Vor Augen

Augen tasten den zärtlichen

Abdruck von Sichtbarem ab,

lautlose Sohlenspur

eines Augenblicks,

öffnende Baumkronen

unter fensterblauem Himmel,

Augenzwinkern

zuvorkommender Wässer.

Zeit

Vergleichslos bricht ein Morgen an,

hält eine Atempause,

und seit mir so der Tag begann,

ist er mir mein Zuhause.

Beiläufig geht ein Weg hinaus

wie auf die andre Seite,

und leise wird der Tag zum Haus

mit Fenstern voller Weite.

Allmählich wird ein Warten mir

zur wortelosen Schwelle,

der Abend mir zur letzten Tür

zur ersten Sternenhelle.

Und Sterne wie ein Ruhewort

von einem stillen Rufer,

und Sterne sind an ihrem Ort

und lauschend wir am Ufer.

Euch allen ein erfülltes, dankbares, glückliches neues Jahr!

Im Herbst

Müheloses Loslassen

eines Augenblicks,

innerlich getaktete Zeit,

entwachsene Schritte,

in ihrer Mitte Geduld

eines wegvertrauten Zieles,

ein Überleben unser Weitergehen

im lauschenden Fallen der Blätter.