Hallo ihr Lieben!
Jetzt ist Sie also Vorüber… Sie war es immer, die meinen Aufenthalt in Irland so besonders gemacht hat, grade weil Sie so reichlich war, beinahe endlos erschien sie mir zu Anfang… Doch jetzt, wenn ich zurückblicke habe ich sie voll und ganz vor Augen- meine Zeit in Irland. Ein ganzes Jahr, verflogen wie im Flug, ist jetzt endgültig vorüber.
Seit über 2 Wochen bin ich nun bereits zurück in Deutschland, habe Irland den Rücken zugekehrt und vorerst „good bye“ gesagt doch, dass dies nur ein Abschied auf Zeit ist, ist gewiss, denn Irland hat mein Leben beeinflusst. Es hat mich verändert und mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute hier bin. Dabei hat es sich einen Platz ganz tief in meinem Herzen verdient. Für immer wird Irland für mich wie eine 2. Heimat sein und die Menschen, die mich das ganze Jahr über begleitet haben werden für immer in meinen Gedanken sein. In einigen von ihnen habe ich sogar womöglich wahre Freunde fürs Leben gefunden.
Meine Zeit in Irland ist vorbei, doch Irland war für mich eine Abzweigung in meinem Leben, die mich auf neue Wege geleitet hat. Zum Teil waren das ebene, gut ausgebaute Wege mit Straßenbeleuchtung und Wegweisern am Straßenrand. Andere Wege hingegen waren Matschig und einsam. Ich musste meinen Weg auf ihnen alleine finden, geradewegs weg von allem mir vertrauten hinein ins unbekannte. Sie haben mich durch eine Welt geführt, in der vieles Neu für mich war. Eine neue Kultur mit einem anderen Sinn für Pünktlichkeit, anderen Essgewohnheiten, anderer Erziehung, anderen religiösen Ansichten und anderen Wertvorstellungen, um nur ein paar grundlegend anders geregelte Dinge zu nennen. Irland hat mir beigebracht, dass „anders“ ein synonym für „spannend“, „neu“, „aufregend“ und „ungewohnt“, aber auf keinen Fall für „besser“ oder „schlechter“ ist. Heute bin ich in der Lage offen in neue Situationen hineinzugehen und alles was neu ist zunächst einmal vorurteilsfrei zu betrachten, komplett ohne unbewusst zu bewerten. Auch wenn meine Wege teils wirklich ungemütlich waren, so bin ich stets weiter gegangen, habe selten zurück geblickt und bin nie stehen geblieben. Ein „Zurück“ gab es für mich nicht.
Auf meinen Wegen hatte ich niemanden hinter mir, der mich angetrieben hat. Niemand hat die Peitsche hinter mir geschwungen oder mich auf irgendeine Weise unter Druck gesetzt. Es war immer meine eigene Entscheidung nach Irland zu gehen. Ich wurde nicht getrieben, sondern gezogen. Mein Ziel hat mich gezogen. Zu Beginn war die Zeit mein Ziel. Das ende meines Jahres, das war es was ich angestrebt habe. Es hat mich motiviert und mir Kraft gegeben. Es kam mir jedoch auch endlos weit weg vor, denn ein Jahr erschien mir ewig lang. Sehr bald hat sich dieses Ziel verändert. Ich habe gemerkt, dass nicht das Ende des Jahres mein Ziel ist, denn mir wurde bewusst wie unsinnig das wäre. Die Wahrhaftigkeit des Sprichwortes „der Weg ist das Ziel“ wurde mir schlagartig klarer denn je. Umdenken war angesagt. Mein Ziel musste umgesteckt werden.
Genau diese Erkenntnis war es die mich letztlich auf meinem Weg durch Irland begleitet hat, mich dazu gebracht hat den Weg wirklich als Ziel anzunehmen und meine Augen offen zu halten. So bin ich auf jeden einzelnen von meiner Organisation angebotenen Ausflug gegangen, habe jede Party besucht und jede einzelne Sekunde genutzt. Das war genau richtig denn dadurch durfte ich wunderschöne Orte Irlands sehen und unvergessliche Momente mit Freunden in der Schule, beim Reiten und bei der Jugendgruppe erleben. Vor allem aber habe ich auch an Selbstbewusstsein hinzu gewonnen, Englisch gelernt und ganz viel neue Motivation für meinen weiteren Weg getankt.
Mein Weg ist jetzt, nach Irland, nicht zu ende. Er geht um eine weitere Kurve. Mein Jahr in Irland ist um, viel schneller, als ich es je erwartet hätte. Ein Jahr, kürzer als ich es jemals erlebt habe. Es fällt mir immer noch unglaublich schwer zu realisieren, dass ich jetzt wieder zurück bin und, dass ich Irland in Zukunft nur noch als Tourist in den Ferien sehen werde, aber trotzdem ist es nun Zeit Fazit zu ziehen.
Mein Jahr in Irland wird mir für immer positiv in Erinnerung bleiben. Wenn ich es mit meinem Wissen von heute wiederholen könnte so würde ich nichts ändern wollen. Jede neue Erfahrung, egal ob positiv oder negativ, ist wertvoll und ich möchte sie nicht missen. Irland ist ein wunderschönes Land mit unendlicher, unberührter Natur. Die Iren sind ein extrem gastfreundliches, feierlustiges und definitiv sehr humorvolles Volk, in dem man schnell Anschluss finden kann. Ich bin allen Menschen, die mir diese Erfahrungen ermöglicht haben unendlich dankbar! Vielen Dank an alle lieben Menschen in Deutschland, die mir gesagt haben, dass sie mich vermissen und trotz der Entfernung stets mit mir in Kontakt geblieben sind und mir den Rücken gestärkt haben. Danke an alle, die in Irland meinen Weg mit mir gemeinsam gegangen sind. Und danke an alle, die meinen Blog verfolgt und immer interessiert mitgelesen haben, wenn ich etwas neues zu berichten hatte. Ich bin euch allen unendlich Dankbar!
Alles Liebe,
Benita








