Es ist der 20.06.2014, die Uhr schlägt 11, Zeit den Rucksack zu packen. Ein letztes Mal. Vorerst.
Obwohl wir mittlerweile routiniert im Aus- und Einpacken unserer Habseligkeiten sind, zieht es sich diesmal in die Länge. Melancholie liegt in der Luft. Keiner gibt es zu, aber es fällt sichtlich schwer.
176 Tage. Solange waren wir jetzt unterwegs. 175 Tage voller wunderbarer Momente und unvergesslicher Erlebnisse. 175 Tage, 24 Stunden Seite an Seite, ein unschlagbares Team.
Wir haben Berge erklommen, sind an einsamen Stränden gestrandet, haben uns mitten im Nirgendwo auf den Rücken gelegt und in die Sterne verliebt. Wir waren in Millionenstädten, in kleinen Dörfern, in Dschungel-Baumhäusern, auf dem Mekong, in uralten Ruinen, im Meer und in den größten Höhlen der Welt. Haben Dinge gegessen, von denen wir vorher noch nie gehört haben.
Im Gepäck immer dabei: die Neugier. Die Neugier auf die Welt, auf Neues, auf Überraschungen. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Wir haben mit Kängurus zu Abend gegessen, uns den Wind um die Ohren wehen lassen und im Auto um die Wette gegröhlt. Wir haben geschwitzt, gefroren, gelacht und geweint und uns gegenseitig wieder zusammen geflickt.
Reisen hat auch Schattenseiten. Auch diese haben wir kennengelernt: Unendliche Stunden im Bus, auf Wegen, die das Wort Straße nicht verdient haben, Unbarmherzige Sonne, die einem den Nacken verbrennt und Platzregen, der auftaucht, wenn man ihn am wenigsten braucht. Runtergewirtschaftete Hotels, kalte Duschen und Magenverstimmungen. Insektenstiche und das Gefühl, seine ganze Reise mit warten zu verbringen.
All das gehört dazu. Und es gibt einige Dinge die man unterwegs schmerzlich vermisst: Freunde, Familie, das eigene Bett. Aber auch einfach ein herzhaftes Salamibrot, um sich etwas Abwechslung vom Reis zu verschaffen.
Die schönen Erfahrungen, die wir machen durften, haben dafür aber mehr als entschädigt.
Besonders in Erinnerung werden wir die Menschen behalten, die uns auf unserem Weg begleiteten. Manche mehrere Tage, manche nur eine flüchtige Begegnung. Wir haben gelernt, dass ein Lächeln eine globale Währung ist uns dass viele Dinge mehr Wert sind, wenn man sie teilt. Reichtum macht einem noch lange nicht reich.
Wir danken all denen, die uns ein Stück von sich und ihrer Kultur gezeigt haben: Das taubstumme Pärchen mit ihrem Straßenrestaurant, der lebensfrohe Hotelbesitzer, der schon zwei Schlaganfälle einstecken musste, die vielen Kinder am Straßenrand, für die ein “Hello” die Sonne aufgehen ließ, um nur einige zu nennen.
Wir sind froh, dass wir die Möglichkeit hatten, diese 175 Tage zu erleben und sind nun beides, glücklich und traurig, wieder nach Hause zu kommen.
Tschüß Welt, es war schön mit dir! Wir werden dich vermissen.
Zwei Reisende
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Wiedersehen mit der Family


