Fort Fehu Isa

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Vor langer Zeit gab es tief im Norden ein Dorf, nirgendwo anders waren im Sommer die Wiesen grüner und saftiger und nirgendwo anders schimmerte im Winter der Schnee mehr als dort…

Die Krieger, Weiber, Kinder und sogar die Sklaven die dieses Dorf bewohnten waren stolz und mutig, ein jeder war für den anderen da. Gemeinsam mit ihrem Dorfjarl bildeten sie den Clan der Fenris.

Nichts hat die Fenris je erschüttert, die Asen schienen es stets gut mit ihnen zu meinen und so traf es den Clan völlig unvorbereitet als eine lange Hungerszeit bei ihnen anklopfte. Doch wie die Fenris nunmal waren standen sie zusammen, das wenige das da war wurde geteilt und so schien diese Zeit sie nur noch enger miteinander zu verbinden.

Dann aber geschah etwas womit keiner rechnen konnte, ja, man mochte es kaum als wahr empfinden, so unglaublich ist es. Ausgerechnet der Dorfjarl ließ den Clan in seiner schwersten Zeit im Stich. Der Dorfjarl! Derjenige der als tapferster, stärkster und beständigster Krieger des ganzen Clans angesehen wird und der sich jetzt lieber einem reicheren, nicht hungernden Clan anschloss und diejenigen die ihm vertraut hatten, sich selbst überließ. Man kann sich heute vorstellen was das damals für ein Schock gewesen sein muss.

Doch vorerst nahm die Geschichte der Fenris ein gutes Ende, denn in den Reihen der Krieger fand sich schnell einer der bereit war den Clan durch diese schwere in eine gute Zeit zu führen. Gustav wurde also der neue Dorfjarl und schon schien das Glück zurück gekehrt zu sein.

Wieder war der Clan der Fenris auf der Sonnenseite des Lebens zu fnden, es gab genug zu Essen, alle waren sicher und so wurde manches berauschende Fest gefeiert.

Eines Tages jedoch verabschiedete sich der Dorfjarl von seinem Clan, er zog los in die Weiten des Nordens um an Jarltreffen teilzunemen und neue Handelspartnerschaften zu knüpfen.

Erfolgreich, mit einem voll beladenen Boot kehrte er eines Nachts heim. Die Insel der Fenris lag in Finsternis, keines der vielen Feuer an denen sonst gesessen und gelacht wurde, brannte. Ja nicht mal die mächtige Hall konnte man ausmachen. So finster, da war sich der Dorfjarl ganz sicher, war die Inseln nicht mal in der Nacht gewesen als sie sie damals vor langer Zeit das erste Mal betreten hatten.

Über der Insel lag eine solch angstmachende Stille, das sogar die einzelnen Sprünge der Fische im Wasser zu hören waren. Das Boot legte mit einem gespenstig lauten Geräusch an und der Dorfjarl ging mit den wenigen die ihm geblieben waren an Land, die Schwerter hatten sie gezogen, bereit für alles und doch erwarteten sie nicht das was sie vorfanden.

Die Insel war verwüstet, kein Baum stand mehr an seinem Platz, die Häuer waren völlig zerstört und der Weg war gepflastert von Schutt und toten Menschen. Die Stille ließ die wenigen Krieger rund um den Dorfjarl frösteln, sie glaubten ihren eigenen Herzschlag zu hören.

Nach einer genauen Durchsuchung die bis in die nächste Nacht andauerte, stellte Gustav fest das die Insel leer war, er wusste nicht ob es überlebende Menschen gab oder ob alle diese Welt verlassen hatten. Ihm blieb nichts anderes als das letzte Stück das heil geblieben war mit sich zu nehmen: Das Brandeisen der Fenris.

Und so verließ nun auch Gustav mit den letzten Getreuen die er noch hatte diese Insel und der Clan der Fenris lebte nur noch in der Erinnerung jener Menschen die dort einst glücklich waren.

Die Menschen die einst den Clan bildeten verstreuten sich über ganz Gor, einige schlossen sich anderen Clans an, andere zogen bis in den Süden und wieder andere wurden unter den wachsamen Augen ihrer Mütter erwachsen. So auch Vali, der in den letzten Tagen der Fenris ein kleiner Junge war und von seiner Mutter gerettet werden konnte.

Doch der Ernst des Lebens war damals noch nicht angekommen bei ihm und so lebte er in einem Zelt das auf einer Waldlichtung in Mittelgor stand und nahm das Leben wie es kam. Das Leben jedoch nimmt bekanntermaßen wenig Rücksicht auf Menschen die sich von Tag zu Tag hangeln und so kam es das er schneller Verantwortung übernehmen musste als es ihm lieb war.

Er baute seiner Mutter und bald auch seiner kleinen Tochter ein Haus, immer mehr Menschen sammelten sich um ihn und seine Mutter und so baute er ein Haus nach dem anderen. Es dauerte nicht lang und die alten Fenris fanden immer mehr zusammen und sie taten was sie tun mussten: Sie suchten nach Land!

Wie schon damals fanden sie eine Insel auf der das Gras im Sommer grüner war als auf anderen Inseln und auf dem der Schnee glänzte und aussah als würde er tanzen wenn er zu Boden fiel.

Es sahen sich Menschen wieder, die schon in der Vergangenheit alles miteinander geteilt hatten: Freud, Leid, Hunger und Not, aber auch Vertrauen, Mut und Liebe.

Damien, der jüngere Bruder des alten Dorfjarl Gustav übernahm jetzt die Rolle der Clanführung, Gustav half ihm mit Rat und Tat, nur ihr älterer Bruder fand nur für eine Weile zurück, dann suchte er sein Glück im Süden und schwor dem alten nordischen Glauben ab.

Eines Tages übergab Damien die Rolle des Dorfjarls an den jungen Vali und von da an brach eine komplett neue Zeit für den Clan an. Doch bis heute ist es der alte Clan der Fenris und sein Geist von Zusammenhalt der den heuten Clan der Fehu Isa prägt und führt. Dieser Clan ist eine Familie wie sie sich ein jeder nur wünschen kann.

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