Wochenstart

Wird eine Woche aus der Hölle werden. Keine Ahnung, wie ich das alle schaffen soll, bei dem Chaos. Aber gut.

Halbwegs geschlafen, mit Unterbrechungen. Immer wenn ich aufwache, habe ich mittlerweile die Sorge, dass ich nicht mehr einschlafen kann und wach bis zum Klingeln des Weckers liegen bleibe.

Schräg geträumt. Die Schatten der Vergangenheit. Alles was irgendwann und irgendwo unfertig liegenblieb sucht sich seinen Weg an die Oberfläche.

Früher habe ich immer gesagt, es gibt Dinge, die muss ich meinem Leben hinzufügen. Mittlerweile bin ich an dem Punkt, wo ich mir die Frage stelle, was kann ich herausnehmen. Und weil alles zu viel ist, werde ich Dinge herausnehmen müssen. Es geht gar nicht anders mehr.

Überraschende Überraschung

Ich hatte nie verstanden, woher die Ablehnung kam. Das letzte Mal hatte ich sie 1999 gesehen. Ich meine es war auf einem Grillevent. Ich weiß es nicht mehr genau. Im Jahr 2000 verließ ich die Region und zog fort. Sie kam nicht zur großen Abschiedsfeier. Ich erinnere mich. Wir feierten, wie die Verrückten. 2 Tage später kam der große Möbelwagen. Alles wurde verpackt. Dann war ich weg.

Vor 5 Jahren begann ich, alle ehemaligen Klassenkameraden wieder ausfindig zu machen. An sie heranzukommen war schwer. Es ging nur über Bande. Mit Druck… und meiner einfühlsamen Art, die Dinge nach vorne zu bringen.

Ich brauchte mehrere Anläufe. Dauerte bis sie überhaupt auf eine E-Mail reagierte. Und die Reaktion war nicht von Freude durchzogen. Eher so, als hätte ich ihr vor die Füße gespuckt. Aber, ich habe nie aufgehört sie einzubinden oder auszusparen. Auch wenn sie nie reagierte.

Am Freitag kam eine E-Mail. „Hallo MiM. Ich komme. Ich freue mich auf euch.“

Was für eine überraschende Überraschung.

Wieder einer.

Nach 5 Jahren fehlen noch jetzt noch 3 Personen. Zwei sind nicht auffindbar. Einer von dem wir wissen wo er ist, aber alle der Ansicht sind, wir tun so, als wenn wir ihn nicht gefunden haben. Aber das ist wirklich eine andere Geschichte.

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Lügner

Dr. House sagte es. Everybody lies.

Was korrekt ist. Lügen ist unsere Natur. Es steckt im Menschen. Sie müssen lügen. Es geht um das Selbstbild. Das muss aufrecht erhalten werden. Und für nichts wenden Menschen derart so viel Energie auf. Und dafür opfern sie alles.

Nichtkönnen

Der größte Garant für Erfolg in meinem Leben war immer ein Satz, den eine beliebige Person zu mir sagte:

„Das kannst Du nicht. Das geht nicht.“

Mehr Antrieb habe ich nie gebraucht.

Autumn

„Autumn is here,“ said the Panda, „and soon winter will be be upon us.“

„Oooh…“, said the Dragon. „More cosy evenings together… with tea.“

(Panda/Dragon)

Dialoge [M] – Rochade

Ich kenne das Gefühl. Diesen Moment. Diesen Augenblick. In dem Mann durch die Tür schreitet, stehen bleibt. Aus der Beengtheit eines Raumes hinaus, in die Weite eines Feldes, das vor einem liegt. Weite bis zum Horizont. Keine Grenze. So viel Raum und Platz, dass man in der Zeit des verbleibenden Lebens das Ende nicht mehr erreichen wird.

„Erinnerst Du Dich?“, frage ich.

„Ja. Ich erinnere mich genau. 20.November 2009. Alles auf Rot gesetzt. Und es kam Schwarz. Was für eine Ironie, wenn man das aus der heutigen Perspektive betrachtet.“ Er kann sich das Lachen nicht verkneifen. „Der Song war ein anderer.“

„Das stimmt, aber dieser hier ist irgendwie passender.“

Er nickt. „Möchtest Du noch etwas sagen? Es ist Dein Moment. Er gehört Dir ganz alleine. Ich denke an etwas theatralisches. Irgendetwas… “

Keine Häutung. Nicht etwas, das unter dem Alten neu entsteht. Es ist ein Abblättern. Ein Abfallen einer Schicht. Eine bröckelnde Fassade. Ein Hervorkommen des Ursprünglichen. Das Wesen der Dinge.

„Es ist wie eine Demenz. So empfinde ich es.“ Ich spreche langsam und nachdenklich.

„Wie meinst Du das?“

„Man beginnt langsam, nahezu schleichend, die Dinge zu vergessen. Während sie passieren. Das Vergessen kommt nicht erst, wenn die Dinge vorbei sind. Man vergisst einen Menschen, während er neben einem steht. Er löst sich auf. Jeder bestimmt selbst, wie er in Erinnerung bleibt. Die Menschen, die keine Spuren hinterlassen, sind nicht gestartet und losgegangen.“

„Ja, das….“, er nickt dabei, „ist keine schöne Sache.“ Er macht eine Pause. „Und nun, was nun?“

„Wir werden das wieder in der Art handhaben, wie wir es damals gemacht. Ich denke, es ist an der Zeit, diesen kleinen Missstand zu beheben. Eine kleine Rochade.“ Ich zwinkere ihm zu und lege ein süffisantes Lächeln an den Tag.

„Einen Missstand beheben?“ Seine Augen werden zu kleinen Schlitzen. „Was meinst Du?“

„Ich hatte Dir ein Versprechen abgenommen.“

„Ja, und?“

„Du bist nicht mehr daran gebunden.“

Und da stehe ich. Sehe ihn an. Kaum merklich für andere Menschen. Für eine Sekunde, diese Spannung im Gesicht. Dann Ruhe.

„Ich…..?“

„Ja.“

Das Leben besteht aus einer unzähligen Anzahl von Wiederholungen und Entscheidungen. Und wenn Sie immer wieder das gleiche Ergebnis haben, dann sollten Sie andere Entscheidungen treffen. Ich habe meine getroffen.

Irgendwo im Universum im Headquarter der Gesellschaft für menschliche Schicksalssteuerung mbH & Co KG dudelte ein Radio und einige Lämpchen auf einem Schaltpult begannen zu leuchten.

Reboot

Ich befinde mich im Reboot Modus. Ich arbeite daran, meine Dinge nach vorne zu bringen. Und wenn man nach vorne schaut, dann muss man das Alte hinter sich lassen. Jeder Schritt aktuell, wird geprüft, ob er mit dem angestrebten Ziel zusammenpasst. Und ob man es glauben mag oder nicht. Dieses Vorgehen macht hochgradig effizient. Und auch effektiv.

So viele Dinge zu tun.

Ich bin knapp 11 Stunden am Tag im Büro oder im Homeoffice. Es bleibt wenig Zeit, all die Dinge zu tun, die zu tun wären. Und ich schaffe nicht das, was ich schaffen will. Was daran liegt, dass der Tag nur 24 Stunden hat und ich im Grunde einen 36 Stunden Tag gut brauchen könnte.

Aber es wird schon. Muss werden. Das Leben sucht sich immer seine Nischen. Es findet einen Weg.