Was erlaubst du dir –
und was verbietest du dir?
Sind die zwei Fragen
auf die es ankommt –
wenn du weiter schreiben willst.
Ich erlaube mir
Räume zu öffnen
und Räume zu betreten,
die ich eine Zeit
lang bewohnen kann –
Räume des Schweigens, Räume
zwischen den Welten –
Räume an Flüssen
und Räume in den Wäldern,
Räume, in denen
der Wind zu Wort kommt
und das Flüstern der Blätter,
Räume in denen
nichts verboten ist,
nichts vorgeschrieben, alle
Räume sind offen –
für alle Stimmen
und alle Zeiten offen –
und was fällt dir ein
in diesen Räumen
ist nicht die Frage, sondern:
Was vernimmst du hier –
und: Was fällt dir zu –
in den offenen Räumen
in denen die Zeit
immerzu still steht
während sie sich weiter dreht –
und die du bewohnst
wie warme Häuser –
immer auf der Suche nach
einem Wort, das passt –
in die unendlich
weiten und nach oben hin
offnenen Räume –
durch die der Wind weht
und in die der Regen fällt –
mal sanft, mal stürmisch –
Räume der Liebe
und Räume des Vergessens
und Sicherinnerns –
an die, die du warst –
ehe dich der Flügelschlag
der Zeit berührte –
und die Stille sprach:
Ziehe in die offenen
Räume der Worte –
wärmere Häuser
wirst du nirgendwo finden,
hellere Räume
existieren nicht
für dich, die du den Himmel
als Raum betrachtest –
aus dem die Worte
leise und sanft und so hell
fallen wie Flocken
dir ins Wort fallen –
bis dein Wort mit der Stille
verschmilzt – wie der Schnee.
Hannah
Februar 2026



