entdeckung, über die er sich „wahnsinnig“ freute, seiner Mutter war es „peinlich“. Er schmunzelt.

„In der Heiratsurkunde stand als Hochzeitsdatum das Jahr 1966. Ich bin aber im Dezember 1965 geboren. Als ich meine Mutter darauf ansprach, war ihr das äußerst unangenehm. Ich dagegen war mächtig stolz. Nun hatte ich endlich etwas, womit ich bei meinen Freunden angeben konnte. Ich war nämlich der Einzige in unserer Clique, der unehelich zur Welt gekommen war.“

Eine etwas merkwürdige Anekdote. Aber auch wieder ein Zeichen für den Bruch mit dem traditionellen türkisch-islamischen Vorstellungen. Wobei damals auch vielleicht mit den Deutschen.

Die Tatsache, dass Cem Özdemir meist in Anzügen, Hemd und Krawatte gekleidet ist, ist seinem Vater geschuldet.

„Er lehrte mich, bei der Arbeit stets korrekt gekleidet zu sein. Und nicht zu spät zu kommen. Respekt zu zeigen und nie zu vergessen, wo man herkommt. Er sagte stets: ‚Denk daran, Junge, du repräsentierst nicht nur dich selbst, sondern uns alle. Auf dich schaut man mehr als auf jemanden, der Meyer heißt.‘ Sein blauer Anton in der Fabrik seien bei mir Anzug und Krawatte. Das habe etwas mit dem Respekt gegenüber meinen Wählern zu tun.“

Er glaubt, es gebe keine einzige Kabinettssitzung, in der er ohne Krawatte war.

Cem Özdemir ist so gut integriert, wäre er ein Schwarzer in den USA würde man ihm vorhalten ein „Uncle Tom“ oder ein „Oreo“ (außen schwarz, innen Weiß) zu sein.

Aus linker Sicht würde man in dem Zusammenhang vielleicht sagen: Er ist ein Token, welches gerade Erfolg hat, weil er so assimiliert ist:

Tokenismus beschreibt kritisch eine symbolische Geste, bei der Menschen, die aufgrund einer (ihnen zugeschriebenen) „Kategorie“, wie beispielsweise Frau oder Schwarz positioniert, eine Minderheit in einer dominanten Gruppe darstellt. Die davon betroffenen Menschen werden von Kanter als tokens bezeichnet, was als „Zeichen“ oder „Symbol“ übersetzt werden kann. Sie werden dabei lediglich als Repräsentant:innen der ihnen zugeordneten Kategorien und als Vertreter:innen ihrer „Gruppe“ angesehen.

Die Praktik des Tokenismus dient dazu, die Kritik an bestehenden diskriminierenden oder ausgrenzenden Machtverhältnissen, wie beispielsweise Sexismus oder Rassismus, abzuwehren, da die dominante Gruppe sich darauf berufen kann, Personen dieser „Kategorien“ aufgenommen zu haben. Bestehende Machtverhältnisse werden damit jedoch nicht erschüttert, sondern nur oberflächlich verdeckt.

Kanter unterscheidet zwischen drei Wirkungstendenzen von Tokenism.

    • Erhöhte Sichtbarkeit (Visibilität) – Betroffene Menschen stehen aufgrund ihres Token-Status oftmals im „Rampenlicht“, z. B. wird ihre Arbeit besonders gewertet oder kritisiert. Das kann zu einem erhöhten (Leistungs-)Druck führen.
    • Hervorheben und Verfestigen von Unterschieden (Polarisierung) – Die Anwesenheit einer Person, die von der zahlenmäßig dominanten Gruppe einer anderen „Kategorie“ zugeordnet wird, kann dazu führen, dass von Seiten der dominanten Gruppe ihre Gemeinsamkeiten untereinander und insbesondere die Unterschiede zur Person mit Token-Status hervorgehoben werden. Die Person mit Token-Status bleiben zwei Möglichkeiten, entweder sie akzeptieren ihre Außenseiterrolle oder sie verschaffen sich Zugang zur dominanten Gruppe. Dies erfolgt jedoch durch einseitige Anpassung und auf Kosten der Solidarität zur eigenen „Gruppe“. Aus diesem Grund wird die Bezeichnung „Token“ auch als eine Art Vorwurf und Kritik an der Person verwendet.
    • Assimilation  – Menschen mit Token-Status können sich dem Bild, das die dominante Gruppe beispielsweise in Form von Stereotypen oder Vorurteilen von ihnen hat, meist nicht entziehen. Ihnen bleibt nur wenig Handlungsspielraum, beispielsweise können sie sich an die Vorstellungen und Erwartungen der dominanten Gruppe anpassen oder aus ihnen ausbrechen und ihren Sonderstatus behalten.

Hier mal ein Beispiel für einen entsprechenden Vorwurf:

Özdemir als Token

Özdemir als Token

Oder hier

Özdemir als Token

Özdemir als Token

Und es ist bei den Grünen durchaus vorstellbar, dass es ihm enorm geholfen hat nach oben zu kommen, weil er einen türkischen Migrationshintergrund hatte und gleichzeitig vollkommen angepasst war.

Aber es ist eigentlich schade, dass auf diese Weise ein Beispiel guter Immigration abgewertet wird.

Die SPD als ehemalige Arbeiterpartei

Die Süddeutsche merkt zum schlechten Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl Baden-Württemberg an:

Dabei ist es doch offensichtlich. Mehr als die Hälfte aller Befragten in Baden-Württemberg sagen, die SPD setze sich zu wenig für die arbeitende Mitte ein. Sie kümmere sich mehr um Bürgergeldempfänger als um Leute, die hart arbeiten und wenig Geld verdienen. In einem Bundesland, in dem Beschäftigte wegen des dramatischen Strukturwandels in der Industrie gerade wie lange nicht Angst um ihre Arbeitsplätze haben müssen, haben nur vier Prozent der Arbeiter SPD gewählt. Allein diese Zahl müsste die ganze Partei aufrütteln.

Auch die Befragungen zur Wahl sind nicht gerade positiv:

SPD Wahl

SPD Wahl

Also einmal der bundespolitische Einfluss, aber auch da wieder, dass man sich nicht um den Arbeiter kümmert, sondern lieber um den Bürgergeldempfänger.

Und auch noch mal ausdrücklich: „setzt sich zu wenig für die Arbeitende Mitte ein“

Und noch eine Grafik, die zeigt, dass die SPD keine Arbeiterpartei mehr ist:

Arbeiter SPD

Arbeiter SPD

Bei den Angestellten sieht es nicht besser aus:

 

SPD Angestellte

SPD Angestellte

Verherrend!

ChatGPT sagt dazu:

Dass viele Arbeiter heute eher die Alternative für Deutschland (AfD) wählen statt der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), hat mehrere Ursachen. Politikwissenschaftliche Studien und Wahlanalysen zeigen, dass sich dabei mehrere langfristige Entwicklungen überlagern.

1. Wahrnehmung: SPD vertritt nicht mehr primär Arbeiterinteressen
Historisch war die SPD die klassische Arbeiterpartei. Viele traditionelle Wähler sehen jedoch seit den Reformen der Regierung von Gerhard Schröder (insbesondere der Agenda 2010 und den Hartz-Reformen) die SPD als Partei, die stärker wirtschaftsliberale Politik macht.
Ein Teil der Arbeiterschaft fühlte sich dadurch sozialpolitisch „im Stich gelassen“.

2. Kultur- und Identitätspolitik statt Klassenpolitik
Viele Arbeiter geben in Umfragen an, dass Themen wie Migration, nationale Identität oder Sicherheit für sie wichtiger geworden sind als klassische Umverteilungspolitik.
Die AfD positioniert sich stark bei Themen wie Migration oder EU-Kritik, während die SPD stärker auf gesellschaftliche Liberalisierung und Minderheitenpolitik setzt.

3. Globalisierung und Abstiegsängste
Industriearbeiter erleben häufiger wirtschaftliche Unsicherheit durch Globalisierung, Automatisierung oder Strukturwandel.
Die AfD spricht diese Sorgen oft mit protektionistischen oder nationalstaatlichen Argumenten an („Schutz deutscher Arbeitsplätze“).

4. Gefühl politischer Entfremdung
Ein weiterer wichtiger Faktor ist Vertrauen. Viele Arbeiter fühlen sich von etablierten Parteien generell nicht mehr vertreten.
Die AfD profitiert davon als Protestpartei gegen „das Establishment“.

5. Bildungs- und Milieuwandel der SPD
Sozialstrukturell hat sich die SPD-Wählerschaft stark verändert:

  • früher: Industriearbeiter, Gewerkschaften

  • heute stärker: Angestellte, Akademiker, öffentlicher Dienst

Dadurch entsteht eine kulturelle Distanz zwischen Partei und traditioneller Arbeiterschicht.

6. Regionaler Faktor (besonders Ostdeutschland)
In Ostdeutschland sind viele industrielle Strukturen nach der Deutsche Wiedervereinigung verschwunden. Die AfD konnte sich dort stärker als Stimme der „Abgehängten“ positionieren.

Es ist eine interessante Veränderung der Parteienlandschaft:

  • Die Wohlhabenden Linken wählen jetzt eher die Grünen, deren Politik man sich leisten können muss
  • Die weniger wohlhabenderen aber arbeitende Bevölkerung fühlen sich bei der SPD nicht mehr vertreten, gerade auch weil andere ungefähr das gleiche Geld ohne Arbeit erhalten, dass aber natürlich über Steuern und Abgaben von den Arbeitenden gezahlt werden muss. Die Umverteilungspolitik bringt ihnen nichts, weil von ihnen weg umverteilt wird.

Wie konnte die Partei, die sich gerade diese Bevölkerungsgruppe auf die Fahnen geschrieben hat so von ihr abkommen?
Ein Problem dürfte sein, dass linke Theorien die Arbeitenden allgemein aus dem Auge verloren haben. Statt Arbeiter sind es nun eher „Minderheiten“ die im Fokus stehen. Intersektionale Theorien können mit einer so allgemeinen Theorie wie Arbeiter und Angestellte nichts anfangen. Mit Frauen, mit Einwanderern oder mit LBGTQ+ schon eher. Der Arbeiter hat nichts modernes. Es klingt nach einem (weißen) Mann, der ja per se nicht interessant ist. Und auf Deutschland als Industrienation abstellen, dass ist ja auch schon wieder rechtsradikal.