„Wie genau soll das funktionieren“, fragt Phi den Zwergenpriester. Ich habe zwar davon gehört, dass es Magie gibt die den Körper dauerhaft ändert, aber diese Art der Magie ist ziemlich teuer. Das kann ich mir leider nicht leisten“, meint sie betrübt.
Nun dieser spezielle Zauber ist etwas einfacher als zum Beispiel ein „Polymorph“. Der Grund ist, das ihr gestorben seid, was auch die Voraussetzung einer erfolgreichen Anwendung ist. Die Seele erinnert sich daran was sie einst war und wenn man den Zauber schnell spricht nachdem die betreffende Person Reinkarniert wurde hat man eine recht hohe Chance, dass man sich wieder in den zurück verwandelt der man einst war. Es ist ja auch nicht so das ich euch in einen Drachen oder in einen Troll verwandeln könnte. Nein ihr wart ein Halbling und werdet wieder einer sein“.
„Phi die während der Ausführungen den Atem angehalten hat stößt einen erleichterten Seufzer aus. Ja bitte verwandelt mich zurück sagt sie.
Ihr müsst euch noch etwas gedulden. Ich muss in meinem Turm die Zutaten zusammensuchen und dann mit meinen Brüdern noch zum Morgengebt gehen. Aber danach so Moradin will werde ich den entsprechenden Zauber für euch bereit haben“.
„Das passt perfekt. So lange brauchen wir sicher noch um Ranak über die Ereignisse zu Unterreichten die sich heute Nacht zugetragen haben. Und ich muss dann nicht mal in dieser Figur schlafen und mein Bett besudeln.
„Dann werde ich mich eiligst an die Vorbereitungen machen“, sagt der Priester und eilt davon.
„Nun das wäre dann ja schon mal positiv geklärt sagt Ranak. Aber jetzt würde mcih wirklich brennend interessieren warum ihr mich mitten in der Nacht aus dem Bett jagt. Dazu sollten wir uns zuerst in den Eiskeller begeben“, mein Violett. Mit dem der Leiche lässt sich einfacher erklären was uns widerfahren ist. Im Keller des Zwergenturmes angekommen öffnet Ranak eine mit Eiskristallen behangene Tür. Eisige Luft strömt aus dem Raum und kleine Wolken bilden sich vor euren Gesicherten und vertreiben zumindest vorerst die Müdigkeit der Nacht. Auf einem Eisblock liegt die geschundene Gestalt der Magd die die Party in die Falle im Keller gelockt hat. Phi und Violett erzählen wie sie von der Magd getäuscht wurden und vor allem Violett verfällt in Ausführungen darüber wie ihr Geist beeinflusst wurde und wie dies darauf hindeutet, dass diese scheinbar einfache Magd wohl eine Magierein ist.
Außerdem erzählt sie Ranak auch gleich von Ratlord und den Informationen die er ausgeplaudert hat. Bei den Diebstählen hört der knorrige Zwerg noch stoisch zu, aber als Violett davon erzählt, dass dieser Ratlord wohl mit jemandem in Kontakt steht, der alle Zwerge tot sehen will wird sein Blick eisern. „Und ihr seid euch sicher, dass dieser Ratlord mit den Hextorianern zusammenarbeitet“, fragt er Violett. Nach allem was wir wissen muss es so sein. Er hat ein persönliches Buch mit seinen Kontakten geführt in dem auch Nachrichten von Aton und Wieland drinnen waren. Es kann natürlich sein, dass jemand anderes euch loswerden will da Ratlord davon sprach, dass er viele Auftraggeber hat“.
„Nein nein“, sagt Ranak dessen Stimme nun schon vor Zorn bebt. „Das alles macht perfekt Sinn. Seit Wieland an der Macht ist, sind einige seiner Schäfchen zu Moradin gewandert, da sie mit den Methoden Wielands nicht einverstanden waren. Außerdem ist es Wieland seit jeher ein Dorn im Auge, das wir Zwerge eine eigene kleine Festung in der Stadt haben und eine eigene Garnison führen. Er hat bei einigen Stadtratssitzungen dafür opponiert, das uns das Privileg eines eigenen Militärs gestrichen wird, da das die Stadt und die Stadtwache schwach wirken lässt“. Dieser miese Sohn eines Tunnelschweins hat es schon immer auf uns abgesehen“, zischt Ranak zwischen zusammengepressten Lippen hervor. „Das wird ein Nachspiel haben. Ich werde im Stadtrat eine eingehende Untersuchung fordern. Dieses Pack muss hinter Schloss und Riegel gebracht werden.
„Während Ranak den Ausführungen folgt, fällt Phi`s Blick auf das lange blonde Haar der Magd. Nachdenklich nähert sie sich der Leiche und zieht es zur Seite. Ein vernarbtes, blau angelaufenes Gesicht kommt darunter zum Vorschein. Im trüben Licht der Kanalisation waren diese Merkmale nicht erkennbar aber jetzt sieht, Phi plötzlich ein völlig fremdes Gesicht vor sich. „Das ist nicht die Fallenstellerin“, stößt sie überrascht hervor. „Zumal ich mich jetzt erinnere, dass die Tussi von der Straße kurze Haare hatte, war auch ihr Gesicht sicher nicht so vernarbt“. Ranak und Violett blicken überrascht auf. „Wen hat die Ratte dann aufgeknüpft? Und wo ist die Schlampe die mich verhext hat?
„Vermutlich ist sie auch mit den Hextorianern im Bunde“, bebt Ranak. „Ich kenne zwar den Namen dieser Magd nicht, aber ich habe sie ein ums andere Mal bei uns am Markt gesehen. Sie arbeitet soviel ich weiß für den Bäcker oder zu mindestens wohnt sie in diesem Teil der Stadt.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zauberin mit den Hextorianern zusammenarbeitet“, meint Violett. „Die Typen verachten Magier als schwach oder maximal notwendiges Übel“. Wie dem auch sei. Wir müssen sie finden. Sie hat definitiv etwas mit den Überfällen der Untoten zu tun. Und falls es eine Verbindung zu den Hextorianern gibt müssen wir sie schnell finden. Wieland kann schon nur mit seinen Brüdern genug Schaden anrichten. Wenn er noch magische Unterstützung hat macht ihn das nur noch gefährlicher.
„Ich werde meine Leute in Alarmbereitschaft Versetzten“, sagt Ranak. Wir werden nichts überstürzen aber ich muss zumindest Shgall informieren. Falls ihr mehr herausfindet lasst es mich sofort wissen. Und wenn Garnichts anderes hilft, dann stürmen wir einfach den Tempel und nehmen sie alle fest. Eure priesterliche Freundin hat ja bestimmt das Mandat dazu“.
Von draußen sind Schritte zu hören und kurz darauf taucht das freundliche Gesicht, des Priesters auf. Als er den wütenden Blick Ranaks bemerkt zuckt er merklich zusammen aber dieser winkt ab. „Wir wären dann so weit“, meint er daraufhin schulterzuckend.
„Geht nur“, sagt Ranak immer noch mit einem Beben in der Stimme. „Ich denek wir sind hier fertig. Ich werde die notwendigen Schritte in die Wege leiten und erwarte ehest möglich einen Bericht von euch sobald ihr ausgeschlafen und ihr selbst seid. Ein bisschen Zeit werden wir wohl noch haben. So irre kann ja nicht mal Wieland sein das er am hellichten Tag losschlägt“, meint er grimmig.
„Wir werden euch nicht enttäuschen“, sagt Phi. „Ich stehe persönlich dafür ein dass den Zwergen kein Leid geschieht. Bei Clangedins Hammer. Das wird nicht passieren solange ich stehe“. Mit diesen finalen Worten folgen die beiden Freundinnen dem Priester hinaus aus dem Keller. Der Tempel für die Zwergengötter befindet sich direkt am Tor hinaus aus der Stadt. Violett muss durch den niedrigen Gang kriechen um sich nicht Schädel anzuschlagen. Der Gang führt in eine Kammer in dem sich die Zwerge allmorgendlich zum Gebet treffen. Durch eine Falltür gelangt man in eine tieferliegende Kammer in der, so erklärt der Priester, die wichtigeren Messen gefeiert werden. Von dieser Kammer geht ein Gang ab der mit einer bronzenen Tür gesichert ist. Phi kann zwar kein Dethek lesen, erkennt aber, dass es sich um das Sanktum des Tempels handeln muss. Dieses ist dann auch nur den Zwergen selbst vorbehalten.
Der Priester führt Phi durch einen weiteren Gang in eine kleine Kapelle. Violett die nicht gebraucht wird, beschließt im Sanktum zu beten. Am Ende des steil abfallenden Ganges findet sich Phi in einer aus dem Fels gehauenen Kapelle wieder. „Es braucht die Wurzeln der Erde um seine eigenen Wurzeln zu finden erklärt der Priester während er seinen Umhang ablegt und sich die traditionelle Schmiedeschürze umhängt. In die grob gehauenen Wände sind silberne Runen eingearbeitet die Dumathoin, dem Wächter der Geheimnisse unter dem Berg, geweiht sind. Die Luft ist rauchig und in einer Ecke steht eine rot glühende Esse.
„Ihr müsst leider eure Kleider ablegen“, sagt der Priester während er sich an einem Alkoven zu schaffen macht. Phi beginnt die Schnüre ihrer Tunika zu lösen und schichtet ihr Gewand samt ihrer Stiefel säuberlich am Eingang der Kapelle auf. Zwei weitere Zwerge, die offensichtlich nicht im Dienst der Kirche stehen da sie normales Alltagsgewand tragen, haben mittlerweile die Kapelle betreten. „Ich weiß es ist etwas ungewöhnlich, dass Laien dieses Ritual durchführen, aber in unserer kleinen Gemeinde gibt es nicht so viele die dem geistlichen Wohl dienen“, sagt der Priester lächelnd. Er hat mittlerweile eine Schriftrolle aus dem Alkoven geholt und eine Schüssel mit einer dunklen Paste bereitgestellt. „Kohle, fossile Knochen und Bier um die Verbindung von Vergangenheit und dem Jetzt noch fester zu machen“, meint er verschmitzt. Phi bekommt einen Tropfen der Tinktur auf die Zunge und dann beginnt der Priester unter leisem singen Symbole auf Phi’s Haut aufzutragen. Zu seiner klingenden Stimme mischt sich das melodische Summen der beiden Laien, die dem Priester nachdem er mit den Runen fertig ist seinen Hammer und eine Schmiedezange reichen. Während sie den Gesang fortführen, beginnt der Priester von der Schriftrolle zu lesen. Phi beginnt sich schummrig zu fühlen. Die Esse scheint immer mehr Hitze auszustrahlen und ihr ohnehin übermüdeter Körper wird durch den monotonen Gesang noch müder. Der Boden scheint plötzlich immer näher zu kommen und scheint zu einem kleinen Schläfchen einzuladen. Phi versucht krampfhaft die Augen offen zu halten, aber sinkt schlussendlich doch zu Boden und schläft ein………

„Nun dann lieber Roland tut es mir leid aber ich muss euch trotzdem nochmal rausjagen bevor ihr euch ausruhen könnt“, sagt Ninon entschuldigend. „Wir brauchen schnellst möglich eine Brieftaube um eine Nachricht nach Triefwasser zu bekommen. Der Hohepriester muss über die Vorkommnisse unterrichtet werden. Ich werde einstweilen eine Nachricht verfassen und ihm sagen, dass wir zwar alles unter Kontrolle haben, ein wenig Hilfe aber trotzdem nicht schlecht wäre“. Roland der sich auch kaum noch auf den Beinen halten kann, seufzt, fügt sich dann aber seinem Schicksal. „Ich werde zu den Zwergen gehen. Bei denen kann man Brieftauben kaufen bei denen keiner mitliest“, gähnt er und verlässt das Zimmer. Corin hat bereits begonnen, die Schreibutensilien aus dem Gepäck zu graben und wartet mit gezückter Feder auf Lady Ansaris Zeilen. Noch bevor der Brief fertig ist, kommt Roland schon, mit leeren Händen zurück. „Wo ist die Taube“, fragt Ninon streng? „Bitte vielmals um Verzeihung aber die Zwerge scheinen ein kleines veterinärmedizinisches Problem zu haben“, sagt er mit niedergeschlagenen Augen. „Offenbar hat bei allen Tauben eine Art Mauser eingesetzt und sie können ohne Federn nicht fliegen“. „Bei Heironeus Arsch“, flucht Ninon. „Funktioniert in diesem blöden Kaff denn Garnichts? Das heisst wir müssen jetzt mit Shgalls persönlichen Tauben vorlieb nehmen und das bedeutet wieder mit seinem Sekretär zu sprechen. Pfft.. ich muss mich hinlegen. Den Typen halte ich nur ausgeschlafen aus“. Das gesagt knallt Ninon die Tür zu und wirft sich auf ihr Bett. Sie fällt in einen unruhigen Traum in dem sie sich plötzlich mit allen anderen auf dem Friedhof von Crossing wieder findet. Vor ihr liegt der Eingang zu einer Gruft und eine Zauberin die sie nicht kennt schickt sich gerade an in die Gruf hinunter zu steigen.
Ein dunkler Schatten liegt über der Gruft und der Geruch von Moder und Verwesung liegt in der Luft. „Stop“, ruft Ninon um die Fremde davon abzuhalten die Gruft zu betreten. Doch sie scheint sie nicht zu bemerken und Ninon kann nur hilflos zusehen wie die Magierin gefolgt von ihrer Gruppe in die Gruft hinabsteigt und verschwindet. Kurz darauf ist ein furchtbares heulen zu hören das abrupt abbricht. Es kehrt Stille ein und es scheint fast so als ob der Traum damit endet. Doch plötzlich wird die ganze Landschaft in Blutrotes Licht getaucht. Die Sonne scheint sich aufzublähen und sechs feurige Strahlen schießen aus ihr heraus. In einem letzten aufblitzen von Klarheit kann Ninon noch eine Gestalt erkennen, die aus der Gruft herauskriecht. Was sie sieht lässt sie bis ins Mark erschaudern. Es ist ihr animierter Leichnam der sich stöhnend einen Weg ins freie bahnt….
Es ist Mittag als sich die Abenteurer, ohne Phi, nach mehr oder weniger erholsamen Schlaf wieder im Schankraum der Seidenen Elfe treffen. Violett erzählt, dass die Zwerge sie nach Hause geschickt haben, da Phi sich noch von der Metamorphose ihres Körpers erholen muss. Unweigerlich kommt Ninon auf ihren Trau zu sprechen und stellt überrascht fest, das alle anderen denselben Traum hatten. Wobei es doch einen kleinen Unterschied gab. Der Leichnam am Ende des Traumes war jeweils immer die Person die geträumt hat. „Die Sonne mit den sechs Feuerstrahlen kann nur eines bedeuten“, flüstert Ninon. Hextor selbst hat uns ein Zeichen gesendet. Die Feuerstrahlen stehen für seine sechs Arme und die Sonne ist sein wachsames Auge das über uns steht. Was immer dieser Traum bedeutet. Ich bin mir sicher, dass wir uns den Friedhof genauer ansehen müssen“.
„Aber nicht ohne Phi“, wirft Violett sofort ein. „Wir sollten alle Ressourcen haben die uns zur Verfügung stehen. Wer weiß was am Friedhof lauert. Außerdem war diese Gruft von zwergischer Bauart. Vielleicht hat Ranak Informationen für uns die uns weiterhelfen“.
„Hat jemand von euch eine Ahnung was es mit dieser Magierin auf sich hat“, fragt Anderson während er sich gähnend durch seine zerzausten Haare fährt. „Was hatte sie in diesem Traum zu suchen“?
„Vielleicht war sie nur eine Metapher dafür, das was immer uns erwartet mit Magie bekämpft werden kann“, wirft Violett hilfreich ein. „Wohl kaum“, meint Ninon trocken. „Subtilität ist nicht gerade das was ich von meinem Gott erwarten würde. Nein ich denke das es wirklich um diese betreffende Person geht“. Da der Wirt gerade zufällig vorbeikommt fragt Ninon ihn ob noch andere Gäste kürzlich bei ihm eine Unterkunft gebucht haben. Tatsächlich hat der Wirt in dieser Woche noch ein Zimmer an eine junge Frau vergeben die von der Beschreibung her auf die Zauberin passt, die alle in ihrem Traum gesehen haben.
Noch bevor jemand sie aufhalten kann stürmt Violett die Treppe hinauf in Richtung des vom Wirt genannten Zimmers. Der Rest der Mannschaft folgt ihr auf dem Fuße und lässt den verdutzten Wirt im Schankraum stehen. Von oben ist ein lautes Krachen zu hören was den Wirt dazu veranlasst sich zu überlegen ob er nicht fix einen Schreiner für das Gasthaus anstellen sollte. Violett hat sich mit der Schulter voran durch die Tür geworfen. Als der Rest eintrifft schüttelt sie gerade die Zauberin wach die alle in ihrem Traum gesehen haben. Der überraschte Blick des Erkennens den sie der Party noch schlaftrunken zuwirft sagt alles. Und schnell wird klar, dass auch sie den gleichen Traum hatte. Nach einer kurzen, wenn auch etwas einseitigen Vorstellungsrunde der Party fragt Ninon die Frage die allen schon auf der Zunge brennt. „Wer seid ihr und was macht ihr hier“?
„Die bessere Frage ist was macht ihr in meinem Zimmer und in meinen Träumen“, kommt eine trotzige Antwort? „Ich bin nur auf der Durchreise nach Triefwasser. Das ist es was ich hier mache und ihr werdet jetzt auf der Stelle mein Zimmer verlassen. Das ist doch keine Art. Ich werde mich beim Wirt beschweren. So eine Frechheit einfach hier einzubrechen. Ihr solltet wenigstens warten bis ich salonfähig bin.“ Mit diesen Worten befördert die Zauberin die Party recht unsanft auf den Gang. Verdutz starren die Abenteurer einander an und bleiben aber brav wie gescholtene Kinder auf dem engen Gang stehen. Kurz darauf öffnet sich die Zimmertür wieder und die Magierin braust nun mit blauem Umhang und Lederwams bekleidet aus dem Zimmer. „Ihr werdet mich natürlich zum Frühstück einladen“, meint sie forsch. „Und könnte mir dann bitte jemand erklären was hier los ist“? Die Party begleitet die Magierin in den Schankraum und klärt sie dort über die letzten Ereignisse auf. „Was immer dieser Traum zu bedeuten hat, Hextor hat ihn sicher nicht ohne Grund gesandt“, schließt Ninon ihre Erzählung ab. „Wir müssen uns diesen Friedhof ansehen. Und ihr solltet uns tunlichst begleiten. Wer weiß was passiert wenn ihr dieser Vision nicht folgt“.
„Nun gut“, sagt die Magierin die nach einem guten Frühstück und einem Becher heißem Wein schon etwas entspannter wirkt. „Triefwasser läuft mir nicht davon und mich interessiert es auch was dieser Traum zu bedeuten hat. Lasst uns also aufbrechen und dem Friedhof einen Besuch abstatten“.
„Ihr werdet euch noch kurz gedulden“, sagt Violett. „Ich werde noch unsere Gefährtin hohlen. Sie musste …. geheilt werden und erholt sich noch bei den Zwergen. Wir treffen uns einfach in einer Stunde am östlichen Stadttor“.
„Ein guter Vorschlag“, pflichtet Ninon bei. „Wir werden uns noch mit Weihwasser eindecken“. Die ganze Sache schreit nach Untoten und ich möchte besser vorbereitet sein“. Man verabschiedet sich und alle bis auf Violett begeben sich zu den Pelorianern um dort Weihwasser einzukaufen. Dieses wechselt schnell und zu einem guten Preis den Besitzer. Außerdem legen die Priester noch ein Waffenöl drauf, das die Waffen der Gruppe für kurze Zeit noch effizienter gegen Untote macht. Danach begeben sie sich zum Stadttor…………
Phi wacht in einem niedrigen Raum auf der nach Waldmeister und Erde riecht. Sie liegt auf einem Strohlager und ist mit einer groben Jute Decke zugedeckt. Ein kleiner Ofen in der Ecke spendet Wärme und auf einem kleinen Tischchen hat jemand einen Krug mit Wasser und etwas Brot mit Zwiebeln zurückgelassen. Nun erst bemerkt Phi ihren Durst und schnappt sich einen Becher. Unweigerlich fällt ihr Blick auf ihre Hände. Die gelbliche Färbung ist verschwunden und auch die klauenbewährten Hände sind wieder filigranen Halblingshänden gewichen. Erleichtert atmet sie auf. Rasch zieht sie sich ihre alten Sachen über, die jemand auf einem groben Holzstuhl für sie bereitgelegt hat und begibt sich dann zu der massiven Eichentür die in die Wand eingelassen ist. Sie schwingt lautlos auf und Phi stößt fast mit Violett zusammen die gerade die Treppe heruntergeeilt kommt. „Da bist du ja wieder in halber Größe“, lächelt sie verschmitzt. „Ja und was für ein Pech das ist. Jetzt muss ich dir wieder in deine riesigen Nasenlöcher starren“, gibt sie schelmisch zurück. Das freundliche Geplänkel geht noch ein paar Minuten weiter bis Violett wieder ernst wird.
„Fühlst du dich in der Lage wieder mit uns auszuziehen oder willst du dich etwas von deinem Schock erholen“, fragt sie mitfühlend. Geistesabwesend greift sich Phi an die Stelle an der Ratlords Dolch in ihre Brust eingedrungen ist. Doch dann weicht die Angst aus ihren Augen. „Ich werde mich sicher nicht in irgendeinem Loch verkriechen“, meint sie. „Lass uns losziehen und ein paar Leichen daran erinnern, dass sie eigentlich liegen bleiben sollen“. Beide stoppen beim Verlassen der Zwergenfeste nochmals kurz bei Moradins Tempel um sich auch bei dem Priester zu bedanken. Da auch Ranak gerad dort ist, berichtet ihm Violett von dem Traum. Er scheint etwas unzufrieden, dass es nicht um die Hextorianer geht. Als ihm Violett jedoch das Gebäude aus ihrem Traum beschreibt ändert sich seine Miene schlagartig. Es scheint als ob es sich bei dem Gebäude um die Gruft eines Zwergenhändlers handelt. Er ist vor ein paar Jahren bei einem Goblinüberfall erschlagen worden. Da er ein sehr guter Freund Shgalls war wurde ihm zu Ehren ein kleines Mausoleum errichtet. Es enthält zwar nicht den Leichnam des Händlers, dieser wurde so wie es sich gehört in Birsigham bestattet. Aber es sind dort doch einige Dinge untergebracht die dem Zwerg wichtig waren. Ranak gibt Phi den Schlüssel zu der Gruft und bittet sie einen Blick hinein zu werfen. Er warnt beide vor den Fallen die nachträglich eingebaut wurden und gibt Phi außerdem zwei Runensteine die es ihr ermöglichen Untoten noch mehr Schaden zu machen. Außerdem steuert der Priester der Phi wieder ihre Gestalt gegeben hat noch ein paar Flaschen Weihwasser bei. Nun gut ausgestattet machen sich die Freundinnen auf zum gemeinsamen Treffpunkt.
Vom Stadttor aus geht es durch den nebeligen Morgen zum Friedhof der ein paar hundert Meter vor der Stadt liegt. Die Sonne ist noch nicht kräftig genug die Schwaden zu vertreiben und es herrsche ein gespenstische Stille als sich die Grabsteine aus dem Zwielicht schälen. Ninon übernimmt mit Anderson die Führung und gemeinsam schleicht die Gruppe über den Friedhof hin zu dem von Ranak beschriebenen Grab. Als sie sich der Stelle Nähern hören sie ein Röcheln und Schnaufen. Ninon lugt vorsichtig hinter einem moosbewachsenen Grabstein hervor und entdeckt einen Gouhl der schwankend vor dem Mausoleum des Händlers steht. Die Eingangstür ist aus den Angeln gerissen und an die Wand gelehnt. Als der Rest der Gruppe leise aufschließt steht der Gouhl plötzlich still und hebt seinen Kopf. Ein weiteres Schnaufen ist zu hören und ein böses Licht blitz in seinen Augen als er sich gierig der Party zuwendet. Ohne ein Geräusch zumachen stürmt der Gouhl auf euch los. Doch Anderson ist zur Stelle und erledigt ihn mit einem geglückten Schlag in den Magen der ihn nicht wieder aufstehen lässt. „Es scheint die Vision hat uns nicht getrogen“, flüstert Ninon. „Wir müssen uns das näher ansehen. Phi ihr seid die Leiseste. Schleicht bitte vor und schaut euch mal um“. Etwas unsicher fasst sich Phi doch ein Herz und schleicht zum Eingang. Kurze Zeit später taucht sie wieder aus dem Grab auf und deutet der Gruppe ihr zu folgen. Auf Bodenniveau befindet sich eine kleine Kammer. Den Polstern am Boden und dem Relief mit Moradin an der Wand nach zu urteilen handelt es sich um eine Art Andachtsraum. In den Boden wurde mit einem großen Hammer ein Loch geschlagen und überall liegt zerschlagener Marmor. An einem großen Stahlanker hängt ein verknotetes Seil, das in die Tiefe führt. Von unten sind schabende Geräusche und das eine oder andere Stöhnen zu hören. Mit den Fingern deutet Phi den anderen leise zu sein und lässt sich dann an dem Seil hinunter. Am Boden angekommen stolpert sie fast über einen weiteren Gouhl. Er wurde von mehreren Bolzen durchlöchert als er eine der Fallen der Gruft auslöste. Ein in den Felsen gehauener Gang geht von dem Loch weg und verschwindet nach wenigen Schritten in der Dunkelheit. Plötzlich sind dröhnende Schläge zu hören und ein röcheln und gurgeln ertönt gefolgt von einem weiteren dröhnenden Schlag, der das gurgeln abrupt abbrechen lässt.
`Das war dann wohl die Summon Monster Falle die hier ausgelöst wurde`, schießt es Phi durch den Kopf. Sie klettert wieder das Seil hoch und berichtet ihrer Gruppe was sie gefunden hat. „Ich werde voran schleichen und euch sagen was ich finde“, flüstert Violett. „Meine Augen haben mit der Finsternis kein Problem. Haltet einfach eure Lampen bereit und macht sie an sobald ich auch das Zeichen gebe“. „Was ist das Zeichen“, fragt die Zauberin neugierig. „Im schlimmsten Fall mein Blut das euch ins Gesicht klatscht“, grinst Violett und schwingt sich am Seil hinunter. Die anderen kichern und folgen ihr in die Tiefe. Violett sieht sofort, dass der Gang in eine weitere Kammer führt. Eine weitere Marmorplatte ist dort in den Boden eingelassen und wird von zwei Gouhlen mit Kriegshämmern bearbeitet. Außerdem steht dort noch eine sehr bleiche Elfe die die Anstrengungen der Gouhle dirigiert. Nachdem der Rest der Gruppe herunter gestiegen ist erklärt Violett kurz das gesehene. „Ich schlage einen schnellen Überraschungsangriff vor“, flüstert Phi. „Wir nutzten einfach den Umstand, dass es finster ist und blenden sie. Ehe sie etwas bemerken haben wir sie niedergerungen“. Der Plan scheint sinnvoll und Ninon, Corin und die Magierin beginnen leise Lichtzauber vorzubereiten. Sie werden gleichzeitig fertig und gleißendes Licht durchströmt die Kammer.
Die Gouhle und die Elfe greifen sich geblendet an die Augen und die Gruppe nutzt die Gelegenheit für einen schnellen Angriff. Weihwasserflaschen fliegen durch den Raum und Phi benutz ihren Runenstein um die Elfe, die offensichtlich die größte Gefahr ist schnell auszuschalten. Unterstützt wird sie von Anderson, der seine Waffen mit dem Öl der Pelorianer behandelt hat und ebenfalls die Elfe als den gefährlichsten Gegner identifiziert hat. Die beiden Gouhle gehen schon in der ersten Runde zu Boden. Doch die Elfe scheint aus härterem Holz geschnitzt zu sein. Sie wirft euch aus toten glasigen Augen einen wütenden Blick zu eine unnatürlich lange Zunge leckt über ihre Lippen. Was der Gruppe auch sofort auffällt ist ein kryptisches Symbol, das die Elfe auf ihrem Kopf trägt. Sie reist ihre Waffe aus der Scheide und attackiert Anderson und Phi mit wütenden Schlägen. Nun stürzt auch Violett und Roland heran und beginne gemeinsam die Elfe zu bearbeiten. Zwar teilt diese kräftig aus. Die große Anzahl der Gegner beginnt aber ihre Wirkung zu zeigen und sie wird sukzessive gegen die Wand gedrängt. Ihre Angriffe werden immer schwächer und die Wunden die die Party ihr zufügt schließen sich auch nicht mehr so schnell wie am Beginn des Kampfes. Ein wuchtiger Schwinger von Violetts Greataxe schlägt ihr schließlich einen Arm ab. Sie zischt schmerzerfüllt und wütend auf. Dann schließt sie ihre Augen und plötzlich ist alles Licht weg sodass nicht einmal mehr Violett etwas sehen kann. Die Gruppe hört Hufgetrappel und plötzlich ist auch das Licht wieder da. Von der Elfe ist nichts mehr zu sehen aber ein leichter Schwefelgeruch liegt in der Luft. „Verdammte Dämonenanbeter“, flucht Ninon. „Das blöde Weib hat bestimmt ein magisches Portal beschworen und ist abgehauen“. Schnaufend stehen Anderson und die leicht verletzte Phi vor der nun leeren Wand. Violett packt ihre Axt weg und beginnt sich umzusehen. Die Marmorplatte am Boden scheint die Versiegelung der eigentlichen Gruft zu sein. Die Gouhle dürften schon einige Zeit daran gewerkt haben, konnten sie aber bis jetzt nicht durchdringen. „Ich frage mich was die hier wollten“, sagt sie während sie die Marmorsplitter etwas zur Seite schiebt. Erst jetzt fällt allen die unscheinbare Holzkiste auf, die neben den Gouhlen am Boden steht. Eine kurze Untersuchung zeigt, dass keine Fallen auf der Kiste angebracht sind. Als Phi sie öffnet funkelt und leuchtet es. Auf einem kleinen Berg Platinmünzen liegt ein mit Obsidian besetztes Amulett und außerdem noch der Femur eines Menschen der mit „Draconic Runes“ verziert ist. „Es wirkt so als ob das Grabräuber gewesen wären“, meint Ninon nachdenklich. „Aber das macht keinen Sinn. Warum sollten Untote ein Grab ausrauben. Was haben die von Gold und Edelsteinen. Die bringen ihnen doch nichts“. „Nun ja der Knochen und das Amulett sind offensichtlich magisch und verströmen einen böse Aura“, mischt sich die Magierin ein. „Magie ist auf jeden Fall etwas das auch Untote gebrauchen können“. „Wir sollten das Grab öffnen und nachschauen was drinnen ist. Das könnte uns einen Hinweis geben“, sagt Anderson.
„Auf keinen Fall“, brüllt Phi. „Das wäre Grabschändung. Wir können einen der Zwergenpriester fragen ob wir den geistlichen Beistand bekommen um dies durchzuführen aber ihr rührt hier nichts an“. „Aber es ist doch ein leeres Grab“, meint Anderson entgeistert ob Phi’s Ausbruch. „Trotzdem“, sagt Phi und verschränkt die Hände. „Hier geht es um Tradition. Ich verlange nicht dass ihr es versteht, nur das ihr es akzeptier“. Anderson blickt sich hilfesuchend zu den anderen um aber auch die zucken nur mit den Schultern. „Na gut dann gehen wir wohl wieder zu Ranak“, meint Anderson schließlich resignierend.
„Hat einer von euch das Symbol erkannt das die Tussi auf der Stirn hatte“, fragt Violett. Alle schütteln fragend den Kopf. „Das wäre dann wohl auch etwas, das wir die Zwerge fragen könnten“. Die Abenteurer beschließen wieder in die Stadt zurück zu kehren und Ranak zu berichten was sie herausgefunden haben. Ninon wirft, während sie das Seil hinaufklettert auch das Thema der erkrankten Brieftauben auf.
Als die Party wieder aus der Gruft begrüßt sie warmer Sonnenschein. In der Mitte des Friedhofes sitzt ein Mann in grüner Robe der mit einem Birkenstock über die Beine gelegt zu meditieren scheint. Ein Steinadler sitz auf einem Grabstein in seiner Nähe und hebt interessiert den Kopf als ihr aus der Gruft tretet…………….
