(26.März2026) …sparen den Henker. Alte Leute, die nicht mehr so gut sehen, hören, reagieren oder sich bewegen können, kompensieren ihre Einschränkungen durch Erfahrung. Das wird tatsächlich von manchen Politikern und Forschern behauptet. Wenn das wahr bzw. überhaupt möglich wäre, müssten doch aber bei Autorennen wenigstens auch Halbgreise mitfahren – oder!? Ist es nicht vielmehr so, daß die Alten nach wie vor die Wählerzielgruppe Nummer eins sind und es sich deshalb niemand, der die Möglichkeit dazu hätte, an die regelmäßige Fahrtauglichkeitsüberprüfung heranwagt?
In Brasilien muss man beispielsweise bis 49 Jahre alle 10 Jahre zur Fahrtauglichkeitsuntersuchung zwischen 50 und 69 Jahre alle 5 Jahre und ab 70 Jahren alle 3 Jahre und wenn der Arzt der Meinung ist, daß das Untersuchungsintervall verkürzt werden muss, dann tritt man ggf. auch jedes Jahr an.
In Deutschland dagegen dürfte jemand, der noch bei der Wehrmacht den Führerschein gemacht hat und seit dem nicht mehr selbst gefahren ist, sofort in ein Auto steigen und Leute totfahren.
Gestern in Berlin ist mal wieder ein älterer Herr aus dem Parkhaus gefahren. Durch die Wand im ersten Stock. Vor zwei Wochen in Gera hat mal wieder eine Greisin (84 Jahre!) zwei Altersgenossen beim rückwärts Ausparken totgefahren.
Ein Blick in die Statistik sagt eigentlich alles: nix von wegen Kompensation durch Erfahrung. Greise Autofahrer bauen zwar absolut weniger Unfälle, weil sie weniger fahren. Dafür sind sie aber relativ gesehen deutlich überdurchschnittlich oft Schuld und es handelt sich ebenfalls deutlich überdurchschnittlich oft um schwere Unfälle.
Wenn jemand nachts angenattert auf dem Fahrrad nach Hause eiert und dabei erwischt wird, ist der Lappen sofort weg und eine MPU fällig obwohl man auf dem Fahrrad ja vor allem sich selbst gefährdet und Fahrräder noch ohne Erlaubnis gefahren werden dürfen. Wenn dagegen völlig vertatterte Greise mit dem Auto in Geschäfte, Fußgängergruppen oder immer wieder auch gern durch Wände fahren, dann sind das unglückliche Einzelfälle, wo man am liebsten noch ein Auge zudrückt – die brauchen doch das Auto, weil sie nicht mehr so gut zu fuß sind – fast wie Betrunkene. Wegen der Überforderung wird dann beim Neuwagen auch gerne zum Automatikgetriebe gegriffen, welches aber dummerweise nur noch zwei Pedale hat und sich auch nicht mal eben abwürgen lässt, wenn im dauerverwirrten Zustand die Pedale verwechselt werden. Überhaupt: Wenn jemand sagt, er hätte Gas und Bremse verwechselt, warum schrillen da nicht sofort alle Alarmglocken und warum wird da nicht sofort automatisch die Fahrerlaubnis auf nimmer Wiedersehen geschreddert?