Schlagwort-Archive: Atem

Widerstand gegen das was IST

Auch Partner die sich im allgemeinen gut verstehen, können einmal unterschiedlicher Meinung über etwas sein. Langes Diskutieren oder auf den anderen einreden, um dem anderen die eigene Meinung schmackhaft zu machen, führen nur zu Unmut und kaum zur Einigung.

Sobald unterschiedliche Meinungen zu einem Thema herrschen, wird sofort WIDERSTAND gegen die anderen Stimmen im Körper laut, die scheinbar „gegen einen sind“. Meist ist dieser Widerstand im Körper als Unbehagen spürbar, dem sich unverzüglich gewidmet werden kann, um handlungsfähig zu bleiben. Weiterlesen

was ich dir heute sagen will

Was ich dir heut sagen will,
halte Augenblick nur still,
atme ein und wieder aus
folge dir ins Seelenhaus!

Schließe Augen und geniesse
wie der Atem dich durchfliesse.
Sag‘ dem Widerstand ade,
fühl‘ im Körper jenes Weh‘,

das dich eine Weile plagt,
weil die Achtsamkeit versagt.
Nutze diesen Augenblick,
atme dich ein kleines Stück,

näher ran –
und dann?
Kribbelt diese Stelle?
Spürst du schon die Welle?

Halte Fokus, atme nur
folge einfach seiner Spur!
Und in wenigen Minuten,
wird die Freude dich durchfluten!

Nimm sie mit in deinen Tag,
was er dir auch bringen mag,
es wird sein nur Gutes,
ja, dein Atem tut es!

Marion Dellinger

wovon das Herz voll ist

Ja, wovon das Herz voll ist, läuft der Mund bekanntlich über und das tat er bei dieser Übung des Intuitiven Workshops wirklich.

Wir bekamen dafür zunächst ein Sabbertuch ausgehändigt und jede sollte sich einen eigenen Platz im Raum suchen, wo sie sich in aller Ruhe einem ihrer Zähne widmen konnte, ohne in die Zahngeschichten der anderen Teilnehmerinnen einzutauchen.

Ich bin bisher noch nicht auf die Idee gekommen, einen meiner Zähne zu halten und tief in mich hinein zu spüren, was dabei geschieht.

Schon bei der Ankündigung, das wir uns gleich den Zähnen widmen, meldet sich der Backenzahn hinten links deutlich, der schon einige Jahrzehnte für sich allein steht.

Wir werden instruiert, zu Beginn einen Zahn zu wählen, der keine allzu heftige Geschichte in sich trägt. (alle Zähne haben ihre eigene Geschichte und sind Zeuge unseres gelebten Lebens).Nun ja, mein Backenzahn hatte sich ja schon gemeldet, deshalb fiel meine Wahl gleich auf ihn.

Nun saß ich da, das Sabbertuch um die eine Hand geschlungen und mit Zeigefinger und Daumen der anderen Hand den Backenzahn haltend. Zuvor waren wir instruiert worden, das sich die sensiblen Sensoren in unseren Fingern einschalten, der Atem ruhig ein und aus strömt, der Fokus ganz auf den Zahn ausgerichtet ist.

Kaum berühre ich den Zahn, beginnt er zu pulsieren. Ich frage ihn still, ob es so angenehm für ihn ist oder ob ich zarter oder fester zugreifen soll, damit er sich sicher fühlt.

„Alles in Ordnung, genau richtig“, meint er.

Und während ich dasitze und ihn halte, offenbart er mir, das er hier an dieser Stelle sehr belastet ist und sich öfter ganz allein gelassen fühlt.

Oje, das kann ich mir gut vorstellen, zumal neben ihm eine Lücke klafft, aus der sich sein Kollege schon vor vielen Jahren verabschiedet hat. Und auch der Druck von oben sei manchmal heftig. Ob ich das nachvollziehen kann?

Oh, ja! Ich habe ihn verstanden und halte ihn weiter. Ist gewiss nicht einfach, seine Aufgabe an dieser Stelle tagtäglich ohne murren auszuführen. In mir regt sich Mitgefühl, das ich nun einfach zu ihm fliessen lasse, während ich ihn weiter halte.

Da beginnt sich das Pulsieren ganz allmählich zu beruhigen. Ich lasse weiter meinen Atem, mein Mitgefühl und helles Licht in den Zahn strömen, was er zu geniessen scheint. Ich spüre, wie etwas in ihm durch meine Zuwendung sichtlich aufatmet. Es tut ihm gut, von mir gehalten zu werden, in all den Jahren zum ersten Mal.

Meine Aufmerksamkeit geht noch tiefer in den Kiefer hinein bis in die Wurzel. Dort vollzieht sich sanft eine Wandlung, die mit blossem Auge wahrscheinlich nicht zu erkennen ist. Doch sie ist fühlbar. Für mich. Für meinen Zahn. Es kribbelt bis in die tiefste Tiefe hinein und ich lasse es zu.

Innerhalb weniger Minuten liebevollen Haltens hat sich die Befindlichkeit für diesen Zahn deutlich gewandelt. Er ist dankbar für meine Zuwendung und signalisiert mir wenig später, das es jetzt vollkommen in Ordnung wäre, wenn ich meine Finger zurück nähme.

Behutsam ziehe ich zunächst meinen Fokus aus den Fingern zurück, atme noch ein paar mal ein und aus, ehe ich die Finger ganz von ihm entferne und mit meiner Aufmerksamkeit in den Raum zurück kehre.

Verfahrene Situation

Ich liebe es, meine Weisheiten mit Menschen zu teilen, die sie für sich zu nutzen wissen. Wenn die Worte dann auf fruchtbaren Boden treffen und auf wundersame Weise zu mir zurückkehren, um von ihren Erfolgen zu berichten, sind das Augenblicke für mich, in denen die darin verborgenen Schätze sichtbar werden!

Die junge Frau war mit dem Auto auf dem Nachhauseweg. Ihre beiden Kinder saßen mit im Wagen, die Jüngste schlafend, der Vierjährige hellwach. Sie hatte sich im Dunkeln verfahren und war auf einem von dicken Steinen umrandeten Feldweg gelandet, was sie wohl aufgeregt kund tat, weil sie wenig Platz zum Wenden sah.

„Mama, ganz ruhig!
Einatmen – ausatmen!
Fahr rückwärts oder versuche zu drehen!“ kam es cool vom hinteren Sitz!

Innerlich lächelnd, weil sie ihm sonst die Anweisung zum ruhigen Atmen bei Aufregung gibt, befolgte sie diesmal seinen Rat und landete flott wieder auf der Straße.

Ja, manchmal bedarf es wirklich nur eines ruhigen Atemzuges, der die Aufmerksamkeit von der Emotion wieder in den Körper lenkt, um das zu tun, was jetzt erforderlich ist.